Der Bodyguard und die schöne Sängerin

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Traumjob für Bodyguard Logan: Er darf US-Superstar Candace auf ihrer Australientour begleiten. Doch wie soll er ihren Schutz garantieren, wenn sie ihn gegen seinen Willen magisch anzieht? Bald gerät mehr als nur sein Herz in Gefahr …


  • Erscheinungstag 24.09.2026
  • ISBN / Artikelnummer 9783751547789
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Leseprobe

Soraya Lane

Der Bodyguard und die schöne Sängerin

1. KAPITEL

Logan Murdoch kontrollierte die Menschenmenge, die sich hinter einer provisorischen Absperrung drängte. Nachdem er viele Jahre in Übersee gedient hatte, meist in der Wüste und mit einem fast vierzig Kilo schweren Rucksack auf dem Rücken, hatte er keinen Grund sich zu beklagen, selbst wenn sich die Ankunft seiner Klientin – sie war ein berühmter Superstar – weiter verzögern sollte.

„Halten Sie sich für die Ankunft in fünf Minuten bereit“, vernahm er die Anweisung eines weiteren Sicherheitsbeauftragten über einen unsichtbaren Ohrhörer.

„Roger“, antwortete er.

Logan ging die Reihe der wartenden Fans entlang. Ein paar Polizisten waren ebenfalls im Einsatz und hatten ein Auge auf die Menge; im Notfall stand Logan noch ein Sicherheitsteam auf Abruf zur Verfügung. Er streichelte seinen Hund und befahl ihm, bei Fuß zu bleiben, bevor er sich zum Ankunftsort begab. Sein Hund hatte das gesamte Gelände auf mögliche Sprengstofffallen abgesucht; und nun war es ihre wichtigste Aufgabe, die Klientin sicher vom Auto ins Gebäude zu bringen.

„Das Auto nähert sich. Ich nehme sie in Empfang“, informierte er den Kollegen.

Die tiefschwarze Limousine mit dunkel getönten Scheiben hielt dicht an der Bordsteinkante. Logan trat vor, um die hintere Beifahrertür zu öffnen. Er hatte alle Informationen über seine Klientin gelesen, die er im Internet finden konnte; doch auf ihren persönlichen Anblick war er nicht vorbereitet. Sie war wunderschön oder war es die Starpower, die ihre zierliche Persönlichkeit ausstrahlte?

„Ms. Evans“, sagte er und reichte ihr die Hand, um ihr beim Aussteigen behilflich zu sein. „Bitte folgen Sie mir durch die Vordertür. Geben Sie Autogramme?“

Sie schaute ihn aus blauen, weit aufgerissenen Augen an und schüttelte den Kopf. Logan spürte sofort, dass sie Angst hatte.

„Ja!“, ertönte es barsch aus dem Wageninneren. „Candace, du gibst Autogramme. Los, zier dich nicht so.“

Logan drückte ihre Hand fester, als sie ausstieg und ein wahres Blitzlichtgewitter einsetzte. Er ließ ihre Hand erst los, als sie den Griff lockerte, blieb jedoch dicht hinter ihr, eine Hand schützend auf ihrem Rücken. Wenn sie stehen bleiben wollte, um mit den Fans zu reden, war es ihre Entscheidung, sollte jedoch ein Problem auftreten; dann entschied er, egal, was ihr Manager oder wer auch immer er war, von ihr verlangte.

„Lassen Sie mich nicht allein“, flüsterte sie mit zitternder Stimme.

„Ich bleibe an Ihrer Seite“, erwiderte Logan und trat noch näher an sie heran. Sein Instinkt hatte ihn nicht getrogen.

„Ich habe hier jeden Zentimeter abgesucht, und meinem Hund entgeht nichts.“

Logan nahm ihr unmerkliches Nicken wahr, bevor sie tapfer die Schultern straffte und ihren Fans zuwinkte. Die Blitzlichter der Paparazzi rissen nicht ab, und die Fans, die stundenlang auf sie gewartet hatten, riefen immer wieder ihren Namen. Er hatte daran gezweifelt, dass sie einen Bodyguard brauchte, doch die Angst in ihrer Stimme bewies ihm das Gegenteil.

„Candace!“, rief ein Mädchen. „Candace, ich liebe dich!“

Logan lenkte sie sanft weiter und blieb nur stehen, wenn sie es auch tat. Er bemerkte das leichte Zittern ihrer Hand, als sie mehrere Autogramme gab, bevor sie sich unmerklich in Richtung des Gebäudes wandte. Er verstand den Hinweis.

„Die Autogrammstunde ist vorbei“, verkündete er, als die Menge wieder zu kreischen begann.

Sie steuerten auf den Eingang zu, blieben noch bei einigen Fans kurz stehen, bevor sie im Inneren des Gebäudes verschwanden.

„Wir sind drinnen. Sichern Sie die Ausgänge“, informierte Logan seine Kollegen.

Als sich die Tür hinter ihnen schloss, taumelte Candace gegen die Wand, ihr Gesicht war aschfahl.

„Ms. Evans?“, fragte er besorgt und war im Nu an ihrer Seite.

„Es ist alles in Ordnung. Die ganze Situation hat mich nur überfordert“, murmelte sie und lehnte mit dem Kopf gegen die Wand. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich den Weg vom Auto zum Eingang schaffe.“

Logan ließ die Hundeleine fallen und befahl Ranger, sich nicht von der Stelle zu rühren, bevor er den Raum durchquerte und zwei Gläser Wasser aus einem Wasserspender abfüllte.

„Er tut mir doch nichts, oder?“

Logan warf einen Blick über die Schulter und sah, dass sein Hund mit gespitzten Ohren dasaß und sie nicht aus den Augen ließ.

„Mach Platz“, befahl er und lächelte, als Ranger gehorchte. „Er ist ein großer Softie und gut erzogen. Schlimmstenfalls leckt er Sie ab, wenn ich ihn lasse. Er scheint Sie zu mögen.“

Sie lächelte noch etwas nervös, doch sie schien sich zu entspannen. Er reichte ihr ein Glas Wasser, und vermied es, sie anzustarren. Im wirklichen Leben war sie sehr attraktiv – viel kleiner, als er angenommen hatte, und winzig wie eine Puppe.

„Wovor fürchten Sie sich?“, fragte er. „Ich vermute, es steckt etwas anderes dahinter als die Bombenanschläge, die in letzter Zeit überall passiert sind, die einen erfahrenen Superstar wie Sie in Panik versetzen könnten.“

Candace nickte und nippte an ihrem Glas Wasser, bevor sie es ihm zurückgab.

„Ich habe Drohungen erhalten“, sagte sie. „Zuerst an meine Privatadresse, dann ein Paket an meinen letzten Tourbus und ein weiteres ging an meinen Manager. Am Anfang hat mir das noch nicht viel ausgemacht, doch langsam setzt mir das Ganze zu.“

Verdammt. Er hatte geahnt, dass mehr hinter dieser Geschichte steckte, und dass er als Sicherheitschef nicht richtig informiert worden war, war ein Unding.

Logan ließ sich seine Wut nicht anmerken, er wollte, dass sie ihn für vertrauenswürdig und verlässlich hielt. Es war nicht ihre Schuld, dass er nicht alle Informationen erhalten hatte – er würde seine Wut für die Person aufsparen, die es verdient hatte. Wie vielleicht für seinen Chef oder ihren Manager.

„Ich habe mit Ranger bei fünf Entsendungen in Kriegsgebiete zusammengearbeitet, also wird kein Sprengsatz auch nur ansatzweise in Ihre Nähe kommen“, beruhigte sie Logan. „Sie müssen nur dafür sorgen, dass Ihre Leute mich immer auf dem Laufenden halten. Keine Geheimnisse, keine Lügen.“

Sie schenkte ihm ein zaghaftes Lächeln, das ihr Gesicht erstrahlen ließ. „Bleiben Sie bis zum Auftritt bei mir? Ich gebe vorher noch ein Interview, doch bis dahin bin ich in meiner Garderobe.“

„Ja, Ma’am.“ Nach diesem Lächeln würde er nicht mehr von ihrer Seite weichen.

„Ich kenne noch nicht einmal Ihren Namen“, sagte sie. Sie stieß sich von der Wand ab, als ihre Entourage die Treppe am Ende des Flurs herunterkam, nachdem sie durch einen Seiteneingang in das Gebäude geleitet worden war.

„Logan“, sagte er. „Und das hier ist Ranger.“

„Nennen Sie mich Candace“, sagte sie und schaute ihn dabei unverwandt an. „Wenn Sie für meine Sicherheit verantwortlich sind, dann sollten Sie mich mit meinem Vornamen ansprechen.“

Logan grinste Candace an, nahm Rangers Leine vom Boden auf und folgte ihr mit ein paar Schritten Abstand. Als ihn die australische Armee zu diesem Sicherheitsdienst abkommandiert hatte, war er anfangs nicht sehr glücklich darüber gewesen, doch dieser Job entpuppte sich als viel interessanter, als er erwartet hatte. Candace trat vor ausverkauftem Haus auf und machte mit ihrem Konzert weltweit Reklame für Australien. Ihr Bodyguard zu sein könnte der angenehmste Job in seiner Karriere bei der SAS, einer Spezialeinheit der australischen Armee, werden.

Auf jeden Fall für ihn persönlich. Außerdem war es ein Auftrag, der ihn nicht wie seine letzten Einsätze in seinen Träumen verfolgte.

Zum ersten Mal seit Wochen fiel die Anspannung von Candace ab. Seit sie die Drohbriefe bekam, schlief sie kaum noch und hatte ernsthaft in Betracht gezogen, die letzte Tour ihrer Welttournee abzusagen, doch sie hasste es, ihre Fans zu enttäuschen.

Als Logan sie jedoch an der wartenden Menge vorbei in das Gebäude geführt hatte, war die Angst der letzten Wochen langsam von ihr abgefallen.

Im Laufe der Jahre hatte sie viele Bodyguards engagiert, meist bullige Typen, die mit jeder physischen Bedrohung umgehen konnten. Doch angesichts der Drohbriefe brauchte sie einen Bodyguard, der über andere Kompetenzen verfügte. Sie hatte um den Besten gebeten, und es sah so aus, als hätte sie ihn bekommen.

„Wir übernehmen ab jetzt.“

Candace blickte zu ihrem Manager Billy hinüber. Er wollte immer nur das Beste für sie, oder zumindest hoffte sie das, doch im Moment verspürte sie nicht den Wunsch, seiner Anweisung zu folgen.

„Logan übernimmt“, sagte sie.

Fragende Blicke wurden in ihre Richtung geworfen, und fast hätte sie laut gelacht, als sie Logans strenge Miene sah. Sie bezweifelte, dass er sich so leicht einschüchtern ließ, oder es jemand wagen würde, sich mit ihm anzulegen, erst recht nicht mit dem Furcht einflößenden Hund an seiner Seite.

„Hier entlang“, sagte Candace und zeigte mit dem Kopf in die Richtung der Künstlergarderobe.

Logan lief neben ihr her, sein Hund dicht an seiner Seite. Sie konnte kaum mit ihm Schritt halten, dennoch empfand sie seine Gegenwart als seltsam beruhigend.

„Sind Sie jetzt im privaten Sicherheitsdienst tätig?“, fragte sie und wunderte sich, wie er als Militärsoldat überhaupt diesen Auftrag übernehmen konnte.

Logan grinste. „Würden Sie mir glauben, dass ich immer noch bei der Spezialeinheit bin, die australische Regierung Sie aber unbedingt als Gallionsfigur für ihre neue Tourismuskampagne haben wollte und mich deshalb hierhergeschickt hat, um das Sicherheitsteam zu leiten?“

Candace schüttelte den Kopf und drückte die Tür auf. Logan ging an ihr vorbei, sein Hund machte einen kurzen Zimmercheck.

„Das ist kein Scherz, oder?“

„Nein, doch es stört mich auch nicht. Nach jahrelangen Einsätzen mitten im Nirgendwo ist das eine nette Abwechslung, bevor ich in Rente gehe.“

Candace nahm auf dem Sofa Platz und forderte ihn auf, sich zu setzen. „Worauf haben Sie Appetit? Sushi? Etwas Herzhaftes?“

Er hob eine Augenbraue. „Sie bestellen Mittagessen für uns beide?“

„Äh, ja“, sagte sie und wunderte sich über sein Erstaunen. „Es sei denn, Sie machen etwas anderes um diese Uhrzeit in Australien?“

Logan schüttelte den Kopf und verzog den Mund zu einem schiefen Grinsen. „Wenn Sie mich zum Mittagessen einladen, dann habe ich keine Einwände gegen Ihren Auftritt.“

„Ich habe ein kleines Ritual. Vor jedem Auftritt esse ich japanisch. Sashimi und Misouppe, aber vielleicht hätten Sie gerne noch etwas anderes dazu.“

„Candace, durch meine Militäreinsätze kenne ich nur Armeekost, wenn Sie also Lust auf Sushi haben, dann bin ich dabei.“

„Dann ist ja alles geklärt“, erwiderte sie, griff zum Handy und gab eine große Bestellung auf.

Dann schaute sie Logan an, der zu ihrem Erstaunen ihren Blick erwiderte. Er ließ sich durch den ganzen Starrummel, der um sie veranstaltet wurde, nicht einschüchtern. Sie wusste, dass sie nichts Besonderes war, doch die meisten Männer konnten mit ihrem Ruhm oder ihrem Geld nicht umgehen, Logan dagegen verhielt sich völlig anders. Er starrte sie nur an, als wäre sie … ein ganz normaler Mensch.

„Darf ich Sie etwas fragen?“

Logan zuckte mit den Schultern. „Schießen Sie los.“

„Sie sind seit langer Zeit der erste Mann, der mich wie eine normale Frau und nicht wie eine Berühmtheit behandelt. Liegt das an Ihrer Ausbildung oder sind Sie einfach so?“

Logan lehnte sich zurück und streckte seine langen Beine aus. Er war groß und durchtrainiert und das enge T-Shirt betonte seinen athletischen Oberkörper. Mit ihm hatte sie einen Volltreffer gelandet.

„Sind Sie denn keine normale Frau?“

Candace spürte, wie sie errötete. Es war schon lange her, dass ein Mann diese Reaktion bei ihr hervorgerufen hatte, doch seine Worte klangen wie die logischste Antwort der Welt.

„Natürlich bin ich das“, sagte sie, ohne sich ihre Verlegenheit anmerken zu lassen. „Für die meisten Männer bin ich so etwas wie ein Freak, weil sie mich im Fernsehen oder in Zeitschriften gesehen haben. Selbst die meisten meiner Bodyguards haben sich nie an die Fans oder die Paparazzi gewöhnt.“

„Klingt, als hätten Sie nicht viel Zeit mit echten Männern verbracht“, bemerkte er grinsend. „Oder vielleicht liegt es daran, dass australische Männer sich nicht so leicht einschüchtern lassen. Eine hübsche Dame ist eine hübsche Frau, egal wer sie ist, und am Ende des Tages ist es mir lieber, wenn man mir eine Kamera vor die Nase hält als eine halb automatische Waffe.“

Er hielt sie für hübsch? „Nun, vielleicht sollte ich mehr Zeit in Down Under verbringen. Nennen Sie Australien nicht so?“

„Ja, genau“, erwiderte er amüsiert.

„Bleiben Sie bis zum Konzert?“

„Ist das eine Einladung?“

„Sie bekommen ein VIP-Pass mit Ihrem Namen, falls Sie bleiben möchten. Es beruhigt mich, Sie in meiner Nähe zu haben und zu wissen, dass Sie die Situation unter Kontrolle haben.“

„Kein Problem. Mir wurde noch nie der VIP-Status angeboten, daher ist das eine nette Abwechslung.“

Candace räusperte sich. „Haben Sie eine Partnerin oder eine andere Person, die Sie begleitet?“

„Ja, doch er ist vermutlich nicht so sehr an einer Show interessiert.“

„Oh.“ War er schwul? Damit hatte sie nun wirklich nicht gerechnet und sie konnte nur mühsam ihre Enttäuschung verbergen. „Wenn Sie das sagen, dann …“

Logan schaute sie an, mit einem spöttischen Funkeln im Blick. „Sie haben ihn eigentlich schon kennengelernt.“

Candace war ratlos und fragte sich, warum seine Mundwinkel zuckten. „Ist das so?“

„Ja. Er ist ziemlich groß, hat schöne braune Augen … und starrt Sie gerade an.“

Es dauerte eine halbe Sekunde, bis sie hinüber zu dem Hund sah, der sie anstarrte und freudig mit dem Schwanz auf den Boden schlug, als habe er den Witz vor ihr verstanden.

„Das war nicht lustig“, sagte sie kopfschüttelnd.

„Tut mir leid, ich konnte nicht anders.“

„Also dann nur ein Ausweis?“, fragte sie.

„Ja“, bestätigte er und stand auf, als es an der Tür klopfte. Candace musterte Logan, als er die Essensbox entgegennahm und die Tür mit dem Fuß zuschlug. Er war attraktiv, genau ihr Typ, groß, gut gebaut, kurz geschnittene dunkle Haare und braune Augen. Doch er war streng tabu, nur Gucken war erlaubt, denn sie hielt sich an ihr Versprechen, sich mit keinem Mann einzulassen.

Logan schaute sie an.

„Candace, ich bin nicht beleidigt, wenn Sie Nein sagen, aber haben Sie nach der Show noch etwas vor?“

Warum wollte er das wissen, und warum wirkte er plötzlich so … entschlossen? „Warum fragen Sie?“

Logan räusperte sich. „Ich dachte, Sie hätten vielleicht Lust auf einen Abend in Sydney. Auf etwas Spaß, wenn Sie mit der Arbeit fertig sind.“ Er lachte. „Ich habe monatelang rund um die Uhr gearbeitet, und ich habe das Gefühl, dass Sie auch nicht viel Freizeit haben.“

Candace starrte ihn verblüfft an. „Ich hätte eigentlich nichts dagegen, doch es fällt mir schwer, mich in der Öffentlichkeit zu zeigen.“ Hatte er sie nach einem Date gefragt oder glaubte er, sie auszuführen gehöre zu seinem Job?

Er stellte die Essensbox auf den Tisch zwischen den beiden Sofas, setzte sich ihr gegenüber und schaute sie an. „Sie sind in Australien, nicht in Amerika, und in dem Restaurant, in das ich Sie ausführe, wird man Sie nicht erkennen. Doch ich nehme es Ihnen nicht übel, wenn Sie ablehnen und ich vergesse einfach, dass ich gefragt habe.“

Candace nahm das Essen aus der Verpackung, bevor sie wieder aufblickte und Logans Gesichtsausdruck sah. Er meinte es ernst. Und sie hatte keine Ahnung, was sie ihm antworten sollte.

„Versprechen Sie mir, dass wir ungestört sind?“

„Ich verspreche es“, sagte er. „Sie werden ein normales Mädchen in der Menge sein, kein Superstar.“

„Ich werde darüber nachdenken, doch Ihr Plan hört sich gut an.“ Die Idee klang mehr als verlockend, doch sie wollte ihm nicht zusagen, bevor sie in Ruhe darüber nachgedacht hatte.

„Sagen Sie mir einfach Bescheid, wenn Sie bereit sind“, sagte er. „Doch jetzt müssen Sie mir genau erklären, was ich hier esse.“

Candace redete normalerweise nicht viel vor einer Show, sie versuchte, ihre Stimme zu schonen, doch hier plauderte sie mit einem süßen Typen und dachte darüber nach, mit ihm auszugehen. Vielleicht war Australien genau der richtige Ort, um sich von all den Dingen abzulenken, die sie schon viel zu lange beunruhigten.

Logan versuchte, keine Grimasse zu schneiden, als er unbeholfen die Stäbchen hielt. Er war nicht abgeneigt, neue Dinge auszuprobieren, doch das Essen vor ihm sah nicht gerade einladend aus. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass er sich mit einem guten alten Messer und einer Gabel erheblich wohler fühlte.

„Als Sie japanisch sagten, habe ich an Hühnchen gedacht, das ich im Einkaufszentrum bekomme.“

Candace schenkte ihm wieder dieses strahlende Lächeln, das ihn wünschen ließ, er hätte sie unter anderen Umständen kennengelernt. Obwohl, sie wäre ihm bestimmt nicht über den Weg gelaufen, wenn er nicht beauftragt worden wäre, sie zu beschützen. Sie war ein internationaler Superstar und er war … ein Soldat, der für ein paar Tage Bodyguard spielte. Deshalb hatte er die günstige Gelegenheit genutzt, sie um eine Verabredung zu bitten. Das würde seinen Freunden eine Lehre sein, die ihn ständig damit nervten, dass er schon zu lange allein lebte, doch bei Candace traute er sich aus seiner Komfortzone.

„Ich hätte Ihnen wohl erklären sollen, dass Sashimi roher Fisch ist, hm?“

Logan zog die Augenbrauen hoch, hantierte mit den Stäbchen und versuchte, ihre Bewegungen zu imitieren. Sie tunkte bereits ihr erstes Stück in die Sojasoße und steckte es sich in den Mund.

„Dann wollen wir mal“, murmelte er und beugte sich über den Tisch, um nicht zu kleckern, die andere Hand hielt er zur Sicherheit unter die Stäbchen.

„Wie schmeckt es Ihnen?“, fragte sie.

Er schluckte. „Ehrlich gesagt, ist es mir noch nie in den Sinn gekommen, rohen Fisch zu essen, doch er schmeckt nicht schlecht.“

„Ich habe eine Sorte mit einer gegarten Garnele obendrauf. Probieren Sie mal“, sagte Candace, öffnete eine weitere Box und schob sie zu ihm hinüber.

Logan schüttelte den Kopf. „Ich kann nicht Stunden vor Ihrem großen Konzert Ihr Lieblingsessen essen. Ich bin Ihr Bodyguard und kein Gast.“

Sie rollte mit den Augen. „Wenn wir das alles aufessen, kann ich noch mehr bestellen, also essen Sie einfach alles, was Sie wollen, okay?“

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