JULIA FESTIVAL BAND 0099

JULIA FESTIVAL BAND 0099

Erscheinungstag:Fr, 19.03.2010
Bestellnummer:0812100099
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ENDLICH BEI DIR von: HOWARD, LINDA

Über diesen Roman:

Nach einer stürmischen Liebesnacht stellt der erfolgreiche Unternehmer Patrick Malone seine hübsche Assistentin Anna vor die Wahl: Entweder feste Partnerin und sorgloses Leben – oder den Job behalten. Wie wird Annas Herz sich entscheiden?

DAS ECHO DER SEHNSUCHT von: HOWARD, LINDA

Über diesen Roman:

Notlandung in der Wüste! Sunny Miller ist heilfroh, dass sie mit dem Leben davon gekommen ist. Sie ahnt ja nicht, dass Pilot Chance MacKenzie das Ganze nur inszeniert hat, um Sunny in eine Falle zu locken. Eine Falle allerdings, die ihm nun selbst zum Verhängnis wird …

DIE FESSELN DES HERZENS von: HOWARD, LINDA

Über diesen Roman:

Jede Minute zählt! Zane Mackenzie soll die Botschaftertochter Barrie Lovejoy aus den Fängen lybischer Terroristen befreien. Die Rettung gelingt knapp, doch damit ist die Gefahr noch nicht gebannt. Denn nun muss der starke Mann aus der Navy sein Herz vor Barrie schützen …

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Leseprobe

Aus: DIE FESSELN DES HERZENS von LINDA HOWARD

1. KAPITEL

Chance liebte Motorräder. Die schwere Maschine brummte kraftvoll, während er über die Straße jagte, den Wind in den Haaren, weit in die Kurven gelegt. Kein anderes Motorrad auf der Welt klang wie eine Harley, keines hatte dieses tiefe, sonore Röhren, das durch ihn hindurchtönte. Das Tempo und die Kraft, die in der Maschine streckte, waren eine sinnliche Erfahrung. Die Erregung, mit der sein Körper darauf reagierte, amüsierte Chance immer wieder.
Gefahr war auch erregend. Jeder Krieger wusste das, auch wenn so etwas nicht in der Sonntagsausgabe der Zeitung stand, die die Leute beim Frühstück lasen. Sein Bruder Josh gab offen zu, dass es fast dem intensiven Gefühl glich, mit seiner Frau zusammen zu sein, wenn er einen Kampfflieger auf einem Flugzeugträger landete. Joe, der absolut jedes Flugzeug fliegen konnte, hielt sich zwar mit solchen Kommentaren zurück, aber er grinste jedes Mal wissend.
Was nun Zane und ihn anging, so wusste Chance, dass es Zeiten gab, in denen es ihnen sehr ähnlich ging. Wenn sie mal wieder einer riskanten Situation entkommen waren, in der einem für gewöhnlich Kugeln um die Ohren pfiffen, verlangte es Chance nach einer Frau. Sein Blut summte vor Adrenalin und Testosteron. Er war lebendig, lebte und verzehrte sich nach dem anschmiegsamen Körper einer Frau, damit er sich in ihr verlieren und alle Anspannung abschütteln konnte. Doch meist musste dieser Wunsch beiseite gestellt werden, bis Chance sich in Sicherheit befand oder häufig sogar das Land verlassen hatte. Er musste warten, bis sich eine Partnerin fand, und vor allem musste er warten, bis er sich beruhigt hatte, um sich zivilisiert und zuvorkommend zu benehmen.
Doch im Moment gab es nur ihn und die Harley, den frischen Wind auf seinem Gesicht und eine bizarre Mischung aus Vorfreude und Angst, endlich nach Hause zu kommen. Wenn Mom ihn ohne Helm auf dem Motorrad sah, würde sie ihm anständig die Leviten lesen. Deshalb hatte Chance den Helm auch mitgenommen. Unten am Fuße des Berges würde er halten, den Helm aufsetzen und gemächlich die gewundene Straße hinauffahren. Dad würde sich davon nicht täuschen lassen, aber er würde auch kein Wort darüber verlieren. Wolf Mackenzie wusste, was für ein Gefühl es war, ungezügelt und ohne Einschränkungen zu leben.
Chance fuhr über eine Anhöhe. Zanes Haus kam in Sicht, eingebettet in das weite Tal. Das Haus war riesig, mit fünf Schlafzimmern und vier Bädern, aber nicht sehr auffällig. Zane hatte sein Haus so gebaut, dass es keine unnötige Aufmerksamkeit erregte. Es wirkte auch nicht so groß, wie es in Wirklichkeit war, ein Teil der Räume lag unter der Erde. Außerdem hatte Zane beim Bau auf größtmögliche Sicherheit geachtet, es gab keine toten Winkel oder geschützten Ecken, aus denen jemand hätte angreifen können. Zu erreichen war das Haus nur von einer Straße aus. Es war ausgestattet mit Stahltüren und den raffiniertesten Sicherheitsschlössern. Die Fenster aus kugelsicherem Glas hatten ein kleines Vermögen gekostet. Die Wände waren verstärkt, und im Keller gab es ein Notstromaggregat. Auf dem ganzen Gelände waren Bewegungsmelder installiert, und als Chance die Harley auf die Auffahrt lenkte, wusste er, dass seine Ankunft längst gemeldet worden war.
Zane schloss seine Familie nicht ein, aber falls nötig, waren alle Sicherheitsvorkehrungen vorhanden. Die Art ihrer Arbeit machte es unerlässlich, so viel Vorsicht wie möglich walten zu lassen. Zane war stets auf Notfälle vorbereitet, er hatte immer einen Plan B.
Chance schaltete den Motor ab und blieb eine Minute sitzen, um seine Sinne wieder auf Normal umzustellen. Er fuhr mit den Fingern durch das vom Wind zerzauste Haar, dann kickte er den Ständer nach unten und stellte die schwere Harley vorsichtig ab. Aus der Satteltasche zog Chance eine dünne Aktenmappe und stieg die Stufen zu der breiten, schattigen Veranda hinauf.
Es war ein warmer Sommertag im August, der Himmel spannte sich wolkenlos blau bis zum Horizont. Pferde grasten friedlich auf den Weiden, einige von ihnen waren an den Zaun getrabt, um die laute Maschine neugierig zu beäugen. Um Barries Blumen summten Bienen, und Vögel zwitscherten in den Bäumen. Wyoming. Zuhause. Sein Zuhause war nicht mehr weit entfernt. Mackenzie's Mountain, mit dem großen Haus, wo ihm ein neues Leben und alles andere gegeben wurde, das ihm wichtig war.
"Die Tür ist offen." Zanes tiefe Stimme drang aus dem Lautsprecher der Sprechanlage. "Ich bin im Arbeitszimmer."
Chance schob die Tür auf und trat ein, seine Schritte in den schweren Motorradstiefeln lautlos, als er über den Korridor zu Zanes Arbeitszimmer ging. Hinter ihm rastete das Schloss mit einem leisen Klicken wieder ein. Im Haus war es still, was bedeutete, dass Barrie und die Kinder nicht hier waren. Wäre Nick im Haus, würde sie auf ihn zugestürzt kommen und sich in seine Arme werfen, pausenlos auf ihn einplappern und dabei sein Gesicht mit ihren beiden Patschehändchen festhalten, damit sie auch ja seine volle Aufmerksamkeit hatte – als wenn er es wagen würde, sich nicht voll auf sie zu konzentrieren. Nick war wie ein Behälter mit Nitroglyzerin, es war klüger, sie immer im Auge zu behalten.
Seltsamerweise war die Tür zu Zanes Arbeitszimmer geschlossen. Chance stutzte einen Moment, dann trat er, ohne anzuklopfen, ein.
Hinter seinem Schreibtisch saß Zane am Computer. Das Fenster war weit geöffnet und ließ die warme Sommerluft herein. Er lächelte seinem Bruder zu. "Pass auf, wo du hintrittst. Krabbler im Gelände."
Sofort suchte Chance mit seinem Blick den Boden ab, doch die Zwillinge waren nirgends zu entdecken. "Wo?"
Zane lehnte sich mit dem Stuhl zurück und hielt ebenfalls Ausschau nach seinen Sprösslingen. "Unter dem Schreibtisch", sagte er kurz darauf. "Sobald sie hörten, dass ich dich hereingelassen habe, sind sie in Deckung gegangen."
Chance hob eine Augenbraue. Seines Wissens versteckten sich die Zwillinge vor nichts und niemandem. Er sah genauer hin und entdeckte vier pummelige Babyhände, die unter Zanes Schreibtisch hervorlugten. "Sie sind nicht sehr gut im Verstecken", bemerkte er. "Ich kann ihre Finger sehen."
"Nun lass sie doch, sie sind noch neu im Geschäft. Sie haben erst diese Woche damit angefangen. Sie spielen 'Attacke'."
"Attacke?" Chance unterdrückte das Lachen. "Und was muss ich jetzt tun?"
"Bleib einfach stehen. Sie werden aus ihrem Versteck stürzen, so schnell sie krabbeln können, und dich bei den Fußknöcheln packen."
"Beißen sie?"
"Noch nicht."
"Na schön. Und was machen sie mit mir, wenn sie mich geschnappt haben?"
"So weit sind sie noch nicht. Noch ziehen sie sich nur an dir hoch und lachen breit." Zane kratzte sich nachdenklich das Kinn. "Vielleicht setzen sie sich ja auf deine Füße, damit du dich nicht bewegen kannst, obwohl … das Stehen macht ihnen im Moment viel zu viel Spaß, sie haben keine Lust, sich hinzusetzen."
Der Angriff kam überraschend, trotz der Warnung. Chance bewunderte die beiden. Sie waren erstaunlich leise. Und erstaunlich präzise. Zwei krabbelnde Babys kamen unter dem Schreibtisch hervor, stürzten sich mit einem gleichzeitig ausgestoßenen triumphierenden Krähen auf seine Fußgelenke und klammerten sich an seiner Jeans fest. Der auf der linken Seite ließ sich auf seinen Fuß plumpsen, entschied sich dann für eine andere Taktik und drehte sich blitzschnell um, um sich aufzurichten. Babyarme umschlangen Chances Knie, und die beiden kleinen Eroberer lachten begeistert.
"Cool." Chance war hingerissen. "Kampfbabys." Er warf die Aktenmappe auf die Schreibtischplatte und beugte sich vor, um die beiden Krieger in Windeln auf seine Arme zu heben. Cameron und Zack strahlten ihn an, beide mit den ersten vier Babyzähnchen in den identischen Gesichtern. Mit weichen Händen tasteten sie Chance das Gesicht ab, zogen an seinen Ohren, griffen in seine Hemdtaschen – der Angriff von zwei strampelnden, außergewöhnlich schweren Marshmallows.
"Grundgütiger", entfuhr es ihm, "die beiden wiegen ja eine Tonne." Schon erstaunlich, wie schnell die beiden in den zwei Monaten, seit er sie zuletzt gesehen hatte, gewachsen waren.
"Sie sind schon fast so schwer wie Nick, wenn auch noch nicht ganz." Die Zwillinge waren kompakt gebaut und zeigten schon jetzt die Anlagen für die typische hünenhafte Mackenzie-Statur, während Nick zierlich wie ihre Großmutter Mary war.
"Wo sind Barrie und Nick überhaupt?", erkundigte sich Chance. Er würde seine hübsche Schwägerin und seine quirlige Nichte gern begrüßen.
"Wir haben eine größere Schuhkrise. Frag nicht."
Chance konnte nicht widerstehen. "Wie kommst du zu einer Schuhkrise?" Er setzte sich mit den Babys auf dem Schoß in einen der breiten Sessel, die vor Zanes Schreibtisch standen. Seine Ohren schienen die Zwillinge nicht mehr zu interessieren, stattdessen begannen sie rege aufeinander einzuplappern und umarmten sich mit Armen und Beinen, so als suchten sie die Nähe zueinander, die sie im Mutterleib erfahren hatten. Ganz unbewusst streichelte Chance den beiden über den Rücken, erfreute sich an der weichen Haut der strampelnden Babys. Alle Mackenzie-Kinder wuchsen mit ständigem Körperkontakt auf, von der gesamten Familie.
Zane verschränkte entspannt die Hände hinter dem Kopf. "Zuerst brauchst du dazu eine Dreijährige, die ihre schwarzen Sonntagsausgehlacklederschuhe mit Inbrunst liebt. Dann machst du den schwer wiegenden taktischen Fehler und lässt sie den 'Zauberer von Oz' im Fernsehen sehen." Es zuckte verräterisch um Zanes Lippen, und seine Augen funkelten belustigt.
Da er seine dreijährige Nichte sehr gut kannte, wusste Chance sofort Bescheid: Nick hatte also entschieden, dass sie unbedingt rote Schuhe brauchte. "Womit hat sie sie zu färben versucht?"
Zane seufzte. "Mit Lippenstift, womit sonst." Es schien Tradition zu werden, dass die Mackenzie-Sprösslinge Lippenstift für ihre Dummheiten benutzten. John hatte damit angefangen, als er im stolzen Alter von zwei Jahren den Lippenstift seiner Mutter dazu verwandte, die Orden auf Joes Gala-Uniform anzumalen. Caroline hatte sich sehr viel mehr aufgeregt als Joe, denn einen neuen Lippenstift in dem Farbton zu finden war schwieriger, als die schmalen Metallstreifen zu ersetzen.
"Konnte man das nicht einfach abwischen?" Die Zwillinge hatten Chances Gürtelschnalle als neues Objekt ihrer Neugier entdeckt. Bevor sie ihm die Hose auszogen, setzte er die Kleinen auf den Boden.
"Schließ die Tür", sagte Zane sofort. "Sonst sind sie weg."
Einen Arm nach hinten ausgestreckt, lehnte Chance sich zurück und versetzte der Tür einen Schubs, gerade noch rechtzeitig. Den beiden fixen Krabblern wäre es fast gelungen zu entkommen. Ihrer Bewegungsfreiheit beraubt, ließen sie sich auf den gepolsterten Po fallen und wägten ihre Möglichkeiten ab, dann machten sie sich auf allen vieren auf Erkundungsreise durch den Raum.
"Natürlich hätte ich das abwischen können", fuhr Zane tonlos fort. "Wenn ich es gewusst hätte. Leider hatte Nick beschlossen, das selbst zu erledigen. Sie hat die Schuhe in die Spülmaschine gesteckt."
Chance brach in lautes Lachen aus.
"Also hat Barrie ihr gestern ein neues Paar besorgt, genau die gleichen. Du kennst ja Nick, sie weiß sehr genau, was ihr gefällt und was nicht. Nun, sie warf einen Blick auf die Schuhe, zog ein Gesicht und behauptete, sie seien hässlich. Sie weigert sich strikt, sie anzuziehen."
"Das heißt, Barrie ist jetzt mit meiner Lieblingsnichte einkaufen, damit die Kleine sich selbst ein Paar Schuhe aussuchen kann."
"Genau." Zanes Blick wanderte zu seinen Söhnen. Als hätten sie nur auf elterliche Aufmerksamkeit gewartet, gaben beide einen unwilligen Laut von sich und sahen erwartungsvoll zu ihrem Vater.
"Zeit für die Raubtierfütterung." Zane drehte sich mit dem Stuhl und griff in die Kühltasche. Von den beiden Milchflaschen, die er in der Hand hielt, reichte er eine an Chance weiter. "Hier. Greif dir einen von den Zwillingen."
"Auf alles vorbereitet, wie immer." Chance schmunzelte, bevor er sich vorbeugte und eins von den Babys hochhob. Er hielt den Jungen und musterte das von einem tiefen Stirnrunzeln gezierte Gesichtchen. Doch, das war Zack, eindeutig. Chance hatte keine Ahnung, warum er wusste, welchen Zwilling er da hielt. Die Babys glichen sich wie ein Ei dem anderen. Der Kinderarzt hatte sogar vorgeschlagen, ihnen Fußkettchen mit Namen anzulegen. Dabei hatte niemand in der Familie Schwierigkeiten, die beiden auseinander zu halten. Zack und Cameron waren individuelle Persönlichkeiten.
"Mir bleibt gar nichts anderes übrig, als vorbereitet zu sein. Barrie hat vor einem Monat abgestillt, und die beiden warten nicht gerne auf ihr Essen."
Zack ließ die Flasche in Chances Hand keinen Moment aus den Augen. "Warum hat Barrie so früh mit dem Stillen aufgehört?" Chance setzte sich wieder und legte sich den Jungen in den Arm. "Nick hat doch das ganze erste Lebensjahr Muttermilch bekommen."
"Das wirst du gleich sehen." Das war alles, was Zane sagte, während er sich Cameron bequem in den Arm legte.
Kaum dass Chance das Milchfläschchen in Zacks Reichweite brachte, griff das Baby auch schon danach und begann gierig zu saugen. Zwar ließ der Kleine Chance die Flasche halten, dafür aber umklammerte er mit beiden Händchen Chances Handgelenk und schlang die Beine um seinen Unterarm. Während des Saugens ließ er zufriedene Laute hören und hielt nur ab und zu inne, um Luft zu holen.
Ein ähnliches Geräusch kam von Zanes Schoß, dessen Arm auf die gleiche Weise gefangen gehalten wurde. Und jetzt kaute Zack mit seinen vier Zähnchen auf dem Plastiksauger.
"Kein Wunder, dass Barrie aufgehört hat zu stillen!", entfuhr es Chance.
Zack warf nur einen blasierten Blick auf seinen Onkel, ohne weder Murmeln noch Saugen noch Kauen zu unterbrechen