Hörst du die Brandung des Meeres? - Kapitel 2

Max betrat Ellie Scotts Buchhandlung mit zwei Absichten: Er wollte die Schlüssel zum Haus seiner Großtante abholen und der herrschsüchtigen Buchhändlerin klarmachen, dass er das Vermächtnis seiner Großtante nach seinem Zeitplan umsetzen würde.

Dann ging alles schief. Statt einer alten Jungfer stand er einer zierlichen, blassen jungen Frau gegenüber, die auf den ersten Blick wie eine graue Maus wirkte. Erst bei genauerem Hinsehen erkannte er ihre zarte Schönheit: die riesigen braunen Augen, das hellbraune Haar, in dem das Licht faszinierende Farbakzente aufleuchten ließ. Vor ihm stand keine abgedrehte Künstlerin, sondern eher der Typ schutzbedürftiges Reh. Oder war das etwa eine Mitleidsmasche?

Max hatte sich die zweite Treuhänderin als alte Freundin seiner Großtante vorgestellt. Die junge Frau vor ihm erinnerte ihn schmerzlich an das Chaos, das sein Vater gerade anrichtete.

„Pardon?“, riss Ellie Scott ihn aus seinen Gedanken. Ihre Stimme bebte, doch sie sah ihn unerschrocken an.

„Sie haben schon verstanden!“ Plötzlich wurde Max sich der älteren Dame in Tweed bewusst, die er zunächst für die zweite Kuratorin gehalten hatte. Sie stand an der Ladentheke und verfolgte aufmerksam das Gespräch.

„Ich wollte Ihnen Gelegenheit geben, Ihre Frage zurückzuziehen oder sich zu entschuldigen.“

Max betrachtete die junge Frau jetzt genauer. Ihr eindringlicher Blick und die geraden Augenbrauen ließen auf einen starken Charakter schließen.

„Wenn Sie das nicht tun, schlage ich vor, Sie verschwinden und kommen erst wieder, sobald Sie sich Ihrer guten Manieren besonnen haben.“

Max glaubte, sich verhört zu haben. „Was?“

„Gehen Sie und kommen Sie nicht wieder, bis Sie sich benehmen können.“

Verärgert starrte Max sie an, aber Ellie blieb standhaft. Nur ihre zu Fäusten geballten Hände zitterten fast unmerklich.

„Es ist noch nicht vorbei“, warnte er sie auf dem Weg zur Tür. „Ich finde schon noch heraus, wie Sie sich ins Herz meiner Tante geschlichen haben. Dann hole ich jeden Cent zurück, den Sie ihr abgenommen haben.“ Mit lautem Knall fiel die Tür hinter ihm ins Schloss.

Draußen wurde er von einem kühlen Windstoß empfangen. Es war bereits Juli, doch darauf nahm das Wetter in Cornwall keine Rücksicht. Max, der das mildere Klima Connecticuts gewöhnt war, reagierte mit einer Gänsehaut an den Armen. Die Kälte brachte ihn zur Besinnung.

Was hast du dir nur gedacht? fragte er sich unwillkürlich. Sein Auftritt war gründlich nach hinten losgegangen.

Er atmete tief durch, würzige Seeluft füllte seine Lungen. Es war dumm gewesen, nach der langen Anreise sofort die Buchhandlung aufzusuchen, zumal ihm die hässliche Szene mit seinem Vater immer noch im Kopf herumspukte.

Welche Dummheiten würde sein Vater wohl begehen, bis er zurückkehrte? Welchen Schaden würden die Wut und Enttäuschung seiner Mutter anrichten?

Langsam wanderte Max den steilen, schmalen Bürgersteig hinauf. Dabei sah er sich neugierig um. Er befand sich im südwestlichsten Teil Englands, an dem Ort, den sein Urgroßvater verlassen hatte, um ein neues Leben in Übersee zu beginnen.

Und jetzt bin ich hier, dachte Max.

Er drehte sich einmal im Kreis, um alles in sich aufzunehmen. Es roch wie auf Cape Cod, wo er zahlreiche Sommerferien verbracht hatte, nur die flachen Dünen fehlten. Stattdessen zog sich das Dorf terrassenförmig einen steilen Hang hinauf. Auf dem Gipfel thronte das rund gebaute weiße Haus, das Großtante Demelza ihm hinterlassen hatte. Hoffentlich gibt es dort Kaffee und etwas zu essen, dachte er. Ein Bett. Und eine Lösung für seine Probleme.

Tief unter ihm waren die Küste und die schmale Straße, die am Meer entlang führte. Zur Linken befand sich der alte Hafen mit den Fischerbooten, während weiter draußen Segelboote und Motorjachten ankerten. Oberhalb des Hafens prangten die Häuschen der Fischer in einem bunten Farb- und Stilmix.

Eine Reihe von Geschäften säumte die Küstenstraße bis zum Damm, wo sich ein breiter Strand anschloss. Trotz der Kälte bewegten sich mehrere Surfer in den Wellen. In ihren Neoprenanzügen sahen sie aus wie schlanke Seehunde.

Das mache ich auch, nahm Max sich vor. Er würde sich ein Surfbrett mieten oder vielleicht ein Segelboot, und auf dem Meer seine Sorgen vergessen. Er würde so tun, als wäre er nichts weiter als ein amerikanischer Tourist auf der Suche nach seinen Wurzeln.

Wie hübsch es hier ist, ging es ihm durch den Sinn. Die Umgebung kam ihm vertraut vor. Ein Wunder war das nicht, die meisten Aquarelle im Arbeitszimmer seines Großvaters waren hier entstanden. Es gibt unangenehmere Orte, um Probleme zu lösen, dachte er.

Zunächst musste er allerdings erst einmal ins Haus seiner Tante gelangen – zu dem Ellie Scott die Schlüssel verwahrte. Er würde zu ihr zurückkehren und sich entschuldigen müssen, so sehr ihm das auch widerstrebte.

Beiß die Zähne zusammen und los, sprach er sich Mut zu.

 

Ellie rang um Fassung, gleichzeitig war sie stolz auf sich. Sie hatte nicht gekniffen, auch nicht vor Angst geschlottert, geweint oder versucht, Max Loveday zu beschwichtigen. Stattdessen war sie ihm äußerlich gefasst gegenübergetreten.

Sein schneidender Ton, seine kalten vorwurfsvollen Blicke hatten schlimme Erinnerungen in ihr geweckt. Drei Jahre lang hatte sie alles getan, um genau diesen Ton und diesen Blick zu vermeiden. Weitere drei Jahre hatte sie versucht, jene schreckliche Zeit zu vergessen. Und das war ihr auch gelungen – bis vor wenigen Minuten.

Verdammter Mistkerl, dachte sie. Gleichzeitig ärgerte sie sich über ihre bebenden Hände und Knie. Sie hatte geglaubt, stärker zu sein und die Vergangenheit überwunden zu haben.

Zum Glück war Mrs. Trelawney da. In ihrer Gegenwart musste Ellie sich zusammenreißen.

Sie warf den Kaffeeautomaten an und begann, die Kuchen auszupacken, die sie im Boat House Café am Hafen gekauft hatte. Ellies Traum war eine große Buchhandlung mit integriertem Café gewesen. Stattdessen besaß sie einen niedlichen kleinen Laden mit gerade genügend Raum für ihre Bücher. Ein Café ließ sich hier beim besten Willen nicht mehr unterbringen. Daher begnügte sie sich damit, auf einer Theke Scones und Kuchen aus der nahe gelegenen Bäckerei anzubieten. Das machte eine Küche überflüssig.

„Heute gibt es Walnuss- und Orangenscones“, erklärte sie Mrs. Trelawney, die gerade damit beschäftigt war, ihre Bekannten per SMS über den Vorfall im Buchladen zu unterrichten. „Dazu Vanillecupcakes und einen Möhrenkuchen.“

„Für Kuchen ist es mir noch zu früh, aber einen Kaffee hätte ich gerne. Bitte.“

Ellie erstarrte förmlich, als sie den amerikanischen Akzent hörte, dann riss sie sich zusammen, lächelte süß und wandte sich um. „Hier herrscht Selbstbedienung. Anschließend zahlt man an der Kasse. Für Sie gilt das allerdings nicht. Besorgen Sie sich Ihren Kaffee anderswo.“

„Können wir vielleicht irgendwo ungestört reden?“ Max sah nervös zu Mrs. Trelawney hinüber.

Unwillkürlich beschleunigte sich Ellies Pulsschlag. Mit diesem Mann würde sie nirgendwo hingehen, da mochte er so gewinnend lächeln, wie er wollte. „Sie hatten keine Skrupel, mich vor meiner Assistentin zu beschimpfen.“

„Da haben Sie recht.“

Dass er so schnell kapitulieren würde, hatte Ellie nicht erwartet. So ungern sie es sich auch eingestand, es sprach für ihn. „Sagen Sie, was Sie zu sagen haben.“

„Ich habe mich vorhin daneben benommen.“

Ellie verschränkte die Arme vor der Brust und hob die Augenbrauen. So einfach würde sie ihn nicht davonkommen lassen. „Und?“

„Es tut mir leid. Ich war außer mir wegen familiärer Probleme. Das entschuldigt mein Verhalten allerdings nicht.“

„Sagen Sie, Mr. Loveday … Was ist schlimmer? Wenn man einen Mann des Geldes wegen verführt oder eine alte Dame um ihr Vermögen bringt? Was genau werfen Sie mir eigentlich vor?“

„Ich halte beides für gleichermaßen abscheulich“, meinte er düster und warf ihr einen finsteren Blick zu.

Ellie merkte ihm an, dass er nichts bereute und seine Meinung über sie nicht geändert hatte. „Das finde ich auch. Außerdem finde ich es unverschämt, Fremden haltlose Vorwürfe zu machen und anschließend nicht ernst gemeinte Entschuldigungen vorzubringen, nur um die Schlüssel zu einem Haus und eine Tasse Kaffee zu bekommen. Möchten Sie sich dazu äußern?“

„Ich wollte für den Kaffee zahlen.“ Eine bessere Antwort fiel Max nicht ein. Vielleicht hatte sie recht? Er war so müde, dass er sich am liebsten auf den Boden gelegt und geschlafen hätte. Die Reise von Sydney nach Boston, nach Hartford und dann nach England steckte ihm in den Knochen.

„Sie müssen zugeben, dass der letzte Wille meiner Tante ungewöhnlich ist. Sie legt ihr Vermögen in die Hände von Fremden.“

Ellies verächtlicher Blick überraschte ihn. „Stimmt, sie hat immer wieder betont, dass sie ihren Großneffen gerne kennenlernen würde.“

Verdammt! Er hatte doch nicht von sich selbst, sondern von ihr gesprochen, und das wusste sie genau. Ärgerlich gab er zurück: „Es war ihr Geld. Ich habe nichts von ihr erwartet und brauche auch nichts. Es hätte mich nicht gestört, wenn sie alles der Wohlfahrt hinterlassen hätte. Aber ihr Vermögen Ihnen zu hinterlassen, um damit ein Festival zu veranstalten? Das ist doch verrückt! Und um den Kuratorenposten reiße ich mich auch nicht.“ Was hatte Großtante Demelza sich nur dabei gedacht? Was ging Max ein kleines Dorf am Ende der Welt an?

„Sie hat das Geld weder mir, noch Ihnen, noch uns hinterlassen“, erklärte Ellie in einem Ton, der nahelegte, dass sie das nicht zum ersten Mal tat. „Ohne Ihre Zustimmung kann ich keinen Cent ausgeben, dasselbe gilt umgekehrt. Außerdem müssen wir jede Ausgabe vor den Testamentsvollstreckern rechtfertigen. Es liegt kein Betrug vor, nur der außergewöhnliche Letzte Wille einer launischen alten Dame. Haben Sie das Testament denn nicht gelesen?“

„Doch. Sie hat Ihnen dieses Haus hinterlassen.“ Ellie Scott war nicht nur Treuhänderin, sondern obendrein Begünstigte. Sie hatte das Gebäude geerbt, in dem sich ihr Laden befand und das Apartment, in dem sie lebte.

„Ja … Demelza war immer gut zu mir. Sie war meine Patin, die beste Freundin meiner Großmutter und auch mir eine gute Freundin. Ich werde ihr ewig dankbar sein. Für alles.“

„Ihre Patin?“ Verdammt, dachte Max. Er war unvorbereitet in diese Situation gestolpert, und das war untypisch für ihn. Schlamperei führte zu Fehlern.

„Ja. Gleichzeitig war sie Ihre Großtante. Daher hat sie Sie in ihr Vermächtnis eingebunden und Ihnen ihr Haus hinterlassen. Ihr Vater und dessen Vater wurden dort geboren. Offenbar war Ihr Ururgroßvater ein angesehener Kapitän zur See.“

„Über meine englische Verwandtschaft weiß ich leider nichts. Kapitän sagen Sie?“ Max lächelte. Kaum in Cornwall angekommen, hatte er bereits Spuren seiner Vergangenheit entdeckt. „Großvater hat mich oft zum Segeln mitgenommen. Er besaß ein Haus auf Cape Cod und hat immer behauptet, am besten zu schlafen, wenn er die See hört. Ich finde das ebenfalls beruhigend.“

„Die See kann man von jedem Zimmer im Runden Haus hören. Meine Patin wusste offenbar, was sie tat, als sie es Ihnen hinterlassen hat.“

„Möglich.“ Die Vorstellung gefiel Max. Doch was sollte er mit einem Haus in Cornwall anfangen? Es lag sieben Flugstunden und eine mehrstündige Autofahrt von seiner Heimat entfernt. Seine Großtante hätte das Haus besser verkaufen lassen und das Geld einem Museum oder Krankenhaus gespendet.

Aber er fand es spannend, von seinen Vorfahren zu hören. Ein Kapitän … Womöglich existierte im Haus noch ein Foto?

„Das ist ja alles höchst interessant. Kann Ellie denn nun bald mit der Planung des Festivals anfangen?“, mischte sich Mrs. Trelawney, deren Gegenwart Max völlig vergessen hatte, ein.

„Das liegt nicht in meiner Hand“, erklärte Ellie mit Seitenblick auf Max. „Wie sieht es aus, Mr. Loveday? Sind Sie zur Zusammenarbeit bereit, oder sollen wir die Anwälte prüfen lassen, wie wir aus der Sache herauskommen?“

„Ich kann meine Arbeit in Connecticut nicht einfach liegen lassen, um hier den Wohltäter zu spielen.“ Ein kalter Schauer lief Max über den Rücken. Was würden die kommenden Monate bringen? Konnte er seinen Vater zur Vernunft bringen – oder musste er ihn per Misstrauensvotum aus der Firma werfen lassen? Möglich wäre es, etliche Vorstände teilten seine Ansichten. Doch es würde die ohnehin zerbrechliche Beziehung zu seinem Vater zerstören.

Diesen Preis zu zahlen, war Max bereit. Doch wenn er im Haus seiner Großtante den Schlüssel zu einer einfacheren Lösung fand, würde er als Gegenleistung dabei helfen, ihren Traum zu verwirklichen. Unwillkürlich musste er schmunzeln. Es war gar nicht so einfach, sich vor familiären Verpflichtungen zu drücken, selbst wenn das betreffende Familienmitglied eine Fremde und noch dazu verstorben war.

„Ich kann zwei Wochen erübrigen. Einen Teil der Zeit muss ich aber in London verbringen.“

Ellie betrachtete ihn so eindringlich, als könnte sie ihm direkt ins Herz sehen. „Gut.“

„Soll ich eine Versammlung einberufen?“, fragte Mrs. Trelawney eifrig. „Ich habe viele Ideen, genau wie andere Leute hier. Wir könnten das Festival unter ein Motto stellen oder einem Genre widmen. Wie wäre es mit Krimi? Wir lassen Theaterstücke aufführen … Oder wir wählen das Thema Essen und veranstalten Backwettbewerbe…“

Unwillkürlich suchte Max Ellies Blick. Ihre braunen Augen funkelten vor unterdrücktem Lachen.

Er hätte selbst gern gelacht, wahrte aber eine ernste Miene. „Das sind sehr interessante Vorschläge“, sagte er zu Mrs. Trelawney und warf Ellie einen Seitenblick zu. Sie lächelte, dabei formte sich auf einer ihrer Wangen ein ganz entzückendes Grübchen. „Bevor wir ein Planungskomitee einsetzen, müssen wir jedoch erst mit den Anwälten sprechen und die Finanzlage prüfen. Merken Sie sich Ihre Vorschläge bitte noch ein wenig länger.“

„Am besten schreibe ich eine Liste. Ich habe nämlich viele Ideen.“

„Wunderbar.“ Ellie drückte sich vom Regal ab, an dem sie gelehnt hatte. „In einer Stunde erwarte ich eine Lieferung. Es wäre gut, wenn Sie jetzt Pause machen würden, Mrs. Trelawney, dann können Sie mir später damit helfen.“

Zögernd sah ihre Assistentin von Ellie zu Max und wieder zurück. Schließlich nickte sie, packte ihre Sachen und ging.

„Die Ärmste“, sagte Ellie. „Sie ist hin- und hergerissen – einerseits würde sie am liebsten sofort den neuesten Klatsch verbreiten, andererseits möchte sie wissen, wie es hier weitergeht. Immerhin liefert ihr die Ankunft von Demelza Lovedays mysteriösem Großneffen reichlich Munition, von Ihrem ersten Auftritt hier ganz zu schweigen.“

Das war sein Stichwort für eine Entschuldigung, begriff Max. Allerdings wusste er immer noch nicht, was er von Ellie Scott halten sollte. „Es gab Gründe dafür, mit Ihnen hatten sie allerdings nichts zu tun. Bitte verzeihen Sie mir.“

Ellie schob sich eine Haarsträhne hinters Ohr. „Okay. Ich bin bereit, Ihnen eine zweite Chance zu geben. Für uns Zugereiste ist es ohnehin schwierig, in einem Ort wie Trengarth Unterstützung zu finden.“

„Sie stammen nicht von hier?“

„Als Kind habe ich fast jeden Sommer hier verbracht, und ich lebe seit drei Jahren im Ort. Dennoch werde ich noch in dreißig Jahren als Zugezogene gelten.“ Sie zögerte einen Moment. „Ich will offen zu Ihnen sein: Mir wäre es lieber, Sie würden verschwinden, und ich hätte nie wieder mit Ihnen zu tun. Aber nun sind Sie hier. Sicher sind Sie müde und leiden unter Jetlag. Wollen Sie sich nicht ausruhen und morgen wiederkommen? Dann machen wir einen neuen Anfang.“

Sie wirkte versöhnlich und zuversichtlich, gleichzeitig schien sie auf der Hut zu sein, als hätte sie Angst. Aber wovor? Vor dem, was er womöglich aufdecken würde? War sie doch nicht so unschuldig, wie sie erschien?

Max beschloss, möglichst bald mit den Juristen zu sprechen und das Testament gründlich zu studieren, um herauszufinden, was sie vor ihm verbarg.

„Vielen Dank, das Angebot nehme ich gern an.“

„Dann bis morgen. Ich besorge uns einen Termin bei den Anwälten. Wissen Sie, wie Sie zum Haus kommen?“

Sie trat hinter die Ladentheke und holte einen Bund mit altmodischen Schlüsseln daraus hervor.

„Danke, ich finde den Weg. Wir sehen uns.“ Es war Versprechen und Drohung zugleich – und Max war sicher, dass Ellie es auch so auffasste.

 


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