Philippa erschauerte, als sie über die Schwelle von Roseland trat. Während des kurzen Ritts durch die Nacht war ihre Vorfreude umgeschlagen in tiefste Erregung. Valerian stand neben ihr und zündete die Lichter des Kerzenständers an, der auf dem Tisch links vom Eingang stand. Dann nahm er ihre Hand, ergriff mit der anderen den Kerzenständer und führte sie hinauf in sein Schlafzimmer.
Dort angekommen, stellte er den Ständer auf einen kleinen Tisch und drehte sich zu ihr um. Er streckte die Hand aus, sie zitterte. „Siehst du, welche Wirkung du auf mich hast?“, fragte er heiser. „Ich will dich so sehr. Länger als du dir vorstellen kannst, habe ich immer nur von diesem Augenblick geträumt. Genau genommen mein ganzes Erwachsenenleben lang.“
Philippa lächelte. Sie ging zu ihm und band langsam sein Halstuch auf. „Ich weiß.“ Sie waren schon einmal fast an diesen Punkt gekommen, damals, in ihrem jugendlichen Ungestüm. Jetzt knöpfte sie ihm das Hemd auf und schob es ihm von den Schultern. Sie legte die Hände auf seine Brust, um die straffe Haut zu erkunden. Ganz leicht zog sie die Finger über seine Brustwarzen, und Valerian stöhnte lustvoll auf.
Ein ungeahntes Gefühl der Macht durchströmte Philippa. Kühn machte sie sich an seinem Hosenbund zu schaffen, und als sie ihn endlich berührte, ging eine Wandlung mit ihnen vor. Sie waren nicht länger in Zuneigung verbundene Freunde, sondern Liebende, die von etwas viel Stärkerem, Fordernderem beseelt waren.
Sie spürte Valerians Hände auf ihrem Körper, seine Liebkosungen, während er sie entkleidete, bis sie nackt vor ihm stand. Seine grünen Augen schienen vor Verlangen zu glühen. Mit einer einzigen Bewegung hob er sie hoch und trug sie zum Bett. Dort senkte er sich über sie, und sie fühlte sich eingehüllt in seine Wärme und seine Sehnsucht, sie zu lieben.
Philippa bot ihm ihren Körper dar, und Valerian verstand. Er sog erst sanft an der aufgerichteten Knospe der einen Brust, dann an der anderen, und jeder Kuss und jede Liebkosung spiegelte seine vollkommene Hingabe wider. Sie hob sich ihm entgegen, strich mit den Händen durch sein Haar und über seine Schultern und schwelgte im Anblick dieses überwältigenden Mannes, der ihr Wonnen verhieß, wie sie sie noch nie erlebt hatte.
Bereitwillig öffnete sie sich für ihn, und er begann, in sie einzudringen, tiefer und immer tiefer, bis sie sich von ihm erfüllt fühlte. Vorsichtig verfiel er in den uralten Rhythmus, und sein Atem wurde schneller. Philippa schloss die Augen und gab sich ganz den Empfindungen hin, die sie durchströmten. Ihr war, als liefe sie auf eine steile Klippe zu. Jeder Schritt führte sie näher an den Abgrund heran, wo etwas Wundervolles auf sie wartete, sobald es ihr gelang, einfach loszulassen und sich in ihn hineinzustürzen.
Sie schlang die Beine um seine Hüften und trieb ihn an, ihr beim Loslassen zu helfen. Als sie die Hände auf seine breiten Schultern legte, spürte sie die harten, angespannten Muskeln unter seiner Haut. Ein Zucken durchlief sie.
„Öffne die Augen, Philippa.“
Im letzten Moment schlug sie die Augen auf. Mit einem Aufschrei tat sie den Schritt über die Klippe, gleichzeitig fallend und in den Himmel fliegend. Und Valerian war bei ihr, geschüttelt von seiner eigenen Erfüllung. Seine Augen waren dunkel vor Leidenschaft, als er erschöpft über sie sank. Philippa spürte den kräftigen Schlag seines Herzens und wusste, ihr eigenes Herz schlug nicht minder schnell nach dieser berauschenden Erfahrung.
Nach einer Weile legte er sich neben sie und zog sie mit dem Rücken an
