Der Wikinger und die schöne Sklavin

– oder –

 

Rückgabe möglich

Bis zu 14 Tage

Sicherheit

durch SSL-/TLS-Verschlüsselung

Norwegen, 800 n.Chr: Eine sinnliche Nacht mit Wikinger Magnus hat für die schöne Sklavin Kendra süße Folgen. Doch eine Beziehung zwischen ihr und dem Sohn des Jarls ist ausgeschlossen! Kendra geht ihm aus dem Weg – bis er eines Tages schwerverletzt ihre Hütte aufsucht. Nur sie kann den Mann, den sie nie lieben darf, retten ...


  • Erscheinungstag 15.09.2026
  • ISBN / Artikelnummer 9783751538589
  • E-Book Format ePub
  • E-Book sofort lieferbar

Leseprobe

Lucy Morris

Der Wikinger und die schöne Sklavin

1. KAPITEL

Norwegen, 800 n. Chr.

„Ich bin nicht seine Frau. Aber ich trage sein Kind unter dem Herzen“, erklärte Kendra mit so viel Stolz, wie sie aufbringen konnte.

Jarl Sigurd war von seinem alljährlichen Raubzug in England mit Schätzen und Sklaven zurückgekehrt. Heimdall aber feierte heute Abend kein Fest – er war nicht zurückgekehrt und würde es auch nie. Sie hatte Heimdall nicht geliebt. Warum sollte sie auch? Er hatte sie vor fünf Jahren aus ihrer Heimat entführt und zu seiner Sklavin gemacht.

Aber auf eine seltsame Weise hatte sie Glück gehabt. Heimdall hatte nie viel von ihr verlangt, und er war oft auf Reisen oder zur Jagd gegangen und hatte sie die meiste Zeit des Jahres sich selbst überlassen. Aber Kendra war eine praktisch veranlagte Frau und entschlossen, etwas für seinen Verlust zu bekommen – egal, wie wenig. Sie atmete tief durch und fuhr fort, wobei sie eine Hand zu ihrem Bauch wandern ließ, um den Jarl an die Bedürfnisse des Kindes, das in ihrem Schoß heranwuchs, zu erinnern.

„Ich bitte um Heimdalls Wergold. Er starb, als er Euch diente, und hat keine Verwandten. Es wäre nur recht und billig, dass ich es erhalte.“ Sie blickte bedeutungsvoll auf die sich auftürmenden Haufen von Gold- und Silberschätzen. Sie brauchte nicht viel, nur so viel, dass sie den Winter überstehen konnte.

Jarl Sigurd weigerte sich, ihr in die Augen zu sehen, und nippte stattdessen gelangweilt an seinem Horn. „Wergold wird nur an Witwen und Erben gezahlt. Du warst seine Sklavin.“ Sigurd lächelte, als würde er sich über irgendetwas köstlich amüsieren. „Du solltest dankbar sein, dass er auf einem Raubzug gestorben ist. Wäre er hier gestorben, hätten wir ihn auf dem Scheiterhaufen beerdigt und dich wahrscheinlich gleich mit.“

Kendra versuchte, sich den Schauer nicht anmerken zu lassen, der ihr über den Rücken lief; es war die kalte Umarmung des Todes, und sie wusste, wie nahe sie ihm jederzeit war. Aber welche Wahl hatte sie denn? Das Kind brauchte sie.

„Heimdall hat mir die Freiheit geschenkt, bevor er gegangen ist.“ Die Lüge schmeckte bitter auf ihrer Zunge, aber sie versuchte ihr Bestes, um eine unschuldige Miene zu wahren. „Er hätte mich auch geheiratet, aber er wollte erst auf Raubzug gehen, um anständig für das Kind sorgen zu können.“

„Ist das so?“ Jarl Sigurd schnaubte ungläubig. „Es überrascht mich ohnehin, dass der alte Mann noch einen Tropfen Lebenssaft übrighatte.“

Gelächter erklang. Alle grinsten sie an, alle bis auf einen: den Sohn des Jarls. Magnus, gut aussehend und mutig. Frauen erröteten und sanken ihm wie Federn zu Füßen. Aber nicht Kendra. Er war für sie gefährlicher als jede Schlange oder jeder Wolf.

Seit seiner Rückkehr schien er jedoch nicht mehr er selbst zu sein. Seine bronzefarbene Haut sah blass aus, und sein hochgewachsener Körper schien ein wenig in sich zusammengesunken zu sein. Seine blauen Augen wirkten glasig, als er sie ansah – sie hatte vermutet, dass das vom Festbier herrührte, aber jetzt fragte sie sich, ob er nicht vielleicht eine Krankheit hatte. Sein Haar floss ihm in goldenen Wellen über die breiten Schultern, aber seine Zöpfe wirkten weniger sorgfältig geflochten als sonst, und Schweißperlen glitzerten auf seiner Stirn.

Kendra zwang sich, den Blick abzuwenden. Sie musste sich auf die Zukunft konzentrieren und die Vergangenheit vergessen.

Jarl Sigurd lehnte sich auf seinem Lehnstuhl nach vorne und blickte sie so hart an, dass sich ihr der Magen bei den Lügen, die sie zu äußern gewagt hatte, schmerzhaft zusammenzog. „Ich glaube dir nicht, Kendra. Heimdalls Eigentum gehört jetzt mir, und das schließt dich ein!“

Seine Frau Frigg legte ihm besänftigend eine Hand auf den Unterarm, ein stummes Flehen um Frieden und Harmonie.

Sigurds Stimme wurde sanfter, als er hinzufügte: „Komm vom Berg herunter, und du wirst in meinem Haus sicher sein – als eine der Dienerinnen meiner Frau.“

Das Elend packte sie, doch zu ihrer Überraschung kam ihr jemand zu Hilfe. Die heisere Stimme von Magnus erfüllte den Raum. „Heimdall hat ihr die Freiheit geschenkt.“ Aller Augen richteten sich auf den Sohn des Jarls, der mit einem gleichmütigen Schulterzucken einen Schluck von seinem Bier nahm und dann ein wenig nach vorn sackte und sich abrupt wieder aufrichtete, als müsste er darum kämpfen, wach zu bleiben. „Er sagte es mir auf dem Schiff. Gib ihr, was sie will.“

Autor

Für weitere Informationen zur Barrierefreiheit unserer Produkte wenden Sie sich bitte an info@cora.de.