In den Armen eines Playboys

In den Armen eines Playboys

Erscheinungstag:Di, 04.10.2011
Bandnummer:1991
Bestellnummer:0800111991
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In den Armen eines Playboys von: Kathryn Ross

Über diesen Roman:

Mit dem umwerfend attraktiven Marco Lombardi auf seiner weißen Jacht das Mittelmeer zu befahren, könnte einfach himmlisch sein. Aber für die junge Journalistin Isobel Keyes ist es die Hölle! Denn sie gibt dem Self-made-Milliardär mit dem Playboyruf die Schuld am Bankrott ihres Vaters. Und damit nicht genug: Sie soll diesen Liebling der Klatschpresse, um den sich so viele skandalöse Gerüchte ranken, auch noch interviewen! Doch noch bevor Isobel ihm die erste neugierige Frage stellen kann, liegt sie schon in den Armen ihres charismatischen Feindes …

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Leseprobe

Aus: In den Armen eines Playboys von Kathryn Ross

"Nun sieh mal einer an, wer gerade die Empfangshalle betritt", sagte Marco Lombardi.
Der Buchhalter, der mit Marco gerade einige Verträge durchging, sah von den Papieren auf und folgte dem Blick seines Chefs zu den Überwachungsbildschirmen, die eine Wand des Büros säumten.
"Ist das nicht die Reporterin, die schon seit Tagen hier herumlungert?" fragte der Buchhalter besorgt.
"So ist es." Marco lächelte. "Aber keine Angst, sie ist auf meine persönliche Einladung hier."
"Auf Ihre persönliche Einladung? Heißt das, Sie haben ihr erlaubt, sich hier umzusehen?"
"Genau", antwortete Marco, den der besorgte Tonfall seines Mitarbeiters zu amüsieren schien.
"Aber Sie mögen doch keine Reporter und geben niemals Interviews!"
"Prinzipiell stimmt das zwar, aber dieses Mal habe ich es mir anders überlegt."
Bisher hatte der italienische Multimillionär sein Privatleben immer gut vor der Öffentlichkeit abgeschirmt. Seit seiner Scheidung vor zwei Jahren hatte sich sein Urteil über Presseleute sogar noch verschärft.
Und jetzt hatte er genau die Reporterin eingeladen, die er für die Schlimmste von allen hielt: Überall, wo Marco erschien, tauchte auch Ms Keyes auf und stellte Fragen, was es mit Marcos Übernahme des Süßwarenherstellers Sienna auf sich hatte. Dabei war diese Übernahme noch streng geheim, die letzten Feinheiten des Vertrages wurden gerade ausgehandelt.
"Aber … warum?", fragte der Buchhalter. Schließlich wusste er, dass Marco Lombardi nie einen unüberlegten Schritt unternahm.
"Es gibt einen Spruch, der lautet: Lächeln ist die eleganteste Art, seinen Gegnern die Zähne zu zeigen. Den habe ich einfach beherzigt."
Auf dem Überwachungsbildschirm konnte man sehen, wie Isobel Keyes gerade ungeduldig auf ihre Uhr blickte. "Wann hat sie denn den Termin bei Ihnen?", fragte der Buchhalter. "Soll ich die Verträge mit in ein anderes Büro nehmen und sie dort durchsehen?"
"Nein." Marco wandte sich wieder dem Schreibtisch zu. "Ms Keyes kann warten. Sie darf sich freuen, dass ich sie überhaupt hergebeten habe. Jetzt muss sie sich eben gedulden, bis wir fertig sind."
"Aha, Sie halten Sie hin, bis die Verträge unterzeichnet sind."
"Sagen wir lieber, dass ich sie bis dahin anderweitig beschäftige." Marco lächelte. "Aber kümmern wir uns jetzt wieder um wichtigere Dinge."
Als der Buchhalter den obenauf liegenden Vertrag zur Hand nahm, empfand er Mitleid für die junge Frau, die in ihrem schlichten Hosenanzug vor der Tür wartete. Wahrscheinlich war sie ziemlich glücklich, weil sie einen Interviewtermin bei dem pressescheuen Multimillionär ergattert hatte. Aber wenn sie dachte, dass sie es mit Marco Lombardi aufnehmen könnte, hatte sie sich getäuscht

Isobel war alles andere als glücklich. Vor einer Stunde war sie kurz davor gewesen, herauszufinden, was wirklich bei Sienna vor sich ging. Sie hatte einen Interviewtermin mit einem der Aktionäre von Sienna gehabt. In allerletzter Minute war das Interview jedoch abgesagt worden, und Claudia, die Chefredakteurin, hatte ihr mitgeteilt, dass aus der Geschichte nichts werden würde.
"Ich habe etwas Besseres für dich", hatte Claudia aufgeregt gesagt. "Unser Herausgeber hat mich gerade angerufen. Du wirst es nicht glauben, aber Marco Lombardi will dem Daily Banner ein exklusives Interview geben!"
Isobel war tatsächlich sprachlos gewesen. Sie hatte schon mehrfach versucht, ein Interview von Marco Lombardi zu bekommen, war aber jedes Mal von der Sekretärin abgewimmelt worden. "Will er mit mir darüber reden, was es mit seiner Übernahme von Sienna auf sich hat?", hatte sie hoffnungsfroh gefragt.
"Isobel, vergiss es. Es geht uns nicht um seine Geschäfte. Uns geht es vielmehr um das Leben von Lombardi und um seine Scheidung. Das ist die Geschichte, die unsere Leser wirklich interessiert. Mit so einer Geschichte wird die Zeitung reißenden Absatz finden."
Isobel ballte die Hände zu Fäusten. Ihr war klar, dass die meisten ihrer Kollegen begeistert gewesen wären, ein Interview mit dem gut aussehenden Italiener zu bekommen. Aber Isobel war eine seriöse Journalistin, keine Klatschreporterin. Sie wollte kein Interview über Lombardis Liebesleben führen! Viel lieber wollte sie über die Arbeitsplätze berichten, die bei Sienna auf dem Spiel standen.
"Mr Lombardi wird Sie jetzt empfangen, Ms Keyes." Die Dame am Empfang lächelte ihr zu. "Sein Büro befindet sich im obersten Stockwerk."
Halleluja, dachte Isobel, als sie auf ihre Uhr sah. Eine geschlagene Stunde hatte er sie warten lassen. Und das hatte er garantiert absichtlich getan.
Als sie mit dem Fahrstuhl nach oben fuhr, versuchte Isobel sich zu beruhigen. Ihr blieb keine andere Wahl, sie musste ihre Grundsätze über Bord werfen und der Zeitung den gewünschten Artikel liefern. Trotzdem erfüllte sie das mit Zorn. Lombardi gehörte zu der Sorte Männern, die sie verabscheute. Er war ein Mann, der nur das tat, was ihm gefiel, ganz gleich, ob andere Menschen darunter litten. Sie wusste es aus eigener Erfahrung: Vor elf Jahren hatte Marco Lombardi die Firma ihres Großvaters gekauft und dann zerschlagen. Ihrem Großvater hatte es das Herz gebrochen.
Isobel hielt Lombardi für einen skrupellosen Geschäftemacher. Sie verstand nicht, warum die Leute nach Gründen für seine Scheidung suchten. Für Isobel lag es auf der Hand, warum er und seine Frau sich getrennt hatten: Marco Lombardi war ein Frauenheld. Eigentlich war es verwunderlich gewesen, dass er überhaupt geheiratet hatte. Und seit seiner Scheidung hatten die Zeitungen jede Woche Fotos von ihm in Begleitung von wechselnden Frauen gebracht. Einige Zeitungen hatten ihn sogar einen Herzensbrecher genannt.
Als die Fahrstuhltür aufging, holte Isobel tief Luft und ermahnte sich, dass sie sich auf gar keinen Fall von einer vorgefassten Meinung beeinflussen lassen durfte. Schließlich war sie Reporterin.
"Hier entlang, Ms Keyes." Die Sekretärin führte sie zu einer Tür, hinter der sich ein Büro mit einem atemberaubenden Blick über London auftat. Allerdings war es nicht der Ausblick, der Isobels Aufmerksamkeit sofort fesselte – es war der Mann, der hinter dem großen Schreibtisch saß.
Sie hatte in den letzten Jahren so viel von diesem Mann gehört, dass sie jetzt, wo sie ihm tatsächlich gegenüberstand, nervös wurde.
Marco war in seine Arbeit vertieft und sah nicht hoch, als sie langsam auf ihn zukam. "Ms Keyes, nehme ich an." Er sagte es abwesend, so als würde er sie gar nicht wahrnehmen. Sein Englisch war ausgezeichnet, und der leichte italienische Akzent klang unverschämt sexy.
Er trug ein weißes Hemd, das am Hals lässig offen stand. Isobel fiel auf, wie sich der olivenfarbene Teint seiner Haut davon abhob.
Sie blieb vor dem Tisch stehen, und im selben Moment sah er hoch. Ihre Blicke trafen sich, und Isobels Herz machte einen Sprung.
Er sieht unglaublich gut aus, dachte sie verträumt. Sein durchtrainierter Körper verlieh ihm ein entschlossenes Aussehen. Aber es waren seine Augen, die sie am meisten faszinierten: Es waren die beeindruckendsten Augen, die sie je gesehen hatte – dunkel, und glühend, und der Blick war ungewöhnlich durchdringend.
Sie verstand nicht, warum sie sprachlos war, schließlich hatte sie gewusst, dass er ein äußerst attraktiver Mann war. Die Zeitungen waren voll mit Fotos des Fünfunddreißigjährigen, und alle Frauen schwärmten davon, wie gut er aussah. Aber Isobel hatte immer behauptet, dass sie den ganzen Lärm um Marco nicht verstand. Sie fand, dass sein gutes Aussehen von seiner Skrupellosigkeit in den Schatten gestellt wurde. Jetzt war sie fast ein wenig entsetzt, dass sein Anblick sie so faszinierte.
"Nehmen Sie doch bitte Platz." Er wies auf den gegenüberliegenden Stuhl.
Isobel musste sich zusammenreißen. Was ist bloß mit mir los? Sie starrte ihn an, als hätte sie den Verstand verloren!
Währenddessen musterte er sie mit einem gleichgültigen Blick.
Allerdings überraschte sie das nicht weiter. Isobel wusste, dass sie es mit den Frauen, zu denen sich Marco hingezogen fühlte, niemals aufnehmen könnte. Seine Exfrau war ein Filmstar und zählte zu den schönsten Frauen der Welt. Im Vergleich dazu wirkte Isobel farblos. Sie trug einen unauffälligen Hosenanzug, ihre Figur war ein bisschen zu weiblich, und die langen dunklen Haare hatte sie aus praktischen Gründen streng aus dem Gesicht gekämmt.
Aber das war nun einmal ihr Stil. Sie wollte nicht zu feminin und sexy aussehen, sondern als Reporterin ernst genommen werden. Und ganz bestimmt will ich nicht auf Männer wie Marco Lombardi attraktiv wirken, sagte sie sich wie zur Erinnerung. Ihr Vater war ein Frauenheld gewesen, und sie wusste aus leidvoller Erfahrung, wie ein solcher Mensch das Leben seiner Mitmenschen zerstören konnte.
Der Gedanke an ihren Vater brachte sie augenblicklich auf den Boden der Tatsachen zurück.
"Nun, Mr Lombardi, es hat den Anschein, als hätten Sie es geschafft, die Aufmerksamkeit von der geplanten Übernahme von Sienna abzulenken", begann sie forsch, als sie sich auf den angebotenen Stuhl setzte.
Marco hatte eigentlich vorgehabt, noch kurz weiterzuarbeiten und Isobel warten zu lassen. Stattdessen musterte er sie nun erneut. "Habe ich das?", erwiderte er trocken. Ihr unterkühlter Tonfall überraschte ihn. Die meisten Frauen flirteten mit ihm. Selbst wenn sie wie eine Geschäftsfrau auftraten, schenkten sie ihm doch einen Blick mit klimpernden Wimpern und ein aufreizendes Lächeln. Wie es aussah, gehörte Isobel Keyes nicht zu dieser Sorte von Frauen.
"Das wissen Sie selbst wohl am besten", entgegnete sie. "Und es ist der einzige Grund, warum Sie mir dieses Interview gewähren."
Interessant, dachte er, als er erneut einen Blick auf ihr sprödes Äußeres warf.
Als er sie auf dem Überwachungsbildschirm gesehen hatte, war sein erster Gedanke gewesen, dass sie eine graue Maus sei, die man leicht mit einem kurzen Interview würde abspeisen können. Da hatte er sich getäuscht.
"Sie scheinen sich ja sehr sicher zu sein."
"Ich bin mir sicher." Sie reckte das Kinn leicht vor. "Ich habe ihren Buchhalter heute Morgen bei Sienna gesehen."
"Das mag sein. Er ist ein freier Mensch und kann gehen, wohin er möchte."
"Er geht dahin, wo Sie ihn hinschicken", erwiderte Isobel.
Erst jetzt nahm er wahr, dass ihre temperamentvoll glitzernden Augen einen smaragdgrünen Schimmer besaßen.
Sein Blick wanderte über ihr Gesicht. Zuerst hatte Marco angenommen, sie wäre Ende zwanzig. Jetzt erkannte er, dass ihre Aufmachung sie älter wirken ließ. Wahrscheinlich war sie höchstens zweiundzwanzig. Sie hatte wunderschöne Haut. Wenn sie sich mit ihrem Äußeren mehr Mühe geben würde, dachte er, wäre sie vielleicht sogar einigermaßen attraktiv. Ihre Frisur war nicht gerade vorteilhaft, und sie trug wenig oder gar kein Make-up. Und ihre Kleidung – sein Blick glitt nach unten – die war eher langweilig.
Keine italienische Frau hätte sich jemals in einer solchen Bluse blicken lassen. Noch dazu war sie bis zum Hals zugeknöpft! Aber ihre Taille war schlank, und sie verfügte durchaus über weibliche Vorzüge. Dieser Bluse täte es sicherlich gut, wenn man ein paar Knöpfe öffnen würde, dachte er abwesend.
Isobel bemerkte plötzlich, dass er sie von Kopf bis Fuß musterte. Als seine Blicke wieder zu ihrem Gesicht zurückkehrten, stieg Hitze in ihr auf. Warum betrachtete er sie so aufmerksam?
Himmel, ich erröte ja – wie peinlich! Schließlich verabscheute sie Lombardi und würde sich noch nicht einmal für ihn interessieren, wenn er der letzte Mann auf der Erde wäre. Und sie wusste genau, dass auch er sich niemals für sie interessieren würde!
Vielleicht sah er jede Frau auf diese Weise an. Oder vielleicht wollte er vom Thema ablenken? Das musste die Lösung sein.
"Wollen Sie mir weismachen, dass sie kein Interesse daran haben, Sienna zu kaufen?" Sie setzte sich kerzengerade auf.
Marco lächelte. Ihre Sturheit fand er beinahe bewundernswert. Aber jetzt war es an der Zeit, die Zügel wieder in die Hand zu nehmen. "Wollen Sie mich zu meiner Firmenpolitik befragen?", fragte er.
"Nein!" Ihr Gesicht lief noch heißer an, als sie an den Ärger dachte, den es bei ihrer Zeitung geben würde, wenn sie sich nicht an die ausdrückliche Vorgabe hielt. "Ich wollte nur sagen, dass ich … im Bilde bin."
Sein Mund verzog sich zu einem abfälligen Lächeln. Dann griff er zum Telefon auf dem Schreibtisch. "Lassen Sie bitte meinen Wagen in zehn Minuten vorfahren", wies er seine Sekretärin an.
"Wollen Sie mich jetzt hier sitzen lassen, weil ich Sie zu einem Thema befragt habe, über das Sie nicht sprechen möchten?" Sie zwang sich, seinem Blick standzuhalten, obwohl sie plötzlich Angst verspürte. Wenn sie das Interview vermasselte, konnte sie sich nach einem neuen Job umsehen! Der Daily Banner wollte das Interview mit Lombardi dringend und konnte es für seine Auflage gut gebrauchen.
Marco zögerte mit einer Antwort. Ihre Nerven waren zum Zerreißen gespannt, als sie jetzt an den Kredit dachte, den sie letztes Jahr aufgenommen hatte, um in eine größere Wohnung ziehen zu können. Sie brauchte ihren Job.
"Mr Lombardi, ich will ganz ehrlich zu Ihnen sein. Ich würde Sie viel lieber zu Ihrer Firmenpolitik befragen, weil ich nämlich Wirtschaftsreporterin bin. Aber der Daily Banner hat mich zu Ihnen geschickt, weil sie der Zeitung ein exklusives Interview versprochen haben. Und wenn ich das Interview nicht bekomme, dann …"
"Stecken Sie in großen Schwierigkeiten", beendete er den Satz und lächelte. "Warum wollen Sie sich meiner Gnade ausliefern, Ms Keyes?"
Er weiß ganz genau, dass ich mich in einer Zwickmühle befinde, dachte sie wütend. Sie musste sich zusammenreißen. "Ja, dann stecke ich in Schwierigkeiten."
Er bemerkte, dass ihr das Geständnis schwerfiel. Spöttisch hob er eine Augenbraue.
"Haben Sie Ihren Ausweis dabei?"
"Meinen Ausweis?" Die Frage traf sie völlig unvorbereitet. "Wofür sollte ich den brauchen?"
"Ich habe Ihrer Zeitung einen Einblick in mein Leben versprochen, Ms Keyes. Und ich reise nun einmal sehr viel." Marco steckte die Verträge in seinen Aktenkoffer. "Ich habe ein paar Geschäftstermine in Italien und in Nizza und fliege in einer Stunde los. Wenn Sie also Ihr Interview bekommen wollen, müssen Sie mich schon begleiten."
"Das hat mir niemand gesagt! Man hat mir gesagt, Sie würden mich zu sich nach Hause einladen …"
"Das tue ich auch. Ich wohne in Südfrankreich."
"Aber Sie besitzen doch auch ein Haus in London!" Ihre Stimme klang etwas schrill.
Marco schloss den Aktenkoffer und sah sie an. "Ich besitze außerdem Häuser in Paris, Rom und auf Barbados. Aber mein Hauptwohnsitz befindet sich an der französischen Riviera."
"Ach so." Sie schluckte. "Leider habe ich nichts für einen Ausflug nach Frankreich eingepackt. Und meinen Ausweis habe ich auch nicht dabei."
Marco hatte beinah Mitleid mit Isobel – aber nur beinah. Schließlich war sie eine Reporterin und seiner Meinung nach waren Reporter wie Vampire, die sich von dem Blut anderer Menschen ernährten. "Da wird Ihr Herausgeber aber enttäuscht sein." Er bemerkte, dass die Farbe aus ihrem Gesicht wich.
"Wenn Sie auf dem Weg zum Flughafen an meiner Wohnung vorbeifahren könnten, hätte ich in zwanzig Minuten alles gepackt", schlug sie verzweifelt vor.
"Ich habe keine zwanzig Minuten zu verlieren", sagte Marco kurz und griff nach seinem Jackett. "Fünf Minuten gebe ich Ihnen aber."
Als Isobel jetzt zu ihm aufsah, entdeckte sie ein amüsiertes Flackern in seinen Augen. Ihr wurde klar, dass er gar nicht vorgehabt hatte, sie hier zurückzulassen. Er spielte mit ihr, wie eine Katze mit einer Maus.
Mit einem Mal wäre Isobel gern ganz weit weglaufen.
"Wenn Sie soweit sind, können wir los", murmelte er ungeduldig, als sie keine Anstalten machte, aufzustehen.
Isobel sprang auf. Sie hatte keine andere Wahl, als mit ihm zu gehen.