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EINFACH VERLIEBT
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EINFACH SEXY
Man heiratet nicht aus Liebe, sondern aus Vernunft – diese Regel ihrer Gesellschaftskreise hat Grace nie verstanden. Ein Grund mehr, alle Freiheiten ihres neuen Lebens in New York lustvoll auszukosten! Da kommt Ben Callahan wie gerufen: nicht reich, aber sehr sexy …
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Leseprobe
Aus dem Roman: … und schon verliebt
Kane hatte Kayla die Hand auf den Rücken gelegt und führte sie aus dem Stadion. Er bewunderte sie, denn das ganze lange Spiel hatte sie klaglos neben ihm gesessen, obgleich die Temperatur ordentlich gefallen war. Unter normalen Umständen wäre er mit dem Verlauf des Abends sehr zufrieden gewesen. Aber dieses waren keine normalen Umstände. Schließlich durfte er nicht vergessen, dass er für sie ja nur ein Schüler sein sollte, der dringend ihren Rat benötigte.
"Habe ich Ihnen schon gesagt, wie gut mir das Restaurant gefallen hat?", fragte sie.
Mindestens zehn Mal, dachte er lächelnd. "Das Essen oder die Atmosphäre?"
Sie lachte, und ihr Lachen wärmte ihn mehr als seine dicke Lederjacke. "Beides. All die deckenhohen Bücherregale – ziemlich ungewöhnlich für ein Lokal." Sie breitete die Arme aus und stieß gegen zwei junge Männer, die auch aus dem Stadion eilten. Sie musste lachen. "Oh, Verzeihung!"
Ihr Lachen war so ansteckend, und ihre Liebe zu Büchern gefiel ihm gut.
"Die Idee, eine Buchhandlung in ein Restaurant zu verwandeln, die Ausstattung mit den Regalen aber beizubehalten, ist einfach toll. Ich lebe nun schon so lange hier, aber ich hatte noch nie etwas davon gehört. Wie sind Sie denn darauf gekommen?"
"Ich habe so meine Quellen", erwiderte er nur und lächelte geheimnisvoll. Dennoch meldete sich ein wenig sein Gewissen. Es war alles andere als ein Zufall, dass er sie dorthin geführt hatte. Er hatte herausgefunden, dass sie sich für Bücher interessierte und viele Abende in der Bücherei verbrachte. Eigentlich merkwürdig, dass er ein schlechtes Gewissen hatte, weil er sich diese Information zunutze gemacht hatte. Schließlich gehörte es zu seinem Job, möglichst viel über eine verdächtige Person herauszufinden und dieses Wissen entsprechend einzusetzen. Aber sie war so vertrauensselig, dass er sich auch der kleinsten List schämte.
An diesem Abend hatte er schon eine ganze Menge über sie herausgefunden. Sie war eine Frau, der die Familie wichtig war, die tief empfand und die ihre eigenen Wünsche zugungsten ihrer Schwester zurückgestellt hatte. Die Unschuld, die aus ihren Gesten und allem, was sie sagte, sprach, rührte ihn auf eine Art und Weise an, die für ihn neu war.
Gefühlsmäßig war er überzeugt, dass Kayla lediglich das Geschäft ihrer Tante weiterführte, und das vermutlich mehr aus Pflichtgefühl als aus Freude an diesem Job. Da Gefühle aber keine Beweiskraft hatten, musste er auf andere Art und Weise versuchen zu beweisen, dass sie nicht noch ein anderes, zwielichtigeres Gewerbe betrieb.
"Ich weiß nicht, warum, aber ich hatte das Gefühl, Ihnen würde das Restaurant gefallen", sagte er.
"Vollkommen richtig."
Er hatte es gewusst. Nach einer Stunde hatte er bereits mehr über sie herausgefunden, als in den Unterlagen stand. Sie war ganz offen zu ihm gewesen, hatte ihm erzählt, dass ihr Vater die Familie verlassen hatte, was sie sehr verletzt hatte, und dass die beiden Mädchen von der geliebten Mutter nur wenig Unterstützung hatten erwarten können. So war Kayla ebenso wie er mehr oder weniger auf sich selbst angewiesen gewesen. Außer zu der Schwester hatte sie kaum enge Beziehungen zu anderen Menschen. Auch hierin war er ihr ähnlich. Und als sie das Restaurant verließen, wusste er alles über sie. Er wusste, wann er ihr Komplimente machen sollte und wann nicht. Er wusste, dass er jede Art von sexueller Annäherung vermeiden musste, weil sie sich sonst gleich wieder in ihr Schneckenhaus zurückziehen würde. Aber er wusste auch, wie er sie zum Lachen bringen konnte, ja, er hatte den Eindruck, er kannte Kayla Luck. Unabhängig von seinem Auftrag fühlte er sich irgendwie mit ihr verbunden, und das machte ihn ziemlich nervös.
Als sie um die nächste Hausecke bogen, traf sie plötzlich ein eiskalter Windstoß. Er rieb sich die Hände. "Und jetzt …"
"Eine Tasse heiße Schokolade mit Schlagsahne", vollendete Kayla seinen Satz, aber er hatte etwas ganz anderes sagen wollen. Er hatte eher an Whiskey gedacht. Irgendetwas, das ordentlich in der Kehle und im Magen brannte und ihn daran erinnerte, dass es sich hier um einen Fall handelte und nicht um eine private Verabredung mit einer aufregenden Frau.
Reid würde klare Beweise sehen wollen. Es wurde Zeit, dass er endlich weiterkam mit diesem Fall und sie dann nicht wiedersah. Das wäre für sie beide das Beste.
Bisher hatte er in Bezug auf den Callgirl-Ring noch nichts herausfinden können, was bedeutete, er musste die Sache etwas direkter angehen. Er verabscheute die Idee, sie zu verführen, sosehr sein Körper auch danach verlangte. Trotz des eisigen Windes wurde ihm bei dieser Vorstellung heiß vor Erregung.
"Ich dachte eigentlich mehr an Kaffee", sagte er, "aber Hauptsache heiß."
"Das stimmt." Kayla verschränkte die Arme vor der Brust. Offensichtlich war ihr kalt, aber sie beschwerte sich nicht. Das war eine Frau nach seinem Herzen. Nein, nicht nach seinem Herzen, das hatte er schon lange gegen jegliches Gefühl immun gemacht. Denn er hatte sehr früh festgestellt, dass er sich durch nichts von seinem Job ablenken lassen durfte, wenn er sich nicht selbst in Gefahr bringen wollte.
Er war immer vollkommen auf sich selbst angewiesen gewesen, denn sein Onkel hatte ihn nur unter der Bedingung aufgenommen, dass er ihn möglichst selten zu Gesicht bekam. Es kam darauf an zu überleben, das hatte Kane schon früh gelernt. Sex war in Ordnung, Liebe nicht.
Aber jetzt hatte er einen Job auszuführen. Ihr war kalt? Gut, dann sollte er Kayla wenigstens wärmen. Er sah sie an und begegnete ihrem Blick. Süß schaute sie aus mit den grünen Augen, den blonden Haarsträhnen, die der Wind ihr ins Gesicht blies, und den geröteten Wangen. Er musste sie einfach haben, gleichgültig, ob das für seinen Job gut war oder nicht.
Er umschloss ihre kalten Finger mit seinen Händen und ging mit ihr in eine kleine Nebenstraße. Er strich ihr über die Unterarme, und als er ihr Zittern spürte, wusste er, dass das nichts mit der Kälte hier draußen zu tun hatte, sondern nur mit der Erregung, die auch sie fühlte.
Er schob sie gegen eine Mauer und presste sich mit dem ganzen Körper an sie.
"Kane?"
Er las die Frage in ihren Augen und wusste nicht, was er darauf antworten konnte. Er wollte auch nicht nachdenken, er wollte nur fühlen – seinen Mund auf ihren Lippen, auf ihrer nackten Haut. Er wollte wissen, wie es war, wenn sie sich mit ihrem weichen Körper ganz dicht an ihn schmiegte und ihm zärtliche Worte ins Ohr flüsterte.
Halt! ermahnte er sich streng. Er würde seinen Job nicht aufs Spiel setzen, indem er sich mit ihr einließ, und wenn der Informant recht hatte, dann würde sie auch nichts in dieser Richtung unternehmen, zumindest nicht ohne Bezahlung.
Aber als er ihr wieder in die Augen sah, die ihn vertrauensvoll anblickten, wusste er genau, dass es ihr nicht um Geld ging, wenn sie weitere Annäherungsversuche seinerseits zurückwies. Sie war kein Callgirl, das spürte er, doch er musste es noch beweisen. Und deshalb musste er weitermachen. Er würde sie küssen und ihr dann Geld anbieten. Wenn sie ihn daraufhin zurückstieß, würde er sich entschuldigen und sie heimfahren. Dann nichts wie nach Hause unter die kalte Dusche, und wenn er seinen Bericht geschrieben hatte, wäre der Fall Kayla Luck für ihn abgeschlossen.
Er packte sie fester bei den Armen, und als sie sich nicht wehrte, zog er sie an sich und presste die Lippen ihren Mund. Sie kam ihm entgegen, als hätte sie schon lange auf diesen Kuss gewartet, und Kane spürte, dass er verloren war.
Er drückte sich mit dem ganzen Körper an sie, und sie stöhnte leise und lehnte den Kopf gegen die Wand. Er umfasste ihr Gesicht mit beiden Händen und blickte ihr in die glänzenden grünen Augen.
"Ich will dich", flüsterte er.
Sie legte ihm die kleinen Fäuste auf die Brust. "Warum?"
Die Frage überraschte ihn, mehr aber noch seine spontane Antwort. "Nicht nur, weil du wunderschön bist." Ihre Wangen röteten sich noch ein wenig mehr, und er strich zärtlich mit den Daumen darüber. "Und auch nicht, weil dein Körper selbst einen Heiligen in Versuchung führen würde." Er legte eine Hand unter ihre vollen Brüste, die er durch die Kleidung hindurch spüren konnte. Wieder stöhnte sie leise auf, und Kane wurde plötzlich klar, dass er die Wahrheit sagte.
Sie legte den Kopf leicht zur Seite und schmiegte die heiße Wange in seine Hand. "Warum dann?"
"Weil du klug und mutig bist und ich dich dafür bewundere."
Sie lächelte, und ihre Augen leuchteten.
Kane schüttelte über sich selbst den Kopf. Wie war es möglich, dass er so gegen seine Prinzipien verstieß?
Eine Nacht mit ihr. Das Verlangen wurde immer stärker. Er sehnte sich nach ihr. Wenn er sie gehabt hatte, war noch genug Zeit, sich über die Folgen Gedanken zu machen. "Wir haben einen wunderschönen Abend miteinander verbracht, und alles an dir interessiert mich. Reicht das?"
Sie lächelte zufrieden. "Ja." Sie legte ihm die Arme um die Hüften.
"Ich betrachte das als Zustimmung." Er wagte kaum zu atmen.
"Das ist es auch, wenn der Preis stimmt", sagte sie leise.
Er erstarrte und zwang sich dann zu einem Lächeln. Er hatte heute Abend Köder ausgelegt, und nun sah es so aus, als sei sie in die Falle gegangen. Und dennoch war er maßlos enttäuscht, als er ihr jetzt in die klaren grünen Augen sah. "Und der wäre, Miss Luck?"
Sie berührte sein Gesicht mit ihren eiskalten Fingern und grinste. "Heiße Schokolade, Kane." Sie strich ihm sanft über das Gesicht und lachte leise. "Was hast du denn gedacht?"
"Keine Ahnung, aber vielleicht kannst du mir das zeigen."
Sie sah ihn an, stellte sich auf die Zehenspitzen und strich ihm leicht mit den Lippen über den Mund. Eine grenzenlose Erleichterung überkam ihn und gleichzeitig eine Erregung, die kaum noch zu ertragen war. Er nahm Kayla schnell bei der Hand und lief mit ihr die Straße herunter. Sein Hotel war ganz in der Nähe. Über die Auswirkungen seines Tuns würde er morgen nachdenken. Diese Nacht gehörte Kayla und ihm.


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