Als Rebecca später am Abend zu ihrer kleinen Ranch zurückkam, fand sie zu ihrer Überraschung Jakes Truck in der Einfahrt vor.
Als er früh am Morgen gegangen war, hatte er nicht erwähnt, wann er wiederkommen würde. Und während ihres Aufenthalts in Ruidoso hatte er sie auch nicht auf dem Handy angerufen.
Aber sie lernte allmählich, dass er keinen Terminkalender führte oder viel vorausplante. Er war ein Mann, der immer das tat, wonach ihm im Augenblick war.
Jetzt saß er auf der Veranda und wartete auf ihre Rückkehr. Und während sie die Stufen hinaufkam, bemerkte er offenbar, dass sie die Schultern hängen ließ, denn er stand sofort auf und breitete die Arme für sie aus.
Wortlos ließ sie ihre Handtasche auf den Verandaboden fallen und eilte zu ihm. Und als sie sich an seine Brust warf, spürte sie seine beruhigende Wärme und Nähe.
„Du hast deine Mutter getroffen.“ Es war keine Frage, sondern eine Feststellung.
„Ja“, sagte sie und seufzte betrübt. „Und es war noch schlimmer, als ich erwartet habe.“
Er strich über ihren Rücken. „Das dachte ich mir schon. Deshalb bin ich gekommen. Ich dachte, du kannst heute Abend vielleicht eine kleine Ablenkung brauchen.“
Sie wich leicht zurück. „Was für eine Ablenkung?“
Sein Grinsen war herzlich und verführerisch. Genau das, was sie jetzt brauchte, um das Gefühl zu haben, weiterleben und halbwegs optimistisch nach vorn blicken zu können.
„Da wir … letzte Nacht abgelenkt waren und Banjo bereits hier ist, dachte ich, wir könnten vielleicht einen neuen Versuch starten. Also habe ich ihn und Star gesattelt. Wir könnten über dein Anwesen reiten und die Zäune überprüfen. Hättest du darauf Lust?“
Auch wenn er sich wie ein Rancher anhörte, so war ihr doch klar, dass seine Einladung nichts mit der Reparatur von Zäunen zu tun hatte. Jake wollte sie von ihren Problemen ablenken und auf andere Gedanken bringen.
Bewegt von seiner Fürsorge, blinzelte sie gegen die Tränen an, die ihr in die Augen stiegen. „Diese Chance würde ich um nichts in der Welt verpassen wollen. Ich ziehe mir nur eben Jeans und Stiefel an.“
Nachdem Jake Rebecca versichert hatte, dass er Star bereits probeweise geritten hatte und die Stute als ausgesprochen freundlich empfand, half er ihr in den Sattel. Dann schwang er sich selbst auf den Wallach, den er Banjo nannte.
Obwohl sie vor Jahren zuletzt auf einem Pferd gesessen hatte, dauerte es nur wenige Minuten, bis sie mit den Zügeln umgehen konnte und die Befehle beherrschte, mit denen sie Star in die gewünschte Richtung lenkte.
Als das Haus und der Stall hinter ihnen in der Ferne verschwanden, erreichten sie das offene, mit Salbei bewachsene Land, das das Vorankommen für Reiter und Pferd deutlich erleichterte.
„Es ist sehr schön hier“, sagte Rebecca. „Der Ausritt auf Star lässt mich diesen Nachmittag fast vergessen.“
Jake musterte sie besorgt. „Ich hatte gehofft, dass du die Antworten bekommst, nach denen du gesucht hast.“
Sie lachte bitter auf. „Oh ja, ich habe jede Menge Antworten bekommen. Sie waren nur ganz anders, als ich erwartet habe.“
„Willst du mir davon erzählen?“
Zu ihrer eigenen Überraschung wollte sie das tatsächlich. Von allen Menschen, die sie kannte, war Jake derjenige, der sie am besten verstehen würde.
Und so berichtete Rebecca ihm die ganze traurige Geschichte und endete schließlich