WIE EROBERT MAN EINEN DUKE?

WIE EROBERT MAN EINEN DUKE?

Erscheinungstag:Di, 25.05.2010
Bandnummer:25324
Bestellnummer:1000825324
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WIE EROBERT MAN EINEN DUKE? von: Julia Quinn

Über diesen Roman:

Nichts wünscht sich die warmherzige Daphne Bridgerton sehnlicher, als zu heiraten und Kinder zu bekommen - und schließt dafür einen Pakt mit Simon Basset, Duke of Hastings: Indem er ihr den Hof macht, erscheint der umschwärmte, aber heiratsunwillige Aristokrat vergeben. Und Daphne wird durch das Interesse des Dukes doppelt begehrt! Ein prickelndes Spiel, bei dem es nur Sieger zu geben scheint - bis Daphne erkennt, dass sie den einen Mann begehrt, der keine Liebe mehr will ..

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Leseprobe

WIE EROBERT MAN EINEN DUKE? von JULIA QUINN

"Oh!" Violet Viscountess Bridgerton knüllte das Nachrichtenblatt zu einer Kugel zusammen und schleuderte es durch den eleganten Salon.
Ihre Tochter Daphne enthielt sich klugerweise eines Kommentars und gab vor, ganz in ihre Stickerei vertieft zu sein.
"Hast du gelesen, was sie geschrieben hat?", fragte Violet heftig. "Hast du das?"
Daphne betrachtete das zerknüllte Papier, das nun unter einem Beistelltischchen aus Mahagoni ruhte. "Ich hatte keine Gelegenheit, es zu lesen, bevor du … es dir vorgenommen hast."
"Dann lies es jetzt", fuhr Violet auf und ließ einen Arm dramatisch durch die Luft kreisen. "Lies, wie diese Frau uns verleumdet."
Gelassen legte Daphne ihre Stickerei beiseite und griff unter den Beistelltisch. Sie strich die Seiten auf dem Schoß glatt und las den Abschnitt über ihre Familie. Verwundert blickte sie auf. "Aber das ist doch gar nicht so schlimm, Mutter. Verglichen mit dem, was sie letzte Woche über die Featheringtons geschrieben hat, ist das hier ja fast eine Lobeshymne."
"Wie soll ich nur einen Ehemann für dich finden, wenn diese Frau deinen Namen in den Schmutz zieht?"
Daphne zwang sich, langsam auszuatmen. Ihre zweite Saison in London war inzwischen fast vorüber, und bei der bloßen Erwähnung des Wortes Ehemann bekam sie Kopfschmerzen. Sie hatte durchaus die Absicht zu heiraten, die hatte sie wirklich, und sie hatte sich nicht einmal auf eine echte Liebesheirat versteift. Aber durfte sie denn nicht auf einen Mann hoffen, für den sie zumindest eine gewisse Zuneigung hegte?
Bisher hatten vier junge Herren um ihre Hand angehalten, doch wann immer Daphne sich vorzustellen versuchte, den Rest ihrer Tage mit einem von ihnen zu verbringen, konnte sie einfach nicht einwilligen.
Gewiss, es gab eine Reihe von Gentlemen, die ihrer Meinung nach akzeptable Ehemänner abgegeben hätten, nur das Problem war – von denen interessierte sich keiner für sie. Oh, alle mochten sie. Einfach jeder hatte sie gern.
Sie galt überall als amüsant, freundlich und schlagfertig, und keiner fand sie auch nur im Mindesten unattraktiv. Allerdings war auch keiner geblendet von ihrer Schönheit oder überwältigt von ihrer Gegenwart.
Männer, so dachte sie voller Abscheu, interessieren sich nur für die Frauen, die ihnen Angst einjagen. Niemand schien geneigt zu sein, einer Frau wie ihr den Hof zu machen. Alle beteten sie an oder behaupteten das zumindest, weil man sich so gut mit ihr unterhalten konnte und weil sie offenbar immer verstand, was in einem Mann gerade vorging. Einer von den Gentlemen, die Daphnes Meinung nach ganz akzeptabel waren, hatte einmal gesagt: "Ach Daphne, du bist einfach nicht wie andere Frauen. Du bist so natürlich, kein bisschen affektiert."
Was sie als Kompliment hätte auffassen können, wenn er nicht gleich darauf der momentan begehrtesten blonden, äußerst gezierten Schönheit gefolgt wäre.
Daphne blickte hinunter und bemerkte, dass sie die Hand zur Faust geballt hatte. Dann schaute sie auf und sah den fragenden Blick ihrer Mutter, die offenbar eine Antwort erwartete. Da Daphne bereits tief ausgeatmet hatte, räusperte sie sich nun und sagte: "Ich bin überzeugt, dass Lady Whistledowns kleine Kolumne meine Aussichten auf einen Ehemann nicht schmälern wird."
"Daphne, es sind nun schon zwei Jahre!"
"Und Lady Whistledowns Blättchen erscheint erst seit drei Monaten, also ist mir nicht ganz klar, wie wir ihr die Schuld geben können."
"Du hast ja keine Ahnung", entgegnete Violet ungeduldig.
Daphnes Fingernägel bohrten sich in ihre Handflächen, während sie sich zwang, darauf nichts zu erwidern. Sie wusste, dass ihre Mutter nur das Beste für sie wollte, und sie wusste, dass ihre Mutter sie liebte. Und sie liebte ihre Mutter ebenso. Bis Daphne das heiratsfähige Alter erreicht hatte, war Violet sogar die beste Mutter gewesen, die man sich vorstellen konnte. Das war sie auch jetzt noch, wenn sie nicht gerade daran verzweifelte, dass sie nach Daphne noch drei weitere Töchter würde verheiraten müssen.
Violet legte sich die zarte Hand auf die Brust. "Sie stellt deine legitime Abstammung infrage."
"Nein", sagte Daphne langsam. Wenn man ihrer Mutter widersprach, war stets Vorsicht geboten. "Eigentlich hat sie geschrieben, dass es an unser aller legitimer Abstammung keinen Zweifel gibt. Und das ist mehr, als man von den meisten Familien der oberen Gesellschaftsklasse sagen kann."
"Sie hätte das Thema gar nicht erwähnen dürfen", meinte Violet mit gerümpfter Nase.
"Mutter, sie verfasst ein Skandalblättchen. Da ist es ihre Aufgabe, Derartiges zur Sprache zu bringen."
"Sie ist noch nicht einmal eine echte Persönlichkeit", fügte Violet ärgerlich hinzu. Sie stemmte die Hände in die schlanken Hüften, überlegte es sich dann anders und wedelte mit dem Zeigefinger herum. "Whistledown, ha! Von einer Familie dieses Namens habe ich noch nie gehört. Wer immer diese Person sein mag, ich kann mir nicht vorstellen, dass sie eine von uns ist. Als könnte ein wohlerzogener Mensch jemals so bösartige Lügen verbreiten."
"Natürlich ist sie eine von uns", sagte Daphne, und ihre braunen Augen blitzten vergnügt. "Wenn sie nicht zur feinen Gesellschaft gehören würde, käme sie nie an die besonderen Neuigkeiten, über die sie berichtet. Dachtest du denn, sie sei eine Hochstaplerin, die heimlich durch Fenster schaut und an Türen lauscht?"
"Dein Ton gefällt mir nicht, Daphne Bridgerton", tadelte Violet sie verärgert.
Daphne verkniff sich ein Lächeln. "Dein Ton gefällt mir nicht" war immer Violets Antwort, wenn eines ihrer Kinder in einer Diskussion zu siegen drohte.
Aber es machte zu viel Spaß, ihre Mutter zu necken. "Es würde mich nicht überraschen", sagte sie und neigte den Kopf ein wenig zur Seite, "wenn Lady Whistledown eine deiner Freundinnen wäre."
"Hüte deine Zunge, Daphne. Keine meiner Freundinnen würde jemals so tief sinken."
"Na schön", räumte Daphne ein, "wahrscheinlich ist es keine deiner Freundinnen. Aber ich bin sicher, es ist jemand, den wir kennen. Kein Fremder käme jemals an solche Informationen."
Violet verschränkte die Arme. "Ich würde sie am liebsten ein für alle Male aus dem Verkehr ziehen."
"Wenn du sie aus dem Verkehr ziehen möchtest …", Daphne konnte einfach nicht widerstehen, "… solltest du sie nicht dadurch fördern, dass du ihre Zeitung kaufst."
"Und was würde das nützen?", fragte Violet. "Alle anderen lesen sie auch. Mein jämmerlicher Boykott würde nur dazu führen, dass ich als Ignorantin dastehe, wenn die anderen Leute sich über den neuesten Tratsch amüsieren."
Das ist jedenfalls richtig, stimmte Daphne ihr im Stillen zu. Die gute Londoner Gesellschaft war geradezu süchtig nach "Lady Whistledowns Gesellschafts-Journal". Es hatte eines Morgens vor drei Monaten auf der Treppe jedes vornehmen Londoner Haushalts gelegen.
Zwei Wochen lang wurde es jeden Montag, Mittwoch und Freitag geliefert. Und dann, am dritten Montag, warteten Londons Butler vergeblich auf die Horde von Zeitungsjungen, die "Whistledown" üblicherweise austrugen. Kurz darauf stellten sie fest, dass die Jungen das Klatschblättchen nicht mehr einfach verteilten, sondern nun zum unerhörten Preis von fünf Pennys pro Stück verkauften.
Daphne konnte nicht umhin, die fiktive Lady Whistledown für ihren klugen Kopf zu bewundern. Bis sie die Leute zwang, für ihren Klatsch zu bezahlen, war der gesamte ton süchtig danach. Jeder rückte die fünf Pennys heraus, und irgendwo in London verdiente eine unerhört neugierige Frau ein Vermögen.
Sichtlich erregt ging Violet im Zimmer auf und ab und empörte sich über diese "schändliche Kränkung" ihrer Familie. Daphne sah zu ihrer Mutter auf, um sicherzugehen, dass diese sie nicht beachtete. Dann senkte sie den Blick wieder und überflog die restlichen Seiten des Skandalblatts.
"Whistledown" – so nannte es sich nun – bestand aus einer eigenartigen Mischung von Kommentaren, Neuigkeiten aus der Gesellschaft, vernichtender Kritik und ab und zu aus anerkennenden Worten. Es unterschied sich von allen früheren Gesellschafts-Journalen in einem wesentlichen Punkt: Nichts wurde hinter Abkürzungen wie Lord S. oder Lady G. verborgen. Wenn Lady Whistledown über jemand schreiben wollte, gebrauchte sie den vollen Namen. Die Gesellschaft war erklärtermaßen schockiert, insgeheim jedoch fasziniert.
Diese jüngste Ausgabe war typisch für "Whistledown". Neben dem kurzen Artikel über die Bridgertons – eigentlich kaum mehr als eine Beschreibung der Familie – berichtete Lady Whistledown über die Ereignisse des gestrigen Balles.
Daphne war nicht dort gewesen, denn eine ihrer kleinen Schwestern hatte Geburtstag gehabt, und bei den Bridgertons waren Geburtstage immer eine große Angelegenheit. Bei acht Kindern gab es schließlich auch viele Geburtstage zu feiern.
"Du liest ja diesen Unrat", rief Violet vorwurfsvoll.
Daphne blickte auf und fühlte sich nicht im Geringsten schuldig. "Die Kolumne ist heute recht gut. Anscheinend hat Cecil Tumbley gestern Abend ein ganzes Tablett gefüllter Champagnergläser umgestoßen."
"Tatsächlich?", fragte Violet und bemühte sich, gleichgültig zu klingen.
"Ja", erwiderte Daphne. "Ihr Bericht über den Ball der Middlethorpes ist auch nicht schlecht. Hier steht, wer sich mit wem unterhalten hat, wer was getragen hat …"
"Und ich nehme an, dazu musste sie unbedingt ihr Urteil abgeben", fiel Violet ihr ins Wort.
Daphne lächelte boshaft. "Ach, ich bitte dich, Mutter. Du weißt doch, dass Mrs. Featherington in Purpurrot immer furchtbar aussieht."
Violet verkniff sich ein Lächeln. Daphne sah ihre Mundwinkel zucken, während sie versuchte, jene Haltung zu bewahren, die ihrer Meinung nach einer Viscountess und Mutter anstand.
Kurz darauf jedoch schmunzelte sie und nahm neben ihrer Tochter auf dem Sofa Platz. "Zeig mal her", sagte sie und griff nach dem Blatt. "Was ist sonst noch passiert? Haben wir etwas Wichtiges versäumt?"
"Also wirklich, Mutter, mit Lady Whistledown als Berichterstatterin ist es gar nicht mehr nötig, irgendwelche Empfänge selbst zu besuchen", sagte Daphne. Sie deutete auf das Journal. "Das hier ist fast so gut, wie tatsächlich dort zu sein. Ich bin sicher, dass wir gestern Abend besser gegessen haben als die Gäste auf dem Ball. Und jetzt gib mir das Blatt zurück." Ein wenig zu heftig nahm sie es ihrer Mutter aus der Hand, in der nur eine abgerissene Ecke zurückblieb.
"Daphne!"
Sie gab sich empört. "Ich las doch gerade."
"Na, und wenn schon!"
"Hör dir das an."
Violet beugte sich über die Zeitung.
Daphne las vor: "Der Bonvivant, der früher unter dem Namen Earl of Clyvedon bekannt war, hat sich endlich dazu herabgelassen, London mit seiner Gegenwart zu beehren. Zwar ist er bisher noch nicht bei einem respektablen abendlichen Ereignis erschienen, doch hat man den neuen Duke of Hastings mehrere Male bei 'White's' und einmal bei 'Tattersall's' gesehen."
Sie machte eine Atempause. "Seine Gnaden hat die letzten sechs Jahre im Ausland verbracht. Kann es da ein Zufall sein, dass seine Rückkehr erst nach dem Tod des alten Duke erfolgte?"
Daphne blickte auf. "Du meine Güte, die nimmt aber wirklich kein Blatt vor den Mund. Ist Clyvedon nicht ein Freund von Anthony?"
"Er ist jetzt Hastings", korrigierte Violet, "und ja, ich glaube, er und Anthony waren in Oxford befreundet. Und in Eton auch, denke ich." Nachdenklich kniff sie die blauen Augen zusammen. "Er muss ein ziemlicher Hitzkopf gewesen sein. Und mit seinem Vater hat er sich nie verstanden. Aber er war bekannt für seine hervorragenden Leistungen. Ich bin beinahe sicher, dass Anthony einen erstklassigen Abschluss in Mathematik erwähnte. Und etwas Derartiges", sagte sie und verdrehte die Augen, "kann ich von keinem meiner Kinder behaupten."
"Nicht doch, Mutter", neckte Daphne sie. "Ich bin sicher, dass ich ebenso hervorragend abschneiden würde, wenn Oxford sich endlich dazu durchringen könnte, Frauen aufzunehmen."
Violet stieß einen verächtlichen Laut aus. "Ich habe alle deine Rechenübungen korrigiert, als deine Erzieherin krank war, Daphne."
"Nun, dann vielleicht in Geschichte", sagte Daphne lächelnd. Sie sah wieder auf das Skandalblatt in ihrer Hand, und ihr Blick glitt zum Namen des Duke. "Klingt, als wäre er ganz interessant", meinte sie.
Violet musterte sie scharf. "Unpassend für eine junge Dame deines Alters, das ist er."
"Merkwürdig, wie wechselhaft mein so genanntes 'Alter' doch ist. Einmal bin ich noch so jung, dass ich nicht einmal Anthonys Freunde kennenlernen darf, und dann bin ich wieder so alt, dass du schon die Hoffnung aufgibst, ich könnte noch eine gute Partie machen."
"Daphne Bridgerton, dein Ton …"
"… gefällt dir nicht, ich weiß." Daphne schmunzelte. "Aber du liebst mich trotzdem."
Violet lächelte herzlich und legte Daphne einen Arm um die Schultern. "O ja, das tue ich."
Daphne gab ihrer Mutter einen Kuss auf die Wange. "Das ist der Fluch der Mutterschaft. Du musst uns einfach lieben, und wenn wir dich noch so sehr ärgern."
Violet seufzte. "Hoffentlich hast du eines Tages Kinder …"
"… die genauso sind wie ich, ich weiß." Daphne lächelte wehmütig und legte den Kopf an Violets Schulter. Ihre Mutter war äußerst neugierig, und ihr Vater hatte sich immer mehr für die Jagd und seine Hunde interessiert als für gesellschaftliche Angelegenheiten. Dennoch hatten sie eine glückliche Ehe geführt, erfüllt von Liebe, Lachen und Kindern. "Ich könnte es viel schlechter treffen, als deinem Beispiel zu folgen, Mutter", bemerkte sie.
"Ach, Daphne", sagte Violet, der die Tränen in die Augen stiegen. "Wie lieb von dir, das zu sagen."
Daphne wickelte sich eine kastanienbraune Locke um den Finger und lächelte, sodass die momentane Melancholie einer heitereren Stimmung wich. "Ich trete gern in deine Fußstapfen, Mutter, was Ehe und Kinder betrifft, solange ich nur nicht acht davon bekommen muss!"

In demselben Augenblick saß Simon Basset, der neue Duke of Hastings, bei 'White's'. Anthony Bridgerton, Daphnes ältester Bruder, leistete ihm Gesellschaft. Die zwei Freunde boten einen prächtigen Anblick, beide groß und athletisch, mit dichtem dunklem Haar. Aber während Anthonys Augen ebenso braun waren wie die seiner Schwester, verband sich mit Simons eisblauen Augen ein eigenartig durchdringender Blick.
Diese Augen waren nicht unwesentlich daran beteiligt, dass er sich den Ruf eines Mannes erworben hatte, der nicht einmal den Teufel fürchtete. Wenn er jemand mit klarem Blick unverwandt ansah, wurde es Männern unbehaglich. Frauen erbebten förmlich.
Nicht jedoch Anthony. Die beiden kannten einander seit Jahren, und Anthony lachte nur, wenn Simon die Brauen hochzog und ihn mit seinen blauen Augen musterte. "Du vergisst, dass ich einmal gesehen habe, wie dein Kopf in einen Nachttopf gesteckt wurde", hatte Anthony ihm einmal erklärt. "Seither fällt es mir schwer, dich so richtig ernst zu nehmen."
Worauf Simon geantwortet hatte: "Ja, aber wenn ich mich recht erinnere, warst du derjenige, der mich über jenes duftende Gefäß gehalten hat."
"Einer der stolzesten Augenblicke meines Lebens. Allerdings hast du dich in der Nacht gerächt – in Form von einem Dutzend Aale in meinem Bett."
Simon gestattete sich ein Lächeln, als er sich an dieses Abenteuer und das darauf folgende Gespräch erinnerte. Anthony war ein guter Freund, jemand, den er in einer schwierigen Situation an seiner Seite haben wollte. Ihn hatte er sofort nach seiner Rückkehr aufgesucht.
"Es ist verdammt schön, dich wieder zu sehen, Simon", sagte Anthony, nachdem sie bei 'White's' an ihrem Tisch Platz genommen hatten. "Oh, aber du bestehst sicher darauf, dass ich dich nun Hastings nenne."
"Nein", wehrte Simon heftig ab. "Hastings wird immer mein Vater sein. Er hat nie auf einen anderen Namen gehört." Simon schwieg einen Moment lang. "Ich übernehme seinen Titel, wenn es denn sein muss, doch ich will nicht bei seinem Namen genannt werden."
"Wenn es denn sein muss." Anthony blickte Simon erstaunt an. "Die meisten Männer wären über einen solchen Titel äußerst erfreut."
Simon fuhr sich mit der Hand durch das dunkle Haar. Er wusste, dass er sein Geburtsrecht hoch schätzen und auf die glanzvolle Geschichte der Familie Basset ungeheuer stolz sein sollte, aber in Wahrheit wurde ihm von all dem nur übel. Er hatte sich sein ganzes Leben lang bemüht, die Erwartungen seines Vaters nicht zu erfüllen, da kam es ihm lächerlich vor, nun seinem Namen Ehre machen zu wollen. "Eine verdammte Last ist es, weiter nichts", erklärte er schließlich.
"Du solltest dich lieber daran gewöhnen", riet Anthony, der es von der praktischen Seite sah, "denn alle werden dich so nennen."
Simon wusste das, aber er bezweifelte, dass er den Titel jemals als den seinen empfinden würde.