Louise Allen: Was mich zu meiner Cinderella-Romance inspirierte

Wie entstehen Plots? Ich frage mich oft, woher die Ideen für meine Romane überhaupt kommen, so auch bei meinem letzten Buch „Der Earl, der mich verführte“.

Der Held

Am Anfang hatte ich zwei Bilder im Kopf. Das eine war das eines wütenden Gentlemans in einem exklusiven Club. Er wird des Falschspielens beschuldigt, und er zieht sich komplett aus, um zu beweisen, dass er keine Karten in seiner Kleidung versteckt. Das war einerseits faszinierend, weil ich noch nicht wusste, wer er überhaupt ist, andererseits auch sehr reizvoll, denn mir war natürlich klar, dass der Gentleman sehr gut aussieht!

Das zweite Bild war das eines Bauernhauses in Lancashire, das sich auf dem ländlichen Campus der Lancaster University befindet. Ich entdeckte es letztes Jahr während der Konferenz der Romantic Novelists‘ Association. Eine Seite des Speisesaals war zugleich die Frontseite des Bauernhauses. Während die Schlange der Wartenden bei jeder Mahlzeit daran vorbeiführte, fing meine Vorstellungskraft an zu arbeiten. Es dauerte nicht lange, und ich sah praktisch vor mir, wie das Haus im frühen 19. Jahrhundert ausgesehen haben muss.

Ich erklärte den nackten Gentleman zu meinem Helden und nannte ihn Blake, Earl of Hainford. Er landet reichlich derangiert auf der Türschwelle der Heldin (die Ereignisse im Club sind außer Kontrolle geraten). Dazu überbringt er der Heldin auch noch schlechte Nachrichten. Aber wer ist sie überhaupt?


Sold out

DER EARL, DER MICH VERFÜHRTE 
von ALLEN, LOUISE

Der Earl ist ein ruchloser Schuft! Dessen ist Ellie sich sicher. Dennoch muss sie ihm vertrauen, da nur er ihr aus einer Notsituation helfen kann. Verzweifelt macht sie sich mit dem attraktiven Earl auf die Reise in ein neues Leben - und merkt entsetzt, dass sie Gefahr läuft, seinen Verführungskünsten zu erliegen!

LADY TESS UND IHR FEURIGER RETTER 
von LETHBRIDGE, ANN

Jaimie, Earl of Sandford, ist der einzige Mann, der Tess retten kann! Er muss das wertvolle Familienerbstück finden, mit dessen Erlös sie der Zwangsheirat entgehen kann. Denn Lady Tess will ihre Freiheit niemals aufgeben! Auch wenn sie sie sich bei Jaimies Anblick plötzlich wünscht, sich in seine starken Arme zu werfen …


Die Heldin

Als es um sie ging, starrte ich zunächst ideenlos auf meinen Computerbildschirm. Da klingelte es an der Haustür. Man glaubt es kaum, aber als ich öffnete, stand der Held vor mir. (Manchmal geht mit uns Autorinnen einfach die Phantasie durch). Es war natürlich der Postbote. Aber ich fragte mich, wie die Frau reagieren würde, wenn sie Blake unvermittelt vor ihrer Tür entdeckte. Sie wäre ungehalten, stellte ich fest, als ich anfing, die Szene zu schreiben. Miss Ellie Lytton ist alles anderes als angetan vom Auftauchen des Earl of Hainford. Und das bessert sich keineswegs durch die Nachrichten, die er überbringt, denn diese stellen ihre enge, überschaubare, etwas langweilige Welt völlig auf den Kopf.

Da hatte ich also im übertragenen Sinn meinen Märchenprinzen – Blake ist daran gewöhnt, dass man ihn mag und bewundert – und eine störrische Cinderella, die nicht die Absicht hat, sich von ihm bezaubern zu lassen. Ellie gibt dem Earl die Schuld an ihrer Situation. Sie beschließt, dass er sich zum ersten Mal in seinem privilegierten Leben nützlich machen muss.

Das Setting

An dieser Stelle mussten Ellie und ich an das Bauernhaus in Lancashire denken. In Begleitung des höchst zögerlichen Blake macht sie sich dorthin auf den Weg. Er ist zunehmend hin- und hergerissen zwischen Erbitterung, wachsender Zuneigung, Pflicht und Verlangen.

Was passiert, wenn sie ihr Ziel erreichen? Es regnet natürlich, ist schlammig und kalt. Blake weiß, was seine Pflicht als Gentleman ist. Aber es stellt sich als schwierig heraus, Ellie davon zu überzeugen, dass eine Ehe die einzig akzeptable Lösung ist. Während ich weiter schrieb, entdeckte ich, dass Ellie keine Cinderella-Gräfin werden will. Irgendwie mussten Liebe, Begehren und Vertrauen also stärker werden als Stolz, Ehre und Unabhängigkeit, damit Blake und Ellie ihr Happy End erleben können.

Ich hatte viel Spaß dabei, einen wütenden nackten Mann im Adventurer‘s Club mit einem windumtosten Bauernhaus in Lancashire in Verbindung zu bringen – und Sie hoffentlich auch.

Ihre Louise Allen

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