Von dir will ich alles - 5. Kapitel

5. KAPITEL

Devin kam sich wie ein Idiot vor, als er im Nebenzimmer stand und ungeduldig wartete. Sylvia faszinierte ihn, und er überlegte fieberhaft, wie er das Geld, das er benötigte, beschaffen konnte, ohne sie unter Druck zu setzen. Aber ihm fiel keine andere Lösung ein.

     Dann vergiss das Geld und bleib bei ihr, sagte er sich.

     Der Gedanke war verlockend. Sylvia reizte ihn – und das keineswegs nur sexuell. Ihre Intelligenz, ihr Charme, ihr Temperament und ihr Charakter zogen ihn magisch an. Selbst der Widerspruch zwischen ihren heißen Action-Thrillern und ihrer Herkunft aus einer alteingesessenen, angesehenen Familie faszinierte ihn. Sie hatte sehr viele Facetten, diese Frau. Und er wollte jede einzelne von ihr kennenlernen.

     Mach dir bloß nichts vor, mein Junge, sagte er sich bitter. Das würde sie nie zulassen. Ihr Traummann bist nicht du, sondern Montgomery Alexander. Du kannst zwar einen Abend lang in seine Rolle schlüpfen, aber du wirst niemals sein wie er.

     Devin stöhnte. Er hatte keine Chance bei ihr.

     Mit schleppenden Schritten ging er zur Tür zum Korridor und zwang sich, das Richtige zu tun.

     Es war Montgomery Alexander, den Sylvia wollte, nicht Devin O'Malley. Der Mann, den sie begehrte, war kultiviert und weltgewandt, ein wunderbarer Unterhalter, der sich im Weißen Haus genauso wohlfühlen würde wie in einem Zelt an irgendeinem Kriegsschauplatz. Wahrscheinlich würde Alexander sogar Yeats zitieren, wenn er codierte Botschaften über die Grenze schmuggelte.

     Ganz anders als er, Devin O'Malley, der schon froh war, wenn er seine Löhne zahlen konnte und ihm kein Gangster wegen der Spielschulden seines Vaters auf die Pelle rückte. Also ganz und gar nicht das, was Sylvia wollte.

     Er stand vor einem Dilemma. Wenn er Geld von ihr erpresste, verlor er seine Selbstachtung. Aber er konnte auch nicht bei ihr bleiben und so tun, als ob zwei so grundverschiedene Menschen wie sie und er wirklich eine Chance hätten.

     Deshalb ging er und stieg schnell in den Aufzug, bevor er es sich anders überlegen konnte.

     Ihre kurze Affäre war schon vorbei, bevor sie überhaupt beginnen konnte.

"Er ist ein Schuft!"

     "Sylvia", sagte Rachel seufzend und öffnete das Wagenfenster.

     "Nein, wirklich. Er ist ein Schuft, und ich bin eine Närrin." Sylvia schüttelte den Kopf. "Ich hätte es wissen müssen. Sein Blick ist so unstet."

     "Red keinen Unsinn, Sylvia."

     "Doch, das ist er", beharrte sie, aber nicht aus Überzeugung, sondern weil sie ihrer Empörung ein Ventil verschaffen musste. "Und es ist wirklich nicht zu glauben, dass ich jetzt hier im Taxi sitze, um diesen Mann, der mich halb nackt in einem Hotelzimmer sitzen ließ und mir nicht mal eine Nachricht hinterlassen hat, um eine Gefälligkeit zu bitten."

     Rachel lachte. "Ich glaube, du bist wütender auf dich selbst als auf ihn. Weil du fast mit ihm ins Bett gegangen wärst, etwas, was du trotz meines Drängens bisher nie getan hast. Und jetzt schämst du dich, weil du zum ersten Mal versucht hast, aus deiner langweiligen Routine auszubrechen, und es nicht geklappt hat."

     "Es ist die Art und Weise. Ich kann es einfach nicht glauben, dass er so wortlos verschwunden ist."

     "Wahrscheinlich schämt er sich genauso sehr wie du."

     Das bezweifelte Sylvia. "Wieso?"

     "Er kam doch zu der Party, um dich kennenzulernen. Vielleicht hoffte er, du würdest auf seine Nummer hereinfallen …"

     "Womit er ja auch recht behalten hat."

     "… aber er glaubte es nicht wirklich", fuhr Rachel fort. "Und dann, als er merkte, dass er dir gefiel und du ihn in dein Zimmer mitnahmst, war es für ihn, als wären seine kühnsten Fantasien wahr geworden."

     Sylvia war nicht sicher, ob sie Rachel glauben sollte.

     "Aber als ich dann kam und du ihn fortgeschickt hast, hat ihn das vielleicht ernüchtert. Wahrscheinlich dachte er, du würdest wütend auf ihn sein, sobald die erste Leidenschaft verflogen ist, und wollte lieber verschwinden, bevor du die Polizei anrufen würdest."

     "Mag sein. Aber es wird trotzdem peinlich sein, ihm wieder zu begegnen …"

     "Dreizehn fünfzig."

     Rachel zahlte, als das Taxi hielt.

     Einem Schild über der Eingangstür des Pubs entnahmen sie, dass es von vier Uhr nachmittags bis zwei Uhr nachts geöffnet war.

     "Vielleicht ist ja trotzdem jemand da", meinte Rachel.

     Sylvia zog an der schweren Tür. Sie war nicht abgeschlossen.

     Die einzige Person im Raum war ein dünner kleiner Mann, der auf dem Boden kniete und die Dielen schrubbte.

     Sylvia hüstelte.

     "Wir haben noch geschlossen", sagte er, ohne aufzusehen.

     "Ich weiß. Ich möchte den Besitzer sprechen", erklärte Sylvia.

     Der Mann knurrte etwas, machte dann aber große Augen, als er aufschaute und sie und Rachel sah. Rasch erhob er sich. "Oh, Sie sind es. Das wusste ich nicht. Entschuldigung. Was darf ich Ihnen bringen? Das geht natürlich aufs Haus."

     Sylvia schaute Rachel an, die mit den Schultern zuckte.

     "Für mich eine Margarita", erklärte Rachel nach kurzem Zögern.

     "Rachel!", zischte Sylvia, als der Mann zur Bar ging.

     "Was ist? Er hat uns eingeladen, und abzulehnen wäre unhöflich."

     "Eben hätte er uns am liebsten noch hinausgeworfen. Und nun lädt er uns ein?" Sylvia sprach mit gesenkter Stimme, was allerdings nicht nötig gewesen wäre, da der Mann begonnen hatte, Rachels Drink zu mixen.

     "Hier. Die Margarita." Er stellte das Glas auf den Tresen.

     Rachel ging hinüber. Sylvia folgte ihr.

     "Wer ist sie?", fragte der Mann mit einem Blick auf Rachel. "Ihre Anwältin?"

     Komische Frage. "Wir haben zwar zusammen Jura studiert, aber …"

     "O Mann, ich wusste es! Hätt ich doch bloß meinen Mund gehalten! Jetzt kriegt er Ärger mit der Polizei und den Gerichten!"

     Sylvia runzelte die Stirn. Wer würde Ärger mit der Polizei bekommen? Und was hatte sie damit zu tun? Oder spielte der Mann auf Devins Auftritt als Schriftsteller an? "Wer sind Sie?", fragte sie.

     Der Mann eilte um die Bar herum und schüttelte ihr die Hand. "Jerry Mangolini. Wow! Wie schön, Sie kennenzulernen. Ich habe alle Ihre Bücher gelesen."

     Sylvia sah Rachels entsetzten Blick und fragte sich, ob sie nicht besser auch etwas bestellen sollte. Irgendwie hatte sie das Gefühl, sie brauchte jetzt doch einen Drink. "Was für Bücher meinen Sie?"

     Jerry stieß sie mit der Schulter an, als ob sie alte Freunde wären. "Keine Sorge, ich erzähl schon nichts. Komisch, was, dass ich jetzt Ihr Geheimnis hüte, obwohl Devin es doch ausposaunen wollte, wenn Sie nicht … na ja, Sie wissen schon." Grinsend rieb er Daumen und Zeigefinger aneinander.

     Er hieß also Devin. "Devin wollte …" Sie mochte den Gedanken nicht zu Ende denken.

     "Sylvia erpressen?" Rachel war da weniger zimperlich.

     "Deshalb sind Sie doch gekommen, oder?", fragte Jerry.

     "Nein …", begann Sylvia.

     "Doch. Natürlich", erwiderte Rachel schnell.

     Jerry nickte. "Es überrascht mich, dass Sie ihn gefunden haben. Aber Sie werden ihn wohl wiedererkannt haben nach Ihrem Besuch im Pub vor ein paar Tagen."

     "Sie meinen den Tag, an dem Sie und er unser Gespräch belauscht haben?", hakte Sylvia nach.

     Jerry grinste. "Genau. Es war ein großartiger Plan. Ähnlich gut wie all die Dinger, die Devins Vater früher drehte." Er runzelte die Stirn. "Aber Sie brauchen keine Anwältin. Er hat's ja nicht getan. Er ist gegangen, ohne etwas zu verlangen, hat er mir gesagt."

     "Und Sie glauben, damit wäre es in Ordnung?", fragte Sylvia.

     Jerry zog die Schultern hoch. "Kein Staatsanwalt der Welt würde Devin wegen Erpressung anklagen, wenn gar keine Erpressung stattgefunden hat."

     Da musste Sylvia ihm insgeheim zustimmen. Selbst wenn sie sich entschlösse, Devin anzuzeigen, würde kein Gericht der Welt den Fall aufgreifen.

     "Außerdem", fuhr Jerry fort, "hatte Devin seine Gründe. Gute Gründe. Zwanzigtausend, um genau zu sein."

     "Wofür?", warf Rachel ein.

     "Spielschulden", erklärte Jerry. "Sein …"

     "Hallo, Sylvia."

     Sylvia fuhr herum, und da stand er … Alexander, Devin oder wie auch immer er sich nennen mochte. Das dunkle Haar vom Abend vorher war verschwunden, und feuchte blonde Wellen umrahmten sein Gesicht, als habe er sich gerade die letzten Überbleibsel Alexanders abgeduscht. Aber die Veränderung verringerte nicht im Mindesten seinen Sex-Appeal.

     Ihr erster Impuls war, ihm keinen Vorwurf zu machen. Weder wegen der geplanten Erpressung, noch weil er so sang- und klanglos aus dem Hotel verschwunden war und russisches Roulette mit ihrem Herzen gespielt hatte.

     Nein, sie sehnte sich nur danach, ihn zu küssen, ihn zu umarmen und ihm nah zu sein.

     Und das war es, was sie erst richtig wütend machte.

     Sylvias Gesichtsausdruck bereitete Devins Fantasie, sie sei gekommen, um ihn wiederzusehen, ein jähes Ende. Aber sie war unglaublich sexy, wenn sie wütend war.

     "Spielschulden? Du wolltest mich erpressen, um deine Spielschulden zu begleichen?" Ihre Stimme war so schrill geworden, dass Devin erschrak. Das klang wirklich nicht nach einem Happy End.

     "Sylvia, so war es nicht." Er hoffte, sie wenigstens so weit beruhigen zu können, dass sie nicht hysterisch wurde.

     "Nein? Was dann?" Sie stampfte mit dem Fuß auf und warf einen Blick zum Tresen. Zum Glück stand dort kein Aschenbecher, denn sonst hätte sie bestimmt einen nach ihm geworfen. "Wie konnte ich nur auf dich hereinfallen und tatsächlich denken, du interessiertest dich für mich? Du musst dich ja totgelacht haben über mich!"

     Er wünschte, er könne diesen Tag noch einmal von vorn beginnen. Den ganzen Morgen hatte er am Telefon gehangen und um weiteren Aufschub für die Spielschulden gebettelt. Eine lausige Verlängerung von zwei zusätzlichen Wochen hatten sie ihm eingeräumt. Wie sollte er in vier Wochen zwanzigtausend Dollar auftreiben? Das war unmöglich!

     Und nun musste er sich auch noch mit der Frau auseinandersetzen, die er nackt in einem Hotelzimmer zurückgelassen hatte, nachdem er in die Rolle des von ihr erfundenen Schriftstellers geschlüpft war und sich als ihr Traummann ausgegeben hatte. Eine Frau, die er so sehr begehrte, dass es schmerzte, und von der er wusste, dass er sie nie haben würde – weil sie ihn ansah, als wäre er der letzte Dreck.

     Alles in allem versprach es ein verdammt ungemütlicher Tag zu werden.

     "Nun …", empört stemmte sie die Hände in die Hüften, "willst du nicht wenigstens irgendeinen Satz zitieren?"

     Er hätte fast gelacht. Da hatte er sich nun dazu durchgerungen, ein Gentleman zu sein und ihr Zeit zu lassen, bevor er seinen Plan ausführte, der all seine finanziellen Probleme lösen würde – und wozu? Damit das Objekt seines Interesses, die einzige Frau, die er je wirklich begehrt hatte, in seinem Pub stand, ihn anbrüllte und ihn für einen miesen, erbärmlichen Ganoven hielt.

     "Sylvia, du verstehst nicht …" Er unterbrach sich. Das Problem war, dass sie nur allzu gut verstand. Er war seines Vaters Sohn. Er war all das, was sie ihm zum Vorwurf machte. All das, wovor er sein Leben lang davongelaufen war.

     "Nein? Du scheinst mich mit einer meiner Romanfiguren zu verwechseln. Mit den leichten Mädchen, die sich mit den bösen Jungs einlassen."

     Er atmete tief ein und traf eine Entscheidung. Zum Teufel mit seinem Vater, mit Carlo und ihm selbst. Er war besser als sie alle. Und das würde er ihr beweisen. "Ich bin fortgegangen, ohne etwas von dir zu verlangen."

     Ihre Augen weiteten sich, sie trat zurück. Er wusste nicht, was sie erwartet hatte, aber das offenbar nicht.

     "Und?"

     Er war so erleichtert, dass er fast gelacht hätte. Sie klang jetzt gar nicht mehr so kampflustig. Aber er ahnte, dass er noch längst nicht aus dem Schneider war. "Ich habe nicht versucht, dich zu erpressen."

     "Aber du wolltest es. Daher all die Fragen darüber, wer die Wahrheit kennt. Das war kein Flirt. All dieses Gerede diente nur dazu, eine miese kleine Erpressung vorzubereiten." Sylvia verschränkte die Arme vor der Brust und schaute Devin in die Augen. "Oder?"

     Er blickte zu Jerry, dann zu Rachel. Beide lauschten interessiert und waren keine Hilfe. "Ja", erwiderte er schlicht.

     "Aber du hast darauf verzichtet?"

     "Ja."

     "Warum?"

     Er zögerte.

     "Warum, Devin?", beharrte sie.

     Ihm stockte der Atem, als er sie zum ersten Mal seinen Namen sagen hörte. Und aus irgendeinem verrückten Grund schöpfte er wieder Hoffnung. Er nickte Jerry zu, der sofort begriff. Rachel rührte sich jedoch nicht von der Stelle, bis Sylvia mit den Lippen "Geh!" formte. Erst da erhob sie sich und ging scheinbar gleichgültig zum Ende der Bar.

     "Warum?", wiederholte Sylvia sanft. So sanft, wie sie ihn gebeten hatte, sie zu küssen. Himmel, das Ganze brachte ihn noch um.

     "Weil du es warst. Ich brachte es einfach nicht übers Herz." Er wollte ihr sagen, dass er sich in sie verliebt habe. Aber er ermahnte sich, dass dies noch nicht der richtige Moment dazu sei.

     Sie runzelte die Stirn. Als sie dann lächelte, atmete er erleichtert auf. Alles würde gut werden. Sie würden sich aussprechen und sich besser kennenlernen …

     Aber da senkte sie den Kopf, und als sie wieder aufschaute, lächelte sie nicht mehr. "Vielleicht waren all die Vorbereitungen doch nicht umsonst", murmelte sie.

     Das brachte ihn aus dem Konzept. "Wie bitte?"

     "Du sagtest, du hättest viel gepaukt für diese Rolle."

     Er nickte, immer noch nicht sicher, worauf sie hinauswollte.

     "Und du scheinst Talent zu haben", fügte sie hinzu.

     "Talent wozu?", fragte er misstrauisch.

     Sie zuckte die Schultern. "Erpressung, Glücksspiel und so weiter. Es soll bei euch in der Familie liegen, hörte ich. Und das ist … typisch Alexander."

     Das wäre aber nicht der Devin, den sie kennenlernen sollte. Sie sollte den Mann erleben, der er heute war – anständig und ehrlich –, und er schickte sich an, ihr das zu sagen.

     "Zweitausend die Woche", verkündete sie, und er schwieg verblüfft.

     Dann schluckte er. "Wie bitte?"

     "Mein Verleger möchte Alexander auf eine dreiwöchige Promotiontour schicken. Sie fängt morgen an."

     "Morgen?"

     "Die Medien fordern Interviews, und deshalb brauche ich noch einmal Alexander. Und du bist mir etwas schuldig." Sie lächelte ihn an, ein Lächeln voller Wärme und Verheißungen.

     Er dachte blitzschnell nach. Jerry könnte den Pub führen und würde über den zusätzlichen Verdienst begeistert sein. Damit blieb nur noch die Frage, wie er den Rest des Gelds beschaffen sollte. Wie sollte er vierzehntausend Dollar in der einen Woche nach der Tour aufbringen?

     Er brauchte mehr als eine Woche. Das Problem war nur, dass er auch Sylvia wollte. Und ein wenig Zeit in ihrer Nähe zu verbringen erschien ihm die ideale Chance dazu. Doch drei Wochen waren viel zu viel. "Da ich dir etwas schulde, tue ich es umsonst. Aber nur eine Woche."

     "O nein. Ich bin mir zwar nicht sicher, was hier vorgeht, aber eins steht fest: ich will dir nicht verpflichtet sein. Drei Wochen, und ich bezahle dich."

     Er addierte schnell. Sechstausend von der Buchtour, weitere fünftausend aus dem Pub, wenn das Geschäft gut lief. Zweitausend über die Kreditkarte. Aber das reichte nicht. "Zahl mir viertausend die Woche, und wir sind uns einig."

     "Nein."

     "Ich brauche mehr, Sylvia."

     "Mehr kann ich mir nicht leisten. Und ich bezweifle, dass ich dir mehr zahlen würde, wenn ich könnte. Vergiss nicht, du warst es, der mich in diese Situation gebracht hat."

     Das stimmte. Und hätte er mehr Zeit gehabt, würde er ihr auch gern helfen. Aber so, wie die Dinge lagen, konnte er ihr nur einen Kompromiss anbieten. "Wie wäre es mit einer Woche für zweitausend?" Wenn sie zustimmte, konnte er den Rest vielleicht in den Wochen nach der Reise auftreiben. Vielleicht bekam er ja die Anzahlung zurück, die er für seinen zweiten Pub in Boston schon geleistet hatte.

     Er konnte natürlich immer noch zu seinem Bruder Derek gehen. Das wollte er zwar auf jeden Fall vermeiden, aber wenn er Sylvia durch seinen Einsatz aus der Klemme helfen konnte, würde er in den sauren Apfel beißen.

     "Zwei Wochen", sagte sie.

     "Anderthalb. Das ist mein letztes Angebot."

     Sylvia schaute Rachel an, die mit den Schultern zuckte.

     Er hob die Hände. "Ich kann nicht länger. Tut mir leid."

     Sylvia nickte. "Schon gut. Mach dir keine Sorgen. Wir klären das schon irgendwie." Sie reichte ihm die Hand. "Schlag ein."

     Ihr Händedruck war kurz und fest. "Du tust uns einen großen Gefallen. Wirklich. Vielen Dank."

     Er nickte. "Es ist mir ein Vergnügen", erwiderte er und fühlte sich wie ein totaler Schuft.

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