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Fortsetzungsroman

Dexter Drake erstarrte, als sein Blick ihrem begegnete. Sogar aus neun Metern Entfernung konnte er das Funkeln in Zoes Augen sehen. Falls Augen die Fenster zur Seele waren, bestanden Zoes aus einem besonders reinen Glas. Diese flaschengrünen Tiefen spiegelten alle ihre Empfindungen wider, und im Moment reflektierten sie eine interessante Mischung aus Irritation und Neugier. Dex hätte gern geglaubt, dass es sexuelles Interesse war. Doch obwohl er mit seiner Einbildungskraft ein Vermögen gemacht hatte, war er nicht der Typ Mann, der sich selbst belog. weiterlesen
Während ein heißes Privatkino in ihrem Kopf ablief, starrte Josie aus dem Ladenfenster zu einem schnuckeligen Typen in einer braunen Uniform. Er hieß Tom und lieferte ihr nicht nur die Ware, sondern obendrein noch ganze Lkw-Ladungen von Fantasien. Tom hatte natürlich keine Ahnung, dass er der absolute Star in Josies Träumen war. Und wie es aussah, würde er es nie merken. „Eine neue Lieferung für ‚Dressed to Thrill‘“, verkündete Tom, während er eine beladene Sackkarre in den Laden rollte. „Hi, Josie.“ ... weiterlesen
Sophie saß auf dem kalten Mosaikfußboden im Badezimmer, hielt ihre Knie umschlungen und blickte ins Leere. Ihr war so beklommen zumute, als wäre sie gerade aus einem Albtraum erwacht. In kürzester Zeit hatte Antonio ihre Liebe und ihren Stolz verunglimpft und ihr Vertrauen in ihn zerstört. Als wäre ihre ganze wunderbare Zweisamkeit der vergangenen Wochen völlig bedeutungslos – und wahrscheinlich war sie das für ihn tatsächlich. Plötzlich glaubte Antonio, sie sei ein verlogenes, geldgieriges Miststück. Was sie für eine vertrauensvolle Beziehung gehalten hatte, war nur auf Sand gebaut gewesen. Es war alles aus: ihre verrückten, romantischen Hoffnungen, ihr sorgenfreies Leben und ihre Ehe – alles aus und vorbei. Sophie unterdrückte den Schluchzer, der sich ihrer schmerzenden Kehle entringen wollte. weiterlesen
Sechs Wochen später saß Sophie im sonnendurchfluteten, bunten Kinderzimmer und beobachtete belustigt, wie Antonio Lydia mit todernster Miene das Krabbeln vormachte. Am liebsten hätte Sophie laut gelacht, aber es gelang ihr, sich zu beherrschen. Antonio, der stets sehr ehrgeizige Ziele verfolgte, hatte ein Buch über Kindesentwicklung gelesen und alle wichtigen Entwicklungsschritte verinnerlicht. Nun wollte er Lydia frühzeitig zum Krabbeln anspornen, damit sie ihren Altersgenossen voraus war. "Du verschwendest deine Zeit", sagte Sophie zärtlich. "Einige Babys krabbeln in dem Alter schon, aber Lydia ist dazu viel zu bequem." weiterlesen
Antonio legte seinen starken Arm um Sophies Taille und wollte sie zum Ausgang geleiten, doch dann fiel Sophie ein, dass sie den Nachtclub wohl kaum verlassen konnte, ohne sich von Reina zu verabschieden. Das sagte sie auch Antonio und verschwand. "Entschuldige, Reina, aber ich muss gehen." "Ich weiß, ich habe Antonio ankommen sehen", erwiderte die elegante Brünette trocken. Zuerst lächelte Sophie erleichtert, aber dann fragte sie sich, ob sie bei Antonios Ankunft vielleicht etwas gelassener hätte reagieren sollen. Doch als sie in der Limousine saß und Antonio ihre Hand nahm, dachte sie nicht mehr daran, ihm die kalte Schulter zu zeigen. "Antonio …", flüsterte sie stattdessen mit unsicherer Stimme, "küss mich!" weiterlesen
"Du hast gesagt, ich hätte dir einen Gefallen getan. Erklär mir bitte, was du damit gemeint hast", beharrte Antonio. Um Zeit zu gewinnen, atmete Sophie erst einmal tief durch. "Kannst du dir das nicht denken?", fragte sie dann. Doch Antonio blieb unerbittlich. "Beantworte meine Frage, por favor." "Okay." Sophie zuckte mit den Schultern, um lässig zu wirken. Aber dabei zermaterte sie sich den Kopf, was sie Antonio antworten sollte. Sie hatte richtig Panik davor, dass er zu dem Schluss kommen könnte, sie sei in ihn verliebt und hätte sich ihm deshalb so ohne Weiteres hingegeben. "Ich habe dich benutzt", erklärte sie nun und sah ihn herausfordernd an. weiterlesen
Sophie erwachte erst, als sie spürte, dass jemand sie sanft, aber bestimmt an der Schulter berührte. Langsam öffnete sie ihre Augen, blickte in Antonios markantes Gesicht und spürte, wie ihr Mund trocken wurde. So sehr sie sich auch bemühte, es gelang ihr einfach nicht, sich von der magischen Wirkung freizumachen, die er auf sie hatte. "Du solltest langsam aufstehen", sagte er leise. "Wir landen in einer Viertelstunde. Hast du gut geschlafen?" "Ich kann mich nicht einmal daran erinnern, dass ich mich hingelegt habe", gestand sie und warf einen Blick auf ihre Armbanduhr. "Ich bin ganz erstaunt, dass mich Lydia so lange hat schlafen lassen." weiterlesen
"Ganz schön bunt … und außergewöhnlich". Ein wenig skeptisch betrachtete Norah Moore Sophies Kleid. Es war Sophies Hochzeitstag, und sie war im Begriff, sich für die Trauung vorzubereiten. Da sie allerdings fürchtete, spöttische Bemerkungen von Antonio zu ernten, wenn sie sich wie eine echte Braut zurechtmachte, hatte sie sich ein recht ausgefallenes Kleid ausgesucht. Dass sie dafür überdies Antonios Konto nur wenig strapazieren musste, machte sie doppelt stolz. Ihr gemeinsames Abendessen mit Antonio in seiner Hotelsuite lag inzwischen drei Wochen zurück. Seitdem hatte Sophie ihn nicht mehr gesehen, nur gelegentlich mit ihm telefoniert. Norah machte kein Geheimnis daraus, dass sie besorgt war, weil Sophie Antonio heiraten wollte. weiterlesen
Später an diesem Morgen sah Sophie Antonios Limousine auf dem Campingplatz vorfahren und verließ nervös ihren Wohnwagen. "Eine Freundin kümmert sich um Lydia", erklärte sie Antonio, als sie auf ihn zuging. "Ich dachte, wir könnten ein bisschen am Strand entlanglaufen und uns unterhalten." "Mit einem Dach über dem Kopf wären wir ungestörter." Antonio hätte nie gedacht, dass es jemandem bei diesem Wetter in den Sinn kommen könnte, am Meer spazieren zu gehen. "Warum setzen wir uns nicht in deinen Wohnwagen?" Sophie erstarrte. "Ich möchte nicht, dass du siehst, wie ich wohne." Verwundert zog Antonio eine Augenbraue hoch. "Warum nicht?" weiterlesen
Antonio hat vor, mir Lydia wegzunehmen und sie in Spanien aufwachsen zu lassen, dachte Sophie panisch. Wie konnte er es überhaupt wagen, einfach so zu bestimmen, wie und wo das Kind, das sie so liebte, erzogen werden sollte? Um nicht weiter darüber nachzudenken, stürzte Sophie sich in die Arbeit und putzte erst einmal gründlich ihren Wohnwagen. Dann fütterte sie Lydia und brachte sie zu Bett. Nachdem die Kleine eingeschlafen war, öffnete sie den Pappkarton mit den Strickjacken vom Versandhaus, die sie besticken sollte. weiterlesen
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