Mit dem Boss ins Bett? - Kapitel 8

Leroy Banks war so sehr damit beschäftigt, allen Gästen seine großartige neue Jacht zu zeigen, dass er Ryan und Jaci nur wenig Aufmerksamkeit schenkte. Worüber die beiden sehr erleichtert waren.

    Als es dämmerte, standen sie an der Reling und betrachteten die Skyline von New York. Ryan verspürte eine ungewohnte Zufriedenheit. Lag es an der friedlichen Stimmung, die die Wellen des Hudson Rivers erzeugten? Oder womöglich an der Frau, die an seiner Seite stand?

    Jaci trug ein mit Perlen besticktes rückenfreies Kleid mit einem weiten Rock. Es war, wie Ryan fand, blassgrün. Jaci hätte wahrscheinlich behauptet, die Farbe hieße Pistazie oder etwas ähnlich Absurdes. Nun, es war gewiss ebenso absurd, dass er ihr das wunderschöne Kleid am liebsten vom Leib gerissen hätte.

    Seit ihrer gemeinsamen Nacht im Penthouse träumte er ständig von ihr. Es war beunruhigend. Denn nie zuvor hatte er sich so nach einer Frau verzehrt. Wie war es ihr bloß gelungen, ihn so zu fesseln? Er war verrückt nach ihr. Er konnte nicht genug von ihr bekommen. Es fiel ihm schwer, sich zu beherrschen, wenn sie in der Nähe war. Als sie vormittags im Büro auf seinem Schoß gesessen hatte, da hatte er nahezu übermenschliche Kräfte aufbringen müssen, um sie fortzuschicken und sich wieder seiner Arbeit zu widmen.

    Verdammt! Gerade erlebte er, wie sein größtes Projekt, die Verfilmung von „Blown Away“, zu scheitern drohte. Und doch konnte er an nichts anderes denken als daran, was er tun konnte, um Jaci noch einmal in sein Bett zu kriegen.

    Er wollte sie! Aber gleichzeitig wollte er das unkomplizierte Leben zurück, das er vor ihrem Auftauchen in New York geführt hatte. Damals war ihm alles einfacher erschienen. Seine Empfindungen waren simpel gewesen: Hass-Liebe zu Ben und Kelly, die beide tot waren, und Hass auf seinen Vater. Allen anderen Menschen brachte er überhaupt keine heftigen Gefühle entgegen. Damals glaubte er zu wissen, dass er sein Herz nie wieder an eine Frau verlieren würde.

    Doch dann hatte Jaci sich ihm im Forrester-Grantham Hotel an den Hals geworfen und Gefühle und Erinnerungen in ihm geweckt, die er nicht wollte. Plötzlich fiel ihm ein, wie glücklich er gewesen war, als er noch nichts von Bens Verrat und Kellys Untreue gewusst hatte. Voller Optimismus hatte er damals in die Zukunft geschaut! Dass sein Vater ein verantwortungsloser Egoist war, hatte er gut ertragen können, weil er sicher gewesen war, dass sein Halbbruder und seine Verlobte ihn nie im Stich lassen würden. Er hatte sich geliebt gefühlt und nie dran gezweifelt, dass er beruflich Erfolg haben würde.

    Nun, Letzteres war immerhin wahr geworden. Alles andere jedoch hatte sich innerhalb von Stunden in Nichts aufgelöst. Er hatte lernen müssen, dass man sich auf nichts und niemanden verlassen durfte.

    Hör auf zu jammern, rief Ryan sich selbst zur Ordnung. Er wandte sich Jaci zu, atmete tief ihren süßen Duft ein und sagte leise: „Handschellen und Peitschen also …“ Es war einfacher, über die Rückschläge anderer nachzudenken und zu sprechen als über die eigenen.

    Im ersten Moment begriff sie nicht, worauf er anspielte. Dann verzog sie angewidert das Gesicht. „Von Handschellen weiß ich nichts. Aber Peitschen mochte er auf jeden Fall.“

    Nur ein Idiot entscheidet sich für eine Domina, wenn er eine Frau wie Jaci haben kann.

    Ryan legte Jaci, die plötzlich entmutigt und deprimiert aussah, den Arm um die Schultern und führte sie zu einer Bank. „Erzähl mir davon“, bat er.

    „Anfangs fand ich ihn faszinierend. Er war so charismatisch, charmant und klug. Natürlich beeindruckte es mich auch, dass er als aufgehender Stern am politischen Himmel galt. Und besonders gefiel mir, wie sehr er sich um mich bemühte.“

    „Ein Wunderknabe“, scherzte Ryan, doch Jaci blieb ernst. „Hast du ihn geliebt?“

    Es dauerte lange, bis sie antwortete. „Ich war verliebt in die Vorstellung, geliebt zu werden. Zudem bewunderten mich plötzlich alle, weil ich zu ihm gehörte. Selbst meine Familie war von ihm und meiner Wahl hingerissen.“

    Verwandte können uns eine Menge Schaden zufügen und uns viel Schmerz bereiten.

    „Er schien gut zu uns zu passen. Schließlich war er genauso intelligent und genauso ehrgeizig wie meine Eltern und Geschwister. Sie zeigten mir deutlich, wie angenehm überrascht sie waren, dass es ausgerechnet mir gelungen war, einen so wunderbaren Mann zu erobern.“

    „Aber er war nicht der untadelige Prinz, für den alle ihn hielten.“

    „Es dauerte eine Weile, bis ich das merkte. Zunächst wurde ich ja von der Presse und auch von meinen Verwandten gefeiert, weil er sich mit mir verlobte. Etwa zur gleichen Zeit begann sein politischer Einfluss zu wachsen. Das hatte zur Folge, dass man ihn nun genauer beobachtete.“

    „Die Medien verfolgten seinen Aufstieg mit Argusaugen?“

    „Ja. Und wie sich herausstellte, hatten ihre Bemühungen irgendwann Erfolg.“ Jacis Stimme war leiser geworden, so als sei das, was sie nun zu sagen hatte, demütigend und beschämend. „Jemand fotografierte ihn, wie er sich in einem Club mit einer Brasilianerin unterhielt, die nicht gerade den besten Ruf hatte. Das war unangenehm für Clive, aber es gelang ihm, alles herunterzuspielen, sodass sein Ruf keinen nachhaltigen Schaden nahm.“

    „Aber das war noch nicht das Ende.“

    „Nein. Etwa zwei Wochen später hielt ich mich in seiner Wohnung auf. Ich bereitete ein romantisches Dinner für uns vor. Doch Clive verspätete sich. Daher beschloss ich, mich den Hochzeitsvorbereitungen zu widmen. Eine Band sollte engagiert werden, um beim Hochzeitsempfang zu spielen. Ich wusste, dass Clive die Kontaktdaten der Musiker in seinem Computer gespeichert hatte. Ohne weiter darüber nachzudenken, schaltete ich den Computer ein. Als Erstes sah ich, dass Clive mehrere E-Mails von einer Frau bekommen hatte. Dann bemerkte ich, dass an jeder Mail mehrere Fotos hängten. Hässliche, eindeutige Fotos.“ Jaci schloss die Augen. „Die Frau nannte sich ‚Herrin der Qualen‘.“

    Ryan stieß einen Fluch aus.

    Einen Moment lang schwieg Jaci. Dann fuhr sie leise fort: „Ich wusste, dass ich Clive darauf ansprechen musste. Jemand, der in der Öffentlichkeit steht, muss damit rechnen, dass solche Dinge ans Licht kommen.“

    Ryan nickte.

    „Wir einigten uns darauf, die Sache nicht an die große Glocke zu hängen, sondern unsere Verlobung ohne Angabe von Gründen zu lösen. Leider ging der Plan schief. Ein paar Tage später konnte man in allen Zeitungen lesen, dass Clive regelmäßig die Dienste einer Domina in Anspruch genommen hatte.“

    „Autsch!“

    „Ja, autsch … Glücklicherweise erhielt ich etwa vier Wochen später von einem verrückten Amerikaner das Angebot, als Drehbuchautorin für Starfish zu arbeiten. Natürlich nutzte ich die Möglichkeit, der englischen Hölle zu entfliehen.“

    „Aber deiner Familie gegenüber hast du das Angebot gar nicht erwähnt?“

    „Nein. Sie haben meine Arbeit nie ernst genommen, sondern geglaubt, dass ich nur zum Zeitvertreib schreibe.“

    „Hm …“ Vom anderen Ende des Decks klang die Melodie eines romantischen Songs herüber. Leroy hatte eine Band engagiert. „Komm, lass uns tanzen!“ Ryan zog Jaci hoch und begann, sich im Rhythmus der Musik zu bewegen. Er wusste, wie tief Clives Verrat sie getroffen haben musste. Sie traf keine Schuld an dem, was geschehen war. Und doch hatte sie die Konsequenzen tragen müssen. Er zog sie fester an sich und flüsterte: „Deine Verwandten sind sehr kluge Leute, aber sie haben keine Ahnung davon, welch wundervoller Mensch du bist.“

    Jaci legte den Kopf in den Nacken, sodass sie Ryan in die Augen schauen konnte. „Das ist das Netteste, was du je zu mir gesagt hast.“

    Ich muss mir mehr Mühe geben, dachte Ryan. Und zog sie wieder an seine Brust.

 

Sie tanzten noch eine Weile, verabschiedeten sich dann von Leroy und hielten ein Taxi an, das sie zurück nach Manhattan bringen sollte.

    Dass Banks ihnen nicht mehr Aufmerksamkeit geschenkt hatte als seinen anderen Gästen, war eine Erleichterung. Aber ob es wirklich ein gutes Zeichen war, wusste Jaci nicht. „Ich hätte nicht gedacht, dass es eine so aufregende und beunruhigende Angelegenheit ist, einen Film zu machen“, sagte sie.

    „Es kann einen an den Rand eines Nervenzusammenbruchs bringen“, stimmte Ryan ihr zu. „Mir bleiben noch etwa zwei Wochen, ehe ich eine endgültige Entscheidung wegen ‚Blown Away‘ treffen muss.“

    Jaci seufzte. Nur noch zwei Wochen? Wenn der Frosch bis dahin den Vertrag mit Starfish nicht unterschrieben hatte, würde „Blown Away“ nie gedreht werden. Oder gab es eine andere Lösung? Nein, sie zumindest kannte keine. Niemand außer Banks hatte genug Geld, um den Film zu finanzieren. Wenn der Frosch nun einen Rückzieher machte, war es allein ihre Schuld. Sie hätte Ryan im Forrester-Grantham Hotel nicht küssen dürfen. Am besten wäre es gewesen, wenn sie überhaupt nicht an der Party dort teilgenommen hätte. Warum zum Teufel war sie überhaupt nach New York gekommen? Sie allein war verantwortlich für Ryans berufliche – und private – Probleme.

    „Es tut mir so leid“, flüsterte sie.

    Ryan antwortete nicht. Und Jaci spürte, wie ihre Schuldgefühle zunahmen. Sollte sie sich noch einmal entschuldigen? An den Tatsachen würde das nichts ändern. Sie warf einen vorsichtigen Blick in Ryans Richtung. Er war mit seinem Handy beschäftigt. Und jetzt huschte ein Lächeln über sein Gesicht.

    „Eine Nachricht von Neil“, sagte er. „Dein Bruder will wissen, ob ich mit dir schlafe.“

    Jacis Herz machte einen Sprung. Nicht, weil ihr Bruder sich in ihr Leben einmischte, sondern weil Ryan ihr gerade die Hand auf den Oberschenkel gelegt hatte. Ihre Haut schien plötzlich zu glühen, und in Jacis Innerem breitete sich ein loderndes Feuer aus.

    „Neil glaubt, dass wir eine Affäre haben?“, fragte sie.

    „Ja. Es würde mich nicht wundern, wenn er dir auch eine Nachricht geschickt hätte. Willst du nicht nachschauen? Vermutlich hat deine Mutter irgendwelche Andeutungen gemacht.“

    Jaci stöhnte. Zuerst wegen ihrer Mutter. Dann, weil Ryans Hand auf ihrem Oberschenkel lag. „Herr im Himmel“, stieß sie hervor. Sie wollte ihm nah sein. Ganz nah. Aber sie zwang sich, ihr Handy auf Nachrichten aus England zu kontrollieren.

Die erste Nachricht war von ihrer Schwester Meredith: Ich erwarte eine Erklärung, Schwesterchen.

    Auch Priscilla hatte eine SMS geschickt: Du hast ein Drehbuch geschrieben? Wann? Worüber? Und warum hast du mir nichts davon gesagt?

    Ryan bewegte sich ein wenig. Seine und Jacis Hüfte berührten sich nun. Jacis Atem beschleunigte sich. Aus den Augenwinkeln sah sie, dass sich unter Ryans Hose eine Wölbung abzeichnete. Rasch schaute sie wieder auf ihr Handy und hielt es so, dass Ryan ebenfalls lesen konnte.

    Neil hatte geschrieben: Du solltest dich mit Ryan auf einen Kaffee verabreden und nicht gleich mit ihm ins Bett hüpfen!

    Und ihr Vater wollte wissen, wer zum Teufel Ryan überhaupt war.

    Jaci massierte sich die Schläfen. Zwischen ihr und ihrer Familie lag der ganze riesige Atlantische Ozean. Und doch gelang es ihren Eltern und Geschwistern, ihr Kopfschmerzen zu bereiten.

    Ryan schmunzelte. „Was wirst du ihnen antworten?“

    Sie musterte sein Gesicht, die Lippen, die sie so gern geküsst hätte, die Augen, die so warm und freundlich blickten, die aber auch verrieten, dass er sich amüsierte. „Das, was du meiner Mutter gesagt hast: dass wir nur so tun, als seien wir ein Paar.“ Ein unerwarteter Schmerz ergriff sie, als sie die Worte aussprach. Rasch wandte sie den Blick ab. „Schließlich ist es die Wahrheit“, murmelte sie.

    Sanft umfasste Ryan ihr Kinn und zwang sie, ihn wieder anzuschauen. Sie klammerte sich an ihr Handy, damit ihre Finger sich nicht selbstständig machten. Oh Gott, wie sehr sehnte sie sich danach, Ryans wundervolles Haar zu zerzausen, seine warme Haut zu streicheln, seine kräftigen Muskeln zu berühren. Sie wollte auf seinem Schoß sitzen, spüren, wie erregt er war, und ihn bis zur Besinnungslosigkeit küssen.

    Ryan betrachtete ihren Mund. Verlangen flackerte in seinem Blick auf. Offensichtlich kämpfte auch er gegen den Wunsch, sie zu küssen.

    Ein heißer Schauer überlief sie. Dass sie solche Macht über Ryan hatte, verlieh ihr ein Gefühl weiblicher Stärke, wie sie es nie gekannt hatte. Kein Mann hatte sie je so voller Begierde angeschaut. Er wollte sie. Daran konnte nicht der geringste Zweifel bestehen.

    Zärtlich begann er, ihr Gesicht zu streicheln. „Deine Familie glaubt also, dass wir miteinander schlafen“, stellte er fest und folgte mit dem Daumen der Linie ihrer Lippen.

    „Hm …“ Die Nachrichten aus London waren eindeutig gewesen.

    „Es ist mir ziemlich gleichgültig, was deine Verwandten denken. Schließlich …“

    „Schließlich?“ Unwillkürlich hielt sie den Atem an.

    „Schließlich sind wir niemandem eine Erklärung schuldig. Wir brauchen uns nicht zu rechtfertigen. Wir sind erwachsen.“

    „Ich verstehe nicht, worauf du hinauswillst.“

    „Wir können tun und lassen, was wir wollen. Und ich will dich. Ich will dich sogar sehr. Mehr als alles andere. Vergiss deine Familie. Vergiss den Film. Vergiss den gesamten Rest der Welt. Komm mit zu mir und bleib bei mir, solange diese … diese verrückten Gefühle anhalten!“

    Sie sollte bei ihm bleiben? Wie sehr sie sich das wünschte. Aber musste sie nicht vernünftig sein?

    Okay, dachte sie, ich bin kein Engel und ganz bestimmt auch keine Heilige.

    Sie hatten beide eine Menge Probleme. Und keines würde gelöst werden, wenn sie wieder Sex miteinander hatten. Sie würden lediglich ihr Verlangen stillen.

    Und was soll daran schlecht sein?

    Sie waren beide ungebunden und würden niemandem wehtun, wenn sie einander Lust und Befriedigung schenkten.

    Aber es wird wehtun, wenn ich mich in ihn verliebe.

    Nun, dann durfte sie sich eben nicht verlieben. Jaci wusste schließlich nur zu gut, wie sehr ein gebrochenes Herz schmerzte. Sie zögerte.

    „Ich kann nicht genug von dir bekommen“, flüsterte Ryan. Dann zog er sie an sich, presste seine Lippen auf ihre und begann, mit der Zunge das Innere ihres Mundes zu erforschen.

    Sie schmeckte ihn, spürte, wie die Flamme des Verlangens hell aufloderte – und vergaß alle Zweifel. Hingebungsvoll erwiderte sie seinen Kuss.

    Wie lebendig sie sich fühlte, wenn Ryan sie berührte! In seinen Armen hatte sie das Gefühl, am Ziel angekommen zu sein. Ja, sie befand sich dort, wo sie immer hatte sein wollen, wo sie hingehörte, wo sie zu Hause war. Wenn er sie küsste, wusste sie, dass sie eine begehrenswerte, kluge und starke Frau war. Selbstbewusstsein erfüllte sie. Ryan tat ihr gut. Er machte sie glücklich.

    Ein heißer Schauer überlief sie, als Ryan mit der Zunge die empfindliche Haut unterhalb ihres Schlüsselbeins liebkoste.

    „Wir müssen aufhören, in Taxis zu knutschen“, murmelte er.

    „Wir sollten überhaupt aufhören zu knutschen“, versuchte Jaci der Stimme der Vernunft Gehör zu verschaffen.

    „Unsinn, Schatz.“ Zärtlich berührten seine Finger ihre Brüste, Dann rückte er von ihr ab, richtete sich auf und stellte bedauernd fest: „Zeit, auszusteigen.“

    Erst jetzt bemerkte Jaci, dass das Taxi vor dem Hochhaus zum Stehen gekommen war, in dem Ryan wohnte.

    „Bitte, komm mit nach oben!“

    Wie hätte sie dem flehenden Ausdruck seiner Augen widerstehen können? Ihr wurde klar, dass sie nicht stark genug war, sich jetzt von Ryan zu verabschieden. Natürlich wäre es vernünftig, sich zu ihrem eigenen Apartment bringen zu lassen. Doch stattdessen ließ sie sich von Ryan beim Aussteigen helfen.

 

Ryan mochte Frauen. Er mochte ihre weiche Haut, ihre weiblichen Kurven, ihren Duft und die erregenden kleinen Laute, die sie ausstießen, wenn sie sich der Lust hingaben. Ja, er mochte Frauen, aber von Jaci war er hingerissen.

    Er genoss es, sie auszuziehen. Und wie erregend es war, sie anzuschauen, als sie nackt vor ihm stand! Er selbst war noch vollständig angezogen. Dieser Kontrast steigerte seine Lust. Himmel, Jaci war schön. Sie war begehrenswert. Als sie sich auf dem Bett niederließen, ließ er seinen Blick über ihre Brüste wandern, und ihre Spitzen wurden augenblicklich hart. Noch nie hatte eine Frau auf seinen Blick reagiert, als sei es eine Berührung. Jaci weckte ein Verlangen in ihm, wie er es nie zuvor gekannt hatte.

    Das war wundervoll. Und gleichzeitig erschreckend.

    „Woran denkst du?“

    Normalerweise hasste er diese Frage. Doch erstaunlicherweise empfand er jetzt nicht einmal Ungeduld oder Widerwillen. „Ich denke, dass du perfekt bist und dass ich dich noch tausend Mal küssen, schmecken und fühlen möchte.“ Nein, mehr als tausend Mal, gestand er sich ein. Verdammt, dies sollte doch nichts weiter als sexuelle Begierde sein!

    Vertrauensvoll schaute Jaci ihn an. Ihr Blick sagte Ryan, dass er alles mit ihr tun konnte. Sie war bereit, sich ihm ganz und gar hinzugeben.

    Sein Herz schlug zum Zerspringen, als Jaci begann, sein Hemd zu öffnen. Ihre Finger zitterten vor Erregung, und so kam es, dass sie zwei oder drei der kleinen Knöpfe abriss. Schon spürte er ihre Hände auf seiner Haut. Sie tanzten über seine Muskeln, spielten mit seinen Brustwarzen und wanderten dann weiter nach unten. Wenig später machte Jaci sich am Reißverschluss seiner Hose zu schaffen.

    „Ich will dich sehen!“

    Ryan schüttelte den Kopf, griff nach Jacis Händen, um sie zu stoppen. Ein paar Minuten noch wollte er ihren wundervollen nackten Körper erforschen, während sie passiv blieb. Sein Plan war es, Jaci mit Mund und Fingern zu liebkosen, bis daraus eine süße Qual wurde. Er wollte die intimsten Stellen ihres Körpers verwöhnen und Jaci so erregen, dass sie vor Lust schrie. Er wollte sie mindestens zweimal zum Höhepunkt bringen, ehe er sich mit ihr vereinigte, um gemeinsam mit ihr in den Himmel zu fliegen.

    Ja, Jaci glücklich zu machen war viel wichtiger als sein eigener Orgasmus. Er genoss es, ihr diese lustvollen Seufzer und kleinen Schreie zu entlocken. Während er ihre Handgelenke festhielt, beugte er sich vor, bis er ihre Brustwarze in den Mund nehmen und daran saugen konnte. Nach einer Weile – Jaci stöhnte und wand sich – widmete er sich der anderen Spitze. Malte mit der Zunge Muster auf die Haut rund um ihren Bauchnabel. Knabberte zärtlich an ihrem weichen warmen Unterleib. Mit zwei Fingern drang er in sie ein, steigerte ihr Verlangen bis ins Unermessliche.

    „Ryan …“

    Er zog die Hand zurück, liebkoste mit den Lippen die Innenseite ihrer Schenkel, dann mit der Zunge jenen Punkt, der Jaci den Weg ins Paradies öffnen würde.

    Jaci stöhnte, warf den Kopf von einer Seite auf die andere, hob Ryan die Hüfte entgegen.

    Er saugte, leckte, bis er spürte, wie ein heftiger Schauer Jaci überlief. Sie schrie seinen Namen, während immer neue Wellen der Lust über ihr zusammenschlugen.

    „Gut?“, fragte Ryan, als sie schließlich befriedigt und still dalag.

    „Oh ja“, flüsterte sie. Ihr Gesicht spiegelte deutlich wider, wie gut es gewesen war, und ihr Blick verriet sogar eine gewisse Ehrfurcht.

    Ich habe ihr einen Höhepunkt geschenkt, wie sie ihn bisher nicht kannte, dachte Ryan zufrieden. Genau das war seine Absicht gewesen.

    Jaci streckte die Hand aus, streichelte seine nackte Haut oberhalb des Hosenbundes, öffnete den Reißverschluss, schob entschlossen die Hose nach unten, betrachtete kurz bewundernd seine Erektion und umfasste sie dann mit geschickten Fingern.

    Ryan stöhnte. „Ich will dich! Bitte, lass mich …“

    Sie schüttelte lächelnd den Kopf. „Noch nicht. Jetzt bin ich dran, dich in den Wahnsinn zu treiben.“

    Ihm wurde klar, dass dies mehr war als bloß Sex. Dass es gefährlich war. Dass er es stoppen musste, damit er nicht Gefühle für Jaci entwickelte, an denen er schließlich zerbrechen würde.

    Ich muss das beenden! Jetzt … oder nachdem sie mich in den Wahnsinn getrieben hat. Ja, vielleicht dann …

 


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