EINE BRAUTJUNGFER ZUM VERLIEBEN
Clayton McClintock ist die Vernunft in Person. Doch dann sieht er bei der Hochzeit seiner Schwester überraschend Abby wieder. Die impulsive Schönheit ist eine hinreißende Brautjungfer – und immer noch die einzige Frau, die stürmische Gefühle in Clayton weckt...
EIN TRAUZEUGE ZUM VERLIEBEN
Nick Jameson hat seinen Arztkittel nur mit einem Smoking vertauscht, um Trauzeuge bei der Hochzeit seines Freundes zu spielen. Dass er dabei der Schwester der Braut näherkommt, ist ihm gar nicht recht – droht Colleen doch, den Panzer um sein Herz zu durchbrechen …
EIN BRÄUTIGAM ZUM VERLIEBEN
Brenna war als Mollys Trauzeugin auserkoren – doch dann läuft die Braut weg. Und stellt damit nicht nur das Leben ihres ehemaligen Zukünftigen, sondern auch das von Brenna auf den Kopf. Denn den verlassenen Bräutigam zu trösten geht ihr näher, als es angebracht wäre …
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Leseprobe
Aus: EINE BRAUTJUNGFER ZUM VERLIEBEN von LISA CHILDS
1. Kapitel aus "Eine Brautjungfer zum Verlieben" von Lisa Childs:
Genervt holte Clayton McClintock sein Mobiltelefon aus der Tasche und tippte eine Nummer ein. "Ich werde mich verspäten", erklärte er seiner Verabredung knapp, während er die Tafel mit den Ankunftszeiten am Flughafenterminal beobachtete. Alle Flüge bis auf einen würden pünktlich ankommen. Und natürlich saß sie in dem einzigen verspäteten Flugzeug. Wie konnte es auch anders sein?
Seine Gesprächspartnerin antwortete nicht. Verwundert blickte er aufs Display. Mit der Verbindung war alles in Ordnung. "Ellen? Bist du noch da?"
"Ja", erwiderte sie in einem Ton, der keinen Zweifel daran ließ, dass ihre Geduld erschöpft war. Ein theatralisches Seufzen, das Clayton unangenehm an seine beiden Schwestern erinnerte, folgte. "Es hat einfach keinen Zweck, Clayton. Andauernd versetzt du mich. Nur ein einziges Mal haben wir uns in den letzten zwei Wochen gesehen."
Schuldbewusst und auch ein wenig resigniert antwortete er: "Wegen der Hochzeit meiner Schwester ging bei uns alles drunter und drüber." Er hatte unzählige Schecks ausstellen müssen und war schließlich dazu verdonnert worden, heute den Chauffeur zu spielen, während alle anderen bereits bei der Probe waren.
Nervös blickte er auf seine Uhr. Wenn Abbys Flugzeug nicht bald landete, würden sie nicht nur die Probe in der Kirche, sondern auch noch das Abendessen bei den Kellys verpassen. Eigentlich hatte er geplant, seine Freundin Ellen nach der Probe abzuholen, damit sie ihn zum Familienessen begleitete. Doch wieder einmal schien es, dass er seine eigenen Pläne zugunsten seiner Familie aufgeben musste.
"Ja, es gab eine Menge zu tun", räumte Ellen ein. "Und dein Bruder …"
Rory, der mit seinen vierzehn Jahren gerade eine schwierige Phase durchmachte, erinnerte Clayton ständig an sie. Doch sie war natürlich kein Teenager mehr. Menschen wurden älter und vernünftiger – vermutlich traf das sogar auf Abby Hamilton zu. Und Clayton hoffte inständig, dass auch sein Bruder Rory eines Tages erwachsen werden würde. Natürlich nur, wenn er ihn bis dahin nicht erwürgt hatte.
"Immer geht es nur um deine Familie, Clayton", sagte Ellen vorwurfsvoll. "Für mich hast du nie Zeit."
Er wusste nicht, was er darauf erwidern sollte. Sie hatte ja recht. Er hatte nicht einmal Zeit für sich selbst. Seine Arbeit, seine Geschwister und seine Mutter beschäftigten ihn rund um die Uhr. Wie hatte sein Dad das nur geschafft? Clayton hatte die Verantwortung für die Familie bereits vor acht Jahren übernommen, und noch immer verstand er nicht, wie sein Vater alles so scheinbar mühelos bewältigt hatte. Müde rieb er sich die Augen.
"Mir ist schon vor einiger Zeit klar geworden, dass es mit uns beiden nicht klappt, Clayton. Also ruf mich bitte nicht mehr an."
"Morgen heiratet meine Schwester." Damit würde zumindest ein Teil der Verantwortung von seinen Schultern genommen. "Danach wird alles besser."
"Ja? Nimmt sie denn deine Mutter und deine anderen Geschwister mit? In deinem Leben ist weder Platz für mich noch für irgendeine andere Frau, Clayton. Es tut mir leid."
Das Telefon klickte, und die Verbindung war unterbrochen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Abgesehen davon, dass er jetzt ohne Partnerin zu der Hochzeit gehen musste, störte das abrupte Ende dieser Beziehung Clayton nicht sonderlich. Er war noch nie längere Zeit mit einer Frau zusammen gewesen und spürte eher ein Gefühl der Erleichterung. An ernsthaften Beziehungen war er nicht interessiert, denn sie stellten für ihn lediglich eine weitere Verpflichtung dar, auf die er gut und gern verzichten konnte.
Hier im Flughafen auf Abby warten zu müssen, war schlimm genug. Es war typisch für sie, erst in der allerletzten Minute anzukommen. Sie war wirklich eine vorbildliche Brautjungfer! Zum Glück hatte Molly ihre langjährige Freundin Brenna gebeten, die Erste Brautjungfer zu sein. Clayton konnte sich nicht vorstellen, dass Abby dieser Aufgabe gewachsen gewesen wäre.
Er ging hinüber ins Flughafencafé und bestellte sich einen Cappuccino. Als er der Kellnerin das Geld dafür gab, ignorierte er ihr charmantes Lächeln und ihr Augenzwinkern. Vielleicht sollte er für eine Weile aufhören, sich mit Frauen zu treffen – er hatte eh nicht vor, sich ernsthaft zu binden. Das überließ er lieber Molly, Colleen und Rory. Ja, es würde ihn nicht einmal stören, wenn auch seine Mutter noch einmal heiratete. Schließlich war es schon acht Jahre her, seitdem sein Vater gestorben war.
Und genauso lange war Abby Hamilton schon fort. Gleich nach dem Begräbnis war sie verschwunden. Nicht einmal ihren Highschool-Abschluss hatte sie noch gemacht. Naja, mit ihrem eigenen Jahrgang hätte sie die Abschlussprüfung auch gar nicht absolvieren können, denn sie war kurz zuvor von der Schule geflogen. Wenn Clayton es nicht bald schaffte, Rory zur Vernunft zu bringen, würde der jüngste Spross der McClintocks vermutlich eine ähnliche Karriere anstreben.
Was machte sie eigentlich jetzt? Seine Schwestern und seine Mom hatten den Kontakt zu ihr immer aufrechterhalten, doch mit ihm hatten sie nie über Abby gesprochen. Sie wussten, was er von ihr hielt. Als letztes hatte er gehört, dass sie sich mit Gelegenheitsjobs durchschlug. Es hatte ihn nicht sonderlich erstaunt, denn es war Abby schon immer schwergefallen, sich längere Zeit für eine bestimmte Sache zu interessieren.
"Flug 3459 landet an Gate B4."
Die Durchsage schreckte ihn so unvermittelt aus seinen Gedanken auf, dass der Kaffee über seine Hand schwappte und er sich die Finger verbrannte. Abby war zurück. Claytons Magen zog sich zusammen. Hatte er zu viel Koffein getrunken? Oder lag es daran, dass Abby Hamilton schon immer nichts als Ärger gemacht hatte? Sie mochte inzwischen älter und vielleicht auch vernünftiger sein, doch er zweifelte stark daran, dass sie sich wirklich verändert hatte.
Suchend blickte er über die anderen Menschen hinweg, die ebenfalls auf verspätete Fluggäste warteten. Die ersten Ankömmlinge wurden lautstark und herzlich begrüßt. Irgendwie zweifelte er daran, dass Abby sich darüber freuen würde, ihn zu sehen. Niemand hatte ihr gesagt, dass er ihr Chauffeur sein würde.
Neugierig betrachtete er die herankommenden Passagiere. Wo war sie nur? Es war inzwischen völlig aussichtslos, dass sie es noch zur Probe in der Kirche schaffen würden. Er konnte froh sein, wenn sie nicht auch noch das Abendessen verpassten.
Sie hatte sich also kein bisschen verändert. Endlich erblickte er sie hinter einer Gruppe von Nachzüglern. Erst als die anderen in Richtung Gepäckband gingen, konnte er sie genauer ansehen, denn sie war kaum größer als einen Meter fünfzig. Als sie näher kam, musterte er ihr Gesicht, das von einer wilden Lockenmähne umrahmt war. Ihre Augen waren noch immer leuchtend blau, und ihre Wimpern unglaublich lang.
Claytons Blick wanderte an ihrem Körper hinunter, der in einem weißen Top und ausgewaschenen engen Jeans steckte. Wieder zog sein Magen sich zusammen. Abby würde auch diesmal für Ärger sorgen – vielleicht sogar für noch größeren Ärger als damals.
Plötzlich bemerkte er, dass sie jemanden an der Hand hielt. Neben ihr ging ein kleines Mädchen, das etwa fünf Jahre alt war. Mit ihren blonden Locken und den strahlend blauen Augen war sie ihrer Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten.Niemand hatte ihm gesagt, dass Abby Hamilton ein Kind hatte.
Abby sah sich suchend um. Anscheinend hielt sie nach Molly oder Colleen oder auch Brenna Ausschau. Doch dann erblickte sie Clayton. Verlegen rieb er sich die schokoladenbraunen Augen. Mit seinen dreißig Jahren sah er dem Jungen, der er vor acht Jahren gewesen war, zwar noch sehr ähnlich, doch inzwischen war er zum Mann geworden. Sein Gesicht war kantiger, und sein schwarzes Poloshirt spannte sich über seinen muskulösen Oberkörper.
Abby holte tief Luft und verdrehte die Augen. "Oh nein!"
"Was ist denn, Mommy?", fragte das kleine Mädchen, wobei es an ihrem Ärmel zog.
Abby war wie angewurzelt stehen geblieben. Sie wollte nicht in Claytons Richtung gehen. Offensichtlich hatte niemand ihm von Lara erzählt. Einerseits freute Abby sich über die Zuverlässigkeit ihrer Freundinnen, doch andererseits hätte es sie gar nicht so sehr gestört, wenn eine von ihnen ihr Versprechen, niemandem in Cloverville von ihrer Tochter zu erzählen, gebrochen hätte. Warum hatte sie damals überhaupt von ihnen verlangt, Stillschweigen darüber zu bewahren? Sie schämte sich nicht dafür, eine alleinerziehende Mutter zu sein. Doch ein Teil von ihr war noch immer achtzehn und hatte Angst vor der Missbilligung der Stadtbewohner. Und niemand in Cloverville hatte sie mehr missbilligt als Clayton McClintock.
Hätte sie statt ihres legeren Outfits doch nur eines ihrer maßgeschneiderten Bürokostüme getragen. Doch jetzt war es zu spät, die Garderobe zu wechseln. Und wohl auch zu spät, Claytons Meinung von ihr zu ändern.
Mit einigen wenigen großen Schritten war er bei ihr. "Abby."
Nur mit Mühe gelang es ihr, ihn freundlich anzulächeln. "Clayton."
"Es ist lange her", sagte er, während er sie unverwandt anstarrte.
Nicht lange genug. Anscheinend war er genauso wenig daran interessiert, sie hier zu haben, wie sie sich wünschte, zurück zu sein.
Dann blickte er zu Lara hinunter, und sein Gesichtsausdruck wurde weicher. "Und wer ist diese hübsche junge Dame?"
"Meine Tochter."
"Das glaube ich gern", erwiderte er und lächelte die Kleine freundlich an.
Abbys Puls beschleunigte sich. Sie konnte sich nicht erinnern, ihn jemals zuvor lächelnd gesehen zu haben. Lara war allerdings eher verängstigt als erfreut und versteckte sich hinter ihrer Mutter. Ängstlich presste sie einen abgegriffenen Teddybären an sich.
"Du brauchst keine Angst zu haben", beruhigte Abby ihre Tochter, obwohl sie selbst einen großen Teil ihrer Kindheit damit verbracht hatte, den großen Bruder ihrer Freundinnen zu fürchten. Doch sie war schon vor vielen Jahren erwachsen geworden – es war ihr gar nichts anderes übrig geblieben. "Clayton ist kein Fremder. Ich kenne ihn schon seit vielen Jahren. Naja, sagen wir, ich kannte ihn vor vielen Jahren."
"Ich kannte deine Mutter schon, als sie noch so klein war wie du", erklärte Clayton ernsthaft. "Und du siehst ganz genau so aus wie sie, als sie zum ersten Mal mit meiner Schwester Molly zu uns nach Hause kam."
Wie ein streunender Hund. So hatte er sie zumindest immer betrachtet. Doch im Grunde war es nicht so schlimm gewesen. Meist kam sie mit schmutzigen Kleidern, aufgeschürften Knien und einem vor Hunger knurrenden Magen ins Haus der McClintocks. Und seine Mom hatte sich immer um sie gekümmert. Sie hatte Abby zu essen gegeben, ihre Sachen gewaschen und geflickt und ihre Schrammen verarztet. Mrs. Mick, wie Abby sie genannt hatte, war die einzige wirkliche Mutter gewesen, die Abby je hatte, denn ihre eigene Mom hatte sich nicht im Geringsten um ihr Kind gekümmert. Sie war lieber in der Kneipe als zu Hause gewesen. Und Abbys Vater war nie da, denn er arbeitete als Fernfahrer.
"Wie heißt du denn?", fragte Clinton das Mädchen.
"Lara", flüsterte die Kleine.
"Lara?" Fragend blickte Clayton zu Abby.
Sie nickte und bestätigte dann seine Vermutung. "Lara Hamilton."
Clayton richtete sich auf. "Du bist also nicht verheiratet?"
"Nein. Mollys Hochzeit morgen wird die einzige Gelegenheit sein, bei der ich in die Nähe eines Altars komme." Diese Hochzeit war der Grund dafür gewesen, dass Abby zurück nach Cloverville gekommen war. Sie würde ihrer Freundin dabei zusehen, wie diese den größten Fehler ihres Lebens beging. Es sei denn, es würde ihre gelingen, Molly diesen Plan noch auszureden. Wenn sie in den letzten Monaten nicht so viel zu tun gehabt hätte, wäre Abby schon viel früher zurück nach Cloverville gekommen, um mit Molly zu sprechen. Sie hoffte, dass es noch nicht zu spät war. "Es tut mir leid, dass du wegen mir zum Flughafen kommen musstest, Clayton. Ich hatte gedacht, sie würden jemand anderen schicken."
"Sie sind alle schon auf der Probe."
Abby blickte auf ihre Uhr und schloss dann resigniert die Augen. "Oh nein. Wir kommen zu spät."
Sicher gab er ihr die Schuld an den technischen Problemen in O'Hare, die ihren Flug verzögert hatten. Sie machte sich auch selbst Vorwürfe, weil sie nicht früher gekommen war. Doch gerade Clayton war einer der Gründe gewesen, weshalb sie eigentlich nie wieder nach Cloverville zurückkommen wollte. Es war völlig gleichgültig, was sie seit ihrem Verschwinden vor acht Jahren erreicht hatte: Die Leute hier – und allen voran Clayton – würden in ihr immer das arme, heruntergekommene Hamilton-Mädchen sehen, das in der Schule schon versagt hatte, noch bevor es schließlich wegen groben Unfugs und Vandalismus hinausgeworfen worden war.
"Kann ich jetzt kein Blumenmädchen mehr sein?", fragte Lara.
Abby sah den besorgten Blick auf Laras Gesicht. Ihre Tochter hatte sich sehr auf ihre wichtige Aufgabe bei Mollys Hochzeit gefreut, und sie würde furchtbar enttäuscht sein, wenn Abby ihrer Freundin wirklich die Heirat ausredete.
Auch Clayton hatte sich wieder Lara zugewandt und beruhigte sie, noch bevor Abby etwas sagen konnte. "Nein, Schätzchen. Die Hochzeit ist erst morgen, und du wirst das hübscheste Blumenmädchen sein, das Cloverville je gesehen hat." Mit seinen dunklen Augen blinzelte er Lara zu.
Abbys Herz klopfte. Doch das lag sicher nur daran, dass sie hier war – weniger als eine Stunde Autofahrt von Cloverville entfernt.
"Aber wir sollten jetzt wirklich versuchen, noch rechtzeitig zur Probe zu kommen, damit wir morgen wissen, was wir tun müssen. Und nach der Probe werden wir alle zusammen bei Mr. und Mrs. Kelly zu Abend essen. Den beiden gehört die Bäckerei, und sie haben immer eine Menge wunderbarer Leckereien da. Bei ihnen gibt es zum Beispiel die köstlichsten Kekse der Welt."
Lara zog an Abbys Hand. "Kann ich einen von diesen Keksen haben, Mommy?"
Abby nickte. Die Probe und das Abendessen würden zwar erst nach Laras gewöhnlicher Schlafenszeit zu Ende sein, doch zum Glück hatte Zucker auf Lara nicht die gleiche Wirkung wie auf ihre Mutter.
"Ich hole dann mal eure Koffer", erklärte Clayton und machte sich auf den Weg zum Gepäckband.
Abby eilte ihm nach. Es widerstrebte ihr, seine Hilfe anzunehmen. Warum hatte sie nur nicht darauf bestanden, sich einen Mietwagen zu nehmen? Doch Brenna Kelly, die Erste Brautjungfer, war dagegen gewesen. Sie hatte darauf beharrt, dass es schneller und unkomplizierter sein würde, wenn irgendjemand Abby vom Flughafen abholte. "Ich kann unsere Koffer selber holen, Clayton. Du weißt doch gar nicht, wie sie aussehen!"
"Nun ja, vermutlich sind es die beiden letzten, die noch übrig sind", entgegnete er grinsend und ging weiter zum Gepäckband.
Wütend ballte Abby ihre Faust und wünschte sich sehnlichst, etwas in der Hand zu haben, das sie ihm an den Hinterkopf werfen könnte. Clayton McClintock war ihr schon immer unglaublich auf die Nerven gegangen mit seinem überheblichen "Ich habe alles unter Kontrolle"- Benehmen. Warum hatten ihre Freundinnen nur gerade ihn geschickt, um sie und Lara abzuholen? Diese Hochzeit musste allen Beteiligten den Verstand geraubt haben.
"Er ist nett, Mommy."
Clayton McClintock besaß viele Eigenschaften. Er war voreingenommen, humorlos und verklemmt. Doch eines war er ganz bestimmt nicht: nett. Während alle anderen McClintocks ihr immer das Gefühl gegeben hatten, sie würde zur Familie gehören, hatte Clayton nie einen Zweifel daran gelassen, dass er sie für einen Eindringling hielt.
Und er hatte ja Recht. Doch damals hatte Abby keine Wahl gehabt. Sie hatte kein anderes Zuhause besessen als das der McClintocks.
"Mommy?"
Sie blinzelte und sah dann zu Lara hinunter. "Was ist denn, Liebling?"
"Magst du Clayton nicht?"
Nachdenklich wandte sie sich zu ihm um und beobachtete, wie er ihre Koffer vom Gepäckband hob. Deutlich zeichneten sich seine kräftigen Muskeln unter dem T-Shirt ab. Und dann belog sie ihre Tochter zum ersten Mal.
"Natürlich mag ich ihn."
Clayton stand nur wenige Meter von ihr entfernt, und obwohl das Gepäckband summte, konnte er jedes Wort verstehen.


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