Im Bann eines sexy Betrügers?

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Trotz Datingpause trifft sich Reign mit Abe zum Dinner. Der charmante Hausmeister ist so anders als der Mann, der ihr gerade das Herz gebrochen hat! Aber kaum lässt sie sich auf ein erotisches Abenteuer ein, fürchtet sie, dass Abe sie betrügt …


  • Erscheinungstag 05.11.2026
  • ISBN / Artikelnummer 9783751548113
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Leseprobe

Zuri Day

Im Bann eines sexy Betrügers?

Rebellen sind sexy.

Sie haben keine Angst, die Regeln zu brechen.

Sie leben ihr Leben, wie es ihnen gefällt.

Sie haben nichts zu verlieren und alles zu gewinnen.

Sie riskieren alles – denn sie wissen, dass die Liebe siegen wird.

1. KAPITEL

Es war eine stressige und lange Arbeitswoche gewesen. Doch jetzt begann endlich das Wochenende, und Reign Eddington hatte richtig gute Laune.

Sie hatte gerade eine erfolgreiche Geschäftsreise hinter sich gebracht und konnte stolz auf sich sein. Jetzt plante sie, ihren Erfolg zu krönen, indem sie mit ihrem Freund Trenton, einem erfolgreichen Basketballprofi, die Unterzeichnung seines neuen Vertrags feierte. Es war überall in den Nachrichten verbreitet worden – Trenton „Super Hot Jump Shot“ Carpenter war von den Chicago Bulls für fünf Jahre und fünfundfünfzig Millionen Dollar unter Vertrag genommen worden. Dazu hatte er noch eine Vertragsprämie von fünfzehn Millionen Dollar kassiert. Das Geld war nett, aber es war nicht der eigentliche Grund, warum Reign sich so für Trentons Glück freute. Der Fünfjahresvertrag bedeutete, dass er die nächsten Jahre in Chicago bleiben würde. Beziehungen mit Profisportlern waren schwierig genug, und Reign konnte gut auf eine Fernbeziehung verzichten.

Mit einem Basketball-Superstar zusammen zu sein, dessen Popularität weit über den Sport hinausging und ihn zu einer Art Promi machte, konnte schwer bis gar nicht erträglich sein. Das erste Jahr ihrer Beziehung hatte das klar gezeigt. All die Auswärtsspiele – über vierzig im letzten Jahr. All die Dinge, die zu seinem lukrativen Business gehörten – Deals mit Sportbekleidungsmarken, Sponsoring, das Investmentportfolio, das ihr Bruder Jake verwaltete. All die Frauen und Groupies. All die Hater. All der unnötige Mist.

Es hatte mehr als eine Situation gegeben, in der sie an seiner Treue gezweifelt hatte. Das letzte Mal war vor acht Monaten gewesen. Damals waren im Internet Bilder verbreitet worden, auf denen er sehr nah gewesen war mit einem gewissen, sehr verführerischen Popstar. Sein ehrliches Geständnis hatte ihn damals gerade noch gerettet.

Im Vorfeld dieser Affäre hatten Reign und er dauernd Streit gehabt. Es hatte Eifersucht, Unsicherheit und Misstrauen auf beiden Seiten gegeben. Er hatte sie beschuldigt, mit einem Teamkollegen zu flirten. Sie war zugegebenermaßen etwas zu freundlich zu einem von Jakes Kunden gewesen, hatte Trenton aber schnell daran erinnert, dass all ihre Flirts und Spielereien am Ende völlig unschuldig geblieben waren – was man von seinen ganz und gar nicht behaupten konnte.

Sie hatten gerade eine inoffizielle zweimonatige Beziehungspause eingelegt, als er die Affäre mit dem vollbusigen Popstar begonnen hatte. Wenn man es genau nahm, hatte er sie also nicht betrogen. Und auch Reign war in dieser Zeit nicht ganz untätig gewesen. Doch die Schäbigkeit des Ganzen hatte sie realisieren lassen, dass sie nicht die Richtige für so etwas war. Sie wollte absolute Treue. Trenton hatte sie schließlich mit extravaganten Geschenken, nächtlichen Telefonanrufen, dem Ausschütten seines Herzens und einem eisernen Bekenntnis zu exklusiver Monogamie zurückzugewonnen. Und Reign hatte die zweite Chance, die sie ihm gegeben hatte, mit einer Warnung verbunden: „Wenn du mich noch einmal betrügst, bin ich weg – und zwar für immer.“

Seitdem hatte er sich von seiner besten Seite gezeigt, und es hätte Reign absolut nicht überrascht, wenn Amors Pfeil demnächst mit einem Verlobungsring dekoriert gewesen wäre. Es war nicht immer einfach gewesen, eine Beziehung mit einem Mann zu führen, den so gut wie jede Frau auf diesem Planeten begehrte – aber es war die Anstrengung definitiv wert gewesen.

Auch aus diesem Grund sollte der heutige Abend etwas ganz Besonderes werden. Sie hatte gemeinsam mit ihrem Vater Derrick und ihrer Schwester Maeve geschäftlich nach New York fliegen müssen, und sie war sich nicht sicher gewesen, ob sie rechtzeitig zurück sein würde für Trentons Party. Trenton war nicht begeistert gewesen, aber er hatte es verstanden. Business ging vor, vor allem, wenn es wie in diesem Fall um ein Familienimperium ging.

Als das Geschäftsmeeting zwei Stunden früher als geplant geendet war, hatte Reign ihr Glück kaum fassen können. Auf dem Weg zum Flughafen hatte sie vergeblich versucht, Trenton anzurufen. Sie hatte ihm mehrere Nachrichten auf der Mailbox hinterlassen und ihm schließlich getextet.

Es gab noch einen weiteren Grund, warum Reign sich auf den heutigen Abend freute. Heute war der offizielle Startschuss für ihr eigenes Unternehmen. Nachdem sie jahrelang davon geträumt hatte, als Lifestyle-Influencerin erfolgreich zu sein, hatte sie schließlich Jakes Rat befolgt und ihren ursprünglichen Traum so abgewandelt, dass er besser zu ihren eigenen Fähigkeiten und auch zu dem Schwerpunkt des Familienunternehmens passte. Sie gründete eine Branding-Agentur: Make It Reign. In diesem Bereich war sie extrem gut, und sie hatte sich bereits einen Namen als PR-Profi gemacht.

Trentons Party würde eine erste Fingerübung für Reigns neues Business sein. Die gesamte Deko würde sein Logo tragen – eine Zeichnung von Trentons Profil mit seinen kurzen, charakteristischen Dreads, seinem so sexy wirkenden düsteren Gesichtsausdruck und einer Hand, die in einer fließenden Bewegung einen Basketball wirft. Darunter fett die Buchstaben TC. Dazu kam eine ganze Reihe von Merchandising-Artikeln: T-Shirts, Basecaps, Gläser … Der Fotograf, den Reign engagiert hatte, würde die ganze Aktion dokumentieren, zusammen mit einer Reihe von Medienvertretern, die über die Feier zu Trentons Vertragsunterzeichnung berichten würden. Die Fotos mit dem neuen TC-Logo würden am nächsten Morgen auf der ganzen Welt zu sehen sein.

Trentons Management stand voll hinter der Idee, denn natürlich war diese Aktion nicht nur ein hervorragender Start für Make It Reign. Allein der an diesem Abend angekurbelte Umsatz würde die ohnehin schon prall gefüllten Taschen von Trenton um mehrere Millionen Dollar schwerer machen.

Als Reigns Flieger landete, stand eine Stretchlimousine auf der Rollbahn bereit, um sie direkt zum Verve zu bringen, dem zurzeit angesagtesten Club Chicagos. Es war immer noch keine Antwort von Trenton gekommen, aber Reign machte sich keine Gedanken darüber. Er hatte bestimmt alle Hände voll zu tun, während um ihn herum ein Meer von bewundernden Fans aufbrandete.

Auf der Fahrt zum Club tauschte sie ihren konservativen Nadelstreifenanzug gegen hippe Jeans und eines der exklusiven T-Shirts mit dem TC-Logo aus, die jeder geladene Gast erhielt. Sie hatte gerade ihr Haar gelöst, ihr Make-up aufgefrischt und ihre bequemen Pumps gegen ein Paar sexy Stilettos getauscht, als der Fahrer vor dem Eingang des Clubs hielt. Er stieg aus und öffnete die Wagentür für sie. Reign legte sich einen schwarzen Kunstnerz um die Schultern, stieg aus und gab dem Fahrer einen Hundert-Dollar-Schein als Trinkgeld.

„Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend, Ms. Eddington.“

Reign lächelte.

„Danke. Den werde ich sicher haben.“

Sofort hörte man die Auslöser von Kameras klicken. Reign ging lässig an den Fotografen und der Schlange der Wartenden vorbei und begrüßte den Manager des Clubs, der sie an der Tür in Empfang nahm und hineinbegleitete. Als sie an den über hundert Menschen vorbeiging, die auf ihre Chance hofften, in den Club zu kommen, war sie sich der Blicke und des Getuschels nur zu bewusst.

Die neidischen Blicke und Kommentare der Frauen. Die bewundernden Blicke und Komplimente der Männer.

Reign war eine schöne Frau, die von ihren Eltern Derrick und Mona die jeweils besten Eigenschaften geerbt hatte. Sie gehörte zu einer Familie, die in Illinois fast schon den Status einer königlichen Familie hatte, insbesondere in der Gemeinde Point du Sable, wo die Eddingtons lebten. Reign war klug, begabt und zog die Menschen mit ihrer Anziehungskraft in ihren Bann. Dabei war sie alles andere als eingebildet. Ihre Geschwister hatten die Messlatte für das Nesthäkchen der Familie sehr hoch gelegt, und es fiel ihr oft schwer, die hohen Erwartungen zu erfüllen. Sie hoffte, dass ihre neu gegründete Branding-Agentur dafür sorgen würde, dass sie sich endlich genauso talentiert und erfolgreich fühlte wie ihre Schwester und ihre Brüder.

Als sie den Club betrat, wurde sie sofort von dem pulsierenden Leben im Inneren erfasst. Die Musik war laut und schnell, und die Bässe ließen die Wände erbeben. Alle tanzten, unterhielten sich, waren mittendrin im Geschehen. Sie sah mehrere ihr bekannte Gesichter, als sie zum Aufzug gebracht wurde, der in den abgetrennten VIP-Bereich im dritten Stock fuhr.

Die Menschen hier oben waren genauso aufgedreht wie die Menge unten. Reigns TC-Logo war überall zu sehen – die Jungs trugen die Basecaps, und eine ganze Reihe von Frauen die T-Shirts. Reign lächelte glücklich und sog die ausgelassene Stimmung geradezu in sich auf. Ihr Baby würde weitere fünf Jahre ein Chicago Bull sein!

Sie schlenderte zu den exklusiven, mit Samt ausgekleideten Nischen, die die Rückwand des Raums säumten. Ein Paar langer Beine ragte aus der letzten und größten Nische. Trenton.

Reign beschleunigte ihre Schritte, dabei bewegte sie sich in ihren schwindelerregend hohen Absätzen mit der Mühelosigkeit eines Laufstegmodels.

„Hey, Ba…“

Sie blieb abrupt stehen. Der Anblick, der sich ihr bot, ließ sie zur Salzsäule erstarren.

Die Beine gehörten tatsächlich zu Trenton. Was sie nicht erwartet hatte, war die Art von Gesellschaft, die er hatte. Er – oder genauer gesagt, seine Zunge – war mit der knapp bekleideten Frau auf seinem Schoß in ein ziemlich intensives Kennenlernen verwickelt. Die Szene lähmte Reign nur für wenige Sekunden. Als sie die offene Champagnerflasche auf dem Tisch bemerkte, stellte sie sich bildlich vor, wie sie diese über die Köpfe der beiden leeren würde. Sie machte einen Schritt nach vorn, um diese Fantasie Wirklichkeit werden zu lassen. Doch bevor sie ihre Mission erfüllen konnte, umklammerte eine starke Hand ihren Arm.

„Lass mich los!“

Sie riss sich von dem entschlossenen Griff los, wirbelte herum und stand Donald gegenüber, dem Fotografen, den sie engagiert hatte, um Trentons Party und ihren Business-Launch zu dokumentieren.

„Hier sind überall Fotografen“, flüsterte er hastig. „Denk an deine Agentur.“

Seine Worte rissen den dichten Nebel von Wut, der vorübergehend ihren Verstand verdunkelt hatte, ein Stück weit auf. Plötzlich war sie sich der Kameras, die jede ihrer Bewegungen aufzeichneten, sehr bewusst.

Inzwischen war die Nachricht, dass seine Freundin den Schauplatz betreten hatte, scheinbar bis zu Trenton vorgedrungen. Mit erschrockenem Gesichtsausdruck schob er die andere Frau von seinem Schoß und stand mit einer einzigen fließenden Bewegung auf.

„Reign!“

Wie eine Ballerina in einer Spieluhr drehte sie sich auf dem Absatz eines Stilettos und ging so schnell sie konnte, auf den Aufzug zu.

„Hey Baby! Warte doch!“

Ach, jetzt bin ich also dein Baby? Reign lief noch schneller.

Sie erreichte den Aufzug, hielt ihre VIP-Karte gegen den Scanner und wartete ungeduldig darauf, dass sich die Türen öffneten.

Trenton erreichte sie mit weniger als einem Dutzend langer Schritte. „Reign!“ Er legte eine Hand auf ihre Schulter.

Sie zuckte zusammen, als hätte sie sich verbrüht.

„Fass! Mich! Nicht! An!“

Die Fahrstuhltüren öffneten sich. Trenton folgte ihr dichtauf, als sie den zum Glück leeren Aufzug betrat.

„Raus!“

„Nein“, sagte er mit einem leichten Lallen in der Stimme.

Betrunken. Ergab Sinn. Offensichtlich war der Champagner, den sie auf dem Tisch gesehen hatte, nicht seine erste Flasche gewesen.

„Ich kann alles erklären.“

„Ich will es nicht hören.“

Die Türen des Aufzugs schlossen sich, und Reign trat zurück und drückte sich gegen die Wand. Fassungslos starrte sie den Mann an, dem sie in den letzten achtzehn Monaten ihren Kopf und ihr Herz geschenkt hatte.

„Wie konntest du nur?!“ Sie schaffte es, die Worte trotz des Kloßes in ihrem Hals herauszubekommen. „Dieser Abend bedeutet alles für mich!“

„Baby, ich dachte …“ Er fuhr sich mit beiden Händen über das Haar und über das Gesicht. Wahrscheinlich dachte er, dass ihn das etwas klarer im Kopf machen würde.

Träum weiter. Sie schüttelte angewidert den Kopf.

„Warum hast du nicht … wie … ich dachte, du bist in New York.“

„Ja, es ist offensichtlich, dass du mich nicht erwartet hast.“

„Warum hast du mich nicht angerufen?“

Ihre verpassten Anrufe würde er noch früh genug auf seinem Handy sehen.

„Trenton, du wusstest genau, wie wichtig dieser Abend für mich … für mein Business war. Aber es war dir egal!“

„Es war mir nicht … Es ist mir nicht egal! Alle lieben deine Sachen, Baby, sie …“

Reign hätte fast laut losgelacht, doch in diesem Moment öffneten sich die Aufzugstüren. Sie drängte sich hastig durch die wartende Gruppe von Menschen. Beifallsbekundungen für Trenton ertönten und bildeten eine Art Hintergrundmusik für ihren Streit.

„Spar dir das, Trenton. Viel Erfolg mit dem Logo.“ Sie holte ihr Handy aus der Tasche und schrieb dem Fahrer ihrer Limousine eine Nachricht. „Aber erwarte nicht, dass ich den Rest des Projekts durchziehe. Du bekommst die Rechnung für die bisherigen Leistungen per Mail.“

„Komm schon, Reign. Sei doch nicht so. Diese Mädchen bedeuten mir nichts.“

„Oh, es sind also Mädchen. Mehr als eins.“

„Nein, diese … Du weißt schon, wovon ich spreche.“

„Ich fürchte ja.“

Reign eilte zum Ausgang, doch als sie sich an die lange Schlange der Fans erinnerte, änderte sie ihren Kurs und steuerte auf eine Seitentür zu. Trenton folgte ihr. Ein paar Fans bemerkten ihn und riefen seinen Namen.

„Hör auf, mich zu verfolgen!“ Sie sprach leise und mit zusammengebissenen Zähnen. Dabei war sie sich der Blicke und der klickenden Handykameras nur zu bewusst.

Trenton ignorierte ihre Aufforderung und hielt problemlos mit ihr Schritt. „Warum bist du so sauer? Das Mädchen war nur ein Fan. Sie hat mir gratuliert. Mehr nicht.“

„Oh, so nennst du das also? Muss schwierig für sie gewesen sein mit deiner Zunge im Hals.“

„Wir haben nicht …“

„Oh doch! Ihr habt.“

„Süße …“

Reign versuchte, seine Worte auszublenden. Sie checkte ihr Handy. Keine Antwort des Fahrers, dem sie bereits für den Rest des Abends freigegeben hatte. Wahrscheinlich war er längst auf halbem Weg zurück nach Point du Sable. Sie schickte trotzdem eine weitere Nachricht und fügte ein Dringend! hinzu. Zum Glück antwortete er.

Bin in fünf Minuten da.

Sie riss die Seitentür auf, Trenton dicht auf ihren Fersen. „Süße, es war nichts. Bitte bleib. Diese Party ist auch deine Party!“

„Trenton, ich will nicht mit dir reden.“

„Komm schon, Reign“, flehte er. Sein alkoholisierter Zustand ließ ihren Namen wie Wayne klingen. „Das hier ist unsere Nacht! Der Moment, von dem wir geträumt haben. Für den wir so hart gearbeitet haben.“

„Was du gerade machst, ist Belästigung. Hör auf, meine Grenzen zu überschreiten, und lass mich einfach in Ruhe.“

Trenton versuchte, sie zu umarmen. Sie entwand sich mit aller Kraft seinen Armen und wandte sich zum Gehen. Er hielt ihren Arm fest.

„Hör auf!“ Sie versuchte, sich von seinem Griff zu befreien. Doch der wurde nur fester.

„Hey! Du hast gehört, was die Lady gesagt hat!“

Die männliche Stimme sprach mit großer Autorität und Selbstsicherheit. „Deine Anwesenheit ist nicht mehr erwünscht.“

Es gab ein kurzes Handgemenge, dann hatte der Fremde, zu dem die Stimme gehörte, Trentons Arme hinter dessen Rücken fixiert. Es war so schnell geschehen, wie er aus dem Nichts aufgetaucht war.

Reign konnte nicht glauben, dass es jemand gewagt hatte, sich mit Trenton anzulegen. Sie sagte nichts, aber sie war sich sicher, dass ihre Dankbarkeit und Neugier ihr deutlich ins Gesicht geschrieben standen.

„Lass mich los, Mann!“, brüllte Trenton. Dabei versuchte er vergeblich, sich aus dem offensichtlich eisernen Griff zu befreien.

„Nur wenn du dich beherrschst und freundlicherweise tust, worum die Lady dich gebeten hat. Dass du sie in Ruhe lässt“

„Ich bin okay“, sagte Reign mit zitternder Stimme. In ihr kämpften Wut, Verlegenheit und ihr gebrochenes Herz um die Vorherrschaft.

Der Fremde warf ihr einen zweifelnden Blick zu. Er schien ihren Worten nicht wirklich zu glauben, aber er löste seinen Griff um Trentons Arme.

Der fast zwei Meter große Trenton rieb sich den rechten Arm und drehte sich um, um den einen Kopf kleineren Mann genauer anzuschauen. In diesem Moment war der Größenunterschied zwischen den beiden irrelevant. Der kompakte Körper des Fremden strahlte eine ungewöhnliche Kraft aus. Hinzu kam, dass dieser Mann wie jemand klang, der es gewohnt war, dass seine Befehle befolgt wurden.

„Wer zum Geier bist du überhaupt?“, murmelte Trenton.

„Momentan bin ich vor allem der Beschützer dieser Frau.“

Jemand musste Wind bekommen haben von dem Tumult. Ein paar Schaulustige kamen um die Ecke. Mit seinem Fanpublikum in der Nähe schaffte Trenton es, ein lässiges Grinsen aufzusetzen.

„Der Beschützer? Wo kommst du denn bitte her? Wakanda? Kümmere dich besser um deinen eigenen Kram.“

Der Gesichtsausdruck des Fremden änderte sich nicht, und auch seine Stimme blieb leise und gelassen. „Ich komme aus Ghana. Ich bin außerdem jemand, den du besser nicht verärgerst. Lass die Frau bitte in Ruhe.“

Reigns Gefühle wegen Trentons schrecklichem Verrat wurden überlagert von ihrer Faszination über das heldenhafte Szenario, das sich hier vor ihren Augen abspielte.

Wer ist dieser Typ?

Trenton und der andere Mann warfen sich finstere Blicke zu. Ein paar Fans zückten ihre Handys, und Reign beobachtete, wie der Fremde in den Schatten trat, um nicht fotografiert zu werden. Sie tat es ihm nach. Jetzt wurde die Seitentür aufgerissen, und Trentons Freund Luke kam mit zwei Leibwächtern und Reigns Fotografen Donald im Schlepptau auf sie zu.

„Gibt es ein Problem, Boss?“, fragte einer der muskulösen Bodyguards und blickte von Trenton zu dem Fremden und wieder zurück.

Doch bevor Trenton antworten konnte, meldete sich Luke zu Wort. „Alter! Komm, wir gehen zurück in den Club. Es ist besser, wenn morgen dein neuer Vertrag in den Schlagzeilen steht. Und nicht irgendein bescheuerter Faustkampf.“

Trenton versuchte noch immer, den Fremden in Grund und Boden zu starren. „Du hast Glück, dass ich heute in Feierlaune bin und wir Publikum haben. Das nächste Mal wird es anders laufen.“

Der andere wirkte nicht besonders beeindruckt. „Es wird kein nächstes Mal geben“, antwortete er mit ruhiger Stimme.

Trenton stieß ein unwilliges Knurren aus, wandte sich aber zum Gehen.

Die Augen des Fremden blieben auf Trenton gerichtet, als der schließlich mit den anderen zurück in den Club ging. Dann wanderte sein Blick langsam zu Reign. In seinen Augen lag Wärme und irgendetwas, das Reign das Gefühl gab, beschützt und in Sicherheit zu sein.

„Bist du sicher, dass du okay bist?“

Sie war sich überhaupt nicht sicher, aber sie nickte trotzdem. Sein Blick ruhte noch immer auf ihr.

Faszinierend.

Das war das passendste Wort, um seine Augen zu beschreiben. In dem spärlichen Licht hier draußen sahen sie sehr dunkel aus, fast so schwarz wie Obsidian. Mit einem hellen Funkeln. Er war nicht im klassischen Sinne gutaussehend, aber er hatte etwas Atemberaubendes an sich. Wären sie sich zu einer anderen Zeit und an einem anderen Ort begegnet, wäre Reign vielleicht interessiert gewesen. Aber nicht jetzt.

Ihre Limousine bog um die Ecke und hielt direkt hinter einem älteren Wagen, der gerade vor ihnen geparkt hatte. Der Mann in dem Wagen signalisierte dem Fremden, dass er einsteigen solle. Es war merkwürdig, weil dieses offensichtlich ein paar Jahrzehnte alte Fahrzeug überhaupt nicht zu der Ausstrahlung des Fremden passte. Sie hätte sich den gut gekleideten Mann eher in einem schicken Sportwagen oder einer Luxuslimousine vorgestellt. Er gab dem anderen ein Zeichen zu warten und drehte sich wieder zu ihr. Seine Augen verengten sich leicht, als er sie mit diesem merkwürdig intensiven Blick ansah.

„Wie heißt du?“

„Reign.“

Er lächelte, und es war, als hätte er sie in eine warme Umarmung gezogen. Es war nicht nur der sanfte und fürsorgliche Ausdruck in seinen Augen – es war auch eine Art unwiderstehliche Energie, die er ausstrahlte.

„Ich mag deinen Namen.“

Der Mann im Inneren des Wagens kurbelte jetzt das Beifahrerfenster herunter. „Komm schon, Mann, wir müssen los!“

„Bist du sicher, dass du okay bist?“, wiederholte der Fremde. „Brauchst du ein Taxi?“

„Mir geht es gut, wirklich. Und dein Freund wartet auf dich.“

„Es war mir ein Vergnügen, dich kennenzulernen, Reign.“

„Wie heißt du?“

Er zögerte kurz. Dann sagte er: „Das ist nicht wichtig. Ich bin nur ein guter Samariter, der froh ist, dass er helfen konnte.“

„Na gut. Dann … alles Gute.“

Der Mann verbeugte sich leicht, ging dann zu dem Wagen seines Freundes und stieg ein. Er winkte ihr noch einmal zu, als der Fahrer den Motor startete und begann, die Straße hinunterzufahren.

Reign schaute den Rücklichtern nach, bis der Wagen am Ende des nächsten Blocks abbog und verschwand.

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