BETRÜG MICH!
Sophies Augen sind verbunden, sie ist an ein Bett gefesselt und Peter erregt sie mit einer Feder bis zur Raserei. Sie will ihn in sich spüren. Doch erst zwingt er sie zu einem Liebesgeständnis, ehe er ihre Lust befriedigt. Sind wirklich nur sechs Wochen vergangen, seit Sophies Ehemann Andrew ihr einen Seitensprung vorschlug, damit sie ihm seine Affäre verzeihen kann? Sophie ist verletzt, schockiert, wütend. Aber dann geht sie mit einer Freundin zum Tanzen und trifft Peter. Vom ersten Moment an prickelte es zwischen ihnen. Und als er sie plötzlich wild küsst, verspürt sie eine nie gekannte Erregung. Spontan stürzt sie sich in ein frivoles Abenteuer und genießt ihre neu entdeckte Sinnlichkeit. Bis Peter auf einmal mehr will als nur hemmungslosen, unverbindlichen Sex.
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Leseprobe
Aus: BETRÜG MICH! von KAYLA PERRIN
PROLOG
Die Federspitze bahnte sich langsam ihren Weg entlang meiner Unterlippe. Eine so leichte und zarte Berührung, dennoch ließ sie eine Hitzewelle durch meinen Körper rasen und brachte mich dazu, den Mund zu öffnen und ein zittriges Stöhnen hervorzubringen.
Ein weiteres Streicheln. Diesmal über meine Oberlippe. Mein nackter Körper bebte.
Bebte voller Vorfreude auf die Lust, die mir bevorstand.
Die Feder fuhr weiter nach unten, über mein Kinn. Dann strich sie über meinen Hals, hin und her. Von recht nach links. Die ganze Zeit so qualvoll langsam.
Dann verharrte die Feder. Plötzlich. Fünf Sekunden vergingen. Ich hielt den Atem an und wartete, was als Nächstes kam. Die Augenbinde über meinen Augen verhinderte, dass ich irgendetwas sehen konnte. Zugleich erhöhte dieses Blindsein meine Erregung. Ich konnte jedes Geräusch im Raum hören und alles riechen. Zumeist hörte ich nur meinen eigenen, heiseren Atem und das Wirbeln des Deckenventilators über dem Bett. Aber ich konnte den Duft der Leidenschaft wahrnehmen, der in diesem Raum wie schwere, feuchte Tropfen hing. Ich konnte den Schweiß riechen, der seine Haut bedeckte. Der Geruch war moschusartig und schwer.
Und erregend.
Als die Feder meinen linken Nippel liebkoste, wand sich mein Körper. Meine Handgelenke und Knöchel wehrten sich gegen die Fesseln, die mich ans Bett banden.
"Gefällt dir das?", fragte er.
"Ja", antwortete ich. Überrascht stellte ich fest, wie matt meine Stimme klang. "Ja", wiederholte ich lauter.
Erneut geschah nichts. Meine Hüften wanden sich. Ich stöhnte leise. Ich war für seine Berührungen bereit. Ich sehnte mich verzweifelt danach.
"Geduld, bella", flüsterte er.
"Du hast leicht reden", erklärte ich. "Du hast im Moment die absolute Kontrolle über meinen Körper." Absolute Kontrolle über meine Lust.
"Habe ich dich je enttäuscht?", fragte er.
"Nein", gab ich ehrlich zu. "Nie."
"Und ich werde dich auch jetzt nicht enttäuschen."
Die Feder fuhr an meinem Brustbein langsam hinab, dann bewegte sie sich nach Süden und tauchte in meinem Bauchnabel ein. Sie führte ihre langsame Reise fort und berührte den schmalen Streifen meines Schamhaars. Da verharrte sie plötzlich. Ausgerechnet in dem Augenblick, als ich sie am meisten spüren wollte.
Ich wimmerte: "Bitte, lass mich dich nicht anbetteln."
Doch er sagte kein Wort. Einige Sekunden vergingen, und nichts passierte. Ich konzentrierte mich und versuchte, Geräusche jenseits des wischenden Deckenventilators zu erkennen.
Sanfte Schritte auf dem Teppich, dann das Quietschen der Schlafzimmertür.
Bitte was? Ließ er mich hier allein?
Ich zählte weitere zehn Sekunden. Als er nicht zurückkam, begann ich gegen meine Fesseln anzukämpfen. Das Kopfteil des Bettes klapperte, als ich an ihnen riss und zog. Vergebens. Die Knoten waren zu fest. Ein Entkommen war unmöglich.
Und dann hörte ich erneut Schritte. Er kam zurück in den Raum. Ich atmete hörbar aus.
"Sieh dich nur an", raunte er. "Dein Körper windet sich. Hast du wirklich gedacht, ich würde dich hier liegen lassen? Nach nebenan gehen und mir ein Baseballspiel ansehen?"
Ich antwortete nicht. Plötzlich fühlte ich mich so dumm! Ich hatte Angst gehabt, dass er mich so zurückließ, völlig entblößt und hilflos. Ohne die Möglichkeit zu entkommen, bis er mich befreite. Ich habe mich auch zuvor schon völlig unter seiner Kontrolle befunden, doch heute verspürte ich zum ersten Mal einen Anflug von Panik.
Warum?
Weil er heute so anders wirkte. Von dem Moment an, als ich bei ihm ankam, konnte ich eine sonderbare Eindringlichkeit seiner Blicke und Berührungen spüren.
Irgendwie dunkler. Finsterer.
"Ich würde dich nicht verlassen", versprach er. "Ich würde dich nie verlassen. Du und ich sind auf eine Weise verbunden, die wir nicht kontrollieren können."
Ich schluckte. Spürte ich da etwas Unheilvolles in seinem Tonfall? Oder verlor ich ein wenig die Nerven, weil ich gefesselt war und er mir die Augen verbunden hatte?
Wie konnte eine Person gleichzeitig die Nerven verlieren und extrem erregt sein?
"Vertraust du mir?", fragte er. Er war mir jetzt sehr nah. Vielleicht dreißig Zentimeter entfernt, weiter nicht. Ich erkannte es an seiner Stimme.
Ich ließ meine Hüften kreisen. Eine Bewegung, die ihm gefiel, gab sie ihm doch den Blick auf meine gespreizten Beine frei. "Berühre mich", bat ich. Meine Brust hob und senkte sich mit jedem Atemzug. "Berühre mich, bevor ich sterbe."
"Vertraust du mir?", wiederholte er. Ich nahm das Gewicht seines Körpers auf dem Bett wahr, doch konnte ich nicht sagen, wo genau er sich jetzt befand.
"Ja. Ja, ich vertraue dir."
"Absolut?", fragte er. Plötzlich kitzelte sein warmer Atem meine Klitoris. Mein Gott, in diesem Moment wäre ich fast gekommen.
"Ja, ja! Ich vertraue dir absolut. Bitte berühr mich, Baby …"
Ich schrie auf, als etwas Kaltes und Nasses meine Perle streichelte. Was war das? Diese Empfindung verwirrte mich, denn ich hatte die Wärme seiner Zunge erwartet.
Dieses kalte und nasse Ding strich die Innenseite meines Schenkels entlang, und endlich wurde mir bewusst, worum es sich handeln musste. Ein Eiswürfel.
Wieder streichelte er mich mit dem Eiswürfel. Ich zog mich zusammen, meine Hüften warfen sich hin und her.
"Ich frage mich, ob ich dich so zum Höhepunkt bringen kann", sagte er leise und streichelte mich weiter mit dem Eis.
"Ich weiß es nicht. Es fühlt sich gut an, aber es ist so kalt."
Das Bett quietschte, als er aufstand. Wohin ging er jetzt schon wieder? "Bitte, Baby", protestierte ich.
Seine Lippen strichen über meine. Sie waren kalt und feucht. Vom Eiswürfel. Mein Körper wand sich, um ihm auf nicht gerade subtile Art klarzumachen, dass ich ihn wollte. Auf mir. In mir. Er sollte mich ficken, bis ich vor Erschöpfung einfach zusammenbrach.
Er küsste mein Kinn, dann ließ er seine Zunge zu meinem Ohrläppchen gleiten und saugte daran. Er wisperte: "Liebst du mich?"
"Du weißt, dass ich alles liebe, was du mit mir machst", erwiderte ich rasch. Und das war die reine Wahrheit. Ich ersehnte die Berührungen dieses Mannes auf eine Art und Weise, von der ich nicht sicher war, ob sie gesund war. "Selbst wenn du mich darauf warten lässt."
Der Eiswürfel umkreiste meinen Nippel. Sofort zog sich die Haut beinahe schmerzhaft zusammen. Im nächsten Moment spürte ich das Vorschnellen seiner heißen Zunge. Obwohl es nur ein kurzes Lecken war und längst nicht genug, um mich zufriedenzustellen, drückte ich den Rücken durch und kam ihm mit meinen Brüsten entgegen.
"Liebst du mich?", wiederholte er.
Langsam sank ich zurück auf die Matratze. Heute war er definitiv anders. Warum fragte er mich plötzlich, ob ich ihn liebte? Er kannte doch meine Situation, kannte die Umstände, unter denen wir zusammengekommen waren.
"Ich weiß, du liebst das hier." Mit dem Daumen begann er meine Klit zu streicheln. Vor und zurück. Vor und zurück.
"Mmmh, ja. Ich liebe es." Ich begann zu keuchen, dem Höhepunkt immer näher. "Ich kann nie genug davon bekommen, deine Hände auf meinem Körper zu spüren."
"Wie ist es mit meiner Zunge?" Er glitt zwischen meine Beine, machte es sich dort bequem. Ich biss erwartungsvoll auf meine Unterlippe. In dem Augenblick, als seine Zunge sich auf mich legte, kamen meine Hüften ihm entgegen, und ich begann zu wimmern.
"Süßer, ich liebe deine Zunge. Von ihr kann ich gar nicht genug bekommen. Ohhh!"
Er saugte an mir, bis ich vor Lust schrie und kurz davor stand, zu explodieren. Dann zog er sich zurück und verwehrte mir meine Erlösung.
"Nein, nein! Bitte", flehte ich. "Ich brauche dich, Süßer. Ich brauche …"
"Liebst du mich?", fragte er erneut.
"Ja!", rief ich. "Ich liebe dich, ich liebe dich!"
"Oh Süße, ich liebe dich auch." Hastig band er meine Beine los und legte sie über seine Schultern. Dann begann er mich mit dem Mund zu verwöhnen. Er saugte, er biss, er vergrub seine Zunge in mir und genoss mich auf so gierige Art, als wäre meine Muschi die letzte Mahlzeit, die er je haben würde.
Mein ganzer Körper bebte, als der Orgasmus mich erfasste. Er erfasste mich heftiger als alles, was ich je zuvor erlebt hatte. Er raubte mir all meine Energie. Raubte mir den Atem. Ließ mich zitternd zurück. Als würde gerade ein Schnellzug durch meinen Körper rasen.
Selbst in diesem Augenblick größter Lust war ich mir bewusst, dass sich irgendetwas zwischen uns verändert hatte. Ich war nur nicht sicher, was es war.
1. kapitel (AUSZUG)
Sechs Wochen früher
Ich wachte von den eindeutigen Geräuschen eines Liebesspiels im Nebenzimmer auf.
Einige Momente lag ich still auf meinem Bett. Langsam gewöhnten sich meine Augen an die Dunkelheit. Meine rechte Schläfe schmerzte und erinnerte mich daran, dass ich am Abend zu viele Margaritas getrunken und in den letzten Tagen zu wenig Schlaf bekommen hatte.
Gähnend drehte ich mich um und schaute auf die Nachttischuhr.
Halb vier Uhr morgens.
"Genau da … ja, genau da! Ohhh …"
Trotz meiner Kopfschmerzen konnte ich ein Kichern nicht unterdrücken. Vielleicht glaubte Marnie, dass ich tief und fest schlief und sie müsste deshalb nicht leise sein. Oder aber es war ihr egal. Während ich still dalag, wusste ich nur, dass sie und dieser Typ, den sie aufgegabelt hatte, so heftig vögelten, als wäre es ihre letzte Nacht auf Erden. Jedenfalls wenn das laute Stöhnen und Schreien, das aus dem anderen Zimmer kamen, Anzeichen für wilden Sex waren.
"Ja, ja! Fick mich, Baby, ja!", schrie Marnie.
Ich umarmte mein Kissen und schloss die Augen. Aber ich wusste, dass ich so bald nicht wieder in den Schlaf finden würde. Nicht mit diesem geradezu olympischen Liebesspiel, das nebenan gerade abging.
Ich hörte ein regelmäßiges Krachen an der Wand … vermutlich das Kopfteil ihres Betts. Zumindest hoffte ich, es war nicht ein Körperteil von einem der beiden, das gegen die Wand knallte. Und wie dünn waren denn bitte schön diese Wände, dass ich jedes Stöhnen und jedes Ächzen hörte?
Ich überlegte, ob ich aufstehen und an Marnies Zimmertür klopfen sollte. Aber das Letzte, was ich wollte, war sie und ihren Hengst in Verlegenheit zu bringen.
Darum blieb ich, wo ich war, hielt meine Augen geschlossen und hoffte, irgendwie wieder einzuschlafen.
Ein lautes Krachen ließ mich hochfahren. Besorgt lauschte ich. Was um alles in der Welt …
Gelächter.
Ich legte mich wieder hin. Was auch immer passiert war, es hatte Marnie und ihren Liebhaber nicht ernstlich getroffen. Die Geräusche ihres Liebesspiels begannen sogleich wieder dort, wo sie aufgehört hatten.
Das Stöhnen und Keuchen und das gelegentliche Kichern ließ mich plötzlich meinen Mann vermissen. Ich vermisste es, wie wir zu Beginn unserer Beziehung gewesen waren. Spontan und ausgelassen und auch so, wie Marnie gerade war – unbekümmert darüber, ob uns jemand hörte, wie wir es im Hotelzimmer trieben.
Es war vier ganze Tage her, dass ich ihn gesehen habe, seit ich mit Marnie, meiner langjährigen und besten Freundin, zu dieser Reise nach Grand Bahama aufgebrochen war. Nach der Trennung von ihrem Verlobten war sie so niedergeschlagen gewesen - sie hatte dringend eine Luftveränderung gebraucht.
Ich hatte diesen Kurztrip vorgeschlagen, um sie von ihrem gebrochenen Herzen abzulenken. Und es war der absolute Wahnsinn! Marnie und ich hatten in den letzten vier Tagen viel Spaß, machten Party als wären wir wieder auf dem College und verfügten über endlose Energie. Und Marnie erwähnte nicht ein einziges Mal Brian. Ich bezweifelte, dass sie zwischen den Flirts mit heißen jungen Männern und dem Runterstürzen brennender Sambucas überhaupt Zeit hatte, an ihn zu denken. Auf jeden Fall trug diese Reise eine Menge dazu bei, ihr gebrochenes Herz zu flicken.
Ich vermutete, dass sie einfach nach einigen Jahren Verlobungszeit das Recht hatte, ein bisschen durchzudrehen.
Selbst wenn ich im Nebenzimmer schlief.
Ich konnte nicht anders und musste ihnen einfach zuhören. Aber ich fühlte leisen Neid in mir aufsteigen. Was ich aus Marnies Schlafzimmer hörte, war genau die Art Sex, die ich mit meinem Mann haben wollte. Nach acht Ehejahren waren Andrew und ich ein bisschen in Routine erstarrt. Sex am Samstagabend. Manchmal auch Sonntagmorgen. Es war eine gute Woche, wenn wir es auch irgendwann an anderen Tagen schafften.
Zu Beginn unserer Beziehung waren romantische Wochenendtrips die Regel, und wir trieben es wie die Karnickel. Da wir inzwischen beide einen Vollzeitjob hatten, war diese Art der Spontaneität nicht länger möglich. Aber ich begehrte meinen Mann noch immer, und er begehrte mich. Er konnte mich noch immer von der anderen Seite eines Raums anblicken und meinen Körper allein mit diesem Blick zum Prickeln bringen, wie er es vor zehn Jahren im College vermocht hatte.
Plötzlich wollte ich mit ihm reden. Ihn anrufen und spontan mit ihm Telefonsex haben. Ihn in Stimmung bringen, damit er mir genau den Empfang bei meiner Heimkehr bereitete, den ich mir wünschte.
Ja, es war nach drei Uhr morgens, aber das macht Spontaneität schließlich aus, wenn man sich nicht darum kümmert, wie spät es ist oder wo man sich gerade befindet.
Ich nahm mein Handy, denn es war um ein Vielfaches teurer, wenn ich die Kreditkarte benutzte, um ihn vom Hoteltelefon aus anzurufen. Ich tippte die Ziffern unserer Telefonnummer daheim in Orlando ein, dann lehnte ich mich zurück und wartete, dass Andrew abnahm.
Meine Lippen leicht geöffnet, war ich bereit, im nächsten Moment etwas Schmutziges zu sagen, sobald Andrew abhob. Aber nach dem vierten Klingeln sprang die Mailbox an.
Enttäuscht seufzte ich. Ich überlegte, ob ich auflegen und erneut anrufen sollte. Ich wollte ihm erzählen, wie sehr ich mich danach sehnte, ihn zu berühren und zu streicheln. Wie sehr ich mir wünschte, ihn in mir zu spüren. Und wenn ich schon mal dabei war, konnte ich ihn auch fragen, ob er nicht den nächsten Flug nehmen und mich hier treffen wollte. Oder in Fort Lauderdale, wo Marnie und ich an Bord der Discovery Cruise Line gegangen waren.
Eben ganz spontan.
Aber die Vernunft siegte, als das Piepen erklang und ich meine eigene Stimme hörte, die mich aufforderte, eine Nachricht zu hinterlassen. Es war mitten in der Nacht, und auch wenn ich mich verzweifelt danach sehnte, mit ihm zu reden, konnte ich Andrew nicht wecken. Es wäre ihm gegenüber nicht fair. Morgen musste er aufstehen und arbeiten gehen. Im Übrigen sah ich ihn ja schon in weniger als vierundzwanzig Stunden wieder.
Echter Sex wäre sowieso viel besser als Telefonsex.







