Beautiful: Beautiful Bitch / Beautiful Bombshell / Beautiful Beginning

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Er ist ein Bastard, sie eine Bitch! Die atemberaubend heiße Lovestory von Chloe und Bennett geht endlich weiter!
Bennett Ryan hat endlich seine ebenbürtige Partnerin gefunden: eine Frau, die ihm das Leben zur Hölle macht und die einzig dafür lebt, ihn zu bekämpfen. Eine Frau, deren Mund er am liebsten zukleben … und gleichzeitig ebenso sehr küssen will: seine Freundin, seine ehemalige Praktikantin, Miss Chloe Mills. Die Beautiful Bitch. Eins ist klar: In dieser Beziehung fliegen die Fetzen. Und das täglich. Bis Bennett eine schwerwiegende Entscheidung trifft, die Chloes und sein Leben für immer verändern wird …
"Intelligent, sexy und modern. Diese Serie ist einfach perfekt."
New-York-Times-Bestsellerautorin Katy Evans
  • Erscheinungstag 10.10.2016
  • ISBN / Artikelnummer 9783955766856
  • Seitenanzahl 432
  • E-Book Format ePub
  • E-Book sofort lieferbar

Leseprobe

Christina Lauren

Beautiful

Beautiful Bitch

Beautiful Bombshell

Beautiful Beginning

MIRA® TASCHENBUCH



MIRA® TASCHENBÜCHER

erscheinen in der HarperCollins Germany GmbH,

Valentinskamp 24, 20354 Hamburg

Geschäftsführer: Thomas Beckmann

Copyright © 2016 by MIRA Taschenbuch

in der HarperCollins Germany GmbH

Titel der amerikanischen Originalausgaben:

Beautiful Bitch

Copyright © 2013 by Lauren Billings und Christina Hobbs

erschienen bei: Gallery Books, New York

Beautiful Bombshell

Copyright © 2013 by Lauren Billings und Christina Hobbs

erschienen bei: Gallery Books, New York

Beautiful Beginning

Copyright © 2013 by Lauren Billings und Christina Hobbs

erschienen bei: Gallery Books, New York

All rights reserved including the right of reproduction in whole or in part in
 any form. This edition published by arrangement with the original publisher,
Gallery Books, a division of Simon & Schuster, Inc., New York.

Konzeption/Reihengestaltung: fredebold&partner GmbH, Köln

Umschlaggestaltung: büropecher, Köln

Redaktion: Maya Gause

Titelabbildung: Simon & Schuster; Phil Date/Istock

ISBN eBook 978-3-955-76685-6

www.mira-taschenbuch.de

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Christina Lauren

Beautiful Bitch

Roman

Aus dem Amerikanischen von
Mette Friedrichs

EINS

Meine Mutter sagte immer, ich solle eine Frau finden, die mir in jeder Hinsicht ebenbürtig ist. „Verlieb dich nicht in eine, die sich dir vollkommen unterwirft. Verlieb dich in die Powerfrau, die genauso furchtlos ist wie du. Such nach der Frau, für die du ein besserer Mensch sein willst.“

Meine ebenbürtige Partnerin hatte ich definitiv gefunden: eine Frau, die mir das Leben zur Hölle machte und die einzig dafür lebte, mich zu bekämpfen. Eine Frau, deren Mund ich am liebsten zukleben … und gleichzeitig ebenso sehr küssen wollte.

Meine Freundin, meine ehemalige Praktikantin, Miss Chloe Mills. Beautiful Bitch.

So zumindest hatte ich sie gesehen, damals, als ich noch ein Idiot war und blind dafür, wie hoffnungslos ich mich bereits in sie verknallt hatte. Mit hundertprozentiger Sicherheit hatte ich die Frau gefunden, für die ich ein besserer Mensch sein wollte; ich hatte mich in die Furchtlose verliebt. Nur dass ich sie an den meisten Tagen keine zwei Minuten für mich allein hatte.

Mein Leben: Endlich hatte ich mein Mädchen gefunden, bekam es aber nie zu Gesicht.

In den vergangenen zwei Monaten war ich fast ununterbrochen unterwegs gewesen, um Büroräume für die Niederlassung der Ryan Media Group zu suchen, die wir in New York aufbauen wollten. Chloe hatte mich nicht begleitet; und während unser letztes gemeinsames Wochenende hier in Chicago – als solches schon eine Rarität – angefüllt gewesen war von Freunden, Sonnenschein und Entspannung, hatte mir die Zeit allein mit ihr bei Weitem nicht ausgereicht. Wir waren das gesamte Wochenende über unter Leuten gewesen, von morgens bis weit nach Mitternacht, waren nachts dann in meine Wohnung zurückgetorkelt und hatten es kaum geschafft, unsere Klamotten auszuziehen, bevor wir leisen, schläfrigen Sex gehabt hatten.

Obwohl unser nächtliches Liebesspiel inzwischen sogar noch intimer und animalischer geworden war – und uns deshalb kaum noch Zeit zum Schlafen blieb –, bekam ich einfach nicht genug. Ich wartete weiterhin darauf, dass es sich so anfühlte, als hätten wir uns niedergelassen oder aneinander gewöhnt. Aber das trat einfach nicht ein. Stattdessen sehnte ich mich unentwegt nach ihr. Montags war es am schlimmsten. Montags hatten wir beide ein Meeting nach dem anderen, und die kommende Arbeitswoche schien sich endlos vor mir auszudehnen: öde und Chloe-los.

Als ich den vertrauten Rhythmus ihrer Absätze hörte, sah ich von dem Drucker auf, vor dem ich gerade auf ein paar Dokumente wartete. Als hätte sie meine stummen Gebete gehört, kam Chloe Mills auf mich zu. Sie trug einen schmalen Rock aus roter Wolle, einen taillierten blauen Pulli und Absätze, die – offen gestanden – außerhalb des Schlafzimmers nicht zugelassen sein sollten. Als ich Chloe heute Morgen verlassen hatte, um mich auf meinen Acht-Uhr-Termin vorzubereiten, hatte nichts als ein schwacher Lichtstrahl, den der Sonnenaufgang durchs Schlafzimmerfenster hereingeschickt hatte, ihren Körper bedeckt.

Ich unterdrückte ein Lächeln und versuchte, nicht allzu verzweifelt dreinzuschauen. Keine Ahnung, warum ich mir die Mühe machte. Sie konnte eh jeden meiner Gesichtsausdrücke lesen.

„Wie ich sehe, hast du die magische Maschine gefunden, die alles, was auf deinem Bildschirm steht, zu Papier bringt“, rief sie. „In Tinte.“

Ich schob eine Hand in meine Hosentasche, spielte mit dem Kleingeld darin und spürte, wie allein aufgrund ihres neckenden Tonfalls etwas Adrenalin durch meine Adern schoss. „Ehrlich gesagt hab ich dieses wunderbare Gerät bereits an meinem ersten Tag hier entdeckt. Mir hat bloß diese himmlische Ruhe gefallen, wenn du aufgestanden bist und dein Büro verlassen hast, um meine Ausdrucke zu holen.“

Mit einem breiten Grinsen und einem Funkeln in den Augen kam sie auf mich zu. „Arschloch.“

Scheiße, ja. Komm zu mir, Süße. Zehn Minuten im Kopierraum? In zehn Minuten könnte ich dich problemlos glücklich machen.

„Heute Abend bist du mit einer ausgiebigen Trainingseinheit dran“, flüsterte sie mir zu, als sie, ohne langsamer zu werden, meine Schulter tätschelte und dann an mir vorbei weiter den Flur entlangging.

Ich starrte auf ihren Hintern, mit dem sie jetzt leicht wackelte, und wartete darauf, dass sie zurückkommen und mich noch ein wenig quälen würde. Sie tat es nicht. Das war’s? Das ist alles, was ich bekomme? Ein Klaps auf die Schulter, ein kurzes, verbales Vorspiel und ein Hinternwackeln?

Trotzdem, heute Abend: der erste Abend seit Wochen ganz für uns allein.

Wir liebten uns mittlerweile seit über einem Jahr – und vögelten noch länger miteinander –, und dennoch hatten wir seit San Diego nicht mehr als ein Wochenende nur für uns gehabt.

Seufzend nahm ich meine Unterlagen aus dem Drucker. Wir brauchten Urlaub.

In meinem Büro warf ich die Unterlagen auf den Schreibtisch und starrte auf den Monitor, der zu meiner Überraschung einen beinahe leeren Terminkalender anzeigte. Die Woche zuvor hatte ich krankhaft viele Überstunden gemacht, um so bald wie möglich zu Chloe zurückkehren zu können. Abgesehen von der Buchhaltung, die mich früh am Morgen schon in die Zange genommen hatte, sah mein Tag heute also reichlich unverplant aus. Chloe dagegen hatte auf ihrem neuen Posten eindeutig schwer zu schuften.

Ich vermisste es, sie als meine Praktikantin um mich zu haben. Ich vermisste es, sie herumzukommandieren. Und ich vermisste es wirklich, von ihr herumkommandiert zu werden.

Zum ersten Mal seit Monaten konnte ich in meinem Büro sitzen und einfach gar nichts tun. Ich schloss die Augen, und binnen Sekunden zogen Hunderte von Gedanken an mir vorbei: der Blick auf die leeren New Yorker Büros, kurz bevor ich zum Flughafen gefahren war. Die Vorstellung, all mein Hab und Gut in Kisten zu packen. Die wesentlich angenehmere Vorstellung, diese Kisten mit Chloe in einer neuen, gemeinsamen Wohnung auszupacken. Und gleich darauf schlugen meine Gedanken ihre Lieblingsrichtung ein: Chloe nackt vor mir, in jeder nur erdenklichen Position.

Was mich zurück zu einer meiner liebsten Erinnerungen von Chloe und mir brachte: der Morgen nach ihrer Präsentation. Wir hatten uns endlich eingestanden, dass wir keine Hass-Fick-Beziehung mehr führten, sondern tatsächlich mehr voneinander wollten. In dieser hitzigen und angespannten Atmosphäre war es dann zu einem unserer größten Streits gekommen. Ich hatte sie seit Monaten nicht gesehen und war deshalb bei ihrer Präsentation vor dem Stipendienausschuss aufgekreuzt, um zu beobachten, wie sie das Ding rockte. Und genau das hatte sie getan.

Danach war jedoch trotz all der Sachen, die wir uns schon oben im Sitzungsraum gesagt hatten, noch so viel mehr zu sagen gewesen. Unsere Wiedervereinigung hatte sich noch so neu angefühlt, und ich war mir nicht sicher gewesen, wie wir eigentlich zueinander standen.

Als wir draußen waren, auf dem Bürgersteig, starrte ich sie an: ihre Augen, ihre Lippen, ihren Hals, der noch immer etwas rot war von den harten Küssen, die ich erst vor Minuten dort platziert hatte. Bei der Art, wie sie hinauflangte und mit ihrem Finger über die Stelle rieb, an der ein kleiner Knutschfleck zu sein schien, schoss der Gedanke wie ein elektrischer Reiz von meinem Hirn zu meinem Schwanz: Nett, diese Wiedervereinigung. Aber jetzt ist es an der Zeit, sie nach Hause zu schaffen und in die Matratze zu vögeln.

Ich war mir allerdings nicht sicher, ob wir da derselben Meinung waren.

Draußen im Tageslicht sah Chloe aus, als würde sie gleich umfallen. Kein Wunder. So wie ich Chloe kannte, hatte sie vermutlich die letzten zweiundsiebzig Stunden nonstop an ihrer Präsentation gearbeitet, ihr den letzten Schliff gegeben, ohne sich auch nur ein einziges Mal schlafen zu legen. Aber ich hatte sie so lange nicht gesehen … Würde ich mich lange genug zusammenreißen können, um sie nach Hause gehen und sich ausruhen zu lassen? Falls sie ein Nickerchen machen musste, könnte ich ja auch in ihrer Nähe bleiben und darauf warten, bis sie wieder aufwachte, oder? Ich könnte mich neben sie legen, mich damit beruhigen, dass sie wirklich da war und wir wirklich wieder zusammen waren, und einfach bloß … was? Ihr Haar berühren?

Scheiße aber auch. Bin ich schon immer so ein gruseliger Typ gewesen?

Chloe schlang sich ihre Laptoptasche über die Schulter, und diese Bewegung riss mich aus meinen Gedanken. Doch als ich wieder scharf sehen konnte, bemerkte ich, dass Chloe in die Ferne blickte, Richtung Fluss.

„Alles in Ordnung?“, fragte ich und bückte mich ein wenig, um ihr in die Augen zu schauen.

Sie nickte, zuckte aber leicht zusammen, als wäre sie ertappt worden. „Es geht mir gut. Bin nur überwältigt.“

„Ein bisschen kriegstraumatisiert?“

Ihr erschöpftes Lächeln rührte mich tief in meinem Herzen. Die Art, wie sie sich die Lippen leckte, bevor sie etwas sagte, rührte allerdings an etwas anderem, weiter unten. „Die Vorstellung, dass ich dich heute nicht sehen würde, hat mich so traurig gemacht. Heute Morgen hab ich den gesamten Weg zwischen deinem Gebäude und hier daran gedacht, wie schräg es ist, dass ich das hier ohne dich tun würde, oder ohne Elliott oder sonst jemanden von Ryan Media. Und dann bist du hierhergekommen, und natürlich hast du mich genervt, aber du hast mich auch zum Lachen gebracht …“ Sie legte den Kopf schief, musterte mein Gesicht. „Die Präsentation war genau so, wie ich sie mir vorgestellt habe, und dann die Jobangebote … und du. Du hast mir gesagt, dass du mich liebst. Du bist hier.“

Sie legte die Hand flach auf meine Brust. Ich wusste, dass sie fühlen konnte, wie mein Herz gegen meine Rippen hämmerte. „Mein Adrenalinspiegel senkt sich langsam, und ich muss einfach …“ Sie zog ihre Hand zurück und wedelte damit in der Luft herum, bevor sie sie sinken ließ. „Ich bin mir nicht sicher, wie der Abend ablaufen wird.“

Wie der Abend ablaufen wird? Ich konnte ihr genau sagen, wie er ablaufen würde. Wir würden reden, bis es dunkel war, und danach würden wir vögeln, bis die Sonne wieder aufging. Ich streckte einen Arm nach ihr aus, legte ihn um ihre Schulter. Himmel, sie fühlte sich gut an.

„Lass das nur meine Sorge sein. Ich fahre dich erst mal nach Hause.“

Diesmal schüttelte sie den Kopf, ernster als zuvor. „Es ist okay, wenn du zurück zur Arbeit musst, wir können …“

Ich starrte sie finster an und knurrte: „Sei nicht albern. Es ist beinahe vier. Ich gehe nicht mehr ins Büro. Mein Wagen steht hier, und da steigst du sofort ein.“

Ihr Lächeln wurde um die Mundwinkel herum hart. „Da ist er ja wieder, der herrische Bennett-Bastard. Jetzt gehe ich ganz sicher nicht mit dir mit.“

„Chloe, ohne Witz. Ich lasse dich bis Weihnachten keine Sekunde mehr aus den Augen.“

Sie blinzelte in die frühabendliche Juni-Sonne. „Bis Weihnachten? Das hört sich für meinen Geschmack ein wenig zu sehr nach ‚Sexsklave im Keller‘ an.“

„Wenn du so was nicht magst, dann ist diese Beziehung vielleicht doch zum Scheitern verurteilt“, neckte ich sie.

Sie lachte, erwiderte aber nichts darauf. Stattdessen starrte sie mich aus ihren dunkelbraunen Augen ruhig und unergründlich an.

Was das anging, war ich vollkommen aus der Übung. Ich versuchte, meinen Frust zu verbergen.

Während ich meine Hände auf ihre Hüften legte, beugte ich mich vor, um ihr einen kleinen Kuss mitten auf die Lippen zu geben. Scheiße, ich brauchte mehr. „Lass uns gehen. Kein Keller. Nur wir.“

„Bennett …“

Ich unterbrach sie mit einem weiteren Kuss, fühlte mich auf paradoxe Weise von dieser kleinen Meinungsverschiedenheit beruhigt. „In meinen Wagen. Jetzt.“

„Bist du dir sicher, dass du nicht hören willst, was ich zu sagen habe?“

„Absolut. Sobald ich meinen Kopf zwischen deinen Beinen platziert habe, kannst du so viel reden, wie du willst.“

Chloe nickte und folgte mir, als ich ihre Hand nahm und sie sanft in Richtung Parkplatz zog, lächelte aber die ganze Zeit über geheimnisvoll.

Auf der Fahrt zu ihrer Wohnung ließ sie die Fingerspitzen an meinem Schenkel hinauf- und hinabwandern, lehnte sich zu mir herüber und leckte meinen Hals, fuhr mit der Hand über meinen Schwanz und erzählte von dem kleinen roten Höschen, das sie heute Morgen angezogen hatte, um ihr Selbstvertrauen damit etwas aufzubauen.

„Wird es dein Selbstvertrauen zerstören, wenn ich es dir vom Leib reiße?“, fragte ich und beugte mich vor einer roten Ampel für einen Kuss zu ihr hinüber. Der Fahrer hinter mir hupte genau in dem Moment, als es gerade gut wurde: als ich sanft in ihre Lippen biss, als ihre Laute meinen Mund und meinen Kopf und – verdammt noch mal – meine gesamte Brust erfüllten. Ich konnte es kaum noch erwarten, dass sie endlich nackt unter mir lag.

Im Fahrstuhl nach oben zu ihrer Wohnung wurde es wild. Sie war hier, heilige Scheiße, sie war hier, und ich hatte sie so sehr vermisst. Wenn es nach mir ginge, würde diese Nacht drei Tage dauern. Sie schob ihren Rock über die Hüften, und ich hob sie an, stellte mich zwischen ihre Beine und presste meinen schmerzenden Schwanz gegen sie.

„Ich werde dich so dermaßen oft kommen lassen“, sagte ich.

„Mmm, versprochen?“

„Versprochen.“

Ich stieß meine Hüften gegen sie, und sie keuchte auf, flüsterte: „Okay, aber erst …“

Der Aufzug gab mit einem Gong zu verstehen, dass wir angekommen waren, und sie schlüpfte hinaus. Mit einem zögernden Blick strich sie ihren Rock hinunter und ging vor mir über den Flur auf ihr Apartment zu.

Mir wurde flau im Magen.

Seit unserer Trennung war ich nicht mehr hier gewesen. Seit ich den Wachmann überredet hatte, mich hinaufzulassen, damit ich mit ihr reden konnte. Statt mit ihr hatte ich damals allerdings die ganze Zeit mit der Außenseite ihrer Tür gesprochen. Mir war seltsam beklommen zumute. Ich wollte nichts weiter, als die Erleichterung über unsere Wiedervereinigung zu spüren; ich wollte nicht an all das denken, was wir in den letzten Monaten verpasst hatten. Um mich abzulenken, beugte ich mich vor, saugte an der Haut unterhalb von ihrem Ohr und machte mich hinten am Reißverschluss ihres Rocks zu schaffen, während sie mit den Schlüsseln herumhantierte.

Sie öffnete die Tür, drehte sich zu mir um. „Bennett …“, begann sie, aber ich schubste sie hinein und gegen die nächste Wand, brachte sie mit meinem Mund zum Schweigen. Fuck, sie schmeckte gut, eine Mischung aus dem Zitronenwasser, das sie getrunken hatte, und diesem vertrauten Geschmack, den sie immer besaß: sanfte Minze und noch sanftere, hungrige Lippen. Meine Finger spielten neckend an ihrem Reißverschluss herum, doch dann warf ich jegliche Finesse über Bord, riss ihn auf und schob den Stoff zu Boden, nur um gleich darauf nach ihrem Blazer zu greifen. Warum zum Teufel hat sie den noch an? Warum hat sie überhaupt was an?

Unter ihrem dunkellilafarbenen Kleid wurden ihre Nippel hart, als ich sie anstarrte, und ich begann, einen mit meiner Fingerspitze zu umkreisen. Sie rang stumm nach Luft, und da sah ich ihr in die Augen.

„Das habe ich vermisst. Dich habe ich vermisst.“

Ihre Zunge lugte hervor, befeuchtete ihre Lippen. „Ich dich auch.“

„Verdammt, ich liebe dich.“

Als ich ihren Hals küsste, hob und senkte sich ihre Brust unter den beschleunigten Atemzügen. Ich hatte keine Ahnung, wie ich das hier unterbrechen oder auch nur das Tempo drosseln sollte. Sollte ich sie hier nehmen, hart und schnell, oder sollte ich sie zur Couch tragen oder zu einem Stuhl, mich vor sie knien und sie einfach schmecken? Ich hatte über all das schon dermaßen lange nachgedacht – hatte mir jedes Szenario ganz genau vorgestellt –, dass ich in diesem Moment ein bisschen paralysiert von der Wirklichkeit war, von Chloes leibhaftiger Anwesenheit.

Ich brauchte das. Ich musste die Töne hören, die sie von sich gab, musste ihre Haut fühlen, musste mich in der Geborgenheit ihrer Hand verlieren, die sie um mich legte, musste zusehen, wie ihr der Schweiß auf die Stirn trat, während sie mich ritt, mir zeigte, wie sehr sie mich ebenfalls vermisst hatte. Ich würde es daran bemerken, wie ihr Rhythmus ins Stocken geriet, wenn sie kurz davor war, oder sie würde mich umklammern, wenn ich leise ihren Namen flüstern würde, so wie sie es immer gemocht hatte.

Meine Finger zitterten, als ich vorsichtig den obersten Knopf ihrer Bluse öffnete. Irgendwo in der zunehmend schrumpfenden Masse meines Hirns wurde registriert, dass ich die Knöpfe der Bluse nicht kaputt machen wollte, die sie für die Verteidigung ihrer Diplomarbeit getragen hatte.

Ich wollte auch dies würdigen. Sie würdigen.

„Bennett?“

„Mmm?“ Ich löste einen weiteren Knopf, strich über die Mulde an ihrer Kehle.

„Ich liebe dich“, sagte sie mit weit aufgerissenen Augen und umfasste meine Oberarme. Ich zögerte, mein Atem stockte. „Aber … was ich dir gleich sage, wird dir ganz und gar nicht gefallen. Du wirst es hassen.“

Ich war noch mit dem Ich liebe dich beschäftigt. Mein Grinsen geriet ein bisschen außer Kontrolle. „Was …? Was immer du mir zu sagen hast, ich werde es nicht hassen.“

Sie verzog das Gesicht, drehte sich um und starrte auf die Uhr an der Wand. Zum ersten Mal kam es mir in den Sinn, mich umzuschauen; schließlich war ich noch nie hier gewesen. Überrascht trat ich einen Schritt zurück. Ihre Wohnung sah absolut nicht aus, wie ich es erwartet hatte.

Alles an Chloe wirkte immer makellos, stilvoll, trendy. Aber ihre Wohnung war das Gegenteil davon. Das Wohnzimmer war ordentlich, das ja, aber voller abgenutzter Möbel und Dinge, die ich mit Chloe so gar nicht in Verbindung gebracht hätte. Alles war braun und dunkel; die Sofas schienen gemütlich zu sein, aber auch so, als wären sie so plüschig wie ein Stofftier. Auf einem Regal neben einem winzigen Fernseher stand eine kleine Sammlung Holzeulen, und auf der Uhr in der Küche, die sie gerade betrachtete, prangte in der Mitte eine breit grinsende Hummel und die Worte Bee Happy! in leuchtender, schwungvoller Schrift.

„Das hier … hatte ich nicht erwartet.“

Chloe folgte meinem Blick durch die Wohnung und lachte dann laut auf. Es war dasselbe Lachen, das sie für gewöhnlich von sich gab, bevor sie mich verbal kastrierte. „Was haben Sie denn erwartet, Mr. Ryan?“

Hilflos zuckte ich mit den Schultern. Ich wollte sie nicht beleidigen, war aber ernsthaft neugierig, wie dieser Widerspruch wohl zustande kam. „Ich hatte bloß erwartet, dass diese Wohnung ein bisschen mehr aussieht wie du.“

„Was, magst du meine Eulen etwa nicht?“, fragte sie grinsend.

„Doch, ja, sie sind nur …“, setzte ich an und fuhr mir nervös durchs Haar.

„Und diese Sofas?“, unterbrach sie mich. „Glaubst du nicht, wir könnten darauf Spaß haben?“

„Baby, wir könnten hier auf jedem Möbelstück Spaß haben. Ich wollte bloß sagen, dass ich erwartet hatte, deine Wohnung wäre weniger …“

Scheiße. Wieso redete ich überhaupt noch? Ich sah zu ihr hinüber: Sie hielt sich eine Hand vor den Mund und lachte leise.

„Beruhig dich“, meinte sie schließlich. „Die Wohnung hat meiner Mutter gehört. Ich liebe sie, aber du hast recht. Nichts von dem Zeug ist meins. Als ich noch zur Uni gegangen bin, hab ich einfach keinen Sinn darin gesehen, alles zu verkaufen oder neuen Kram anzuschaffen.“

Ich sah mich noch einmal neugierig um. „Du kannst dir Höschen für hundert Dollar kaufen, aber du wolltest kein neues Sofa?“

„Sei nicht so ein Snob. Ich brauchte kein neues Sofa. Aber ich brauchte regelmäßig neue Höschen“, fügte sie hinzu, ruhig und vielsagend.

„Verdammt, ja, die brauchtest du.“

Mit dieser perfekten Erinnerung trat ich näher an sie heran und nahm meinen sanften Angriff auf ihre Knopfreihe wieder auf. Nachdem ich ihr die Bluse von den Schultern geschoben hatte, schaute ich sie an, wie sie vor mir stand, mit nichts als einem roten Seiden-BH und dem passenden Höschen am Leib. Das winzig war.

„Sag mir, was du willst“, forderte ich sie auf und spürte die Verzweiflung in mir aufsteigen, während ich ihr Haar zur Seite strich, damit ich an ihrem Hals, ihrem Kinn, ihrem Ohr saugen konnte. „Meinen Schwanz? Meinen Mund? Meine Hände? Himmel, ich tue heute Nacht alles, aber wo anfangen? Ich hab dich seit Monaten nicht gesehen und verliere, glaube ich, gleich den Verstand.“ Ich griff nach ihrem Arm, zog sie dichter an mich heran. „Baby, fass mich an.“

Sie streichelte meinen Hals und umfasste mein Gesicht. Ich spürte, wie sie zitterte. „Bennett.“

Erst als sie meinen Namen auf diese Weise aussprach – als ob sie schüchtern wäre oder vielleicht sogar ängstlich –, fiel mir wieder ein, dass sie davon geredet hatte, mir noch etwas sagen zu müssen. Etwas anderes als Ich liebe dich. Etwas, das mir nicht gefallen würde.

„Was hast du?“

Sie sah mich mit riesigen Augen an, der Ausdruck darin war flehend, entschuldigend. „Ich habe gerade meine Verteidigung hinter mir, und …“

„Oh, Scheiße. Ich bin so ein Arsch. Ich sollte dich zum Abendessen ausführen oder …“

„Und ich habe Julia und Sara versprochen, dass wir gemeinsam ausgehen würden …“

„Vielleicht könnten wir uns auch was zu essen holen, nachdem ich dich zum Orgasmus gebracht habe …“, brabbelte ich weiter.

„… auf ein paar Drinks nach meiner Präsentation …“

„Ich muss bloß einmal hören, wie du kommst, und dann können wir los. Gib mir nur …“ Ich hielt inne. Endlich kamen ihre Worte bei mir an. „Warte, was? Du gehst mit Julia und Sara aus? Heute Abend?“

Sie nickte, ihr Blick war nun fest. „Ich wusste nicht, dass du da sein würdest. Ich kann dir nicht sagen, wie gern ich anrufen und absagen würde. Aber die Sache ist die: Das kann ich nicht. Nicht nachdem sie in den letzten Monaten so gut zu mir gewesen sind … als du und ich …“

Stöhnend drückte ich mir die Handballen gegen die Augen. „Warum hast du mir das nicht gesagt, bevor ich dich ausgezogen habe? Scheiße noch mal, wie soll ich dich denn jetzt gehen lassen? Ich werde noch stundenlang einen Ständer haben.“

„Ich hab’s doch versucht.“ Sie wirkte mindestens so gefrustet, wie ich mich fühlte, das musste ich ihr zugutehalten.

„Haben wir Zeit, um …?“ Kopfschüttelnd schaute ich mich um, als wäre die Antwort irgendwo in den alten Möbeln verborgen. „Ich könnte uns beide vermutlich in circa zwei Minuten kommen lassen.“

Sie lachte. „Ich bin mir nicht sicher, ob das etwas ist, womit man rumprahlen sollte.“

Scheiß drauf.

Ihr kleines überraschtes Keuchen wurde von meinen Lippen geschluckt, als ich sie küsste, mitsamt Zunge und Zähnen und ohne mich darum zu kümmern, dass wir bloß ein paar Minuten hatten. Ein paar Minuten sollten nicht das Problem sein.

Ich ließ meine Hand über den rasenden Puls an ihrem Hals gleiten, zwischen ihre Brüste und tiefer hinunter zu ihrem Bauch. Ich wanderte noch tiefer, fand diesen vertrauten, geliebten Ort, wo sie warm und feucht war. Die Wände hätten um uns herum einstürzen können, und ich hätte es nicht bemerkt, denn nichts anderes existierte als sie und ihre kleinen Laute und ihr leises Flüstern, weiterzumachen, weiter, weiter.

„Bennett“, flüsterte sie. „Bitte.“

Ich machte mich an meiner eigenen Hose zu schaffen, wollte etwas sagen …

Und wurde durch ein hartes Klopfen an der Tür unterbrochen.

Eine vertraute Stimme ertönte. „Wir sind hier, Miss MBA, und wir sind bereit, uns zu betrinken!“

„Das ist ein Witz. Sag mir, dass das ein Witz ist.“ Ich starrte sie wütend an.

Sie schüttelte den Kopf, verkniff sich ein Grinsen.

„Ich bin gerade absolut nicht in der Stimmung, dich zu teilen. Du verarschst mich doch, verflucht noch mal.“

„Ich hatte ganz vergessen, wie sehr ich es liebe, wenn du dich aufregst.“

Sie ging in ihrer verdammten Unterwäsche zur Tür und öffnete sie einen Spaltbreit, bevor sie sich umdrehte und in ihr Schlafzimmer eilte – und mich mit den Eindringlingen alleine ließ.

Scheiße, was soll das denn?!

„Bin gleich wieder da!“, rief Chloe ihren Freundinnen über die Schulter zu, als ihr beinahe nackter Hintern am Ende des Flurs im Schlafzimmer verschwand.

Laut pfeifend trat Julia über die Schwelle, blieb dann stehen und brach in Gelächter aus, als sie mich entdeckte.

„Wow, ich hätte nicht gedacht, dass du in Unterwäsche an die Tür gehst, Chloe.“ Sara hielt sich die Augen zu und tapste in die Wohnung, sich blind vorantastend. Dabei packte sie mich an meinem halb geöffneten Hemd – und quietschte laut auf, als sie erkannte, dass nicht Chloe vor ihr stand, sondern ich. „Mr. Ryan!“

„Hallo, Ladies“, sagte ich tonlos. Ich strich mein Hemd glatt, rückte meinen Schlips zurecht.

„Du meine Güte, haben wir euch bei was unterbrochen?“, fragte Julia leicht spöttisch.

„Ja, in der Tat. Wir waren gerade dabei … uns erneut kennenzulernen.“

Chloe rief vom Schlafzimmer aus, wir sollten uns doch schon mal am Champagner bedienen, der im Kühlschrank stand, und ich versuchte zu ignorieren, wie Julias Blick auf meinen Reißverschluss fiel. Ich blieb reglos stehen und ließ sie in aller Ruhe gucken. Meine Erektion war eh verschwunden.

Überwiegend zumindest.

„Ich wusste nicht, dass es ein Mädelsabend werden würde“, erklärte ich, als das Schweigen sich anfühlte, als würde es sich bis in die Unendlichkeit ausdehnen.

Sara trat einen Schritt zurück – sie schien damit zu kämpfen, den Blick nicht tiefer als bis zu meinen Schultern wandern zu lassen – und erwiderte: „Ich glaube nicht, dass eine von uns damit gerechnet hat, Sie könnten hier sein und … übernachten wollen.“

Ich wollte ganz sicher hier übernachten. Über und in Chloe.

Julia musterte mich für einen Moment und lächelte dann. „Ich muss zugeben, dass ich fest damit gerechnet habe, Bennett hier anzutreffen.“

Plötzlich konnte ich nicht anders, als ebenfalls zu lächeln. Schließlich hatte sie mich angerufen und gedrängt, zu Chloes Präsentation zu kommen. Julia war offensichtlich auf meiner Seite.

Auch wenn sie meinen Versuch vereitelt hatte, Chloe seit Ewigkeiten das erste Mal wieder zu vögeln.

Ich drehte mich um und ging in die Küche, um mir die Hände zu waschen. Julia folgte mir, und ich hörte, wie sie hinter mir die Flasche Champagner öffnete, hörte das Quietschen und Ploppen und danach das leise Zischen, und ich musste daran denken, dass ich die Flasche lieber über Chloes nacktem Körper geöffnet und die schäumenden Blasen von ihrer Haut geleckt hätte.

Julia fuhr fort: „Aber ich denke, wir sollten alle feiern gehen, und er kann so viel von ihr haben, wie er will.“ Sie füllte vier Champagnerflöten und reichte mir eine. „Du musst nur das … erneute Kennenlernen noch etwas verschieben.“

Als Chloe das Schlafzimmer verließ, trug sie enge schwarze Jeans, schwarze High Heels mit Riemchen und ein schimmerndes blaues Tanktop, das ihre Haut golden erscheinen ließ.

Nie im Leben würde ich die Finger von ihr lassen können, wenn sie damit auf die Straße ging.

„Chloe“, setzte ich an, lief zu ihr hinüber und stellte mein Champagnerglas auf den Küchentresen. Wütend betrachtete ich ihr Haar, das knapp über dem Nacken zu einem glatten Pferdeschwanz zusammengebunden war.

Ihre Augen funkelten amüsiert, und sie reckte sich, um mir ins Ohr zu flüstern: „Du darfst mein Haar später aus dem Zopf befreien.“

„Worauf du dich verlassen kannst.“

„Willst du es packen? Daran ziehen?“, fragte sie und küsste meine Ohrmuschel. Ich nickte mit geschlossenen Augen. „Oder willst du es offen auf deinem Bauch spüren, während mein Mund deinen Schwanz bearbeitet?“

Mit zittriger Hand griff ich nach meinem Glas, trank es in einem Zug aus. „Sagen wir mal: Ja.

Verlangen staute sich tief in meinem Bauch, und ich war hin und her gerissen, ob ich etwas zerschlagen sollte oder ob ich Chloe zurück in ihr Schlafzimmer zerren und ihr diese Jeans von den Beinen ziehen sollte. Zu absolut null Prozent hatte ich das Bedürfnis, den Abend mit Weintrinken und Käseessen zu verbringen und Frauengesprächen zuzuhören. Ich war mir nicht sicher, ob ich mich dafür ausreichend zusammenreißen konnte.

Als ob sie meine Gedanken gelesen hätte, murmelte sie: „Dafür wird es umso schöner, wenn wir nach Hause kommen.“

„Ich bezweifle, dass das möglich ist.“

Ihre Finger kratzten leicht über meine Brust. „Dieses mürrische Gesicht habe ich echt vermisst.“

Ohne darauf einzugehen, fragte ich: „Wie wäre es, wenn du später zu mir nach Hause kommst? Geh mit den Mädels aus, genieß den Abend. Ich werde da sein, wenn du fertig bist.“

Sie reckte sich erneut und gab mir einen langen, warmen Kuss. „Und was ist mit deinem Versprechen, mich bis Weihnachten nicht aus den Augen zu lassen?“

Ich hatte einen Club erwartet, vielleicht etwas Schickes mit Drinks für zwanzig Dollar und Massen von Studentinnen um die zwanzig im kleinen Schwarzen. Womit ich nicht gerechnet hatte, war eine heruntergekommene Kneipe in den Suburbs, mit Dartscheiben und der, wie Julia es nannte, „besten Bierauswahl in ganz Illinois“.

Solange sie hier einen Wodka Gimlet hatten und ich durchgehend Körperkontakt mit Chloe halten konnte, würde der Abend vielleicht keine allzu große Katastrophe werden. Ich folgte den Mädels nach drinnen, erdolchte auf dem Weg zur Theke jeden anzüglich grinsenden Vollidioten mit Blicken. Julia ließ sich auf einem abgewetzten Lederhocker nieder, rief dem Barkeeper etwas in Richtung „das Übliche für die Ladies und etwas Pinkfarbenes für den hübschen Kerl“ zu.

Vermutlich würde es doch ein langer Abend werden.

Sara – die eindeutig noch etwas verärgert über meine Anwesenheit war – saß auf der anderen Seite von Chloe und ließ sich ihre Verteidigung bis ins kleinste Detail schildern. Chloe erzählte ihr von Direktor Cheng, davon, wie ich mich eingemischt und wie ein Arsch aufgeführt hatte, wie sie beide Projekte vorgestellt und man ihr sogar einen Job angeboten hatte.

„Zwei Jobs“, stellte ich klar und starrte sie an, damit sie wusste, dass sie meiner Meinung nach verdammt noch mal besser den Job bei RMG annehmen sollte.

Sie verdrehte die Augen, aber niemandem entging ihr stolzes Lächeln. Gemeinsam stießen wir mit ihrem Bier und meinem pinkfarbenen Cosmo auf Chloe und ihre großartige Leistung an.

Chloe kippte ihr Bier runter und rutschte vom Hocker. „Wer hat Lust auf Dart?“

Sofort hob Sara die Hand und hüpfte ein wenig herum. Bereits nach einem Bier schien sie leicht beschwipst und locker genug zu sein, um sich nicht mehr so steif aufzuführen, als wären wir noch im Büro. Ich betrachtete Chloes Körper eingehend. Die Vorstellung, sie dabei zu beobachten, wie sie sich in ihren engen Klamotten beim Dartspielen streckte und bewegte, war gar nicht so übel.

„Kommst du?“ Sie lehnte sich vor und drückte ihre Brüste gegen meinen Unterarm.

Verflixte Aufreißerin.

„Schon sehr bald, hoffe ich.“ Mein Blick verweilte kurz auf ihrem Mund, bevor er zu ihren Brüsten hinabwanderte. Unter dem dünnen Stoff ihres Tops zeichneten sich ihre Nippel ab.

Ihr Lachen brachte mich dazu, mich wieder auf ihre roten Lippen zu konzentrieren, und sie verzog sie zu einer spielerischen Schnute. „Ist Bennett ein bisschen überreizt?“

„Bennett ist äußerst überreizt“, gab ich zurück und zog sie zwischen meine Beine, küsste den Rand ihres Ohres. Ich wollte geduldig sein und sie diesen Abend genießen lassen, aber Geduld war noch nie meine Stärke gewesen. „Bennett will, dass Chloe nackt ist und seinen Schwanz anfasst.“

Kichernd hakte sie sich bei Sara unter und tänzelte davon.

Julia legte eine Hand auf meine Schulter und sah sich um, um sich zu vergewissern, dass Chloe nicht mehr in Hörweite war. „Das hast du gut gemacht.“

Abgesehen von ein paar Ausnahmen besprach ich persönliche Angelegenheiten nur ungern mit anderen Menschen, und diese doch sehr persönliche Angelegenheit war nun wirklich keine, die ich mit einer nahezu Fremden erörtern wollte. Doch Julia hatte sich Chloe zuliebe die Mühe gemacht, mich ausfindig zu machen. Das erforderte definitiv eine gehörige Portion Mut.

„Danke für deinen Anruf“, sagte ich. „Aber ich möchte, dass du weißt, dass ich so oder so hingegangen wäre. Ich hätte nicht länger ohne sie sein können.“

Julia trank einen Schluck Bier. „Ich dachte, wenn du ihr auch nur ein kleines bisschen ähnelst, dann würdest du noch eine weitere Runde in Kauf nehmen. Ich hab angerufen, weil ich wollte, dass du die nötige Zuversicht hast, um hinzugehen und der bestmögliche Bastard zu sein.“

„Ich war gar kein so großer Bastard.“ Ich runzelte nachdenklich die Stirn. „Glaube ich.“

„Ja, richtig“, antwortete Julia gedehnt. „Du bist der Inbegriff der Kompromissbereitschaft.“

Ohne darauf einzugehen, hob ich mein Glas mit dem fruchtigen Mädchendrink und trank es aus.

„Sie ist heute Abend so glücklich“, murmelte Julia, mehr zu sich selbst.

„Sie ist dünn geworden.“ Ich schaute zu ihr hinüber, wie sie konzentriert dastand, bereit, den Pfeil zu werfen. Sie wirkte tatsächlich glücklich, und das freute mich, aber ich konnte dennoch nicht übersehen, wie sehr sich ihr Körper verändert hatte. „Zu dünn.“

Nickend erklärte Julia: „Sie hat zu viel Sport getrieben, zu viel gearbeitet.“ Für einen Moment musterte sie mich prüfend, bevor sie hinzufügte: „Keine gute Zeit, Bennett. Sie war ein Wrack.“

„Das war ich auch.“

Sie nahm das mit einem herausfordernden Lächeln zur Kenntnis. Die Traurigkeit gehörte schließlich der Vergangenheit an. „Solltest du also die nächsten Tage mit ihr im Bett verbringen, dann sorg bitte dafür, dass sie zwischendurch was isst.“

Ich nickte, sah wieder quer durch den Raum, wo mein Mädchen sich ein paarmal im Kreis drehte, ihr Ziel anvisierte und dann kaum die Dartscheibe traf. Sie und Sara brachen in Gelächter aus und hielten nur kurz inne, um einander etwas zu sagen, das sie noch lauter lachen ließ.

Und während sie spielte und zu den Rolling Stones tanzte, spürte ich, wie sich das Gewicht meiner Liebe zu ihr schwer und warm in meinem Bauch niederließ. Zwei Monate der Trennung bedeuteten nichts in Anbetracht der großen Spanne, die noch vor uns lag; als Teil unserer Vergangenheit erschienen sie allerdings enorm. Durch viel Zeit zu zweit wollte ich die verlorenen Wochen wettmachen.

Ich musste zurück zu ihr, in ihrer Nähe sein. Und so gab ich dem Barkeeper ein Zeichen und formte „Rechnung“ mit dem Mund, als sie bereits in meine Richtung schaute.

Julia legte mir warnend eine Hand auf den Arm. „Vermassel es nicht. Sie ist ein unabhängiger Mensch und steht schon so lange auf ihren eigenen zwei Beinen, dass sie niemals die Art Frau sein wird, die dir sagt, wie sehr sie dich braucht. Aber sie wird dir zeigen, wie sehr sie das mit dir will. Chloe ist ein Mensch, der handelt und nicht bloß redet. Ich kenne sie, seit sie zwölf Jahre alt ist, und du bedeutest ihr alles.“

Zwei weiche Arme schlangen sich von hinten um meine Taille, und kurz darauf platzierte Chloe einen Kuss zwischen meinen Schulterblättern. „Worüber wird hier geredet?“

„Football“, sagte Julia im selben Moment, wie ich „Politik“ antwortete.

Ich fühlte sie lachen, und sie schlüpfte unter meinem Arm hindurch, umfasste mich. „Ihr habt also über mich gesprochen.“

„Ja“, erwiderten wir beide.

„Darüber, wie fertig ich war und wie glücklich ich heute Abend aussehe und dass Bennett es diesmal besser nicht vermasseln sollte.“

Julia sah mich kurz an und überließ mir das Feld, indem sie ihr Bier hob, uns stumm zuprostete und uns allein ließ.

Chloe wandte sich mit ihren braunen Augen mir zu. „Hat sie dir all meine Geheimnisse verraten?“

„Wohl kaum.“ Ich stellte meinen Drink ab und zog sie an mich. „Können wir los? Ich war viel zu lange von dir getrennt und erreiche gerade mein Limit, was das Teilen deiner Person mit anderen angeht. Ich will dich für mich allein.“

Ich spürte ihr Lachen als ein leichtes Beben ihres Körpers in meinem Arm, bevor das Geräusch an mein Ohr drang. „Du bist so fordernd.“

„Ich sage dir nur, was ich will.“

„Na schön. Etwas genauer, bitte. Was willst du wirklich?“

„Ich will dich kniend auf meinem Bett. Ich will dich verschwitzt und flehend. Ich will dich so nass, dass ich es trinken kann.“

„Scheiße“, flüsterte sie mit angespannter Stimme. „So weit bin ich schon.“

„Dann los, Miss Mills. Ab in meinen Wagen, verdammt noch mal.“

ZWEI

Mit meinen Händen am Lenkrad und ihren Händen überall sonst – auf meinen Oberschenkeln, meinem Hals, meiner Brust – war ich mir nicht sicher, ob wir es heil nach Hause schaffen würden.

Besonders nicht, nachdem sie meinen rechten Arm angehoben hatte, damit sie sich darunterducken, meinen Schwanz aus den Boxershorts holen und mit der Zunge an ihm entlangfahren konnte. Ich wollte sie nach Hause bringen, aber, verdammt, hier würde es genauso gut sein.

„O Gott“, flüsterte sie, bevor sie mich ganz in den Mund nahm.

„Heilige Scheiße“, murmelte ich und wechselte auf die langsamere Spur.

Es war absolut perfekt: Ihre Finger und ihr Mund arbeiteten im Einklang miteinander, ihr leises Seufzen durchfuhr mich und signalisierte, dass sie sich nichts mehr wünschte, als mich auf diese Weise zu spüren. Sie begann sehr langsam, mit intensiven Strichen und kleinen, neckenden Leckeinheiten, und sah durch dunkle Wimpern zu mir empor, bis ich glaubte, gleich den Verstand zu verlieren. Aber sie durchschaute mich, wie sie es immer getan hatte; sie wusste, wann sie nicht aufhören durfte, wann sie sich schneller und gröber bewegen, meinen Schaft fester drücken sollte. Was mich über die Klippe jagte, war ihre eigene Erregung. Ihr Blick wurde dunkel, flehend, ihr Atem schwerer, und die Töne, die sie um meinen Schwanz herum von sich gab, klangen zunehmend wilder. Bald, viel zu bald umklammerte ich das Lenkrad fester, keuchte, bettelte, fluchte – endlich – laut auf, als ich in ihrem Mund kam.

Keine Ahnung, wie ich es schaffte, das Auto durch den Verkehr zu steuern oder in meiner Auffahrt zu parken, aber irgendwie gelang es mir, mit zitternden Händen, uns beide dorthin zu bringen. Sie küsste meinen Bauchnabel, ließ ihre Stirn auf meinem Oberschenkel ruhen. Der Wagen wurde vollkommen still.

So hatte ich mir nicht gerade vorgestellt, das erste Mal wieder mit ihr zusammen zu sein, aber diese hektische, spontane Art … das fühlte sich auch nach uns an.

Als sie sich unter meinem Arm regte, um sich aufzurichten, setzte ich mich ebenfalls wieder richtig hin, zog den Reißverschluss hoch und schloss meinen Gürtel.

„Was zum Teufel …?“, fragte sie und schaute aus dem Fenster. „Ist das dein Haus? Warum sind wir hier?“

„Wolltest du zu dir nach Hause?“

Schulterzuckend erwiderte sie: „Ich bin einfach davon ausgegangen, dass wir das tun würden. Ich hab hier keine von meinen Sachen.“

„Die habe ich bei dir auch nicht.“

„Aber ich besitze ein paar Ersatzzahnbürsten. Hast du Ersatzzahnbürsten?“

Wovon redet sie nur, verdammt noch mal?

„Du kannst meine haben. Was soll’s?“

Seufzend öffnete sie die Beifahrertür und murmelte: „Typisch Mann.“

„Nur um das klarzustellen“, sagte ich, stieg aus und folgte ihr, „ich hab dich hergebracht, weil ich eigentlich nach San Diego mit dir hierherkommen wollte. Ich wollte dich an mein Bett fesseln und dir einige ordentliche Schläge versetzen. Und das habe ich jetzt wieder vor, nach allem, was ich wegen dir mitmachen musste.“

Chloe blieb auf den Eingangsstufen stehen, wandte mir für mehrere verwirrende Sekunden den Rücken zu, bevor sie sich umdrehte und mich anstarrte. „Was hast du eben gesagt?“

„Spreche ich undeutlich?“, entgegnete ich, und als sie mich weiterhin anstarrte, fügte ich erklärend hinzu: „Ja, wir haben uns getrennt, weil ich ein bescheuertes Arschloch gewesen bin. Aber das warst du auch.“

Ihre Augen wurden schmal und dunkel. Ich bekam es ein bisschen mit der Angst zu tun, war zugleich aber auch erregt, weil sie mich gleich zur Schnecke machen würde. Sie drängte mich gegen die Haustür und wickelte meinen Schlips um ihre Hand, bevor sie ihn hart nach unten riss, sodass sich unsere Gesichter direkt voreinander befanden. Ihre Miene hatte mit einem Mal etwas Wildes. „Gib mir deine Schlüssel.“

Wortlos fischte ich den Schlüsselbund aus meiner Hosentasche und legte ihn in ihre offene Hand.

Ich sah zu, wie sie nach dem richtigen Schlüssel suchte und ihn erstaunlich rasch fand. „Erst das obere Schloss und danach …“

Sie brachte mich mit einem Finger auf meinen Lippen zum Schweigen. „Schsch. Nicht quatschen.“

Ich versuchte zu begreifen, was hier gerade vor sich ging. Offensichtlich hatte sie nicht erwartet, dass ich sie damit aufziehen würde, auf welch brutale Weise sie mich verlassen hatte. Vielleicht hatte sie gedacht, wir hätten das Thema in dem Konferenzraum zurückgelassen, in dem wir wieder zusammengekommen waren. Und vermutlich hatten wir das auch zum größten Teil. Mir zuliebe musste sie sich nicht entschuldigen, und ich hatte nicht das Gefühl, als müsste ich das noch tun. Aber die Monate unserer Trennung waren beschissen gewesen, sodass die Sache nicht vollkommen aus der Welt war. Abgesehen davon: Ihr den Hintern zu versohlen schien mir der angemessenste Weg zu sein, um uns von alldem zu befreien.

Sie fummelte nicht groß hinter mir rum, als sie den Schlüssel ins Schloss steckte. Ich hörte das vertraute Klicken und Quietschen, dann drückte sie die Tür auf und schob mich über die Schwelle.

„Weiter geradeaus in mein Wohnzimmer“, schlug ich vor, „oder den Flur hinunter zu meinem Bett.“

Daraufhin lenkte sie mich in Richtung Wohnzimmer, während ihr Blick zwischen meinem Gesicht, ihrer Hand an meinem Schlips und der Umgebung vor ihr hin und her wanderte. Schließlich war dies das erste Mal, dass sie mein Zuhause sah.

„Nett“, murmelte sie, während sie zu überlegen schien, was sie mit mir anstellen sollte, nachdem sie mich jetzt an der kurzen Leine hatte. „So sauber. So … du.“

„Danke“, erwiderte ich lachend. „Schätze ich.“

Als ob sie sich plötzlich daran erinnerte, dass sie mich eigentlich ja für etwas bestrafen wollte, warf sie mir einen strengen Blick zu. „Warte hier.“

Sie verschwand, und obwohl ich nur allzu gern herausgefunden hätte, was sie vorhatte, befolgte ich ihren Befehl. Kurz darauf kehrte sie mit einem der Hochlehner aus meinem Esszimmer zurück. Sobald sie ihn hinter mir abgestellt hatte, drückte sie meine Schultern nach unten, damit ich mich auf den Stuhl setzte.

Danach wandte sie sich um und ging zu meiner Musikanlage, nahm die Fernbedienung und betrachtete die Knöpfe.

„Zuerst stellst du …“

„Schsch.“ Ohne sich umzudrehen, gebot Chloe mir mit erhobener Hand, zu schweigen.

Ich schloss den Mund, mein Kiefer war angespannt. Sie stellte meine Geduld gewaltig auf die Probe. Wenn sie mir nicht deutlich gemacht hätte, dass ich sitzen bleiben sollte, und ich nicht vermutet hätte, dass sie ein Spielchen mit mir spielen wollte, hätte ich sie zu diesem Zeitpunkt schon längst übers Knie gelegt.

Kurz darauf erfüllte ein lässiger, pulsierender Rhythmus den Raum, begleitet von einer heiseren Frauenstimme. Chloe blieb zögernd vor der Anlage stehen, ihre Schultern bewegten sich mit jedem ihrer tiefen, nervösen Atemzüge.

„Baby, komm her“, flüsterte ich und hoffte, dass sie mich trotz der Musik hörte.

Endlich kam sie zu mir und stellte sich so dicht vor mich, dass ihre Schenkel sich an meine Knie pressten. Mein Gesicht war auf Höhe ihrer Brust, und ich konnte nicht anders, als mich vorzulehnen, um ihre Brust durch das Hemd zu küssen. Doch ihre Hände drückten meine Schultern sofort zurück, sodass ich erneut aufrecht sitzen musste.

Sie folgte meinem Oberkörper, setzte sich rittlings auf meinen Schoß. Ihre Finger spielten mit meinem Schlips.

„Was du da draußen gesagt hast …“, meinte sie leise. „Vielleicht müssen wir doch noch ein bisschen reden.“

„Okay.“

„Aber wenn du das jetzt nicht willst, können wir auch in dein Zimmer gehen, und du darfst alles mit mir anstellen, was du willst.“ Sie schaute mich an, musterte mich mit dunklen Augen. „Wir können später reden.“

„Ich rede mit dir, worüber du willst.“ Ich schluckte und lächelte zu ihr auf. „Und danach bring ich dich in mein Bett und mache alles, was ich will.“

Mir blieb fast die Luft weg. Ich griff an mein Hemd, um den obersten Knopf zu öffnen, doch sie packte meine Hand und schob sie nach unten, eine Braue fragend hochgezogen.

Langsam löste sie meinen Schlips, bis er wie die Bandage eines Boxers um ihre Faust gewickelt war. Ich war so angetörnt von dieser Kraft, dieser Macht in ihr, dass ich gar nicht richtig bemerkte, wie sie meine Hände seitlich an den Stuhl legte. Mein Schwanz wurde unangenehm hart, und ich rutschte etwas tiefer, sodass er besser in meiner Hose Platz fand. Mein Herz pochte heftig gegen meine Rippen. Was zum Teufel hatte sie vor?

„Sag mir, dass du mich liebst“, flüsterte sie.

Mein Puls raste; das Blut schien durch meine Adern zu hämmern. „Ich liebe dich. Wie verrückt. Ich bin …“ Tausende und Abertausende Mal hatte ich mir diese Situation vorgestellt, aber jetzt war ich trotzdem überfordert, und meine Worte klangen atemlos, als ich neu ansetzte: „Ich bin wahnsinnig verliebt in dich.“

„Aber du warst wütend auf mich, als ich dich verlassen habe.“

Meine Bauchdecke spannte sich an. Würde das hier gleich zu einem Streit führen? Und wäre das gut oder schlecht?

Chloe beugte sich vor, küsste mein Kinn, meine Lippen, meine Wange. Fuhr mit ihrem Mund über mein Ohr.

Und dann spürte ich ein Ziehen an meinen Handgelenken; sie hatte meine Hände mit dem Schlips hinter dem Stuhl gefesselt. „Alles ist gut“, sagte sie. „Mach dir keine Sorgen. Ich will nur darüber reden.“

Sie wollte darüber reden, wollte sich sicher fühlen, während ich ihr erzählte, wie es mich mitgenommen hatte, wie wütend ich gewesen war. Doch musste sie mich dafür erst fesseln? Ich lächelte, versuchte, ihre Lippen für einen Kuss zu fangen.

„Ja, ich war wütend auf dich. Vor allem hab ich heftigen Liebeskummer gehabt, aber ich war auch wütend.“

„Sag mir, warum du wütend warst.“ Ihr Mund entfernte sich weiter von meinem, bis hinab zu meinem Hals, und sie saugte an meiner Haut, während ich überlegte, wie ich ihre Frage beantworten sollte.

Es kam mir vor, als wäre unsere Trennung bereits eine Million Jahre her, und zugleich so, als hätte sie gerade erst stattgefunden. Die Tatsache, dass sie hier war, auf meinem Schoß saß und mich küsste, erinnerte mich daran, dass es auf gewisse Weise Schnee von gestern war. Aber die Art, wie meine Brust sich bei der Erinnerung an ihren plötzlichen Abgang zusammenzog … Es nahm mich wohl doch mehr mit, als ich gedacht hatte.

„Du hast mich nie etwas erklären lassen oder mir die Chance gegeben, mich zu entschuldigen. Ich hab dich angerufen. Ich bin zu dir nach Hause gegangen. Ich hätte alles getan, um das zwischen uns zu klären.“

Sie sagte nichts, verteidigte sich nicht. Stattdessen stand sie auf und trat zurück, bückte sich, um die Riemchen ihrer High Heels zu öffnen. Sie schlüpfte aus ihnen heraus, kam wieder zu mir, griff in mein Haar und zog meinen Kopf an ihre Brust.

„Wir wussten, dass es nicht leicht sein würde, von einer Hass-Fick-Beziehung in eine Liebesbeziehung zu wechseln“, sagte ich in den weichen Stoff ihres Tops. „Und nach meinem ersten großen Fehler hast du mich gleich verlassen.“

Sie öffnete den obersten Knopf ihrer Jeans, zog langsam den Reißverschluss hinunter und schälte sich aus ihrer Hose. Wenige Sekunden später gesellte sich ihr Hemd zu den Jeans auf dem

Fußboden. So stand sie vor mir, vollkommen nackt, abgesehen von ihrem BH und dem winzigen roten Spitzenhöschen. In dem halbdunklen Raum sah ihre Haut wie Seide aus.

Fuck, fuck, fuck, fuck.

„Ich hatte gerade erst kapiert, dass ich dich liebe, dass ich vielleicht schon eine ganze Weile in dich verliebt gewesen bin, und plötzlich warst du weg.“ Ich sah zu ihr auf, hoffte, dass ich nicht zu weit gegangen war.

Sie rutschte auf meinen Schoß, und mehr als alles andere wollte ich mich befreien und ihre Beine berühren. Stattdessen starrte ich auf die Stelle zwischen ihren Schenkeln, nur wenige Zentimeter von meinem Schwanz entfernt.

„Es tut mir leid“, erwiderte sie leise, und ich schaute überrascht auf. „Ich würde an meinem Verhalten nichts ändern, weil ich getan habe, was ich zu dem Zeitpunkt für das Richtige hielt. Aber ich weiß, dass ich dir wehgetan habe, und ich weiß, dass es nicht fair war, dich einfach auszuschließen.“

Ich nickte, reckte das Kinn, damit sie näher kommen und mich küssen würde. Ihr Mund verschloss meinen, weich und feucht, und ein kleines Seufzen entschlüpfte ihr.

„Danke, dass du heute Morgen gekommen bist“, sagte sie.

„Wärst du zu mir gekommen?“, fragte ich.

„Ja.“

„Wann?“

„Morgen früh. Nachdem ich meine Präsentation hinter mir gehabt hätte. Das hab ich vor einer Woche beschlossen.“

Stöhnend beugte ich mich vor, um sie erneut zu küssen. Sie lehnte sich jedoch zurück, sodass ich ihr Kinn, dann ihren Hals küsste.

„Hast du dich mit irgendjemandem getroffen, während wir getrennt waren?“

Ich hielt inne, starrte sie an. „Was …? Ist die Frage ernst gemeint? Nein.“

Ein Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. „Ich musste das bloß hören.“

„Wenn du dich von irgendeinem Mann auch nur hast anfassen lassen, Chloe, ich schwöre bei Gott, ich …“

„Ganz ruhig.“ Sie presste zwei Fingerspitzen auf meinen Mund. „Das hab ich nicht.“

Ich schloss die Augen, küsste ihre Finger, nickte. Die verletzende Vorstellung verschwand langsam aus meinem Kopf, doch mein Herz schien sich kein Stück zu beruhigen.

Ich spürte ihren Atem in meinem Nacken, kurz bevor sie fragte: „Hast du an mich gedacht?“

„Mehrmals pro Minute.“

„Hast du jemals daran gedacht, mich zu vögeln?“

Mir blieb die Spucke weg. Jedes Wort, das ich kannte, löste sich in nichts auf, und ich bewegte mich ein wenig unter ihr; ich wollte sie so sehr in diesem empfindsamen und offenen und stillen Moment, dass ich befürchtete, die Kontrolle zu verlieren, sobald sie mich von meinen Hosen befreien würde.

„Anfangs nicht“, stieß ich schließlich hervor. „Aber nach ein paar Wochen hab ich es versucht.“

„Versucht, dich zu berühren und dabei an mich zu denken? Als ob deine Hand mich ersetzen würde?“

Ich beobachtete, wie sich ihr Gesichtsausdruck von neugierig zu lüstern wandelte, bevor ich erwiderte: „Ja.“

„Bist du gekommen?“

„Himmel, Chloe.“ Wieso war es so heiß, von ihr auf diese Weise verhört zu werden?

Während sie auf meine Antwort wartete, blinzelte oder bewegte sie sich kein einziges Mal. Sie betrachtete mich unverwandt. „Sag schon.“

Ich konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen. So ein superschlaues, männermordendes Teufelsweib! „Ein paarmal. Was allerdings kein sonderliches Vergnügen war, weil ich dabei immer an dich denken musste. Von daher war es ebenso frustrierend wie erleichternd.“

„Für mich auch“, erklärte sie. „Ich hab dich so sehr vermisst, dass es schmerzte. Auf der Arbeit hab ich dich vermisst.

Zu Hause, in meinem Bett – ich konnte es kaum aushalten. Die einzigen Momente, in denen ich dich aus dem Kopf bekam, waren, wenn ich …“

„… lief“, ergänzte ich leise. „Das sehe ich. Du bist zu dünn geworden.“

Sie hob eine Braue. „Du ebenfalls.“

„Ich hab auch zu viel getrunken“, gestand ich ihr, um sie daran zu erinnern, dass dies hier kein Wettstreit war. Sie musste mir nicht beweisen, dass es ihr besser ergangen war. Obwohl ich mir ziemlich sicher war, dass dem so war. „An den ersten Monat der Trennung hab ich nur verschwommene Erinnerungen.“

„Sara hat mir erzählt, wie du ausgesehen hast. Sie meinte, es wäre nicht fair von mir, dir komplett aus dem Weg zu gehen.“

Ich war erstaunt. Echt? Sara hatte das gesagt? „Du hast getan, was du für nötig gehalten hast.“

Sie lehnte sich zurück, sah an meinem Oberkörper hinab und dann wieder in meine Augen. Fasziniert stellte ich fest, dass sie etwas überrascht wirkte. Vielleicht sogar ein wenig benommen. „Du hast dich von mir fesseln lassen.“

Ich schaute zu ihr auf. „Natürlich hab ich das.“

„Ich war mir nicht sicher, ob du das zulassen würdest. Ich dachte, ich hätte dich ausgetrickst; ich dachte, du könntest Nein sagen.“

„Chloe, seit ich dich das erste Mal gesehen habe, gehöre ich dir. Ich hätte mich schon damals im Konferenzraum von dir fesseln lassen, wenn du mich darum gebeten hättest.“

Ein kleines Lächeln umspielte ihre Mundwinkel. „Ich hätte dich das nicht tun lassen, wenn du mich gefragt hättest.“

„Gut.“ Ich lehnte mich vor, um sie zu küssen. „Du bist schlauer als ich.“

Sie erhob sich, öffnete ihren BH. Er glitt über ihre Arme hinab, fiel auf den Boden. „Ich schätze, das wussten wir beide schon.“

Mein Verlangen nach ihr war mittlerweile wie ein konstanter starker Schmerz. Ich war so hart, dass ich jeden meiner Herzschläge in meinem Schwanz spürte, und außerdem hatte ich den Eindruck, als würden meine Augen von Farben überschwemmt werden: das Rot ihres Höschens und ihrer Lippen, das Braun ihrer Augen, das cremige Elfenbeinweiß ihrer Haut. Mein Körper schrie nach ihrem, flehte danach, in sie aufgenommen zu werden, aber mein Verstand konnte nicht aufhören, jedes einzelne Detail in sich aufzunehmen. „Lass mich dich spüren.“

Sie kehrte zu mir zurück, hob ihren Oberkörper auf die Höhe meines Mundes. Ich nahm einen Nippel zwischen meine Lippen, reizte ihn mit der Zunge. Ohne Vorwarnung richtete sie sich auf und trat zurück, drehte mir den Rücken zu und sah mich mit einem schelmischen Grinsen über die Schulter hinweg an.

„Was tust du da, du kleiner Teufel?“, keuchte ich.

Ihre Daumen hakten sich in dem Bund ihres Spitzenhöschens ein, und sie wackelte mit dem Hintern, als sie es langsam hinunterzog.

Nein, zum Teufel. Nie im Leben.

„Wag es ja nicht“, knurrte ich, befreite ruckartig meine Hände aus dem locker gebundenen Knoten und sprang auf, um über ihr zu thronen, als wäre ich eine Sturmwolke in meinem eigenen Wohnzimmer. „Geh den Flur hinunter und leg dich auf mein Bett. Wenn du auch nur daran denkst, dein Höschen auszuziehen, dann werde ich mir selbst einen runterholen, und du wirst danebenliegen und zusehen, wie ich komme.“

Ihre Augen wurden groß und schwarz, und ohne ein weiteres Wort drehte sie sich um und lief über den Flur in mein Schlafzimmer.

Und mit dieser Erinnerung im Kopf war mein Tag von Amts wegen im Eimer. Jene Nacht war die intimste Nacht meines Lebens gewesen und hatte unsere Beziehung von Lass es uns versuchen zu Mit hundertprozentigem Einsatz dabei katapultiert. Ich würde nie vergessen, wie sie ihre Verletzlichkeit in stumme Befehle verwandelt hatte oder wie sie mir erlaubt hatte, die Rollen in meinem Schlafzimmer wieder umzudrehen, wie ich sie an mein Bett fesseln und an jedem Zentimeter ihres Körpers knabbern durfte.

Als mir klar wurde, dass ich keine Ahnung hatte, wann wir je wieder eine so entspannte Nacht miteinander verbringen würden, stöhnte ich laut auf und griff nach meinem Handy.

Mittagessen? schrieb ich ihr.

Kann nicht, antwortete sie. Meeting mit Douglas von zwölf bis drei. Ich erschieß mich.

Ich schaute auf die Uhr. Es war 11:36. Ich legte mein Handy auf den Schreibtisch und widmete mich wieder dem Artikel, an dem ich für das Journal arbeitete. Heute war ich zu nichts zu gebrauchen, und das wusste ich.

Nach zwei Minuten schnappte ich mir mein Handy und schrieb ihr erneut, wobei ich diesmal unseren geheimen Code verwendete. Batsignal.

Sie antwortete sofort: Bin schon unterwegs.

Die Tür zum Flur öffnete und schloss sich, und ich hörte nebenan das Klackern von Chloes Absätzen. Das Vorzimmer war einmal Chloes gewesen, aber nachdem sie ihren MBA gemacht hatte und zur Ryan Media Group zurückgekehrt war, hatte sie ihr eigenes Büro im Ostflügel bezogen. Das Ergebnis: Das Vorzimmer stand leer. Ich hatte ein paarmal versucht, mit verschiedenen Assistenten zu arbeiten, aber es hatte nie richtig funktioniert: Andrea heulte die ganze Zeit über. Jesse klopfte ständig mit dem Stift auf ihren Schreibtisch, was sich anhörte, als würde ein Specht einen Baum bearbeiten. Bruce konnte nicht tippen.

Leider musste ich mir eingestehen, dass Chloe eine Heilige war – anders konnte man es nicht erklären, dass sie als Einzige mit mir klarkam.

Meine Tür ging auf, und sie kam herein, die Brauen zusammengezogen. Wir benutzten den Geheimcode – das Batsignal, mit dem Batman bei einem Notfall gerufen wurde – vor allem, um uns gegenseitig über dringende Probleme bei der Arbeit zu informieren … und eine Sekunde lang fragte ich mich, ob ich gerade überreagierte.

„Was ist passiert?“, fragte sie und blieb einen Schritt von mir entfernt stehen, die Arme vor der Brust verschränkt. Ich konnte sehen, wie sie sich für einen beruflichen Kampf an meiner Seite wappnete, aber ich wollte einen wesentlich persönlicheren mit ihr ausfechten.

„Nichts Berufliches“, begann ich und kratzte mich am Kinn. „Ich …“

Ich verlor den Faden, starrte stattdessen ihr Gesicht an: ihre Augen, die sie konzentriert zusammenkniff, ihre vollen Lippen, die sie besorgt aufeinanderpresste, ihre weiche Haut. Und natürlich ließ ich meinen Blick zu ihren Brüsten wandern, weil sie sie so zusammenschob und … tja, Scheiße.

„Guckst du etwa auf meine Brüste?“

„Ja.“

„Du schickst mir das Batsignal, damit du meine Titten anglotzen kannst?“

„Beruhig dich, du Rakete. Ich hab dir das Batsignal geschickt, weil ich dich vermisse.“

Sie ließ die Arme sinken und fummelte am Saum ihres Sweaters herum. „Wie kannst du mich vermissen?“, stammelte sie. „Ich bin gestern doch über Nacht geblieben.“

„Ich weiß.“ Diese Seite von ihr kannte ich gut. In Situationen wie diesen schaltete sie immer automatisch in den Selbstschutzmodus.

„Und wir waren das gesamte Wochenende zusammen.“

„Ja, du und ich – und Julia und Scott“, erinnerte ich sie. „Und Henry und Mina. Aber wir waren nie allein. Jedenfalls nicht annähernd so lange, wie wir erwartet hatten.“

Chloe wandte sich ab, sah aus dem Fenster. Das erste Mal seit Wochen schien es ein perfekter, sonniger Tag zu werden. Am liebsten hätte ich sie mir geschnappt, wäre mit ihr rausgegangen, um einfach nur … dazusitzen.

„Ich hab in letzter Zeit das Gefühl, als würde ich dich ununterbrochen vermissen“, murmelte sie.

Der Kloß in meinem Hals löste sich ein bisschen. „Wirklich?“

Nickend drehte sie sich wieder zu mir um. „Deine ständigen Reisetermine nerven gerade echt.“ Sie lehnte sich vor und zog eine Braue hoch. „Und du hast mir heute Morgen keinen Abschiedskuss gegeben.“

„Doch, hab ich“, gab ich lächelnd zurück. „Du hast bloß noch geschlafen.“

„Das zählt nicht.“

„Suchen Sie etwa Streit, Miss Mills?“

Sie zuckte die Achseln, versuchte, ein Lächeln zu unterdrücken, während sie mich aufmerksam musterte.

„Wir könnten den Streit überspringen, und du könntest mir für zehn Minuten oder so einen blasen.“

Sofort kam sie auf mich zu und schlang die Arme um mich, reckte sich, um ihr Gesicht an meinen Hals zu drücken. „Ich liebe dich“, flüsterte sie. „Und ich liebe es, dass du mir das Batsignal geschickt hast, nur weil du mich vermisst.“

Das verschlug mir die Sprache, vermutlich für einen viel zu langen Zeitraum, doch schließlich gelang es mir, zu krächzen: „Ich liebe dich auch.“

Nicht, dass Chloe sich nicht auszudrücken wusste; das tat sie. Wenn wir alleine waren, war sie – körperlich – die ausdrucksstärkste Frau, die ich je kennengelernt hatte. Aber während ich ihr oft sagte, was ich für sie empfand, konnte ich an zwei Händen abzählen, wie viele Male sie tatsächlich „Ich liebe dich“ gesagt hatte. Sie musste es gar nicht häufiger tun, das nicht – aber jedes Mal, wenn sie es tat, berührte es mich viel tiefer als erwartet.

„Mal im Ernst“, meinte ich und bemühte mich, die Kontrolle über mich zurückzuerlangen. „Vielleicht brauch ich bloß einen Quickie auf dem Schreibtisch.“

Lachend schüttelte sie den Kopf und legte eine Hand auf meinen Schwanz. Ich kannte dieses Spiel, und es war absolut möglich, dass sie gleich etwas leicht Bedrohliches tun würde, das mich genauso sehr anmachen wie beängstigen würde. Anstatt mich mit gefährlichem Blick anzusehen, küsste sie jedoch mein Kinn und flüsterte: „Ich kann in diesem Meeting mit Douglas nicht nach Sex riechen.“

„Meinst du nicht, dass du immer nach Sex riechst?“

„Ich rieche nicht immer nach dir“, stellte sie klar und leckte meinen Hals.

„Und ob du das tust!“

Es war lange her, dass wir in meinem Büro rumgemacht hatten, und ich gierte danach, sie zu spüren; ich wollte meine Hose runterreißen und ihr den Rock über die Hüften zerren und dann den ordentlichen Papierstapel auf meinem Tisch ruinieren, indem ich sie darauf nahm.

Barmherzigerweise bewegte sie ihren küssenden Mund abwärts über meinen Körper und ließ sich gemeinsam mit mir auf den Boden sinken, wobei sie ihren Rock leicht anhob, sodass sie vor mir knien konnte.

Aber nein … Kaum war sie auf dem Boden, schob sie ihren Rock noch höher, bis über die Hüften. Mit einer Hand langte sie dann zwischen ihre Beine, mit der anderen machte sie sich eilig an meinem Gürtel und meinem Reißverschluss zu schaffen. Ich schloss die Augen, um wenigstens für einen Moment klar denken zu können, als sie meinen Schwanz auch schon aus der Hose zog und ihn, ohne zu zögern, in den Mund nahm. Ich war bereits fast hart, doch unter ihrer Berührung wuchs meine Erektion sofort. Warm und nass glitten ihre Lippen meinen Schwanz hinunter und wieder hinauf, sodass er noch größer und härter wurde.

Ich fühlte an meinem Bauchnabel, wie sie stoßweise atmete, nahm wahr, wie sie ihren eigenen Körper streichelte, während sie vor mir auf dem Boden kniete.

„Berührst du dich selbst?“

Ihr Kopf veränderte leicht die Position, als sie nickte.

„Warst du schon feucht für mich?“

Sie hielt kurz inne, dann hob sie eine Hand über den Kopf. Ich beugte mich hinunter und nahm zwei Finger in den Mund, saugte daran.

Fuck.

Es war umwerfend, so deutlich zu spüren, wie sehr sie das hier wollte. Ich wusste aus Erfahrung, wie sie schmeckte, bevor sie wirklich bereit für mich war – zum Beispiel, wenn ich sie spätabends besuchte und sie im Schlaf mit meinem Mund verwöhnte –, und ich wusste, wie anders ihr Geschmack war, wenn wir uns seit einer gefühlten Ewigkeit stimuliert hatten. Das auf ihren Fingern war volle Erregung, und mir wurde schwindlig davon. Wie lange hatte sie daran gedacht? Den ganzen Tag? Seit ich sie heute Morgen allein zurückgelassen hatte? Allzu lange ließ mich Chloe ihre Finger allerdings nicht schmecken; sie schob sie schnell wieder an den unsichtbaren Platz zwischen ihren Beinen.

Ich beobachtete, wie ihr Kopf sich bewegte, über meinen Ständer glitt, und versuchte, mich dadurch zu beruhigen. Doch selbst wenn ihr Mund mich auf diese Weise berührte oder ich in ihr war, wollte ich immer mehr. Es war unmöglich, sie gleichzeitig auf jede erdenkliche Weise zu haben, aber das hinderte mich nicht daran, es mir vorzustellen: ein innerer Wirbelsturm aus Stellungen und Tönen, meine Finger in ihrem Haar und auf ihren Hüften, in ihrem Mund und zugleich zwischen ihren Beinen und auf der Rückseite ihrer Oberschenkel.

Als ich meine Hände in ihrem Haar vergrub, wusste sie, dass ich es schneller wollte, und als meine Hüften zu zucken begannen, wusste sie, dass sie mich nicht mehr stimulieren sollte, nicht mal ein kleines bisschen. Zumindest nicht, wenn sie gleich bei einem Meeting erscheinen musste.

Plötzlich fiel mir ein, dass meine Bürotür nicht abgeschlossen war; als Chloe hereingekommen war, hatte sie gedacht, dass wir über Berufliches sprechen würden. Die Tür des Vorzimmers war ebenfalls nicht abgeschlossen.

„Oh, Scheiße“, stöhnte ich, denn irgendwie machte mich die Vorstellung, wir könnten erwischt werden, noch heißer. „Chloe …“ Ohne Vorwarnung strömte der Orgasmus meine Wirbelsäule hinunter, scharf und warm und so intensiv, dass meine Beine erzitterten und meine Hände sich zu Fäusten ballten. Sie bäumte sich auf, während ich sie an mich presste. Ihr Arm zuckte, als sie sich selbst berührte, und die Laute ihrer eigenen Lust drangen gedämpft zu mir.

Als ich hinuntersah, bemerkte ich, dass sie meine Reaktion beobachtete … Natürlich tat sie das. Ihre Augen waren weit aufgerissen, der Blick aber irgendwie auch weich; sie wirkte fasziniert. Mit Sicherheit war ihr Gesichtsausdruck genau der gleiche wie meiner, wenn ich dabei zuschaute, wie sie unter meiner Berührung in tausend Stücke zerbrach.

Als mein Atem sich ein wenig beruhigt hatte, zog ich mich aus ihrem Mund zurück, kniete mich ebenfalls auf den Boden und ergriff ihre Hand, die zwischen ihren Beinen lag. Sie veränderte die Position, ließ mich übernehmen. Ich schob zwei Finger in sie hinein, tief hinein, und sie kippte fast nach hinten, ihr Körper krampfte sich um mich herum zusammen. Mit der anderen Hand stützte ich sie, küsste sie auf die Lippen, die leicht gerötet, leicht geschwollen waren.

„Ich bin wirklich dermaßen kurz davor“, keuchte sie und schlang Halt suchend den freien Arm um meinen Nacken.

„Schön, dass du glaubst, du müsstest mir das sagen.“

Ich wartete darauf, dass meine Berührung zu vertraut auf sie wirken oder sie meiner Technik müde werden würde, aber jedes Mal, wenn sie das Reiben und Drücken meines Daumens gegen ihre Klit spürte, schien es intensiver zu sein als je zuvor.

„Noch mal“, stieß sie angespannt hervor. „Bitte, ich will …“

Sie beendete den Satz nicht. Das brauchte sie auch nicht. Ich drang mit drei Fingern in sie ein und sah zu, wie ihr Kopf nach hinten fiel, wie ihr Mund sich öffnete, und hörte den heiseren Ton ihres Ich-versuche-leise-zu-sein-Orgasmus, der sie durchströmte.

Ein paar Sekunden lang ließ sie zu, dass ich sie in den Armen hielt, den Duft ihres Haars einatmete und so tat, als wären wir irgendwo anders, vielleicht in meinem Wohnzimmer oder in ihrem Schlafzimmer – ganz sicher aber nicht auf dem Fußboden meines nicht abgeschlossenen Büros.

Sie schien sich im selben Moment wie ich daran zu erinnern, zog ihr Höschen hoch und ihren Rock wieder hinunter, bevor sie meine Hand nahm, damit ich ihr aufhelfen konnte. Wie immer war ich erstaunt über die Stille um uns herum und fragte mich, ob wir uns wirklich so unauffällig und raffiniert verhielten, wie wir glaubten.

Noch immer etwas benommen, schaute sie sich um und schenkte mir dann ein träges Grinsen. „Das wird es für mich noch schwerer machen, während des Meetings wach zu bleiben.“

„Tut mir nicht leid“, murmelte ich und küsste ihren Hals.

Als ich mich aufrichtete, drehte sie sich um und ging in mein kleines Bad. Dabei schob sie die Ärmel ihres Sweaters bis zu den Ellbogen hinauf, um sich zu waschen. Ich trat hinter sie, drückte mich an sie und bewegte gemeinsam mit ihr die Hände unterm Wasserstrahl. Seife glitt zwischen unseren Fingern hin und her, und sie lehnte ihren Kopf gegen meine Brust. Am liebsten hätte ich eine ganze Stunde damit verbracht, ihren Geruch von unseren Händen zu waschen, nur um ihr so nahe zu sein.

„Verbringen wir diese Nacht bei dir?“, fragte ich. Es war jedes Mal eine schwere Entscheidung. Mein Bett war die bessere Spielwiese, aber ihre Küche war besser bestückt.

Sie stellte das Wasser ab und trocknete sich mit meinem Handtuch. „Bei dir. Ich muss Wäsche waschen.“

„Bitte behaupte niemals, die Romantik wäre tot.“ Jetzt war ich mit dem Handtuch dran. Ich beugte mich vor, um sie zu küssen. Sie hielt den Mund geschlossen, die Augen offen, und ich lehnte mich etwas zurück.

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