Achtung - sexy Boss!
Hannah kann ihren Kurzurlaub kaum erwarten: Vier Tage im wild-romantischen Tasmanien, wo die Hochzeit ihrer Schwester stattfindet! Denn Hannah braucht dringend eine Auszeit von ihrem sexy Boss Bradley Knight, von dessen heißen Küssen sie heimlich träumt. Wie ungefähr eine Million anderer Frauen, die gebannt an seinen Lippen hängen, wenn er im Fernsehen lässig über seine Weltreisen berichtet. Aber Überraschung: Bradley besteht darauf, sie zur Hochzeit zu begleiten! Weil er sich ein neues Abenteuer verspricht – oder sogar eine stürmische Affäre?
Liefervorteile
Ab 15 Euro Warenwert versandkostenfrei!
Bei allen Bestellungen innerhalb Deutschlands mit mindestens 15 Euro Warenwert übernehmen wir die Versandkosten für Sie. Abonnements sind in Deutschland ebenfalls immer portofrei. Sonst betragen die Versandkosten innerhalb Deutschlands 2,50 EUR. Bei Bestellungen aus dem Ausland erheben wir auf die Gesamtlieferung (ausgenommen Abos) einmalig unabhängig vom Bestellwert eine Versandkostenpauschale von 4,90 EUR.
14 Tage Rückgaberecht
Bei CORA haben Sie ein 14-tägiges Rückgaberecht. Sie können alles unverbindlich anfordern und bei Nichtgefallen zurücksenden. Ausnahme sind für Sie individualisierte Produkte (z.B. Ihr persönlicher Liebesroman).
Bequem per Rechnung oder Lastschriftverfahren bezahlen
Bezahlen Sie die Rechnung innerhalb von 14 Tagen nach Rechnungseingang – ohne zusätzliche Bearbeitungsgebühren. Oder lassen Sie den Betrag bequem von Ihrem Konto abbuchen (Bonität vorausgesetzt).
Leseprobe
Aus: Achtung - sexy Boss! von Ally Blake
"Sie sind es doch, oder?"
Der umwerfend attraktive Mann mit der dunklen Sonnenbrille erstarrte. Auf die bunte Passantenmenge, die am späten Nachmittag an dem Straßencafé auf der Brunswick Street entlanghastete, wirkte er einfach nur cool. Groß, breitschultrig und dunkelhaarig. Und sein Lächeln war so verführerisch, dass es ein buchstäbliches Verkehrschaos auslöste.
Aber Hannah wusste es besser.
Sie verwettete ihre gesamten Ersparnisse darauf, dass er sich seines gnadenlos guten Aussehens sehr genau bewusst war. Im Moment schien er nur verzweifelt zu hoffen, dass die ältere Dame an eine Verwechslung glaubte.
Doch er hatte kein Glück.
"Natürlich sind Sie es!" Entschlossen stampfte die Frau mit dem Fuß auf. "Der Produzent von 'Voyagers'. Ich habe Sie in Zeitschriften und im Fernsehen gesehen. Meine Tochter findet Sie toll. Sie möchte sogar ein Casting mitmachen, um von Ihnen mit Zahnbürste und Schokoladenkeksen die Berge hinaufgeschickt zu werden. Und das soll was heißen! Man kriegt das Mädchen nicht mehr vom Sofa herunter. Wissen Sie was? Ich gebe Ihnen ihre Telefonnummer. Sie ist hübsch und dazu noch Single …"
Hannah, die ihrem Chef gegenübersaß, wurde von der Frau keines Blickes gewürdigt. Sie musste sich zusammenreißen, um nicht laut loszulachen.
Ihr Chef war wie die Berge, deren Bezwingung ihn berühmt gemacht hatte: Ein Hüne, zäh, unnachgiebig und rätselhaft. Deshalb amüsierte sich Hannah auch jedes Mal, wenn er nervös wurde, sobald ihm ein übereifriger Fan zu nahe kam.
Hannah arbeitete seit rund einem Jahr für Bradley Knight und hatte schnell festgestellt, dass offene Bewunderung die Achillesferse ihres Chefs war. Auszeichnungen, überschwängliche Kollegen und Schmeichler – all das war ihm zuwider.
Und dann waren da die Fans. Die unglaublich vielen Fans, die ihn verehrten. Und es gab keinen Zweifel daran, dass man Bradley Knight mit seinen fast zwei Metern Größe einfach verehren musste. Ritterlich verehren musste, wie sein Name schon sagte.
Unwillkürlich spürte Hannah einen Kloß im Hals.
Sie räusperte sich und fing an, unruhig auf ihrem Stuhl umherzurutschen.
Ihr Chef durfte auf keinen Fall merken, dass auch sie in schwachen Momenten Schmetterlinge im Bauch hatte, sobald sie an ihn dachte. Dass sie feuchte Hände und Hitzewallungen bekam. Ihre heißen Fantasien konnte sie nicht einmal ihrer besten Freundin erzählen, die Hannah ohnehin ständig damit aufzog, wie nah sie täglich ihrem gut aussehenden Chef kam.
Autohupen holte Hannah in die Realität zurück, schwer atmend und mit verträumtem Blick auf Bradley.
Sie hatte hart gearbeitet und jede erdenkliche Stelle angenommen, um letztendlich ihren Traumjob zu finden. Und sie würde alles tun, um ihn zu behalten.
Abgesehen davon war es Zeitverschwendung, einen Kerl wie Bradley Knight anzuhimmeln. Er war eine harte Nuss und ließ keinen an sich heran, auch sie nicht. Und wenn es um Beziehungen ging, war Hannah bedingungslos: Sie suchte ihren Traumprinzen.
Also vergiss ihn.
Sie warf einen Blick auf ihre Uhr. Fast vier. Puh. Das vor ihr liegende Wochenende kam wie gerufen. Vier Tage Urlaub von ihrer stressigen Arbeit waren genau das, was sie jetzt brauchte.
Dann wandte sie ihre Aufmerksamkeit wieder der Frau zu. Man konnte meinen, dass sie ihren Chef mit vorgehaltenem Messer bedrohte, so gespenstisch still saß er da.
Hannah schob den Stuhl zurück und entschied sich einzuschreiten, um Bradley weitere Qualen zu ersparen. Sie legte einen Arm um die Frau und schob sie unsanft vom Tisch weg.
Die Frau schien erst jetzt ihre Anwesenheit zu bemerken. "Kennen Sie ihn?", fragte sie atemlos.
Hannah warf einen Blick auf Bradley. Sie wusste selbst nicht, welcher Teufel sie gerade ritt, als sie der Frau zuraunte: "Besser als er sich selbst."
Die Frau riss die Augen auf und musterte Hannah. Dabei schien ihr kein Detail zu entgehen: Die Knoten, die sich für gewöhnlich nachmittags in Hannahs Haar bildeten. Die vielen Knitterfalten in ihrem Designerkleid. Die Uhr ihres Vaters, die viel zu groß war für ihr schmales Handgelenk. Die Cowboystiefel, die unter ihrer Kleidung hervorlugten.
Die Frau lächelte.
Hannah ahnte plötzlich, dass sie mit der nichtsnutzigen Tochter verglichen wurde, die sich nie vom Sofa wegbewegte. Sie wurde kleinlaut und schwieg.
Acht Stunden zuvor hatte sie noch ausgesehen wie die persönliche Assistentin des erfolgreichsten australischen Fernsehproduzenten und Bergsteigers – und das, obwohl sie in der Provinz aufgewachsen war. Doch trotz aller persönlichen Veränderungen merkte man ihr die provinzielle Vergangenheit noch immer an …
Sie verdrängte das Thema und erwiderte schulterzuckend: "Ich bin Mr Knights persönliche Assistentin."
"Oh." Die Frau nickte, als ob es keinen anderen Grund geben konnte, warum sich ein Mann wie Bradley mit einer Frau wie Hannah abgab.
Nach einem kurzen Gespräch drehte Hannah die Frau in die entgegengesetzte Richtung, gab ihr einen kleinen Schubs und winkte ihr zum Abschied zu. Geistesabwesend trottete die Frau die Straße entlang.
Hannah seufzte erleichtert. Sie hatte wieder eine Aufgabe erledigt. Als sie sich umdrehte, hatte Bradley die Sonnenbrille hochgeschoben, sodass man einen kurzen Blick auf seine faszinierenden silbergrauen Augen werfen konnte. Einen sehr kurzen Blick.
Dann begann sich Bradley zu dehnen. Langsam reckte er Muskel für Muskel seinen beeindruckenden Körper, bis er seine langen Beine ganz unter dem Tisch ausgestreckt hatte.
Doch seine Lässigkeit war gespielt. Sie war seine Waffe im Kampf gegen das gewisse Etwas, das die Menschen um ihn herum anzog wie die Motten das Licht. Aber die mühsam unterdrückte Kraft, die in seinem Innern brodelte, machte ihn nur noch unwiderstehlicher. Ein vertrautes Gefühl strich über Hannahs Haut, sanft dahinschmelzend und pulsierend.
Sie wusste, dass er seine schlechte Laune wegen des Geschehenen an ihr auslassen würde. Doch es gelang ihr nicht, sich innerlich von ihm zu lösen.
Es war ihr noch nie gelungen.
Hannah brauchte Zeit und Abstand von Bradley und seinen kreativen Visionen. Zeit und Abstand, um einen Mann kennenzulernen. Ihren Traumprinzen.
Sie wusste, dass er irgendwo da draußen war. Sie würde auf ihn warten. Keine Kompromisse eingehen wie ihre Mutter, die sich nach dem Tod ihres Vaters in drei Ehen gestürzt hatte, die alle unglücklich endeten. So stellte sie sich ihr Leben nicht vor.
Das schöne Gesicht ihres Chefs war ihr jetzt so nahe, dass Hannah der Atem stockte. Bradley Knight war ein echter Hingucker. Doch bei ihm war Herzschmerz vorprogrammiert. So viele hatten schon ihr Glück mit ihm versucht und viele mehr würden es noch tun, doch niemandem würde es gelingen, den Berg zu bezwingen. Bis jetzt hatte ihn noch keine Frau halten können.
Hannah zupfte an ihrem Pferdeschwanz, setzte ein Lächeln auf und ging zum Tisch zurück. Bradley sah nicht auf. Wahrscheinlich hatte er ihre Abwesenheit noch nicht einmal bemerkt.
"Eine nette Dame", flötete Hannah. "Wir sollten ihrer Tochter eine signierte Kopie der letzten Staffel von 'Voyagers' schicken."
"Warum immer ich?", fragte Bradley, den Blick in die Ferne gerichtet.
"Du bist eben ein Glückspilz", erwiderte sie sarkastisch.
"Findest du, dass ich glücklich bin?", fragte er.
"O ja. Das ist dir in die Wiege gelegt worden. Warum solltest du sonst so verdammt erfolgreich sein in allem, was du machst?"
Er wandte sich Hannah zu. Trotz der dunklen Sonnenbrille hatte seine ungeteilte Aufmerksamkeit einschlagende Wirkung. Ihr Herz schlug schneller.
Mit rauer Stimme meinte er: "Dann ist also mein Leben keine Mischung aus harter Arbeit und männlichen Primärinstinkten?"
Hannah sah in den wolkigen blauen Himmel und versuchte sich zu sammeln. "Nein", erwiderte sie.
Sein polterndes Lachen rüttelte an ihren ohnehin schon strapazierten Nerven. Eine Hitzewelle fuhr durch ihren Körper. Wie leichtsinnig von ihr, sich in die Höhle es Löwen zu wagen!
"Wenn du das Geheimnis deines Erfolgs wissen willst, dann ruf die Tochter dieser Dame an. Lade sie zum Abendessen ein und frag sie selbst." Sie wedelte mit dem Zettel, auf dem Adresse und Telefonnummer der Frau standen. "Ich denke gerade an einen PR-Coup: 'Bradley Knight verabredet sich mit einem weiblichen Fan. Verliebt sich und zieht in einen Vorort. Wird Trainer der Kinderbaseballmannschaft. Und gibt nun jedes Wochenende Grillpartys'."
Sie sah, wie er hinter der Sonnenbrille die Stirn runzelte. Dann setzte er sich langsam aufrecht hin. Es sah sogar halbwegs lässig aus, und doch war er spürbar angespannt. Hannahs Herz pochte aufgeregt.
"Wie gut …", setzte er in warnendem Ton an, "… dass du meine Assistentin bist und nicht meine Pressebeauftragte."
Hannah schob den Zettel in ihren übervollen Terminkalender. "Das ist wahr. Denn ich möchte nicht für alles Geld der Welt meine Tage damit verbringen, die Menschheit von deiner Einzigartigkeit zu überzeugen. Ich arbeite viel, aber auch für mich gibt es Grenzen."
Stirnrunzelnd beugte er sich über den Tisch. Für einen Moment verdeckte Bradley mit seinem imposanten Körper die Sonne. Der goldene Lichtkranz über seinem Kopf betonte seine Größe noch mehr.
Ihre Finger berührten einander fast. Hannah spürte, wie sich jedes einzelne Haar auf ihren Armen lustvoll aufrichtete. Um ihn nicht aus Versehen zu streifen, schob sie ihre Füße so weit wie möglich unter den Stuhl zurück.
"Wir sind heute nicht zum Scherzen aufgelegt, was?" Seine Stimme war ruhig und leise. Ihr ganzer Körper vibrierte.
Er reckte sein Kinn in ihre Richtung. "Stimmt etwas nicht?"
Und dann nahm er die Sonnenbrille ab. Seine Augen waren rauchgrau und nahmen, je nach Stimmung, die Farbe von Quecksilber an. Im Augenblick waren sie von undurchdringlichem Anthrazit.
Der Mann war ein solcher Workaholic, der gleich ein Dutzend Anweisungen gab, wenn er Hannah nur erblickte. Doch jetzt sah er sie abwartend an. Hannahs Kehle zog sich zusammen.
"Ob etwas nicht stimmt?", wandte eine fremde Stimme ein. "Nun ja, unsere Hannah ist in Gedanken schon bei ihrem sündigen Wochenende."
Hannah erschrak so sehr, dass sie sich auf die Lippe biss.
Trotz des einschießenden Schmerzes war sie fast sicher, den Bruchteil einer Sekunde Enttäuschung auf Bradleys Gesicht bemerkt zu haben. Mit der Zunge spielte sie an ihrer geschwollenen Lippe und bemerkte, dass Bradley sie dabei beobachtete.
Und als ob sie sich das Ganze nur eingebildet hätte, sah er schließlich weg, lehnte sich zurück und wandte sich an den Urheber des frechen Kommentars.
"Sonja!", rief er gedehnt. "Schön, dich zu sehen."
"Ganz meinerseits", erwiderte Sonja.
"Perfektes Timing", fügte Hannah mit leicht belegter Stimme hinzu. "Bradley wollte mir gerade deinen Job anbieten."
Sonja schien völlig ungerührt. Als Hannah den amüsierten Gesichtsausdruck ihres Chefs sah, stieg ein warmes Gefühl in ihr auf und sie musste schmunzeln. Sonja war nicht nur Bradleys PR-Guru, sie war auch Hannahs Mitbewohnerin. Und der einzige Grund, warum Hannah mit einem Haartrockner umzugehen wusste und sich in ihrem Kleiderschrank nicht nur die unvermeidlichen Jeans und T-Shirts befanden.
Sonja zwängte ihre Kurven in einen Stuhl und schlug die Beine übereinander. Dabei ließ sie ihr iPhone nicht eine Sekunde aus den Augen. Blitzschnell strich sie mit einem pink lackierten Fingernagel über das Display.
Hannah wurde unruhig. Sie legte eine Hand auf das Handy der Freundin. Sonja blinzelte verwirrt.
"Wenn du auch nur daran denkst, irgendetwas über mein ausschweifendes Wochenende zu twittern, bestelle ich einen Rote Beete-Burger und werfe ihn auf dein Kleid."
Sonja blickte stirnrunzelnd auf ihr Ensemble aus cremefarbener Wolle. Langsam schob sie das iPhone in das winzige Krokolederetui zurück.
"Warum habe ich schon wieder das Gefühl, anders zu sein als alle anderen?", setzte Bradley an.
Beide Frauen wandten sich ihm zu.
Mit gequältem Gesichtsausdruck fuhr er fort: "Mir wird schon schlecht bei dem Gedanken, aber ich muss es einfach wissen. Sünde? Ausschweifung?"
Bei dem Wort "Ausschweifung" warf er Hannah einen unergründlichen Blick zu, bevor er sich wieder Sonja zuwandte. Dieser Bruchteil einer Sekunde genügte, dass Hannah der Atem stockte.
Junge, sie brauchte wirklich Urlaub. Und zwar sofort.
Sonja bestellte einen Espresso. "Für einen so schlauen Kerl hast du, wenn es nicht gerade um dich oder deine Berge geht, ein Gedächtnis wie ein Sieb. Dieses Wochenende fährt Hannah nach Hause ins wunderschöne Tasmanien und ist Trauzeugin auf der Hochzeit ihrer Schwester Elyse. Und sie hat die Hochzeit organisiert."
Sein Blick wanderte zurück zu Hannah. "Ist das schon dieses Wochenende?"
Hannah sah ihn flüchtig an. Sie hatte ihm wahrscheinlich ein Dutzend Mal in den vergangenen beiden Wochen davon erzählt, aber offenbar war es nicht bei ihm angekommen. Das hatte ihr gerade noch gefehlt.
Sonja hatte ins Schwarze getroffen. Wenn Bradley an etwas nicht interessiert war, blendete er es schlichtweg aus.
"Ich fahre dieses Wochenende nach Neuseeland", meinte er.
"Stimmt." Hannah sah auf ihre Uhr. "Und ich bin in zehn Minuten weg. Was sind denn deine Pläne, Sonja?"
In ihren Worten lag unüberhörbarer Sarkasmus. Sonja musste grinsen. "Ich werde schrecklich neidisch und ganz allein in unserer kleinen Wohnung sitzen. Du wirst dieses Wochenende das große Los ziehen und jeden Kerl bekommen, den du willst."
"Welches Los?", fragte Hannah.
Sonja sah ihr tief in die Augen. "Unmengen schicker, in Aftershave gebadeter Männer auf der Suche nach Romantik. Und auf Trophäenjagd. Gibt es in der Geschichte der Menschheit eine eindeutigere Veranstaltung?"
Mit diesen Worten lehnte sich Sonja zurück und wandte sich wieder ihrem iPhone zu.
Hannah saß stocksteif da. Der Nachmittag war kühl, doch ihr wurde langsam wärmer. Sie hatte ein schlechtes Gewissen, dass sie als Trauzeugin so weit entfernt war, und hatte sich daraufhin entschieden, die Hochzeit ihrer kleinen Schwester zu organisieren. Ein Urlaubsflirt war ihr in den wenigen freien Minuten, die sie am Tag zur Verfügung hatte, überhaupt nicht in den Sinn gekommen.
Aber vielleicht war ein heißes Wochenende genau das, was sie brauchte. Entspannen, abtauchen, auftanken – und daran erinnert werden, dass es außerhalb von Bradley Knights Einflussbereich noch eine andere Welt gab.
"Die Trauzeugen werden Spitzenklasse sein", fuhr Sonja fort. "Und so scharf wie Nachbars Lumpi. Am besten meidest du sie. Mein Rat ist: Such dir einen Hochzeitsgast aus, der kein Verwandter ist, das ist viel geheimnisvoller. Oder einen Fischer."
Hannah lachte und versuchte, Sonjas lautstarke Worte zu ignorieren.
"Du nimmst doch die Pille, oder?"
"Sonja!"
Das ging entschieden zu weit. Abgesehen davon war sie so erschöpft und ihre Arbeit so anstrengend, dass sie nicht wusste, warum sie die Pille überhaupt nahm.
Doch jetzt lagen vier Ferientage vor ihr. In einer märchenhaften Winterlandschaft inmitten der Wildnis, umgeben von Dutzenden Singlemännern. Zum ersten Mal wurde ihr warm ums Herz bei dem Gedanken, nach Hause zu fahren.
Wie groß war wohl die Chance, den Mann ihres Lebens auf der Insel zu treffen, die sie vor so vielen Jahren verlassen hatte? Zum Kennenlernen blieb jedenfalls ausreichend Zeit.
Als sie die Augen aufmachte, sah sie, dass Bradley die Stirn runzelte. Hatte es womöglich mit ihr zu tun?







