2. KAPITEL

Niemals hätte Jack Lever sich als impulsiv beschrieben.

     Das passte nicht zu seinem Wesen, denn er war gründlich, wohlorganisiert und bedacht. Als Anwalt betrachtete er grundsätzlich alles von zwei Seiten, bevor er handelte.

     Mit dieser Gründlichkeit hatte er seine Frau Patricia häufig auf die Palme gebracht. Sie hatte sich über seine "schwerfällige" Art beklagt, weil sie gerne spontan handelte. Er hatte immer widersprochen. Zu oft hatte er in seinem Berufsalltag mit ansehen müssen, wohin spontane, impulsive Handlungen führen konnten.

     Es war nur eine von mehreren Sackgassen, in die sie mit ihrer Beziehung geraten waren, und sie hatten kurz vor der Scheidung gestanden, bevor Patricia ums Leben gekommen war.

     Jetzt befand er sich jedoch in einer Notlage, und da waren drastische Maßnahmen gefragt. Der nächste Tag kam schneller, als ihm lieb war. Ein Tag ohne Nanny, die Emily beim Anziehen half und in die Schule brachte und die sich um Jackie kümmerte. Und der Kleine stellte eine ganz schöne Herausforderung dar.

     Während Jack zum Aufzug ging und den Knopf drückte, überlegte er, dass er unbedingt eine Nanny mit enormer Geduld und innerer Stärke brauchte.

     Der Fahrstuhl hielt an, und Jack trat hinein.

     Es schien fast, als hätte ihm das Schicksal nach drei Nieten eine wahre Supernanny geschickt.

     Als er das Bürogebäude, in dem sich die Kanzlei Wasserman, Kendall, Lake & Lever befand, verließ, sah er Zooey draußen am Brunnen sitzen, ein Kind an jeder Seite. Alle drei machten einen zufriedenen Eindruck.

     In diesem Augenblick beschloss Jack, seinem Instinkt zu folgen und einmal in seinem Leben impulsiv zu sein.

     Sobald sie Jack aus dem Gebäude kommen sah, stand Zooey auf.

     "Daddy ist da", informierte sie die Kinder. Sofort liefen die beiden auf ihren Vater zu.

     Jackie erreichte ihn zuerst und schlang ihm die kleinen Arme ums Bein. "Hi, Daddy!", jubelte er. Für einen kleinen Jungen hatte er eine sehr kräftige Stimme.

     "Hi, Daddy." Emilys Begrüßung fiel leiser aus, aber genauso begeistert.

     Jack ließ seine Aktentasche auf den Boden fallen und legte einen Arm um jedes Kind. "Hallo, ihr beiden."

     Jack war gern Vater, aber er hatte keine Ahnung davon, wie man Kinder in den Griff bekam.

     In einem Konferenzsaal mit Rechtsexperten oder bei einem Gespräch mit einem abgebrühten Kriminellen wusste Jack, wie er sich verhalten musste. Er behielt immer die Kontrolle, damit ihm die Situation nie entglitt.

     Aber wenn es um Kinder unter fünfzehn ging, ganz besonders um die, die kaum bis zu seinem Gürtel reichten, dann hatte er überhaupt keine Vorstellung, wie er sich verhalten sollte.

     Bei Zooey war das völlig anders. Es schien für sie völlig natürlich zu sein, sich mit Kindern zu beschäftigen. Sie wirkte immer noch so frisch wie am Morgen, als er ins Café gekommen war.

     Er wusste nicht, wie sie das anstellte. Immerhin hatten seine Kinder in den letzten achtzehn Monaten drei Nannys "verschlissen", und ein Ende war nicht abzusehen.

     Es sei denn, sein Instinkt trog ihn nicht.

     Er ließ die Kinder los und nickte ihnen zu.

     "Haben sie Ihnen Schwierigkeiten gemacht?", fragte er und fürchtete sich fast vor der Antwort.

     Aus großen Augen blickte sie ihn an. "Schwierigkeiten? Wo denken Sie hin!", erwiderte sie im Brustton der Überzeugung.

     Doch Humor blitzte dabei aus ihren grünen Augen, sodass Jack vermutete, dass der heutige Tag jedenfalls nicht langweilig gewesen war.

     Obwohl er nicht viel Zeit mit ihnen verbrachte, wusste er, was seine Kinder anstellen konnten, wenn man sie ließ.

     "Muss ich einen Scheck ausstellen, weil irgendjemand Schadensersatzansprüche geltend macht?"

     Sie grinste. "Sie klingen wirklich wie ein Anwalt. Nein, keine Schecks. Keine Schäden. Emily und Jackie waren beide sehr brav."

     Überrascht starrte er sie an. "Sie reden wirklich von meinen Kindern?"

     Zooey lachte aus vollem Hals. "Natürlich. Wir waren im Park, haben uns im Kino den Film 'Ponyparade' angesehen, haben etwas gegessen, und jetzt sind wir hier."

     "Ponyparade." Jack erinnerte sich schwach daran, den Titel schon einmal gehört zu haben. War das nicht die Verfilmung eines Kinderbuchs, von dem Emily ganz begeistert war? Jetzt kam es ihm wieder – er hatte ihr sogar versprochen, mit ihr gemeinsam den Film anzuschauen. Zum Glück hatte sich das nun erledigt.

     Dankbar sah er Zooey an. "Bei Ihnen klingt das so einfach."

     "Das war es auch die meiste Zeit."

     Zooey wollte lieber nicht erzählen, dass Jackie weggelaufen war, als sie Emily zur Toilette begleitet hatten. Er war unter der Tür hindurchgekrochen, und bevor Zooey ihn wieder einfangen konnte, hatte er schon eine Rolle Papier in ein Toilettenbecken geworfen und die Spültaste gedrückt.

     Zooey konnte ihn gerade noch wegziehen, bevor es eine Überschwemmung gab.

     Jack hatte immer schon ein feines Gespür für Ungesagtes besessen. "Gibt es noch etwas, das ich lieber wissen sollte?"

     Der Mann hat schon genug am Hals, dachte Zooey. Er braucht nicht noch jemanden, der sich bei ihm über Jackie beschwert. "Sie haben wunderbare Kinder."

     "Wunderbare Kinder", wiederholte Jack ungläubig. Er hätte wetten können, dass es nicht das war, was ihr gerade durch den Kopf gegangen war.

     Aber es stimmte: Seine Kinder waren wirklich wunderbar. Und steckten voller Unfug. Irgendwie gelang es ihnen, in mehr Klemmen zu geraten, als er sich aus seiner gesamten Kindheit erinnern konnte.

     Allerdings war er wohl auch ein besonders ernstes Kind gewesen. Schon früh hatte er den Vater verloren, und Geschwister hatte er nicht gehabt. Jahrelang hatte er geglaubt, dass er am Tod des Vaters die Schuld trug: Wenn er nur braver gewesen wäre, dann wäre der Vater vielleicht noch am Leben.

     Sein Stiefvater tat nichts, um Jacks Zweifel auszuräumen, denn er war fast nie zu Hause. Damals wie heute war er ein Workaholic, der immer nur arbeitete, um Jacks Mutter ein luxuriöses Leben zu bieten. Sie liebte Geld und alles, was man damit kaufen konnte.

     Wenn es nur um die materielle Seite ging, dann glaubte Jack sagen zu können, dass er eine sorglose Kindheit hatte. Was darin fehlte, waren Aufmerksamkeit, Zuwendung und das Gefühl, geliebt zu werden.

     Forschend sah er Zooey an. "Wunderbare Kinder. Meinen Sie das ernst?"

     "Natürlich!" Warum glaubt er mir nicht? "Ich würde es nicht sagen, wenn ich es nicht meinte."

     Sie wollte Jackie gerade an die Hand nehmen, um mit ihm zum Parkhaus zu gehen, als sie merkte, dass der kleine Junge beide Arme in die Luft streckte, weil er getragen werden wollte. Sofort hob sie ihn hoch.

     Während sie ihn an sich drückte, blickte sie zu Jack. "Für mich gibt es nichts Schlimmeres als zu lügen." Sie hätte erwartet, dass er als Anwalt genauso dachte. Andererseits war sie immer schon naiv genug gewesen, anderen Menschen schnell zu vertrauen.

     Jack hielt Emily an der Hand und wartete neben Zooey an der roten Ampel. Aufmerksam sah er sie an. "Hat jemand Sie belogen, Zooey?"

     Connor, als er behauptete, mich zu lieben. Dabei liebte er nur unser Unternehmen und das Geld der Familie. Das wollte sie Jack lieber nicht verraten, egal, wie niedlich seine Kinder waren.

     Stattdessen zuckte sie mit den Schulten. "Nicht der Rede wert."

     Bei der Bewegung spürte sie die gestärkte Uniform, die ihr am Hals scheuerte. Sie hatte sich zu Hause nicht umziehen können, bevor sie sich mit Jacks Kindern beschäftigte.

     Zooey versuchte, sich nicht zu kratzen. "Ich sollte noch die Uniform ausziehen und sie Milo zurückgeben."

     Die Ampel wurde grün, und sie eilten über die Straße.

     Auf der anderen Seite angekommen, fragte Jack: "Sie sind also wirklich entlassen?"

     Sie nickte.

     Seiner Meinung nach wirkte sie keineswegs besonders unglücklich darüber, und das wunderte ihn. Er wusste aus ihren Erzählungen, dass sie allein lebte und nicht viel Geld hatte. An ihrer Stelle wäre er jetzt furchtbar nervös geworden. Aber er hätte sich auch nie in diese Lage gebracht.

     "Wie wollen Sie jetzt Geld verdienen?"

     "Werde mir wohl einen anderen Job suchen müssen", erwiderte sie munter. "Kennen Sie jemanden, der eine Frau einstellen will, die das, was ihr an Erfahrung fehlt, durch Begeisterung wettmacht?"

     Jacks Antwort überraschte sie. "Ja, ich kenne jemanden."

     Die Frage war als Witz gedacht gewesen, aber auf einmal war Zooey ganz Ohr. Kam sie vielleicht diesmal drum herum, Zeitungen und Internet nach Stellenangeboten zu durchforsten?

     Es wäre schön, wenn sie endlich einmal auf bequemere Weise einen Job ergatterte.

     "Wen?"

     Jetzt erlaubte Jack sich, impulsiv zu sein. "Mich."

     Inzwischen waren sie im Parkhaus angekommen und stiegen in den Fahrstuhl ein. Zooey starrte Jack verblüfft an. "Sie?"

     Er nickte und fragte sich, ob sie ihm einen Korb geben würde. Bis zu diesem Augenblick hatte er die Möglichkeit gar nicht in Erwägung gezogen.

     "Ich brauche eine Nanny." Er hörte, dass Emily wieder kicherte. "Die Kinder brauchen eine Nanny", verbesserte er sich. "Und Sie brauchen einen Job. Da Sie gefeuert wurden, weil Sie mir einen Gefallen getan haben, ist es das Mindeste, was ich Ihnen anbieten kann."

     Er zögerte einen Moment. "Falls Sie den Job haben möchten."

     Jack wollte nicht, dass sie sich unter Druck gesetzt fühlte. Zwar war er verzweifelt, aber Zooey sollte die Stelle als Kindermädchen auch wirklich wollen.

     Sie dachte über sein Angebot nach. Eigentlich hielt sie ihn für einen vorsichtigen Mann, jemand, der sowohl einen Gürtel als auch Hosenträger benötigte. Normalerweise schreckte sie solch ein Typ ab, aber der gut aussehende Jack Lever hatte etwas an sich, das ihr gefiel.

     "Sie wollen mich dafür bezahlen, dass ich auf Ihre Kinder aufpasse?"

     "Ihre Aufgaben wären etwas umfangreicher, aber ja, eigentlich geht es darum."

     "Okay", erwiderte Zooey.

     Jack hatte nicht mit einer so schnellen Antwort gerechnet. Alle Nannys, mit denen er bisher Bewerbungsgespräche geführt hatte, wollten ausnahmslos erst einmal über sein Angebot nachdenken. Außerdem hatten alle erfahren wollen, wie viel sie verdienten. Zooey schien wirklich spontan zu sein. Sicherlich hätte sie Patricia gut gefallen.

     "Brauchen Sie gar keine Bedenkzeit?"

     Zooey machte eine wegwerfende Handbewegung. "Wenn man zu viel nachdenkt, werden Dinge nur kompliziert. Aber eine Frage hätte ich doch."

     Jetzt kamen sicher die Bedingungen, und Jack wappnete sich. "Ja?"

     Sie wurde rot und wirkte auf einmal unsicher. "Könnte ich einen Vorschuss bekommen?"

     Jack sah sie fragend an.

     Erklärend sagte sie: "Ich schulde noch die Miete für mein Apartment, und mein Vermieter will mich rauswerfen."

     Jack überraschte sich selbst mit der zweiten spontanen Idee an diesem Tag. "Gefällt Ihnen Ihr Apartment?"

     Inzwischen war der Fahrstuhl im vierten Stock angekommen. Zooey ging hinter Jack und Emily hinaus.

     Gefallen ist das falsche Wort, dachte sie. Ihr Apartment gefiel ihr nicht, aber sie nahm es hin, weil sie schließlich ein Dach über dem Kopf brauchte.

     "Es ist nicht großartig, aber mehr kann ich mir im Moment nicht leisten", gab sie zu. "Aber das wird sich noch ändern." Zuversicht klang aus ihrer Stimme.

     "Wenn Sie wollen, schon jetzt", behauptete Jack.

     Vorsicht!, warnte eine leise Stimme in Zooeys Innerem. Dabei war sie eigentlich kein misstrauischer Mensch. Aber leichtsinnig, wie ihr Vater sie vor ihrem Auszug zu Hause genannt hatte, war sie auch nicht.

     "Wie denn?", erkundigte sie sich.

     "Sie können bei mir einziehen. Bei uns", korrigierte Jack, damit sie ihn nicht falsch verstand. "Als Nanny. Wir haben ein Gästezimmer mit eigenem Bad."

     Zooey dachte kurz nach. "Das hieße, dass ich Tag und Nacht im Einsatz wäre."

     "Ja." Sofort befürchtete Jack, dass sie genau das vielleicht nicht wollte. "Nein." Er schüttelte den Kopf. "Ich meine …"

     Zooey musste lächeln. Ein brillanter Strafverteidiger, dem die Worte fehlten. Wahrscheinlich eine völlig neue Erfahrung für ihn.

     Er sieht süß aus, wenn er nervös ist, dachte sie.

     Schnell befreite sie ihn aus seiner Notlage. "Schon gut, Jack. Es macht mir nichts aus, ständig im Dienst zu sein. Dann komme ich mir eher wie ein Familienmitglied und nicht wie eine Angestellte vor."

     Jack war sich nicht sicher, ob er Zooey diesen Eindruck vermitteln wollte, denn im Moment reichten ihm die vorhandenen Familienmitglieder vollauf. Besonders der kleine Junge, den Zooey im Arm hielt und der jetzt so friedlich wirkte. Täuschend friedlich.

     Doch etwas hielt Jack davon ab, sie zu korrigieren. Schließlich befand er sich in einer Notlage, und er wollte diese junge Frau gerne als Nanny einstellen. Zumindest vorübergehend.

     Falls es mit ihr nicht klappte, dann hätte er wenigstens genügend Zeit, um eine passende Kandidatin für den Job auszusuchen. Wenn alles gut ging – umso besser. Er hatte absolut keine Lust dazu, schon wieder unzählige Nannys zu begutachten. Emily und Jackie hatten bis jetzt noch keine von denen, die er eingestellt hatte, gemocht. Gerade schienen die beiden zum ersten Mal mit seiner Wahl einverstanden zu sein.

     Ungeduldig zog Emily an seiner Hand, aber er tat so, als merke er es nicht, und fragte stattdessen Zooey: "Heißt das, Sie nehmen den Job?"

     Sie wollte ihm nichts vormachen. "Scheint so, als hätten wir beide keine andere Wahl, Jack. Sie stehen mit dem Rücken zur Wand, und ich ebenfalls."

     Zooey lächelte Emily an, die aufmerksam zuhörte. Das kleine Mädchen erinnerte sie daran, wie sie selbst in diesem Alter gewesen war. Als ältestes Kind hatte sie immer größeren Anteil an der Erwachsenenwelt genommen als die jüngeren Geschwister. Zooey zweifelte nicht daran, dass Emily mehr mitbekam, als ihr Vater glaubte.

     Sie zwinkerte dem Mädchen zu, bevor sie Jack ansah. "Zum Glück für uns beide mag ich Kinder gerne."

     "Nehmen Sie den Job also?", hakte Jack noch einmal nach.

     "Ja, ich nehme ihn." Dann lächelte sie ihn an. "Übrigens, wie viel verdiene ich bei Ihnen?"

     Jack ärgerte sich, dass er ihr den Betrag nicht gleich genannt hatte, und tat es jetzt. "Nach den Worten der letzten Nanny ist das wohl bei Weitem nicht genug."

     Zooey rechnete im Kopf schnell ihren Stundenlohn aus – und war sprachlos. Jack würde ihr zweimal so viel zahlen wie das, was sie bisher bei ihrem besten Job verdient hatte. War das nun der gängige Lohn oder lediglich ein Zeichen seiner Verzweiflung?

     "Wahrscheinlich hätte das der erste Hinweis sein müssen", meinte sie.

     "Hinweis?"

     "Dass die Frau für den Job nicht geeignet war." Sanft strich sie über Emilys Haar, während sie den schlafenden Jackie noch auf dem Arm hielt. "Niemand arbeitet als Nanny, um reich zu werden. Man tut es, weil man Kinder liebt, oder zumindest sollte das so sein."

     Als Jack an seinem Wagen angekommen war, holte er den Autoschlüssel aus der Hosentasche. Nachdem er aufgeschlossen hatte, legte Zooey den schlafenden Jungen in seine Arme.

     Zu Jacks Leidwesen wachte der Kleine dabei auf und verzog das Gesicht. Du lieber Himmel, das konnte ja heiter werden! Obwohl der Heimweg nicht lange dauerte, konnte ein greinendes Kind die Fahrt endlos erscheinen lassen.

     "Gehen Sie jetzt?" Schon während er fragte, hoffte er, dass sie Nein sagte.

     Sie nickte. Als sie Jacks besorgte Miene wahrnahm, erklärte sie: "Schließlich muss ich einiges aus meinem Apartment holen."

     So schnell wollte sich Jack nicht geschlagen geben. "Warum kommen Sie nicht schon heute mit zu uns, und ich helfe Ihnen am Wochenende beim Umzug?"

     Zooey hob die Brauen und grinste. "Was ist los, Jack? Haben Sie Angst, ich komme nicht zurück?"

     "Nein", erwiderte er. Doch dann erinnerte er sich an ihre Bemerkung über die Wahrheit und fügte rasch hinzu. "Vielleicht ein bisschen."

     Kaum hatte er die Worte ausgesprochen, wunderte er sich über sein Eingeständnis. "Schließlich könnten Sie es sich auch anders überlegen."

     "Keine Sorge", beruhigte sie ihn. "Ihr Angebot ist das beste, das ich bekommen habe, seit ich das College verlassen habe."

     Ihm fiel auf, dass sie nicht von einem Abschluss sprach. Vielleicht könnte er ihre Weiterbildung fördern, wenn sie gut für ihn arbeitete. Dann würde sie noch länger bleiben.

     "Geben Sie mir bitte Ihre Adresse und die Telefonnummer", bat Zooey. "Falls ich mich verlaufe. Ich verspreche, dass ich morgen früh vor Ihrer Tür stehe. Was heißt übrigens früh für Sie?"

     "Halb sieben."

     "Oh, das ist wirklich früh. Dann bis morgen um halb sieben."

     Nachdem Jack seinen Sohn in den Kindersitz gesetzt hatte, schrieb er Zooey Adresse und Telefonnummer auf. Als er ihr den Scheck mit dem Vorschuss in die Hand drückte, zögerte er etwas und fragte sich, ob er sie wohl wiedersehen würde.