Weingut der Liebe - Epilog

EPILOG

„Du hast immer noch keinen Ring, Jess“, sagte ihre Mum sofort nach der Begrüßung. Natürlich war ihre Familie zu der heutigen Ausstellungseröffnung von Katelyn Kirbys Werken gekommen.

            „Luke und ich heiraten in sechs Monaten. Daran würde auch ein Verlobungsring nichts ändern.“

            „Jede Frau sollte einen Ring haben.“

            „Das werde ich, sobald Luke den gefunden hat, den er sich vorstellt“, erwiderte sie und war erleichtert, als Clem und Nick sich zu ihnen gesellten.

            „Schön, dich so glücklich zu sehen, Jess.“ Clem umarmte sie. „Und wie läuft es mit deiner Agentur?“

            „Ally hat soweit alles gut im Griff. Ich entwerfe noch die Anfangskonzepte, habe ansonsten aber mit dem Büro in Johannesburg kaum noch etwas zu tun.“

            „Was ist mit der Dependance in Kapstadt?“, fragte Nick.

            Jess verzog das Gesicht. „Ich habe noch nichts in die Wege geleitet und weiß nicht, ob ich es überhaupt werde. Hin und wieder habe ich ein paar Leute beraten und mich um langjährige Kunden gekümmert.“

            „Und wie steht es um St Sylve?“, erkundigte Clem sich leise, als auch ihre anderen Brüder mit ihren Frauen auf sie zutraten.

            „Es wurde mehr Wein verkauft. Was ermutigend ist. Außerdem renoviere ich gerade das Herrenhaus, damit dort kleinere Feiern stattfinden können“, antwortete sie und sah aus den Augenwinkeln, dass Luke aufs Podium stieg. Er machte in dem Smoking eine atemberaubende Figur. Als sich ihre Blicke jetzt trafen, schlug ihr Herz sogleich höher. Sie konnten nicht glücklicher miteinander sein.

            „Willkommen bei dieser Ausstellung von Katelyn Kirbys Kunst. Wie die meisten von Ihnen wissen, war sie meine Mutter und starb, als ich noch sehr klein war. Aber kürzlich bin ich auf diese große Sammlung ihrer Arbeiten gestoßen und möchte sie der Welt nicht vorenthalten. Einige Gemälde sind unverkäuflich, da meine Verlobte Jess und ich beschlossen haben, sie zu behalten. Die übrigen Bilder sowie die Entwürfe von Schmuckstücken und Skulpturen stehen zum Verkauf. Die Gelder fließen in eine Stiftung, die wir unter dem Namen meiner Mutter gegründet haben und die talentierte, benachteiligte junge Künstler fördern soll“, erklärte er. Wenig später verließ er das Podium und ging auf Jess und ihre Familie zu.

            Nachdem er alle ausgiebig begrüßt hatte, beugte er sich zu ihr und küsste sie. „Ich habe ein Geschenk für dich.“

            „Ja? Meinst du, dass es mir gefällt?“

            „Ich hoffe es. Außerdem hat es den zusätzlichen Nutzen, dass deine Mum endlich aufhört, dir in den Ohren zu liegen. Und mir.“ Er zwinkerte Liza zu, bevor er ein Samtkästchen aus der Jacketttasche holte und es öffnete.

            Starr blickte Jess auf den außergewöhnlichen Ring aus kunstvollen Gold- und Platinverästelungen, zwischen denen ein Saphir funkelte. Luke nahm ihn heraus und steckte ihn ihr an den Finger.

            „Meine Mutter hat ihn entworfen. Als ich die Zeichnung sah, dachte ich sofort an dich. Es schien mir, als hätte sie den Ring schon damals für dich designt. Ich habe den Entwurf dann einem befreundeten Goldschmied gegeben, um dich zu überraschen. Wie findest du ihn?“

            „Er ist traumhaft. Genauso traumhaft wie du.“ Jess war den Tränen nahe.

            Luke umfasste ihr Gesicht. „Du bist noch traumhafter“, flüsterte er bewegt.

            „Mensch, Luke“, unterbrach Nick den romantischen Moment. „Wenn du jetzt anfängst, gefühlsduselig zu werden, wirst du noch als unser am wenigsten geliebter Schwager enden. Es setzt uns anderen viel zu sehr unter Druck, auch so sentimental sein zu müssen.“

            Luke grinste. „Ich werde euer einziger Schwager sein.“

            Nick verzog das Gesicht, während er laut auflachte. „Ehrlich? Dann brauche ich unbedingt noch einen Drink.“

 

– ENDE –

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