EINE BITTERE ENTTÄUSCHUNG

EINE BITTERE ENTTÄUSCHUNG

Erscheinungstag:Di, 02.03.2010
Bandnummer:0055
Bestellnummer:8021100055
Roman in 5-8 Tagen lieferbar
eBook sofort lieferbar
Roman:
3,95* EUR inkl. 7 % MwSt.
Als eBook:
4,49* EUR inkl. 19 % MwSt.

EINE BITTERE ENTTÄUSCHUNG von: Johanna Theden

Über diesen Roman:

Als Werner einen verhängnisvollen Fehler begeht, drohen ihm endgültig im Kampf um das Sagen im Fürstenhof, die Felle davonzuschwimmen. Cosima allerdings triumphiert zu früh, denn Werner greift zu ungewöhnlichen Mitteln, um sein Lebenswerk zu retten. Sandra glaubt, sich in Lukas getäuscht zu haben und trennt sich von ihm. Rosalie sieht ihre große Stunde gekommen und versucht nun mit allen Mitteln, Lukas für sich zu gewinnen. Als Sandra mit ansehen muss, wie Rosalie und Lukas einander immer näher kommen, bricht es ihr schier das Herz. Hat sie ihre große Liebe tatsächlich für immer verloren?

Kunden, die diesen Artikel kauften, haben auch folgende(n) Artikel gekauft:

Liefervorteile

Ab 15 Euro Warenwert versandkostenfrei!
Bei allen Bestellungen innerhalb Deutschlands mit mindestens 15 Euro Warenwert übernehmen wir die Versandkosten für Sie. Abonnements sind in Deutschland ebenfalls immer portofrei. Sonst betragen die Versandkosten innerhalb Deutschlands 2,50 EUR. Bei Bestellungen aus dem Ausland erheben wir auf die Gesamtlieferung (ausgenommen Abos) einmalig unabhängig vom Bestellwert eine Versandkostenpauschale von 4,90 EUR.

14 Tage Rückgaberecht
Bei CORA haben Sie ein 14-tägiges Rückgaberecht. Sie können alles unverbindlich anfordern und bei Nichtgefallen zurücksenden. Ausnahme sind für Sie individualisierte Produkte (z.B. Ihr persönlicher Liebesroman).

Bequem per Rechnung oder Lastschriftverfahren bezahlen
Bezahlen Sie die Rechnung  innerhalb von 14 Tagen nach Rechnungseingang – ohne zusätzliche Bearbeitungsgebühren. Oder lassen Sie den Betrag bequem von Ihrem Konto abbuchen (Bonität vorausgesetzt).

 

Leseprobe

1. KAPITEL

Werner Saalfeld hielt das Geldbündel, das er eben aus dem Tresor geholt hatte, in der Hand. Die Verführung war groß. Aber im letzten Augenblick entschied er sich dagegen – die zweihunderttausend Euro gehörten ihm nicht, sondern einem Gast. Seufzend legte er das Geld zurück.
    Cosima, die das Geschehen im Büro zu Hause an ihrem Computer beobachtete – sie hatte heimlich eine Kamera über dem Safe installiert – verzog verärgert das Ge-sicht. Sie hatte den Köder so gut ausgelegt. Und jetzt biss der verhasste Kerl einfach nicht an.
    "Verdammter Feigling", zischte sie. Da klopfte es an ihrer Wohnungstür. Es war Herr Grosswihler, der Bankier aus der Schweiz.
    "Sie wollten mich sprechen?" Cosima schaltete schnell ihren Computer aus.
    "Er führt sich immer noch auf wie der Sonnenkönig", beklagte sie sich. "Aber wenn es drauf ankommt, ist er ein erbärmlicher Versager …"
    "Übersetzt soll das wohl heißen, Sie haben sich verspekuliert, und Herr Saalfeld hat das Geld aus dem Tresor nicht genommen", vermutete Grosswihler. Sie warf ihm einen finsteren Blick zu.
    "Was in dem Fall auf Ihre Kappe geht", meinte sie dann. "Anscheinend war das Angebot, das Sie ihm unterbreitet haben, nicht attraktiv genug."
    "Oder seine moralischen Skrupel sind größer, als Sie erwartet haben", hielt der Bankier ungerührt dagegen. Sie lachte auf. "So oder so … Die Sache hat sich erle-digt. Also fliege ich heute zurück nach Zürich."
    "Gar nichts hat sich erledigt." Cosimas Stimme war scharf geworden. "Der erste Versuch ist danebengegangen, richtig. Das bedeutet lediglich, Sie müssen beim zweiten wesentlich überzeugender sein."
    "Das war so aber nicht abgemacht", protestierte er, doch sie schnitt ihm mit einer Handbewegung das Wort ab.
    "Was denn? Die äußerst großzügige Provision haben Sie gerne angenommen. Dabei war von einem Flop keine Rede gewesen." Sie war fest entschlossen, Werner Saalfeld zur Strecke zu bringen.

"Du kannst für eure Verlobungsfeier jetzt ein Gedeck mehr einplanen", sagte Lukas zu seinem Freund und Mitbewohner Michael Niederbühl. Der Geschäftsführer hatte sich wieder mit Sandra versöhnt. Er war so glücklich darüber, dass er es kaum in Worte fassen konnte. Michael freute sich für ihn. Und er freute sich auch auf die be-vorstehende Verlobung mit Charlotte. Es gab nur einen Wermutstropfen. "Hast du ihr inzwischen gebeichtet, dass du Fabiens Vater bist?", fragte Lukas. Dr. Niederbühl senkte den Blick. "Heute Abend ist die Feier!", mahnte Lukas. "Und sie hat noch im-mer keine Ahnung?"
    "Du hast das Hin und Her mitbekommen", verteidigte sich Michael hilflos. "Charlot-tes Ängste …" Wenn sie von Fabien wüsste, würde alles wieder von vorne beginnen.
    "Erst mal ist das natürlich verdammt hart für sie", gab Lukas zu. "Aber bei der Lie-bertz und dir sind keine Gefühle im Spiel, das weiß sie genau. Geht es nicht in erster Linie um deine Ängste?" Michael nickte beklommen. Er hatte den Zeitpunkt für eine Beichte verpasst.
    "Und jetzt … Vielleicht verliere ich alles, was mir wichtig ist." Michael seufzte rat-los.
    Lukas schüttelte den Kopf. "Frau Saalfeld ist die großzügigste Frau, die ich ken-ne", stellte er fest. "Mal abgesehen von Sandra. Sie wird es dir hoch anrechnen, dass du Tanja nicht hängen lässt."
    "Sie wird es anders sehen", widersprach der Arzt. "Das mit Tanja auf dem Wald-fest … Es war aus einer Laune heraus." Das war normalerweise gar nicht seine Art. "Aber Charlotte wird mich für verantwortungslos und leichtsinnig halten." Trotz dieser Befürchtung war ihm selbst klar, dass er zumindest Tanja Liebertz die Wahrheit sa-gen musste. "Dann könnte ich Fabien ein Vater sein … Das hätte so ein süßer Kerl schon verdient." Der sehnsüchtige Ton, der in diesen Worten lag, entging Lukas nicht.
    "Du kennst den Bengel nur vom Foto. Dafür bist du aber ganz schön vernarrt in ihn." Dem konnte Michael nicht widersprechen. "Du kannst dir nicht ewig eine Hinter-tür offen lassen", fand sein Freund. "Alle Beteiligten haben eine klare Ansage ver-dient. Entweder du redest mit der Liebertz und klärst die Angelegenheit – oder du verzichtest auf deinen Sohn. Und zwar für immer."

Hildegard hatte die Notlage alleinerziehender Mütter zu ihrem neuen Wahlkampfthe-ma gemacht. Tanja Liebertz hatte sich gern als "lebendes Beispiel" zur Verfügung gestellt – sie bekam für ihren Sohn im Ort einfach keinen Krippenplatz. Also hatte Frau Sonnbichler versprochen, im Fall ihrer Wahl zur Bürgermeisterin die örtliche Krippe auszubauen. Das hatte ihr einen ordentlichen Vorsprung vor ihrem Mann ein-gebracht – die Umfragen ergaben, dass sie auf der Beliebtheitsskala ganz oben ran-gierte.
    André, der als Wahlhelfer für Alfons tätig war, wollte reagieren und schlug vor, den Pfarrer der Dorfkirche auf ihre Seite zu ziehen.
    "Wenn der von der Kanzel einen kleinen Hirtenbrief zu Ihren Gunsten verliest, ha-ben wir den Wahlsieg in der Tasche", sagte der Chefkoch.
    "Ich will aber nicht rumtricksen", brummte Herr Sonnbichler. "Ich möchte gewählt werden, weil ich die besseren Argumente habe." Und er dachte schon gar nicht dar-an, seinen Glauben für politische Zwecke instrumentalisieren zu lassen.
    "Ihre moralischen Skrupel in Ehren …", argumentierte André dagegen. "Aber wis-sen Sie eigentlich, wie ungeniert Ihre Frau auf Stimmenfang geht?" Wenn Alfons sich weigerte, den Pfarrer für seine Zwecke einzuspannen, konnte ihn das den Wahlsieg kosten. Aber Herr Sonnbichler ließ sich auf diese Diskussion gar nicht erst ein. "Du sollst den Namen des Herren nicht missbrauchen" – so stand es in der Bibel. Und daran würde er sich halten. Da konnte André Konopka noch so verständnislos mit den Augen rollen.

Charlotte und Sandra durchquerten gemeinsam die Lobby. Charlotte wirkte aufgeregt wie ein junges Mädchen.
    "Man denkt doch, beim zweiten Mal ist man ruhiger", seufzte sie. Aber das Gegen-teil war der Fall: Sie war noch nervöser als damals, vor ihrer Verlobung mit Werner.
    "Wäre auch schlimm, wenn man sich an so was gewöhnen würde", lächelte Sand-ra. Beinahe war sie ein bisschen neidisch auf Frau Saalfeld – die würde ab jetzt ihr Leben mit dem Mann verbringen, den sie liebte. "Er ist in seiner Praxis gerade enorm eingespannt", stellte Charlotte trocken fest. "Es ist also fraglich, ob ich überhaupt et-was von ihm habe." Aber Michael hatte sich den morgigen Tag freigehalten – damit sie beide eine Radtour machen konnten. Sandra bekam große Augen, als sie das hörte. Wie gern hätte auch sie mal wieder eine Radtour gemacht …

Doch als sie Lukas davon erzählte, schüttelte der energisch den Kopf. Noch hielt er es für zu früh, dass sie sich so anstrengte. Erst einmal sollte sie den Winter abwar-ten, und dann würde man im nächsten Jahr über Fahrradtouren nachdenken können.
    "Nur eine kleine Tour", bettelte sie. "Ich weiß ganz gut, was ich schaffen kann."
    "Doch eher, was du schaffen willst", entgegnete er lächelnd. "Mit deinem Dick-kopf."

Sandra hatte es so satt – sich immer nur zu schonen, immer auf Sparflamme … Sie wollte ihr Leben nicht mit halber Kraft leben. Warum verstand Lukas das nicht? Na-türlich war er besorgt. Und das fand sie ja auch süß, aber irgendwie nervte es auch. Schließlich hatte sie ein gesundes und starkes Herz. Sie musste ihrem Freund be-greiflich machen, dass sie wieder einigermaßen fit war. Er musste es mit eigenen Augen sehen. Sonst hatte sein Wattebauschprogramm nie ein Ende.
    Zunächst einmal holte sie eines der Hotelfahrräder aus dem Schuppen und brach-te es wieder auf Vordermann.

Cosima ließ es sich derweil nicht nehmen, ihrem Sohn seine Zukunft mit Sandra Ostermeyer in düsteren Farben auszumalen.
    "Du bist jung, du willst was erleben, und das sollst du auch", säuselte sie. "Aber daraus wird mit deiner Sandra nichts werden."
    "Mir ist klar, worauf ich mich einlasse", erwiderte Lukas kühl. "Aber danke für dei-ne überraschende Fürsorge."
    "Was ist, wenn du mal wieder eine ausgedehnte Wanderung machen willst?", fuhr sie ungerührt fort. "Oder bis in die Morgenstunden feiern? Da kann deine Freundin nicht mithalten. Und zwar dauerhaft."
    "Das ist doch meine Sache", knurrte er.
    "In der ersten Verliebtheit ist dir das natürlich egal", bohrte sie weiter. "Da reicht es, wenn ihr abends Hand in Hand auf dem Zimmer hockt. Aber wenn das zur Routi-ne geworden ist, wirst du dich nach Abwechslung sehnen." Er schüttelte nur den Kopf. "Junge, sie ist keine gesunde Frau. Sie kann sich jederzeit einen Virus einfan-gen. Oder ihr Körper stößt das Herz ab. Das Leben an der Seite dieser Frau bedeu-tet Verzicht und permanente Rücksichtnahme. Ich weiß leider sehr genau, wovon ich rede." Nun reichte es ihm endgültig.
    "Dein schwaches Herz war sicher nicht der Grund, warum dich Vater verlassen hat", sagte er hart. Und diese Worte verletzten selbst Cosima zutiefst.

Lukas hatte sich schon um eine Überraschung für seine Freundin gekümmert: Wenn Sandra unbedingt Fahrrad fahren wollte, sollte sie das tun. Aber nicht auf dem Hotel-fahrrad, das sie gerade in Ordnung gebracht hatte, sondern in einer Rikscha. Er hat-te extra eine zum Fürstenhof bringen lassen.
    Zunächst war Sandra wenig begeistert von der Aussicht, sich hinten in die Rikscha zu setzen und sich von ihm durch die Gegend fahren zu lassen. Doch Lukas duldete keinen Widerspruch. Und nach einer Weile fand sie tatsächlich Vergnügen daran, sich von ihm herumkutschieren zu lassen wie eine Prinzessin.

Nicht nur Charlotte – auch Tanja war nervös wegen heute Abend. Schließlich sollte sie bei der Verlobungsfeier von Frau Saalfeld und Dr. Niederbühl singen. Sie stand im Personalraum, übte den Song "Total Eclipse of the Heart" und wurde immer ver-unsicherter: Bei jedem Versuch traf sie an einer bestimmten Stelle den Ton nicht! Marie versuchte, ihre Freundin zu beruhigen.
    "Du weißt doch, dass du gut bist", meinte sie. Doch das Gefühl hatte Tanja gerade nicht. Am liebsten hätte sie ihren Auftritt sofort abgesagt. Wieder begann sie mit dem Lied, da kam auf einmal Nils herein.
    Vollkommen verzückt starrte er sie an, was Tanja nur noch unruhiger machte.
    "Willst du hier Wurzeln schlagen?", zischte sie, nachdem sie an derselben Stelle wieder gepatzt hatte.
    "Reg dich ab", erwiderte er sichtlich gekränkt. "Ich bin ja schon weg." Türenknal-lend ging er wieder hinaus.
    "Musste das sein?" Marie blickte Tanja vorwurfsvoll an. Sie wusste ja, dass Tanja und Nils einmal miteinander im Bett gelandet waren. Und dass Tanja keine Ahnung hatte, wie es mit ihr und dem Fitnesstrainer weiterlaufen sollte. "Was sagt er denn dazu?", fragte Marie.
    "Keine Ahnung …" Tanja hob ratlos die Schultern. "Wir haben seit der Sache nicht mehr richtig miteinander geredet."
    "Dann wird es aber höchste Zeit", fand Marie. Aber Tanja bestand darauf, sich erst einmal um ihren Auftritt heute Abend kümmern zu müssen.

Alfons spürte, dass bei ihm eine Erkältung im Anmarsch war. Aber er wollte auf kei-nen Fall Charlottes Verlobung verpassen – also ging er zu Dr. Niederbühl in die Pra-xis.
    Michael hatte am Schreibtisch gesessen und auf ein Foto von Fabien gestarrt. Als Herr Sonnbichler hereinkam, warf er es gerade entschlossen in den Papierkorb.
    "So lösen Sie also das Problem", stellte Alfons fest. "Aus den Augen, aus dem Sinn …"
    "Herr Sonnbichler, es ist jetzt gut!" Michael reagierte gereizt. "Das Thema haben wir mehr als ausgiebig diskutiert." Und dann gab er dem Portier ein Erkältungsmedi-kament und schickte ihn wieder hinaus.

Am Nachmittag hatte sich Charlotte für die Verlobungsfeier umgezogen. Es klopfte an der Tür ihres Zimmers – Sandra brachte den bestellten Blumenstrauß.
    "Es sind drei Rosen aus Ihrer Züchtung dabei", erklärte sie, als sie Charlotte das Bukett überreichte. "Ich hoffe, das ist in Ordnung."
    "Das ist eine ganz wunderbare Idee." Frau Saalfeld war sichtlich gerührt. "Vielen, vielen Dank." Die Blumen waren nicht nur wunderschön, sie passten auch perfekt zu ihrem Kleid.
    "Sie sehen großartig aus", stellte Sandra aufrichtig fest.
    "Ich fühle mich wie ein Teenager vor dem Debütantinnenball", gestand Charlotte mit einem schiefen Lächeln. Nie im Leben hätte sie gedacht, dass sie noch einmal einen solchen Schritt wagen würde. "In meinem Alter …"
    "Was spielt das für eine Rolle, wenn man sich ganz sicher ist?", meinte Sandra überzeugt. "Es zählt doch nur, dass man sich wirklich liebt."
    "Das haben Sie schön gesagt", entgegnete Frau Saalfeld leise. "Herr Zastrow hat Ihnen hoffentlich die Einladung gegeben?" Sandra nickte und erkundigte sich dann, ob Werner auch zu dem Fest kommen würde.
    "So angespannt, wie er in den letzten Tagen war, halte ich das für keine gute I-dee", gab Charlotte zur Antwort.
    "Er ist schon wieder voll auf der Höhe", sagte Sandra. "Seit er seine finanziellen Sorgen los ist." Überrascht zog Charlotte die Augenbrauen hoch – davon hatte sie noch gar nichts gewusst.
    "Trotzdem hätte ich die ganze Zeit Sorge, dass es zum Eklat kommt." Werner war schließlich immer noch furchtbar eifersüchtig auf Michael. Dem konnte Sandra nicht widersprechen – ihr Vater tat ihr leid.

Kaum dass sich Sandra verabschiedet hatte, klopfte es wieder an der Tür, und Mi-chael trat ein. Verliebt betrachtete er Charlotte.
    "Was habe ich nur für ein unverschämtes Glück, dass ich mit dieser schönen Frau verlobt bin", erklärte er strahlend.
    "Hast du." Sie lachte, wurde dann aber plötzlich ernst. "Michael, bevor es gleich losgeht … Ich muss dir noch eine Frage stellen. Ganz ehrlich – wirst du mit mir auch ohne eigene Kinder glücklich sein?"
    "Das werde ich", versicherte er aus vollem Herzen. In diesem Moment glaubte er daran, dass er mit all dem abgeschlossen hatte. Und dass es ihm auch nichts aus-machte, Fabien niemals ein Vater sein zu können.

Die Feier war schon in vollem Gang. Die Verlobten strahlten um die Wette, und sogar Alfons hatte seine aufziehende Erkältung so gut wie vergessen. Nun wurde es Zeit für Tanjas Auftritt. Sie stellte sich auf die Bühne, Michael nahm den Platz am Klavier ein.
    "Liebe Frau Saalfeld, lieber Herr Niederbühl …", begann sie leicht unsicher. "Liebe Freunde und Gäste … Es ist mir eine große Ehre, dass ich bei dieser schönen Verlo-bungsfeier ein paar Lieder singen darf. Ich hoffe, Ihnen gefällt das Repertoire, dass Doktor Niederbühl und ich zusammengestellt haben …" Und dann setzten die ersten Akkorde von "Total Eclipse of the Heart" ein. Tanja sang wie ein Engel. Aber sie hat-te Angst – die kritische Stelle in dem Song stand noch bevor. Da entdeckte sie auf einmal Nils am Eingang, der sie wie verzaubert anstarrte und ihr dann ein aufmun-terndes Lächeln zuwarf. Sie blickte in seine Augen und meisterte die Stelle so mühe-los, als hätte es damit nie ein Problem gegeben. Sie begann zu strahlen. Nicht nur, weil sie den Ton getroffen hatte – vor allem, weil sie auf einmal begriff, dass sie in Nils Heinemann verliebt war.

Auf der Tanzfläche drehten sich die Paare. Michael und Charlotte konnten einander gar nicht loslassen, so glücklich waren sie. Und auch Sandra und Lukas tanzten eng umschlungen – wenigstens in diesem Moment schien es so zu sein, als könnte nichts und niemand ihrer Liebe etwas anhaben. Und noch zwei hatten sich gefunden: Nils und Tanja hielten einander in den Armen und sahen sich in die Augen. Es hatte kei-ner Worte bedurft – Nils hatte auch so verstanden, dass es in Tanjas Kopf und Tan-jas Herzen endlich "Klick" gemacht hatte.

Werner saß derweil einsam vor einem Glas Wasser an der Bar. André hatte Mitleid mit ihm und nahm neben ihm Platz.
    "Meine Exfrau verlobt sich", stöhnte der Senior. "Die Frau, die ich … Die mir noch immer sehr viel bedeutet. Sie steuert mit einem dahergelaufenen Jungspund den Hafen der Ehe an."
    "Du hättest es anders haben können", gab sein Bruder zu bedenken.
    "Ja, und nicht nur in dieser Hinsicht." Werner wirkte wie ein Häufchen Elend. "Es dauert nicht mehr lange, dann hält die Zastrow hier das Zepter endgültig in der Hand."
    "Kopf hoch!", versuchte der Chefkoch, ihn aufzumuntern. "Du hast die Kreditrate getilgt, das ist ein Anfang. Und wo bleibt überhaupt dein Kampfgeist? Du hast doch schon ganz andere Kaliber in die Tasche gesteckt."
    "Du bist hier anscheinend der Einzige, auf den ich mich hundertprozentig verlas-sen kann." Sentimental legte Werner seinem Bruder eine Hand auf die Schulter.
    "Noch mehr in der Richtung, und ich fange an, mir Sorgen zu machen", frotzelte der. "Bin gleich zurück." André verschwand in der Küche. Und da stellte sich auf ein-mal Cosima neben den Senior.
    "Nanu, der Herr Saalfeld lässt sich die Verlobung seiner Exfrau entgehen?", spot-tete sie. "Ist das etwa Neid auf den attraktiven Herrn Doktor?"
    "Die Bar ist geschlossen", erwiderte er eisig.
    "Ich wollte Ihnen nur etwas mitteilen", bemerkte sie gelassen. "Die Umbaupläne für den Golfplatz nehmen Gestalt an."
    "Verschonen Sie mich doch bitte mit Ihren Hirngespinsten!", brauste er auf.
    "Frau Engel und Herr Winkelmann sind begeistert." Cosima lächelte ein böses Lächeln.
    "Da haben sich ja die richtigen Gangster getroffen …", knurrte er. Aber sie ließ sich nicht provozieren.
    "Irgendwann habe ich Ihre Anteile, Konopka", verkündete sie. "Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche." Und dann stolzierte sie erhobenen Hauptes davon.
 

REZEPT "Verschneite Blätter"

Unser Lieblingsrezept exklusiv für Sie: "Verschneite Blätter" - welche Zutaten Sie benötigen und die genaue Backanleitung erhalten Sie in diesem Rezept, dass wir zum Download als pdf-Datei für Sie hier eingestellt haben. Einfach "Rezept herunterladen" anklicken und schon kann es losgehen. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Ausprobieren und wünschen Ihnen guten Appetit!

>>> Rezept herunterladen