Historical-Autorin Elisabeth Hobbes im Interview

Wir haben mit Elisabeth Hobbes gesprochen, Autorin historischer Liebesromane. Sie hat uns ihre besten Schreibtipps und Lieblingsbücher verraten ...

War Schreiben schon immer Ihre große Leidenschaft?

Ja. Bereits als Kind habe ich mir Geschichten ausgedacht und in ein Notizbuch gekritzelt. Meine Hauptpersonen waren Freunde oder Familienmitglieder, und irgendwer erlebte immer ein Abenteuer. Ich erinnere mich an eine Geschichte, in der es um meine Freunde und mich ging. Wir mussten uns auf Schlitten durch Tiefschnee kämpfen, um zurück zu einer Blockhütte zu gelangen. In diesem Alter drehte sich bei mir noch nichts um Romantik. Irgendwann stellte ich das Schreiben zurück, denn ich fing an zu unterrichten und hatte nicht mehr genug Zeit. Trotzdem verschwand es nie völlig aus meinem Leben. Als meine Kinder noch klein waren und mein Mann außerhalb arbeitete, hatte ich die Abende oft für mich allein. Auf keinen Fall wollte ich diese Zeit ausschließlich vor dem Fernseher verbringen. Also fing ich wieder an zu schreiben. Einige Frauen meiner Baby-Gruppe chatteten online über die Liebesromane von Mills & Boon [dem britischen Schwester-Verlag von CORA]: „Ah, die habe ich früher auch gelesen“, schrieben sie. „Es kann doch nicht so schwer sein, so etwas zu schreiben“. Wir fingen gemeinsam an, aber ich war die einzige, die dabei blieb. Schließlich nahm ich an einem Schreibwettbewerb teil, aber so ganz gelungen war die Romance noch nicht. Da wurde mir klar, dass es alles andere als leicht ist, einen guten Liebesroman zu schreiben. Es erfordert Übung, viele Ideen und vor allem gutes Handwerk. Ich freue mich, dass ich das inzwischen gelernt habe. Wenn ich die Wahl habe, eine Stunde zu schreiben oder den Haushalt zu machen, gewinnt immer das Schreiben.


Foto: © Privat

Elisabeth Hobbes‘ Karriere als Autorin begann damit, dass sie mit ihrem ersten Roman 2013 beim „So You Think You Can Write“-Wettbewerb des Verlagshauses Harlequin Enterprises den dritten Platz belegte. Sofort wurde sie von Harlequin, dem Mutterhaus von CORA, unter Vertrag genommen und hat seitdem acht historische Romane veröffentlicht.

Obwohl das Schreiben für sie zu einer großen Leidenschaft wurde, arbeitet Elisabeth Hobbes weiterhin auch als Grundschullehrerin. In ihrer Freizeit kocht und liest sie gerne – manchmal sogar gleichzeitig. Sie liebt historische Romane und hat eine Vorliebe für das Mittelalter und dunkelhaarige, bärtige Helden.

Mit ihrer Familie geht Elisabeth gerne Skifahren und zum Sightseeing, außerdem singt sie viel. Mit ihrem Mann, zwei Kindern und zwei Katzen lebt sie in Cheshire, England.


Haben Sie Schreibrituale?

Ja, auf jeden Fall! Ich schreibe immer dienstags, denn das ist der einzige Tag, an dem ich nicht unterrichte. Ich gehe in die Bücherei, schalte mein Handy aus und gehe offline, sodass ich mich ganz aufs Schreiben konzentrieren kann und nicht abgelenkt werde.

Demnächst werde ich auch zu Hause endlich ein Arbeitszimmer haben. Wir haben gerade eine Marathon-Renovierung hinter uns. Dadurch ist eine Art Loft entstanden, und ich werde nun in dem ehemaligen Zimmer meiner Tochter schreiben. Die Farben und das Design des Raumens stehen unter dem Motto „Pfau“. Ich werde dort all meine Bücher, Notizen, Schreibhefte und Recherchematerialien unterbringen, und es wird der ordentlichste Raum im ganzen Haus sein. Darauf freue ich mich schon.

Ich habe grundsätzlich ein Notizbuch in meiner Handtasche und versuche immer, zwischendurch für mein aktuelles Buch ein paar Zeilen zu verfassen. Es kommt auch vor, dass ich mit dem Wagen rechts ranfahre und auf meinem Handy ein paar Stichworte eingebe, um mich später an eine Idee zu erinnern.

Was war der beste Rat, den Sie jemals zum Schreiben von Liebesromanen bekommen haben?

Wenn man eine heiße Liebesszene schreiben will, hilft es, beschwipst zu schreiben und nüchtern zu redigieren. Wirklich, das hilft. Außerdem ist es gut, wenn im Haus Stille herrscht. Das Wichtigste ist aber, dass man immer weiter schreibt. Wenn man 500 Wörter am Tag schreibt, dann summiert sich das schnell. Immer mal wieder zwischendurch schreiben ist ebenfalls sehr gut. Das rate ich auch meinen Schülern, wenn sie nicht wissen, was sie schreiben sollen. Ich sage: „Schreib irgendetwas“. Wenn erst einmal etwas da steht, kann man damit arbeiten. Vielleicht muss man die Hälfte wieder löschen, aber dann hat man immerhin noch die andere Hälfte. Lieber ein bisschen und dafür oft, sage ich immer.


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Was gefällt Ihnen am Schreiben von historischen Romances besonders?

Ich nehme sehr gern eine moderne Idee auf und verbinde sie mit historischen Begebenheiten wie zum Beispiel bei „A Wager for the Widow“. Im Grunde ist es eine Büro-Romance, in der es um die Tochter des Boss‘ geht. Allerdings spielt es im Mittelalter, und der Boss ist adelig, während der Held als Hausverwalter arbeitet. Wenn man sich nur durch die Vorstellungskraft in ein mittelalterliches Dorf versetzt, kann man schwerlich wissen, wie das ist und wie man sich verhalten muss. Ich bin mit den Filmen Robin Hood und Der Tag des Falken aufgewachsen. Das hat mich geprägt. Und natürlich kann ein Schwertkampf ausgesprochen aufregend sein!

Was würden Sie zu Lesern sagen, die noch nie eine historische Romance gelesen haben?

Wenn Sie noch nie eine historische Romance gelesen haben oder glauben, dass sie Ihnen nicht gefallen würde – versuchen Sie es trotzdem. Die Kleidung und das Setting mögen zunächst etwas merkwürdig erscheinen. Aber Liebe ist zeitlos, und das Auf und Ab der Emotionen ist genau wie in einer zeitgenössischen Romance.

Was ist Ihr absolutes Lieblingsbuch?

Überredung von Jane Austen. Ich finde dieses Werk einfach großartig. Ich liebe das Wiedersehen und das Zweite-Chance-Motiv. Besonders der Brief, den Captain Wentworth Anne zum Ende schreibt, gefällt mir.

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