Heiße Küsse für den Boss - 8. Kapitel

8. Kapitel

Der Schmerz zwischen Amandas Beinen blieb. Doch war es kein körperlicher Schmerz, sondern das schmerzliche Verlangen nach mehr. Ihr Appetit war geweckt. Sie hatte von der verbotenen Frucht gekostet. Und jetzt wollte sie mehr, spürte einen ungekannten Hunger. Sie dachte an nichts anderes, als daran, wie Jared diesen Hunger stillen könnte. Endlich wurde ihr bewusst, was sie verpasst hatte, und sie verlor sich in erotischen Tagträumen.

    Als sie am nächsten Tag zur Arbeit ging, fürchtete sie die Gesichter ihrer Kollegen. Sie würden sich fragen, was gestern passiert war.

    „Geht es dir gut?“, fragte Valerie sofort. „Jared hat gestern angerufen und gesagt, du hättest während des Meetings Migräne bekommen.“

    Migräne. So nannte man das also? Amanda nickte mechanisch. „Tut mir leid, dass …“

    „Er kommt um zehn vorbei. Er hat es sich anders überlegt.“

    „Ach ja?“ Sie bekam kaum Luft. Schlechte Nachrichten also. Die Agentur würde den Auftrag verlieren und sie ihren Job. Wie sollte sie jetzt das Geld …

    „Er möchte jemand anderes als Kontakter.“

    Was? Was hatte er genau gesagt? Amanda spürte, wie sie rot wurde.

    Valerie blickte sie prüfend an. „Er möchte, dass du weiterhin an der Kampagne mitarbeitest, aber er möchte, dass jemand mit mehr Erfahrung das Projekt leitet.“

    „Dann haben wir den Auftrag noch?“ Amanda versuchte, ihre Gedanken zu ordnen. „Ich habe es nicht vermasselt?“

    „Ganz im Gegenteil. Aber er möchte, dass das ganze Team an der Kampagne mitarbeitet.“

    Natürlich. Also keine Schäferstündchen mehr mit Amanda.

    „Meiner Meinung nach ist es besser so“, tröstete Valerie sie. „Die Leitung war zu viel für jemanden, der noch so unerfahren ist wie du.“

    Jared war zu viel für jemanden, der so unerfahren war wie sie. Ja. Das wusste sie. Aber sie ärgerte sich trotzdem.

    Um Viertel vor zehn verließ sie das Büro unter dem Vorwand, sich einen Kaffee zu holen, weil ihr bei dem Gedanken an eine Begegnung mit Jared nicht wohl war. Sie traute sich selbst nicht über den Weg. Eine halbe Stunde später schlüpfte sie wieder hinter ihren Schreibtisch, in der Hoffnung, er möge schon wieder fort sein.

    „Amanda.“ Valerie tauchte auf. „Jared hat noch ein paar Fragen.“

    Ihr Herz sank. Pech gehabt.

    Als sie das Konferenzzimmer betrat, versuchte sie, an ihm vorbei zu sehen, doch sobald sie ihn aus dem Augenwinkel entdeckt hatte, ging ihre Fantasie wieder mit ihr durch.

    Mist.

    Sie setzte sich und mied nach wie vor seinen Blick, während sie seine Fragen zum Logo beantwortete. Als er und Valerie zum Schluss kamen, hielt sie den Blick gesenkt.

    „Wir sind ein gutes Stück vorangekommen.“

    Valerie erhob sich, und Amanda sprang ebenfalls auf und eilte zur Tür.

    „Einen Moment noch, Amanda.“ Es war ein Befehl, und im Beisein ihrer Chefin musste sie gehorchen. Sie blieb stehen, setzte sich jedoch nicht wieder hin.

    Valerie verließ das Zimmer. Offenbar wusste sie Bescheid, dass Jared mit ihr noch unter vier Augen sprechen wollte.

    „Geht es dir gut, Amanda?“

    „Oh natürlich.“ Sie wandte ihm ihr Gesicht zu. „Erst schläfst du mit mir und dann ziehst du mich von der Kampagne ab. Mir geht es prima.“ Sie versuchte ein Lachen. „Dabei warst du es, der Privates von Beruflichem trennen wollte.“

    „Genau das versuche ich“, erklärte er sachlich. „Die Agentur behält den Auftrag, Amanda. Ich wollte nur nicht, dass du dich als meine Geisel fühlst. Egal, was zwischen uns passiert, Synergy macht die Kampagne. Ich möchte nicht, dass du dich unter Druck gesetzt fühlst, weil du Angst um deinen Job hast. Ich möchte, dass du dich frei entscheidest.“

    Sie ließ seine Worte auf sich wirken und fragte dann: „Was soll ich frei entscheiden?“

    Er zögerte. Dann stand er auf und kam auf sie zu. „Ob du mit mir essen gehst.“

    „Weil du ein schlechtes Gewissen hast?“ Sie wünschte, er würde nicht näher kommen. Sie konnte sich so nicht konzentrieren.

    „Sollte ich denn ein schlechtes Gewissen haben?“

    „Nein. Ich glaube, wir sind beide schuld daran, was passiert ist.“

    „Ja“, stimmte er leise zu.

    Sie spürte seinen Blick, obwohl sie ihn nach wie vor mied. Sonst wäre sie verloren. „Du musst dich nicht verpflichtet fühlen …“

    „Ich fühle mich nicht verpflichtet …“ Er unterbrach sich. „Geh einfach mit mir essen.“

    Sie starrte auf seine breite Brust. Es war hoffnungslos. Sie konnte ihm ebenso wenig etwas abschlagen wie sie aufhören konnte zu atmen. Und er wusste es.

    Sie brachte keinen Ton heraus.

    „Ich hole dich um sechs ab.“

Jared kam zehn Minuten zu früh. Er schickte ihr eine SMS, und Amanda verließ sofort ihren Schreibtisch.

    Sobald sie eingestiegen war, fuhr er los. „Hast du Hunger?“

    Sie hatte seit Tagen keinen Hunger. Seit sie sich im Flugzeug neben ihn gesetzt hatte. Der Hunger, den sie verspürte, hatte nichts mit Essen zu tun.

    „Ich koche uns etwas.“

    „Wirklich?“ Auf dem Rücksitz entdeckte sie Einkaufstüten. Sie lächelte, konnte sich jedoch nicht recht begeistern. Zu vieles ging ihr im Kopf herum. Fuhren sie in seine Wohnung? Warum tat er das? Wollte er sich so entschuldigen? Fühlte er sich dazu verpflichtet? Eine verspätete Einladung zum Essen, nachdem sie sich ihm gestern als Nachtisch angeboten hatte?

    Oder wollte er mehr – so wie sie mehr von ihm wollte?

    Sie bediente sich ihrer Flugzeug-Atmung, um ihren Puls zu beruhigen. Nach weniger als zehn Minuten fuhr er in eine Tiefgarage. Als sie ausgestiegen waren, spürte sie seinen Seitenblick. „Die Kampagne wird großartig, Amanda. Wir müssen nur noch ein wenig daran feilen.“

    Dachte er, das war es, was sie beschäftigte?

    Der Wohnkomplex war klein, aber exklusiv. Er dirigierte sie zum Fahrstuhl, und sie fuhren in das oberste Stockwerk.

„Schöne Wohnung!“ Holzfußboden, große Fenster, atemberaubender Blick. Die eindrucksvollen Gemälde an den Wänden wurden von speziellen Scheinwerfern angestrahlt.

    Die Einrichtung war schnörkellos, aber gemütlich. Doch Amanda konnte nicht stillstehen. Sie ging von einem Fenster zum nächsten, von einem Gemälde zum nächsten, bis sie schließlich vor dem größten über dem Kamin stehen blieb.

    „Das ist ein wunderschönes Gemälde.“ Sie empfand die karge Landschaft irgendwie als tröstlich.

    „Gefällt es dir?“ Er steckte seinen Kopf durch die Küchentür, um zu sehen, welches sie meinte.

    „Sehr.“

    „Komm in die Küche“, forderte er sie lächelnd auf.

    „Sagte die Spinne zur Fliege“, murmelte sie. Doch sie folgte seiner Aufforderung, unfähig, dem vagen Versprechen in seiner Stimme zu widerstehen. Dem Versprechen von Nähe.

    Er wandte den Kopf, und als er sie sah, breitete sich ein Lächeln über sein Gesicht. „Aber wer ist die Spinne und wer die Fliege?“

    Als ob das nicht klar wäre.

    Er lachte über ihre Miene. Sie ignorierte ihn und sah sich in der Küche um, während er die Einkäufe auspackte. Er besaß edle Geräte. Eine tolle Espressomaschine. Einen Entsafter natürlich. Sie sah sich alles genau an, auf der Suche nach etwas, was sie von ihrer Nervosität, dem Adrenalin in ihren Adern ablenken würde.

    „Amanda?“

    „Hm?“

    Er seufzte. Plötzlich kam er auf sie zu, hob sie mühelos hoch und setzte sie auf den Küchentresen.

    Amanda war so überrascht, dass sie ihm zum ersten Mal an diesem Tag ins Gesicht sah. Sie erkannte die brennende Leidenschaft in seinen Augen, die Anspannung in seinem Gesicht.

    Ihre Augen weiteten sich, und irgendwie verlangsamte sich alles um sie herum. Bei jedem Schlag ihres Herzens erbebte sie innerlich.

    Er tat nichts, er sagte nichts. Doch er betrachtete sie so eingehend, als würde er in ihren Augen etwas suchen. Sie wusste nicht, wonach er suchte, doch sie wusste, dass sie nichts vor ihm verbergen konnte. Denn unter seinem glühenden Blick öffneten sich ihre Lippen, beschleunigte sich ihr Puls, erwachte tief in ihrem Innern ein brennendes Verlangen. Sein Blick flackerte, und zuerst war sie nicht sicher, ob Zorn oder Verlangen der Grund war.

    Seine Lippen bewegten sich kaum, doch sein leises Flüstern prickelte auf ihrer Haut. „Ich kann dir einfach nicht widerstehen.“

    Plötzlich hörte sie ein Schlurfen, einen dumpfen Aufprall, dann noch einen. Sie blickte zur Seite und sah seine Schuhe neben den Kühlschrank fallen.

    Als sie ihm den Blick wieder zuwandte, löste er lächelnd seine Krawatte und warf sie auf den Tresen. Sie blieb bewegungslos sitzen, während er begann, sein Hemd aufzuknöpfen.

    „Was tust du?“, brachte sie endlich hervor.

    „Ich ziehe mich aus.“ Er streifte das Hemd ab. „In der Küche kann es sehr warm werden, weißt du?“

    Sie war so verzaubert vom Anblick seines unglaublichen Oberkörpers, dass sie ihn kaum hörte.

    „Wieso bist du so braun?“

    „Vom Surfen.“

    „Aber es ist Winter.“

    „Ich war verreist.“

    „Wo warst du?“ Sie musste aufhören ihn anzustarren.

    „Auf Hawaii.“

    Kein Gramm Fett, nur Muskeln. Er hatte seinen Gürtel gelöst und schlüpfte in Sekundenschnelle gleichzeitig aus Hose und Socken. Dann griff er nach dem Bund seiner Boxershorts.

    „Ist das nicht zu gefährlich in der Küche?“, versuchte sie zu scherzen.

    Schon war er nackt – in seiner ganzen Pracht.

    Sie blinzelte. Kein Wunder, dass es wehgetan hatte.

    „Gefährlich?“, fragte er leise.

    Sie versuchte wegzusehen, doch sie konnte nicht.

    Sein Lächeln wurde zärtlicher, und er nahm ihr Gesicht in die Hände. „Diesmal sorge ich dafür, dass es nicht wehtut.“

    Diesmal. Gott sei Dank gab es ein „Diesmal“. Er küsste sie. Seit gestern Morgen sehnte sie sich nach diesem Kuss. Sanft nahm er ihren Mund in Besitz. Und obwohl sie komplett angezogen war und er nackt, war sie es, die sich nackt fühlte.

    Er löste die Spange aus ihrem Haar, fuhr mit den Fingern hindurch. Langsam knöpfte er Knopf für Knopf ihrer Bluse auf und küsste die entblößte Haut, bis er schließlich den Stoff beiseite schob und ihren BH löste. Beide betrachteten ihre Brustspitzen, die sich ihm hart entgegenreckten.

    „Du bist schön.“ Genüsslich umfasste er die weichen Brüste und berührte vorsichtig die harten Knospen.

    Die Bluse bis zu den Ellbogen abgestreift, den BH lose um die Taille, sah sie ihm ganz benommen zu, wie er sie liebkoste und kostete. Sie hatte nicht geahnt, dass es möglich war, nur durch das Reizen der Brüste so erregt zu werden. Sie fragte sich, ob sie es überhaupt ins Bett schaffen würden.

    „Gleich“, murmelte er. Sie musste die Frage laut ausgesprochen haben.

    „Ich glaube, meine Transportmethode wird dir gefallen.“ Er half ihr aus der Bluse und ließ sie zu Boden gleiten. Öffnete den Reißverschluss von ihrem Rock und streifte ihn ihr zusammen mit dem Slip ab. Der Tresen fühlte sich an ihrem nackten Po kalt an. Er streichelte sie, küsste sie, dann umfasste er ihre Taille und zog sie ganz an den Rand des Tresens, spreizte ihre Schenkel, sodass er sich dazwischen stellen konnte und sich ihre Oberkörper berührten.

    Haut an Haut. Amanda lief ein Schauer über den Rücken.

    Während er ihren Mund mit einem tiefen Kuss verschloss, erforschten seine Finger sanft ihre empfindsamste Stelle. Dann hob er den Kopf und lächelte sein Wolfslächeln. „Heiß und feucht.“

    Sie verging vor Hitze und Verlangen – und dann gab er ihr ein bisschen von dem, wonach sie sich verzehrte. Erst nur mit einem Finger, der in sie hineinglitt. Er zog sich wieder zurück und drang mit zwei Fingern in sie ein, während sein Daumen sanft die Stelle darüber massierte.

    „Oh.“ Der Orgasmus ließ sie erbeben. „Oh nein.“

    „Genieß es“, murmelte er genießerisch. „Wir machen mehr. Viel mehr.“

    Jared hielt sie in seinen Armen und streichelte sie, während sie sich erholte und dann bemerkte, dass ihr Hunger noch immer nicht gestillt war. Sie blickte zu ihm auf, und die Konturen seines Gesichts schienen schärfer zu werden, als er ihren Gesichtsausdruck las.

    Er nahm ihre Hände und legte sie knapp hinter ihr flach auf den Tresen, sodass sie leicht zurückgelehnt saß. „Sieh hin.“

    Und Amanda sah an sich hinab. Blickte auf seine Erektion. Er neigte sie noch etwas weiter zurück und schob ihre Beine weiter auseinander. Sie bebte vor Erregung.

    Er rieb sich an ihr. Sie stöhnte. Konnte man vor Lust sterben? Wenn ja, war sie ernsthaft gefährdet. Sie fühlte sich wie berauscht.

    Ihre Blicke trafen sich.

    „Sieh hin“, befahl er wieder.

    Gehorsam senkte sie den Blick. Seine Erektion glänzte jetzt von ihrem Liebessaft. Er ließ nur die Spitze in sie gleiten, zog sie zurück und stieß sie wieder hinein. Er hatte recht. Diesmal schmerzte es nicht. Es schmerzte nur, ihn nicht noch tiefer in sich zu spüren. Sie verspürte einen gierigen Hunger, ein verzweifeltes Verlangen.

    Die Luft war so heiß, dass es ihr den Atem verschlug. Ihr Kopf fühlte sich bleischwer an. Sie wollte sich hinlegen und von ihm nehmen lassen, wollte, dass er so tief in sie stieß, wie er konnte.

    „Jared.“ Ihr Verlangen war nicht zu überhören.

    „Okay?“

    „Ja.“ Oh ja!

    Doch er spielte weiter mit ihr, drang nur mit der Spitze in sie ein und zog sich zurück, drang nach und nach immer ein bisschen tiefer vor, und Amanda wurde heißer und feuchter, unvorstellbar erregt von dem Anblick und dem Gefühl ihrer Vereinigung.

    „Bitte“, hauchte sie sehnsüchtig.

    Er spannte die Muskeln an, und Zentimeter für köstlichen Zentimeter zog er sie an sich. Instinktiv schlang sie Arme und Beine um ihn, als er sie anhob. Sie blickte ihm tief in die Augen, ertrank in seinem Blick, unfähig etwas zu sagen, während er ganz in sie eindrang.

    Jared senkte den Kopf und küsste sie. Genüsslich seufzend erwiderte sie den Kuss.

    Und dann machte er sich – mit ihr in den Armen – auf den Weg.

    Amanda gab sich ganz dem Gefühl hin, während er alle paar Schritte stehen blieb, um seine Besitzansprüche zu bekräftigen, indem er sie sanft an sich presste. Einmal hielt er an, um sie an eine Wand zu lehnen, und stieß kräftiger in sie, angespornt von ihrem leidenschaftlichen Flüstern.

    Endlich waren sie in seinem Schlafzimmer. Obwohl er die ganze Arbeit machte, war sie es, die außer Atem war. „Ich kann nicht mehr“, stöhnte sie hilflos.

    Er legte sie hin, und sie spürte sein Körpergewicht auf sich. „Aber Amanda, das ist erst der Anfang.“

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