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Ashley Gardner

Gardner, Ashley

Autorenbiografie

Ashley Gardners Liebe zur Geschichte, Kunst und der Kultur der englischen Romantik und der Regency-Zeit läßt sich sicher nicht nur durch ihren Master in Englischer Literatur erklären. Wenn sie gerade nicht recherchiert oder schreibt, liebt sie das Reisen, Kochen und Gitarrespielen. Ihre besondere Vorliebe gilt dem Bauen von Puppenhäusern, dem Lesen historischer Krimis und dem Teetrinken.

Nachdem Ashley Gardner schon in vielen Ländern gelebt hat - darunter auch Europa und Japan, lebt sie aktuell in Arizona. Mehr über die Autorin und ihre Bücher erfahren Sie unter www.gardnermysteries.com

Mit der Autorin haben wir ein Interview geführt, das wir für Sie unten auf dieser Seite platziert haben.

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Lesen Sie hier das Interview, das wir mit der Autorin geführt haben.



Interview mit Ashley Gardner

Lassen Sie uns einfach am Anfang anfangen. Warum und wieso fingen Sie an zu schreiben? Und gibt es Momente, in denen Sie es bereuen, Schriftstellerin geworden zu sein?
Ich habe schon mit acht Jahren angefangen, kleine Geschichten zu schreiben. Mein Traum war es immer, meine Bücher auf den Regalen von Bibliotheken und Buchläden zu sehen. Außerdem habe ich mir sehr gerne die Zeit mit Schreiben vertrieben, während der Schule und auch während meines gesamten Studiums. Nachdem ich einige Zeit gearbeitet hatte, entschloss ich mich, meinen Traum zu verwirklichen und tatsächlich Schriftstellerin zu werden.
Es ist ungemein hart, professionelle Autorin zu sein, schwieriger als ich es jemals geglaubt hätte. Ich arbeite an sieben Tagen in der Woche, und manchmal ist es geradezu nervenaufreibend. Trotzdem bereue ich meine Entscheidung keine Minute, ich liebe meinen Job!

Sie verwenden zahlreiche Pseudonyme (neben Ashley Gardner auch Jennifer Ashley und Allyson James). Ich habe vor Kurzem eine Schriftstellerin getroffen, die zuerst Krimis geschrieben hat und jetzt ihren ersten historischen Roman veröffentlicht. Sie hat mir erzählt, sie würde sich ganz anders fühlen, wenn sie einen historischen Roman schreibt, sie wäre eine komplett andere Person. Geht Ihnen das auch so? Oder verwenden Sie Ihre Pseudonyme hauptsächlich deswegen, weil es der Markt so verlangt?
Es ist egal, ob ich an einem Krimi oder an einer Romance arbeite, ich fühle mich selbst dabei nicht anders. Aber ich weiß, dass ich anders schreibe. Ein Krimi mit Captain Lacey verlangt nach einem anderen Stil als eine witzige Romance; und meine historische Stimme klingt anders an meine zeitgenössische paranormale. Außerdem haben mich auch meine Verleger gebeten, unterschiedliche Pseudonyme zu verwenden (ich bin bei unterschiedlichen Verlagen unter Vertrag). Das hat natürlich auch den Vorteil, dass der Name auf dem Titel eine gewisse Signalwirkung hat – Ashley Gardner schreibt dunkle, realistische Krimis, Jennifer Ashley hingegen verfasst Romances mit Witz und Leidenschaft, und bei Allyson James handelt es sich immer um sehr sexy Romances. Die Leser wissen einfach, was sie kriegen.

Vermutlich recherchieren Sie jede Menge für Ihre Romane. Was interessiert Sie mehr – alltägliche Details, historische Persönlichkeiten oder der politische Hintergrund?
Mich interessieren besonders die kleinen Dinge des damaligen Alltags. Was machten die Leute morgens nach dem Aufstehen? Was haben sie gegessen, getrunken, gelesen? Was für Sachen trugen sie? Wie sah ein normaler Tag bei ihnen aus? Wie bekamen sie ihre Post und ihr Essen? Und ihre Kleider?Außerdem will ich alles über die Orte wissen, wo meine Romane spielen – ich sehe mir Landkarten an, um festzustellen, wo sich in meiner Epoche was befand. Danach reise ich zu den Orten, über die ich schreibe, und sehe sie mir genau an. Meiner Meinung nach muss man ein Gefühl für die Atmosphäre dort bekommen und nicht nur darüber lesen. Tatsächliche Orte sind etwas ganz anderes als bloße Landkarten!
Und natürlich lese ich ein Buch nach dem anderen über meine Epoche und die Leute, die damals lebten. Im Fall der Captain-Lacey-Romane war ich natürlich in London und habe die entsprechenden Schauplätze besucht. Ich sammle Bilder, Bücher, Briefe und Bücher der Zeit. Eigentlich höre ich nie auf mit der Recherche.

Haben Sie jemanden, der Ihre Bücher zuerst liest? Wie heißt diese Person? Und befolgen Sie deren Ratschläge?
Zuallererst liest meine Bücher eine Autorin namens Glenda Garland. Sie hat fünf Regency-Romane für Kensington geschrieben, (zwei davon sind auch im CORA Verlag erscheinen, „Mitternachtsrosen“ und „Lady Esmes gewagtes Spiel“). Glenda ist eine fantastische Schriftstellerin, sie weiß genau, wenn ich etwas falsch mache. Falls in meiner Geschichte logisch etwas nicht stimmt oder sich Figuren plötzlich merkwürdig verhalten, sagt sie mir das sofort. Sie hat immer recht. Wenn ich ihren Rat nicht befolge, bittet mich später mein Lektor, genau das zu ändern, was mir auch schon Glenda vorgeschlagen hat.
Also höre ich mich immer auf ihren Rat. Sie versucht dabei allerdings nie, die Geschichte an sich zu verändern oder die Charaktere und meinen Stil. Glenda ist wirklich eine wunderbare Kritikerin!

Captain Gabriel Lacey ist der Amateur-Detektiv in Ihren Regency-Krimis. Er erinnert mich immer ein wenig an Minette Walters’ männliche Hauptfiguren: sehr maskulin, aber gleichzeitig auch erstaunlich verständig und mitfühlend. Also der perfekte Held! Wie ist er entstanden? Wurden Sie von jemand inspiriert?
Am Anfang stellte ich mir Captain Lacey als typischen Regency-Dandy vor (wie sein Freund Lucius Grenville einer ist). Aber je mehr ich über ihn nachdachte, desto weniger verhielt er sich auch so. Er war ehrenwert, nicht auffällig, bescheiden, aber sehr durchsetzungsfähig. Ich stellte also fest, dass es wesentlich interessanter wäre, wenn er kein so einfaches und bequemes Leben führen würde.
Daher habe ich mich entschlossen, ihn zu einem Offizier zu machen, der verwundet aus dem Krieg zurückkehrt und sich mühsam durchschlagen muss (viele Offiziere kamen völlig mittellos und nur mit ihrer Uniform aus den Napoleonischen Kriegen zurück). Sein Vater war ein vornehmer Gutsbesitzer, der das gesamte Familienvermögen verschwendet und Lacey bloß ein heruntergekommenes Landhaus hinterlassen hat. Für mich ist er auf diese Weise viel aufregender und vielschichtiger, als er als Dandy jemals sein könnte. Allerdings durfte Lucius Grenville der typische Dandy bleiben – aber auch er ist bedeutend interessanter, als man auf den ersten Blick vermuten könnte.
Ich weiß nicht genau, wer oder was mich zu Captain Lacey inspiriert hat. Eines Tages war er einfach in meinem Kopf und wollte nicht wieder gehen.

Lacey scheint fast ein wenig verliebt zu sein in die Ehefrau eines früheren Freundes und Kommandanten. Eine ziemlich schwierige Situation, um es milde auszudrücken! Findet Lacey auch irgendwann sein Glück?
Der arme Captain Lacey! Er hat wirklich ein schwieriges Liebesleben. Trotz alledem, er trifft im Verlauf der Serie die richtige Frau und schafft es, eine Beziehung zu ihr aufzubauen. Seine Gefühle für Mrs. Brandon verändern sich auch – aber ich will nicht zu viel verraten.

Gibt es irgendetwas, das Sie besonders Ihren deutschen Lesern sagen möchten? Wollen Sie einmal nach Deutschland kommen? Oder haben Sie schöne Erinnerungen an unser Land?
Vielen Dank dafür, dass Sie es mit Captain Lacey versuchen. Ich hoffe sehr, dass er Ihnen gefällt! Vor einigen Jahren habe ich eine Zeitlang in Deutschland gelebt und mich dort sehr wohl gefühlt. Ich habe in Ansbach gewohnt, einer kleinen Stadt in Süddeutschland. Dort gibt es ein Schloss, eine Orangerie und wundervolle Parks und Gärten, durch die ich stundenlang spazieren gegangen bin. Deutschland hat so viel Geschichte, das sieht man in jeder Stadt, eigentlich überall! Mein Mann und ich würden gerne wieder zu Besuch kommen, leider wissen wir noch nicht genau wann.

Liebe Ashley Gardner, vielen Dank für das Interview.
Ich danke Ihnen und wünsche Ihnen viel Spaß mit Captain Laceys Abenteuern!

Das Interview führte Bettina Steinhage, Redakteurin im CORA Verlag.

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