Und plötzlich ist es Leidenschaft - 9. Kapitel

9. Kapitel

In dem Moment, als die Tür ihres Hotelzimmers in Miami sich hinter ihnen schloss, zog Cole Lyndsey in seine Arme. Die Leidenschaft erwachte sofort wieder in ihr. Sie knöpfte ihm den Hemdkragen auf und lockerte seine Krawatte, während er sein Jackett auszog.

    Mit einem zufriedenen Seufzer barg sie ihr Gesicht an seinem Hals und sog tief die Luft ein, um in seinem Duft zu schwelgen. Sie fuhr mit der Zunge über seine Haut, um sie zu schmecken, und liebkoste eine empfindsame Stelle an seinem Hals.

    "Du machst mich verrückt", stieß Cole heiser aus.

    Lyndsey knöpfte ihm das Hemd auf. "Und du machst mich verrückt."

    Er erwiderte ihre Küsse, riss ihre Bluse auf und streifte sie ihr über die Schultern. Dann trat er zurück und ließ den Blick erneut über ihren BH aus Spitze gleiten.

    Sie zog den BH aus und ließ ihn auf den Boden fallen. Coles Augen verdunkelten sich vor Verlangen, und Lyndsey erschauerte.

    Langsam zog er sie an sich, so dass er ihre Haut spüren konnte. Sie schmiegte sich an ihn, während er sie mit seinen Händen und seinen immer leidenschaftlicher werdenden Küssen in einen wahren Taumel der Erregung versetzte.

    Spielerisch zerzauste sie sein Haar und genoss den Ansturm der Gefühle. "Halte die Zeit an", bat sie.

    Zärtlich strich Cole mit den Fingerspitzen über ihren Rücken. "Ich werde mein Bestes tun." Er schmeckte ihr Ohrläppchen und küsste ihren Hals. Dann fand er erneut ihren Mund.

    Lyndsey dachte, dass er nie wieder damit aufhören sollte. Wie hatte sie nur glauben können, ohne seine Liebkosungen leben zu können? Sie hatten sechs Tage verschwendet, als sie sich aus dem Weg gegangen waren. In dieser Zeit hätten sie das Paradies auf Erden haben können. Es war fast kriminell.

    Cole zog ihr die restlichen Kleider aus. Seine Berührungen wurden intimer und ließen ihren Puls höher schlagen. Der sanfte Lufthauch, für den der Ventilator an der Decke sorgte, kühlte ihre erhitzte Haut. Wieder nahm Cole sie auf seine Arme und ging mit ihr durch die Doppeltür zu dem großen, bequemen Bett. "Sag mir, wenn ich dich absetzen soll."

    Ihr wurde warm ums Herz, weil er sich noch daran erinnerte. "Noch nicht." Lyndsey liebte es einfach, von ihm getragen und von seinen starken Armen gehalten zu werden. Es war so ungeheuer männlich und gleichzeitig so fürsorglich, dass sie wohlig erschauerte.

    Cole lächelte sie an und küsste sie erst auf den Mund, dann auf die Augenlider und auf die Nasenspitze. "Du magst das wirklich", neckte er sie.

    "Ich mag das wirklich", stimmte sie zu.

    "Ich muss herausfinden, welche Fantasie damit verbunden ist."

    Sie grinste. "Die vom primitiven Neandertaler, der seine Frau in die Höhle schleppt?"

    "In meinem Fall wohl eher die von einem wilden Wikinger."

    "Das ist es", flüsterte Lyndsey heiser.

    Seine Augen funkelten vor Erregung. Cole küsste sie lange und tief, während er sie sanft auf das Bett legte. Er strich ihr das Haar aus dem Gesicht. "Du bist schön."

    Sie fühlte sich schön. Sie fühlte sich begehrenswert und einfach wundervoll.

    Er begann, ihren Körper mit Küssen zu bedecken. Zuerst widmete er sich ihrer Fessel, arbeitete sich dann zu ihrem Knie hoch und beugte dann leicht ihr Bein, um zur Innenseite ihres Oberschenkels zu gelangen. Lyndsey überlief eine Gänsehaut, und sie flüsterte atemlos seinen Namen, als er sie küsste, ihre empfindsame Haut schmeckte und sie seine Bartstoppeln spürte. Er blies sanft über ihre Locken, bevor er ihr mit seinen Liebkosungen höchste Lust bereitete.

    Lyndsey schloss die Augen und biss sich auf die Lippen, als sie sich ihren Empfindungen ganz hingab. Sie war bei Cole in Sicherheit. Er würde ihr nicht wehtun. Er würde niemandem wehtun.

    Dann begann er sie zu streicheln. Ihre Hüften zuckten, und er flüsterte ihr ermutigende Worte zu. Sie suchte Halt und schob ihre Hände in sein Haar. Cole beugte sich zu ihr hinunter und sog abwechselnd an ihren Brustspitzen. Lyndsey stöhnte verlangend und bog sich ihm entgegen, während die Wellen der Erregung sie mitrissen. Auf dem Weg zum Gipfel klammerte sie sich an ihn und ließ sich von ihm festhalten. Anschließend küsste er sie zärtlich.

    "Du und langsam, das passt wohl einfach nicht zusammen, hm?", fragte er schmunzelnd.

    "Komm darüber hinweg, Cowboy", murmelte sie.

    Er lachte leise. "Ich werde es versuchen", versprach er und drückte sanft ihre Beine auseinander. Dann schob er sich auf sie und drang vorsichtig in sie ein. Er ließ es langsam angehen, beschleunigte dann den Rhythmus und verlangsamte ihn wieder, bis Lyndsey vor Lust aufschrie. Cole flüsterte immer wieder ihren Namen, bis alles andere um sie herum nicht mehr zu existieren schien und sie gemeinsam zum Gipfel kamen.

Als Stunden später die Sonne aufging, war die Champagnerflasche fast geleert. Der Lufthauch des Ventilators strich sanft über Coles nackte Haut. Er tauchte eine Erdbeere in die Schale mit der geschlagenen Sahne und hielt Lyndsey die Köstlichkeit vor den Mund.

    Sie biss genüsslich hinein und lächelte ihn an.

    Er aß die andere Hälfte und dachte, dass er am liebsten den Rest seines Lebens in diesem Bett liegen bleiben würde.

    "Also", fuhr sie fort, nachdem sie die Erdbeere hinuntergeschluckt hatte. "Dein Ururgroßvater, der berühmt-berüchtigte und sexy Jarred Erickson …"

    "Ich denke, ich bin nach ihm gekommen", warf Cole ein und suchte sich zwischen den vielen weißen Kissen und der bauschigen Decke einen Platz zum Sitzen.

    "Was den sexy oder was den berühmt-berüchtigten Part angeht?" Lyndsey lag auf dem Bauch und hatte die Füße verschränkt.

    Cole betrachtete sich genüsslich. Ja, ich könnte definitiv immer hier bleiben, überlegte er. "Was beides angeht, denke ich."

    Sie grinste und griff nach ihrem Champagnerglas. "Also, dieser besagte Jarred hat eine Verfügung erlassen, wonach die Ranch niemals aufgeteilt werden darf."

    Cole nickte. "Meine Vorfahren waren ganz groß darin, Verfügungen zu erlassen. Über die Generationen hinweg hat immer mal wieder einer von ihnen etwas angeordnet, das schlimmen Schaden angerichtet hat." Er ging davon aus, dass die meisten von ihnen Verrückte waren, insbesondere diejenigen, die Piraten gewesen waren.

    Lyndsey nahm einen Schluck Champagner, und er musste gegen das Bedürfnis ankämpfen, einen Tropfen davon von ihren Lippen zu küssen.

    "Und deine Lösung ist, einige neue Verfügungen dagegenzusetzen?"

    "Genau. Jetzt bin ich an der Reihe. Bislang habe ich mich ja auch an deren Regeln gehalten."

    Sie lachte kurz auf.

    "Was ist?"

    "Welche Regel genau hast du befolgt?"

    "Den Blitz des Nordens weiterzugeben."

    "Ha. Du musst regelrecht in eine Ehe getrieben werden."

    Das war unfair. Cole sah Lyndsey finster an. "Das mache ich völlig freiwillig."

    "Als letzten Ausweg."

    Er nahm sein Champagnerglas. "Fakt ist, dass ich es tun werde."

    "Du wirst auch die Ranch aufteilen. Trotz der Verfügung deines Ururgroßvaters Jarred."

    "Das ist nur vernünftig. Sie um jeden Preis in einer Hand zu belassen, ist eine dumme Idee."

    "Bist du immer derart überzeugt, dass du Recht hast und alle anderen falsch liegen?"

    "Natürlich", sagte Cole.

    "Natürlich", ahmte Lyndsey ihn nach.

    "He, wenn ein Mann nicht seinem eigenen Urteil vertraut, was bleibt dann?"

    Sie lachte wieder. Dann setzte sie sich auf und zog die Decke über ihren Schoß. "Weißt du, wer auch immer die Regel wegen der Frauenzimmer und des Biers aufgestellt hat, hat die Männer der Familie Erickson ganz gut charakterisiert."

    "Frauenzimmer und Bier? Ich habe keine Ahnung, wovon du sprichst."

    "Hat deine Grandma dir nichts davon erzählt?"

    Cole schüttelte den Kopf.

    Lyndsey lehnte sich zu ihm hinüber und nahm sich noch eine Erdbeere mit etwas Sahne. "Das ist der Grund, weshalb die Frauen die Brosche bekommen." Sie schob sich genüsslich die Erdbeere in den Mund. "Der Begründer eurer Dynastie hatte die Befürchtung, die jungen erstgeborenen Männer in der Familie könnten die Brosche zu Geld machen, um sich Frauenzimmer und Bier dafür zu leisten. Und damit wäre der Blitz des Nordens wohl bald verloren gewesen."

    Er musste grinsen.

    "Was ist?"

    "Wer braucht Frauenzimmer und Bier?" Cole hob sein Glas, als wolle er mit ihr anstoßen. "Ich habe Champagner und …"

    "Sieh dich vor, Cowboy."

    Er beugte sich zu ihr, küsste ihre Lippen und ging kein Risiko ein. "Eine Prinzessin."

    Lyndsey lehnte sich zurück. "Eine Prinzessin?"

    Okay, das ist zu albern, dachte er. "Ein heißes Weib?"

    Sie zog die Augenbrauen hoch.

    Cole entschied sich für die Wahrheit. "Eine schöne, intelligente, lustige und liebenswürdige Lady."

    "Das ist nicht übel."

    Er nahm ihr das Glas aus der Hand und stellte es zusammen mit seinem auf dem Nachttisch ab. "Komm her." Er hatte das Bedürfnis, Lyndsey erneut zu spüren, deshalb zog er sie in seine Arme, und sie streckten sich auf der Decke aus.

    Sie seufzte und bettete ihren Kopf an seiner Schulter.

    Er strich über ihr Haar und schüttelte den Kopf. "Frauenzimmer und Bier. Wie kommt es, dass du mehr über meine Familie weißt als ich."

    "Ich bin neugierig und stelle viele Fragen."

    Unten auf der Straße erwachte die Stadt zu neuem Leben, und die Sonne schien durch die Balkontür herein. "Lass mich dir eine Frage stellen." Cole wickelte eine ihrer Haarsträhnen um seinen Finger.

    "Nur zu."

    "Du sagtest, dass du Pflegeeltern hattest."

    Lyndsey nickte. "Ich habe meine Eltern verloren, als ich fünf Jahre alt war. Sie sind bei einem Feuer in unserem Haus umgekommen."

    Er drückte sie fester an sich, während sie beide schwiegen.

    "Meine Pflegeeltern waren Freunde der Familie", fuhr sie fort. "Nanny Emma und Papa Hal zogen mich groß. Aber sie waren schon älter und sind beide vor fünf Jahren gestorben."

    Cole hatte großes Mitgefühl. Er wusste nicht, was er ohne seine Familie tun würde. "Du musst sie alle sehr vermissen."

    "Nanny und Papa vermisse ich. Aber an meine Eltern erinnere ich mich nicht richtig. Ich habe nur noch vage Bilder im Kopf."

    "Was ist mit Fotos?"

    "Die sind bei dem Feuer verbrannt", meinte Lyndsey. "Einige der Nachbarn hatten Schnappschüsse von meinem Vater. Aber meine Mutter war immer hinter der Kamera und nicht davor, haben sie mir erzählt."

    Ihm wurde bei dieser Ungerechtigkeit schwer ums Herz. Nicht zu wissen, wie die eigene Mutter ausgesehen hatte, konnte er sich kaum vorstellen. Als er mit zwanzig Jahren seine Mutter verloren hatte, hatte er sie schmerzlich vermisst. Aber Lyndsey war erst fünf gewesen. Coles Beschützerinstinkt erwachte. "Was ist mit Zeitungen? Oder dem Jahrbuch ihrer Highschool? Sicherlich hat jemand …"

    "Es ist okay." Sie strich ihm beruhigend über die Wange, während er eigentlich sie trösten wollte.

    "An was erinnerst du dich?" Er legte die Hand auf ihre.

    "An das ovale, silberne Medaillon meiner Mutter, auf dem vorne eine Blume eingraviert war. Eine Rose, glaube ich." Lyndsey lächelte. "Ich weiß nicht, welches Foto darin war. Aber das Medaillon baumelte über mir, wenn sie sich zu mir beugte, um mich in die Arme zu nehmen. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich danach greifen wollte. Und daran, dass ihr Haar blond war und ihr über die Schultern fiel."

    "Wo ist das Medaillon jetzt?"

    "Es wurde ebenfalls im Feuer zerstört."

    "Oh, Lyndsey."

    "Es ist wirklich okay."

    Zärtlich küsste Cole sie. "Das erklärt vermutlich eine Menge."

    Sie hob den Kopf und sah ihn überrascht an. "Das erklärt was?"

    "Deinen Beruf. Deinen brennenden Wunsch, Antiquitäten ausfindig zu machen."

    "Ich mache Antiquitäten ausfindig, weil ich Kunstgeschichte studiert habe."

    "Du hast einen Studienabschluss in Kunstgeschichte, weil du dein Leben lang nach diesem Medaillon gesucht hast."

    "Das ist albern. Das Medaillon ist vor mehr als zwanzig Jahren zerstört worden."

    Cole berührte mit den Fingern Lyndseys Schläfe. "Vielleicht hier drin." Er legte die Hand auf ihr Herz. "Aber nicht da drin."

    "Hast du im Nebenfach Psychologie studiert?"

    "Informatik. Und im Hauptfach Landwirtschaftslehre."

    "Dann fehlt dir jede Qualifikation, um mich zu analysieren."

    "Vermutlich hast du Recht", sagte Cole, um sie zu beschwichtigen. Denn er wusste einfach, dass es sich bei ihr um eine persönliche Suche handelte.

    Lyndsey unterdrückte ein Gähnen.

    "Wir brauchen etwas Schlaf", sagte er.

    "Es ist schon morgens."

    "Noch nicht ganz." Er breitete die Decke über ihnen aus, während er sie weiter im Arm hielt.

    "Wir brauchen etwas Schlaf", stimmte sie zu, lächelte und machte die Augen zu.

    Cole atmete tief ein. Er könnte sich daran gewöhnen, mit Lyndsey in den Armen einzuschlafen. Doch er sollte es nicht. Sie hatte ihre Karriere, und er hatte seine Familie. Dennoch könnte er sich daran gewöhnen.

Mit geschlossenen Augen wartete Lyndsey, bis Cole ruhig und gleichmäßig atmete. Dann schüttelte sie ihre Müdigkeit ab und betrachtete sein Profil. Seine gebräunte Haut bildete einen starken Kontrast zu dem weißen Kopfkissen, und sie strich vorsichtig mit der Fingerspitze über sein Kinn. Sie wünschte, sie könnte ehrlich zu ihm sein, ihn in ihre Pläne einweihen und ihn um Rat fragen.

    Einen Moment lang erwog sie, ihn tatsächlich zu wecken und ihn zur Geheimhaltung zu verpflichten. Dann könnte sie ihm von dem Problem seiner Großmutter erzählen, und sie könnten gemeinsam eine Lösung suchen. Aber das durfte sie nicht tun. Und sie bezweifelte sogar, dass Cole es guthieße, wenn sie es täte. Sie nahm an, dass er es als Vertrauensbruch ansähe, wenn jemand ein Versprechen nicht hielte, das er einem Mitglied seiner Familie gegeben hatte.

    Schließlich löste sich Lyndsey vorsichtig aus seiner Umarmung und schlüpfte aus dem Bett. Es war acht Uhr morgens in Miami, fünf Uhr in Kalifornien und sieben Uhr in Texas. Sie konnte nur hoffen, dass Cole durch diese Zeitverschiebung und den Schlafmangel in der letzten Nacht nicht so bald aufwachen würde. Auf Zehenspitzen ging sie ins Wohnzimmer, schloss leise die Tür hinter sich und schaltete die kleine Schreibtischlampe ein. Dann holte sie die Telefonnummer der Organisatoren der Modenschau in Miami heraus. Sie hoffte, auf diesem Weg die Kontaktadresse von Rupert Cowan zu erfahren.

    Der Koordinator konnte ihr tatsächlich weiterhelfen, und sie erhielt die gewünschte Telefonnummer. Sie notierte sich alles auf dem Hotelblock, riss das Blatt ab und steckte es in ihre Handtasche. Obwohl sie keine Ahnung hatte, ob es sich um den Rupert Cowan handelte, den sie suchte, musste sie sofort etwas unternehmen. Wenn dieser Mann die Brosche hatte und sie sie zurückholen konnte, wäre Cole ihr wahrscheinlich so dankbar, dass er nicht nach den Details fragen würde. Schnell zog Lyndsey sich an, nahm ihre Handtasche und verließ das Hotel.

Als Cole aufwachte, konnte er Lyndsey nirgends entdecken. Sie war weder in der Suite noch im Hotelrestaurant oder in der Lobby. Er wusste, dass er aufhören musste, sie zu verdächtigen. Aber dass sie ständig verschwand, machte ihn nervös. Sie sollten zusammenarbeiten. Auch wenn er ihr versprochen hatte, im Zweifel zu ihren Gunsten zu entscheiden, fragte er sich, ob sie etwas im Schilde führte. Allerdings war es weitaus wahrscheinlicher, dass sie irgendwelche Antiquitätenhändler abklapperte oder vielleicht nur wegen einer Besorgung um die Ecke gegangen war. Sie könnte jede Minute wieder auftauchen.

    Dennoch sah er sich prüfend in der Suite um. Ihr Koffer stand geöffnet auf dem Sofa. Ihre Toilettenartikel waren im Bad. An der Bar hatte sie sich eine Flasche Wasser aufgemacht. Ein Stift lag wie zufällig neben einem Notizblock auf dem Schreibtisch. Die Sachen könnten natürlich so vom Hotelpersonal hingelegt worden sein. Es war aber auch möglich, dass Lyndsey sie benutzt hatte.

    Cole hielt den Notizblock ins Licht und starrte auf die Oberfläche, auf der Abdrücke auszumachen waren. Er erinnerte sich an einen Trick aus einem TV-Krimi und schraffierte die Stellen mit einem Bleistift.

    Rupert Cowan – 2713 Harper View Road.

    Das hörte sich für Cole nicht nach einem Coffee-Shop oder einem Feinkostgeschäft an. Zu diesem Namen fiel ihm überhaupt nichts ein. Lyndsey konnte einen völlig legitimen Grund gehabt haben, die Adresse aufzuschreiben und das Hotel zu verlassen. Nach der vergangenen Nacht wollte er selbst dann zu ihren Gunsten entscheiden, wenn ihn Zweifel plagten.

    Er zerknüllte das Papier. Diese Adresse könnte auch noch der vorherige Gast notiert haben. Wahrscheinlich würden Lyndsey und er später darüber lachen. Er warf das zerknüllte Blatt in den Papierkorb, setzte sich auf die Couch und ballte unruhig die Hände während er auf ihre Rückkehr wartete.

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