JULIA SAISON BAND 0003

JULIA SAISON BAND 0003

Erscheinungstag:Fr, 20.05.2011
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Trau dich und sag Ja! von: Jump, Shirley

Über diesen Roman:

Er war und ist ihr Traummann! Als Vivian zu einer Hochzeit von Freunden in ihre Heimatstadt zurückkehrt, läuft ihr Colton St. John über den Weg: charmant, attraktiv, ein kleines bisschen frech. Aber genau wie damals trennen sie und den Sohn aus reichem Hause Welten …

Der schönste Tag im Leben von: Colter, Cara

Über diesen Roman:

Ehefrau verzweifelt gesucht! Für einen wichtigen Geschäftsdeal braucht Ethan eine Frau an seiner Seite. Die hübsche Samantha scheint genau die Richtige zu sein. Warum nur wünscht Ethan sich plötzlich, ihr Glück wäre nicht gespielt?

Ein Traum aus Glück und weißer Spitze von: Fox, Roz Denny

Über diesen Roman:

Sacht streicht Sylvie über das weiße Brautkleid. Längst hat sie ihren Traum von einer Karriere als Modedesignerin und glücklichen Ehefrau aufgegeben. Nur dieses Kleid will sie zu Ende nähen – das gerade fertig ist, als Joel nebenan einzieht. Ein Mann zum Verlieben – und mehr?

Vier Hochzeiten und ein Happy End von: Criswell, Millie

Über diesen Roman:

Die Braut, die sich nicht traut: Schon drei Mal ist Francie in letzter Sekunde aus der Kirche geflohen! Da trifft sie den attraktiven Mark und ist sich sicher: Diesmal sagt sie Ja! Was Francie nicht ahnt: Mark umwirbt sie nicht aus heißer Liebe, sondern aus süßer Rache …

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Leseprobe

Aus: Vier Hochzeiten und ein Happy End von MILLIE CRISWELL

1. KAPITEL

Es war ein ganz schlechter Tag für eine Hochzeit.
Francie Morelli starrte den mit einem roten Läufer ausgelegten Gang zum Altar hinunter, wo ihr Zukünftiger Pete Carson schon auf sie wartete. Er trug einen schwarzen Armani-Smoking und schwitzte vor Nervosität. Ganz klar – ein mieser Tag.
Denn anders als Pete war Francie nicht nur nervös – sie hatte schlichtweg Panik, und zwar so sehr, dass sie keine Luft mehr bekam und sich fast übergeben musste.
Okay, vielleicht bin ich einfach nur ein kleines bisschen nervös.
Dabei hatte sie schon zwei Hochzeiten hinter sich und wusste genau, was auf sie zukam. Nicht, dass sie je wirklich den Weg zum Altar zurückgelegt und ihr Jawort gegeben hatte.
Diesmal sah es leider auch nicht anders aus.
Francie gab sich alle Mühe, diesen gefähr-lichen Gedanken zu verdrängen, und versuchte, das Run-Francie-run-Mantra zu ig-norieren, das ihr zur Melodie von "Burn, Baby, Burn" aus dem 70er-Jahre-Song "Dis-co Inferno" durch den Kopf schoss.
Der Text war ein schlechtes Omen, denn in der Hölle zu schmoren, war unter Garantie ihr Schicksal, wenn sie diese Hochzeit nicht durchzog, was angesichts der drohenden Vergeltung Josephine Morellis wahr-scheinlich sowieso das geringere Übel wäre.
Francie beobachtete ihre Mutter durch den Schleier. Josephine hatte die Hände gefaltet. Bestimmt bat sie gerade den Allmächtigen um genug Mut für ihre Tochter, diesmal endlich die Zeremonie durch-zustehen. Dabei hatte sie die tränenerfüllten Augen zum mächtigen goldenen Kreuz über dem Altar erhoben, so als wollte sie Gott nur durch die schiere Kraft des Gebets ihren Willen aufzwingen, wie sie es schon unzählige Male bei Francie getan hat-te.
Glücklicherweise schien Gott ein stärkeres Rückgrat zu haben als Fran-cie.
Die Spannung unter den Hochzeitsgästen wurde allmählich unerträglich. Tante Flo kaute nervös an den Fingernägeln, und Grandma Abrizzis Rosenkranz rat-terte mit Höchstgeschwindigkeit. Niemand konnte einen Rosenkranz schneller herun-terbeten als Loretta Abrizzi.
Francies sechzehnjähriger Bruder Jack hatte Fran-cie mit geradezu perversem Vergnügen mitgeteilt, dass einige der männlichen Gäste schon Wetten auf den Ausgang der Hochzeit abgeschlossen hatten. Es stand fünf zu eins, dass Francie ihre Hochzeitsnacht nie erleben würde.
Ha! Sie haben ja kei-ne Ahnung.
Sie hatte nämlich schon diverse Hochzeitsnächte hinter sich, von der vorangehenden Zeremonie natürlich abgesehen. Sie aß ihr Dessert eben am liebsten vor dem Essen.
Nicht, dass sie etwas gegen Hochzeiten an sich einzu-wenden hatte, aber die Ehe war einfach nichts für sie. Sie hatte nämlich keine Lust, Anhängsel eines Mannes zu sein und sich nach seinen Launen zu richten.
John Morelli, der neben seiner Tochter stand, griff nach ihrem Arm und umklammerte ihn, um sie wieder auf Kurs zu bringen. Doch Francie wusste genauso gut wie er, dass das nicht klappen würde. Sie war auf dem Absprung, und nichts und niemand konnte sie aufhalten.
Aber er durfte natürlich nichts unversucht lassen, denn seine Frau würde ihm sonst die Hölle heiß machen. Wie die meisten Morellis hatte John nicht den Mut, sich der Hochzeitsbesessenheit seiner Frau zu widersetzen. Seine Ruhe wäre sonst dahin.
Josephine war nämlich alles andere als der passiv-aggressive Typ. Im Gegenteil, sie warf jedem an den Kopf, was sie von ihm hielt und erwartete. Man wusste bei der herrischen Frau, von ihren Kindern liebevoll "The Terminator" genannt, immer, woran man war.
Francies Zehen begannen zu kribbeln – ein eindeutiges Zeichen für Fluchtbereitschaft. Sie bewegte sie in der schwachen Hoff-nung, dass der Impuls vorübergehen würde. Wenn nicht, würden ihre weißen Satin-schuhe sie bald zu ihrem Lieblingsfluchtort tragen: Manny's Little Italy Deli. Manny Delisio, ein alter Highschool-Freund, wartete bestimmt schon mit Pastramitoast und einer großen Cola light auf sie.
Was soll's, Stress macht mich eben hung-rig.
Außerdem würde ihr Mitbewohner Leo Bergmann sie dort mit ihrem gepack-ten Koffer, einem Zugticket zu einem noch unbekannten Reiseziel und moralischer Unterstützung erwarten. Und einer gewaschenen Strafpredigt.
Sie und Leo hat-ten sich darauf geeinigt, dass er die Kirche früher verlassen würde, sobald sie erste Fluchtsignale zeigte, damit er alles Nötige bei Manny vorbereiten konnte.
Das letzte Mal hatte Leo New York als Zuflucht ausgesucht. Eine gute Wahl, denn sie hatte sich in der anonymen Menschenmasse verlieren können, bis sie wieder bereit war, sich Josephines Schimpftirade zu stellen.
Das Mal davor – Francie war aus den Armen des unglückseligen Jacob Ragusa geflüchtet, "Philadelphias einzigem Bestattungsunternehmer mit Pfiff", wie er sich in seinen albernen Werbespots nannte – war Leos Wahl dummerweise auf Pittsburgh gefallen. Wie sich herausgestellt hatte, lag die Stadt nicht weit genug von Philadelphia und ihrer Mutter entfernt, die sie wie ein rachedurstiger Bluthund aufgespürt hatte.
John streichelte Francies Hand und lächelte beruhigend.
"Kein Grund zur Nervosität, cara mia. Das hier wird bald vorbei sein, und dann hast du es überstanden. Es ist das Richtige. Und es wird deine Mutter sehr glücklich machen. Du weißt, wie lange sie auf diesen Tag gewartet hat."
Francie liebte ihren Vater und wollte ihm nur zu gern zustimmen, aber die Antwort blieb ihr im Halse stecken. Sie brachte nur ein schiefes Lächeln zustande und sah ihn mit dem Blick eines Rehs im Scheinwerferlicht an.
"Tut mir wirklich leid, aber ich schaffe es nicht. Ich bin einfach noch nicht bereit zu heiraten. Vielleicht werde ich das nie sein."
John zuckte erschrocken zusammen und warf einen Blick auf seine Frau, deren Lächeln angesichts seines resignierten, besorgten Ge-sichtsausdrucks erlosch.
"Dein Auto steht beim Hinterausgang. Ich habe für alle Fälle nachgetankt und etwas Geld ins Handschuhfach gelegt."
Gerührt küsste Francie seine Wange. "Ich liebe dich. Danke! Hoffentlich wird Ma nicht allzu wü-tend."
Francie drehte sich zu ihrer jüngeren Schwester Lisa und den anderen beiden Brautjungfern um und lächelte entschuldigend. Sie stöhnten nur, wünschten ihr jedoch viel Glück und winkten ihr zum Abschied hinterher, als sie aus der Kirche in die warme Septembersonne floh.

Mark Fielding war spät dran.
Ei-gentlich hätte er schon vor einer knappen halben Stunde als Trauzeuge seines Stief-bruders in St. Mary's Catholic Church erscheinen müssen.
Aber sein Rückflug von den Philippinen, wo er das letzte halbe Jahr als Fotojournalist war, hatte Verspä-tung gehabt, und der Verkehr auf dem Weg vom Flughafen in die City war eine einzi-ge Katastrophe.
Nachdem er die Kirche endlich gefunden hatte, hielt er nach einem Parkplatz Ausschau. Plötzlich flog die schwere Kirchentür auf, und eine Frau in voller Brautmontur lief mit wehendem Schleier die Treppe hinab. Sie hatte schwar-zes Haar und ein äußerst hübsches Gesicht.
Das musste seine künftige Schwä-gerin sein.
Wie hieß sie noch gleich? Frances? Fiona? Florence?
Mark trat auf die Bremse, griff nach der Kamera auf dem Beifahrersitz, rollte die Fensterschei-be herunter und machte Fotos, während er im Geiste sämtliche Namen mit F durch-ging, die er kannte.
Er konnte sich beim besten Willen nicht mehr erinnern. Bis-her hatte er sie noch nicht kennengelernt, und die Tatsache, dass sein Bruder sie nach nur drei Monaten heiratete, hatte ihm ohnehin nicht gefallen.
Tausend mögliche Entschuldigungen für seine Verspätung rasten durch seinen Kopf, bis ihm auffiel, dass sein Bruder der Braut nicht aus der Kirche gefolgt war, genauso wenig wie irgendwelche Verwandten, zum Beispiel sein Vater und seine Stiefmutter. Sie hätten eigentlich längst auf der Treppe stehen müssen, um das glückliche Paar zum Beispiel mit Reis zu bewerfen.
Mark legte die Kamera beiseite und beobachtete, wie die Braut seines Bruders ihr Kleid raffte, wobei sie hübsche Beine entblößte. Da-bei blickte sie mehrfach über die Schulter, als ob sie sich vergewissern wollte, dass ihr niemand folgte.
Warum hatte sie es so verdammt eilig?
Und wo zum Teufel steckte sein Bruder?
Er hatte plötzlich ein unangenehmes Gefühl in der Magengrube, das nichts mit dem trockenen Putensandwich vorhin im Flugzeug zu tun hatte. Und sein Bauchgefühl hatte ihn bislang noch nie getrogen.
Marks Bruder war sehr sensibel, trug das Herz auf der Zunge und war unglaublich roman-tisch. Hatte Mark ihn nicht immer schon gewarnt, dass seine rosarote Brille ihm eines Tages noch gewaltigen Ärger bescheren würde?
Früher war er auch er ein Ro-mantiker gewesen. Aber dann hatte er erkannt, dass die Frauen von heute nicht an festen Bindungen oder langfristigen Beziehungen interessiert waren.
Seine letz-ten Affären waren unbefriedigend gewesen. Der Sex war zwar gut, aber Sex ohne echte Bindung war nur … nun ja, Sex.
Er wollte mehr als das. Er wollte, was seine Eltern miteinander verband – Liebe, Vertrauen, eine Partnerschaft fürs Le-ben.
Aber bisher hatte er immer nur einen Tritt in den Hintern und schwache Ausflüchte à la "Ich bin noch nicht bereit für eine Beziehung" bekommen. Es war idio-tisch gewesen zu glauben, dass je eine Frau den Rest des Lebens mit ihm verbrin-gen würde.
Frauen waren doppelzüngig und selbstsüchtig, und er hatte endgül-tig die Nase voll von ihnen. Sollte sich herausstellen, dass die Braut seines Bruders nicht anders war, sollte sie ihr blaues Wunder erleben. Dafür würde er schon sor-gen!

"Du böses Mädchen! Ich wusste ja gleich, dass heute wieder etwas schief gehen würde. Hast wohl wieder kalte Füße gekriegt, was?"
Es tat gut, Leos vertrautes Gesicht zu sehen. Francie riss sich den Schleier vom Kopf, raffte die voluminösen Falten ihres Hochzeitskleides zusammen und setzte sich neben ihn. Sie winkte Manny zu.
"Hey, Francie!", rief Manny. "Der wievielte war es? Nummer drei, oder?" Er warf den Kopf in den Nacken und lachte. "Ich bin heilfroh, dass ich dich schon mit siebzehn überwunden habe, sonst wäre ich heute rui-niert."
Francie lächelte schwach. "Hast du den Pastramitoast fertig? Ich habe es nämlich eilig. Meine Mutter ist mir bestimmt schon auf den Fersen."
Francies Wohnungsgenosse nahm tröstend ihre Hand. Neben Joyce war Leo ihr bester Freund, mit dem sie nicht nur die Wohnung, sondern auch Vertrauliches, Bezie-hungsprobleme und die Leidenschaft für Restaurantbesuche teilte.
"Erzähl mir, was passiert ist, Süße. Ich dachte wirklich, Pete hätte eine Chance. Er ist einfach anbetungswürdig. Aber offensichtlich findest du ihn nicht halb so attraktiv wie ich."
Francie seufzte. "Pete ist ein Klassetyp, und ich mag ihn wirklich sehr. Aber ich liebe ihn eben nicht, und da liegt das Problem. Ich will nicht den Rest meines Le-bens mit jemandem verbringen, den ich nicht liebe."
"Also hat es zwischen euch nicht gefunkt?"
"Er hat gut geküsst, aber …" Kopfschüttelnd fragte sie sich, ob sie vielleicht zu hohe Ansprüche stellte. Vielleicht gab es jenes Kribbeln und Herz-klopfen, von denen die Romane erzählten, gar nicht.
"Ich bin heilfroh, dass wir noch nicht miteinander geschlafen haben. Ich wollte bis zu den Flitterwochen warten, und Pete war einverstanden."
Leo grinste hinterhältig. "Hey, vielleicht ist er ja schwul!"
"Du bist unmöglich, Leo. Pete ist total hetero. Er hat einfach nur den Fehler gemacht, sich in die Falsche zu verlieben … in mich nämlich. Und jetzt habe ich ihn schrecklich verletzt. Ich hasse mich dafür! Ich hätte nie zulassen dürfen, dass meine Mutter mich in die Ehe drängt. Diese Besessenheit, mich unter die Haube zu bringen, ist total krankhaft."
Josephines Lebensziel war es, ihre beiden Töchter verheiratet zu sehen, vorzugsweise mit fünf oder sechs Kindern, um die sie sich dann kümmern konnte.
Für Francies Hochzeit hatte sie jahrelang gespart, detaillierte Pläne geschmiedet, drei wunderschöne Kleider gekauft und nicht nur einen, sondern drei ihrer Meinung nach perfekte Bräutigame aufgetrieben.
"Warum sagst du nicht einfach nein?"
France verdrehte die Augen angesichts des absurden Vor-schlags. "Hast du je versucht, Nein zu meiner Mutter zu sagen? Josephine ist wie eine Dampfwalze, die alles überrollt, was sich ihr in den Weg stellt. Es war schon immer so, ich bin sozusagen darauf programmiert. Ich bin neunundzwanzig Jahre alt und total erbärmlich."
Leo nickte verständnisvoll und drückte ihre Hand. "Ich ver-stehe dich, Süße. Aber irgendwann kommt der Tag, an dem du dich gegen Josephi-ne durchsetzen wirst. Danach lässt sie dich bestimmt in Ruhe."
"Wirklich?" Ein schwaches Fünkchen Hoffnung keimte in Francie auf. "Meinst du das ernst, Leo?"
Leo schüttelte skeptisch den Kopf. "Nein, aber es klingt vernünftig. Du kannst schließlich nicht immer nur zusehen, wie deine Mutter dein Leben kontrolliert, Francie. Diese Trips zum Altar sind nicht nur emotional aufreibend, sondern auch kostspielig."
Francie seufzte. Ihr Job bei Ted Baxter Promotions war nicht allzu gut bezahlt. Zumindest nicht gut genug, um die letzten Ausgaben zu decken. "Wo fahre ich diesmal hin?"
"Zu den Niagarafällen."
France starrte ihn fassungs-los an. "Niagaraf… Du machst Witze, oder? Da wimmelt es doch nur so von frisch verheirateten Paaren!"
"Es war der billigste Ort, den ich finden konnte. Deine Visa Card ist am Limit, dank des ganzen Zeugs, das du für die Flitterwochen gekauft hast."
"Das war teure Spitzenunterwäsche, kein Zeugs. Und sie beweist, dass ich Pete wirklich heiraten wollte. Ich hatte nicht vor, ihn zu verletzen."
"Er wird schon darüber hinwegkommen, wie die anderen auch. Jacob Ragusas Herz scheint auch schon wieder geheilt, er heiratet demnächst ein Model."
"Na, Gott sei Dank. Bin ich froh, das zu hören." Sie war erleichtert. Jetzt fühlte sie sich gleich viel weniger schuldig.
Francie seufzte. "Ich bin ein schrecklicher Mensch, Leo. Ich habe so viele Menschen verletzt."
"Du bist nicht schrecklich, Süße, dir fehlt nur etwas Rückgrat. Nächstes Mal klappt es bestimmt."
Sie schüttelte entschlossen den Kopf. "Nie wieder! Das war das letzte Mal, dass meine Mutter mich in die Ehe gedrängt hat. Ich bin fest entschlossen, Junggesellin zu bleiben. Ich werde ausge-hen, Sex haben und das Leben mit vollen Zügen genießen. Der Altar ist nichts für mich."
Schluss mit Verlobungen und Hochzeiten. Und zwar ein für alle-mal!

Es war der deprimierendste Hochzeitsempfang, den Mark je erlebt hatte. Kein Wunder, in Anbetracht der Abwesenheit der Braut.
Aber die Eltern des Bräutigams hielten es für eine Schande, dreißig Pfund frischer Shrimps verder-ben zu lassen, und Pete hatte seine Freunde aus Highschool- und Collegezeiten nicht enttäuschen wollen, die angereist waren. Der Empfang war daher nicht abge-sagt worden.
Mark setzte sich zu seinem Bruder, der allein und niedergeschla-gen an einem Tisch auf der anderen Seite des großen Ballsaals saß. "Es tut mir schrecklich leid, Pete."
Pete, der gerade sein fünftes Bier trank, sah hoch und lächelte schief. "Ich hatte überhaupt keine Vorahnungen, Mark. Es war Liebe auf den ersten Blick. Francie erschien mir perfekt. Ich war überzeugt, dass sie mich genauso liebt wie ich sie." Er seufzte schwer. "Anscheinend habe ich mich geirrt."
Seine Schultern waren gebeugt, und er sah so verletzt aus, dass Mark unwillkürlich vor sich hinfluchte. Er wünschte sich in diesem Augenblick nichts sehnlicher, als Francesca Morelli in die Finger zu bekommen. "Frauen, das sind herzlose Kreaturen mit Bin-dungsphobie!"
"Vielleicht hast du recht. Es war ja nicht das erste Mal, dass Francie geflohen ist. Ein gemeinsamer Freund hat mir erzählt, dass sie auch ihre beiden vorherigen Bräutigame am Altar hat stehen lassen. Trotzdem hätte ich nie gedacht, dass mir gleiche passieren würde."
Mark starrte seinen Bruder ungläu-big an. Er war anscheinend noch naiver, als er gedacht hatte. "Du hast das gewusst und sie trotzdem heiraten wollen? Unglaublich!"
"Ich habe sie geliebt. Ich liebe sie sogar noch immer. Liebe ist seltsam. Sie macht einen blind für die Fehler des an-deren."
"Du hättest die Dinge nicht so überstürzen sollen, Pete. Drei Monate rei-chen nicht aus, um jemanden kennenzulernen, mit dem man den Rest seines Le-bens verbringen will."
"Bist du der Experte?" Pete schüttelte den Kopf. "Du hast doch nichts als gescheiterte Beziehungen hinter dir."
"Touché. Aber du siehst so aus, als könntest du einen guten Rat gebrauchen. Und etwas bessere Laune." Lä-chelnd versetzte Mark seinem Bruder einen Stoß. "Komm schon, Bruder, Kopf hoch. Wenn du mich fragst, bist du noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Offensichtlich ist diese Francie nicht richtig bei Verstand, wenn sie jemanden wie dich aufgibt. Was weißt du eigentlich über sie?"
"Sie stammt aus einer großen italienischen Familie. Josephine und John Morelli sind sympathische Menschen, ob-wohl die Mutter mir ein bisschen zu dominant ist."
"Dann war Josephine also der Drache, der ein Klagegeheul angestimmt und sich dann vor dem Altar bekreuzigt und Rache geschworen hat?"