Bianca Extra Band 96

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KÖNNEN BEACHBOYS TREU SEIN? von CHRISTY JEFFRIES
Gegen blonde Beachboys ist Rebekah eigentlich immun. Doch als Grant sie zu einer sinnlichen Nacht verführt, bereut die schöne Tierheimleiterin keine Sekunde in seinen Armen. Bis sie erfährt: Sie ist von sexy Grant schwanger, und er macht ihr ein völlig absurdes Angebot …

NÄCHTE, DIE DU NIE VERGISST … von HEATHERLY BELL
Jills Traum: Wildfire Ridge in einen Outdoor-Park verwandeln. Niemand kann ihr dabei besser helfen als der verwegene Ex-Marine Sam Hawker! Auch wenn sie einst mit dem Abenteurer die heißeste Nacht ihres Lebens verbrachte, zählt für sie natürlich nur der Job. Aber für wie lange?

DAS DATE IHRES LEBENS von LYNNE MARSHALL
Er lächelt wie ein Filmstar, flirtet wie ein Gentleman und küsst wie ein Herzensbrecher. Nach einem Business-Date kann Eva DeLongpre dem smarten Politiker Jose Aguirre nicht widerstehen. Fatal, denn die Single-Mom ahnt, für seine Wiederwahl ist ihre geheime Mondschein-Romanze Gift …

EIN GEWAGTER BABY-DEAL von BRENDA HARLEN
Schwanger und Single? Für die toughe Regan eigentlich kein Problem. Doch als Deputy Connor ihr eine Heirat vorschlägt, klingt das wie ein guter Plan. Bis Regan entsetzt fühlt, es prickelt zwischen ihr und Connor nicht nur unglaublich heiß, der ehemalige Bad Boy verschweigt ihr auch etwas …


  • Erscheinungstag 04.05.2021
  • Bandnummer 96
  • ISBN / Artikelnummer 9783751500364
  • Seitenanzahl 448
  • E-Book Format ePub
  • E-Book sofort lieferbar

Leseprobe

Christy Jeffries, Heatherly Bell, Lynne Marshall, Brenda Harlen

BIANCA EXTRA BAND 96

CHRISTY JEFFRIES

Können Beachboys treu sein?

Zu einem turbulenten Liebesleben sagt Charming-Boy Grant nicht Nein. Bis er sich in die schöne Rebekah verliebt. Mit ihr will er sogar eine Familie haben. Aber warum überzeugen seine Worte sie nicht?

HEATHERLY BELL

Nächte, die du nie vergisst ...

Ihre heißen Küsse retteten Ex-Marine Sam Hawker einst buchstäblich. Jetzt steht Jill wieder vor ihm – als seine umwerfende Chefin! Aber nicht nur deshalb ist eine Zukunft mit seiner Traumfrau undenkbar …

LYNNE MARSHALL

Das Date ihres Lebens

Für Mayor Jose Aguirre ist Eva das Date seines Lebens. Fatal, denn als seine politische Gegnerin die Romanze aufdeckt, muss er sich entscheiden: Entweder er verliert die Wahlen oder Evas Herz …

BRENDA HARLEN

Ein gewagter Baby-Deal

Wenn Connor Neil die schöne Regan heiratet, bezahlt ihr Vater das Studium seines Bruders – eigentlich ein perfekter Deal. Aber wie lange kann der loyale Sheriff die Frau, die er liebt, hintergehen?

1. KAPITEL

Fassungslos starrte Rebekah Taylor auf das Ergebnis des Schwangerschaftstests in ihrer Hand. Wie um alles in der Welt konnte der positiv sein? Sie hatten sich doch geschützt – mit einem Kondom, das ihr eine Freundin vor Jahren bei einer Junggesellinnenparty aus Jux geschenkt hatte. Das rosa glitzernde Ding war zwar furchtbar kitschig, aber es hätte doch voll funktionsfähig sein müssen.

Was es ganz offensichtlich nicht gewesen war.

Hatte das Kondom ein Verfallsdatum? Rebekah betrachtete ihre entsetzte Miene im Spiegel über dem Waschbecken. Alle sechs Monate durchsuchte sie sämtliche Schränke und Schubladen im Bad und in der Küche nach abgelaufenen Produkten und entfernte alles, was auch nur in die Nähe des Mindesthaltbarkeitsdatums zu kommen drohte.

Wie hatte sie so etwas Wichtiges übersehen können? Seufzend sank sie auf den Toilettensitz. Vermutlich, weil sie die herzförmige Dose in der hintersten Ecke der Nachttischschublade versteckt hatte. Wahrscheinlich läge sie da immer noch, wäre sie an jenem Abend nicht so verzweifelt gewesen.

Und so einsam.

Wenigstens hatte sie ein Kondom gehabt – im Gegensatz zu dem leichtsinnigen Grant Whitaker, der vor acht Wochen auf einmal vor ihrer Haustür gestanden hatte. Sex war nicht geplant gewesen, aber dann war es doch passiert.

Eigentlich hatte Rebekah den Mann bei seinen ersten Besuchen in Spring Forest überhaupt nicht leiden können. Wenn er alle paar Monate in Shorts, T-Shirt und Flip-Flops von Florida nach North Carolina geflogen kam, sah er eher wie ein Surflehrer als wie ein Geschäftsmann aus.

Und das Beunruhigende war: Obwohl er so entspannt wirkte, hatte er Rebekah stets misstrauisch beäugt. Sie war die Geschäftsführerin von Fellknäuel fürs Leben, des Tierheims, das seine beiden älteren Tanten vor Jahren gegründet hatten. Offenbar traute er Rebekah zu, Hundefutter zu stibitzen, wenn er ihr den Rücken zudrehte. Andererseits verhielt er sich so gegenüber allen Mitarbeitern von Fellknäuel fürs Leben.

„Na ja, auf jeden Fall wird dich keine für eine Whitaker halten“, seufzte sie ihrem Spiegelbild zu. Ihr Vater war Ire, und ihrer afroamerikanischen Mutter verdankte sie den bronzefarbenen Teint und die schwarzen Locken. Ein größerer Unterschied zwischen ihr und dem hellhäutigen Grant mit seinen langen blonden Haaren ließ sich kaum denken. Würde ihr Baby einem von ihnen mehr ähneln? Oder wäre ihr Kind mit dem besten beider Genen gesegnet? „Hör auf damit!“, befahl sie sich. Sie wusste gerade einmal seit drei Minuten, dass sie schwanger war, und ließ sich bereits von ihren Gefühlen mitreißen.

Vielleicht war der erste Test auch falsch. Hektisch riss Rebekah eine zweite Packung eines anderen Herstellers auf. Zehn Minuten später hielt sie jedoch das gleiche Resultat in den Händen.

Am liebsten hätte sie sich zu einer Kugel zusammengerollt und ihr Schlafzimmer nie mehr verlassen. Aber erwachsene Frauen, die eine Hypothek für ein Haus zurückzuzahlen und einen Abschluss in Betriebswirtschaft vorzuweisen hatten, brachen nicht einfach in Tränen aus und ließen sich hängen, wenn etwas schiefging.

Also nahm sie einen Zettel und stellte eine To-do-Liste auf: 1. Termin beim Arzt machen. Doch bereits bei 2. wusste sie nicht, was sie notieren sollte.

Es Grant sagen?

Ihr schauderte bei der Vorstellung, wie dieses Gespräch ablaufen könnte. Es gab zwei Möglichkeiten: Vielleicht sagte er „Na wenn schon“, und würde sie und ihr Kind vergessen, weil es nicht in seinen Lebensplan als Junggeselle passte. Oder er warf ihr vielleicht vor, ihn in eine Falle gelockt zu haben – wie es Trey gemacht hatte.

Es brachte jedoch nichts, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, bevor sie mit einem Doktor gesprochen hatte. Sie zerknüllte das Blatt in ihrer Hand und warf es in den Abfalleimer.

In der Küche stellte sie aus alter Gewohnheit die Kaffeemaschine an, bis ihr einfiel, dass Schwangere zurückhaltend mit Koffein sein sollten. Rebekah fragte sich, wie sie es wohl neun Monate lang ohne Kaffee aushalten würde.

Und möglicherweise noch länger, falls sie sich dafür entscheiden sollte, ihr Baby zu stillen.

Ihr Handy klingelte. Sie nahm es vom Tisch und las die Nachricht von ihrer Mom.

Haben wir unseren Besuch bei Fellknäuel fürs Leben für den ersten oder zweiten Dienstag im September geplant?

Rebekah rieb sich die Nase. Ihre Mutter war Grundschullehrerin und hatte sie gebeten, für ein paar Sechsjährige eine Führung durch das Tierheim zu organisieren. Gut, dass der Termin nicht heute war!

Mom, er findet am achten statt. Ich habe es dir doch in deinen Kalender geschrieben.

Nachdem sie ihrer Mutter geantwortet hatte, suchte sie im Internet nach einem Frauenarzt mit exzellenten Bewertungen. Sie holte tief Luft und wählte die Nummer. Eine männliche Stimme meldete sich am anderen Ende, und Rebekah musste sich ein paarmal räuspern, ehe sie ihr Anliegen über die Lippen brachte. „Ich glaube, ich bin schwanger, und hätte gerne einen Termin bei Dr. Singh.“

„Herzlichen Glückwunsch.“ Rebekah tröstete es etwas, dass wenigstens ein Mann ihr dazu gratulierte. „Wie weit sind Sie?“

„Ähm, ich denke, in der achten Woche.“

„Wissen Sie den genauen Tag der Empfängnis?“

Diese Frage war ihr peinlich. Natürlich kannte sie den Tag. Sie erinnerte sich sogar an das Essen an jenem Abend. Und danach war sie schwach geworden. Offenbar reichte ein unbedachter Moment aus. Doch anstatt dem Mann ihre Gedanken mitzuteilen, nannte sie nur das Datum.

„Normalweise untersucht Dr. Singh ihre Patientinnen erst, wenn sie etwa in der zwölften Woche sind. Ich kann Ihnen einen Termin im Oktober geben.“

Rebekah biss die Zähne zusammen. Es war erst Ende August, und so lange konnte sie nicht mit der Ungewissheit leben. Schlimm genug, dass sie so etwas schon einmal hatte durchmachen müssen. „Ich … ähm … hatte schon mal eine Eileiterschwangerschaft. Unter diesen Umständen wird mich die Ärztin bestimmt früher sehen wollen.“

„Natürlich“, erwiderte er, und sie hörte das Klappern einer Tastatur. „In diesem Fall wäre der früheste Termin nächsten Donnerstag.“

Rebekah notierte sich die Zeit in ihrem Kalender, bedankte sich und beendete das Gespräch. Unter der Dusche nahm sie sich vor, bis zum Untersuchungstermin nicht mehr über die Angelegenheit nachzudenken.

Das Versprechen hielt ganze fünfundvierzig Minuten – bis sie auf dem Weg zur Arbeit mit ihrem smaragdgrünen Fiat an einem großen Drugstore vorbeikam. Bei einem Blick auf die Uhr stellte sie fest, dass sie noch genügend Zeit hatte. Also betrat sie den Laden und kaufte eine Schachtel Vitamine speziell für Schwangere. Und da sie die Tabletten nicht auf nüchternen Magen nehmen wollte, ging sie anschließend in die gegenüberliegende Bäckerei und besorgte sich ein Schoko-Croissant. Schokolade beruhigt die Nerven, sagte sie sich. Doch nein, sie wollte nicht nervös sein. Dieses merkwürdige Gefühl in ihrem Bauch lag wahrscheinlich nur am Hunger. Oder an den Begleiterscheinungen der Schwangerschaft, von denen sie gehört, aber die sie noch nie zuvor erlebt hatte.

Als sie auf ihren Parkplatz vor dem Tierheim rollte, knurrte ihr Magen vernehmlich, und hinter ihren Schläfen pochte es. Vermutlich machte sich bereits der Koffeinentzug bemerkbar.

Normalerweise brachte sie Kaffee und Croissants für alle Kollegen mit. Aber an diesem Morgen wollte sie ihre Ruhe haben, sich hinter einem Stapel Papier verbergen und die Tür zu ihrem Büro geschlossen halten.

Mit einem letzten prüfenden Blick in den Rückspiegel vergewisserte sie sich, dass nichts an ihrem Aussehen auf eine Schwangerschaft deutete. Ihr Geheimnis würde sie erst dann mit anderen teilen, wenn sie dazu bereit war.

Glücklicherweise würde sie Grant erst nach ihrem Arzttermin wiedersehen. Dann hatte sie Sicherheit, und bis dahin würde sie sich auch überlegt haben, wie sie ihm die Neuigkeit am besten überbringen könnte. Seit ihrer gemeinsamen Nacht hatten sie sich nicht mehr gesehen – was natürlich auch daran lag, dass er in einem anderen Bundesstaat lebte. Das letzte Lebenszeichen von ihm war ein Zettel mit seiner Handynummer, den er auf den Küchentisch gelegt hatte, bevor er sich frühmorgens aus ihrem Haus schlich.

Um nicht in Versuchung zu geraten, hatte sie den Zettel sofort weggeworfen, ohne die Nummer in ihrem Handy zu speichern. So toll diese Nacht auch gewesen war – zu einem zweiten One-Night-Stand würde sie es auf keinen Fall kommen lassen. Und selbst jetzt gab es vielleicht keinen Grund, ihn anzurufen. Ihre Schwangerschaft war noch nicht bestätigt worden – jedenfalls nicht offiziell. Ihr Vater hatte damit Karriere gemacht, anderen Menschen Ratschläge zu geben. Einer ihrer Lieblingssprüche von ihm lautete Zerbrich dir heute nicht den Kopf über Probleme von morgen. Wie ein Mantra wiederholte sie die Worte immer wieder.

Mit der Handtasche und der Aktentasche über der einen Schulter griff sie nach ihren Einkäufen und schloss die Wagentür mit einem Fußtritt.

Während sie auf den Eingang zusteuerte, holte sie noch einmal tief Luft – und blieb wie vom Donner gerührt stehen, als sie eine vertraute Männerstimme hinter sich hörte. „Sieht ganz so aus, als ob der frühe Vogel heute Morgen den Wurm ganz für sich allein haben will.“

Grant Whitaker stieß sich von einem unauffälligen Mietwagen ab, dem sie überhaupt keine Beachtung geschenkt hatte. In diesem Moment sah er weniger wie ein früher Vogel, sondern wie ein Habicht auf der Lauer aus. Moment mal … das bedeutete ja, dass sie in diesem Fall der Wurm war. Jedenfalls wäre es ihr ganz recht gewesen, ebenso unauffällig wie ein Wurm seinen Blicken entschwinden zu können.

Doch als er ihr ein verführerisches Lächeln zuwarf und sie in seine tiefblauen Augen schaute, wurde ihr Mund trocken, und in ihrer Magengrube begann ein ganzer Schwarm von Schmetterlingen zu flattern.

Oder war das etwa der erste Anfall von morgendlicher Übelkeit?

Birdie und Bunny, die Tanten von Grant Whitaker, waren immer ganz entzückt, wenn ihr Neffe Zeit fand, von Jacksonville herüberzufliegen und ihnen im Tierheim zur Hand zu gehen. Offenbar hatten sie seinen Besuch dieses Mal allerdings für sich behalten. Rebekah Taylors weit aufgerissenen Augen und offenem Mund nach zu urteilen, hatte sie keine Ahnung, dass seine Tanten ihn gebeten hatten, die bisherige Marketingstrategie zu überarbeiten, damit mehr Menschen zu ihren Tagen der offenen Tür mit den beliebten Tieradoptionen kommen würden.

Doch selbst wenn Birdie und Bunny ihn nicht um Hilfe gebeten hätten, wäre ihm vermutlich ein anderer Grund eingefallen, um nach Spring Forest zurückzukommen und Rebekah wiederzusehen. Seit über einem Monat hatte er nicht mehr mit der Geschäftsführerin des Tierheims gesprochen, die auf ihn einen sehr zurückhaltenden Eindruck gemacht hatte. Er hatte geglaubt, sie mit ein paar Drinks lockerer machen zu können, was ihm dann ja auch tatsächlich gelungen war. Sie hatte noch fest geschlafen, als er früh am Morgen aufstehen musste, um seinen Flieger nach Florida zu erwischen. Deshalb hatte er seine Handynummer auf dem Küchentisch hinterlassen, wo sie sie unmöglich übersehen konnte. Er hatte nicht sofort mit einem Anruf gerechnet, nur weil sie eine Nacht miteinander verbracht hatten – aber wenigstens mit einer Nachricht ein paar Tage später, in der Art von „Melde dich doch, wenn du mal wieder in der Stadt bist“.

Doch Rebekah Taylor gehörte zur prüden Sorte. Ihr eilte der Ruf voraus, dass sie so schnell keinen an sich heranließ. Umso erstaunlicher, dass er sie herumgekriegt hatte. Es war eine schöne Nacht gewesen. Nein, eine fantastische Nacht, wenn er ehrlich war. Und er war fest davon überzeugt, dass auch sie ihren Spaß gehabt hatte. Bei dem Gedanken daran begannen seine Finger zu zittern, als ob sie sich ebenfalls daran erinnerten, wie Rebekah auf ihre Berührung reagiert hatte, als er sie zum …

Grant wurde ganz warm, und energisch schüttelte er den Kopf, als ob er die Vorstellung vertreiben wollte. Stattdessen konzentrierte er sich darauf, Rebekah beim Öffnen der Tür zuzuschauen.

„Kann ich dir helfen?“, bot er ihr an und streckte die Hand aus, um die Schlüssel entgegenzunehmen. Als sein Daumen ihre Handfläche berührte, hatte er das Gefühl, einen Stromschlag zu bekommen. Ruckartig riss sie ihren Arm zurück. Offenbar war es ihr genauso ergangen.

Die Anziehungskraft war also immer noch da – auch wenn Rebekah sich ihre Aktentasche wie einen Schild vor den Oberkörper presste, sodass er ihre vollen runden Brüste nicht sehen konnte. Dafür konnte er sich umso besser an deren weiche, bronzefarbene Haut erinnern, die von zwei tiefbraunen Nippeln gekrönt wurde.

Mit der anderen Hand umklammerte sie zwei Einkaufstüten und blies sich eine schwarze Locke aus dem Gesicht. Sie wirkte zwar nicht sauer, schien aber auch nicht gerade glücklich darüber zu sein, ihn zu sehen. Er bemerkte ihre pulsierende Halsschlagader. Offenbar hatte sie ihre Gefühle doch nicht so unter Kontrolle.

Grant musste sich ein Grinsen verkneifen. Nur weil sie sich einmal in seiner Gegenwart hatte gehen lassen, bedeutete das nicht, dass sie es noch einmal tun würde. Rebekah ließ sich nicht so leicht in die Karten blicken, aber er erinnerte sich an ihre beschwipsten Worte nach dem dritten Mojito, zu dem sie sich hatte überreden lassen, nachdem ihre Freunde die Bar bereits verlassen hatten. „Hoffentlich erfährt keiner, dass wir hier sitzen und so viel trinken. Es zeugt nicht gerade von Professionalität, mit einem Mitglied der Familie abzuhängen, für die ich arbeite.“

„Dann sollten wir auch möglichst keinem erzählen, dass ich jetzt mit dir nach Hause gehe“, fügte er hinzu und winkte nach der Rechnung. Sie hatte verführerisch mit den Augen gezwinkert und die Lippen halb geöffnet. Wenn das keine Einladung war! Insgeheim überraschte es Grant, dass sein Anmachspruch eine solche Wirkung auf jemanden hatte, der so reserviert war. Im weiteren Verlauf der Nacht stellte sich dann heraus, dass es für beide eine gute Sache gewesen war, dass er die Führung übernommen hatte.

Doch etwas in ihrem Blick warnte Grant davor, die gleiche Strategie noch einmal anzuwenden – hier vor ihrem Arbeitsplatz. Oder am helllichten Tag. Er räusperte sich und widmete sich der Tür. Den erstbesten Schlüssel steckte er ins Schloss, aber er ließ sich nur halb herumdrehen.

„Es ist der dritte.“ Mit dem Kinn deutete sie auf den Schlüsselbund in seiner Hand, die plötzlich feucht geworden war. Er brauchte noch zwei weitere Anläufe, ehe sich die Glastür öffnen ließ. Sie rauschte an ihm vorbei und ließ eine Wolke von dem teuren Parfüm hinter sich, das sie so liebte. Auf direktem Weg steuerte sie die Büros an.

Grant blieb ein paar Sekunden lang reglos stehen und ließ sich vom Luftstrom der Klimaanlage abkühlen. Sie hatte sich noch nicht mal bei ihm für seine Hilfe bedankt, geschweige denn sich von ihm verabschiedet. Es war eine Sache, das Persönliche außen vor zu lassen, aber eine andere, ihm auf diese Weise die kalte Schulter zu zeigen. Einige der freiwilligen Helfer waren zwar schon da, aber sie waren mit den Tieren beschäftigt. Die Eingangshalle war menschenleer; keiner hätte sie sehen können. Offenbar wollte sie so tun, als sei er überhaupt nicht da.

Einerseits hatte Grant Verständnis dafür, dass sie die ganze Angelegenheit am liebsten vergessen würde. Ihm war es genauso gegangen, nachdem er sich damit abgefunden hatte, dass sie ihn nicht anrufen würde. Wenn sie nicht miteinander redeten, müssten sie auch nicht darüber reden. Es war die beste Methode, irgendwelche peinlichen Gefühle gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Aber er wurde die Erinnerung an Rebekahs Körper, der sich gegen seinen gepresst hatte, nicht los und ebenso wenig an ihr lustvolles Stöhnen.

Und er hatte noch immer ihren Schlüsselbund in der Hand.

Grants Flip-Flops schmatzten über den lackversiegelten Betonboden, während er mit ausholenden Schritten das größte der Büros ansteuerte. Die Tür war bereits geschlossen, und er klopfte energisch an, ehe er unaufgefordert eintrat.

Rebekah stand hinter ihrem Schreibtisch, beide Hände auf die Platte gestützt, und atmete schwer, als hätte sie gerade Sport getrieben, bevor er hereingekommen war. Um kein unangenehmes Schweigen aufkommen zu lassen, deutete Grant mit dem Kopf auf eine der Einkaufstüten auf dem Tisch. „Sutter’s Drugstore & Pharmacy?“ Lässig schob er die Daumen in den Gürtel seiner Shorts. „Geht’s dir nicht gut?“

„Bestens.“ Rebekah entspannte sich. Offenbar wollte er nur ein wenig Small Talk machen.

„Na, wenn du es sagst. Ich wollte dir deine Schlüssel bringen.“ Er griff in seine Tasche und ließ den Bund vor ihrer Nase baumeln. Rasch nahm sie ihn ihm aus der Hand. Dabei stieß sie eine der Tüten um. Etwas rollte über den Schreibtisch und landete vor seinen Füßen.

Wie der Blitz sauste Rebekah um den Tisch herum, aber sie war nicht schnell genug. Er schaute auf das Etikett der Dose und dann zu ihr. Da hatte sie es ihm bereits aus den Händen gerissen und drückte es an ihre Brust.

Er brauchte eine Weile, ehe er seine Überraschung in den Griff bekam. Schließlich fragte er: „Wozu brauchst du Vitamintabletten speziell für Schwangere?“

Rebekah biss sich auf die Unterlippe. Am liebsten hätte sie die Pillendose hinter ihrem Rücken versteckt. Es hatte wohl keinen Zweck mehr, ihm etwas vorzumachen.

Trotzdem …

Wie hatte er nur das Etikett so schnell lesen können?

Dass sie die Frage laut ausgesprochen hatte, wurde ihr erst bewusst, als Grant sie beantwortete. „Ich habe vier Mal hintereinander den Schnelllesewettbewerb in der Highschool gewonnen.“

„Du bist Schnellleser?“ Sie hoffte, das Thema wechseln zu können.

Die Hoffnung war trügerisch.

„Hast du mir etwas zu erzählen, Rebekah?“, fragte er.

Obwohl sie damit hatte rechnen müssen, trafen sie seine Worte wie ein Schlag in die Magengrube. Sie straffte den Rücken und zwang sich, ihm in die blauen Augen zu sehen. „Ich bin vielleicht schwanger.“

„Wow!“ Er ließ sich auf den Stuhl fallen, der vor dem Schreibtisch stand, und wischte sich eine Strähne seines von der Sonne gebleichten Haars aus der Stirn. „Wow“, wiederholte er.

Genau mit dieser Reaktion hatte sie gerechnet.

Und genau das gab Rebekah wieder Oberwasser. Plötzlich hatte sie die Situation im Griff. „Heute Morgen habe ich einen Test gemacht. Aber ich warte noch auf die Bestätigung der Ärztin.“

„Wie ist es …“, begann er, unterbrach sich aber und strich sich über die Bartstoppeln am Kinn. „Ich meine, wie …“

„Wie es passiert ist?“, half sie ihm auf die Sprünge. „Nun, ich denke, so wie es halt passiert.“

„Eigentlich wollte ich fragen, wie weit du bist.“ Er setzte sich ein wenig aufrechter hin. Rebekah fragte sich, ob er bereits nachrechnete.

„Ich bin vier Wochen über die Zeit. Also müsste es die achte Woche sein.“ Sie streckte den Zeigefinger in die Luft. „Falls ich tatsächlich schwanger bin. Wie gesagt, die Tests aus dem Drugstore sind nicht immer zuverlässig.“

Selbst zwei nicht.

Grant holte tief Luft. Seine Nasenflügel zitterten, als er ausatmete. „Wann gehen wir zum Arzt, um Gewissheit zu haben?“

Wir? Die Nervenenden auf ihrer Haut begannen zu prickeln. „Nun, ich habe nächste Woche einen Termin. In der Mittagspause. Damit ich mir nicht freinehmen muss. Wenn du willst, schicke ich dir hinterher eine Nachricht – falls es tatsächlich Neuigkeiten geben sollte.“

Was bedeutete, dass sie ihn um seine Handynummer bitten musste.

„Eine Nachricht? Falls es Neuigkeiten gibt?“ Er fixierte sie mit seinen Blicken, und Rebekah bekam ein schlechtes Gewissen. Sein Blick war vorwurfsvoll. „Hattest du überhaupt vor, es mir zu sagen?“

„Selbstverständlich.“ Irgendwann. Wenn ihr klar geworden war, was sie tun wollte. Erneut nagte sie an ihrer Unterlippe.

Sie wartete auf die nächste Frage – ob das sein Baby wäre –, aber er musterte sie nur schweigend, bis er langsam nickte.

Grant holte sein Smartphone aus der Tasche. „Wann hast du deinen Termin?“ Er wischte über das Display, um den Kalender zu aktivieren.

„Ähm …“ Rebekah legte den Kopf schräg. Auf einmal war sie nicht sicher, ob sie es ihm wirklich sagen sollte. Leider hatte er ihr mehr oder weniger den Vorwurf gemacht, ihm ihre Schwangerschaft verheimlichen zu wollen. Dabei wollte sie keineswegs bei ihm den Eindruck entstehen lassen, sie habe etwas zu verbergen. Und womöglich blieb er gar nicht lange genug in der Stadt, um sie zu begleiten. Wenn er es denn tatsächlich wollte. „Nächsten Donnerstag.“

„Mhm.“ Er tippte in sein Handy. „Wie viel Uhr?“

„Grant, du hast doch nicht wirklich vor, mich zum Arzt zu begleiten?“

Erneut schaute er ihr tief in die Augen. Sein Misstrauen war zurückgekehrt. „Natürlich komme ich mit. Hast du etwa geglaubt, ich lasse dich dabei allein?“

Sie wusste nicht, was sie darauf antworten sollte, denn im Grunde hatte sie genau damit gerechnet. Und eigentlich wäre es ihr auch lieber gewesen. „Musst du denn nicht nach Jacksonville zurück – zur Arbeit oder …“

Seine Finger wischten über das Handydisplay. Dann begann er, etwas einzutippen. „Heute Abend, nachdem ich bei meinen Tanten nach dem Rechten gesehen habe, fliege ich zu einer Marketing-Konferenz nach San Francisco. Ich buche nur den Rückflug um, damit ich auf dem Rückweg noch mal hier vorbeikommen kann.“

In Rebekahs Ohren rauschte es. Sie hörte nur das Wort „Tanten“, und ihr wurde mulmig. „Du kannst deinen Tanten doch nichts davon erzählen.“

„Wovon?“ Er war vollkommen auf sein Handy fokussiert – glücklicherweise, denn so bemerkte er die Schweißperlen auf ihrer Stirn nicht. Sie widerstand dem Drang, nach einem der Berichte des Tierarztes auf ihrem Schreibtisch zu greifen und sich Luft zuzufächeln.

„Von mir. Von uns.“ Sie zeigte von ihm zu sich, ehe sie die Hand auf ihren noch flachen Bauch legte. „Und schon gar nichts von dem Baby.“

Er schaute von seinem Handy auf. In seinem Blick lag kein Misstrauen mehr. Stattdessen so etwas wie … Begierde. Plötzlich wurde ihr ganz warm ums Herz.

Himmel! Den Mann, der dabei war, ihr ganzes Leben auf den Kopf zu stellen, fand sie noch immer wahnsinnig attraktiv.

Rebekah riss sich zusammen und straffte die Schultern. Eine solche Reaktion ihrerseits konnte schließlich nur mit den Schwangerschaftshormonen zusammenhängen.

Sie war zwar selbst nicht unbedingt der mütterliche Typ, aber Grant war das genaue Gegenteil von dem Mann, den sie als Vater für ihr Baby wählen würde. Was die Sache noch unerträglicher machte, war die Tatsache, dass seine beiden älteren Tanten ihn anbeteten. Ihrer Meinung nach war der Job, den er in Jacksonville hatte, der wichtigste der Welt. In Wirklichkeit arbeitete er für ein Technologieunternehmen, das seine Mitarbeiter dazu ermutigte, auch mal freizunehmen, um den Tag am Strand zu verbringen, und das ihnen Gleitzeit und Yoga-Stunden während der Dienstzeit anbot. Während manche ihn für einen Charmeur hielten, der die Dinge nicht so ernst nahm, wirkte er auf Rebekah wie einer, der nie richtig erwachsen geworden war. Vielleicht, weil sie ihn noch nie in einem Hemd mit Kragen gesehen hatte.

Oder einem weniger eng geschnittenen, das nicht seine breiten Schultern so sehr betonte.

Während sie gedankenverloren auf das Logo seines T-Shirts starrte, das sich über seinen muskulösen Oberkörper spannte, versuchte sie, das lustvolle Ziehen in ihrem Unterleib zu ignorieren, und fragte sich zum hundertsten Mal, wieso sie ausgerechnet wegen dieses Mannes in diese Situation geraten war.

Weil er so verdammt sexy war. Ganz einfach.

„Rebekah.“ Grant stand auf und stellte sich vor sie hin. Sie senkte den Blick, um nicht in seine Augen schauen zu müssen, doch er legte einen Finger unter ihr Kinn und hob ihren Kopf. Ihre Blicke trafen sich. „Ich werde keinem ein Sterbenswörtchen sagen, bis wir grünes Licht vom Doktor bekommen.“

Sie nickte leicht und atmete tief aus. Über grüne Lichter oder sonstige Dinge, die in der Zukunft lagen, wollte sie erst mit ihm reden, wenn sie einen konkreten Plan geschmiedet hatte.

Einen Plan, der wahrscheinlich darin bestand, keine Zeit mehr mit Grant Whitaker zu verbringen.

2. KAPITEL

Grant ließ den Finger länger an ihrem Kinn, als unbedingt nötig, und betrachtete ihre resignierte Miene. Schließlich trat sie einen Schritt zurück und begann, die Papiere auf ihrem Schreibtisch zu ordnen. Langsam ließ er die Hand sinken. Ohne ihn anzuschauen, sagte sie: „Nun ja, ich finde es schön, dass du vorbeigekommen bist und … na, du weißt schon …“

„Dass ich dir die Schlüssel gebracht habe?“ Er hatte nicht vor, sich von ihr fortschicken zu lassen, ohne von ihr zu hören, dass sie sich bald wiedersehen würden. „Oder dass ich dir angeboten habe, dich zum Arzt zu begleiten und um dir bei deinen Entscheidungen zu helfen?“

„Erwartest du eine bestimmte Entscheidung, Grant?“ Er bemerkte, dass sie die Schultern straffte, als bereitete sie sich auf einen Kampf vor. „Vielleicht eine, bei der du aus dem Schneider bist?“

Zum ersten Mal in seinem Leben fühlte er sich mit einer Situation überfordert. In seiner Familie galt Grant normalerweise als Problemlöser, derjenige, der alles stehen und liegen ließ, wenn ihn jemand um Hilfe bat. Rebekahs entschlossene Miene verriet ihm jedoch, dass sie keinerlei Unterstützung wünschte, um dieses Problem zu lösen.

Nicht dass die Schwangerschaft ein Problem gewesen wäre, korrigierte er sich insgeheim. Mit Bedacht wählte er seine nächsten Worte. „Also, wenn ich die Entscheidung treffen müsste, würde ich sagen, dass ich mir einen ganzen Stall von Kindern wünsche.“

Erstaunt riss sie die Augen auf. Er glaubte, ihre Gedanken erraten zu können. Deshalb fuhr er fort, ehe sie etwas erwidern konnte: „Nicht, dass du denkst, ich hätte dich mit Absicht geschwängert.“ Es klang, als würde er sich verteidigen, zumal er gleichzeitig eine Hand hob, als wollte er einen Schwur ablegen.

„Pssst.“ Nervös blickte sie über seine Schulter zur Rezeption. Dort unterhielten sich ein paar freiwillige Helfer über eine Fernsehsendung vom Abend zuvor.

Er senkte die Stimme. „Nur damit du’s weißt – es war nicht meine Absicht. Ich habe sogar dieses pinkfarbene Kondom benutzt. Hinterher klebte all dieser Glitter auf meinem besten …“

Rasch legte sie ihm die Hand auf den Mund.

Der Rest des Satzes endete in einem undeutlichen Gemurmel hinter ihrer Handfläche. Und da sie die Hand nicht zurückzog, tat er das, was jeder Mann in einer derartigen Situation tun würde: Er küsste die empfindliche Stelle zwischen Daumen und Zeigefinger.

Sofort riss Rebekah die Hand zurück. In ihren Augen blitzte eine Warnung. Ihre Stimme war zwar nur ein Flüstern, die Wut allerdings unüberhörbar: „Ich habe mich wenigstens um Verhütung gekümmert.“

Der Satz stand wie eine Mauer zwischen ihnen.

„Hör zu, es tut mir leid, dass ich nicht besser vorbereitet war.“ Sich verteidigen zu müssen war ein merkwürdiges Gefühl, und einen Moment lang rang er nach Worten. „Auch wenn du es nicht glaubst – normalerweise habe ich …“

„Grant!“ Bunny Whitaker betrat das Büro und unterbrach ihn. Rebekah machte einen Satz rückwärts und stieß mit einem lauten Geräusch gegen die Schreibtischkante. Bunny betrachtete ihn von oben bis unten. „So früh habe ich gar nicht mit dir gerechnet.“ Sie deutete auf seine Strandkleidung. „Waren die Wellen heute nicht groß genug für dich?“

„Du kennst mich doch, Tante Bunny.“ Grant breitete die Arme aus. „Als ich gesehen habe, dass die Wellen kaum fünfzig Zentimeter hoch waren, habe ich einen früheren Flug genommen, einen Wagen gemietet und bin sofort hierhergefahren. Damit ich mich gründlich auf den nächsten Tag der offenen Tür vorbereiten kann.“

Bunnys Blick schweifte zu Rebekah, die stocksteif neben ihrem Schreibtisch stand, und lächelte ihr zu. Ob sie etwas ahnte? Wenn ja, ließ sie es sich nicht anmerken. „Und wo ist es?“, wandte sie sich wieder an Grant.

„Wo ist was?“

„Dein Programm für den Tag der offenen Tür.“ Seine Tante zog die Augenbrauen hoch.

„Oh. Auf meinem Laptop.“ Hoffentlich fragte sie nicht, wo der war. Als er Rebekah vorhin eilig ins Haus gefolgt war, hatte er ihn im Wagen zurückgelassen … vergessen.

„Nun ja, das hat ja noch Zeit.“ Bunny machte eine beschwichtigende Geste. „Da ich euch jetzt beide hier habe, kommt doch mal mit nach draußen und schaut euch unser neues Logo an. Das alte ist ja dem Tornado zum Opfer gefallen. Das neue wird gerade am Eingang des Parkplatzes angebracht. Es ist so auffällig, dass unsere Besucher es unmöglich übersehen können.“

„Oh, das ging aber schnell.“ Dankbar ergriff Rebekah die Gelegenheit, aus dem Büro herauszukommen und die Unterhaltung mit Grant zu beenden.

Grant folgte den beiden Frauen nach draußen. Auf dem Weg ließ er das soeben geführte Gespräch noch einmal Revue passieren.

Sie war also möglicherweise schwanger. Würde sein Kind bekommen.

Was er ihr über den „Stall voller Kinder“ gesagt hatte, den er sich wünschte – das stimmte. Allerdings hatte er nicht damit gerechnet, so bald schon Vater zu werden. Rebekahs Enthüllung hatte ihn wie einen Schlag in die Magengrube getroffen. Gleichzeitig war sie so distanziert geworden, wie er sie noch nie erlebt hatte. Und der Schlag, den er gerade noch gespürt hatte, kam ihm nun vor wie ein großes schwarzes Loch in seinem Inneren.

Er war es gewohnt, gebraucht zu werden, und das genoss er auch. Er liebte es, der Macher zu sein und alle Probleme zu lösen. Deshalb war er ja auch so gut in seinem Job. Deshalb verließen sich ja seine Mom und seine Schwestern auf ihn, wenn es darum ging, den Surfladen auf dem neuesten Stand zu halten. Und deshalb war er nun auch nach Spring Forest gekommen – um seinen Tanten aus ihrer finanziellen Notlage zu helfen.

Rebekah dagegen schien überhaupt nichts von ihm zu wollen. Wenigstens nicht im Moment. Vielleicht würde sie ihre Meinung nach dem Arztbesuch ändern.

So oder so – die Frau würde sich daran gewöhnen müssen, ihn nun öfter um sich zu haben. Wenn sie tatsächlich sein Kind bekam, würde ihr schnell klar werden, dass die Familie für ihn immer an erster Stelle stand.

Am darauffolgenden Donnerstag ärgerte Grant sich noch immer darüber, nicht darauf bestanden zu haben, dass Rebekah ihm die Adresse ihrer Ärztin gegeben hatte. Das hätte ihm eine Menge Zeit und Stress erspart, denn er hätte sofort in die Praxis fahren und sie dort treffen können. Jetzt jedoch musste er erst zum Tierheim fahren, um sie abzuholen, nachdem er einen Nachtflug von San Francisco mit Zwischenstopp in Chicago genommen hatte und in aller Frühe gelandet war. Als sein Gepäck endlich da war, eilte er in den Waschraum, um sich ein wenig frisch zu machen, holte seinen Mietwagen ab und fuhr auf dem schnellsten Weg zum Tierheim.

Unterwegs schweiften seine Gedanken zu seinen Tanten und den freiwilligen Helfern. Was würden sie wohl denken, wenn sie sie zusammen wegfahren sahen? Würden sie zu tuscheln beginnen? Zunächst jedoch atmete er auf, als er Rebekahs grünen Wagen auf dem Parkplatz erblickte. Sie war also noch nicht weggefahren. Er erinnerte sich daran, dass sie ihm gesagt hatte, der Termin sei um die Mittagszeit, damit sie ihre Pause für den Arztbesuch nutzen konnte. Umso besser. Er hätte sich also gar nicht so abhetzen müssen.

Mit einem Blick auf die Uhr stellte er fest, dass es kurz vor zwölf war. Als er aufschaute, wurde die Tür geöffnet, und Rebekah kam heraus. Sie trug ein ärmelloses Kleid, das ihre Taille fest umspannte und kurz über den Knien endete. Auch dieses Mal hatte sie sich für High Heels entschieden, was ihre langen schlanken Beine besonders betonte. Der Anblick ließ sein Herz höherschlagen.

Ohne auf den Mietwagen zu achten, eilte sie zu ihrem eigenen Auto, öffnete die Heckklappe und verstaute den Rucksack, den sie immer über der Schulter trug, im Kofferraum. Grant stieg aus und eilte zu ihr. Obwohl weit und breit niemand zu sehen war, sprach er mit unterdrückter Stimme. „Sieht ganz so aus, als sei ich genau zur rechten Zeit gekommen.“

Rebekah fuhr zusammen und stieß sich den Kopf an der Klappe, als sie sich aufrichtete. Auch Grant zuckte zusammen, als er den harten Schlag hörte. Instinktiv streckte er die Hand aus, um ihr über den Kopf zu streicheln. Aber sie war schneller, und seine Finger landeten auf ihrer Hand, die die schmerzhafte Stelle rieb. „Alles in Ordnung?“, fragte er.

Sie nickte nur und trat einen Schritt zurück. Nervös ließ sie ihren Blick über den Parkplatz schweifen, um sicherzugehen, dass niemand sie beobachtete.

„Es ist kein Mensch draußen“, beruhigte er sie.

Rebekah räusperte sich. „Was machst du hier?“, wollte sie wissen.

„Schon vergessen? Du hast einen Arzttermin.“

„Natürlich habe ich den nicht vergessen. Ich habe nur nicht geglaubt, dass du tatsächlich mitkommen willst.“

Der Hieb saß, aber Grant beschloss, darüber hinwegzugehen. „Ich hätte dich in der Praxis getroffen, aber ich kenne ja nicht einmal den Namen deiner Ärztin und weiß auch nicht, ob sie hier im Ort oder anderswo ist.“

Rebekah schluckte hart. „Wie ich dir schon vorige Woche gesagt habe – du musst mich nicht begleiten. Wir können uns später im Coffeeshop treffen. Da erzähle ich dir dann alles.“

Sie musste Grant für ziemlich dämlich halten, wenn sie glaubte, dass er sich damit abspeisen ließ. Rebekah war es schon unangenehm genug, hier mit ihm auf dem Parkplatz zu stehen. Auf keinen Fall würde sie sich mit ihm in einem Restaurant treffen und über ihre Schwangerschaft diskutieren, wo jeder sie belauschen konnte. Falls sie ihn wirklich so leicht zu täuschen glaubte, würde er schwerere Geschütze auffahren müssen.

„Mittagessen klingt gut. Nach dem Termin können wir ja etwas zu uns nehmen.“ Er hielt seinen Schlüsselbund hoch. „Nehmen wir deinen Wagen oder meinen?“

Sie biss sich auf die Unterlippe – eine Geste, die er ausgesprochen sexy fand – und legte die Finger auf den Türgriff. Es sah aus, als wollte sie ins Auto springen und so schnell wie möglich losfahren. „Warum folgst du mir nicht einfach?“

„Damit du mich an irgendeiner Kreuzung abhängen kannst?“ Er zwinkerte ihr zu, ehe er den Kopf schüttelte. „Kommt überhaupt nicht infrage!“

„Na gut.“ Seufzend schloss sie die Heckklappe mit der Fernsteuerung an ihrem Autoschlüssel. „Aber steig schnell ein und duck dich, damit dich niemand sieht.“

Grant verbiss sich ein Grinsen, als er um das Auto herum zur Beifahrerseite lief. Bei seiner Statur war es nahezu unmöglich, sich in ihrem kleinen Auto wegzuducken, ohne mit den Knien ans Dach zu stoßen. Außerdem wollte er sich gar nicht verstecken. Er verstand zwar, dass keiner etwas mitbekommen sollte, aber er würde bei ihrem kleinen schmutzigen Geheimnis nicht lange mitspielen. Und das sagte er ihr auch, als sie so rasant aus der Parklücke fuhr, dass der Kies unter den Hinterreifen hochspritzte.

Rebekah schnalzte mit der Zunge. „Das wäre wirklich das erste Mal.“

„Was?“, fragte Grant, während er an seinem Sitzgurt herumfummelte, bis er ihn eingeklinkt hatte.

„Dass du mein kleines schmutziges Geheimnis bist.“ Rebekah gab Gas, als sie auf die Straße bog. „Ich hätte gedacht, es sei genau andersherum.“

Erstaunt warf er ihr einen Blick zu. „Warum solltest du mein Geheimnis sein?“

„Ach, komm, Grant, erzähl mir nichts. Du bist doch der Sunnyboy der Whitaker-Familie. Ich arbeite nur hier.“

Dass sie für seine Tanten arbeitete, war momentan allerdings ihre geringste Sorge. Grant ahnte, was sie meinte, aber nicht aussprechen wollte – dass ihm ihre kleine Affäre peinlich war und er auf keinen Fall wollte, dass andere davon erfuhren. War es eine Affäre? Oder eine Beziehung? Er wusste es selber nicht. Im Moment ging es ihm vor allem um ihre Gefühle und dass er ihr beistehen wollte. Es spielte keine Rolle, wie schön oder intelligent Rebekah war. Es gab immer einige Leute, die meinten, dass sie nicht zusammen sein sollten, weil sie so unterschiedlich waren. Vermutlich beruhten Rebekahs Gefühle auf Erfahrungen, die sie in der Vergangenheit gemacht hatte. Was ihn anbetraf – er war immer gern mit ihr zusammen gewesen. „Nur damit du’s weißt – ich habe dich niemals bloß als Angestellte meiner Tanten gesehen. Ehrlich gesagt ist es mir auch überhaupt nicht peinlich, wenn die Leute von uns erfahren.“

„Es ist mir ja auch nicht deinetwegen peinlich.“ Rebekah warf ihm einen kurzen Blick zu, ehe sie den Blinker setzte und auf den Spring Forest Boulevard einbog. „Aber ich habe wirklich hart gearbeitet, um eine Organisation zu leiten, die eine Menge für die Gemeinschaft tut. Und als gemeinnütziges Unternehmen gelten für uns nun mal besondere Regeln. Das bedeutet zum Beispiel, dass meine Arbeit auf den Prüfstand gestellt wird, wenn es irgendwelche Unregelmäßigkeiten gibt.“

„Willst du damit sagen, dass unsere Beziehung etwas Unregelmäßiges wäre?“

„Damit das klar ist: Wir haben keine Beziehung.“ Rebekah wandte sich ihm zu, als ihr Wagen an einer Kreuzung warten musste. Grant versuchte, das Gefühl von Enttäuschung zu ignorieren, das er bei ihren Worten empfand, obwohl er sich in den vergangenen Wochen genau das Gleiche gesagt hatte. „Und zweitens, aber das weißt du ja, werden die Bücher der letzten Jahre gerade von einer Anwältin überprüft. Ich möchte es nicht riskieren, einen Interessenkonflikt heraufzubeschwören.“

Das saß. In der Tat gab es einige finanzielle Unregelmäßigkeiten in der Buchführung, die sein Onkel Gator zu verantworten hatte.

Dieser Mann hatte immer ein gutes Händchen für Finanzangelegenheiten gehabt. Genau aus dem Grund hatten Birdie und Bunny ihrem Bruder die Spendengelder und die Kontrolle über ihre Privatkonten anvertraut im festen Glauben, das Richtige zu tun. Gator schien für jede Veränderung am Finanzmarkt immer exakt die richtige Lösung zu haben. Mit seiner Intelligenz und vor allem seiner Intuition hatte er seinen Schwestern geholfen – und ganz nebenbei auch für sich ein kleines Vermögen angehäuft. Aber dann war etwas schiefgelaufen. Plötzlich war das Geld nicht mehr da, wo es eigentlich sein sollte. Als ein Tornado über Spring Forest hinwegzog und riesige Schäden am Tierheim verursachte, mussten seine Tanten feststellen, dass Gator seit Jahren die Versicherungsprämien nicht mehr gezahlt hatte – und auch nicht zweifelsfrei erklären konnte, wo das Geld dafür stattdessen gelandet war.

Die Situation wurde immer unerfreulicher, bis den Tanten nichts anderes übrig blieb, als eine Anwältin mit der Sache zu betrauen. Seitdem war Gator spurlos verschwunden. In der Stadt wurde getuschelt, dass Grants Lieblingsonkel untergetaucht war, um peinlichen Fragen über sein Missmanagement zu entgehen.

„Okay, wir haben also keine Beziehung“, pflichtete er ihr bei und versuchte, den Duft von Rebekahs Parfüm zu ignorieren, der ihm in die Nase stieg – und der von einem anderen, ziemlich unangenehmen Geruch immer mehr überlagert wurde. „Wir haben ja übereinstimmend festgestellt, dass wir beide nicht auf eine Beziehung scharf sind.“

Die Ampel sprang auf Grün, und Rebekah gab Gas.

„Angesichts der besonderen Umstände jedoch“, fuhr Grant fort mit einem Blick auf ihren noch flachen Bauch hinter dem Sitzgurt, „werden die Leute doch bestimmt bald sehen, dass du schwanger bist.“

Sie hob einen Finger. „Falls ich schwanger bin. Ich habe noch keine Bestätigung von meiner Ärztin.“

„Gibt es einen Grund zur Annahme, dass du es nicht bist?“

Rebekah umklammerte das Steuer fester. Sie öffnete den Mund, um etwas zu sagen, doch dann schnüffelte sie. „Riechst du das auch?“

Der Geruch war allmählich zu einem unerträglichen Gestank geworden. Grant ließ seine Fensterscheibe ein wenig herunter. „Ja, ich rieche das schon seit fünf Minuten, aber ich habe gehofft, es käme von draußen.“

Rebekah betätigte einen Schalter, und beide Fensterscheiben versanken in den Türen. Tief atmete Grant die frische Luft ein. Rebekahs Locken wehten im Fahrwind. Aber der üble Geruch verschwand nicht.

„Der Gestank kommt zweifellos aus dem Auto“, stellte Rebekah fest und hielt sich die Nase zu, während sie den Wagen vor einer roten Ampel ausrollen ließ. „Was kann das bloß sein?“

„Es erinnert mich an einen von Tante Birdies Ziegenböcken, der sich in den Hühnerstall geschlichen, alle Eier zertreten und sich anschließend in Hühnerkacke gewälzt hat.“

„Das hier ist aber viel schlimmer.“ Rebekah musste ein Würgen unterdrücken.

In diesem Moment kam ein Jaulen aus dem Heck des Wagens. Grant und Rebekah stießen fast mit den Köpfen zusammen, als sie sich ruckartig umdrehten. Der Kopf eines zerzausten Tiers mit langen grauen Haaren über den Augen kam hinter einer Kiste zum Vorschein. Das Wesen knurrte drohend und entblößte dabei winzige gelbe Zähne. Die Vorderpfoten hatte es auf die Lehne der Rückbank gestützt, als wollte es jeden Moment nach vorn springen und angreifen. Grant saß stocksteif auf seinem Sitz und flüsterte: „Was zum Teufel ist das denn für ein Tier?“

„Ich fürchte, es ist dieser herumstreunende Vierbeiner, den alle einzufangen versuchen. Erinnerst du dich noch daran, wie deine Tante letzte Woche einen grauen Hund auf die Straße getrieben hat? Ich bin mir allerdings nicht sicher, da ich ihn noch nie aus der Nähe gesehen habe.“

„Was macht der in deinem Wagen?“, fragte Grant.

„Woher soll ich das wissen? Er muss in den Kofferraum gesprungen sein, als ich heute Morgen die Klappe längere Zeit offen gelassen habe.“

„Wo ist deine Reserveleine?“

Rebekah blieb ebenfalls stocksteif sitzen. „Welche Reserveleine?“

„Für genau solche Fälle haben meine Tanten immer eine Reserveleine und ein paar Meter Seil im Wagen. Falls sie auf ein Tier treffen, das Hilfe braucht, wie sie sagen.“

„Nur weil ich in einem Tierheim arbeite, fahr ich nicht durch die Stadt auf der Suche nach Tieren, die gerettet werden müssen.“

Der Hund knurrte erneut und machte eine schnappende Bewegung mit dem Kopf, als wollte es sie beißen. „Nun, wir sollten besser nicht mit ihm hier drinbleiben. Oder mit ihr. Wir steigen ganz langsam aus, und dann rufen wir jemanden vom Tierheim, der sich um ihn kümmert.“

Rebekah nickte. „Bei drei steigen wir gleichzeitig aus.“

Grant begann zu zählen. „Eins, zwei …“ Doch bis drei kam er nicht, weil Rebekah bereits herausgesprungen war.

„Oh, Mist“, fluchte er und folgte ihr.

Dummerweise hatte keiner von ihnen bedacht, dass die Fensterscheiben heruntergelassen waren, denn sofort sprang der verwahrloste Hund nach vorn und entwischte über den Fahrersitz. Er jaulte kurz auf, als er schmerzhaft auf dem Hinterbein landete, ehe er über die Straße zu humpeln begann.

„Oh nein.“ Rebekah nahm die Verfolgung auf. „Der arme Kerl ist verletzt!“, rief sie Grant über ihre Schulter zu.

Die Angst des Tieres musste jedoch größer sein als sein Schmerz, denn als es Rebekah bemerkte, humpelte es noch schneller. Es lief durch ein offen stehendes Eisentor in den Garten eines alten herrschaftlichen Hauses in der Second Street.

Nun ja, das Haus mochte einmal herrschaftlich gewesen sein, aber das war lange vorbei. Es auf Vordermann zu bringen würde ziemlich viel Arbeit machen – von dem verwilderten Garten ganz zu schweigen. Es brauchte ein neues Dach und einen frischen Anstrich. Als Rebekah den Hund fast erreicht hatte, entdeckte er ein Loch in den morschen Terrassendielen und verschwand darunter.

Grant ließ sich auf die Knie fallen, aber als er durch das Loch schaute, ließ ihn die Dunkelheit nicht erkennen, wie groß der Hohlraum war. Er wischte sich den Schmutz von den Händen und schaute Rebekah an. „Hast du irgendwas, mit dem wir ihn herauslocken können?“

Stumm riss sie die Augen auf. Dann eilte sie ohne ein weiteres Wort zu ihrem Wagen.

Grant unterdrückte ein Stöhnen. Diese Frau machte wirklich immer, was sie wollte. Und irgendwann bequemte sie sich dann, es ihm zu erzählen.

3. KAPITEL

Rebekah starrte auf die zerfetzte Tüte im Kofferraum ihres Wagens. Nun wurde ihr klar, was den Hund dazu veranlasst hatte, als blinder Passagier mitzufahren. Sie trug die Tüte mit den Muffins zur Veranda, wo Grant immer noch vor dem Loch kniete und Wache hielt.

„Ich hatte einen Apfelmuffin in meinem Rucksack. Damit hat der Hund in meinem Kofferraum offensichtlich ein Picknick gemacht.“

„Ich persönlich stehe ja mehr auf Schokoladencroissants, aber man kann es ihm nicht verdenken, dass er nimmt, was er kriegen kann.“

In Rebekahs Kopf machte es Klick. Viele Leute mochten Schokoladencroissants, aber soweit sie sich erinnerte, war es das Erste, das sie und Grant gemeinsam hatten. Leider waren die bereits ausverkauft gewesen, als sie an diesem Morgen in die Bäckerei gekommen war, um sich einen Vorrat zuzulegen. „Gut, dass es kein Schokomuffin war. Ich habe gehört, dass Hunde davon richtig krank werden können.“

„Du hast es gehört?“

„Ich hatte nie einen Hund“, gestand Rebekah. Ungläubig starrte Grant sie von unten an. „Schau mich nicht so an. Mein Dad hat eine Tierhaarallergie. Deshalb hatte ich als Kind weder Hund noch Katze.“

„Aber du arbeitest in einem Tierheim.“

„Es ist nicht so, dass ich Vierbeiner nicht mag“, verteidigte Rebekah sich und stützte die Hände in die Hüften. „Ich bin nun mal nicht der Typ für Haustiere.“

Grant musste grinsen. „Das ist wohl noch so eine Sache, die meine Tanten besser nicht erfahren sollten.“

„Na ja, ich laufe nicht durch die Gegend und verkünde es allen möglichen Leuten“, konterte sie. Sein durchdringender Blick irritierte sie. Warum sah er sie immer so an, als verdächtigte er sie, ihm irgendetwas zu verheimlichen? „Abgesehen davon haben deine Tanten mich nicht eingestellt, um mich um die Tiere zu kümmern. Ich muss also nicht viel Erfahrung mit ihnen haben, um meinen Job ordentlich zu machen.“

Unter der Veranda wurde ein neuerliches Knurren laut, und Rebekah erinnerte sich wieder daran, warum sie hier waren. Sie hielt die leere Tüte hoch. „Da sind noch ein paar Krümel drin. Vielleicht reicht das ja aus.“

„Oder sollten wir an die Tür klopfen und den Besitzer bitten, uns irgendwas Süßes zu geben?“

Rebekah betrachtete das Backsteinhaus, an dem sie immer vorbeikam, wenn sie nach Spring Forest hineinfuhr. Eine Fensterscheibe auf der ersten Etage war zerbrochen, und das Fliegengitter vor der Haustür hing schief in den Angeln. „Hier wohnt doch bestimmt schon lange keiner mehr.“

„Eine Schande! Aber das erklärt natürlich den Zustand des Hauses.“ Grant fuhr sich mit der Hand durchs blonde Haar. „Ich bin schon öfter hier vorbeigekommen und habe jedes Mal gedacht, was ist das für ein hässlicher Anblick.“

„Ja, wenn man etwas investieren würde, könnte es ein Prachtstück werden“, meinte Rebekah. „Das Haus hat Charakter. Siehst du die Türmchen an der Vorderfront? Die findest du an keinem anderen Haus in dieser Straße. Und das Grundstück ist riesig. Stell dir ein neues Tor vor und eine restaurierte Einfahrt, die bis vor die Haustür führt.“ Sie trat ein paar Schritte zurück und breitete die Arme aus, um ihm zu veranschaulichen, was sie meinte. „Wenn ich diesen verrosteten Eisenzaun abreiße, könnte ich ein paar Bänke aufstellen und hier eine gemütliche Sitzgruppe aufbauen, von der aus ich mit den Nachbarn plaudern und den Kindern zusehen könnte, wenn sie mit ihren Rädern vorbeikommen …“

Sie unterbrach sich und wurde rot. Es war ihr peinlich, ihm ihren Traum von diesem speziellen Haus zu erzählen – bevor sie sich für ein kleineres und bezahlbares Stadthaus entschieden hatte.

„Rede weiter“, forderte Grant sie auf und trat näher. Sein ermutigendes Lächeln und die breiten Schultern unter dem ausgewaschenen T-Shirt sorgten dafür, dass es ihr noch wärmer wurde. „Würdest du die Farbe der Türen und Fensterläden beibehalten?“

Sie schluckte. „Die Fensterläden würde ich schwarz streichen, und die Vordertür stahlblau. Weder königs- noch taubenblau. Eher irgendwas dazwischen.“

Während er sie betrachtete, wurde ihr bewusst, dass sie das Blau seiner Augen beschrieb. Ein Schauer lief ihr über den Rücken, und sie versuchte, ihre Reaktion mit einem Schulterzucken zu überdecken. „Aber da mir das Haus sowieso niemals gehören wird, ist es auch egal.“

„Wieso nicht?“, fragte Grant, erstaunt, und Rebekah wunderte sich, ob dieser Mann überhaupt irgendetwas für unmöglich hielt. Und ob man ihm jemals etwas verweigert hatte, was er unbedingt wollte.

„Erstens …“ Sie hielt den Zeigefinger hoch und stellte fest, dass es höchste Zeit für eine Maniküre wurde. In einem Schwangerschaftsforum hatte sie im Internet gelesen, dass die Folsäure in den Vitaminen, die werdende Mütter nehmen sollten, Haare und Nägel wie verrückt wachsen ließen. „Selbst ein Haus in diesem Zustand würde ich mir von meinem Gehalt niemals leisten können. Zweitens: Wenn ich tatsächlich schwanger bin, wird mein ganzes Geld für Windeln und Babysitter und alles, was ein kleines Kind so benötigt, draufgehen. Da bleibt nichts mehr übrig für einen Hauskauf oder eine Renovierung.“

Er verschränkte die Arme und runzelte die Stirn. „Dir ist doch wohl klar, dass ich dich und das Baby unterstützen werde? Nicht nur emotional, sondern auch finanziell.“

Zwar trug Grant heute ausnahmsweise Sneaker anstatt der üblichen Flip-Flops. Aber sie wollte ihn nicht darauf hinweisen, dass sie – nach seiner Garderobe zu urteilen – wahrscheinlich mehr verdiente als er. Das Handy in seiner Gesäßtasche begann zu klingeln, doch er holte es nicht heraus. Offenbar wollte er zunächst ihre Antwort hören.

Rebekah wusste nicht, was sie darauf erwidern sollte. „Wir sollten in die Praxis fahren“, sagte sie schließlich.

In der Tat war es sinnlos, über derartige Dinge zu diskutieren, bevor sie nicht hundertprozentig sicher war, wirklich schwanger zu sein. Und selbst wenn sie es war … Grant klang tatsächlich so, als wollte er am Leben seines Kindes teilhaben. Dennoch fiel es Rebekah schwer, ihm zu glauben.

Wenn ein Mann, der sechs Jahre mit ihr zusammen gewesen war, kein Kind mit ihr haben wollte – wieso sollte es ein Mann tun, den sie gerade einmal ein paar Monate kannte?

Grant war zwar das genaue Gegenteil von ihrem Ex-Freund Trey, aber Rebekah war auch nicht mehr die naive junge Frau, die sie damals gewesen war. Sie wollte nicht warten, bis er Angst vor der eigenen Courage bekam und verschwand – vor allem nicht, wenn ihr Körper jedes Mal unmissverständlich reagierte, wenn Grant sie anlächelte.

„Na gut.“ Er nickte und ließ die Arme sinken. „Aber wir werden uns noch darüber unterhalten, das verspreche ich dir. Und vielleicht können wir unterwegs einen Muffin oder einen Cheeseburger kaufen, um den Hund aus seinem Versteck zu locken.“

Rebekah hatte das Gefühl, ihr Oberkörper würde eingeschnürt. Im Stillen verfluchte sie sich, dass sie an diesem Morgen zur Arbeit gegangen war und nicht eine halbe Stunde eher Mittagspause gemacht hatte. Wäre sie nur ein paar Minuten früher aus ihrem Büro gegangen, könnte sie das alles alleine machen und müsste seine Blicke nicht ertragen und sein Gerede, dass er sich um sie und ihr Baby kümmern würde.

Als sie ins Auto stiegen, klingelte Grants Handy erneut. Wieder ignorierte er den Anrufer.

Rebekah beschloss, sein Verhalten nicht zu kommentieren, aber ihr war schon klar, dass er ihr damit beweisen wollte, vollkommen auf sie konzentriert zu sein. Die kurze Fahrt wäre viel angenehmer gewesen, wenn er abgelenkt gewesen wäre.

Dr. Singhs Praxis befand sich in einem Backsteinhaus in der Second Street. Das Wartezimmer war im Stil eines Wohnzimmers der viktorianischen Zeit eingerichtet. Als Rebekah dem jungen Mann an der Rezeption ihre Versichertenkarte reichte, lächelte er Grant zu: „Und das ist Daddy?“

Ruckartig drehte Rebekah den Kopf in Richtung Wartezimmer. Aber die einzige Frau, die dort saß, stillte gerade ihr Baby. Grant hatte bereits im Wartezimmer Platz genommen und beschäftigte sich intensiv mit einer Elternzeitschrift, um nicht die Frau anzuschauen. Rebekah nahm ihre Karte wieder in Empfang und holte ein paarmal tief Luft, ehe sie ihm folgte. Kaum hatte sie neben ihm Platz genommen, als sie bereits von einer Sprechstundenhilfe aufgerufen wurde: „Rebekah Taylor?“

Sie verzog das Gesicht, weil ihr Name laut durch die Praxisräume schallte. Rasch stand sie auf und ging zur Tür.

Die Sprechstundenhilfe zeigte zur Toilette und drückte ihr einen Plastikbecher in die Hand. „Während Sie uns eine Probe geben, nehme ich Daddy schon mal mit in den Behandlungsraum.“

Rebekah drehte sich um. Grant stand dicht hinter ihr, und sie zuckte unwillkürlich zusammen. Als sie eingewilligt hatte, dass er sie begleiten konnte, hatte sie gehofft, dass er auf dem Parkplatz auf sie warten würde. Vielleicht noch bis ins Wartezimmer. Aber vom Untersuchungszimmer war nie die Rede gewesen. Er musste das Blitzen in ihren Augen gesehen haben, denn er trat einen Schritt zurück.

„Oder soll ich lieber draußen warten?“, fragte Grant. Fast hätte Rebekah geantwortet, dass es ihr am liebsten gewesen wäre, wenn er in Jacksonville, Florida, gewartet hätte. Stattdessen klappte sie nur den Mund ein paarmal auf und zu. Vor der Sprechstundenhilfe wollte sie sich nicht die Blöße geben, zwar mit einem Mann ins Bett gegangen zu sein, ihn aber eigentlich in keinem anderen Teil ihres Lebens haben zu wollen. Als sie nicht antwortete, wandte Grant sich direkt an die Sprechstundenhilfe: „Ist es denn normal, dass Väter mit in den Behandlungsraum kommen?“

„Vollkommen normal.“ Die Frau nickte ein wenig zu nachdrücklich. „Die Väter sollen von Anfang an und so oft wie möglich einbezogen werden. Wir haben sogar eine Patientin, deren Mann im Auslandseinsatz ist. Sie bringt immer ihren Laptop und die Webcam mit, damit er per Video an der Untersuchung teilnehmen kann. Es ist richtig süß, das zu sehen.“

Na, toll. Jetzt erwartete Grant vermutlich, dass sie das ebenfalls tun würde, wenn er nicht persönlich anwesend sein konnte. Wenigstens war er so anständig, ihr den Vortritt zu lassen.

„Na gut“, flüsterte sie ihm auf dem Korridor zu. „Aber wag es ja nicht, auf die Waage zu schauen, wenn ich draufstehe.“

Rebekah verschwand in der Toilette, um ihre Urinprobe abzugeben. Als sie das Untersuchungszimmer betrat, stand Grant vor einem Poster, das eine Folge von Bildern der Erweiterung des Muttermundes während der Geburt zeigte. Fast hätte sie gelacht, weil er ganz blass geworden war. Doch sofort reichte ihr die Sprechstundenhilfe einen Umhang und forderte sie auf, sich auszuziehen.

Grant räusperte sich und sagte mehr zu sich als zu den anderen: „Ich hole mir ein Glas Wasser aus dem Spender im Korridor.“

Sobald Grant verschwunden war, zog Rebekah sich hastig aus. Noch ehe sie den Umhang zugebunden hatte, klopfte es an der Tür.

„Hi, ich bin Dr. Singh“, stellte sich eine sehr junge Frau vor, während sie das Zimmer betrat. „Daddy habe ich bereits kennengelernt. Er hat mir gesagt, Sie beide glauben, dass Sie ungefähr in der neunten Woche sind.“

Grant tauchte im Türrahmen auf, und Rebekah hätte am liebsten gerufen: „Es gibt keine ‚Sie beide‘“. Und warum zum Teufel nannte jeder, der hier arbeitete, Grant „Daddy“? Jedes Mal, wenn sie das Wort hörte, stellten sich ihre Nackenhaare auf.

Auf jeden Fall lag er richtig mit der Zeit.

Sie schluckte, bevor sie antwortete. „Das stimmt.“

„Okay. Ich schau mir kurz Ihre Patientengeschichte an, ehe ich mich um Sie kümmere.“ Dr. Singh schaltete einen Computer ein, der an einem an der Wand montierten Arm befestigt war. Rebekah war froh, dass der Behandlungsraum im Gegensatz zu dem viktorianisch anmutenden Wartezimmer über modernste medizinische Untersuchungsgeräte verfügte. „Hier steht, dass Sie vor fünf Jahren eine Fehlgeburt hatten. Erzählen Sie mir mehr darüber.“

Rebekah hatte das Gefühl, zur Salzsäule zu erstarren. Sie schaute nach vorn, ohne etwas wahrzunehmen – bis auf Grants tiefen Atemzug. Die Rollen von Dr. Singhs Stuhl knarrten, als sie sich zum Untersuchungstisch bewegte. „Rebekah? Oder reden Sie nicht gern darüber?“

Krampfhaft bemüht, nicht in Grants Richtung zu schauen, holte sie tief Luft. Sie versuchte sich aufrecht hinzusetzen. „Ähm … vor fünf Jahren hatte ich eine Eileiterschwangerschaft. Das Medikament, das man mir gegeben hatte, hatte nicht den gewünschten Erfolg. Deshalb musste die befruchtete Eizelle operativ entfernt werden.“

„Tut mir leid, dass Sie so etwas durchmachen mussten.“ Dr. Singh legte ihre kleine Hand tröstend auf Rebekahs, die ihre Gefühle zurückhalten musste. Der Eingriff war nicht besonders schmerzhaft gewesen, aber emotional hatte er sie sehr mitgenommen. Damals hatte sie sich eingeredet, das Baby zu verlieren sei das Beste. Sie sei noch nicht reif gewesen, Mutter zu werden – und sie war sich nicht sicher, ob sie es jemals sein würde. Und in diesem Moment wurde ihr zum ersten Mal bewusst, dass sie sich nicht erlaubt hatte, Trauer über den Verlust zu empfinden.

Mit dem Ärmel des Baumwollumhangs wischte sie sich über die Augen. Anschließend riskierte sie einen Blick in Grants Richtung. Mit wachsendem Interesse studierte er erneut die Bilder des sich öffnenden Muttermunds.

„Und jetzt wollen Sie gewiss eine gründliche Untersuchung, um gute Neuigkeiten von mir zu erfahren.“ Dr. Singh erhob sich und begann mit ihren Routinefragen, während sie Rebekahs Bauch abtastete. Hin und wieder warf Grant einen verstohlenen Blick in ihre Richtung, doch die meiste Zeit starrte er auf den Fußboden oder die Wände. Dabei wackelte er unentwegt mit den Knien. Er machte den Eindruck, als bereute er seine Entscheidung, mit ihr gekommen zu sein. Geschah ihm recht! Hatte es jemals einen weniger interessierten Vater in einer solchen Situation gegeben?

Die Ärztin rollte das Ultraschallgerät näher, drückte etwas kaltes Gel aus einer Tube auf Rebekahs Haut und schob den Scanner über ihren Bauch. Rebekah klemmte die Knie zusammen und schloss die Augen. Falls Grant sich doch noch entscheiden sollte, in ihre Richtung zu schauen und Interesse zu zeigen, konzentrierte er sich hoffentlich auf ihren Oberkörper.

Dabei hatte er sie ja schon ohne Höschen gesehen. Aber dieses Mal war es etwas anderes. Sie waren schließlich in einer Arztpraxis mit wenig schmeichelhaften Lichtverhältnissen, und sie hatte keinen Tropfen Alkohol getrunken, um ihre Hemmungen zu überwinden.

Das Gerät summte und brummte. Die Ärztin murmelte etwas und runzelte die Stirn. Rebekah wurde nervös und zwang sich, ruhig zu atmen. Auch Grant musste gespürt haben, dass etwas nicht stimmte, denn er stand auf und betrachtete den Bildschirm des Geräts, als ob er verstünde, was diese weißen und grauen Flecken und Punkte und Linien vor dem schwarzen Hintergrund bedeuteten.

Die Ärztin räusperte sich. „Entschuldigen Sie mich kurz. Ich bin gleich wieder bei Ihnen. Ich muss meine Assistentin holen.“

Grant bemerkte die Panik in Rebekahs Blick, als die Ärztin das Bild auf dem Monitor ausdruckte und damit verschwand. Er trat neben sie und nahm ihre Hand. Sie drückte sie fest, hielt aber die Augen geschlossen, während sie tief ein- und ausatmete.

„Ich bin bei dir – egal, was passiert“, beruhigte er sie.

Kurz darauf kam Dr. Singh zurück und lächelte. „Glückwunsch. Sie bekommen Zwillinge. Beide …“

Mehr hörte Grant nicht. Ihm wurde schwarz vor Augen, und er stürzte mit einem lauten Knall zu Boden.

Als Grant wieder zu sich kam, kniete Dr. Singh neben ihm, und die Assistentin maß seinen Puls. Rebekah lag noch immer auf dem Untersuchungstisch. Doch inzwischen hatte sie sich auf die Ellbogen gestützt und schaute ihn stirnrunzelnd an. „So viel dazu, dass du bei mir bist, egal, was passiert.“

Er blinzelte ein paarmal, ehe er sich aufsetzte und die Beule an seinem Hinterkopf rieb. „Habe ich mir den Kopf gestoßen?“

„Sie sind gegen die Lampe geprallt.“ Die Assistentin reichte ihm die Hand, um ihm beim Aufstehen behilflich zu sein. „Machen Sie sich keine Sorgen. Sie sind nicht der erste Vater, dem das passiert. Kommen Sie, großer Junge.“

Dr. Singh schmunzelte. „Das war der Grund, warum ich meine Assistentin geholt habe.“ Sie reichte ihm ebenfalls eine Hand. „Einmal ist mir ein Vater ohnmächtig geworden, als ich den Eltern gesagt habe, dass sie Drillinge bekommen würden.“

„Ist auch schon mal eine Mutter umgefallen?“, wollte Rebekah wissen. „Denn für jemanden mit kaltem klebrigem Gel auf dem Bauch und nur einem Nachthemd am Körper ist es genauso ein Schock.“

„Entschuldigen Sie.“ Lächelnd wandte sich die Ärztin wieder ihrer eigentlichen Patientin zu. „Also, ich höre und sehe zwei starke Herztöne – sowohl beim Abhören als auch auf dem Monitor.“

„Und sie sind beide dort, wo sie sein sollen?“, fragte Rebekah zögernd. Grant nahm sich vor, über Eileiterschwangerschaft im Internet zu recherchieren. Und Zwillinge.

Dr. Singh nickte. „Ja. Ihr Uterus sieht sehr gut aus. Er ist ein bisschen größer als normalerweise nach neun Wochen, wenn es nur einen Embryo gibt. Sie sind also für Zwillinge bestens gerüstet. Ich möchte aber noch ein paar Blutuntersuchungen vornehmen, um Ihren Hormonstatus zu checken und sicherzugehen, dass alles im grünen Bereich ist.“

Grant pochte der Schädel, während er der Unterhaltung zu folgen versuchte. „Sie sind also absolut sicher, dass es zwei sind?“

„Ganz sicher. Wir werden im Verlauf Ihrer Schwangerschaft noch weitere Untersuchungen vornehmen, um festzustellen, ob sie ein- oder zweieiig sind. In fünf bis sechs Wochen können wir vermutlich schon das Geschlecht der Kinder bestimmen – falls Sie es vor der Geburt wissen möchten.“

Rebekah schaute zu Grant. In seinem Blick lagen Schock und möglicherweise Angst. Hatten sie bisher immer nur über eine mögliche Schwangerschaft gesprochen, so bestand von nun an keinen Zweifel daran, und sie würden noch eine Menge zu diskutieren haben. Sanft legte Grant die Hand auf Rebekahs Schulter. „Es wird alles gut“, flüsterte er beruhigend, ehe er sich an Dr. Singh wandte. „Ich glaube, wir brauchen ein wenig Zeit, um die Neuigkeiten zu verdauen.“

„Selbstverständlich. Ich kann mir vorstellen, dass Sie beide überwältigt sind. Niemand muss heute eine Entscheidung treffen. Die Sprechstundenhilfe soll Ihnen ein paar Broschüren geben, und ich würde Sie gern in etwa vier Wochen wiedersehen.“

Die Ärztin und die Assistentin verließen das Untersuchungszimmer, und zwischen ihm und Rebekah entstand ein langes Schweigen. Offenbar hatte die Frau, die sein Kind unter dem Herzen trug – nein, seine Kinder, verbesserte er sich im Stillen – keine Eile, vom Untersuchungstisch herunterzusteigen.

Schließlich atmete er lange aus. Es klang wie ein Ballon, bei dem die Luft herausgelassen wird. „Also Zwillinge. Damit hat wohl keiner von uns beiden gerechnet.“

Rebekah zuckte mit den Achseln, sodass der Umhang herunterrutschte und eine wohlgeformte Schulter entblößte. „Ich habe mit nichts von allem gerechnet.“

„Was willst du denn jetzt tun?“, fragte er, und während er auf ihre Antwort wartete, breitete sich ein unbehagliches Gefühl in seinem Brustkorb aus.

Sie schaute zur Uhr an der Wand. „Ich glaube, ich sollte zurück zur Arbeit fahren.“

Das war nicht die Antwort, die er erwartet hatte. Vermutlich stand sie noch zu sehr unter Schock, um irgendeine Entscheidung treffen zu können.

„Also, was ich eben gesagt habe – nämlich dass ich immer für dich da sein werde –, das habe ich ernst gemeint. Sag mir, was du brauchst.“

„Ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung, was ich jetzt brauche.“

„Kein Problem. Wir lassen alles ganz gemächlich angehen.“ Er reichte ihr das Kleid, das an der Tür hing. „Zieh dich an. Ich warte draußen.“

Als sie den Flur betrat, gingen sie gemeinsam zur Rezeption. Sie überließ es ihm, den nächsten Untersuchungstermin zu vereinbaren. Dann bat er sie um die Autoschlüssel, und sie gab sie ihm widerspruchslos.

„Soll ich dich nach Hause fahren?“

Sie schüttelte den Kopf. „Nein. Ich glaube, es ist besser, wenn ich ins Büro zurückgehe und mich in die Arbeit stürze. Außerdem musst du deinen Wagen abholen.“

Grant vermutete, dass Rebekah sich nur zusammenriss, um in seiner Gegenwart nicht schwach zu erscheinen. Wenn er sie jetzt bedrängte, würde sie sich nur noch mehr verschließen.

„Gut. Dann fahre ich dich ins Büro – aber nur unter der Bedingung, dass wir unterwegs irgendwo etwas essen.“

Sie stimmte weder zu, noch protestierte sie. Schweigend fuhren sie zurück, und er hatte das Gefühl, dass sie sich wahrscheinlich nicht mit ihm in einem Restaurant unterhalten würde, wenn sie schon im Wagen kein Wort sagte. Also steuerte er ein Drive-in-Restaurant an. Als er sie nach ihren Wünschen fragte, starrte sie aus dem Beifahrerfenster anstatt auf die Speisekarte. „Irgendwas.“

Er bestellte für beide, aber sie pickte nur ein paar Pommes und trank ein wenig Eistee, ehe er sie zurück zur Arbeit fuhr.

„Bist du sicher, dass ich nicht mit hineinkommen soll?“, fragte er, als er auf den Parkplatz von Fellknäuel fürs Leben einbog.

„Ja.“ Rebekah hatte sich vollkommen unter Kontrolle. Sie so zu sehen machte Grant regelrecht nervös. Er war es gewohnt, Leuten tatkräftig zu helfen – und in dieser Situation fühlte er sich ziemlich hilflos.

Resigniert stieg er in seinen Mietwagen. Zum ersten Mal in seinem Leben hatte er das Gefühl, vor einer Herausforderung davonzulaufen.

Aber wie sollte er jemandem helfen, der keine Hilfe wollte?

4. KAPITEL

Zwillinge!

Während der nächsten Stunde drehte sich das Wort wie eine Endlosschleife in Rebekahs Kopf. Obwohl sie Grant versichert hatte, Arbeit würde sie ablenken, starrte sie unentwegt auf ein- und dasselbe Formular, seitdem sie sich an ihren Schreibtisch gesetzt hatte.

Es war ganz klar, dass sie an diesem Nachmittag nichts mehr schaffen würde. Dafür war sie viel zu aufgeregt. Bis jetzt hatte sie Bunny und Birdie noch aus dem Weg gehen können, aber sie bezweifelte, dass sie den Tag rumbringen konnte, ohne ihnen mindestens einmal zu begegnen.

Von draußen drang Gebell in ihr Büro. Sie schaute aus dem Fenster und erblickte Mollie McFadden, eine der Trainerinnen, die mit zwei Neuzugängen arbeitete. Der Anblick der beiden Hunde, deren Besitzerin arbeitslos geworden war und sich deshalb die Tiere nicht mehr leisten konnte, erinnerte sie an den verwahrlosten grauen Hund, der aus ihrem Wagen gesprungen war.

Sie nahm ihren Stoffbeutel und die mit Fettflecken übersäte Papiertüte, in der der inzwischen kalt gewordene Burger lag, den Grant für sie gekauft hatte, und ging hinaus auf den Parkplatz. Als sie ihren Wagen startete, blies die Klimaanlage den Geruch von abgestandenen Pommes frites und ungewaschenem Hund ins Wageninnere. Auf dem kürzesten Weg fuhr sie zu dem alten Backsteinhaus in der Second Street. Während sie vorsichtig die morsche Veranda betrat, wickelte sie den Burger aus.

„Hallo, alter Knabe“, rief sie und kniete sich etwas unbeholfen in ihrem Kleid und den High Heels auf die grauen Dielen. Dabei hielt sie den Burger zwischen den Fingern. „Oder altes Mädchen. Ist ja auch egal. Du wirst dich bestimmt über das Fressen freuen.“

Aber das Tier ließ sich nicht blicken. Nicht einmal ein Knurren war zu hören.

„Du weißt, dass du bekannt bist wie ein bunter Hund“, erzählte sie ihm. „Hast du eigentlich eine Ahnung, wie viele Leute schon hinter dir her waren? Die wollen dir alle ein schönes Zuhause besorgen. Oder bist du etwa in die Stadt gegangen und hast dir selbst was zum Fressen besorgt?“

Immer noch keine Reaktion.

Rebekah warf einen Blick zur Straße, um sich zu vergewissern, dass niemand ihr dabei zusah, wie sie mit einem unsichtbaren streunenden Hund redete, der bestimmt kein Wort von dem verstand, was sie ihm sagte. Und der vielleicht gar nicht mehr unter der Veranda hockte.

„He, ich habe dich nicht vergessen. Es hat nur etwas länger gedauert, dir eine Mahlzeit vorbeizubringen, weil ich völlig durch den Wind war.“ Rebekah seufzte ungeduldig. „Wenn du wüsstest, was für einen Schock ich gerade durchgemacht habe, würdest du verstehen, warum ich auf der Veranda eines verlassenen Hauses knie und mit einem stinkenden Hund rede, der möglicherweise bereits über alle Berge ist.“

Das lange Knien ließ sie ihre Muskeln in den Schenkeln schmerzhaft spüren. Sie setzte sich auf eine der Stufen. Sie wollte den Hund zwar aus seinem Versteck locken, aber vermeiden, dass er sie angriff. Doch irgendwie musste sie das Vertrauen des Tieres ja gewinnen.

„Der Gummi-Fleischklops ist immer noch hier“, fuhr sie fort. „Für den Fall, dass du doch noch einen kleinen Bissen nehmen willst.“ Sie verzog das Gesicht beim Anblick des kalten Burgers, der ohne Brot, Salatblätter und Tomatenscheiben alles andere als appetitlich aussah. „Vielleicht hätte ich dir besser ein Schinken-Käse-Sandwich mitgebracht. Aber als Grant das Essen bestellt hat, war ich nicht fähig, einen klaren Gedanken zu fassen. Wahrscheinlich denkst du jetzt, dass Grant genauso schockiert war wie ich, als wir das von den Zwillingen erfahren haben. Aber er hat seinen Fluchtplan bereits in der Tasche. Wie praktisch für ihn, dass er heute Nachmittag wegen eines sehr wichtigen Treffens nach Jacksonville zurückfliegen muss. Ich meine, ich sollte froh sein, dass der Mann einen so guten Job hat. Immerhin wird jetzt mit den Zwillingen alles doppelt so teuer werden.“

Eine Windböe kam auf und wehte ihr einen üblen Geruch in die Nase. Also musste der Hund noch in der Nähe sein. Nach allem, was sie gehört hatte, war es noch niemandem gelungen, so nahe an das Tier heranzukommen. Vielleicht würde er merken, dass Rebekah keine Bedrohung war, wenn sie einfach weiterredete.

„Ja, Grant verduftet. Genau wie er es getan hat, nachdem wir miteinander geschlafen hatten. Ich will nicht behaupten, dass er keine anderen Verpflichtungen hat. Es sieht nur nach mehr als einem Zufall aus, dass er sich jedes Mal, wenn eine Situation brenzlig wird, aus dem Staub macht. Du hättest ihn heute in der Praxis erleben sollen. Kaum hatte uns die Ärztin mitgeteilt, dass wir Zwillinge bekommen, hat er einen Schritt rückwärts gemacht und sich den Kopf so heftig gestoßen, dass er ohnmächtig geworden ist. Eigentlich eine ziemlich komische Situation, wenn ich nicht selber so schockiert gewesen wäre.

Mir ist egal, wie scharf der Typ ist. Oder dass mir jedes Mal die Knie weich werden, wenn ich ihn sehe. Irgendwann wird das bestimmt aufhören.“ Rebekah steckte sich eine kalte Pommes in den Mund. Das Gerede hatte sie hungrig gemacht. „Aber es ist bestimmt nicht gut für die Kinder, wenn ihr Vater bei jeder Überraschung schlappmacht. Nicht, dass ich selber besser darauf vorbereitet gewesen wäre.“ Sie biss in eine weitere kalte Pommes. „Bäh.“

Den Rest warf sie in die Nähe des Lochs, durch das der Hund unter die Veranda verschwunden war. Sie glaubte, ein Geräusch zu hören. Aber vielleicht war es auch nur ein Eichhörnchen. Oder eine Ratte. Vielleicht sogar eine Schlange. Ehe Rebekah sich über weitere Tiere Gedanken machen konnte, klingelte das Handy in ihrem Wagen.

Sie hatte keine Ahnung, wie lange sie auf der Veranda gesessen hatte. Ihre Mom hatte sie in dieser Woche jeden Tag angerufen, um sich zu vergewissern, dass der Ausflug ins Tierheim am kommenden Dienstag wie geplant stattfinden konnte. Die täglichen Anrufe waren fast wie Weckerklingeln am Morgen – nur dass sie immer gegen vier Uhr nachmittags stattfanden.

Rebekah erhob sich und klopfte sich den Staub vom Kleid. Sie legte den Burger neben das angebissene Kartoffelstäbchen und nahm ihre Sachen. „Du hast gewonnen“, rief sie dem kleinen grauen Hund – oder vielleicht einem anderen Tier – zu. „Ich muss jetzt mit meiner Mom telefonieren und ihr die Neuigkeiten beibringen. Drück mir dir Daumen.“

Vorsichtig lief Rebekah über die mit Schlaglöchern übersäte Einfahrt zu ihrem Wagen. Erst als sie losfuhr, erblickte sie ein graues Fellknäuel, das aus dem Loch unter der Veranda auftauchte und sofort wieder verschwand.

Offenbar hatte ihr der kleine verwahrloste Hund die ganze Zeit aufmerksam zugehört.

Eine Woche später kam Grant auf dem Flug nach North Carolina mit seinem Sitznachbarn ins Gespräch. Im Laufe der Unterhaltung stellte sich heraus, dass dieser Erziehungsratgeber schrieb und gerade eine Lesereise beendet hatte, und Grant gestand dem Mann, der ein schrill buntes Hawaiihemd trug, dass er bald Vater von Zwillingen sein würde. Da er den Mann in seinem Leben nicht mehr wiedersehen würde, berichtete er ihm freimütig von seiner Freundin, dem gemeinsamen Arztbesuch und dem Schock, der ihm die Nachricht von den Zwillingen versetzt hatte. Nachdem er sich von seinem Mitreisenden nach der Landung verabschiedet hatte, holte Grant seinen Mietwagen ab und fuhr auf dem kürzesten Weg nach Spring Forest. Dabei erledigte er einige dienstliche Telefonate und sagte sich, dass er in Zukunft öfter auf diesem Weg seiner Arbeit nachgehen würde, da er sich vorgenommen hatte, so oft wie möglich mit Rebekah zusammen zu sein und mit ihr gemeinsam die Arzttermine wahrzunehmen.

Kaum war er auf den Parkplatz des Tierheims eingebogen, blieb ihm fast das Herz stehen, als er das bunte Hawaiihemd wiedererkannte. Was hatte der Mann, der neben ihm im Flieger gesessen hatte, im Tierheim zu suchen? Er winkte Grant mit seinem Hut zu und grinste, als er näherkam. „Sind Sie mir etwa den ganzen Weg vom Flughafen hierher gefolgt?“

Rasch sah Grant sich um. „Nein. Aber meinen Tanten gehört das Tierheim.“

Und frag mich jetzt bloß nicht nach meiner Freundin und den Zwillingen!

„Oh, Bunny und Birdie sind Ihre Tanten? Meine Tochter vergöttert die beiden. Wir haben übrigens eine Verabredung zum Mittagessen. Und gleich kommt auch meine Frau dazu.“ Der Mann zeigte auf einen gelben Schulbus, der auf den Parkplatz rollte. „Da ist sie schon. Unsere Tochter hat einen Ausflug ins Tierheim organisiert – für die Erstklässler, die meine Frau unterrichtet. Ich bin sozusagen der Überraschungsgast, denn fast hätte ich es nicht rechtzeitig von meiner Lesereise hierhergeschafft. Und dann ist auch noch das Flugzeug pünktlich gelandet. Mehr Glück geht nicht, oder?“

Der Mann schlenderte zu dem Bus hinüber, ehe Grant ihn fragen konnte, wer seine Tochter war. Aber das brauchte er auch gar nicht.

Denn in diesem Moment bog Rebekah um die Ecke und strahlte übers ganze Gesicht. Offenbar hatte sie Grant noch nicht entdeckt. Kaum erstarb der Busmotor, sprach sie den Mann an.

„Ich wusste gar nicht, dass du auch dabei bist.“ Sie schlang die Arme um die Schultern des Mannes, wobei sie ihm fast den Hut vom Kopf geschoben hätte. „Ich hoffe, du hast deine Allergietropfen griffbereit, Daddy.“

„Ich muss mit dir reden“, wisperte Grant Rebekah zu, während sie Clipboards an die Eltern verteilte, die als Begleitung mitgekommen waren, um die einzelnen Gruppen – sie waren nach Tieren benannt – zu betreuen.

Glücklicherweise trug Rebekah eine Sonnenbrille, sodass niemand mitbekam, wie entsetzt sie beim Klang von Grants Stimme die Augen aufriss. „Grant! Was um alles in der Welt machst du denn hier?“

„Ich wollte Fotos für die Broschüren machen, die ich gerade zusammenstelle.“

„Welche Broschüren? Ich habe kein Geld für neue Broschüren bewilligt.“

„Darüber können wir später reden.“ Noch immer flüsterte er. Es klang fast verzweifelt. „Jetzt muss ich über etwas anderes mit dir reden … du weißt schon.“

„Bitte sehr.“ Sie reichte einer anderen Mutter ein Clipboard und zwang sich zu einem Lächeln. Niemand sollte ahnen, dass der Vater ihrer Babys neben ihr stand, während ihre eigenen Eltern nur ein paar Schritte entfernt waren. „Ihre Gruppe sind die Enten, und Hans wird sie herumführen – der Herr mit den silbergrauen Haaren und dem roten Hemd.“

Als die Enten-Gruppe loszog, schaute Rebekah Grant nicht an, während sie durch zusammengebissene Zähne zischte: „Jetzt ist es sehr ungünstig zu reden … darüber. Ich stecke nicht nur mitten in der Arbeit – da drüben stehen auch meine Eltern.“

„Genau deshalb muss ich ja mit dir reden …“

„Bitte sehr“, schnitt sie Grant das Wort ab und reichte einem Mann, der die Kontrolle über sechs kleine Mädchen zu verlieren drohte, weil sie auf dem Gelände Nachlaufen spielten, ein weiteres Clipboard. „Sie sind die Frösche, und Ihr Führer ist …“

„Ich will aber kein Frosch sein“, maulte ein Mädchen mit Zöpfen.

„Warum können wir nicht die Einhörner sein?“, schlug ein anderes Mädchen vor. „Ich habe schon das Horn von einem Einhorn … siehst du?“, sagte es und zeigte auf den blonden Dutt auf seinem Kopf.

„Ich wäre lieber ein Tyrannosaurus Rex“, schaltete sich ein drittes Mädchen mit blau gerahmter Brille auf der Nase ein. „Ein T. Rex könnte ein Einhorn nämlich auffressen.“

„Könnte er nicht“, protestierte das Mädchen mit dem Dutt und stemmte die Hände in die Hüften.

Die anderen Mädchen waren zu ihnen gekommen und redeten aufgeregt durcheinander. Rebekah beschloss, nie mehr einen solchen Rundgang für Erstklässler zu organisieren. Sie versuchte, ihre Mutter herbeizuwinken in der Hoffnung, dass die mit ihrer langjährigen Erfahrung als Lehrerin die Streitereien beenden könnte. Aber ihre Mutter war in einem Gespräch und sah nicht einmal in ihre Richtung.

„Eigentlich …“ Grant erhob seine Stimme und begab sich mitten hinein in den Tumult, „eigentlich ist ein T. Rex ein Fleischfresser. Und Einhörner sind aus Regenbögen und Glitzerstaub gemacht und würden einem Fleischliebhaber wie dem T. Rex überhaupt nicht schmecken. Glitzerstaub ist viel zu süß. Bäh.“ Grant schüttelte sich angewidert, und alle Mädchen lachten. Er zwinkerte Rebekah zu, bevor er fortfuhr. „Und weil es damals keine Dinosaurier-Zahnärzte gab und die Arme eines T. Rex zu kurz waren, um mit der Zahnbürste sein Maul zu erreichen, wäre das Risiko, von Einhörnern Zahnschmerzen zu kriegen, viel zu groß gewesen.“

„Bist du sicher?“, wollte das Mädchen mit der Brille wissen. Es wirkte nicht sehr überzeugt.

„Natürlich bin ich sicher.“ Grant zog sein Handy aus der Tasche. „Ein Archäologe hat vor Jahren ein paar Höhlenzeichnungen entdeckt, die einen Dinosaurier und ein Einhorn zeigen. Sie waren miteinander befreundet. Mal sehen, ob ich die Fotos finde, während ihr mit eurem Rundgang beginnt.“

„Ich will aber trotzdem kein Frosch sein“, sagte das Zopfmädchen trotzig und verschränkte die Arme vor der Brust.

Grant nahm Rebekah das Clipboard aus der Hand und löste den Stift aus der Halterung. Er strich etwas durch und schrieb etwas anderes hin, ehe er das Klemmbrett dem Vater zurückgab, der genauso skeptisch dreinblickte wie Rebekah.

„Jetzt seid ihr die Ein-Rexe.“ Grant wackelte mit den Augenbrauen. Die Mädchen kreischten verzückt auf und liefen zu dem Führer, der auf ihre Gruppe wartete.

„Gut gemacht.“ Rebekah erschrak, als sie die Stimme ihrer Mutter vernahm. „Mein Mann hat mir erzählt, dass Sie der Neffe von Bunny und Birdie sind.“

Grants Adamsapfel sprang auf und ab, als er hart schluckte und zwischen Sheila und Mike Taylor hin und her schaute. Überraschte es ihn, dass ihre Eltern so unterschiedlich aussahen? Das grauer werdende rote Haar ihres Vaters und die helle Haut schützte er mit einem breitkrempigen Hut. Das Haar ihrer Mutter war lockig und schwarz ohne die geringste Spur von Grau, während ihre Haut kaffeebraun war, was die hellen Farben ihres Kleides besonders betonte. Es harmonierte überhaupt nicht mit dem Hawaiihemd ihres Mannes, das er immer trug, wenn er mit einem seiner Bücher auf Lesetour ging.

Rebekah hatte sich inzwischen an die verdutzten Blicke der Menschen gewöhnt, wenn sie sie zusammen mit ihren Eltern sahen und herauszufinden versuchten, wem sie mehr ähnelte. Vermutlich schossen Grant in diesem Moment genau die gleichen Gedanken durch den Kopf. Sie bemerkte die Schweißtropfen auf seiner Stirn. Dabei war es nicht einmal besonders warm. Vermutlich war ihm nur wegen dieses unerwarteten Zusammentreffens so heiß geworden.

Und er machte den Eindruck, dass er am liebsten woanders wäre.

Er räusperte sich, bevor er die Frage von Rebekahs Mutter beantwortete. „Das ist richtig, Ma’am. Ich bin Grant Whitaker.“

Er streckte ihr die Hand aus, die ihre Mutter mit beiden ergriff. „Und Sie arbeiten mit Rebekah zusammen?“

Er öffnete den Mund und klappte ihn sofort wieder zu. Dann warf er einen Blick auf seinen Mietwagen, ehe er Rebekah anschaute. Unwillkürlich wanderte sein Blick zu ihrer Taille.

„Sozusagen“, stammelte er, und sie spürte einen Kloß im Magen. Sie presste die Lippen zusammen und flehte ihn mit ihren Blicken an, den Mund zu halten. Wo war der gelassene, immer ruhige Grant, der ihren nächsten Arzttermin organisierte, als sie wie in einer Nebelwolke neben ihm hergelaufen war, und der die Schulmädchen ganz souverän und einfallsreich von ihrer Streiterei abgelenkt hatte? Etwas von seinem Einfallsreichtum käme ihr jetzt sehr gelegen.

Denn ihre Eltern musterten sie beide durchdringend, während Grant und Rebekah einander ansahen. Schließlich ergriff Rebekah das Wort. „Grant arbeitet in Jacksonville.“

Er nickte bestätigend. „Das stimmt. Ich arbeite in Jacksonville. Und ich lebe auch dort. Ich lebe und arbeite in Jacksonville. Florida.“

„Das erklärt natürlich, warum wir auf dem Flug nebeneinandergesessen haben“, erwiderte Rebekahs Dad. Er wandte sich an seine Frau. „Grant und ich waren im selben Flugzeug.“

„Wir haben uns allerdings noch nicht richtig kennengelernt.“ Grant wippte auf seinen Fersen auf und ab und holte tief Luft. Seine blauen Augen waren dunkler geworden, und unter der Sonnenbräune seines Gesichts hatte sich Blässe breitgemacht. „Ich wusste also nicht, dass er dein Vater ist, Rebekah.“

Was sollte das denn heißen? Wollte er sich für irgendetwas entschuldigen? Er hatte sich ihrem Vater gegenüber doch nicht ungehörig benommen? Sie schienen sogar ganz gut miteinander auszukommen. Wo also war das Problem? Sie spürte einen Druck in ihrer Brust, während sie verunsichert zwischen Grant und ihrem Dad hin und her sah, der jetzt lächelte.

„Wir haben uns über Kinder und Väter und Vaterschaft unterhalten. Ich habe ihm ein paar Ratschläge gegeben.“ Ihr Vater legte eine Hand auf Grants Schulter. Als er sich an seine Frau wandte, biss Rebekah sich auf die Lippen. „Grants Freundin erwartet Zwillinge. Ist das nicht aufregend?“

Das war der Moment, als auch auf ihre Stirn kalte Schweißperlen traten.

Betroffen stellte Grant fest, dass Rebekah ihren Eltern noch nichts von ihrer Schwangerschaft erzählt hatte.

Während sie, beschienen von der Morgensonne, auf dem Parkplatz des Tierheims standen, umgeben von etwa fünfzig aufgeregten Erstklässlern, die wild durcheinanderredeten, schaute Mrs. Taylor zu ihrer Tochter, und ihr Lächeln erstarb. Rebekah sah schuldbewusst aus – und wenn Grant das erriet, obwohl er sie erst seit Kurzem kannte, musste es für ihre Eltern offensichtlich sein. Das alles hätte sie vermeiden können, überlegte er, wenn sie es ihnen gestanden hätte.

Oder wenn er nicht so ungeduldig auf ihren Anruf gewartet hätte und den Flieger am Morgen genommen hätte.

„Bist du …“ Sheila Taylor unterbrach sich und schaute auf Rebekahs Bauch.

Rebekah seufzte und strich sich mit der Hand über die Stirn. Sie vermied es, ihre Eltern anzuschauen, als sie antwortete: „Ich wollte es euch an diesem Wochenende sagen.“

„Was wolltest du uns sagen?“, hakte Mike Taylor nach, woraufhin ihm seine Frau einen Rippenstoß versetzte. Er schaute in die gleiche Richtung wie sie – und dann zu Grant.

„Meine Tochter ist Ihre Freundin?“

„Nun, technisch gesehen sind wir nicht …“

„Es ist kompliziert“, unterbrach Grant sie und legte beschützend einen Arm um ihre Schultern. „Aber wir kriegen das schon hin.“

„Meine Güte.“ Sheila presste die Hand auf ihren Mund, und ihre Augen wurden feucht. „Wir werden also Großeltern?“

„Und es sind Zwillinge.“ Mike klatschte begeistert in die Hände. „Das bedeutet doppelter Spaß.“

„Zwillinge.“ Seine Frau packte ihn am Arm. „Das heißt, ich muss den Stubenwagen aus der Garage holen.“

„Und die Babyschaukel.“ Lachend umarmte Mike seine Frau. Das Gleiche tat er mit Rebekah, ehe er sich wieder Sheila zuwandte. „Oder haben wir sie vor ein paar Jahren weggegeben? Dann bräuchten wir eine neue.“

„Zwei“, verbesserte Grant und hielt zwei Finger hoch. Im selben Moment spürte er Rebekahs Ellbogen in seinen Rippen. Wie die Mutter, so die Tochter – jedenfalls schien es so. „Was ist denn? Ich sage doch nur, dass wir alles doppelt brauchen.“

Eine der begleitenden Mütter rief nach Mrs. Taylor, und sie winkte ihr zu. „Okay, ich muss mich um die Führungen kümmern. Oh je. Da kommt ja eine Menge Arbeit auf uns zu. Das ist so aufregend!“ Dann zeigte sie auf Grant. „Bleiben Sie hier. Das müssen wir heute bei einem Abendessen feiern.“

„Ja, Ma’am“, erwiderte er folgsam und wappnete sich für einen weiteren Rippenstoß von Rebekah.

Die wurde jedoch gerade zum zweiten Mal von ihrem Vater umarmt. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass mein kleines Mädchen bald Mutter wird. Das ist wirklich aufregend.“

„Lass uns später darüber reden, Dad.“ Rebekah lächelte kurz, aber Grant bemerkte, dass das Lächeln nicht ihre Augen erreichte. „Du solltest jetzt lieber Mom unterstützen – oder den armen Mann, der sich um die Frösche … äh … Ein-Rexe kümmern muss.“

Als ihre Eltern gegangen waren, schlug sie die Hände vors Gesicht. Grant legte eine Hand auf ihren Rücken. „Alles in Ordnung mit dir? Musst du dich übergeben?“

„Dafür habe ich keine Zeit.“ Endlich schaute Rebekah ihn an. „Ich muss mich um fünfzig Erstklässler kümmern; heute Nachmittag kommt eine Abordnung vom Bauamt, um die geplanten Umbaumaßnahmen zu begutachten, und um fünf treffe ich mich mit deinen Tanten, um die Finanzlage zu besprechen. Und jetzt wollen meine Eltern auch noch mit uns essen gehen und mich vermutlich mit Fragen über unsere nicht vorhandene Beziehung löchern.“

„Nicht vorhanden? Das hat gesessen.“

„Du weißt, was ich meine, Grant. Du hast ja selbst gesagt, dass es kompliziert ist.“ Mit einem Finger massierte Rebekah ihre Nase. Wahrscheinlich tat sie das, um sich zu beruhigen und nicht zu hyperventilieren. Selbst in ihrer Ratlosigkeit und Frustration war Rebekah eine ziemlich attraktive Frau. Zu dumm nur, dass er das Ziel ihrer Frustrationen war. „Jedenfalls wollte ich nicht, dass sie es auf diese Weise erfahren.“

„Ich habe dir vorhin gesagt, dass wir miteinander reden müssen“, erinnerte er sie. „Als ich herausgefunden habe, dass das dein Vater ist, wollte ich dich vorwarnen.“

„Du hättest auch einfach im Büro auf mich warten können“, erwiderte sie.

„Dein Dad hatte mich schon auf dem Parkplatz entdeckt. Ich habe mir überlegt, wie ich das Thema vermeiden könnte und habe gleichzeitig gehofft, dass dein Vater vergessen hat, was ich ihm im Flugzeug erzählt habe.“

„Das war deine Absicht? Du warst kreideweiß und hast so nervös gewirkt, dass ich schon befürchtet habe, du würdest wieder in Ohnmacht fallen – wie in Dr. Singhs Praxis.“

„Ich bin nicht in Ohnmacht gefallen“, verteidigte er sich. „Ich habe mir den Kopf gestoßen und bin zu Boden gegangen. Das war reiner Zufall.“ Er wusste, dass er nicht überzeugend klang.

Sie verdrehte die Augen. „Was auch immer. Ich habe dich nur darum gebeten, Stillschweigen über die Sache zu bewahren, bis ich so weit bin, es allen zu erzählen. Selbst das hast du nicht auf die Reihe gekriegt.“

Der gekränkte Tonfall in ihrer Stimme hallte in seinen Ohren nach. Mit klopfendem Herzen und hölzerner Miene erwiderte er Mike Taylors „Daumen hoch“-Geste, die er auf der anderen Seite des Parkplatzes in seine Richtung machte.

Sie hatte recht. Er hatte während des Fluges mit einem Fremden – na ja, so gut wie einem Fremden – über seine Situation geredet und nicht mit dem Klatschreporter der Spring Forest Gazette. Aber er hatte ihr sein Versprechen gegeben, und er konnte verstehen, dass sie sich hintergangen fühlte. Jetzt musste er die Sache wieder geradebiegen und ihr beweisen, dass sie ihm vertrauen und sich auf ihn verlassen konnte.

„Ich sag’s noch mal – wie hätte ich wissen können, dass der Typ, der im Flugzeug neben mir sitzt, dein Vater ist?“

Rebekah verschränkte die Arme vor der Brust.

„Außerdem hast du mir gesagt, dass du es ihnen schon vergangenes Wochenende erzählen wolltest. Hab ich ahnen können, dass du es nicht getan hast? Aber jetzt, wo sie es wissen, scheinen sie es doch ganz gut aufzunehmen? Ich meine, du kennst sie besser als ich …“

„Tatsache ist, dass ich noch nicht so weit war, meine Schwangerschaft in die Welt hinauszuposaunen. Und vor allem sollten sie nicht rauskriegen, dass du der Vater bist.“

„Was ist denn falsch daran?“

„Können wir das bitte woanders besprechen?“ Rebekah wich seinem Blick aus, sodass er ihren Vorwurf von vorhin, etwas nicht auf die Reihe bekommen zu haben, noch stärker empfand. „Da ist zum einen deine Tante Birdie. Ich weiß, dass ich es ihr und Bunny irgendwann sagen muss, aber ich würde mein Privatleben gern so lange wie möglich von meinem Berufsleben trennen. Ich kümmere mich jetzt um meine Eltern, und du sorgst dafür, dass deine Tanten zu tun haben, damit sie es nicht von meinem Vater erfahren.“

Damit drehte Rebekah sich um und ließ ihn stehen. Ihr Wunsch, ihre Beziehung geheim zu halten, hinterließ einen schalen Geschmack bei ihm. Moment, sie hatte ihm doch gesagt, dass sie gar keine Beziehung hätten – weder geheim noch offiziell. Er wusste zwar, dass sie aufgebracht war. Trotzdem hatte er schwer daran zu knacken. Nicht dass er den Drang verspürte, auf der Stelle zu heiraten und sesshaft zu werden. Aber ihre Leben würden sich während der nächsten achtzehn Jahre – mindestens! – immer wieder kreuzen. Also sollte sie sich möglichst bald eine Erklärung dafür zurechtlegen, warum er so oft in ihrer Nähe war. Und ihm nicht für alles die Schuld geben, was sie nicht kontrollieren konnte.

Verdammt! Wenn sie nichts mit ihm zu tun haben wollte, dann würde er ihr ihren Wunsch erfüllen. Sie konnte ihr Geheimnis für sich bewahren und ihren kostbaren Ruf bewahren – und sich um alles alleine kümmern.

Grant wollte gerade zu seinem Wagen gehen, um zurück zum Flughafen zu fahren, als Tante Birdie seine Gedanken unterbrach. „Sie ist fantastisch, nicht wahr?“

„Das kann man wohl sagen“, antwortete Grant, ohne den Blick von Rebekah zu wenden.

„Die junge Frau ist ein Segen fürs Tierheim. Sie hat nicht nur die ganze Organisation im Griff, sondern steckt auch voller Ideen, wie wir unser Tieradoptionsprogramm verbessern können. Dieser Klassenausflug war ihre Idee. Wir werden noch weitere Schulen in der Gegend ansprechen, damit möglichst viele Kinder Erfahrungen mit Tieren sammeln können.“

„Hmm“, war alles, was er herausbrachte. Er war nicht in Stimmung, ein Loblied auf Rebekah zu hören, wenn sie gerade versuchte so zu tun, als gäbe es ihn gar nicht.

„Ich habe gehört, ihr beide seid vor einigen Monaten ein paarmal zusammen ausgegangen.“ Birdie war direkter als ihre Schwester. Durch ihre Brillengläser musterte sie ihn scharf. „Ich hatte gehofft, das bedeutet, dass ihr euch besser versteht.“

„Wie kommst du darauf, dass wir uns nicht gut verstehen, Tante Birdie?“

Seine Tante verdrehte die Augen und richtete ihr Haar mit einer Haarklammer. „Warum bist du denn heute nach Spring Forest gekommen?“

Grant konnte schlecht zugeben, dass er nur wegen Rebekah gekommen war. Und nachdem sie ihm vorgehalten hatte, in der Praxis zusammengeklappt zu sein und ihr Geheimnis nicht für sich behalten zu haben, beschloss er, dass das die perfekte Gelegenheit war, ihr zu beweisen, dass er alles in ihrem Sinne regeln konnte. Außerdem hatte er sich eine Entschuldigung zurechtgelegt – die gleiche, die er Rebekah präsentiert hatte. „Ich wollte ein paar Fotos von dem neuen Picknickareal machen – für eine Broschüre, die ich zurzeit zusammenstelle.“

Autor

Heatherly Bell
Heatherly Bell wurde in Tuscaloosa, Alabama, geboren, verlor ihren Akzent aber schon im Alter von zwei Jahren. Ihre Großmutter Mima hat ihn sich bewahrt, ebenso wie die traditionelle Lebensart und den Spirit der Frauen aus dem Süden der USA. Heatherly ging mit ihrer Familie erst nach Puerto Rico und Maryland,...
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