10. KAPITEL

In Alexandros tobte eine so glühende Wut, dass er Katies Antwort gar nicht erst abwartete. "Ist das eine Art Rache, weil ich die Dinge selbst in die Hand genommen habe? Gefallen dir meine Methoden nicht?" Er zögerte bedeutungsvoll, bevor er fortfuhr: "Aber mit meinen Methoden erzielt man Resultate. Wenn ich dir die Entscheidung überlassen hätte, würden wir immer noch in der Luft hängen!"

     "Es ist gut zu wissen, dass dich dein Gewissen heute Nacht nicht wach hält", erwiderte sie und drängte die aufsteigende Panik, weil er von Scheidung gesprochen hatte, zurück. "Du musst akzeptieren, dass das, was du getan hast, falsch war."

     "Wie kann es falsch sein? Du bist jetzt meine Frau. Meine Kinder werden meinen Namen tragen …"

     "Ich will, dass es in unserer Beziehung um uns geht, nicht um die Kinder!"

     "Dann hör auf, dich wie ein Kind zu verhalten."

     Katie atmete tief durch. "Erstens … ich habe dich geheiratet, weil du gedroht hast, mir das Sorgerecht für meine Kinder wegzunehmen."

     "Das hätte ich dir nie angetan! Kennst du mich so schlecht?"

     "Zweitens will nicht mit einem Mann schlafen, der mir das Gefühl gibt, ich wäre nur gut genug für Sex."

     "Und ich will nicht mit einer Frau schlafen, die glaubt, sie könne ihren Körper wie einen Pokerchip einsetzen."

     "Drittens", fuhr sie unbeirrt fort. "Ich …"

     In einer Geste absoluter Wut hob Alexandros die Hände. "Ich verschwinde."

     "Nein, das wirst du nicht." Katie lief an ihm vorbei und stellte sich mit dem Rücken vor die Tür.

     "Geh mir aus dem Weg."

     "Wir müssen reden."

     "Ich bin nicht in der Stimmung dafür. Aus dem Weg."

     "Nein!"

     Als Antwort hob Alexandros sie hoch und trug sie mit zwei Schritten zum Bett hinüber. Er legte sie auf die Decke und blickte auf sie herab. In ihren grünen Augen schimmerte Überraschung und Unsicherheit, als sie seinen Blick erwiderte. "Alexandros."

     "Wenn du meinen Namen sagst, ist es eine Einladung." In seinen Augen blitzte erneut heiße Wut auf, doch dann presste er seine Lippen in einem so leidenschaftlichen Kuss auf ihren, dass ihr Körper sich in einen See aus Honig verwandelte.

     Doch Katie blieb stark. Mit einem bedauernden Laut entwand sie sich ihm.

     Alexandros betrachtete sie verächtlich. Unter seiner bronzefarbenen Haut war er blass geworden. "Ich habe mir geschworen, ich werde nie wieder heiraten. Für dich habe ich mich geändert. Ich habe geschworen, nie Kinder zu haben. Ich habe unsere Söhne lieben gelernt", stieß er in einem so unfreundlichen Tonfall hervor, dass ihr ganz schwindelig wurde. "Und ich dachte, du seist anders. Liebevoll und hingebungsvoll und ehrlich. Wo zur Hölle ist all das geblieben?"

     Seine Verbitterung schnitt wie ein Messer durch ihr Herz. Plötzlich hatte sie das Gefühl, im Unrecht zu sein – obwohl sie nicht genau verstand, worin das Unrecht bestand. Was sie begriff, war, dass sie ihn in seinen Augen im Stich gelassen hatte. Und diese Anschuldigung tat unendlich weh. Er hatte gedacht, sie sei anders als wer? Niemals zuvor hatte er ihr so viel von seinen Gefühlen offenbart, und das berührte sie tief in ihrem Inneren.

     Die Tür fiel ins Schloss. Er war fort. Sie hatte getan, was sie geplant hatte. Sie hatte nicht nachgegeben und hatte ihre Überzeugungen verteidigt.

     Ihre Muskeln schmerzten vor Anspannung. Langsam ließ sie sich auf das mit Blumen bedeckte Bett sinken. Noch immer trug sie das Hochzeitskleid und die Tiara. Er hätte sie entkleidet. Ohne Vorwarnung wurde sie von den heftigsten Zweifeln heimgesucht, dann begannen die Tränen zu fließen.

 

Weit nach Mitternacht machte sie sich auf die Suche nach Alexandros. Aber ein Haus mit zweihundertzweiunddreißig Zimmern zu durchsuchen war eine peinliche Angelegenheit, wenn man ständig befürchten musste, auf irgendwelche Angestellten zu treffen. Sie rief auf seinem Mobiltelefon an, doch es war ausgeschaltet. Aber auch wenn sie ihn erreicht hätte, hätte sie nicht gewusst, was sie sagen sollte. Tatsächlich hatte sie sogar Angst, dass sie bei seiner momentanen Stimmung alles noch schlimmer machen könnte.

     In den kommenden Stunden schlief sie kaum. Sie lag wach im Bett und hoffte, er würde zurückkommen und mit ihr sprechen. Schreckliche Gedanken stiegen in ihr auf. Was, wenn er die Scheidung verlangte? Was, wenn er das Land verließ? Was wurde aus ihren Flitterwochen?

     Um sechs Uhr stand sie auf und kontrollierte ihr Gepäck; dann verbrachte sie einige Zeit vor dem Spiegel, um ihr verweintes Gesicht mit Make-up zu kaschieren. Sie zog ein schlichtes Top und einen grünen Rock an, der ihr nichts bedeutete, aber sie wusste, sie gefiel ihm in kurzen Röcken.

     Als sie um acht Uhr zum Frühstück hinunterging, fand sie das Esszimmer leer vor. Das riesige Frühstück aß sie nur, um sich ein wenig zu trösten.

     Eine Welle der Erleichterung durchströmte sie, als Alexandros schließlich ins Zimmer schlenderte. Er trug legere beige Hosen und eine gestrickten hellen Pullover.

     "Bist du fertig?", fragte er.

     Eine zweite Welle wanderte durch sie hindurch: Die Flitterwochen standen immer noch auf dem Plan.

     "Schöner Rock", murmelte er, als sie in die Limousine stieg. "Hast du noch mehr davon in deinem Gepäck?"

     "Alexandros …"

     Er beugte sich vor und legte einen Finger auf ihre weichen rosa Lippen. "Nein, sag es nicht noch einmal. 'Wir müssen reden' sind die Worte, die einen normalen Mann blindlings das Weite suchen lassen."

     Katie gab für diesen Moment nach. Sie mussten miteinander reden, aber im Moment fürchtete sie das Risiko zu sehr.

     Eine Vielzahl Reporter erwartete sie am Flughafen, die aber von Cyrus und seinen Männern auf Distanz gehalten wurden. Alexandros legte schützend einen Arm um ihre Schultern und ignorierte alle Fragen, die ihnen zugeworfen worden. Doch als jemand nach der "neuesten Story" fragte, versteifte sie sich. Welche Story? Innerlich zuckte Katie bei dem Gedanken zusammen, dass Leannes Enthüllungen es wieder in die Zeitungen geschafft hatten. Sie brachte nicht den Mut auf, ihren Mann danach zu fragen.

     An Bord des Privatjets lagen verschiedene Zeitungen aus. Sie durchsuchte den Stapel, bis sie das bekannteste Schmierenblatt gefunden hatte. Das Titelbild zeigte ihren Kuss auf der Tanzfläche.

     Alexandros legte eine Hand auf ihre, bevor sie das Magazin aufschlagen konnte. "Das ist reine Zeitverschwendung", sagte er.

     Aber Katie ließ sich nicht davon abhalten. Im Innenteil gab es nur noch ein weiteres Foto, doch jedes Detail ihres besonderen Tages war nun für jedermann nachzulesen. Sie blickte ins Leere; Tränen schimmerten in ihren Augen. Sie fühlte sich so schuldig. Es war dumm und sentimental gewesen, Leanne noch einmal zu vertrauen.

     "Es tut mir so leid", murmelte sie mit gepresster Stimme.

     "Vergiss es."

     Sein Verständnis war zu viel für sie. Bevor sie tatsächlich in Tränen ausbrach, zog sie sich mit der Ausrede zurück, sich ausruhen zu wollen und flüchtete in das Schlafzimmer des Flugzeugs. Dort setzte sie sich auf die Bettkante und versuchte, ein Schluchzen zurückzudrängen.

     Kurz darauf wurde die Tür geöffnet, und Alexandros setzte sich neben sie. Liebevoll zog er sie in seine Arme. "Das ist keine große Sache."

     "Alle haben sich so viel Mühe gegeben, unsere Hochzeit geheim zu halten, und ich habe alles kaputt gemacht!" Jetzt schluchzte sie doch auf. "Ich hätte sie nicht einladen sollen …"

     "Du dachtest, sie sei deine Freundin."

     "Das ist es, was am meisten wehtut."

     "Sch-h." Er seufzte. "Ich weiß."

     "Warum bist du nicht böse auf mich?"

     "Mir gefällt es, dass du einen weichen Kern hast", gestand er. "Wenn du so hart wie ich wärst, wärst du nicht dieselbe Person, agape mou."

     "Warum bist du so nett?"

     "War ich letzte Nacht nicht nett?"

     Ein ersticktes Lachen entrang sich ihrer Kehle, und sie kuschelte sich enger in seine Umarmung. Tief empfundene Gefühle der Liebe stiegen in ihr auf, kurz darauf gefolgt von Lust. Sie rückte näher an ihn heran, ihre Brüste streiften seinen muskulösen Oberkörper.

     Alexandros streckte eine Hand aus und glättete das Kissen. Dann schob er sie von sich fort und bettete ihren Kopf darauf. "Du bist erschöpft. Du solltest ein wenig schlafen."

     "Wo warst du letzte Nacht?", flüsterte sie.

     "Ich habe mich betrunken."

     "Oh …" Es fiel ihr nicht leicht, sich das vorzustellen. Sie wusste nur, dass sie ihn, der so gerne alles unter Kontrolle behielt, zu einem vollkommen untypischen Verhalten getrieben hatte.

     "Aber du hattest recht, was die Erpressung angeht", sagte er von der Tür her. "Das war grausam und falsch. Aber ich wollte nur, dass du und ich … dass wir eine Lösung finden."

     Er wollte eine Lösung finden? Ja, das verstand sie. "Was machen wir jetzt?", flüsterte sie.

     "Flitterwochen."

     Alexandros gehörte eine Insel. Er steuerte den Helikopter selbst, der sie dorthin brachte. Aus der Luft zeigte er ihr eine wunderschöne weiße Villa, die umgeben von Bäumen oberhalb eines hellen Strandes lag. Dann überflog er die gesamte Insel, damit sie auch noch die kleine Ortschaft sehen konnte. Im Hafen hatte gerade eine Fähre angelegt. Als sie über das Meer zurückflogen, winkte ihnen ein Fischer von einem blau gestrichenen Boot aus freundlich zu.

     "Wir verbringen den Rest der Woche hier, und wenn dir die Ruhe zu viel wird, fliegen wir am Wochenende nach Ibiza."

     Auf der Terrasse der Villa standen mit gemütlichen Kissen ausgelegte Korbstühle, von denen man einen herrlichen Blick aufs Meer hatte. Der riesige Pool bot dieselbe Aussicht. Die Inneneinrichtung des Hauses war ganz in den mediterranen Farben Weiß und Blau gehalten. Rustikale alte Möbel wurden durch einfache, ungefärbte Tücher und einladende Sofas gekonnt in Szene gesetzt. Im hellen Sonnenlicht offenbarte sich der wundervolle Charme der Villa, deren ungekünstelte Schlichtheit durch die luxuriösen Marmorbäder und eine exklusive Küche nicht zerstört wurde.

     "Es ist absolut wundervoll hier."

     Alexandros stellte ihr Gepäck im Hauptschlafzimmer ab. "Das finde ich auch. Für mich ist es ein ganz besonderer Ort."

     Plötzlich musste sie wieder an Ianthe denken, und dass er wahrscheinlich auch mit ihr hier gewesen war. Sie verurteilte sich selbst, weil sie auf eine tote Frau eifersüchtig war. Dennoch wurde sie von den Bildern der attraktiven Ianthe bestürmt, wie sie auf der Veranda posierte oder elegant auf einem der Sofas lag, und Alexandros sie mit hilfloser Bewunderung betrachtete.

     Sie aßen bei Kerzenschein auf der Terrasse zu Abend. Katie trug ihren Verlobungsring und spielte betont unauffällig damit. Ihr war aufgefallen, dass Alexandros seinen Koffer in ein anderes Schlafzimmer gebracht hatte. Plötzlich wurde ihr bewusst, wie gefährlich diese Distanz war – wenn sie noch größer wurde, verlor sie ihn vielleicht ganz.

     "Warum willst du nie über Ianthe sprechen?", fragte sie ihn, bevor sie länger über ihre Worte nachdenken konnte.

     Er runzelte überrascht die Stirn. Schweigen breitete sich aus. Schließlich schob er seinen Stuhl zurück und stand auf. "Warum sollte ich über sie sprechen?"

     Katies Nerven waren bis zum Äußersten gespannt, dennoch zwang sie sich zu einem zaghaften Lächeln. "Immerhin hast du über zehn Jahre deines Lebens mit ihr geteilt."

     "Vielleicht ist das etwas, was ich lieber vergessen würde."

     Seine Worte hingen einige Zeit in der Luft, während sie versuchte, ihre Bedeutung zu begreifen. "Was meinst du damit?", fragte sie unsicher.

     Alexandros schüttelte erstaunt den Kopf. "Sind Flitterwochen immer so schlimm?"

     Ohne ein weiteres Wort zu sagen, wandte er sich um und ging in Richtung Strand.

     Nach einem Moment der Erstarrung sprang Katie auf, schlüpfte aus ihren Sandaletten und folgte seiner Spur im Sand. Es war eine sternenklare Nacht, und der Mond schien hell. "Du kannst es mir nicht verübeln, dass ich neugierig bin. In Irland hast du mir nichts von ihr erzählt, und später, als ich mehr über sie erfahren wollte, hast du gesagt, ich hätte nicht das Recht, irgendetwas über deine Ehe zu wissen!", rief sie aufgeregt.

     "Ich sah keinen Grund, dir in Irland von ihr zu erzählen. Wenn du damals erfahren hättest, dass ich verheiratet war, hättest du dir nur Sorgen gemacht. Also habe ich das Thema vermieden. Ich spreche nicht über sie, weil ich es nicht will."

     "Aber ich dachte, wenn man jemanden wirklich liebt und dann verliert, will man wenigstens manchmal über ihn reden. Wäre das nicht besser für die eigene Seele?"

     "So war es gar nicht zwischen Ianthe Kalakos und mir." Die Hände tief in den Hosentaschen verborgen, schaute Alexandros auf das Meer hinaus.

     "Dann sag mir bitte, wie es war. Ich muss es wissen."

     "Ich war zwanzig Jahre alt, sie vierundzwanzig. Meine Freunde hielten mich für einen echten Glückspilz, weil sie ein Auge auf mich geworfen hatte. Ich dachte, es sei nichts Ernstes, und sie sah es genauso. Ich wollte gerade Schluss machen, da sagte sie mir, sie sei schwanger."

     Seine Worte schienen auf einmal so viel zu erklären. Er hatte das Szenario der ungewollten Schwangerschaft schon einmal durchlebt, lange bevor sie mit den Zwillingen aufgetaucht war. "Was ist passiert?"

     "Ich war ein gut erzogener griechischer Junge, ich habe keinen Augenblick gezögert. Ich habe sie geheiratet und zwei Familien sehr glücklich gemacht. Einen Monat nach der Hochzeit habe ich Pelias nach London begleitet. Als ich zurückkam, sagte sie mir, sie habe das Baby verloren."

     Katie zuckte zusammen. "Das tut mir leid."

     "Das muss es nicht. Ianthe wollte sofort ein neues Kind. Ich war nicht ganz so erpicht darauf. Ich hielt mich für zu jung. Wenn wir ein Baby bekommen hätten, hätte ich natürlich mein Bestes getan. Aber nach fünf Jahren war unsere Ehe immer noch kinderlos. Eines Tages habe ich sie zu ihrem Arzt begleitet und durch Zufall erfahren, dass sie noch nie schwanger war."

     "Sie hat dich angelogen?"

     "Die ganze Zeit über haben wir ihre Lüge gelebt. Ich konnte nicht glauben, dass ich so dumm gewesen war. Ich war zu naiv, um sie überhaupt auch nur nach einem Beweis für ihre Schwangerschaft zu fragen, bevor ich sie geheiratet habe." Er seufzte.

     "Weißt du … ich habe mir immer vorgestellt, deine Ehe mit Ianthe sei perfekt gewesen", flüsterte Katie entschuldigend.

     "Für viele Menschen wirkte unsere Ehe perfekt. Und in Ianthes Fantasie war sie es auch. Doch als ich von ihren Lügen über ihre Schwangerschaft erfahren habe, wollte ich die Scheidung. Daraufhin hat sie versucht, sich umzubringen."

     "Oh nein", rief Katie entsetzt aus.

     "Erst da habe ich erkannt, dass sie nicht wirklich für ihre Taten verantwortlich war. Sie war psychisch labil, eine Träumerin. Sie war besessen von mir und hörte nicht auf, zu wiederholen, wie sehr sie mich liebte."

     "Und du fühltest dich gefangen." Allmählich begriff sie, warum er auf die drei magischen Worte so abweisend reagiert hatte. Damon Bourikas hatte gesagt, Alexandros sei während seiner Ehe zu einem Workaholic geworden. Wahrscheinlich hatte er die Arbeit als Fluchtmöglichkeit benutzt, um einer Beziehung zu entkommen, die ihm stets mehr abverlangte, als er geben konnte.

     "Ich war gefangen. Sie war meine Ehefrau, ich war für sie verantwortlich. Ich habe ihr einen Therapeuten besorgt, aber das hat nicht viel geändert. Eine Zeit lang schien sie wieder Boden unter den Füßen zu haben, dann wurde sie erneut labil. Als sie den Autounfall hatte, stand sie unter dem Einfluss von starken Medikamenten. Sie hätte gar nicht fahren dürfen."

     Schweigen breitete sich aus, bis Katie den Mut fand, die entscheidende Frage zu stellen. "Hast du sie je geliebt?"

     "Nein, niemals."

     Sie blinzelte einige Tränen zurück. "Ich war so furchtbar eifersüchtig auf sie, dabei muss sie so unglücklich gewesen sein … und du auch."

     "Als sie starb, fühlte ich mich schuldig, weil ich endlich mein Leben zurückbekommen hatte", gestand er mit rauer Stimme. "Diese Gefühle habe ich mir nie verziehen."

     "Du hast dein Bestes gegeben und sie nicht im Stich gelassen", sagte sie leise. "Nicht jeder Mann hätte unter diesen Umständen so gehandelt. Wie viel wissen deine Großeltern davon?"

     "Sehr wenig. Aber sie müssen vermutet haben, dass nicht alles in Ordnung war. Letztlich war es leichter, Ianthe zu schützen, indem ich eine Fassade aufrecht hielt", erklärte er. "Hast du etwas dagegen, wenn ich einen Spaziergang mache – allein?"

     Die Frage brachte sie einen Moment lang aus dem Gleichgewicht. Es gab noch so viel, was sie wissen wollte.

     "Nein, natürlich nicht", log sie und marschierte auf direktem Weg zur Villa zurück. Er wollte alleine sein, und das war während seiner Ehe mit Ianthe wahrscheinlich ein Problem gewesen. Obsessive Liebe war besitzergreifend, fordernd und einengend. Seine erste Ehe war ein Albtraum gewesen, der sich selbstverständlich auf Vergangenheit und Gegenwart mit ihr auswirkte. Natürlich nahm er sich nach dieser schrecklichen Erfahrung vor weiblichen Liebesbezeugungen, Erwartungen und Forderungen in Acht. Er hatte Jahre seines Lebens an eine psychisch labile Frau verloren und sich trotzdem wie ein Ehrenmann verhalten. Überrascht erkannte Katie, dass sie ihn noch mehr liebte, weil er Ianthe nicht im Stich gelassen hatte. Doch indem er noch nicht einmal Pelias und Calliope in seine Probleme eingeweiht hatte, war auch die Last, die er sich aufgebürdet hatte, größer geworden.

     Um etwas zu tun zu haben, räumte sie den Tisch ab, auch wenn am nächsten Tag Personal kommen und den Haushalt erledigen sollte. Danach ging sie zu Bett, ließ jedoch eine Lampe brennen. Eine Stunde später hörte sie ihn zurückkommen. Sie lauschte auf die leisen Geräusche der laufenden Dusche und wartete.

     Schlafen konnte sie sowieso nicht, also dachte sie über ihre Ehe nach. Sie war wirklich alles andere als gut, musste Katie sich eingestehen. Alexandros hatte zugegeben, dass es falsch gewesen war, sie zur Heirat zu zwingen. Aber würde das Entziehen von Zärtlichkeiten ihre Beziehung verbessern? Er hatte endlich über Ianthe gesprochen, und sie verstand nun viele Dinge besser. Ein zweites Mal zu heiraten, hatte für ihn einen enormen Vertrauensbeweis bedeutet.

     Mit ihm zu streiten war wohl kaum die angemessene Belohnung dafür. Besorgt blickte sie auf ihre Uhr. Er würde nicht mehr kommen, das war nun offensichtlich.

 

Vorsichtig zog sie die Tür zu seinem Zimmer auf.

     Alexandros lag in seinem Bett, die Hände hinter dem Kopf verschränkt, das Laken bedeckte nur halb seinen muskulösen Körper. Offensichtlich konnte auch er nicht schlafen.

     Katie lehnte sich mit dem Rücken gegen die Tür, ihr Herz klopfte wild. "Ich bin es."

     "Womit kann ich dir helfen?", fragte er.

     Das Blut schoss ihr in die Wangen, und sie war plötzlich sehr dankbar für das gedämpfte Licht. "S…Sex", sagte sie unsicher.

     Alexandros widerstand dem Drang, zu grinsen und triumphierend in die Luft zu boxen. "Komm her …"

     Mit einer Hand in ihren seidigen Locken neigte er ihren Kopf und presste seine Lippen hungrig auf ihre. Sie stöhnte unter dem leidenschaftlichen Ansturm laut auf, und flüssige goldene Hitze bildete sich zwischen ihren schlanken Beinen.

     Er umfasste ihre Wangen mit gespreizten Fingern. "Du hast mir so gefehlt, thespinis mou." Provozierend ließ er seine Zunge in ihren Mund gleiten und befreite Katie dann aus ihrem Nachthemd.

     "Du mir auch!"

     Als sie vor Erwartung lustvoll erschauerte, hielt er inne. "Versprich mir, dass du morgen dein Hochzeitskleid für mich anziehst, damit ich es dir ausziehen kann."

     "Ich habe es nicht mitgebracht."

     "Dann werde ich eine spezielle Lieferung veranlassen." Zärtlich streifte er über die hart aufgerichteten Knospen ihrer Brüste, dann drückte er ihren zierlichen Körper fest an seinen und richtete sich auf. "Also, mein Eheweib … wirst du dich so kleiden, wie ich dich bitte?"

     "Ja …"

     "Du Banause", flüsterte er mit verführerischer Stimme. "Wie kannst du etwas so Erhabenes einfach nur Sex nennen?"

     So schamlos erregt, dass sie nicht mehr klar denken konnte, schloss Katie die Augen, erwiderte seine heißen Küsse voller Leidenschaft und ergab sich den Wellen der Lust, die er in ihrem Körper entfachte.

 

Vier Wochen später parkte Katie ihren Geländewagen am Hafen. Sie kam zu früh, deshalb hob sie Toby und Connor aus dem Wagen und setzte sie in den leichten Buggy, den sie immer im Kofferraum dabeihatte. Ihre Söhne wanden sich in den Gurten und beschwerten sich lautstark. Seit sie Laufen gelernt hatten, gefiel ihnen jegliche Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit immer weniger.

     "Benehmt euch", sagte sie streng.

     "Mum-mum", erwiderte Toby in mitleiderregendem Tonfall, die großen braunen Augen weit geöffnet.

     Connor hingegen streckte nur die Arme aus und lächelte hoffnungsvoll.

     Grenzenlose Liebe stieg in ihr auf, als sie sich niederkniete und ihre beiden Söhne umarmte. Gekleidet in ein türkisfarbenes Sommerkleid, schob sie den Buggy die Straße des Ortes entlang. Einige alte Leute saßen auf Stühlen vor ihren Häusern, ein paar Kinder waren in ihr Ballspiel vertieft. Katie lächelte und erwiderte Grüße, blieb hin und wieder stehen, damit die Menschen die Kinder bewundern konnten. Dabei verwendete sie die griechischen Sätze, die Alexandros ihr beigebracht hatte.

     In einer Bar bestellte sie etwas zu trinken, setzte sich anschließend auf die Terrasse und genoss den wundervollen Blick auf das Meer. Die Flitterwochen mit ihrem Ehemann verliefen großartig. Allein wenn sie daran dachte, dass noch vier wundervolle Wochen vor ihr lagen, fühlte sie sich unendlich glücklich.

     Die erste Woche war voller träge Sonnentage gewesen, in denen sie sich nie länger als einen Augenblick getrennt hatten. Sie hätte sich nie träumen lassen, dass es möglich sein würde, Alexandros so nahe zu sein, oder dass er so zärtlich und liebevoll sein könnte. Nachdem er ihr die Wahrheit über Ianthe erzählt hatte, waren alle Barrieren zwischen ihnen zusammengebrochen.

     Nie in ihrem Leben hatte sie so großes Glück empfunden. Sie führten endlose Gespräche über viele Dinge, auch über ihre Gefühle während der Schwangerschaft. Es ärgerte ihn immer noch, dass sie diese Erfahrung hatte alleine machen müssen. Sie war verliebter in Alexandros Christakis als jemals zuvor.

     Jetzt beobachtete sie, wie die Jacht in den Hafen segelte. Alexandros erschien an Bord, während eines seiner Crewmitglieder leichtfüßig auf den Landungssteg sprang, um das Boot festzubinden. Erleichterung stieg in ihr auf. Ihre Begeisterung für das Hochseeangeln hielt sich sehr in Grenzen. Also war das die eine Sache, die er alleine tun musste.

     Die letzten Strahlen der Abendsonne schienen warm auf ihren Rücken, als sie zum Hafen hinunterging, um ihn zu begrüßen. Alexandros trug kurze Hosen und ein schwarzes T-Shirt; zusammen mit den Bartstoppeln sah er wie ein sexy Pirat aus. Tief in ihrem Innern spürte sie ein Kribbeln, das nur er wecken konnte … und stillen.

     Seine dunklen Augen funkelten, als er den Kopf neigte, um ihr einen langen langsamen und verführerischen Kuss zu geben. Doch dann hielt er inne und blickte überrascht nach unten.

     Toby zupfte an seinem Hosenbein und verlangte nach der Aufmerksamkeit seines Vaters.

     "Ich küsse deine Mutter, hab ein bisschen Erbarmen", sagte er und schloss Katie wieder in seine Arme.

     Erst jetzt bemerkte Katie die amüsierten Blicke der Umstehenden, und sie trat einen Schritt zurück. "Fahren wir nach Hause."

     "Der Weg ist so weit … und ich hasse es zu warten, agape mou", entgegnete er und küsste sie auf den Nacken.

     Sie sah ihm zu, wie er ihre Söhne aus dem Buggy in den Geländewagen setzte, und stieg dann ebenfalls ein. "Was heißt das?", fragte sie.

     "Was heißt was?"

     "Agape mou."

     Er antwortete nicht, und weil sie dachte, er hätte sie vielleicht nicht gehört, wiederholte sie die Frage und wies darauf hin, dass er diese Worte oft gebrauchte.

     Alexandros startete den Wagen. Die Lippen zu einer schmalen Linie zusammengepresst, zuckte er die Schultern. "Es heißt … meine Liebe. Das ist alles."

     Katie wagte nicht, ihn anzusehen. Seine Erklärung hatte so kühl geklungen; bestimmt war es auch nur ein gebräuchlicher griechischer Ausdruck. Und doch …

     Die ganze Fahrt zurück zum Haus sprach er kein Wort mehr. Als das Kindermädchen die beiden Jungen an sich genommen hatte, ergriff Alexandros Katies Hand und zog sie mit sich in die Villa.

     Sie protestierte kichernd, als er sie ins Schlafzimmer drängte und die Tür hinter ihnen schloss. "Alexandros!"

     "Es gibt etwas, das ich dir sagen muss", erwiderte er angespannt. "Und es ist deine Schuld, dass du es erst jetzt erfährst."

     Beunruhigt von seinem Tonfall und seiner Anspannung flüsterte sie: "Was … was ist meine Schuld?"

     Er senkte den Blick und betrachtete interessiert den Fußboden. "Eigentlich hatte ich vor, es dir an unserem Hochzeitstag zu sagen. Ich liebe dich! Bereits in Irland habe ich mich in dich verliebt, aber ich habe das damals nicht verstanden. Meine Gefühle waren so stark, dass ich einfach nicht geglaubt habe, es sei normal, so zu empfinden."

     "Ist das dein Ernst?", fragte Katie benommen.

     "Ja. Alles war sehr verwirrend."

     "Verwirrend?"

     "Ich versuchte gerade, über eine schlimme Ehe hinwegzukommen, und dann bist du in mein Leben spaziert. Das hat mich völlig aus der Bahn geworfen und mich in Gefilde geführt, von deren Existenz ich keine Ahnung hatte", gestand er aufgewühlt. "Ich bin der Mann, der immer alles plant, aber mit dir ist nichts nach Plan verlaufen. Es war mir nicht klar, dass das Liebe ist. Ich dachte, dass ich nach Ianthes Tod einfach ein bisschen durcheinander wäre."

     "Unser Timing war offenbar nicht sehr glücklich. Du hast mich also geliebt", meinte sie und versuchte zu begreifen, was er ihr gerade anvertraute. "Kein Wunder, dass ich am Boden zerstört war, als du mit mir Schluss gemacht hast. Bis zu dem Moment war ich mir so sicher …"

     Als Alexandros den Kopf wieder hob, schimmerte in seinen Augen die Bitte um ihr Verständnis. "Als du mir sagtest, dass du mich liebst, konnte ich nur an Ianthe denken. Natürlich seid ihr euch überhaupt nicht ähnlich. Aber ihre unablässigen Beteuerungen einer Liebe, die ich nicht erwidern konnte, haben mich damals noch verfolgt."

     "Vielleicht brauchtest du einfach Zeit, um über sie hinwegzukommen. Wolltest du mir wirklich an unserem Hochzeitstag sagen, dass du mich liebst?"

     "Du hast es vermasselt", erinnerte er sie reumütig. "Du hast gesagt, es gibt keine Hochzeitsnacht."

     "Hättest du auch nur mit einem Ton Liebe erwähnt, wäre es eine fantastische Hochzeitsnacht geworden. Wann hast du erkannt, dass du mich liebst?"

     "Ich habe jeden aufkeimenden Verdacht ignoriert, bis zu dem Tag, an dem ich das Kindermädchen und Damon Bourikas in deinem Bett erwischt habe und dreißig Sekunden lang glaubte, dass du es bist. Plötzlich habe ich alles verstanden. Allein die Vermutung, du hättest Trost in den Armen eines anderen Mannes gefunden, hat mich beinahe umgebracht."

     "Hast du mich deshalb gezwungen, dich zu heiraten?"

     Alexandros nickte vorsichtig.

     Erleichtert zog Katie ihn in ihre Arme. Seine Angst, sie zu verlieren, war die beste Entschuldigung, die es gab. In ihrem Kopf erschienen all die weißen Stellen, die noch zu klären waren. Jetzt, da er angefangen hatte zu reden, hatte sie nicht die Absicht, auch nur eine Frage unbeantwortet zu lassen. "Aber warum hast du dauernd davon gesprochen, dass uns nur Sex verbindet?"

     "Am Anfang dachte ich, das wäre so. Und dann schien es mir sicherer, dabei zu bleiben."

     "Du hättest mir beinahe das Herz gebrochen!", hörte Katie sich selbst zugeben. In ihr hatten sich so viele Emotionen aufgestaut, dass sich ein ersticktes Schluchzen ihrer Kehle entrang.

     Alexandros schloss sie fester in die Arme. Er entschuldigte sich auf Englisch und Griechisch, während er ihr tränenüberströmtes Gesicht mit Küssen bedeckte. "Signomi … es tut mir so leid. Ohne dich kann ich nicht glücklich sein. Niemand außer dir weckte je diese Gefühle in mir, und ich habe fast zu spät verstanden, warum."

     "Du warst wirklich sehr dumm!", schniefte sie spöttisch.

     Er schaukelte sie in seiner Umarmung, bis sie sich beruhigt hatte. "Ich weiß, dass ich dich nicht verdient habe, aber ich liebe dich wirklich, agape mou. Du und die Kinder habt mich mit neuem Leben erfüllt. Jeden Tag wache ich auf und fühle mich gesegnet", bekannte er ernst.

     Katie drängte sich gegen ihn und erwiderte die Umarmung. "Ich liebe dich auch", flüsterte sie glücklich. "Endlich kann ich dir das wieder sagen."

     "Ich werde nie aufhören, es dir zu sagen, agape mou."

 

"Eine richtige kleine Prinzessin", seufzte Calliope Christakis, als sie in die Wiege nach ihrem jüngsten Urenkelkind, einem Mädchens namens Athena, schaute. "Sie ist genauso zierlich wie ihre Mutter. Und dabei haben du und mein Enkelsohn behauptet, es würde in den nächsten Jahren keine Kinder mehr geben!"

     Katie errötete und grinste. Athena war jetzt drei Monate alt. Eines Nachts hatte Alexandros gemurmelt, er würde gerne erleben, wie sich der Körper seiner Frau in der Schwangerschaft veränderte. Ab da waren Verhütungsmittel verbannt worden. Wenige Wochen später war Katie schwanger geworden.

     Toby und Connor waren jetzt drei Jahre alt. Die beiden heckten ständig neue Streiche aus. Jeder der Jungen besaß eine eigene Persönlichkeit. Toby war ein temperamentvolles Energiebündel, Connor der nachdenkliche und ruhigere Anführer.

     Vor zwei Tagen waren sie zu der Villa nach Italien geflogen. Jedoch würden Pelias und Calliope dieses Mal nicht lange bei ihnen bleiben, sondern wollten gleich zu einer Tour durch ihre italienischen Lieblingsstädte aufbrechen. Katie überließ die Kinder der fürsorglichen Obhut des Kindermädchens und begleitete Calliope die Treppe hinunter. Sie verabschiedete sich mit einem Kuss und winkte Pelias zu, der bereits im Wagen wartete, auf seine Uhr klopfte und in gespieltem Tadel den Kopf über die Verspätung seiner Frau schüttelte.

     Manchmal fiel es Katie schwer zu glauben, dass sie bereits seit zwei Jahren verheiratet war. Zu Beginn des Sommers waren ihre Mutter und ihr Stiefvater zu einem längeren Besuch gekommen. Alexandros sorgte dafür, dass sie ihre Familie so oft wie möglich sah. Er tat alles, um sie glücklich zu machen, und sie liebte ihn dafür. Ihr Vertrauen zueinander war stetig gewachsen und hatte ihre Ehe immer stärker gemacht.

     Mittlerweile hatte ihr Mann drastische Maßnahmen ergriffen, um seine Arbeitsstunden zu verringern. Zunächst hatten sie und die Zwillinge ihn noch auf seinen Reisen ins Ausland begleitet, aber als sie schwanger geworden war, hatte sie befürchtet, sich zu überanstrengen. Jetzt bekam sie ihn viel häufiger zu Gesicht, was ihr sehr gut gefiel.

     Heute war ihr zweiter Hochzeitstag, aber sie hatte alle neugierigen Fragen mit "Nein, sie würden heute nichts Besonderes tun", beantwortet. Das war eine Lüge. Manche Feste musste man alleine feiern. Noch einmal richtete sie die schmalen Träger ihres grünen Organzakleides und machte sich auf den Weg zu dem alten Palazzo …

     Als sie Alexandros durch die Bäume hindurch erspähte, beschleunigten sich ihre Schritte, ohne dass sie sich dessen bewusst war. Die romantische Szene mit den Decken, Kissen und dem überbordend gedeckten Tisch war genauso luxuriös, wie sie sie in Erinnerung hatte. Sie lächelte. Ihr Mann ruhte gegen die Kissen gelehnt auf den Decken und hielt ein Glas Wein in der Hand. Wie damals strich der Wind leise durch die Blätter des mächtigen Kastanienbaumes. Wie damals zauberte der alte, rosen- und efeuumrankte Turm eine Atmosphäre wie aus einem Märchen.

     Als Alexandros sie sah, ließ er seinen Blick genüsslich über ihre zierliche Gestalt gleiten und streckte ihr dann seine Hand entgegen. "Mir gefällt das Kleid, du gefällst mir darin, aber noch mehr würdest du mir ohne gefallen", sagte er mit einer Aufrichtigkeit, die ihm so zu eigen war.

     Katie lachte leise auf. "Du bist so durchschaubar, Mr. Christakis."

     Ihr Mann ließ sich von ihren Worten nicht einschüchtern. Lächelnd zog er sie zu sich auf die Decke, bettete sie gegen die Kissen und küsste sie leidenschaftlich. "Ich liebe dich so sehr, agape mou."

     "Ich liebe dich auch, Alexandros."

     Verliebt schmiegte Katie sich an ihn. Es hatte eine Weile gedauert, doch damals, vor zwei Jahren, hatten sie ihr Glück gefunden – ein Glück, das für immer andauern würde.