Zimtsterne und Weihnachtszauber

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Leise rieseln die Küsse!
Er ist zurück! Nancee traut ihren Augen kaum: Plötzlich steht Jesse in ihrer Küche. Am liebsten würde sie ihm eins mit dem Nudelholz überbraten. Dafür, dass er ihr vor zehn Jahren das Herz gebrochen und sie einfach verlassen hat. Jetzt ist Jesse anscheinend entschlossen, sie zurückzugewinnen und hofft wohl, dass sie unter dem erstbesten Mistelzweig willenlos in seine Arme sinkt. Doch Nancee wird ihm schon zeigen, wo der Kochlöffel hängt. Allerdings hat sie nicht mit dem Weihnachtszauber von Fool’s Gold gerechnet …
"Susan Mallery ist eine meiner absoluten Lieblingsautorinnen."
Nr. 1-New York Times-Bestsellerautorin Debbie Macomber
  • Erscheinungstag 01.12.2017
  • Bandnummer 28
  • ISBN / Artikelnummer 9783955767631
  • Seitenanzahl 128
  • E-Book Format ePub
  • E-Book sofort lieferbar

Leseprobe

1. KAPITEL

„Hallo Nancee.“

Nancee Smith schrie erschrocken auf und wirbelte zu der unerwarteten Stimme herum. Eine Sekunde lang sah sie nur die unglaubliche Größe des Eindringlings. Der Teigschaber, mit dem sie herumwedelte, schien eine jämmerlich unzureichende Waffe zu sein. Dann blinzelte sie, um ihren Blick zu klären, und erkannte, dass sie nicht in Gefahr war – zumindest nicht körperlich. Emotional war das eine ganz andere Geschichte.

„Shep?“

Ihre Kehle war wie zugeschnürt, als sie den Namen des Mannes aussprach. Jesse Sheppard – von seinen Freunden Shep genannt – war in den letzten zehn Jahren immer wieder mal durch ihr Leben gefegt. Sie hatten mehr als eine gemeinsame Vergangenheit. Sie waren praktisch wie die nicht enden wollende Fortsetzung eines Kinoklassikers.

Sie presste eine Hand auf ihre Brust – als könnte sie sich so beruhigen. „Was um alles auf der Welt machst du hier?“

„Hier in Fool’s Gold oder hier in der Küche deiner Großtante?“

Gute Frage. „Wie wäre es mit beidem?“

Sein Blick fiel auf den Teigschaber. „Hattest du vor, mich damit in Stücke zu hacken?“

„Dazu ist er nicht scharf genug.“ Nicht, dass sie ihm körperlich wehtun wollte. Also nicht wirklich. Sie legte den Schaber auf die Arbeitsplatte und wartete darauf, dass Shep seine Anwesenheit erklärte. Was schnell gehen sollte, denn Shep war nie ein Mann vieler Worte gewesen.

Sie hatten sich in ihrem ersten Sommer auf dem College kennengelernt, als Nancee einen Teilzeitjob im Forstamt angenommen hatte. Hauptsächlich hatte sie am Empfang gearbeitet und die Besucher vor Bären gewarnt oder davor, außerhalb der gekennzeichneten Zeltplätze ein Lagerfeuer zu machen. Shep war einer der angestellten Ranger gewesen und hatte sie von dem Moment an, in dem ihre Blicke sich trafen, für sich eingenommen.

Sie schätzte, jede Frau hatte so einen Mann in ihrem Leben, und wenn nicht, sollte sie ihn haben. Sie hatte versucht, cool zu sein, aber gegen seine breiten Schultern und seine grünen Augen hatte sie keine Chance gehabt. Er war groß, muskulös und ziemlich schweigsam gewesen, doch wenn er lächelte … Nun, ihr Herz hatte die Worte ergänzt, die er nicht ausgesprochen hatte.

Sie hatten den Sommer zusammen verbracht. Als Nancee im September wieder zurück am College war, hatte er versprochen, mit ihr in Kontakt zu bleiben. Nur hatte er dieses Versprechen nicht eingehalten. Er war weitergezogen, und sie hatte geglaubt, ihn für immer verloren zu haben.

Drei Jahre danach war er wieder in ihrem Leben aufgetaucht, nur um erneut daraus zu verschwinden. Weitere zwei Jahre später hatte er das zum letzten Mal getan. Sie hatte geschworen, über ihn hinweg zu sein. Im Sinne von fertig mit ihm. Mit einem großen F. Finito.

Und doch stand er nun hier in der Küche ihrer Großtante.

Sie lehnte sich an die Kücheninsel, entschlossen, ihn zuerst sprechen zu lassen. Sie würde nicht wieder das Schweigen als Erste brechen, nicht wieder davon ausgehen, dass sein leises: Ich liebe dich etwas anderes bedeutete als: Hey, lass uns ein paar Wochen lang heißen, wilden Sex haben, und dann verlasse ich dich.

„Ich arbeite für das Such- und Rettungsteam von Fool’s Gold und unterrichte ein paar Abende in der Woche Biologie am Community College.“

Ihr blieb der Mund offen stehen. Unterrichten wie in unterrichten? „Du hast deinen Abschluss gemacht?“

Er nickte.

„Und du hast jetzt deinen Master?“

Ein weiteres Nicken.

„In Biologie?“

Er hob eine Schulter, was sie als Ja interpretierte. Der Mann sollte wirklich Zeichensprache lernen. Dann könnte er kommunizieren, ohne ein Wort sagen zu müssen. Aber viel dringender war die Frage, wieso sie diese Sachen über ihn nicht wusste? Shep war so lange ein so wichtiger Teil ihrer Welt gewesen, und doch hatte sie nicht gewusst, dass er das College abgeschlossen hatte?

„Ich dachte, du machst nur diese Ranger-Sache.“

„Das auch.“

Die Eieruhr klingelte, und Nancee zog ein Blech mit Cupcakes aus dem einer Großküche würdigen Ofen ihrer Großtante, bevor sie das nächste Blech hineinschob. Dann wandte sie sich wieder Shep zu.

„Wie bist du nach Fool’s Gold gekommen?“

„Mit dem Auto.“

Sie weigerte sich zu lächeln, sondern sah ihn weiter an und wartete.

„Ich habe mich auf die Stelle beworben und sie gekriegt.“

Was Sinn ergab, aber keine ihrer Fragen beantwortete. Warum hier? Warum jetzt? Kurz fragte sie sich, ob er den Job angenommen hatte, weil sie ihm in ihrer gemeinsamen Zeit immer so viel von der Stadt erzählt hatte. Aber nein, das war lächerlich. Sie hatte keinerlei Einfluss auf ihn. Dafür war sein chronisches Verschwinden Beweis genug.

„Wieso stehst du in der Küche meiner Großtante?“

Er lächelte schief. „Hat Gladys es dir nicht erzählt? Ich bin ihr Hausmeister. Ich kümmere mich um alles. Räume den Schnee von ihrer Einfahrt, repariere lecke Leitungen und solche Sachen. Vor Thanksgiving habe ich ihre Weihnachtsbeleuchtung angebracht. Sie ist eine coole alte Lady.“

„Lass sie nicht hören, dass du sie alt nennst. Dann würde sie dich skalpieren.“

Nancee rieb sich die Augen. Sie war erst seit zwei Tagen in der Stadt und versuchte immer noch, sich an all die Veränderungen in ihrem Leben zu gewöhnen. Sie war müde, ein wenig gereizt, und nun auch noch verwirrt darüber, dem einzigen Mann gegenüberzustehen, den sie nie hatte vergessen können.

„Wie ist es dir ergangen, Nancee?“, fragte er.

Wie es ihr ergangen war? Wie es ihr ergangen war? Machte er Witze?

„Du willst wirklich eine Zusammenfassung?“, fragte sie mit scharfer Stimme.

„Ja, das will ich.“

Sie nahm den Teigschaber wieder auf. Ihn in der Hand zu halten gab ihr irgendwie das Gefühl, die Kontrolle zu haben.

„Mal schauen. Das letzte Mal, als ich dich gesehen habe – oder besser, dich nicht gesehen habe –, befand ich mich in einer Kapelle in Las Vegas. Wo du mich heiraten solltest. Ich bin nicht sicher, ob du dich daran erinnerst, dass wir vorhatten, durchzubrennen.“

Die Muskeln in seinem Gesicht spannten sich an, aber ansonsten reagierte er nicht. „Ich erinnere mich.“

„Gut. Denn das tue ich auch. Also, nachdem du mich vor dem Altar hast sitzen lassen, habe ich mein Jurastudium beendet. Dann habe ich einen Job in Washington, D.C. bekommen. Ich habe einen sehr netten Mann namens Sean kennengelernt, und wir sind schließlich zusammengezogen. Wie sich herausstellte, war er nicht ganz so nett, wie ich dachte. Denn vor drei Monaten tauchten das FBI, Homeland Security und ein ganzer Trupp weiterer Leute in unserer Wohnung auf, um ihn wegen Terrorverdachts zu verhaften. Ich wurde auch befragt. Was das Coolste überhaupt war.“

Sie hörte, dass ihre Stimme lauter wurde, konnte sie allerdings nicht kontrollieren. Genauso wenig, wie sie aufhören konnte zu zittern. Sie klammerte sich förmlich an den Teigschaber.

„Ich bin schnell von jeglichem Verdacht freigesprochen worden, aber lass es mich so ausdrücken: Es hat meiner Karriere in der Anwaltskanzlei nicht gerade geholfen. Dann musste ich warten, bis die verschiedenen Strafverfolgungsbehörden mir erlaubten, die Stadt zu verlassen. Ungefähr zur gleichen Zeit wurde Sean auf Kaution entlassen, sodass ich mit ihm Schluss machen konnte. Oh, ich habe versucht, meinen Kater mitzunehmen, aber formal gesehen war Sean Calvins Besitzer, und er hat mich nicht gelassen. Auch wenn er sich nicht ein einziges Mal um Calvin gekümmert hat und der Kater alles ist, was ich habe.“

Tränen stiegen ihr in die Augen, doch sie blinzelte sie fort. „Dann wurde ich gefeuert, weil ich mit einem Terrorverdächtigen zusammengelebt habe, und bin hierhergekommen. Ich bleibe bei Gladys, bis ich herausgefunden habe, was ich mit meinem plötzlich in Scherben liegenden Leben anfangen will.“ Sie zeigte auf das Dutzend Cupcakes auf der Arbeitsfläche. „In der Zwischenzeit arbeite ich freiberuflich für eine Bäckerei. Zum Glück ist beinahe Weihnachten, und jeder ist in der Stimmung, Cupcakes zu kaufen.“

Sie trat einen Schritt auf ihn zu. „So geht es mir also, Shep. Einfach rosig. Abgesehen von dir, der Befragung durch das FBI, meiner Kündigung und dem Verlust meines Katers. Und bei dir so?“

„Mir geht es gut.“

„Du warst noch nie ein großer Redner, oder?“ Sie warf den Teigschaber auf die Arbeitsplatte und ermahnte sich, tief durchzuatmen.

„Nein. Ich bin mehr ein Macher.“

Shep kam näher. Bevor Nancee herausfinden konnte, was er vorhatte, umschloss er ihr Gesicht mit seinen großen Händen und presste seinen Mund auf ihren.

Bei der ersten Berührung seiner warmen Lippen lösten sich alle ihre Sorgen in Luft auf. Es gab nur noch diesen Moment und die Magie dieses Mannes. Er hatte schon immer die Macht besessen, sie mit einem einzigen Kuss davon zu überzeugen, dass alles gut werden würde. Was natürlich nicht stimmte, aber für diese wenigen Sekunden konnte sie sich entspannen und einfach nur sein. Dann zog er sich zurück und die Realität holte sie mit aller Wucht ein. Sie schob ihn von sich.

„Du solltest gehen“, sagte sie.

„Okay.“ Er wandte sich zur Tür und warf ihr noch einen Blick zu. „Es war schön, dich zu sehen. Ich hoffe, wir laufen uns in der Stadt mal wieder über den Weg.“

Sie war sich nicht sicher, ob sie das auch wollte. Shep hatte bisher immer nur Ärger bedeutet. Wie hieß es noch? Wer zweimal auf den gleichen Trick – oder in diesem Falle auf den gleichen Mann – hereinfällt, ist selbst schuld? Tja, bei ihnen stand es null zu drei für Shep. Ihm eine vierte Chance zu geben, würde sie nicht mehr nur dumm, sondern erbärmlich dastehen lassen. Nein, auf keinen Fall. Sie war fertig mit ihm. Fertig mit einem großen … Ach ja, das hatte sie sich ja bereits versprochen.

„Ich kann das nicht noch einmal tun“, erklärte sie. „Nicht jetzt.“

„Ich weiß“, erwiderte er. „Das verstehe ich. Ich werde dir nicht im Weg sein.“ Er hielt inne, als wolle er noch etwas sagen.

Autor

Susan Mallery

Die SPIEGEL-Bestsellerautorin Susan Mallery unterhält ein Millionenpublikum mit ihren Frauenromanen voll großer Gefühle und tiefgründigem Humor. Mallery lebt mit ihrem Ehemann und ihrem kleinen, aber unerschrockenen Zwergpudel in Seattle.

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