Romana Extra Band 147

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KÜSS MICH, MI AMOR von EMILY LARK

Emma sollte dem feurigen Spanier Miguel de la Cueva besser widerstehen! Schließlich will der Großgrundbesitzer ihr geplantes Wellness-Resort an der Costa de la Luz verhindern. Nur warum lädt er sie dann auf seine Luxusjacht ein und überrascht sie mit zärtlichen Küssen?

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  • Erscheinungstag 08.06.2024
  • Bandnummer 147
  • ISBN / Artikelnummer 9783751523875
  • Seitenanzahl 400
  • E-Book Format ePub
  • E-Book sofort lieferbar

Leseprobe

Emily Lark, Alison Roberts, Suzanne Merchant

ROMANA EXTRA BAND 147

1. KAPITEL

„Ihren Ausweis, bitte!“ Der Zollbeamte hinter dem Sicherheitsglas sah sie auffordernd an, und Emma zog ihren Pass aus der Bordtasche. In Gedanken war sie bereits bei der Aufgabe, die sie in den nächsten Tagen erwartete. Drei Tage. Mehr Zeit blieb ihr nicht, um zu beweisen, dass sie die richtige Frau für diesen Job war.

Sie fächelte sich mit einer Duty-Free-Werbebroschüre Luft zu und beobachtete die Reisenden, die sich durch die überfüllte Ankunftshalle von Jerez de la Frontera auf den Schalter zuschoben. Ein Nadelöhr, das jeder Fluggast überwinden musste, bevor er in die Sonne Andalusiens treten durfte. Um sie herum herrschte eine gelöste Stimmung, und es duftete nach Sonnencreme und Urlaub. Schade nur, dass sie aus einem ganz anderen Grund hier war.

„Te deseo una estancia agradable, guapa.“ Der Beamte war mit dem Prüfen der Dokumente fertig und warf ihr über den Tresen hinweg ein verschmitztes Lächeln zu.

Mit einem knappen „Gracias“ nahm Emma die Papiere entgegen und überging dabei geflissentlich, dass er sie mit „Schöne“ betitelt hatte. Und das bedeutungsschwangere Grinsen, mit dem er ihr soeben einen angenehmen Aufenthalt gewünscht hatte. Für einen Flirt war sie ganz sicher nicht nach Andalusien gekommen.

Der Weg zum Kofferband war nicht weit, doch die wenigen Schritte genügten, um Emma noch mehr ins Schwitzen zu bringen. Seit sie bei Paradise Inc. arbeitete, einem renommierten Anbieter für ausländische Luxusimmobilien, spielten sich ihre Tage in einem klimatisierten Londoner Büro ab. Sie hatte dort einen Dreißig-Stunden-Vertrag unterschrieben, sobald Mathew alt genug gewesen war, einen Kindergarten zu besuchen. Das war nun über zwei Jahre her, und obwohl ihr Ex Oliver, der gleichzeitig ihr Boss war, sehr wohl wusste, dass ihr gemeinsamer Sohn sehnsüchtig in der Nachmittagsbetreuung auf sie wartete, verbrachte sie meist mehr Zeit bei der Arbeit, als ihr lieb war. Der Fairness halber musste sie zugeben, dass ein Spielplatzbesuch mehr nicht geholfen hätte, sie auf das heiße spanische Klima vorzubereiten, das mit dem Londoner Regenwetter nur wenig gemein hatte.

Emma dachte an den wolkenverhangenen, grauen Himmel, in den das Flugzeug an diesem Morgen abgehoben hatte, und mit einem Mal freute sie sich auf ihren unverhofften Kurzaufenthalt im Süden. Zumal sie sich um Mathew keine Sorgen machen musste – ihre Nachbarin Maria kümmerte sich wie immer liebevoll um ihn. Die ältere Dame sprang immer dann ein, wenn Emma es nicht rechtzeitig nach Hause schaffte.

Die Male, die Oliver für seinen Sohn da gewesen war, konnte sie an einer Hand abzählen. Seit sie sich kurz nach der Geburt getrennt hatten, glänzte er mit Abwesenheit und überließ ihr die Kindererziehung. Ein paar Tage Abstand zu ihm und den ständigen Streitigkeiten würden ihr guttun. Doch während ein Teil von ihr Oliver am liebsten niemals wiedergesehen hätte, hoffte ein anderer immer noch darauf, den Traum von einer harmonischen Familie eines Tages verwirklichen zu können. Und dazu gehörte nun mal der Vater ihres Kindes, ob er es verdient hatte oder nicht.

Emma seufzte, schnappte sich ihren Koffer, ein eigenwilliges Exemplar mit Prinzessin-Lillifee-Motiv, das mühelos aus dem Meer der anderen Gepäckstücke hervorstach, und ging in Richtung Ausgang. Mit einem leisen Quietschen glitt die Schiebetür zurück, und heiße Luft schlug ihr entgegen, als ob sie die Backofentür geöffnet hätte. Doch statt nach Fertigpizza duftete es hier nach Pinien – dem unvergleichlichen, würzigen Geruch des Südens. Emma schloss die Lider und reckte ihr Gesicht der Sonne entgegen – jedoch nur ganz kurz, denn der tiefgelbe Ball hatte bereits um zehn Uhr morgens erstaunlich viel Kraft –, ehe sie die Augen wieder öffnete und sich umsah.

Urlauber eilten an ihr vorbei und strebten auf die bereitstehenden Busse zu, vor denen Reiseleiter Schilder mit reizvollen Hotelnamen wie Las Palmeras und Barrosa Garden schwenkten. Eine freudig knisternde Stimmung schwebte über allem, die sie mitzureißen drohte. Doch gleichzeitig wusste Emma, dass sie für Ferienaktivitäten keinesfalls Zeit haben würde.

Ungeduldig ließ sie den Blick über den Parkplatz gleiten, entdeckte aber niemanden, der sie erwartete. Natürlich nicht. Es wäre zu schön gewesen, wenn Oliver einmal etwas Nettes für sie getan und einen Fahrer zum Hotel organisiert hätte. Ginge es nach ihm, hätte sie den Posten als Projektleiterin niemals bekommen. Doch als ihr Abteilungsleiter vor drei Monaten in den Ruhestand gegangen war, hatte dieser ausgerechnet sie als seine Nachfolgerin empfohlen. Denn obwohl ihre Leidenschaft nie einem Job mit Verträgen und Zahlen gegolten hatte, war sie gut in dem, was sie tat. Dankbar dafür, die Stelle überhaupt erhalten zu haben. Ihr Geld mit einer brotlosen Kunst wie der Malerei zu verdienen, also dem, wofür sie eigentlich brannte, war als achtundzwanzigjährige alleinstehende Mutter nicht nur unrealistisch, sondern regelrecht unverantwortlich.

Oliver jedoch war über ihre Beförderung alles andere als begeistert gewesen. Er hatte sie zwar damals eingestellt, als sie nach Mathews Geburt keinen anderen Job fand – immerhin hatte sie ihr Wirtschaftsstudium erfolgreich absolviert. Aber die Arbeit in einer gehobenen Position traute er ihr nicht wirklich zu. Das hatte er ihr mehr als einmal zu verstehen gegeben. Wahrscheinlich hatte er sie nur befördert, um sein schlechtes Gewissen zu beruhigen. Denn statt sich um sie und seinen neugeborenen Sohn zu kümmern, betrog er sie bereits mit einer anderen Frau. Eine Eskapade, die sich der begehrte Junggeselle problemlos hatte leisten können, während sie als Verliererin aus der Geschichte herausgegangen war.

Emma blinzelte, um die Erinnerungen an Oliver zu vertreiben, der sich bis heute hartnäckig in ihre Gedanken stahl. Unweit von der Ankunftshalle entfernt befand sich der Taxistand. Nur ein einziges Auto parkte davor, ein schneeweißer Maserati, noch dazu tiefergelegt, mit mehr Pferdestärken ausgestattet, als es für ein Taxi üblich war. Ein Mann, sie schätzte ihn auf Mitte dreißig, lehnte an der Tür und sprach mit schnellen, abgehackten Worten in sein Handy. Er trug eine dunkle Stoffhose, ein weißes Hemd, die Ärmel lässig hochgekrempelt, dazu eine Sonnenbrille – eindeutig ein Daniel-Craig-Verschnitt. Und verdammt … er sah unglaublich gut aus. Sein tiefschwarzes, welliges Haar glänzte in der Sonne, die Kleidung betonte perfekt seine muskulöse Statur. Was für ein Mann!

Unschlüssig schaute sich Emma um, entdeckte aber weit und breit kein anderes Taxi, das sie zum Hotel bringen könnte. Dann musste eben dieser Schönling herhalten, bei dessen Anblick jede andere Frau in Verzückung geraten wäre. Ihr aber entlockte die Vorstellung, zu ihm ins Auto zu steigen, nur ein genervtes Schnauben. Seit der Pleite mit ihrem Ex hatte sie sich vorgenommen, dieser Art von Männern aus dem Weg zu gehen, die nichts als Ärger bedeuteten und Frauen als ihr persönliches Spielzeug betrachteten.

Allerdings hatte sie in weniger als zwei Stunden einen Termin mit dem Bürgermeister von Trebujena. Und wenn sie sich noch frisch machen und umziehen wollte, musste sie dringend aufbrechen. Oder sie würde unweigerlich zu spät kommen.

Sie atmete noch einmal tief durch und setzte sich dann entschlossen in Bewegung. Doch der Fremde beachtete sie nicht weiter und telefonierte ungebremst. Die Sätze kamen im Stakkato aus seinem Mund geschossen, und sie konnte kein Wort verstehen.

„Sind Sie noch frei?“, fragte sie ihn in ihrem schönsten Schulspanisch, das sie im Flieger erst mit einer App aufgefrischt hatte, und sah ihn auffordernd an.

Fast unwillig hob er eine Augenbraue, ehe er das Gespräch beendete und das Handy in die Gesäßtasche seiner Hose gleiten ließ. Statt ihr das Gepäck abzunehmen oder wenigstens ihre Frage zu beantworten, lehnte er sich mit verschränkten Armen zurück und sah sie amüsiert an. „Frei? Kommt darauf an, wofür.“

„Äh, für eine Fahrt?“ Sie konnte sich gerade eben davon abhalten, genervt die Augen zu verdrehen. Was für ein dummer Spruch. Das war mal wieder typisch für Typen wie ihn.

Als er nichts weiter entgegnete und sie nur unverwandt ansah, räusperte sie sich. „Hören Sie, ich bin bereits seit drei Uhr morgens auf den Beinen. Ist es möglich, dass Sie mich nach Trebujena bringen? Ich habe im Palm Beach einen wichtigen Termin und kann mir keine weiteren Verzögerungen erlauben.“

„Trebujena?“

„Ja, oder liegt das nicht auf Ihrer Strecke? Ich würde ja gern einen Ihrer Kollegen fragen, aber wie Sie sehen …“, sie machte eine ausschweifende Handbewegung, „ist kein anderes Taxi da. Außerdem habe ich es eilig. Wenn Sie also nichts dagegen haben …?“

Er war ihrer Geste mit dem Blick gefolgt. Nun nickte er und musterte sie ausgiebig. Ein Lächeln umspielte seine Lippen, und in seinen Augen lag ein Glitzern, das herausfordernd und anziehend zugleich wirkte. Ein Kribbeln meldete sich in Emmas Magen, und sie fragte sich, wann sie das letzte Mal so etwas gefühlt hatte. Noch vor Oliver, da war sie sich sicher. Die Beziehung zu ihm war zwar folgenschwer ausgegangen, aber nie so unbeschwert gewesen, wie sie die erste Verliebtheit aus ihrer Jugendzeit in Erinnerung hatte.

Gleichzeitig schalteten alle Alarmsignale in ihrem Körper auf Rot, und eine innere Stimme flehte sie an, auf keinen Fall zu diesem Mann ins Auto zu steigen, um ihre guten Vorsätze nicht in Gefahr zu bringen. Sie war hier, um einen Job zu erledigen.

Aber blieb ihr überhaupt eine andere Chance? Wenn sie ihre Aufgabe zufriedenstellend ausführen wollte, musste sie die Verantwortlichen in Trebujena von dem Projekt überzeugen. Ihnen klarmachen, dass Paradise Inc. der richtige Investor für die Region war. Dies war das erste Bauvorhaben, das sie allein betreute. Die alles entscheidende Aufgabe, von deren Erfolg abhing, ob Oliver sie als Kollegin respektieren würde. Und eines Tages vielleicht sogar als ebenbürtige Partnerin. Denn obwohl sie ihn manchmal am liebsten in die Wüste geschickt hätte, nörgelte eine kleine, fiese Stimme in ihrem Kopf, ihm doch noch eine Chance zu geben. So wie ihre Eltern ihr früher ein liebevolles Zuhause geboten hatten, ehe der furchtbare Unfall ihren Vater und ihre Mutter viel zu früh aus dem Leben gerissen hatte, wollte sie ihrem Sohn ein Heim schaffen. Selbst wenn das bedeutete, in Zukunft doppelt so viel wie ihre kinderlosen männlichen Kollegen zu leisten. Emma hatte sich geschworen, ihm zu beweisen, dass sie die richtige Besetzung war. In allen Belangen. Das war sie ihrem Sohn Mathew schuldig.

Sie bemühte ein Lächeln auf ihr Gesicht und sah den Fahrer an. „Bitte! Es ist wirklich sehr wichtig. Und ich bezahle Sie auch gut!“

Sein Blick ruhte unbeeindruckt auf ihr. Schließlich nickte er und machte eine einladende Handbewegung. „Gut. Warum eigentlich nicht? Wie der Zufall es will, wollte ich ohnehin in dieselbe Richtung. Trebujena liegt quasi auf meinem Weg. Wenn Sie also einsteigen möchten, meinetwegen …“

Emma zog eine Augenbraue hoch. „Sie haben ja eine lustige Art, Kunden willkommen zu heißen. Machen Sie das immer so?“

„Nur bei ganz besonderen Fahrgästen.“ Er nahm ihr den Koffer ab und deutete mit einem breiten Grinsen auf das Prinzessin-Lillifee-Emblem. „Vor allem solchen mit einem so exquisiten Geschmack wie Ihrem.“

Emmas Wangen glühten, doch bevor sie zu einer Erklärung ansetzen konnte, verstaute er ihr Gepäck im Kofferraum und öffnete dann die Beifahrertür. Nanu, saßen Fahrgäste für gewöhnlich nicht hinten im Taxi?

Sie zögerte, aber als er eine galante Verbeugung andeutete, schob sie ihre Bedenken beiseite und ließ sich auf den Ledersitz gleiten.

Kurze Zeit später bereute sie die Entscheidung bereits. Ihr Fahrer saß so dicht neben ihr, dass sie die Wärme seiner rechten Hand direkt neben sich spürte. Jedes Mal, wenn er in einen anderen Gang schaltete, und das kam auf den ersten Kilometern häufig vor, streiften seine Finger beinahe ihr Knie. Dabei stieg ihr sein teures Aftershave in die Nase, eine herbe Mischung aus Moschus, Bergamotte und Patchouli, die ihren Herzschlag automatisch beschleunigte. Worauf hatte sie sich da nur eingelassen?

Ein Blick aufs Armaturenbrett erlaubte ihr keinerlei Rückschlüsse auf das Taxiunternehmen, bei dem er angestellt war, und sie entdeckte weder Tachometer noch Funkgerät. Mit steigender Nervosität klammerte sie sich an den Haltegriff der Tür, doch sein Fahrstil ließ wider Erwarten nicht zu wünschen übrig, im Gegenteil. Ruhig und souverän lenkte er den Wagen durch die Straßen von Jerez de la Frontera, und bald fiel die Anspannung von ihr ab. Er wirkte nicht wie ein typischer Taxifahrer. Gefährlich schien er jedoch auch nicht zu sein. Jedenfalls kam er ihr nicht wie ein Entführer vor.

„¿No es así? Sie sind Engländerin, oder?“, richtete er das Wort mit seiner tiefen, wohlklingenden Stimme an sie.

„Ja, ich komme aus London. Aus einem kleinen Vorort, südöstlich der Themse, um genau zu sein.“

„Ah, interessant. Ich habe ein Auslandssemester in London verbracht.“

„Oh.“ Überrascht sah sie ihn an. „Hat es Ihnen gefallen?“

„Nun, das Wetter war … gewöhnungsbedürftig.“

Sie lachte auf. „Ja, das kann ich mir vorstellen. Englands Hauptstadt ist leider nicht nur für ihre Kirchen bekannt. Und wenn es erst mal regnet …“

„Nein, nein, das meine ich nicht. Es war heiß. Viel zu heiß für die Jahreszeit, weshalb ich meine Öljacke nicht anziehen konnte, die ich mir extra gekauft hatte.“ Er grinste sie breit an. „Und Sie? Sagen Sie bloß, Sie sind wegen der Sonne hier?“

„Hm, nicht ganz. Obwohl das spanische Klima natürlich verführerisch ist.“ Sie biss sich auf die Lippe und bemühte sich um einen unverfänglichen Gesichtsausdruck, der ihr nicht recht gelingen wollte. Vor allem weil sie spürte, wie sein Blick sie kurz streifte, ehe er wieder auf die Fahrbahn sah. „Ich interessiere mich für die Hotels an der Küste“, fuhr sie fort, um das Gespräch in Gang zu halten. Und mehr von dem geheimnisvollen Mann zu erfahren, der sie auf eine beunruhigende Art faszinierte. Sie räusperte sich. „Es soll einige Gebäude in ökologischer Bauweise geben. Die wollte ich mir genauer ansehen.“

Wieder warf er ihr einen schnellen Seitenblick zu, teils belustigt, teils abschätzig. „Und Sie meinen, das macht Sinn?“

„Wie bitte?“ Sie runzelte die Stirn. „Aber natürlich! Ökotourismus ist gefragt wie nie zuvor. Die Leute lecken sich nach dieser Art von Angeboten die Finger. Ich habe Statistiken gesehen, wonach …“

„Also, wenn Sie mich fragen, wird der Trend schnell wieder abflachen“, unterbrach er sie schroff. „Immerhin werden die Hotelbauten in sensiblen Arealen errichtet. Es ist schwierig, die behördlichen Genehmigungen dafür zu bekommen. Nicht selten läuft so ein Projekt in die falsche Richtung. Erst kürzlich musste ein Hotelkomplex komplett abgerissen werden. Eine unnötige Verschwendung von Ressourcen.“

Emma sah ihn neugierig an. „Ach ja? Erzählen Sie mir mehr! Etwa ein Hotelkomplex an der Costa de la Luz?“

Doch ihr Taxifahrer schien genug gesagt zu haben. Regelrecht düster starrte er jetzt vor sich hin, und Emma fragte sich, ob sie ihn verärgert hatte. Und wenn ja, womit. Eine Weile wartete sie ab, doch als keine weitere Antwort von ihm kam, zuckte sie mit den Schultern und sah aus dem Fenster. Pinien und die für den Süden Spaniens so typischen Häuser in hellen Farben zogen an ihnen vorbei. In den Gärten blühten Strelitzien, und zwischen den sandigen Fugen der Steinmauern entdeckte Emma die lilafarbenen Blüten der Mittagsblume. Doch so schön der Anblick der üppigen Natur auch war, die kleine Auseinandersetzung hatte alles mit einem dunklen Schatten überzogen, und das anhaltende Schweigen machte es nicht besser.

Sie lehnte sich zurück und dachte erneut an das Prestigeobjekt, das Oliver hier errichten wollte. Achtzig Prozent des Baulandes hatten sie bereits in der Tasche. Ein idyllisches Fleckchen Erde, das in Zukunft gut betuchten Touristen Raum für Erholung bieten sollte, noch dazu auf ökologischer Basis. Etwas Schlechtes konnte sie beim besten Willen nicht daran erkennen. Fehlte nur noch die Einwilligung eines einzigen Großgrundbesitzers, dann konnte der Bau starten. Doch ausgerechnet dieser Mann schien besonders stur zu sein, und sie hoffte, ihn schnell umstimmen zu können. Um das Gesamtprojekt nicht zu gefährden, musste er verkaufen. Eine andere Möglichkeit gab es nicht. Das war der Grund, weshalb sie hier war. Eine Chance, die sie auf keinen Fall vermasseln durfte.

Auch der Rest der Fahrt verlief schweigsam. Es dauerte nicht lange, bis das Hotel vor ihnen auftauchte, ein imposantes Vier-Sterne-Haus mit gläsernem Eingang und üppigem Palmengarten. Emma vergewisserte sich zweimal, dass es sich um das richtige Hotel handelte, doch die Leuchtbuchstaben verkündeten unmissverständlich den Namen. Palm Beach. Hier also durfte sie in den kommenden Tagen wohnen.

Doch statt Freude stieg Enttäuschung in ihr auf, als ihr Fahrer den Sportschlitten kommentarlos auf den Seitenstreifen steuerte und den Motor abstellte. Wieso nur hatte sich das Gespräch in diese Richtung entwickelt? Sie hatte ihn weder verärgern noch vergraulen wollen, sondern hätte viel lieber mehr von dem Mann erfahren, der durchaus ihr Interesse geweckt hatte. Der Gedanke nagte mehr an ihr, als sie es zugeben wollte, und sie bemühte sich um ein freundliches Lächeln. Doch er beachtete sie nicht weiter, saß zurückgelehnt auf seinem Sitz, die Augen hinter der Sonnenbrille versteckt, als wollte er verhindern, zu viel von sich preiszugeben.

Schnell zog Emma ihr Portemonnaie aus der Handtasche hervor. „Was schulde ich Ihnen?“

„Wie sieht es mit einem Mittagessen aus?“ Ohne ihre Antwort abzuwarten, war er aus dem Wagen gesprungen. Er umrundete den Maserati und öffnete ihr die Tür.

Emma starrte ihn an, von seinem erneuten Sinneswandel verwirrt. Hatte sie sich den schweigsamen Mann von eben nur eingebildet? Oder erlaubte er sich auf ihre Kosten einen schlechten Scherz?

„Hören Sie, ich denke nicht, dass …“, begann sie zögernd, doch er winkte mit einem unbekümmerten Lachen ab.

„Keine Angst, sehen Sie die Fahrt einfach als Begrüßungsgeschenk meinerseits an. Ich musste ohnehin in die Richtung fahren und habe mich über Ihre charmante Begleitung gefreut.“

„Aber ich kann doch nicht einfach …“

„Sie können nicht nur, Sie müssen sogar.“ Er zwinkerte ihr zu, reichte ihr den Koffer und machte Anstalten, wieder einzusteigen. Als er die Fahrertür erreicht hatte, drehte er sich noch einmal um. „Und wer weiß? Vielleicht haben Sie eines Tages ja die Möglichkeit, sich bei mir zu revanchieren. Wie heißt es doch so schön: Man sieht sich immer zweimal im Leben.“

„Aber ich habe doch noch nicht einmal Ihre Nummer!“, rief Emma ihm hinterher.

Doch da war er bereits eingestiegen. Der Motor heulte auf, und mit quietschenden Reifen schoss das Auto davon, bis von dem attraktiven Spanier nur noch eine Staubwolke zu sehen war.

2. KAPITEL

Kies knirschte unter den Reifen des Sportwagens und spritzte in alle Richtungen, als Miguel seinen Wagen auf der Einfahrt der Hacienda zum Stehen brachte. Was für ein Tag, dabei war es gerade erst Mittag! Er atmete tief durch und sah an der Fassade des historischen Landguts hinauf, das sich schon seit Jahrzehnten im Familienbesitz befand. Ein architektonisch reizvolles Gebäude, doch für seine Schönheit hatte Miguel derzeit keinen Sinn. Er war in Gedanken noch immer bei der jungen Frau, die ihn die Strecke vom Flughafen aus begleitet hatte. Eine merkwürdige Unruhe hielt ihn gefangen. Eine lodernde Energie, die er weder unterdrücken noch greifen konnte.

Ob es damit zusammenhing, dass die Frau von Luxushotels auf spanischem Grund und Boden gesprochen hatte? Damit hatte sie unwissentlich einen wunden Punkt bei ihm getroffen. Er konnte Touristen nicht ausstehen, die sich nach außen umweltbewusst gaben, aber mit Naturschutz nicht viel am Hut hatten. Seit Carmelia, seine Ex-Frau, einen Teil seines Lands verkauft hatte und er sich mit Großinvestoren herumplagen musste, löste das Thema eine hilflose Wut in ihm aus. Sahen die Menschen nicht, wie kostbar die unbesiedelten Strände waren? Welche Vielfalt an Lebewesen hier ihren Lebensraum hatte, die Großprojekten wie diesem zwangsläufig zum Opfer fallen würden? Stattdessen drohten sie durch ihre Profitgier alles zu zerstören.

Dennoch verband er mehr mit dem Gedanken an die junge Frau. Viel zu lebhaft sah er sie vor sich, als hätte sich ihr Anblick in sein Gedächtnis gebrannt, die ebenmäßigen, zarten Gesichtszüge, die zarte Nase und ihre Augen, deren Farbe ihn an flüssiges Karamell erinnerte. Sie schien voller Gegensätze zu sein. Eine Frau, die ihn mehr faszinierte, als er es sich eingestehen wollte.

Nach der Trennung von Carmelia hatte er sich geschworen, nie wieder den gleichen Fehler zu machen und leichtfertig sein Herz zu verschenken. Er war kein Kind von Traurigkeit und wechselnden Affären gegenüber nicht abgeneigt. Solange er die Kontrolle über sein Herz behielt, hatte sich dieser Weg für ihn bewährt, zumindest war dies die einfachste Lösung. Auf diese Weise konnte er bestimmen, wie weit er ging, und den Frauen klarmachen, dass er keine feste Bindung anstrebte. Doch sobald er an die Frau in seinem Auto dachte, drifteten seine Gedanken in eine Richtung ab, die ihm gefährlich werden konnte. Dabei wusste er nichts über sie. Außer, dass sie nach Trebujena gekommen war. Ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, als ein ausländisches Unternehmen seine gierigen Tentakel nach seinem Land ausgestreckt hatte. Ob es zwischen dem Hoteldeal und der interessanten Dame einen Zusammenhang gab? Ob er sich nach ihr und dem Vorhaben erkundigen sollte?

Miguel fuhr sich mit beiden Händen durch die Haare und stieß ein frustriertes Knurren aus. Immer zwei Stufen auf einmal nehmend, lief er die Treppe zum massiven Eingangsportal hoch, ließ die Tür hinter sich ins Schloss fallen und durchquerte mit schnellen Schritten den Flur, der mit kostbaren Teppichen ausgelegt war. Er hielt erst an, als er die Kassettentür aus Eichenholz erreicht hatte, hinter der sich die Bibliothek befand. Um diese Zeit war sein Vater stets hier anzutreffen. Genaug enommen verbrachte der Patron des Hauses fast den ganzen Tag an seinem Schreibtisch inmitten der Privatbibliothek. Wenn er nicht schlief, dann arbeitete er, mit einem Glas Sherry in der Hand, wie es sich für das Familienoberhaupt eines Spirituosenunternehmens gehörte.

Seit Miguel sich erinnern konnte, lenkte er von diesem Zimmer aus die Geschicke der Firma, schloss hinter Papierstapeln und Ordnern verschanzt die Verträge ab, die bis zum heutigen Tag allesamt seine Unterschrift trugen. Obwohl er Miguel längst mehr Verantwortung übertragen wollte.

Andererseits hätte das Unternehmen ohne ihn nicht die führende Position im Sherryhandel erreicht, die es nun innehatte, dessen war sich Miguel bewusst. Erst die eiserne Hand und unternehmerische Weitsicht von Pedro de la Cueva hatten die Firma groß gemacht und die Konkurrenz hinter sich gelassen. Doch seine stetige Arbeit hatte auch dazu geführt, dass sie sich fremd geblieben waren. Bis heute redeten Vater und Sohn nur das Nötigste. Und wenn es sich vermeiden ließ, lieber gar nicht.

So enthusiastisch Miguel eben noch gewesen war, der Gedanke an seinen Vater hatte Ernüchterung in ihm aufsteigen lassen. Er atmete einmal tief durch und legte dann die Hand auf den Türgriff.

Pedro de la Cueva stand am Fenster und schaute nach draußen. Obwohl er das leise Klicken der Tür gehört haben musste – denn den aufmerksamen Ohren seines Vaters entging für gewöhnlich nichts –, drehte er ihm demonstrativ den Rücken zu. Alles an ihm drückte Ablehnung aus, jeder Muskel war angespannt, selbst der Kiefer, den Miguel nur im Profil sehen konnte, war verkrampft.

„Buenas tardes, Papá“, grüßte er betont fröhlich. „Ich wollte etwas mit dir besprechen, das ich …“

„Kommst du auch noch mal?“, unterbrach der alte Herr ihn mit schneidender Stimme. Langsam drehte sich sein Vater um, wie vorhergesagt mit einem fast vollständig geleerten Sherry-Glas in der Hand. Doch falls Miguel auf gute Laune oder zumindest einen zeitweiligen Waffenstillstand gehofft hatte, wurde er enttäuscht. Die dunklen Augen seines Vaters funkelten ihn vorwurfsvoll an, und die Luft im Raum wirkte stickig und drückend.

Miguel durchmaß die Bibliothek mit wenigen Schritten und stieß die Flügeltür in den Garten auf. Ein weitläufiger Palmengarten, den seine Mutter im inneren Kreis der Hacienda angelegt hatte, rundherum von hohen Mauern umgeben, geschützt vor neugierigen Blicken, aber auch der Hitze, die draußen bleiben musste.

Sobald frische Luft in den Raum strömte, atmete Miguel erleichtert auf und warf einen sehnsüchtigen Blick zu den stattlichen Bäumen, deren ausladende Zweige Schatten spendeten. Wie gern hätte er sich auf eine der Bänke gesetzt und nichts weiter getan, als dem Zwitschern der Vögel zu lauschen. Doch das Gespräch mit seinem Vater war unaufschiebbar. Je eher er es hinter sich brachte, umso besser.

Er drehte sich wieder um und öffnete schon den Mund, aber sein Vater kam ihm zuvor: „Dir ist deine Aufgabe in unserem Unternehmen bewusst?“

„Ja, natürlich. Und ich bin dir auch dankbar, dass du mir den Posten gegeben hast. Es ist nur …“

„Und wie erklärst du dir dann, dass du heute mal wieder nicht im Büro warst? José hat mich angerufen. Ihr hattet einen Termin. Aber das ist anscheinend nicht so wichtig wie das, was du sonst den lieben langen Tag so treibst.“

Miguel schloss für einen Moment die Augen. Den Termin mit dem neuen Vorarbeiter hatte er tatsächlich vollkommen vergessen. So ein Mist!

„Wärst du so freundlich, mir zu sagen, wo du den ganzen Tag gesteckt hast?“ Sein Vater war kurz davor, die Beherrschung zu verlieren. Eine Ader pochte an seiner Schläfe, und sein Gesicht war puterrot angelaufen.

„Am Flughafen“, sagte Miguel schnell. „Du weißt doch, Carlos muss heute für uns diese Angelegenheit in Madrid klären. Ich habe ihn zum Terminal gebracht …“

„Bist du immer noch mit dieser Sache beschäftigt?“

Es war eindeutig, wie sehr seinem Vater der Gedanke missfiel, dass er den Familienanwalt erneut damit betraut hatte, statt ihn einzig für die Geschicke des Unternehmens einzusetzen. Aber was sollte er tun? Es war schließlich Miguels Schuld, dass sie überhaupt in diese Bredouille geraten waren. Hätte er damals mit dem Kopf und nicht mit den dafür nicht angelegten Körperteilen gedacht, müsste er jetzt nicht darum bangen, einen Teil seines Erbes zu verlieren.

Der Landstrich war klein und umfasste nur wenige Quadratkilometer. Doch für Miguel ging es um mehr als eine Handvoll Pinien und einen See, der von der Fläche her nicht der Rede wert war. Dies war das Stück Land, das seine verstorbene Mutter ihm vermacht hatte, der Platz, an dem seine Eltern glücklich gewesen waren, und er war nicht gewillt, seinen wertvollsten Besitz kampflos aufzugeben. Noch dazu an eine Frau, die nur wenige Monate an seiner Seite geblieben war, ehe sie ihn der Untreue bezichtigt und ihren Anspruch auf sein Vermögen geltend gemacht hatte. Er hätte sich niemals auf den Ehevertrag von ihrem zwielichtigen Anwalt einlassen sollen. Aber die Liebe hatte ihn blind gemacht. Ein Fehler, den er nun bitterlich bereute.

„Anstatt dich an Dingen wie deiner vermasselten Ehe aufzureiben, solltest du nach vorn schauen“, sagte sein Vater, der nicht das Geringste unternahm, um die Distanz zwischen ihnen zu überbrücken.

Miguel hätte am liebsten laut aufgelacht. Das sagte der Richtige. Seit seine Mutter vor vier Jahren von ihnen gegangen war, benahm sich sein Vater mehr denn je wie ein Tyrann. Er war ein unterkühlter Mann, der alles daransetzte, seine Empfindungen unter Verschluss zu halten. Und ohne dieses besondere Stück Land würde Miguel nie wieder an ihn herankommen, das fühlte er tief in seinem Inneren, und daran klammerte er sich fest, wie an eine Rettungsleine, ohne die es keinen Ausweg geben konnte.

„Ich hole den Termin mit José morgen nach, einverstanden?“, sagte Miguel und schenkte sich ebenfalls einen Sherry ein. „Gleich habe ich noch ein Gespräch mit dem Bürgermeister. Es ist meine Pflicht, mich um das Familienerbe zu kümmern, das hast du selbst gesagt.“

Wie erwartet lachte Don Pedro laut auf. Es klang freudlos, und Miguel spürte, wie die Wut in ihm hochkochte.

„Was gibt es da zu lachen?“

„Nun, wir haben ja gesehen, was Kümmern bei dir heißt. Statt dir von deinen Frauengeschichten den Verstand vernebeln zu lassen, solltest du dich lieber auf das Sherry-Geschäft konzentrieren. Es geht doch alles den Bach herunter, seit du die Leitung übernommen hast.“

Miguel ballte die Hände zu Fäusten. Bevor er etwas Unüberlegtes sagen konnte, nahm er einen kräftigen Schluck Sherry und genoss, wie ihm der Alkohol durch die Kehle rann. Im Gegensatz zu seinem Vater, der lieber zu einem herben und für seine leichte Mandelnote bekannten Fino griff, hielt er sich an einen Sherry Medium. Einen vollmundig gereiften Tropfen, der das satte Aroma sonnengereifter Trauben in sich trug, dunkel und süß zugleich. Doch heute schmeckte ihm der Wein nicht so gut wie sonst. Er leerte sein Glas mit einem Schluck, stellte es mit lautem Klirren zurück auf den Tisch und wandte sich zum Gehen. „Keine Sorge, Vater, deinen Sherry vergesse ich bestimmt nicht.“ Er sah ihn fest an. „Aber jetzt kümmere ich mich zuerst darum, dass die Landzunge nicht diesen Bauhaien in die Hände fällt. Das bin ich Mamá schuldig.“

Emma ging der attraktive Spanier auch dann nicht aus dem Kopf, als sie durch die Flure des Hotels zu ihrem Zimmer schritt. Sie wollte sich kurz frisch machen, um einen guten Eindruck bei dem Treffen mit dem Bürgermeister zu hinterlassen. Schließlich würde das ehrgeizige Projekt nur mit seiner Unterstützung Erfolg haben. Ihr klopfte das Herz bis zum Hals, wenn sie daran dachte, dass sie den Auftrag souverän und zielstrebig in die richtige Richtung lenken musste, und sie hoffte inständig, den passenden Ton für die Verhandlungen mit dem Großgrundbesitzer anschlagen zu können. Ob ihr Spanisch für die Unterhaltung ausreichte? Oder würden sie auf Englisch kommunizieren können?

Emma rieb sich die Schläfen, steckte ihre Karte in den Leser neben der Tür und wartete, bis die grüne Lampe aufleuchtete. Vor ihr tat sich ein ansprechendes Zimmer auf, und sie ließ den Blick über das breite Kingsizebett streichen, bis zum schmalen Sideboard, auf dem eine Flasche Wasser für sie bereitstand. Sie goss sich ein Glas ein und durchquerte mit dem Erfrischungsgetränk in der Hand den Raum. Hinter zwei luftigen, dünnen Organzavorhängen erstreckte sich ein atemberaubendes Panorama. Sie seufzte entzückt auf, als sie in der Ferne das türkisblaue Meer schimmern sah. Pinien wiegten ihre Kronen im Wind, und eine sanfte Brise strich ihr übers Haar. Wenn sie sich konzentrierte, konnte sie die Brandung hören, die in gleichmäßigen Wellen an den Strand rollte. So fühlte sich Urlaub an.

Ihr letzter Hotelaufenthalt lag Jahre zurück. In letzter Zeit hatte sie all ihre Energie dafür aufgewendet, im Job anzukommen. Und dann war da noch Mathew, der ihre Abende und die Ferien mit einem ganz eigenen Programm in Beschlag nahm.

Jetzt, da sie allein war, fühlte es sich komisch ohne ihren Sohn an. Es war das erste Mal seit seiner Geburt, dass sie über Nacht wegblieb, und sie hoffte, den Auftrag in wenigen Tagen abschließen zu können, bevor die Sehnsucht zu groß werden würde. Auf der anderen Seite war sie froh, in Maria eine zuverlässige Person gefunden zu haben, die ihrer Verantwortung nicht nur gerecht wurde. Emma wusste auch, dass Mathew jede Menge Spaß mit Maria hatte. Manchmal sogar mehr als mit ihr, wenn sie müde und erschöpft von der Arbeit nach Hause kam.

Sie stellte das Glas auf einen kleinen Tisch und ging ins Bad, wo sie sich etwas erfrischte und ihre Haare zu einem schnellen Dutt hochsteckte. Bei der Garderobe entschied sie sich für ein knöchellanges Sommerkleid mit Sonnenblumenmuster. Das sah ansprechend aus und war zugleich ausreichend seriös für das Treffen mit einem Bürgermeister, der immerhin die höchste Instanz des Siebentausend-Seelen-Ortes war.

Nachdem sie ihr Make-up überprüft hatte – sie legte nur einen Hauch Rouge auf und den neuen Lippenstift, den sie sich vor der Abreise geleistet hatte –, holte sie ihr Handy aus der Tasche. Es klingelte wenige Male, dann nahm ihr Sohn ab.

„Hi Mum.“

„Hallo, mein Schatz. Wie geht es dir? Hattest du einen schönen Tag?“

„Maria hat mich abgeholt. Wir haben Pizza gebacken. Soo lecker.“

„Das klingt wirklich toll!“ Emma blinzelte gegen die aufsteigenden Tränen an. Wie klein er am Telefon klang. Kaum zu glauben, dass er im vergangenen Sommer bereits seinen vierten Geburtstag gefeiert hatte. Ihr wurde wehmütig ums Herz bei dem Gedanken daran, wie schnell Mathew sich von einem Baby zum Kleinkind entwickelt hatte. Doch das ging wahrscheinlich allen Müttern so.

„Und jetzt?“, fragte sie betont fröhlich. „Holt Daddy dich gleich ab?“

„Nein. Maria bleibt über Nacht.“

Nur mit Mühe hielt Emma ein Schnauben zurück. Das war mal wieder typisch für Oliver, dessen Arbeit immer vorging. So hatte sie ihn kennengelernt, und so war es geblieben. Obwohl er der Vater war und sie ihm jederzeit Kontakt zu seinem Sohn ermöglichte, kümmerte er sich kaum um ihn. Selbst jetzt, da sie beruflich im Ausland war, kam er seiner Verantwortung nicht nach. Dabei hatte er ihr versprochen, Mathew zumindest abends zu sich zu holen. Maria war nicht mehr die Jüngste.

Noch ein Grund dafür, so schnell wie möglich wieder nach Hause zu kommen.

„Versprichst du mir, pünktlich ins Bett zu gehen? Kann ich mich auf dich verlassen?“

„Mach ich. Wenn ich die Folge zu Ende geguckt habe.“

Sie lächelte. „Prima. Und, Mathew?“

„Ja?“

„Ich hab dich lieb, mein Schatz.“

„Ich dich auch, Mummy.“

Als das Gespräch beendet war, blieb Emma noch ein paar Atemzüge lang mitten im Hotelzimmer stehen und spürte den Worten nach. Es war seltsam, so weit von ihrem Sohn entfernt zu sein. Zu wissen, dass sie ihn nicht innerhalb weniger Minuten erreichen könnte.

Bevor sie sich noch länger ihrem schlechten Gewissen hingab, schnappte sie sich ihre Handtasche und lief zum Aufzug. Das erste Zusammentreffen mit dem Bürgermeister und dem Großgrundbesitzer sollte in der Hotelbar stattfinden. Emma betrat die Lobby und ging von dort zu der kleinen Ansammlung von Tischen, die um einen Springbrunnen angeordnet waren. Nur wenige der Plätze waren belegt. Sie sah sich suchend um und entdeckte zwei Herren an einem der hinteren Tische, die sich erhoben und ihr zuwinkten.

„Señora Roberts.“ Ein stattlich gebauter Mann in den besten Jahren kam freudestrahlend auf sie zu. Wegen der selbstbewussten Ausstrahlung und seiner lockeren Art hielt sie ihn sofort für den Bürgermeister der Stadt. Eine Einschätzung, mit der sie recht behalten sollte. „Alejo Gonzales“, stellte er sich vor, nahm ihre Hand in seine Rechte und schüttelte sie eifrig. „Ich freue mich, Ihre Bekanntschaft zu machen. Hatten Sie eine gute Reise?“

Sie lächelte zurück. „Ja, vielen Dank. Und auch ich bin sehr froh, heute hier sein zu dürfen. Beste Grüße von unserem Geschäftsführer, Oliver Sullivan.“

Señor Gonzales nickte, und Emma war mal wieder erleichtert, dass zumindest nach außen nichts auf ihre Verbindung zu Oliver hindeutete. Für jeden außerhalb ihres Freundeskreises war Oliver lediglich ihr Chef und sie die Projektleiterin von Paradise Inc. Und so sollte es bleiben. Ohne peinliche Fragen, die sie im geschäftlichen Umfeld nicht hätte beantworten wollen.

Auch der zweite Herr stellte sich ihr nun vor. Wider Erwarten handelte es sich bei ihm jedoch nicht um den Großgrundbesitzer, sondern um einen Freund des Bürgermeisters, der ihm zugleich Rechtsbeistand bot und für die Durchsicht der Dokumente zuständig war. Er rückte ihr den Stuhl zurecht. „Señora, was möchten Sie trinken? Einen Wein? Der Besitzer des Restaurants hat Beziehungen zu den besten Winzern des Landes. Sie sollten unbedingt den Jahrgangswein probieren. Im vergangenen Jahr hatten wir eine wunderbare Ernte mit aromatischen, sonnengereiften Trauben.“

„Das klingt hervorragend.“ Obwohl sie bei Geschäftsterminen am liebsten keinen Alkohol trank, um einen klaren Kopf zu bewahren, war es ein Gebot der Höflichkeit, das Angebot nicht auszuschlagen. Die Herren bestellten beim Kellner eine Flasche und eine Karaffe mit Wasser. Zusammen stießen sie auf den Abend an, der hoffentlich mit einem erfolgreichen Abschluss enden würde.

Emma nippte am Wein. „Hm! Der schmeckt wirklich hervorragend.“

„Ja, nicht wahr?“ Der Bürgermeister strahlte sie an. „Wir sind hier reich beschenkt. Ein Kleinod, das seinesgleichen sucht.“

„Das ist auch der Grund, warum wir von Paradise Inc. es uns gut vorstellen können, in das Hotel zu investieren. Unsere Kunden lieben die unverfälschte Natur. Sie möchten so authentisch wie möglich wohnen, ohne auf den gewohnten Komfort zu verzichten.“

„Natürlich. Wer möchte das schon?“ Der Bürgermeister hob sein Glas. „Auf dass unsere Zusammenarbeit ebenso reiche Früchte trägt.“

„Auf unsere Zusammenarbeit. Und dass wir auch die letzten Schwierigkeiten aus dem Weg räumen können. Apropos …“ Emma sah Señor Gonzales ernst an. „Für das Gelingen des Projektes ist es unerlässlich, den Rest der Landzunge zu erwerben. Sonst reicht die Fläche keineswegs für den geplanten Hotelkomplex. Sind Sie sich im Klaren darüber, wie wichtig das Einverständnis des jetzigen Besitzers ist?“

„In der Tat, in der Tat! Und wir sind dabei, Gespräche zu führen. Ich bin voller Hoffnung, mit den passenden Argumenten etwas bewirken zu können.“

Emma nickte. „Aus diesem Grund bin ich hier. Mein Chef hat mich beauftragt, unser Gebot noch einmal zu erhöhen. Vielleicht lenkt das die Entscheidung in die richtige Richtung.“

„Das ist sehr großzügig, liebe Señora Roberts. Ich weiß Ihr Engagement durchaus zu schätzen.“

Der Kellner brachte eine Platte mit Tapas. Señor Gonzales deutete auf die unterschiedlichen Teller. „Oliven, Calamares, Datteln mit Serrano-Schinken. Was das Herz begehrt. Bedienen Sie sich.“

„Oh, vielen Dank.“ Emma nahm sich ein Stückchen Brot und tauchte es in die weiße Aioli-Paste, die intensiv nach Knoblauch duftete. Erst jetzt merkte sie, wie hungrig sie war. Ihr Frühstück, wenn man ein Croissant auf dem Flughafen zusammen mit einer Tasse Kaffee als solches bezeichnen konnte, war mehrere Stunden her.

„Nun, ich denke, es ist in unser aller Interesse, das Projekt zu einem positiven Abschluss zu bringen“, sagte der Bürgermeister, als sie sich ausreichend gestärkt hatten, und sein Kompagnon stimmte ihm eifrig nickend zu.

„Für die Gemeinde und die Tourismusbranche sind Investments wie diese äußerst wichtig.“

„Nicht zu vergessen die zusätzlichen Steuereinnahmen in Millionenhöhe“, gab Emma zu bedenken. „Wann kann ich denn damit rechnen, Señor de la Cueva persönlich kennenzulernen? Ich möchte ihm bei der Gelegenheit gleich die neuesten Unterlagen zukommen lassen. Dann kann er sich von der Arbeit unserer Architekten überzeugen und sehen, wie wunderbar sich die zweigeschossigen Bauten in die Umgebung eingliedern würden.“

„Nun ja …“ Der Bürgermeister wirkte plötzlich nervös. „Señor de la Cueva ist manchmal etwas … eigen, wenn es um sein Land geht. Ich bin mir nicht sicher, ob er …“

„Sprechen Sie über mich?“, ertönte es auf einmal hinter ihr. Emma fuhr wie ertappt zusammen. Sie drehte sich um – und erstarrte. Direkt vor ihr stand ein Mann, der ihr sehr wohl bekannt vorkam. Es war der Taxifahrer, der sie seinerseits interessiert musterte.

3. KAPITEL

„Miguel de la Cueva. Wir wurden uns noch nicht vorgestellt“, sagte er und streckte ihr mit einem galanten Lächeln die Hand entgegen.

Emma zwang sich dazu, sein Lächeln zu erwidern. Dabei fühlte sie sich alles andere als bereit dafür. Wie um alles in der Welt kam er dazu, unverschämt grinsend in ihren Termin zu platzen und sie vor allen anderen zu überrumpeln? Sie durfte sich gar nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn sie ihm auf der Fahrt vertrauliche Informationen verraten hätte. Nun verstand sie wenigstens, warum er sich während des Gesprächs so seltsam verhalten und geradezu verärgert auf ihre Fragen rund um die Ökohotels an der Costa de la Luz reagiert hatte. Dabei hatte er sich insgeheim wahrscheinlich über ihre Naivität lustig gemacht.

Mit einem unterkühlten Lächeln schüttelte sie ihm die Hand und gab sich dabei Mühe, seinem Blick standzuhalten. Kam es ihr nur so vor, oder glitten seine Augen geradezu anzüglich an ihrem Kleid hinab, nur um einen Augenblick zu lang auf ihren Kurven zu verweilen?

Emma spürte, wie ihr das Blut in die Wangen schoss, doch als sie ihm einen wütenden Blick zuwarf, der ihn in die Schranken weisen sollte, gab er sich völlig ahnungslos. Nun ja, dass er ein guter Schauspieler war, hatte sie mittlerweile ja bemerkt. Umso wichtiger war es, ihre eigenen Gefühle unter Verschluss zu halten, ihr Herz, das ihr vor Aufregung, aber auch Empörung aus der Brust zu springen drohte.

„Angenehm. Emma Roberts“, erwiderte sie daher so unverbindlich wie möglich und musterte ihn kühl. „Und Sie sind der Besitzer des Flurstückes, um das es hier geht?“

„Der bin ich.“ Sein Lächeln wurde noch eine Spur breiter. Was für ein arroganter Typ. „Obwohl ich sogar schon mal für einen Taxifahrer gehalten wurde.“

Der Bürgermeister brach in schallendes Gelächter aus, Emma aber sah ihn ernst an.

„Was Sie nicht sagen.“ In ihr brodelte es immer stärker, und sie fühlte sich bloßgestellt, je länger das Gespräch lief. Hatte er die Verwechselung vielleicht sogar geplant, um sie öffentlich auflaufen zu lassen und sie damit aus dem Konzept zu bringen? Wahrscheinlich war das Ganze für ihn bloß ein Spiel. So unbefangen, wie er sich hier gab, schien er sich aus ihrer Unsicherheit einen großen Spaß zu machen. Aber nicht mit ihr! Sie funkelte ihn wütend an. „Manch einer findet seine Bestimmung eben erst später.“

„Oder es liegt an der mangelnden Menschenkenntnis, wenn eine Einschätzung dermaßen falsch ausfällt“, konterte er, wobei er sie nicht eine Sekunde aus den Augen ließ.

„Wollen wir uns nicht erst einmal setzen?“, fragte der Bürgermeister, der zunehmend nervös wirkte. Auf seiner Stirn hatten sich erste Schweißtropfen gebildet.

Doch Emma konnte in diesem Moment keine Rücksicht auf seine Befindlichkeiten nehmen. Sie stemmte die Hände in die Seiten. „Dann kann ich ja froh sein, dass wir in unserer Firma stets das richtige Näschen für einen passenden Geschäftsabschluss haben. Ehrlichkeit und ein guter Leumund sind uns bei unseren Kunden nämlich besonders wichtig.“

„Oh, das kann ich nur bestätigen.“ Miguel de la Cueva kniff die Augen zusammen. „Meine Familie würde niemals mit Halsabschneidern Geschäfte machen, die sich einen Dreck um die Natur unseres Landes scheren. Wir achten auf Integrität und moralischen Anstand.“

„Aber, aber.“ Der Blick des Bürgermeisters schoss zuerst zu Emma, dann wieder zu Miguel de la Cueva. Er zog ein großes Stofftaschentuch aus seinem Jackett hervor und tupfte sich damit die Stirn ab. Sein Kompagnon beugte sich indessen über sein Handy und gab vor, etwa äußerst Interessantes zu lesen. Einzig an den roten Flecken auf seinem Hals war zu erkennen, dass er die Auseinandersetzung sehr wohl mitbekam. Wie wahrscheinlich jeder der anderen Gäste der Hotelbar, die ihnen immer mal wieder kurze Blicke zuwarfen, ehe sie sich wieder ihren Getränken widmeten. Nur gut, dass die meisten Tische nicht besetzt waren und nur wenige Menschen Zeugen ihrer Auseinandersetzung wurden.

Emma presste die Lippen zusammen und schaute entschlossen in die Runde. „Wenn Sie mich an dieser Stelle kurz entschuldigen würden“, sagte sie mit einem bemühten Lächeln. „Ich muss kurz an die frische Luft. In diesem Saal ist es mir zu stickig.“

Ohne eine Antwort abzuwarten, drehte sie auf dem Absatz um und stürmte hinaus auf die Terrasse. An die Balustrade gelehnt, hinter der sich ein Palmengarten erstreckte, klammerte sie sich ans Geländer und atmete tief durch. Wenn sie noch eine Sekunde länger mit diesem arroganten de la Cueva in einem Raum geblieben wäre, hätte sie für nichts garantieren können. Was bildete er sich nur ein? Wusste er denn nicht, was für sie auf dem Spiel stand? Vermutlich konnte er sich nicht einmal vorstellen, was es für sie bedeutete, auf einen Job angewiesen zu sein. Wenn man so reich war wie er, konnte man sich die ein oder andere Eskapade erlauben, ohne mit Konsequenz rechnen zu müssen. Doch sie war nicht gewillt, bei diesem Spiel mitzumachen. Da hatte er sich die Falsche ausgesucht.

Als sie kurze Zeit später Schritte hinter sich hörte, fuhr sie herum. Und richtig, da stand er, mit dem gleichen arroganten Lächeln auf den Lippen, mit dem er sie von Anfang an bedacht hatte.

„Was fällt Ihnen ein, mich vor versammelter Mannschaft lächerlich zu machen?“, zischte sie voll unterdrückter Wut.

„Sie meinen, weil ich die Anekdote mit dem Taxi erzählt habe? Oder dass Sie mich über Ihre Absichten, mein Land betreffend, im Unklaren gelassen haben?“

„Sie wissen genau, was ich meine! Im Übrigen habe ich Ihnen sehr wohl erzählt, dass ich mich für Ökotourismus interessiere, während Sie sich als Taxifahrer ausgegeben haben. Ist so eine Täuschung nicht strafbar?“

„Weil ich Trottel eine Halsabschneiderin wie Sie kostenlos zum Hotel kutschiert habe?“

„Nein, weil Sie meine Hilfsbedürftigkeit arglistig ausgenutzt haben, um sich vertrauliche Informationen zu erschleichen.“

„Das ist ja lächerlich.“ Miguel musste sich Mühe geben, seine Gedanken auf sein eigentliches Anliegen zu konzentrieren. Nur war das nicht so einfach, denn in wütendem Zustand war diese Emma Roberts äußerst sexy. Sie stand ihm mit verschränkten Armen gegenüber, ihre Brust hob und senkte sich mit jedem Atemzug, und er lenkte den Blick schnell auf ihr Gesicht, um nicht auf andere Ideen zu kommen, die mit Gesprächen unter Geschäftsleuten nicht das Geringste zu tun hatten.

Fast hätte er vergessen, dass ausgerechnet sie die Person war, die er am wenigsten hierhaben wollte – außer Carmelia vielleicht, aber die achtete selbst peinlich genau darauf, ihm nicht über den Weg zu laufen. Er zog eine Augenbraue hoch und musterte die Engländerin möglichst kühl, um wieder den Abstand zwischen ihnen herzustellen, den er für die weitere Verhandlung dringend brauchte. Warum nur fiel es ihm so schwer, bei dieser Frau Professionalität walten zu lassen? Sie war einfach zu niedlich mit ihren geröteten Wangen und dem Funkeln in ihren Augen, das eine lodernde Leidenschaft erahnen ließ. Ihre Lippen bewegten sich, und Miguel dachte einen irrsinnigen Moment darüber nach, sie zu küssen, als ihm auffiel, dass sie den Mund längst wieder geschlossen hatte und ihn erwartungsvoll ansah. Hatte sie etwas gesagt?

„Können … Sie den letzten Satz noch einmal wiederholen?“ Er bemühte sich um einen beiläufigen Tonfall und beobachtete, wie sich ihr hübsches Gesicht weiter verdunkelte. Dabei funkelte sie ihn so wütend an, als plante sie bereits, ihn im nächsten Augenblick eigenhändig zu erwürgen. Sein Puls ging schneller, und er meinte ihr Parfum riechen zu können, ein Hauch Vanille. Unwiderstehlich und betörend. Vor allem, wenn sie sich selbstvergessen auf die Lippe biss, was sie gerade tat.

„Ich verstehe ja, dass das Ganze ein riesiger Spaß für Sie ist. Aber mir ist dieses Geschäft sehr wichtig. Können wir zu einem professionellen Ton zurückfinden und den Verkauf so schnell wie möglich abwickeln? Ich denke, das wäre in unserem beidseitigen Interesse!“

„Wer sagt denn, dass ich überhaupt verkaufen will?“

Emma starrte ihn wortlos an. Wie anders er aussah in diesem dunkelgrauen Anzug, einem taillierten Modell, das genau auf seine breite, trainierte Brust zugeschnitten war. Trotz des offiziellen Anlasses hatte er auf eine Krawatte verzichtet und den oberen Hemdsknopf leger offen stehen lassen. Emma konnte eine feine Haarlinie ausmachen, die wie ein Pfeil in die Tiefe führte. Sie schluckte trocken und räusperte sich, ehe sie den Kopf hob – und dabei seinem wissenden Blick begegnete. Anscheinend war er nicht nur ein exzellenter Schauspieler, sondern konnte auch jeden ihrer Gedanken lesen. Sie stöhnte innerlich auf. Als ob er nicht schon genug von sich eingenommen war. Da brauchte sie sich nicht dabei ertappen zu lassen, wie sie ihn hungrig musterte.

„Hören Sie“, sagte sie deshalb so ruhig wie möglich, wobei sie bewusst einen Gang zurückschaltete. „Ich bin nicht hier, um Sie übers Ohr zu hauen. Im Gegenteil. Wir sind von unserem Konzept überzeugt, und unsere Hotelbauten sind quasi Selbstgänger. Keinerlei Einbußen im Komfort für die Gäste bei größtmöglichem Nutzen für die Natur. Na, wie klingt das?“

„Nach dem größtmöglichen Müll, den ich jemals gehört habe!“

„Wie bitte?“ Emma starrte ihn entgeistert an, doch Miguel de la Cueva zuckte bloß mit den Schultern. Die Hände scheinbar entspannt in die Hosentaschen gesteckt, lehnte er sich an die Balustrade und pfiff eine kleine Melodie. Der hatte ja Nerven!

„Mich interessiert weder der Nutzen der Anlagen noch, ob die Hotels rentabel sind oder dem hohen Standard der Kunden genügen“, sagte er schließlich in einem fast schon gelangweilten Ton. „Ich werde nämlich nicht verkaufen. So einfach ist das.“

„Aber schauen Sie sich doch das Angebot zuerst an! Unsere Investitionen führen zu einer Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Und Sie dürfen nicht die positiven Auswirkungen auf die Region vergessen. Wenn ich einmal die Steuereinnahmen aufzeigen könnte, dann …“

„Nein, danke. Die Mühe können Sie sich sparen.“ Miguel kostete es eine Menge Selbstbeherrschung, sich zurückzuhalten. Konnte sie sein Nein nicht einfach akzeptieren?

Als sie jetzt lächelte – anscheinend eine neue Taktik, um ihn zum Verkauf zu überreden –, ließen ihn ihre weichen Lippen erstaunlich kalt. Diese Masche konnte sie sich sparen. Er würde nicht mehr darauf anspringen, denn wer bei einer Firma wie Paradise Inc. arbeitete, die sich Land mit dubiosen Machenschaften aneignete, hatte seine Achtung eindeutig nicht verdient. Egal, wie anziehend diese junge Engländerin auf ihn gewirkt hatte – er würde seine Hormone ab sofort im Griff haben. Wie er es seinem Vater versprochen hatte.

„Ich werde nicht verkaufen. Und dabei bleibt es!“, sagte er fest, im selben Augenblick, in dem der Bürgermeister zu ihnen trat und dabei nervös die Hände rang.

„Wollen Sie nicht wieder hineinkommen? Wir sollten in Ruhe über alles sprechen. Diese hitzige Diskussion führt doch zu nichts.“

Miguel schüttelte den Kopf. „Alejo, ich weiß Ihre langjährige Freundschaft zu unserer Familie zu schätzen. Aber das ist mein Grund und Boden. Sie können nicht von mir verlangen, dass …“

Alejo Gonzales hob abwehrend die Hände. „Wir sollten nichts überstürzen. Lassen Sie uns doch zurück an den Tisch gehen und in Ruhe das Für und Wider abwägen.“

„Ich bin mir sicher, dass ein Hotelkomplex dieser Größe an dieser Stelle ohnehin nicht genehmigt werden würde.“

Emma sah Miguel de la Cueva verwirrt an. Sein Blick war finster, doch gleichzeitig hatte er etwas Triumphierendes an sich. Was hatte er nur vor?

„Das Land grenzt direkt an ein Naturschutzgebiet“, fuhr er fort. „Übrigens Lebensraum der Cabrera-Wühlmaus. Wussten Sie, dass die Mäuse vom Aussterben bedroht sind? Was, wenn es auf meinem Grund und Boden ebenfalls Tiere dieser Gattung gibt?“

„Ach, das sagen Sie doch nur, um den Bau zu verhindern“, entfuhr es ihr. Sie war fassungslos. Was fiel ihm nur ein, ihr wegen eines so kleinen Stückchens Land das Leben schwer zu machen? Bei der Gesamtgröße seiner Besitztümer dürften die wenigen Quadratmeter kaum der Rede wert sein. Doch anstatt das Geschäft schnell und reibungslos abzuwickeln, würde sie ihren Aufenthalt nun um weitere Tage verlängern müssen. Was bedeutete, dass Mathew weiterhin ohne sie auskommen musste. Und sie ohne ihn. Ob Maria wohl noch länger für sie einspringen würde? Und wie lange konnte sie der alten Dame überhaupt die Betreuung eines quirligen Kleinkindes zumuten, das selbst ihre Nerven manchmal strapazierte? Sie schluckte die aufkeimende Sorge hinunter und bemühte sich um eine feste Stimme. „Señor de la Cueva, können wir etwas tun, um eine Population der Wühlmäuse auszuschließen?“

„Nun, ich werde eine Biologin zu Rate ziehen.“ Er zuckte mit den Schultern. „Erst wenn die Tiere in die Lebendfallen gegangen sind, wissen wir Bescheid.“

Emma presste ihre Lippen aufeinander. „Und wenn nicht? Verkaufen Sie dann an Paradise Inc.?“

Er fuhr sich mit einer Hand durch das dunkle Haar. Schließlich nickte er. „Also gut. Falls wir nichts finden – was ich nicht glaube –, ist das Thema vom Tisch.“

„Schön.“ Emma schlug ihr Notizbuch auf. „Ich werde mich gleich im Anschluss an unser Gespräch auf die Suche nach einem Experten machen und …“

„Das wird nicht nötig sein. Ich habe schon alles für ein entsprechendes Gutachten arrangiert.“

Sie sah auf und nickte. „Gut. Wann können wir starten?“

„Wir?“

„Na, ich werde Sie natürlich zu dem Termin begleiten.“

„Sie wollen mir helfen, auf meinem Land die Mäuse zu zählen?“ Er fragte es so entgeistert, als hätte sie ihm vorgeschlagen, ihn im Anschluss an den Termin zu heiraten.

Nun war es an Emma, souverän zu lächeln. „Aber natürlich. Wir wollen doch nicht, dass es noch einmal zu einer ärgerlichen Verwechselung Ihrer Person kommt. Das richtige Ergebnis möchte ich diesmal doch lieber einem wirklichen Experten überlassen.“

4. KAPITEL

Zwei Tage später fand sich Emma am Rande eines staubigen Sandparkplatzes wieder und fragte sich mit wachsender Verzweiflung, wie sie bloß in diese missliche Lage geraten war. Zum wiederholten Male schaute sie auf ihre Armbanduhr, die bereits zwölf Uhr mittags anzeigte. Hatte sie sich etwa im Termin geirrt?

Sie zog ihr Handy aus der Tasche – auch um zu überprüfen, ob Maria sich noch einmal bei ihr gemeldet hatte, die ihr zum Glück die weitere Betreuung ihres Sohns zugesichert hatte. Doch zumindest zu Hause schien alles im Lot zu sein. Miguel de la Cueva hatte ihr allerdings auch keine Nachricht geschickt. Dabei verspätete er sich augenscheinlich. Emma hatte den ausgemachten Termin sofort nach ihrem letzten Telefonat in ihrem Kalender vermerkt. Halb zwölf. Da stand es, schwarz auf weiß, zusammen mit zwei Ausrufezeichen. Aber obwohl sie den vereinbarten Treffpunkt ebenfalls erst in letzter Minute erreicht hatte – ihr Routenplaner hatte sie zunächst in eine Sackgasse geführt –, war dreißig Minuten später immer noch niemand da. Weder der Großgrundbesitzer noch die Biologin, die er ihr großspurig angekündigt hatte.

Emma wischte sich eine Schweißperle von der Stirn und lehnte das Rad, mit dem sie die eineinhalb Kilometer vom Hotel zum Grundstück zurückgelegt hatte, in den Schatten einer Kiefer. Ärger kroch in ihr hoch, zusammen mit der Erinnerung an das letzte Zusammentreffen mit Miguel, bei dem er ihr deutlich gemacht hatte, wie wenig Wert er auf eine funktionierende Zusammenarbeit legte. Sein Zuspätkommen bestätigte sie in ihrer Meinung über ihn: Er war zwar attraktiv, keine Frage, gleichzeitig aber auch über alle Maßen arrogant und von sich eingenommen. Sie musste alles daransetzen, ihm aus dem Weg zu gehen. Solange sie nur den nötigen Kontakt hatten, konnte ihr der Rest egal sein. Das musste doch zu schaffen sein.

Zikaden zirpten im nahe gelegenen Gebüsch, und die Luft um sie herum war stickig und heiß. Ungeduldig sah Emma zum Horizont, von wo aus sich ihr zwei Reiter näherten. Als sie näher kamen, erkannte sie, dass es sich um Miguel und eine Frau handelte, die in leichtem Trab auf sie zuhielten. Er machte auf dem imposanten Rappen eine gute Figur, das musste sie ihm lassen. Ebenso die gertenschlanke Frau, die so entspannt auf einer Schimmelstute neben ihm her ritt, als säße sie auf einem Sofa statt auf einem mehrere Hundert Kilo schweren Tier, das nervös tänzelte. Emma schauderte es allein beim Gedanken, auf dem schaukelnden Rücken Platz zu nehmen, der für ihren Geschmack viel zu weit vom Boden entfernt war. Freiwillig würde sie dort sicherlich nicht aufsteigen.

Miguel lehnte sich zu der Frau hinüber und sagte etwas. Das musste die Biologin sein, auch wenn Emma sie sich definitiv anders vorgestellt hätte. Keinesfalls so attraktiv wie die elfengleiche Spanierin, die gerade den Kopf zurückwarf und ein kehliges Lachen ausstieß. Zudem schien sie eine versierte Reiterin zu sein, die ohne Probleme mit der temperamentvollen Stute zurechtkam.

Emma zupfte nervös an ihrem Shirt, das durch die Hitze an ihrem Oberkörper klebte. Mit einem Mal ärgerte sie sich darüber, sich nicht mehr Mühe mit ihrem Outfit gegeben zu haben. Neben der attraktiven Frau an Miguels Seite, die ein perfekt sitzendes Reitkostüm trug, fühlte sie sich wie Aschenputtel – bevor die gute Fee ihr ein Ballkleid gezaubert hatte.

Die beiden trabten direkt auf sie zu, und Miguel grüßte höflich, ehe er sich mit einer geschmeidigen Bewegung aus dem Sattel gleiten ließ. Die elegante junge Frau tat es ihm gleich, wobei sie ihn kokett anstrahlte. Flirtete sie etwa mit ihm? Emma meinte, eine besondere Energie zwischen den beiden auszumachen. Ob sie wohl mehr miteinander verband? Ihr Magen zog sich zusammen, doch sie gab sich Mühe, ihr Unwohlsein zu ignorieren.

Miguel führte den Wallach auf sie zu. „Buenos días, Señora Roberts. Ich hoffe, Sie haben nicht zu lange auf uns gewartet?“ Er deutete mit dem Kopf auf die schwarzhaarige Schönheit. „Isabella ist eine alte Schulfreundin und eine erfahrene Biologin.“

„Wie praktisch“, fauchte Emma, missmutiger, als sie es vorgehabt hatte. Meine Güte, sie hörte sich schon wie eine eifersüchtige Ehefrau an. Dabei konnte es ihr völlig egal sein, in welcher Beziehung Miguel und diese Isabella zueinander standen. Wichtig war nur, dass sie das Projekt so schnell wie möglich in trockene Tücher brachte. Mehr zählte nicht.

Sie straffte die Schultern und rang sich ein Lächeln ab. „Schön, dass Sie so kurzfristig Zeit gefunden haben, Señora Gomez. Ich bin Ihnen für Ihre fachkundige Expertise dankbar.“

„De nada. Für meinen Freund Miguel mache ich das doch gern.“ Wieder dieses Lächeln. Ja, sie gurrte ihre Worte geradezu.

Emma biss die Zähne zusammen. „Ist es wahrscheinlich, an dieser Stelle eine … dieser Mäuse zu finden?“, erkundigte sie sich, um wieder zum richtigen Thema zurückzufinden.

„Sie meinen die berühmte Cabrera-Wühlmaus? Das kann ich noch nicht mit Sicherheit sagen.“ Isabella lächelte höflich und deutete auf ihre gut gefüllte Satteltasche. „Zuerst müssen wir Fallen in exponierter Lage aufstellen. Falls wir Tiere fangen, kann ich anhand der Daten eine Hochrechnung machen. Die Art des Geländes und Beobachtungen der vergangenen Jahre könnten durchaus auf eine Population hindeuten.“

„Und deshalb sollten wir jetzt auch los“, sagte Miguel knapp, wobei er den Blick über das Fahrrad schweifen ließ, das neben dem Baum lehnte und im Gegensatz zu den rassigen Andalusiern ein trauriges Bild abgab. Seine Mundwinkel zuckten belustigt. „Wollen Sie etwa damit das Gelände erkunden? Die Wege sind hier kaum befestigt. Mit diesem klapprigen Rad können Sie das vergessen.“

„Ach ja? Haben Sie eine bessere Idee?“, erwiderte Emma bissig.

„Allerdings.“ Seine Mundwinkel wanderten noch weiter in die Höhe. „Sie sollten reiten. Ich nehme Sie auf Paolo mit.“

„Auf dem Pferd?“

„Sehen Sie hier eine brauchbare Alternative?“

Emma starrte erschrocken auf das gewaltige Tier, das kurz schnaubte und dann ungeduldig mit den Hufen scharrte. Ihre bisherigen Reitversuche beliefen sich auf eine geführte Ponyrunde zu ihrer Jugendzeit. Einen Ritt im unwegsamen Gelände traute sie sich keinesfalls zu. Sie schüttelte entschieden den Kopf. „Nein, danke. Ich denke nicht … also, ich meine …“ Sie machte ein paar Schritte rückwärts und bewegte sich dabei auf den sandigen Pfad zu, der direkt hinter ihr in das mit Pinien bewaldete Gelände führte. „Ich … gehe lieber zu Fuß“, begann sie. „Und ich werde …“ Noch bevor sie den Satz beendet hatte, geriet sie auf dem mit Geröll bedeckten Weg ins Rutschen. Die Gummisohlen ihrer Turnschuhe waren für eine Shoppingtour in der Großstadt gemacht, keinesfalls aber für eine Wanderung in unwegsamem Gelände.

„Sie können ihm vertrauen“, sagte Isabella beruhigend, die mit ihrer Stute auf sie zutrat, dabei jedoch offenließ, ob sie Pferd oder Reiter meinte. „Ich würde Sie ja gern auf Vida nehmen, doch ihr jugendlicher Übermut geht noch mit ihr durch. Miguel ist ein erfahrener Reiter.“

„Dann wäre das ja geklärt.“ Er führte sein Pferd zu ihr und sah sie auffordernd an. Emma runzelte verwirrt die Stirn.

„Sie können sich vorne am Sattel festhalten und Ihr linkes Knie anwinkeln, sodass Miguel Ihnen hochhelfen kann“, erklärte Isabella ihr hilfsbereit. „Dann ziehen Sie sich an Paolo hoch und schwingen das rechte Bein über seinen Rücken. Ganz einfach.“

„Aber … ich kann doch nicht …“

Miguel grinste sie breit an. „Und ich dachte, dass Sie sich von nichts und niemandem aufhalten lassen.“

„Bisher ging es dabei auch nicht um Pferde“, murmelte Emma, trat dann aber einen Schritt näher an das Tier heran und legte ihm eine Hand auf den warmen Hals. Paolo drehte den Kopf und sah sie ruhig an.

„Hallo, mein Schöner“, murmelte sie, wobei sie Miguels Blick auf sich spürte.

Er räusperte sich. „Also, nachdem Sie sich einander vorgestellt haben … Halten Sie sich mit der rechten Hand fest, holen Sie genügend Schwung und … na also.“

Ehe sie sich’s versah, saß sie tatsächlich ganz vorne auf dem Pferderücken. Miguel blickte sie von unten zufrieden an, ehe er sich vom Boden abstieß und hinter ihr in den Sattel glitt, so dicht, dass Emma vor Schreck fast das Atmen vergessen hätte. Erst als der Sauerstoff in ihrem Blut knapp wurde und der Druck in ihrer Brust zu groß, schnappte sie nach Luft und spürte, wie sich ihre Rippen langsam gegen seine Arme schoben, als wollte ihr Körper den Abstand zu ...

Autor

Alison Roberts
Alison wurde in Dunedin, Neuseeland, geboren. Doch die Schule besuchte sie in London, weil ihr Vater, ein Arzt, aus beruflichen Gründen nach England ging. Später zogen sie nach Washington. Nach längerer Zeit im Ausland kehrte die Familie zurück nach Dunedin, wo Alison dann zur Grundschullehrerin ausgebildet wurde.
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