9. KAPITEL

Als er die Tür öffnete, war er überrascht, denn mit diesem Gast hatte er nicht gerechnet. Anstelle der Kinderbanden, die schon den ganzen Abend klingelten und lautstark Süßigkeiten forderten, stand Rebecca vor der Tür.

     Nachdem er seine Verabredung mit ihr abgesagt hatte, war er davon ausgegangen, dass sie nicht zur Party kam. Vor allen Dingen hatte er nicht mit ihrem Outfit gerechnet.

     Sie lächelte amüsiert über seinen verblüfften Gesichtsausdruck.

     Auf den ersten Blick schien Rebecca eine Perücke mit extrem langem blonden Haar zu tragen. Und sonst nichts.

     Das Haar reichte ihr bis zu den Knien und war glücklicherweise so arrangiert, dass die wesentlichen Körperteile bedeckt waren. Wenigstens knapp.

     Am liebsten hätte er einen Mantel von der Garderobe geholt und sie damit bedeckt.

     "Willst du mich nicht reinbitten?" Rebecca musste sich ein Lachen verkneifen.

     "Hm, ja, sicher." Verlegen trat Jack einen Schritt zurück.

     Sie ging ins Haus, und Jack schloss die Tür. Rebecca schien seine Blicke zu genießen.

     "Ich dachte, Anwälte wären nie um Worte verlegen", stellte sie fest. Da sie die gewünschte Wirkung erzielt hatte, lächelte sie nun wohlwollend. "Entspann dich, Jack. Ich trage einen Bodystocking, sogar einen ganz dichten. Falls du es noch nicht gemerkt hast, ich bin als Lady Godiva verkleidet. Du weißt schon, die mittelalterliche Adlige, die nackt durch die Stadt geritten ist, um ihren Mann zu einer Steuersenkung zu bewegen." Sie sah ihn schelmisch an. "Ich habe nur mein Pferd nicht dabei."

     Glücklicherweise kam Zooey mit einem Tablett voller Vorspeisen vorbei, mit dem sie sich zwischen ihn und Rebecca schob. Während sie den neuen Gast begrüßte, hörte sie nicht auf zu lächeln.

     "Ich bin sicher, Ihr Pferd wird irgendwo auftauchen, Rebecca. Vielleicht macht es gerade eine kurze Verschnaufpause", schlug sie vor und ließ die Frau nicht aus den Augen. Sie hielt ihr das Tablett unter die Nase. "Ein Krabbenpastetchen?"

     Rebecca blickte auf das Tablett, aber schüttelte den Kopf. "Vielleicht später."

     "Dann sind vielleicht keine mehr da", erwiderte Zooey, aber Rebecca war schon weitergegangen. Sie sah Jack an. "Brauchst du etwas Sauerstoff?"

     Jack war erleichtert, dass Rebeccas Kostüm nicht so skandalös war, wie er im ersten Moment geglaubt hatte. Schließlich liefen hier Kinder herum. Beiläufig zuckte er mit den Schultern. "Ich hatte nicht damit gerechnet, dass sie kommt."

     Offensichtlich, dachte Zooey. Sie war überrascht, dass er sich nicht nach Rebecca umdrehte. Vielleicht war zwischen den beiden wirklich nichts gelaufen. Der Gedanke beruhigte Zooey sehr.

     Sie lächelte über Jacks Antwort. "Glaubst du, sie würde die Gelegenheit verpassen, die Männer aus der Nachbarschaft zu treffen? Du weißt wirklich nicht viel über Frauen."

     "Richtig", stimmte er zu und aß ein Krabbenpastetchen.

     Sein Geständnis überraschte Zooey. "Ein ehrlicher Anwalt. Du bist wirklich einzigartig."

     "Und hungrig", erwiderte Jack und nahm noch mehr von dem Gebäck. "Das schmeckt wirklich gut."

     Sie freute sich über das Kompliment, versuchte aber, es nicht zu zeigen. "Wenn du etwas Herzhafteres möchtest, dann gibt es noch das Filet", erinnerte sie ihn. "Es steht im Esszimmer. Soll ich dir etwas holen?"

     "Schon okay. Jetzt habe ich erst einmal genug gegessen."

     "Gut, dann sehe ich mal nach den Gästen."

     Jack beobachtete sie, während sie sich nach und nach zu den einzelnen Gruppen gesellte. Sie spielte die Rolle der Gastgeberin perfekt, und als sie mit den Nachbarn plauderte, schien es, als hätte sie schon ihr ganzes Leben lang Partys gegeben.

     Sie amüsierte sich über eine Bemerkung von Megan Schumacher, und ihr Lachen schien ihn über die Gespräche der Gäste hinweg in seinem Innersten zu treffen.

     Er sah sich im Raum um, um sich von Zooeys Anblick abzulenken. Bo und Carly saßen in einer Ecke. Die frisch Verheirateten unterhielten sich, berührten sich zärtlich und lachten wie zwei verliebte Teenager. Sie schienen die Leute um sich herum vergessen zu haben.

     Jack beneidete Bo um die Gefühle, die er sicher gerade empfand. Wahrscheinlich konnte der frischgebackene Ehemann kaum atmen, weil sein Herz so schnell und laut schlug.

     Seine Gedanken überraschten Jack. Er selbst hatte sich doch kürzlich so gefühlt. Nicht an der Tür, als er Rebecca geöffnet hatte. Nicht einmal bei seinem Date. Nein, seine Gefühle hatten gar nichts mit der Nachbarin zu tun.

     Sein Herz hatte so schnell geschlagen, als er Zooey geküsst hatte.

     Jetzt brauchte er einen Drink.

     Ablenkung von Zooey und der sinnlichen Bewegung ihrer Hüften, als sie umherging und sich um die Gäste kümmerte.

     Jack suchte sich jemanden, mit dem er reden konnte. Vorzugsweise jemand mit einem hohen Testosteronspiegel.

 

"Eine wunderbare Idee, Zooey", lobte Angela Schumacher und steckte sich noch ein Krabbenpastetchen in den Mund. Sie sah sich nach ihren Kindern um, die endlich einmal alle friedlich waren. "Meine Lieben haben viel Spaß."

     Daran hatte Zooey nie gezweifelt. Die Kinder brauchten nur Getränke und etwas zu essen, dazu einige Spiele. Dann lief alles wie von selbst. Die meisten waren auch gut erzogen, und sie musste sich nur um die bemühen, die etwas ungestümer waren.

     "Und die Erwachsenen?", fragte Zooey und blickte von Angela zu ihrer Schwester. Megan hatte gerade ihren Verlobten Greg Banning verlassen, um sich ein Glas Punsch zu holen.

     "Uns geht es gut", erklärte sie Zooey, während sie Punsch in das Glas füllte. Sie wies auf ein anderes Paar. Adam Shibbs hatte nur Augen für die hochschwangere Molly Jackson. Er wich kaum von ihrer Seite. "Molly sieht zum ersten Mal seit langer Zeit richtig glücklich aus."

     "Kein Wunder, wenn man verliebt ist", kommentierte Angela knapp.

     "Das klingt aber zynisch", bemerkte Zooey.

     Angela wurde rot und trat unruhig von einem Fuß auf den anderen. Sie wollte die Aufmerksamkeit gar nicht auf sich lenken, aber da sie von ihrem Ehemann verlassen worden war, konnte sie sich nicht rückhaltlos über das Glück der anderen freuen.

     "Tatsächlich?", fragte sie und beschloss, selbst ein Glas Punsch zu trinken. "Tut mir leid, da sind wohl alte Wunden wieder aufgegangen."

     Zooey wusste, was Angela passiert war. Ihr Mann hatte sie sitzen gelassen und zahlte keinen regelmäßigen Unterhalt für die Kinder, sodass Angela zusätzliche Stunden arbeiten musste. Deshalb hatte sie weniger Zeit für die Kinder. Glücklicherweise half Megan aus, aber es war nicht das Gleiche.

     Angelas Kinder wollten die Mutter, und sie wusste das.

     "Es werden nur alte Wunden, wenn Sie zulassen, dass sie heilen", sagte Zooey leise. "Ansonsten bleiben es immer offene."

     "Jetzt gibst du auch schon ärztliche Ratschläge", meinte Jack hinter ihr.

     Überrascht drehte Zooey sich um, aber sie versuchte, ihr Erstaunen nicht zu zeigen. Das passte nämlich gar nicht zu der Rolle der kühlen und gelassenen Frau, die sie heute spielen wollte.

     "Ich tue, was notwendig ist", erwiderte Zooey lässig. "Brauchst du mich für irgendetwas?"

     Fast hätte er laut gelacht. Wenn ihm jemals eine zweideutige Frage gestellt worden war, dann diese. Ein Dutzend verschiedene Antworten, die allesamt dasselbe Begehren ausdrückten, fiel ihm nach ihrer unschuldigen Frage ein.

     Vielleicht ist sie doch nicht so unschuldig, dachte Jack und blickte Zooey in die Augen. Sie schien genau zu wissen, was sie gefragt hatte und welche Antworten sie damit provozierte.

     Wahrscheinlich hatte sie allmählich gemerkt, was sie bei ihm anrichtete, wenn sie nur in seiner Nähe war.

     Er wollte jedoch unbedingt vermeiden, dass jemand anders davon erfuhr. "Vielleicht könnten die Kinder jetzt mit den Spielen beginnen. Ich glaube, inzwischen sind alle Gäste im Haus."

     Zooey sah sich kurz um. "Du passt aber gut auf", meinte sie bewundernd.

     Er merkte, dass Angela und Megan sich krampfhaft bemühten, nicht zu lachen, während sie weitergingen.

     "Ich bin Anwalt", erinnerte er. "Da kannst du mir schon ein bisschen Aufmerksamkeit und Konzentration zugestehen."

     "Aber das tue ich doch bereits", sagte sie unschuldig. "Ein ganz kleines bisschen." Und dann lachte sie über ihren eigenen Scherz. Jacks finsterer Blick erstaunte sie. Was war jetzt los?

     Sie musste nicht lange warten. "Tun Sie das nicht", bat er sie.

     Zooey wusste nicht, was sie getan haben sollte. "Was denn?"

     "Lachen."

     Jetzt spinnt er aber, dachte sie. Nur weil er kaum ein Lächeln zustande bringt, muss ich nicht auch mit ernster Miene herumlaufen. Hier wurde schließlich eine Party gefeiert, und Jack musste einfach lockerer werden.

     "Warum?", fragte sie und legte eine Hand auf die Hüfte.

     Seine Antwort ließ sie sprachlos zurück.

     "Weil es mich aufregt", erwiderte er knapp, bevor er sich umdrehte und zu einer Gruppe von Nachbarn ging, die als Cowboy, Alien, Astronaut und Fred Feuerstein verkleidet waren.

     Zooey holte die letzten Vorspeisen aus der Küche und ging dann zu Molly Jackson und ihrem Verlobten Adam Shibbs. Die beiden waren als Romeo und Julia verkleidet. Molly konnte jedoch ihre Schwangerschaft nicht verbergen.

     Ohne hinzusehen, nahm sich Molly etwas vom Tablett, denn sie konzentrierte sich ganz auf den jungenhaft aussehenden Adam. Zooey hatte Molly noch nie so glücklich gesehen.

     Warum auch nicht? Schließlich bekam sie fast gleichzeitig ein Baby und einen Ehemann. Was könnte besser sein?

     Rebecca kam auf die beiden zu, umarmte Molly und sagte etwas zu Adam. Beide grüßten sie freundlich. Zooey erinnerte sich, dass Rebecca im letzten Monat für Molly eine Babyparty organisiert hatte, um das ungeborene Kind und seine Mutter zu feiern und Geschenke zu machen.

     Das zeigte, dass die Frau gar nicht so übel war. Solange sie nicht in ihrem, Zooeys, Gebiet wilderte.

     Gut, dass niemand meine Gedanken lesen kann, dachte Zooey. Als ob Jack mir gehörte. Als ob der Mann etwas mit einer ehemaligen Kellnerin, Hundesitterin oder Nanny zu tun haben wollte, die gar nicht wusste, was sie im Leben erreichen wollte.

     Allerdings wusste Zooey genau, wem ihr Herz gehörte.

     Selbst wenn es nicht sein durfte.

     Schnell verscheuchte sie ihre Gedanken, die zu nichts führten, und kümmerte sich wieder darum, dass die Gäste sich amüsierten. Selbst Rebecca.

     Daran, dass Megan ihren Spaß hatte, bestand kein Zweifel. Sie war als gute Fee verkleidet und hatte sogar einen Zauberstab dabei.

     "Eigentlich fühle ich mich eher wie Cinderella", hatte sie vor einigen Minuten gesagt. "Besonders wenn ich Greg ansehe." Sie konnte den Blick nicht von ihrem Verlobten abwenden, der, obwohl als Musketier verkleidet, immer noch als Absolvent einer Eliteuniversität zu erkennen war.

     "Wer hätte gedacht, dass eine graue Maus wie ich solch einen Mann findet?"

     Zooey gefiel es gar nicht, wenn Leute sich schlechtmachten. Besonders nicht, wenn sie denjenigen mochte.

     "Ich hätte es gedacht", erwiderte sie. "Sieh dich doch einmal an", forderte sie Megan auf. Da kein Spiegel in der Nähe war, führte sie sie zu einer Glasschiebetür, in der sie sich sehen konnte. "Du bist keine graue Maus mehr. Und selbst als du dich dafür hieltest, warst du keine. Du hattest immer schon so ein inneres Leuchten."

     Als sich ein zartes Lächeln auf Megans Gesicht zeigte, fügte Zooey hinzu: "Du hast es lange verborgen, aber jetzt zeigst du es der ganzen Welt."

     "Du kannst einen wirklich aufbauen", meinte Megan.

     "Ja", stimmte Zooey zu, und ahnte, dass noch mehr folgen würde.

     "Was ist denn mit dir und dem Mann, der die Frauenherzen höher schlagen lässt?" Megan wies auf eine Gruppe von Männern, bei denen Jack stand.

     "Jack?" Sie hatte keine Ahnung, worauf Megan hinauswollte. "Was ist mit ihm?"

     "Er hat ein Auge auf dich geworfen", informierte die Nachbarin sie.

     "Nein, auf keinen Fall", erwiderte sie schnell. Sie wollte gar nicht erst glauben, dass Megan mit ihrer Vermutung recht hätte, denn die Enttäuschung wäre zu groß, wenn sie sich irrte. Besser, sie machte sich erst gar keine Hoffnungen.

     "Und selbst wenn es so wäre, dann will er nur kontrollieren, dass ich alles erledige, wofür er mich bezahlt."

     Megan lächelte. "Du nimmst Geld dafür?"

     "Nein!", rief Zooey laut aus, wurde dann aber sofort leise, als sie merkte, dass sie die Aufmerksamkeit auf sich zog. "Ich meine, er bezahlt mich dafür, dass ich mich um die Kinder kümmere."

     "Mütter kümmern sich auch um die Kinder."

     Das Wort "Mutter" weckte viele Gefühle in Zooey, mit denen sie im Moment nicht fertig wurde. Manchmal, wenn sie nachts nicht schlafen konnte, stellte sie sich vor, Jackies und Emilys Mutter zu sein.

     Und Jacks Frau …

     Trotzdem glaubte sie, dass niemand ihre Gedanken erraten würde. "Was sagst du?"

     Verständnisvoll lächelte Megan sie an. "Was glaubst du denn?"

     Zooey wollte von sich ablenken. "Jack ist mit Rebecca ausgegangen."

     In der kleinen Sackgasse konnte man ohnehin keine Geheimnisse vor den Nachbarn haben. "Aber jetzt doch nicht mehr, oder?"

     "Nein."

     Megan drückte Zooeys Hand. "Weil er an jemandem ganz in der Nähe interessiert ist."

     Zooey wollte gar nicht weiterträumen. "Das Einzige, wofür er sich dauerhaft interessiert, sind seine Schriftsätze." Sie warf einen Blick in Jacks Richtung.

     Megan trat einen Schritt zurück, als wolle sie die Freundin näher betrachten.

     "Ich hätte es nicht für möglich gehalten."

     "Was?"

     "Du wirst ja rot."

     Zooey spürte, dass ihre Wangen ganz heiß wurden. Natürlich hatte Megan recht, aber sie wollte es nicht zugeben. "Bei den vielen Leuten hier wird es einem ganz warm."

     Megan schaute zu Jack, der bei einer Gruppe von Männern stand. Trotzdem war er am Gespräch nicht beteiligt, sondern blickte zu ihnen herüber.

     Zu Zooey.

     "Und mit etwas Glück wird es noch wärmer, wenn alle Gäste gegangen sind", bemerkte Megan.

     Zooey war völlig durcheinander. "Du weißt doch nicht, was du sagst."

     Die Freundin trat einen Schritt näher und flüsterte ihr ins Ohr: "Glaub mir, Zooey, die Beteiligten wissen es oft zuletzt." Sie sah Greg, der zu ihnen kam, verliebt an. "Ich kann ein Lied davon singen."

     Zooey schüttelte den Kopf. Megan meinte es nur gut, aber ihre Verliebtheit ließ sie die ganze Welt durch die rosarote Brille sehen.

     Zooey freute sich für Megan und für all die Paare, die glücklich miteinander waren. Aber man fand nicht immer das, was man suchte, und sie suchte nicht nach der Liebe. Zuerst musste sie mit ihrem Leben klarkommen, und danach konnte sie sich nach einem Mann umsehen. Vorher nicht.

     Plötzlich merkte sie, dass sie das Tablett fest umklammerte und zu Jack blickte. Sie zwang sich, ruhig ein- und auszuatmen.

 

Die Feier zog sich bis in die Nacht. Zooey genoss die Party, denn sie mochte die Nachbarn vom Danbury Way. Fast alle waren nett, und in der ausgelassenen Stimmung fühlte sie sich in ihrem Element.

     Um acht gingen die ersten Gäste mit kleinen Kindern, während die letzten Nachbarn die Party ungefähr um elf Uhr verließen.

     Obwohl Angela, Megan, Carly, Molly und sogar Rebecca beim Aufräumen halfen, schien die Arbeit kein Ende zu nehmen.

     Auch nachdem alle gegangen waren, fand Zooey immer noch einzelne Gläser und Teller.

     "Hör doch auf", schlug Jack vor, nachdem er die Tür hinter dem letzten Gast geschlossen hatte.

     Emily und Jackie waren schon länger im Bett, und im Haus herrschte beinahe gespenstische Stille.

     "Ich will nur noch ein bisschen wegräumen …"

     Jack ging zu ihr und nahm ihr die Pappteller aus der Hand.

     "Bitte hör auf, Zooey. Du hast für heute mehr als genug gearbeitet." Er sah sich um. Das Haus wirkte fast wieder sauber. "Bestell doch für morgen eine Putzkolonne, die den Rest erledigt."

     Zooey hasste es, Geld zu verschwenden. "Das brauche ich nicht, Jack, ich kann …"

     "Musst du mir eigentlich immer widersprechen?"

     "Nein, immer nicht, nur wenn du auf dem Holzweg bist."

     "Hör doch mal auf mich. Deine Zeit ist zu kostbar, um Pappteller einzusammeln."

     Es gefiel ihr, dass er so dachte, aber sie war nicht sicher, ob er so redete, weil er zu viel von dem Punsch getrunken hatte. Sie musste sicher sein. "Ich dachte, dafür werde ich bezahlt. Als Nanny und Haushälterin."

     Jack lachte kurz. "Ich möchte nicht, dass du bald völlig erschöpft bist."

     "Ich bin robuster, als ich aussehe."

     Lange blickte er sie an. "Das weiß ich schon", erwiderte er leise.

     Schon wieder raste ihr Herz. "Aha?"

     "Ja, aha", imitierte er sie.

     Er wusste nicht, wieso sie im nächsten Augenblick in seinen Armen lag. Jack konnte sich nicht erinnern, den ersten Schritt gemacht und die Arme um sie gelegt zu haben. Er wusste nur, dass die Zeit stillzustehen schien.

     Nur Zooeys Anwesenheit zählte noch.