Geliebter auf Zeit? - 5. Kapitel

5. KAPITEL

Gwen lag bäuchlings auf ihrem zerwühlten Bett und hielt sich das Kissen über den Kopf, um das Hämmern an der Haustür auszublenden. Aber es half nichts. Mit einem missmutigen Stöhnen warf sie das Kissen ans Fußende und sah verschlafen auf ihren Wecker. Es dauerte einen Moment, bevor sie begriffen hatte, wie spät es war. Wer, um alles in der Welt, machte hier am Sonntagmorgen um sieben Uhr solch einen Radau?

     Sie stand auf und ging zur Schlafzimmertür, wo ihr Morgenmantel hing. Die Schultern taten ihr weh – eine Folge der Schlepperei gestern, als sie am Abend noch die schweren Kartons aus dem anderen Schlafzimmer geholt hatte.

     Wieder ertönte lautes Hämmern an der Tür.

     Declan – wer sollte es sonst sein? Aber wieso? Als er gestern endlich gegangen war, war sie sich sicher, ihn erst einmal für eine Weile los zu sein. Er wollte seinen provisorischen Umzug organisieren, und sie hatte damit gerechnet, dass das wenigstens bis Mittwoch dauern würde.

     „Ich komm ja schon“, antwortete sie. „Was gibt es denn?“, fragte sie, nachdem sie geöffnet hatte, und empfing Declan mit einem strafenden Blick.

     „Du solltest dir wirklich eine Türklingel anschaffen“, meinte Declan und quittierte ihr nicht gerade freundliches Willkommen mit einem Grinsen. Er trug ein altes T-Shirt, das sich eng um seine breiten Schultern und die Brust spannte, dazu verwaschene Jeans, die höllisch gut saßen. Sein langes schwarzes Haar hatte er glatt zurückgekämmt. Mit einem Wort: Er sah zum Anbeißen aus.

     „Ich brauche keine Klingel“, gab Gwen unwirsch zurück. Sie fühlte sich wie gerädert nach einer Nacht voller unruhiger Träume, aus denen sie mehrmals aufgewacht war.

     „Du bist wohl kein Frühstarter, wie?“, meinte er vergnügt und betrat mit einem großen Werkzeugkasten in der Hand und einem Ballen Abdeckfolie unter dem Arm die Halle.

     Gwen ließ ihn gewähren, drehte sich um und kehrte wortlos in ihr Schlafzimmer zurück. Mit einem lauten Knall schlug sie die Tür hinter sich zu. Im Putz oberhalb des Türrahmens zeigte sich ein feiner Riss. Sieh her, was du angerichtet hast, du Idiot, dachte sie ärgerlich, wobei sie sich nicht ganz sicher war, ob sie damit Declan oder sich selbst meinte. Sie ging zurück ins Bett und zog die Decke über den Kopf.

     Eine geraume Weile hörte sie Declan noch hinaus- und hineingehen. Offenbar schleppte er etliche Sachen aus seinem Wagen ins Haus. Endlich wurde die Haustür geschlossen, und es herrschte Ruhe. Mit einem Seufzer der Erleichterung schloss Gwen die Augen.

     Ein verführerischer Duft stieg ihr in die Nase und weckte sie. Es roch nach frisch gebrühtem Kaffee. Wieder warf sie einen Blick auf ihren altmodischen Wecker. Die Zeiger standen auf kurz nach zehn.

     Mit einem Satz war Gwen aus dem Bett. Vorsichtig schlich sie sich in Nachthemd und Morgenmantel in den Flur. Der Kaffeeduft kam aus der Küche. Aus Declans Zimmer kamen ein Poltern und ein unterdrücktes Fluchen. Die Tür des Zimmers stand offen. Neugierig trat Gwen näher.

     Declan hatte in den drei Stunden, in denen sie geschlafen hatte, hart gearbeitet. Er hatte sich ein Gerüst gezimmert und war gerade dabei, die letzten Fetzen der alten Tapete von der Wand zu kratzen. Bei dem Anblick, den er selbst bot, wurde Gwen heiß und kalt zugleich, und auch der allerletzte Rest von Müdigkeit war verflogen. Declan hatte sich seines T-Shirts entledigt. Sie sah die Muskeln seines kräftigen Rückens arbeiten. Ein dünnes Lederband hielt sein langes Haar zusammen.

     Gwen räusperte sich, und Declan, der sie bisher nicht bemerkt hatte, drehte sich um.

     „Na, ausgeschlafen?“, fragte er mit leisem Spott. Er legte das Werkzeug beiseite, kletterte behände vom Gerüst und zog aus seinem Hosenbund ein zerlöchertes altes Handtuch, an dem er sich die Hände abwischte. Im selben Augenblick rutschte seine Jeans noch ein paar Zentimeter tiefer auf die Hüften, und Gwens Herzschlag setzte für zwei Sekunden aus. „Hast du Hunger?“

     Die falsche Frage zum falschen Augenblick, dachte Gwen, die spürte, wie sich unter ihrem Nachthemd die Spitzen ihrer Brüste aufrichteten. Ein heißer Schauer überlief sie. Es kostete sie Mühe, den Blick von seiner nackten Haut loszureißen und ihm in die Augen zu sehen. Insgeheim hegte sie den Verdacht, dass er genau wusste, was er tat und wie er auf sie wirkte.

     „Wie wär’s mit einem Kaffee?“

     „Gute Idee. Ich hole uns gleich welchen.“

     Gwen drehte sich um und lief, als sei der Teufel hinter ihr her, den Flur entlang und die Treppe hinunter in die Küche, um der verfänglichen Szene wenigstens für ein paar Minuten zu entkommen. In der Küche verfluchte sie sich selbst wegen ihres albernen Benehmens. Es half wenig sich einzureden, dass jede Frau, die noch einen Funken Leben in sich hatte, nicht anders reagiert hätte. Aber es gab noch etwas, das sie beunruhigte: ihre Träume. Sie konnte sich zwar an keine Einzelheiten mehr erinnern, aber sie war mit einem Gefühl von Sehnsucht aufgewacht, Sehnsucht, die in eine ganz bestimmte Richtung wies. Es war besser, nicht länger darüber nachzudenken.

     „Ich nehme meinen schwarz.“ Declan hatte hinter ihr die Küche betreten und lehnte jetzt am Küchentresen.

     Gwen warf einen zaghaften Blick über die Schulter und stellte erleichtert fest, dass er sein T-Shirt wieder übergezogen hatte.

     „Hast du gut geschlafen?“, erkundigte er sich.

     Sie schenkte Kaffee ein und schob ihm seinen Becher hin. „Ja, danke.“ Dann gab sie etwas Milch in ihren Kaffee und nahm einen Schluck. „Oh, der schmeckt gut“, bemerkte sie. Es war ganz sicher nicht die Marke, die sie im Haus hatte. Das hier war etwas Besonderes.

     „Das ist Masons Spezialsorte. Ich habe heute noch ein paar Sachen mitgebracht.“

     Gwen nahm einen weiteren Schluck, den sie mit geschlossenen Augen genoss. Als sie bemerkte, dass Declan sie dabei beobachtete, stellte sie rasch ihren Becher weg, stand auf und steckte zwei Scheiben Weißbrot in den Toaster. „Hast du schon gefrühstückt?“, fragte sie, während sie geschäftig hin- und herlief, um sich ihr Frühstück zusammenzustellen, aber auch, um sich von der erotischen Spannung zu befreien, die Declans Nähe jedes Mal in ihr auslöste.

     „Schon längst“, antwortete er. „Übrigens: Ich habe ein Geschenk für dich.“ Er stellte seinen Kaffeebecher ab, ging zum Küchentisch und nahm von einem der stilvollen alten Küchenstühle aus Bugholz ein in braunes Packpapier eingeschlagenes Paket, das er vor Gwen auf den Tisch stellte.

     „Ein Geschenk? Wofür?“, fragte sie verwundert.

     „Für dich, nur so. Betrachte es meinetwegen als vorzeitiges Hochzeitsgeschenk.“

     „Ich will aber gar kein Hochzeitsgeschenk haben.“

     „Komm, Gwen, diskutier doch nicht immer. Schau es dir einfach mal an.“

     „Aber …“

     „Und wenn dir der Gedanke an ein Hochzeitsgeschenk Schwierigkeiten macht, kannst du es auch als kleine Entschädigung nehmen für die Unannehmlichkeiten und die Kosten, die ich dir verursache, solange ich hier wohne.“ Gwen sagte nichts mehr, rührte sich aber auch nicht von der Stelle. Er sah sie eine Weile freundlich an, dann zuckte er die Achseln und meinte: „Ich mache mich jetzt besser wieder an die Arbeit.“ Damit verließ er die Küche, ohne darauf zu warten, ob sie das Paket nun öffnete oder nicht.

     Der Toast war fertig, und so konnte Gwen sich mit etwas anderem beschäftigen als mit Declan und seinem Geschenk. Mit ihrem bescheidenen Frühstück setzte sie sich an den Küchentisch. Verträumt schaute aus dem Fenster. Die Rosen mussten zurückgeschnitten werden. Außerdem machte sich das Unkraut im Garten wieder breit. Vielleicht wäre es eine gute Idee, an diesem sonnigen Tag draußen zu arbeiten. An der frischen Luft – und in sicherer Entfernung von Declan.

     Ihr Blick fiel auf das braune Paket. Weder die Form noch die Größe gaben Aufschluss darüber, was es enthalten könnte. Ich will es auch gar nicht wissen, sagte sich Gwen trotzig. Es interessiert mich nicht im Geringsten. Sie biss von ihrem Toast ab und schaute wieder aus dem Fenster. Dann betrachtete sie wieder das Paket. So ging es eine Weile, bis sie bemerkte, dass sich an einer Stelle das Klebeband gelöst hatte. Zaghaft fing sie an, mit dem Zeigefinger das winzige Loch in der Verpackung ein wenig zu vergrößern, um wenigstens einen kleinen Blick darauf zu erhaschen, was sich unter dem Packpapier verbarg.

     Als noch immer nichts festzustellen war, siegte endlich doch ihre weibliche Neugier über ihren Stolz, und sie riss das Packpapier ganz ab. Vor ihr stand in Originalverpackung eine nagelneue Schleifmaschine, das luxuriöseste Modell, das auf dem Markt gab, mit unzähligen Zubehörteilen. Im Vergleich hierzu war ihr alter Schwingschleifer geradezu vorsintflutlich. Eine kleine handgeschriebene Notiz haftete auf dem Karton:

Damit deine armen Hände nicht mehr so leiden müssen.

Gwen öffnete den Karton und baute die Einzelteile der Maschine nebeneinander auf dem Tisch auf. Bei der Gelegenheit fand sie ein weiteres, kleineres Päckchen, das noch einmal in Papier verpackt war. Ohne sich lange zu besinnen, riss sie die Umhüllung ab und förderte eine Tube mit allerteuerster Handcreme zu Tage. Gwen konnte nicht widerstehen. Sie öffnete den Verschluss und schnupperte an der Creme. Der Duft war himmlisch. Dann verteilte sie ein Tröpfchen, das aus der Öffnung hervorgequollen war, auf ihrem Handrücken.

     Sie merkte sofort, wie gut ihr diese Creme tat. Trotzdem stand eines für sie fest: Sie konnte dieses Geschenk nicht annehmen.

     „Gefällt es dir?“

     Gwen fuhr herum. Declan lehnte in der Tür. „Ich kann das nicht annehmen“, erklärte sie sofort.

     Declan zog die Augenbrauen zusammen. „Warum denn nicht?“

     „Nun …“, druckste Gwen herum.

     „Es gehört dir. Gwen, gewöhne dich einfach daran. Für die nächsten Monate sind wir zusammen – auf Gedeih und Verderb. Da kann man sich auch mal einen kleinen Gefallen tun. Und gemessen an dem, was ich durch diese sechs Monate gewinne, ist diese Maschine ein sehr kleiner Gefallen.“

     „Musste es ausgerechnet das teuerste Modell sein?“

     „Na klar, warum nicht?“

     Gwen wusste nicht mehr, was sie sagen sollte. Sie wandte sich wieder dem Gerät zu, das vor ihr stand, und fuhr vorsichtig mit den Fingerspitzen darüber. Was bin ich doch für ein undankbarer, sturer Trottel, dachte sie. „Danke“, sagte sie dann leise und drehte sich wieder um. Aber da war Declan schon verschwunden.

     Sie ging hinaus in die Halle und horchte. Declan war in seinem Zimmer. Erst baute er das Gerüst ab, dann stopfte er die abgerissenen Tapetenfetzen in einen Müllbeutel. Die Energie, mit der er zu Werke ging, ließ erahnen, dass er wütend war. Es war allein ihre Schuld. Die Zeit mit ihm würde schwierig werden, viel schwieriger, als sie sich das vorgestellt hatte.

Declan packte das Werkzeug zusammen und beseitigte die letzten Spuren seiner Arbeit. Er war wütend auf sich, denn er hatte sich schließlich selbst in diese Situation manövriert. Dann massierte er seine Schultern, um die Verspannungen im Nacken loszuwerden, die ihm die intensive Arbeit der letzten Stunden eingebracht hatte. Die unterste Tapetenschicht stammte vermutlich noch aus der Zeit, als das Haus gebaut worden war. Mit dem Ergebnis seiner Arbeit war er zufrieden. Die praktische Seite seines Jobs hatte ihm immer schon die meiste Freude gemacht. Genauso ging es offensichtlich Gwen. Warum nur wollte sie seine Schleifmaschine nicht annehmen?

     Eine heiße Dusche wäre jetzt das Richtige, dachte er. Für Sekunden sah er sich mit Gwen zusammen unter dem prasselnden Wasserstrahl stehen und stellte sich vor, wie sie sich danach gegenseitig abfrottierten. Declan lachte bitter auf. Wie konnte es sein, dass seine Fantasie immer wieder auf solche Abwege geriet?

     Gwen, der Ursprung und Inhalt dieser Verirrungen, steckte ihren Kopf zur Tür herein. Sie hatte sich inzwischen umgezogen und trug gefährlich knapp abgeschnittene Jeans, eine kurzärmelige Bluse und auf dem Kopf einen Strohhut. Nach ihrer Gesichtsfarbe zu urteilen, hatte sie im Garten gearbeitet.

     „Schon fertig?“, fragte sie.

     „Ja. Wo kann ich den Abfall hinbringen?“

     „Den kann ich mitnehmen.“ Sie trat vor und griff nach dem Müllsack.

     Declan zog ihn weg. „Du brauchst mir nur zu sagen, wohin das kommt. Müssen wir wegen jeder Kleinigkeit eine Diskussion anfangen?“

     Gwen gab nach. „Hinter dem Haus auf der rechten Seite stehen die Mülltonnen. Nicht zu übersehen.“

     Declan griff nach ihrem Handgelenk und warf einen Blick auf ihre linke Hand. „Wo ist dein Ring?“

     „In seinem Etui natürlich. Ich trage ihn doch nicht bei der Gartenarbeit.“

     „Trägst du keine Handschuhe bei der Arbeit?“ Die Frage erübrigte sich beim Blick auf ihre Fingernägel.

     „Trägst du denn welche?“, konterte sie und zog die Hand weg. „Glaub nur nicht, bloß weil wir verlobt sind, kannst du dich in alles einmischen.“

     „Ich wollte mich nicht einmischen. Ich habe nur gedacht, du solltest deine Hände vielleicht etwas schonen. Oder willst du etwa so zu unserer Hochzeit gehen?“

     Gwen betrachtete stirnrunzelnd ihre Hände. „Ach, bis dahin bekomme ich das schon wieder hin.“

     „Mach das.“ Declan nahm den Müllsack und ging hinaus.

     Gwen stand einen Moment da und überlegte. Declan hatte recht. Die Zänkereien zwischen ihnen um alles und jedes waren nur zermürbend für beide. Sie dachte über eine kleine Entschädigung nach. Es war inzwischen sechs Uhr abends geworden, und Declan musste hungrig wie ein Löwe sein. Sie hatte ihm zwar um die Mittagszeit einen Teller mit Sandwiches ins Zimmer gestellt, aber das konnte für einen hart arbeitenden Mann nicht genug sein. Sie sah sich in seinem Zimmer um. Was er geschafft hatte, war beeindruckend. Sie selbst hätte vermutlich Tage dafür gebraucht. Und dann wäre immer noch die Frage gewesen, ob sie die Wände so sauber hinbekommen hätte.

     „Morgen lasse ich meine Sachen kommen.“ Er stand plötzlich wieder hinter ihr und Gwen fuhr zusammen.

     Diese Angewohnheit, wie aus dem Nichts lautlos neben oder hinter ihr aufzutauchen, machte sie wahnsinnig. „Könntest du dich nicht künftig irgendwie bemerkbar machen, bevor du hinter einem stehst – singen oder pfeifen oder was weiß ich?“, fragte sie. „Ich bekomme jedes Mal fast einen Herzinfarkt, wenn du dich anschleichst.“

     „So vielleicht?“ Declan machte einen Mann nach, der auf der Straße Frauen hinterherpfiff.

     Gwen winkte ab. „Vergiss es. Ich muss mich sowieso an einiges bei dir gewöhnen.“

     „Das würde vieles erleichtern“, meinte er und machte sich daran, seine Werkzeuge wieder in den Werkzeugkasten zu packen und die Abdeckfolie, die den Fußboden geschützt hatte, zusammenzufalten.

     Gwen dachte wieder daran, dass sie ihm noch etwas schuldig war. Nichts wäre ihr lieber gewesen, als dass er sie endlich allein ließe. Trotzdem fand sie es anständiger, ihn zu fragen, ob er nicht zum Abendessen bleiben wollte. „Declan“, begann sie endlich, „ich habe zwei Steaks für uns aufgetaut. Willst du nicht noch etwas essen, bevor du gehst?“

     Er schien zu zögern. „Ich fühle mich ziemlich reif für eine Dusche. Könnte ich die hier nehmen? Ich habe noch saubere Sachen zum Anziehen im Wagen.“

     „Die Dusche ist noch nicht fertig. Du kannst aber ein Vollbad nehmen, wenn du möchtest.“

     „Okay, warum nicht? Ich bin in einer Minute wieder zurück. Ich hole nur die Sachen aus dem Wagen.“

     Während er nach draußen ging, ließ Gwen das Badewasser ein. Sie suchte das größte Badehandtuch heraus, das sie finden konnte. Gerade als sie mit den Vorbereitungen fertig war, kam Declan zurück.

     „Ich habe etwas Badesalz ins Wasser gegeben. Das wirkt entspannend nach der körperlichen Anstrengung.“

     „Danke.“ Declan zog sich das T-Shirt aus.

     „Entschuldige. Ich bin sofort draußen“, rief Gwen aus und lief zur Tür.

     „Nur keine Panik! Du siehst mich ja schließlich nicht zum ersten Mal mit nacktem Oberkörper“, bemerkte Declan verwundert.

     Nicht nur den Oberkörper, schoss es Gwen durch den Kopf, und plötzlich schienen ihre Wangen zu glühen. „Wie auch immer. Ich lass dich jetzt lieber allein.“

     Ungerührt zog Declan sich weiter aus, und bevor sie sich zur Tür drehen konnte, fiel seine Jeans. Gwen hätte fast aufgeschrien. Fluchtartig verließ sie das Badezimmer. Als sie die Tür hinter sich schloss, hörte sie ihn lachen. Für einen Moment dachte sie an Rache in Form von Chilipfeffer auf dem Fleisch. Fest stand jedenfalls, dass ab sofort die Installation einer Dusche oberste Priorität hatte.

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