Heiße Weihnacht zum Fest der Liebe

– oder –

 

Rückgabe möglich

Bis zu 14 Tage

Sicherheit

durch SSL-/TLS-Verschlüsselung

KÜSS MICH ZUM FEST DER LIEBE


Unter ihr splittert das Eis, Casey versinkt im kalten See! Da hört sie die Stimme des Mannes, der sie einst so schmählich verließ: Turner rettet sie. Beschützend zieht er sie in seine starken Arme, doch können seine zärtlichen Küsse den Eispanzer um ihr Herz zum Schmelzen bringen?

LIEB MICH, FREMDER!
Eigentlich wollte Noelle nur ein sexy Dress für eine Weihnachtsparty shoppen. Aber in der Umkleidekabine fällt ihr ein Traummann buchstäblich in den Schoß! Den sie sich wunderbar als Geschenk für sich selbst vorstellen kann. Mit nichts als einer hübschen roten Schleife bekleidet …

WEIßE WEIHNACHT? HEIßE WEIHNACHT?
Ich habe dich beobachtet. Ich begehre dich. Jetzt will ich dich berühren." Erregt liest Josie die Weihnachtskarte ihres Nachbarn Max. Seit Tagen strippt sie für ihn am Schlafzimmerfenster. Wie wird es sein, wenn er Heiligabend ihre heißen Fantasien wahr werden lässt?



  • Erscheinungstag 19.12.2019
  • ISBN / Artikelnummer 9783733729103
  • Seitenanzahl 390
  • E-Book Format ePub
  • E-Book sofort lieferbar

Leseprobe

Cover

Cara Colter, Leslie Kelly, Jeanie London

Heiße Weihnacht zum Fest der Liebe

IMPRESSUM

Küss mich zum Fest der Liebe erscheint in der HarperCollins Germany GmbH

Cora-Logo Redaktion und Verlag:
Postfach 301161, 20304 Hamburg
Telefon: +49(0) 40/6 36 64 20-0
Fax: +49(0) 711/72 52-399
E-Mail: kundenservice@cora.de

© 2013 by Cara Colter
Originaltitel: „Snowflakes and Silver Linings“
erschienen bei: Mills & Boon Ltd., London
Published by arrangement with HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./S.àr.l.

© Deutsche Erstausgabe in der Reihe JULIA WEIHNACHTEN
Band 27 - 2014 by Harlequin Enterprises GmbH, Hamburg
Übersetzung: Michaela Rabe

Umschlagsmotive: GettyImages_JulyProkopiv

Veröffentlicht im ePub Format in 12/2018 – die elektronische Ausgabe stimmt mit der Printversion überein.

E-Book-Produktion: GGP Media GmbH, Pößneck

ISBN 9783733745257

Alle Rechte, einschließlich das des vollständigen oder auszugsweisen Nachdrucks in jeglicher Form, sind vorbehalten.
CORA-Romane dürfen nicht verliehen oder zum gewerbsmäßigen Umtausch verwendet werden. Sämtliche Personen dieser Ausgabe sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig.

Weitere Roman-Reihen im CORA Verlag:
BACCARA, BIANCA, JULIA, ROMANA, HISTORICAL, TIFFANY

 

Alles über Roman-Neuheiten, Spar-Aktionen, Lesetipps und Gutscheine erhalten Sie in unserem CORA-Shop www.cora.de

 

Werden Sie Fan vom CORA Verlag auf Facebook.

PROLOG

Weihnachten

Turner Kennedy war stolz auf seine Fähigkeit, Angst nicht nur meistern, sondern in Kraft umwandeln zu können.

Er war aus 8.200 Metern Höhe ins kohlrabenschwarze Unbekannte gesprungen.

Er hatte draußen in der Wildnis auf feindlichem Territorium Chaos und Verwüstung angerichtet.

Er hatte sich ohne Behausung dem launenhaften, blutrünstigen Wesen der Natur ausgesetzt, sengender Hitze ebenso wie klirrender Kälte, manchmal beidem binnen vierundzwanzig Stunden.

Er hatte Hunger erfahren. War verschollen gewesen. Hatte die Grenzen seiner physischen Leistungsfähigkeit immer wieder ausgetestet und überschritten.

Er war gejagt worden, hatte im Zwielicht zutiefst unwirtlicher Gegenden festgesessen, auf Schritte lauschend, witternd, ins undurchdringliche Dunkel starrend.

Es war nicht so, dass er keine Angst verspürte, aber er hatte gelernt, dass er die seltene Gabe besaß, sie in Adrenalin, Stärke, Energie umzusetzen.

Daher war ihm die Ironie seiner gegenwärtigen Lage bewusst. Nach langer Abwesenheit war er zurück in den Vereinigten Staaten, einem Land, in dem Sicherheit eine Selbstverständlichkeit war.

Und er hatte Angst.

Er hatte Angst vor drei Dingen.

Zum einen vor dem Schlafen. In seinen Träumen suchten ihn all die Dinge heim, von denen er sich nicht hatte in die Knie zwingen lassen. Vor allem eine Situation, in der er versagt hatte und deren verheerender Ausgang durch mehr Angst seinerseits womöglich hätte verhindert werden können.

Womöglich hatte diese erste Angst ihn so sehr ausgelaugt, dass sie die zweite nach sich gezogen hatte.

Turner Kennedy fürchtete sich vor Weihnachten.

Vielleicht weniger vor den kommenden Feiertagen als vielmehr vor den Erinnerungen an vergangene. Diese Erinnerungen lauerten stets in den Winkeln seines Geistes, jede Gelegenheit nutzend, sich in den Vordergrund zu drängen. Heute waren sie aus dem Schatten gekrochen, als er in einem Schaufenster eine Christbaumspitze in Engelsform gesehen hatte.

Ohne Vorwarnung war er gut zwei Jahrzehnte in die Vergangenheit katapultiert worden.

Als er und seine Brüder damals die Treppe hinuntergegangen waren, war gerade das erste Licht des frühen Morgens ins geschmückte Wohnzimmer gesickert. Der Weihnachtsbaum ragte knapp zwei Meter fünfzig hoch auf. Turners Mutter hatte ihn dieses Jahr ganz in Weiß gehalten. Weiße Kerzen, weiße Kugeln und Anhänger, ein weißer Engel auf der Spitze. Im Haus duftete es nach den Keksen, die sie für Santa Claus gebacken hatte, während Turner und dessen Brüder den Heiligabend auf der Eisbahn hinter dem Haus verbracht hatten. Ihr Dad hatte die Bahn für sie angelegt.

Es war schon nach zehn gewesen, als ihre Mutter sie schließlich hereingerufen hatte. Selbst da hatte Turner noch nicht genug gehabt von der Eisbahn – davon, im Dahinsausen das Eis unter den Kufen, die Kälte auf den Wangen, den Wind im Haar, die Kraft in seinen Beinen zu spüren. Die ganze Welt schien in diesen Augenblicken von Magie erfüllt zu sein …

Nun allerdings war die Weihnachtsmagie bedroht. Obwohl von den Keksen nur noch Krümel übrig waren, war Santa Claus nicht da gewesen. Sonst hatten stets Geschenkpakete auf dem Kaminsims gewartet. An diesem Morgen jedoch war der Sims gähnend leer.

Turner und seine jüngeren Brüder Mitchell und David sahen einander besorgt an.

Waren sie nicht artig gewesen? Was hatten sie verbrochen, dass sie bei Santa in Ungnade gefallen waren?

Ihre Eltern kamen die Treppe herunter. Sie wirkten müde, merkten aber offenbar nicht, dass etwas nicht stimmte.

„Lasst uns die Geschenke auspacken“, meinte sein Vater. „Ich brenne darauf zu erfahren, was in diesem hier ist.“

Er freute sich sichtlich über den neuen Fotoapparat, für den Turner und die anderen zusammengelegt hatten. Seine Mutter bekam von Mitchell Parfüm und von David eine Deko-Figur. Turners weit nützlicheres Geschenk in Form eines Baseballhandschuhs hingegen betrachtete sie verwirrt, ehe sie laut auflachte.

Als ihr Lachen verebbte, hörte Turner etwas anderes.

Ein leises Winseln, gefolgt von einem spitzen, durchdringenden Jaulen.

Es kam aus dem Hauswirtschaftsraum. Turner stürmte los, noch bevor seine jüngeren Brüder etwas gehört hatten. In einem Weidenkorb, der von einer riesigen roten Schleife geziert wurde, saß ein Welpe mit schwarzem, krausem Fell. Seine Augen waren von einem solch satten Dunkelbraun, dass Turner sich darin hätte verlieren mögen. Turner hob ihn hoch, und der Welpe legte ihm seine bereits großen Pfoten auf die Schultern und leckte ihm, ganz aus dem Häuschen vor Zuneigung, quer übers Gesicht. Chaos, wie sie ihn nannten, hatte Turner immer am meisten geliebt, sehr zum Verdruss von Mitchell und David …

Turner riss sich aus seinen Erinnerungen und fuhr sich über die Wangen. Die nämlich fühlten sich plötzlich feucht an, so als wäre der Hund, der ihn treu durch die Tage seiner Kindheit und Jugend begleitet hatte, ihm gerade noch einmal mit der Zunge übers Gesicht gefahren. Chaos’ letzter Hundekuss lag mehr als ein Dutzend Jahre zurück, und in seinem Abschied hatte dieselbe bedingungslose Liebe gelegen wie in seiner ersten Begrüßung …

Erleichtert stellte Turner fest, dass seine Wangen trocken waren.

Denn die dritte Sache, vor der er womöglich gar mehr Angst hatte als vor Schlaf und Weihnachten, waren Tränen.

Ruhelos kam er auf die Beine, wütend auf sich selbst. Genau darin bestand seine Angst. Darin, dass die Weihnachtsatmosphäre sich in ihn hineinstahl und eine Lawine der Schwäche lostrat.

Er ging zum Kasernenfenster. Es war eine vorübergehende Unterkunft, zwischen zwei Missionen. Ob es eine nächste Mission geben würde? Er war nicht sicher, ob er noch das Zeug dazu hatte. Vielleicht war es an der Zeit, einen Schlussstrich zu ziehen.

Aber was dann? Es war lange her, seit er so etwas wie ein Zuhause gehabt hatte.

Über Weihnachten konnte er schlecht auf der Militärbasis bleiben. Er hasste es, wenn Gefühle seine inneren Mauern bedrohten, denn dahinter herrschte Leere. Zu viel Raum für eigene Gedanken.

Zu viel Raum für das, was er am meisten fürchtete.

Die Sehnsucht nach Vergangenem.

David und Mitchell hatten ihm nicht verboten, über die Feiertage zu kommen. Eingeladen hatten sie ihn jedoch auch nicht. Wobei sie vermutlich annahmen, dass er im Ausland war, eine Annahme, die er nicht widerlegt hatte.

Es war besser so. Er hatte ihnen nichts zu geben. Weder ihnen noch sonst jemandem.

Es gab durchaus Orte, an denen ein Einzelgänger den Festlichkeiten entgehen konnte. Palmen ließen kaum weihnachtliche Gefühle aufkommen. Ein tropisches Resort hätte zugleich den Vorteil, alle möglichen Ablenkungen zu bieten. Ablenkungen, die einen Bikini trugen.

Turner wusste, dass er zu wenig schlief. Nicht einmal der Gedanke an Frauen im Bikini konnte das öde Gefühl vertreiben, unter das sich die rastlose, brodelnde Energie mischte, die ihn am Schlafen hinderte.

In dem Moment klingelte sein Handy.

Ein wenig Abenteuergeist musste doch noch in ihm stecken, denn er ertappte sich bei der Hoffnung, es wäre der befehlshabende Offizier seiner streng geheimen Spezialeinheit, der Tango Force Unit. Damit würde zumindest diese Weihnacht für ihn durch eine globale Krise verdrängt werden.

Doch die Nummer auf dem Display war nicht die seines Offiziers. Turner nahm den Anruf entgegen. Lauschte. Und war bestürzt, als er sich sagen hörte: „Gut, ich komme.“

Es war eine Stimme aus jener Sphäre gewesen, die er am liebsten verdrängt hätte: aus der Vergangenheit. An diese erinnerte er sich mit dem hilflosen Verlangen eines Menschen, dem es nicht gegeben war, zu simpleren Dingen, simpleren Zeiten, seinem alten simpleren Selbst zurückzukehren.

Aber Cole Watson war sein bester Freund gewesen. Cole hatte seit Wochen versucht, ihn aufzuspüren. Hatte gesagt, er brauche ihn.

Und Turner stammte aus einer Welt, wo eine Regel sich über alle anderen erhob: Wenn ein Freund dich braucht, bist du für ihn da.

Okay. Also doch keine brandgefährliche Mission. Niemandes Leben stand auf dem Spiel.

Cole brachte gerade sein Leben in Ordnung. Er habe so gut wie alles verloren, was ihm teuer gewesen sei, hatte er gesagt. Er habe eine zweite Chance erhalten und wolle sie nutzen.

Turner fragte sich, ob es das war, was ihn unwiderstehlich anzog – die Sache mit der zweiten Chance. Die Absteige namens Gingerbread Inn in der hintersten Ecke von New England lockte ihn jedenfalls nicht. Wenngleich der Umstand, dass Turner nie da gewesen war, von Vorteil war, da der Ort keinerlei Erinnerungen barg.

Aber nein, Cole hatte nebenbei erwähnt, dass das Inn am Ufer eines Sees liege, am Barrow’s Lake, auf dem man schier endlos auf Schlittschuhen seine Bahnen ziehen könne. Das klang so gut wie jede andere Möglichkeit, die Feiertage totzuschlagen.

Und um die Energie loszuwerden, die Turners Nervenenden förmlich vibrieren ließ und ein Ventil suchte. Es klang tatsächlich nahezu unwiderstehlich.

1. KAPITEL

Casey Caravetta seufzte zufrieden. „Mit euch beiden fühlt sich das Gingerbread Inn wie ein Zuhause an“, meinte sie. So wie sich mein richtiges Zuhause nie angefühlt hat, fügte sie im Stillen hinzu.

„Trotz des desolaten Zustands?“, fragte Emily und ließ den Blick missbilligend über die Wohnstube gleiten, die nach vorn hinausging. Es stimmte, die Möbel waren schäbig, die Farbe blätterte ab, die Teppiche hatten bessere Tage gesehen.

„Keine Sorge“, warf Andrea ein. „Ihr werdet das Haus nicht wiedererkennen, wenn ich erst einmal damit fertig bin. Wenn du Heiligabend dein Ehegelübde erneuerst, Emily, wird das Gingerbread Inn das reinste Winterwunderland sein.“

„Ich bin wirklich dankbar dafür, dass alle Menschen, die Cole und mir etwas bedeuten, ihre Weihnachtspläne fallen gelassen haben und herkommen“, sagte Emily.

„Niemand lässt hier irgendwelche Pläne fallen“, schaltete Andrea sich ein. „Wir werden gemeinsam einen zauberhaften Heiligabend verbringen und uns anschließend über die Feiertage in alle vier Winde zerstreuen.“

Bis auf Casey, die nirgendwo erwartet wurde. Das Inn war trotz seines leicht abgehalfterten Erscheinungsbildes der perfekte Ort, um ein paar ruhige Tage allein zuzubringen.

Der Gedanke hätte etwas Betrübliches gehabt, wäre da nicht das Geschenk gewesen, das Casey sich selbst zugedacht hatte …

Draußen hatte es zu schneien begonnen, aber im steinernen Kamin prasselte ein munteres Feuer, das unablässig glühend rote Funken hinauf in den Schornstein sandte.

Casey hatte Weihnachten ungefähr so sehr entgegengefiebert wie einer Wurzelbehandlung, bis Andrea sie angefleht hatte, sich eine Auszeit von der Arbeit zu nehmen und zum Gingerbread Inn zu kommen. Der Auftrag lautete, hier ein Wunder zu wirken, damit Emily und Cole ihr Ehegelübde in passender Atmosphäre erneuern konnten.

Ansonsten wäre Weihnachten wie immer verlaufen.

Hier nun, in Gesellschaft ihrer Freundinnen und mit ihrem Geheimnis im Herzen, war ihr fast danach, ein Weihnachtslied zu summen. „Dass ich mich hier so heimisch fühle, hat rein gar nichts mit Äußerlichkeiten zu tun“, erklärte sie, weil sie teilen wollte, was sie empfand.

Zugehörigkeit.

In ihrer eigenen Familie war ihr das Gefühl versagt geblieben. In der Schule war sie die Außenseiterin gewesen, die neunmalkluge Streberin. Ihre Arbeit war erfüllend, aber zumeist eine einsame Angelegenheit.

Wieder mit den Gingerbread Girls vereint zu sein, stimmte sie zuversichtlich.

Auch wenn Melissa leider nicht mehr unter ihnen war. Wieso begriff man erst, wenn es zu spät war, dass Freundschaft ein großes Geschenk und keineswegs selbstverständlich war?

Zusammen mit Andrea hatte sie bereits Anfang Dezember zwei Tage hier zugebracht. Casey hatte den Zuspruch einer Freundin gebraucht, um ihr jüngstes Familienfiasko zu bewältigen. Im Grunde hätte sie alljährlich den Dezember aus ihrem Kalender streichen und stattdessen „Notstand“ eintragen können.

Alles in allem war viel zu viel Zeit verstrichen seit dem letzten Treffen der „Gingerbread Girls“, wie die Freundinnen sich nannten.

Nun schwelgte sie in dem Umstand, dass es zwischen ihnen war, als hätten sie erst gestern zusammengehockt. Die Sätze begannen mit: „Wisst ihr noch, wie …?“, gefolgt von schallendem Gelächter. Die Unterhaltung plätscherte unbeschwert dahin, und im Nu hatten sie einander über persönliche Neuigkeiten ins Bild gesetzt.

„Wo wir es gerade von Äußerlichkeiten hatten – ich kann nicht fassen, wie gut du aussiehst“, meinte Emily zum etwa hundertsten Mal zu Casey.

„Du solltest modeln“, pflichtete Andrea ihr bei.

„Modeln?“ Casey lachte. „Models sind gemeinhin größer als eins fünfundsechzig.“

„Welch Verlust für die Welt“, erwiderte Andrea leise lachend und nahm einen Schluck Wein.

Auch Casey nippte an ihrem Wein. Die schwangere Emily, deren Babybauch unter dem Pullover kaum sichtbar war, trank moussierenden Saft statt Wein. Sie strahlte regelrecht vor Glück.

Nächstes Jahr um diese Zeit geht es mir vielleicht genauso, sinnierte Casey, und bei dem Gedanken wurde ihr schwindelig.

„Wie hast du dein Haar so glatt bekommen?“, fragte Andrea. „Anfang des Monats sah es ganz anders aus. Du hast deine Locken immer als Fluch deines Lebens bezeichnet. Weißt du noch, wie wir versucht haben, dein Haar mit einem Bügeleisen zu glätten?“

Ob ihr Baby auch solche widerspenstigen Locken haben würde? Hoffentlich nicht.

„Ich fand die Locken toll“, wandte Emily ein. „Ich habe dich immer darum beneidet.“

„Um mein Haar?“, fragte Casey ungläubig und berührte es verlegen. Sie hatte sich eines der besten Glätteisen auf dem Markt zugelegt.

Doch auch der höchsten Stufe des Gerätes beugten sich ihre renitenten Locken nur widerstrebend und mussten mit einer Menge an Gel in Schach gehalten werden, die genügt hätte, eine Boeing 747 von der Rollbahn rutschen zu lassen. Trotzdem fühlte sich ihr Haar kraus an, bereit, sich jederzeit erneut zu kringeln.

„Ich finde dich exotisch, verglichen mit Andrea und mir.“

„Wirklich?“

„Weshalb überrascht dich das?“

Vielleicht lag es am zweiten Glas Wein, dass sie es zugab. „Ich hatte immer das Gefühl, nicht recht hineinzupassen in dieses wundervolle Inn, das dem amerikanischen Traum hätte entsprungen sein können. Überall mustergültige Familien wie deine und Andreas. Und im Gegensatz dazu der Caravetta-Clan, eine lärmende italienische Familie, in der immerzu geschrien, gestritten, gesungen, geweint und gelacht wurde. Was immer wir taten, taten wir lautstark. Neben dir und Andrea kam ich mir vor, als wäre alles an mir ein wenig zu ausgeprägt.“

„Aber so warst du doch gar nicht“, entgegnete Emily. „Du warst still und in dich gekehrt. Du bist allenfalls etwas zu clever, Doc. Immerzu grübelst du nach.“

Carey tat den Kommentar mit einem Wink ab. „Das meinte ich nicht. Ihr beide seid groß, gertenschlank und blond, ich hingegen bin klein und kurvenreich mit einem Teint, der direkt dem Olivenhain entsprungen ist. Ihr beide hattet einen braven blonden Pferdeschwanz, während ich mich mit meinem dunklen Lockenwirrwarr herumschlagen musste. Ihr seht durch und durch amerikanisch aus, Emily – du mit deinen jadegrünen Augen, Andrea mit ihren saphirblauen.“

„An deinen Augen gibt es nicht das Geringste auszusetzen!“, rief Andrea.

„Ha! Wann immer meine Großmutter mir in die Augen sah, sagte sie, sie seien so dunkel, dass sie den Teufel darin sehen könne. Und dann hat sie sich bekreuzigt.“

Würde ihr Baby auch solche Augen haben? Ob sie sich die Augenfarbe des Vaters würde aussuchen können? Sie musste noch so vieles in Erfahrung bringen!

„Den Teufel? Lächerlich, vor allem, wenn man bedenkt, wie lernbegierig du warst. Ich jedenfalls fand dich immer bestechend schön und einen Hauch geheimnisvoll“, beharrte Emily.

„Wie ein Model“, wiederholte Andrea. „Ich denke, du solltest modeln.“

„Ein Model.“ Casey schnaubte. „Glaub mir, ich bin durchaus glücklich mit meiner Forschungsarbeit im Labor.“

„So ehrenhaft medizinische Forschung auch ist, Casey, ist sie nicht eine Spur langweilig?“, wollte Emily wissen.

„Ich liebe meine Arbeit“, erwiderte Casey nachdrücklich. „Sie gibt mir das Gefühl, dass mein Leben einen Sinn hat, dass ich die Welt verbessern kann.“

„Ist es nicht ein wenig, hm, deprimierend? Krebserkrankungen bei Kindern?“, hakte Andrea nach.

„Mein Zwillingsbruder ist mit sechs an Nasenrachenkrebs gestorben“, erklärte Casey. Dadurch war das Familiengerüst aus den Fugen geraten.

„Das hatte ich vergessen“, meinte Andrea. „Tut mir leid.“

Casey war klar, dass sie ihre Laufbahn womöglich eingeschlagen hatte, um zu richten, was in ihrer Familie schiefgelaufen war. Aber unabhängig von dieser Motivation tat ihr die wohlgeordnete Wissenschaft nach ihrem chaotischen Familienleben gut. Glücklicherweise hatte ihr der Wein die Zunge nicht so sehr gelockert, dass sie preisgab, warum sie hier war, statt Weihnachten bei ihrer verwitweten Mutter zu verbringen.

„Vielleicht könntest du nebenher modeln“, regte Andrea hoffnungsvoll an.

„Warum sollte ich? Und mein Job soll langweiliger sein als modeln? Du liebe Güte. Stundenlang dasitzen, um sich frisieren …“, nun gut, für ihre Haare brauchte sie auch so schon Stunden, „… und schminken zu lassen? Ich würde eingehen vor Stumpfsinn.“

„Männer“, gab Andrea vielsagend zu bedenken. „Du würdest haufenweise Typen kennenlernen. Auf wie viele triffst du in deinem staubigen alten Labor?“

Es wäre wohl sinnlos anzumerken, dass sich in ihrem Labor nicht ein Staubkorn fand.

„Du könntest“, fuhr Andrea verträumt fort, „dem Richtigen begegnen. Schau dir nur an, wie sehr Emily das Eheleben genießt. Sie erneuert ihr Ehegelübde! Und Rick und ich werden vermutlich im Frühling heiraten. Wenn du den perfekten Mann für dich fändest, könnten unsere Kinder die Sommer hier zusammen verbringen, so wie wir damals.“

Wie schnell sich die Dinge ändern konnten! Noch vor wenigen Wochen war Andrea ebenso entschlossen gewesen, sich nicht zu verlieben, wie Casey es heute war. Dabei besaß Andrea gemeinhin durchaus Rückgrat. Casey erschauerte unwillkürlich.

Emily warf Andrea einen warnenden Blick zu, der eindeutig besagte: Vorsicht, denk an Caseys gebrochenes Herz – an die Weihnachtskrise letztes Jahr. „Das Inn steht doch zum Verkauf“, lenkte sie das Gespräch taktvoll in eine andere Richtung.

Andrea verzog schmerzvoll das Gesicht, ehe sie mit den Schultern zuckte. „Ich weiß nicht recht. Ich habe gesehen, wie Martin Johnson, der Handwerker, Carol anschmachtet. Er könnte das Gingerbread Inn wieder in Schuss bringen, und ich denke, dass es ein Liebesdienst wäre.“

„Carol macht es ihm aber nicht leicht“, wandte Emily ein.

„Nun, ich werde der Sache auf die Sprünge helfen. Ich habe ihn schon gefragt, ob er uns mit der Beleuchtung für die Erneuerung des Gelübdes helfen könne, und er scheint alles andere als abgeneigt zu sein!“

„Gut gemacht“, meinte Emily, wenn auch leicht skeptisch. „Während Cole und ich uns zusammengerauft haben, haben wir hier und da ein paar Schönheitsreparaturen durchgeführt. Aber das hat ehrlich gesagt nur umso deutlicher gemacht, wie viel hier getan werden müsste. Die arme Carol hat es allein einfach nicht gepackt. Vielleicht ist alles längst zu marode, um noch gerettet werden zu können.“

Sie verfielen in trauriges Schweigen.

Das Gingerbread Inn war etwas Besonderes. Es hatte einen festen Platz in Caseys Herz und würde durch nichts ersetzt werden können. Die Wände bargen Erinnerungen: Lachen, Liebe und Familientreffen. Dort draußen am See tollten die Geister ihrer jüngeren Ausgaben umher und schwammen, fuhren Kanu, sonnten sich auf dem Steg und spielten Volleyball am Strand.

Einen Ort wie das Gingerbread Inn gab es kein zweites Mal. Es war ein Refugium der Schlichtheit inmitten einer komplizierten Welt.

„Wir könnten den Sommer irgendwo anders gemeinsam verbringen“, schlug Andrea zaghaft vor. „Wo auch immer das wäre, wir drei hätten einander und unsere Seelengefährten.“

Das altvertraute Gefühl, die Außenseiterin zu sein, kroch aus seinem Schlupfloch, aber Casey hielt sich vor Augen, dass sie das nicht mehr lange sein würde. Wobei sie die Dinge allerdings auf ihre Weise in die Hand nehmen würde.

Emily und Andrea waren glücklich, zugegeben, und Casey war auf beiden Hochzeiten Brautjungfer gewesen. Wie sehr diese wundervollen Tage ihre Sehnsucht nach Liebe genährt hatten! Doch Andreas Träume waren schon während der Flitterwochen zerschellt. Und die Risse in Emilys Beziehung hatte Casey lange vor Emily erkannt.

Oh, sicher, inzwischen waren Emily und Cole wieder wie zwei Frischverliebte, und Andrea schwebte gemeinsam mit ihrer neuen Flamme Rick im siebten Himmel. Aber Casey glaubte nicht länger an die Liebe.

Der Schmerz, der mit der Liebe in den Beziehungen ihrer Freundinnen verknüpft war, hatte Casey in ihrem Entschluss bestärkt, ihren schwächsten Punkt gnadenlos zu bekämpfen. Und ihr schwächster Punkt war gewiss nicht ihr Haar! „Tja, glaubt ihr Mädels ruhig an Märchen. Ich jedenfalls bin fertig damit“, verkündete sie.

„So habe ich auch mal gedacht“, erwiderte Emily mitfühlend.

„Ich auch“, fiel Andrea mit ein. „Aber das alte Sprichwort trifft zu – wenn man es am wenigsten vermutet, zeigt sich ein Silberstreif am Horizont.“ Nach einem weiteren ermahnenden Blick von Emily fügte sie an: „Okay, Casey muss ja mit niemandem zusammen sein, sondern kann doch auch allein kommen.“

„Um ehrlich zu sein“, sagte Casey bedächtig und mit wild klopfendem Herzen, „werde ich vielleicht nicht allein kommen.“

Es den anderen zu sagen, wäre wie eine Beichte, so als stünde es von da an in Stein gemeißelt. Aber mit wem hätte sie ihr Glück teilen sollen, wenn nicht mit ihren besten Freundinnen?

„Raus damit“, rief Andrea. „Hast du jemanden kennengelernt? Ich freu mich ja so für dich! Ein Jahr ist wirklich lang genug, um einem Mistkerl wie Sebastian nachzutrauern. Habe ich dir nicht schon Anfang des Monats gesagt, dass sich die Trennung als Segen erweisen würde?“

Es war fast genau ein Jahr her, seit Caseys Beziehung auf demütigende Weise in die Brüche gegangen war. Nur Andrea und Emily kannten die Einzelheiten: Ein Kollege von Casey hatte ihr den Hinweis gegeben, dass ihr Verlobter Sebastian sich mit anderen Frauen traf – und das wenige Tage, bevor sie zu Weihnachten ihre Verlobung hatten bekannt geben wollen!

„Kennengelernt habe ich eigentlich niemanden“, entgegnete Casey vorsichtig. Mit einem Mal fühlte sie sich verletzlich bei der Vorstellung, ihren Plan auszuplaudern.

„Was ist los, Casey?“, bohrte Andrea nach. „Anfang Dezember hast du mich gebeten herzukommen, weil du dich grauenvoll gefühlt hast. Und jetzt strahlst du förmlich? Also, wer ist der Mann?“

„Es geht nicht um einen Mann. Ich habe mich entschieden, mir selbst ein ungewöhnliches Geschenk zu machen.“

„Was für eins?“, fragten ihre Freundinnen wie im Chor.

„Ich werde ein Baby bekommen. Gleich nach den Feiertagen informiere ich mich über künstliche Befruchtung und Kryobanken.“

Die anderen starrten sie entgeistert an. „Kryo… was?“, fragte Emily schwach.

„Willst du etwa sagen, dass du vorhast, allein ein Kind großzuziehen?“, hakte Andrea behutsam nach.

„Wieso nicht? Ich stehe finanziell gut da und kann mir die Prozedur leisten. Ich glaube, dass ich es durchaus allein schaffe, eine intakte Familie aufzubauen.“

„Das klingt sehr wissenschaftlich“, merkte Emily an. „Meinst du mit ‚Prozedur‘ die künstliche Befruchtung?“

„Ich bin ja auch Wissenschaftlerin!“ Und die Wissenschaft hatte ihr weit mehr gegeben, als ihre Familie es je getan hatte. „Mit der romantischen Liebe bin ich fertig. Meine Liebe spare ich mir für das Baby auf.“

Die beiden anderen schwiegen.

„Hey“, meinte Casey, um Fröhlichkeit bemüht, obwohl sie enttäuscht war, weil ihre Freundinnen keinerlei Begeisterung für das Vorhaben zeigten. „Ihr seid so ernst. Ich sagte, dass ich mit der romantischen Liebe fertig sei, nicht dass ich vorhätte, das Gingerbread Inn niederzubrennen!“

„Könntest du gar nicht“, erwiderte Andrea mit verträumter Genugtuung. „Rick würde es retten.“

Rick, ihr Freund, war Feuerwehrmann.

„Ich bin dabei, mir alle romantischen Flausen aus dem Kopf zu schlagen und damit meine verhängnisvollste Schwachstelle zu beheben“, hörte Casey sich zu ihrer Überraschung sagen.

„Deine verhängnisvollste Schwachstelle?“, echote Andrea stirnrunzelnd.

„Ich habe an die romantische Liebe geglaubt“, erklärte Casey. „Schlimmer noch, ich habe an Liebe auf den ersten Blick geglaubt. Das hat mir nichts als Kummer eingebracht, und damit ist jetzt Schluss.“

„Liebe auf den ersten Blick?“, fragte Emily verwirrt. „Ich dachte, du und Sebastian hättet schon eine Weile zusammen gearbeitet, ehe du dich bereiterklärt hast, mit ihm auszugehen.“

Nicht einmal Emily und Andrea wussten, dass Sebastian nicht ihre erste Liebe gewesen war. Ihre erste Liebe war Liebe auf den ersten Blick gewesen. „Ich bin fertig mit der Liebe“, wiederholte sie entschiedener als zuvor.

„Bist du nicht!“, hielt Emily bestürzt dagegen. „Wie könnte irgendwer nichts mehr von der Liebe wissen wollen?“

„Wir haben Melissa beerdigt“, erwiderte Casey. „Das allein reicht mir als Grund.“

„Ich verstehe, wie du dich fühlst“, sagte Andrea sanft. „Nach Gunters Tod wollte ich mit der Liebe auch nichts mehr zu tun haben. Aber ich bin froh, dass ich es mir anders überlegt habe.“

Casey sprach es nicht aus, doch der Tod von Andreas Ehemann – er war ausgerechnet während der Flitterwochen ums Leben gekommen – hatte zu ihrer Ernüchterung beigetragen. Das eigene Herz zu verschenken, war riskant.

„Niemand wäre entsetzter als Melissa darüber, dass du die Angst vor der Liebe zu ihrem Vermächtnis machen willst!“

Die Gingerbread Girls hatten sich stets Emilys Führung gebeugt, und auch jetzt gab Casey nach. „Okay, mit Freundschaft und der Liebe zwischen Mutter und Kind habe ich keine Probleme. Mit der romantischen Liebe aber bin ich fertig. Finis.“

„Ich liebe es, wenn du italienisch sprichst.“ Offenbar fühlte sich Andrea durch Caseys Heftigkeit bemüßigt, die Atmosphäre zu entspannen.

„Das ist französisch“, berichtigte Casey sie. „Nicht italienisch.“

Andrea verdrehte die Augen und fuhr einfach fort: „Die Sache mit Sebastian quält dich nach wie vor, aber ich denke, dass du schon ein gutes Stück darüber hinweg bist. Immerhin planst du, ein Baby zu bekommen. Wenngleich es mir lieber wäre, wenn du dafür auf den richtigen Mann warten würdest, der dein Leben auf den Kopf stellt und so weiter. Du weißt schon, das ganze Larifari.“

„Larifari?“ Casey lachte, sie konnte nicht anders.

„Ich fand, dass es italienisch klingt“, meinte Andrea und grinste schelmisch.

„Ja, irgendwie schon.“ Emily tat, als grübele sie nach. „Ein wenig wie ‚calamari‘.“ Sie prusteten los wie die unbekümmerten Mädchen, die sie gewesen waren. Abermals war es Casey, als wäre sie nach Hause gekommen.

„Aber ich denke so wie Andrea“, fuhr Emily fort. „Der richtige Mann wird kommen, und dann wirst du feststellen, dass alles in deinem Leben – selbst das scheinbar Negative – dich auf eben diesen Moment vorbereitet hat. Solltest du mit dem Baby warten, bis es so weit ist? Das kannst wirklich nur du sagen.“

Casey spürte, dass Emily ihren Plan nicht befürwortete, aber bewusst einen lockeren Ton anschlug, um dies in aller Behutsamkeit zu vermitteln. Dafür war Casey ihr dankbar. „Von einer Sekunde zur anderen von Larifari zu profunder Psychologie?“, erwiderte sie leichthin. „Davon wird mir ganz schwindelig.“

Emily lächelte breit. „Zu tiefsinnig, was, Doc?“

„Viel zu tiefsinnig.“ Casey lächelte, und alles war wieder gut. Ihre Entscheidung herzukommen war richtig gewesen. Da sie wie Schwestern waren, konnten sie sich kabbeln, Vertraulichkeiten austauschen und einander Rat erteilen, um sich anschließend unbeschwert Liebe und Lachen hinzugeben. Das war Balsam für Caseys Seele.

Sie wollte das Thema wechseln. „Andrea, verrate mir doch, was ich der süßen kleinen Tessa zu Weihnachten schenken soll. Ich dachte da an einen netten Chemiebaukasten.“

Sie lachten. Es brauchte nicht viel, um Andrea dazu zu bewegen, über ihr neues Leben mit ihrer neuen Familie zu berichten, die aus Rick und dessen Tochter Tessa bestand. „Den Riesenlebkuchenmann, in den sich Tessa im Laden verguckt hat, haben wir ihr schon gegeben. Sie hat sich riesig gefreut.“ Dann erzählte sie, was sie Rick schenken würde. Sie glühte förmlich vor Leidenschaft, und Leidenschaft war etwas, das Casey überaus suspekt war.

Ihre beiden Freundinnen wussten, was für ein Schwerenöter ihr Vater gewesen war. Immerhin hatte er sich im Laufe der Sommer sowohl an Andreas als auch an Emilys Mutter herangemacht! Und als ihre Mutter es herausgefunden hatte? Geschrei und Scherben.

Und dann hatte die Leidenschaft der armen Frau aufs Neue den Verstand vernebelt.

„Wie geht es eigentlich deiner Mutter, jetzt da dein Vater nicht mehr lebt?“, fragte Andrea plötzlich, als hätte sie Caseys Gedanken telepathisch erfasst. So war es zwischen alten Freundinnen.

Das willst du nicht wissen. „Ganz gut“, antwortete Casey knapp.

„Ich wünschte, sie wäre ebenfalls zu Erneuerung des Gelübdes hergekommen“, sagte Emily. „Sie wird doch nicht allein sein, oder?“

„Oh, nein“, presste Casey hervor. „Sie ist nicht allein.“

Die Kehle war ihr wie zugeschnürt. Sie schluckte mühsam und richtete den Blick hastig auf die Hündin des Inns, einen prächtigen Golden-Retriever-Mischling namens Harper. Die Hündin, die stets zu grinsen schien, kam herüber und legte Casey den Kopf auf den Schoß.

Sie kraulte Harper hinter den Ohren und lächelte, als die Hündin mit dem Schwanz wedelte und den Boden peitschte. „Oh, seht doch! Es schneit.“

Behutsam befreite sie sich von dem anhänglichen Tier, stand auf und trat ans Fenster. Sie hätte ihren Freundinnen nicht eröffnen sollen, dass sie der Liebe den Rücken gekehrt hatte. Vielleicht hätte sie ihnen nicht einmal verraten sollen, dass sie über alternative Möglichkeiten einer Familiengründung nachdachte. Damit hatte sie einer weihnachtlichen Umstimmungskampagne Tür und Tor geöffnet.

Aber sie hatte Beweise genug dafür, wie hirnverbrannt die Liebe war, und wann immer die Sprache darauf kam, würde sie einfach das Thema wechseln.

Während sie aus dem Fenster schaute, drang Scheinwerferlicht durch das Schneetreiben. Ein Taxi glitt aus der Nacht und hielt schlitternd vor dem Inn.

Ein Mann stieg aus. Er trug einen legeren Parka mit pelzbesetzter Kapuze und dazu Jeans und Schnürstiefel. Er ging zum Kofferraum und ließ sich vom Fahrer sein Gepäck reichen. Nachdem er es zu seinen Füßen im Schnee abgestellt hatte, bezahlte er. Er musste ein großzügiges Weihnachtstrinkgeld gegeben haben, denn der Fahrer bedankte sich überschwänglich, woraufhin der Mann ihm auf die Schulter klopfte.

Es war dunkel, und es herrschte dichtes Schneegestöber, aber etwas an der Haltung des Neuankömmlings ließ Casey aufmerken.

Ein Schauer lief ihr über den Rücken.

Das beunruhigende Gefühl, den Mann zu kennen, beschlich sie, doch sie schüttelte es ab.

Unmöglich, dass Turner Kennedy – der erste Mann, der ihr das Herz gebrochen hatte – hier auftauchte, kaum dass sie der Liebe offiziell abgeschworen hatte.

2. KAPITEL

„Ist da gerade jemand angekommen?“, wollte Andrea wissen. „Ein weiteres Mitglied meines kleinen Arbeitstrupps?“

„Ich dachte, wir wären dein kleiner Arbeitstrupp“, entgegnete Casey, bemüht, nicht in Panik zu geraten. „Emily und ich.“

„Tja, wart ihr auch, aber Cole hat darauf bestanden, dass Emily nicht schwer hebt. Und er nahm an, dass du nicht eben scharf darauf bist, auf dem Dach herumzuklettern und Lichterketten zu befestigen. Dafür wollte er noch einen Mann, obwohl ich ja schon Martin gebeten hatte. Und der will es umsonst machen, ist das nicht nett?“

Es wollte Casey nicht recht gelingen, sich auf Martins Großzügigkeit zu konzentrieren.

„Wer ist es?“, erkundigte sich Emily. „Cole wollte mir nicht sagen, wen er eingeladen hat. Er meinte nur, das sei eine Überraschung. Ich tippe mal auf Joe.“

„Ich kann es nicht genau erkennen“, erwiderte Casey. Joe war es jedenfalls nicht. Es erstaunte sie, wie normal ihre Stimme klang, bedachte man, dass sie die Worte durch eine Kehle pressen musste, die wie zugeschnürt war. Falls sich ihr Verdacht bestätigte, war es in der Tat eine Überraschung – und zwar die schlimmste überhaupt!

Turner Kennedy war Coles Trauzeuge gewesen. War es da nicht wahrscheinlich, dass er kam? Immerhin wollten Cole und Emily für die Erneuerung ihres Gelübdes die ursprüngliche Hochzeitsgesellschaft so gut es ging wieder zusammentrommeln. Warum also sollte er nicht freudig die Chance ergreifen und helfen, das Inn auf den magischen Tag vorzubereiten, so wie sie?

Weil er damals einfach untergetaucht ist, klagte sie innerlich.

Dabei waren er und Cole einmal dicke Freunde gewesen. Casey hatte angenommen, dass die Freundschaft Geschichte wäre. Als sie – in möglichst desinteressiertem Ton – danach gefragt hatte, hatte Emily sich bedeckt gehalten. „Oh, da muss ich Cole fragen“, hatte Emily gemeint. „Ich glaube, Turner ist in Übersee. Im Auftrag der Regierung oder so ähnlich.“

Casey hatte angenommen, dass Turner und sie sich in den drei himmlischen Tagen, die sie nach Emilys Hochzeit miteinander verbracht hatten, durch und durch kennengelernt hätten. Im Auftrag der Regierung tätig? Bei diesen Worten hatte sie der erste Zweifel durchrieselt. Rückblickend erkannte sie, dass Turner jedes Mal ausgewichen war, wenn sie versucht hatte, tiefer in sein Leben einzutauchen.

Tu einfach so, als wäre ich ein Prinz und hätte einen Glasschuh gefunden, der dir passt.

Casey hatte eine angemessene Zeitspanne verstreichen lassen und Emily dann gefragt, ob sie Cole nach Turner gefragt habe. „Cole meinte, er habe keinen Kontakt mehr zu ihm“, hatte Emily erwidert. „Männer! Beziehungen sind für sie nebensächlich.“

Da hatte sich Emily erstmals mit einer Spur Bitterkeit über ihren viel beschäftigten Ehemann geäußert. Aber nicht zum letzten Mal.

Warum sollte Turner herkommen? Nun, warum nicht?

Weshalb sollte er der glücklichen, wiedervereinten Familie seines besten Freundes nicht bei den Vorbereitungen helfen?

Das hatte sich schließlich auch sie zur Aufgabe gemacht, nicht wahr? Hatte sie sich nicht geschworen, sich den Wert von Freundschaft vor Augen zu führen, ehe es zu spät war? Weihnachten und den Geist der Liebe mit ihren besten Freundinnen zu feiern statt mit der verrückten, unberechenbaren, peinlichen Meute, die man gemeinhin als Familie bezeichnete?

Ihre Entscheidung, sich die Familie zu schaffen, die sie sich immer gewünscht hatte, war ins Wanken geraten. Vielleicht lag dies am mangelnden Enthusiasmus ihrer Freundinnen, gepaart mit Turners Auftauchen.

Hör auf, befahl sie sich. Sie wusste ja nicht einmal, ob es wirklich Turner war. Aber alle Befehle der Welt konnten ihr Herz nicht daran hindern, schneller zu schlagen, als das Taxi davonfuhr, der Mann sich den Trageriemen seiner Reisetasche über die Schulter schlang und auf das Inn zukam.

Casey ertappte sich dabei, dass sie den Atem anhielt, während der Mann auf den schwachen Schein einer weihnachtlichen Lichterkette mit zu vielen ausgebrannten Birnen zuging.

Der spärliche Schimmer erhellte die vertrauten Konturen von Turners Gesicht und verwandelte die Schneeflocken in seinem glänzenden dunklen Haar in Gold.

Sie keuchte und vertuschte den Laut hastig durch ein Räuspern. Ihr Weinglas zitterte, und sie stellte es ab. Raus hier, schnell, sagte sie sich.

Doch sie war wie festgewurzelt, konnte den Blick nicht von seinem Gesicht abwenden.

Er war es.

Turner. Turner Kennedy und kein anderer.

Er hatte sich verändert, wenn auch kaum merklich. Etwas an seiner Haltung ließ sie erschauern. Als er die Treppe erreichte, hielt er inne.

Er war kräftiger geworden, seit sie ihn vor Jahren zum letzten Mal gesehen hatte. Die jugendliche Geschmeidigkeit war der schieren Kraft eines Mannes in seinen besten Jahren gewichen. Allerdings verströmte er nach wie vor ein Selbstbewusstsein, das förmlich knisterte; ein Bewusstsein dafür, wer er war und womit er es aufnehmen konnte.

Mit allem.

Wäre die Tür des Inns jäh aufgesprungen und eine Horde Banditen über ihn hergefallen, wäre er bereit gewesen, ja hätte das Ganze vielleicht sogar genossen!

Casey verscheuchte das Bild, wütend auf sich selbst und ihre Anfälligkeit für Hirngespinste. Sie wusste nichts über den Mann. Damals hatte sie sich eingeredet, ihn zu kennen, und sich getäuscht.

Abermals erschauerte sie, als sie sein Gesicht im schummrigen Licht sah. Sein Blick hatte etwas Verlorenes, das früher nicht da gewesen war.

Trotz seiner verschlossenen Miene war er immer noch der attraktivste Mann, den sie je getroffen hatte, so gut aussehend, dass ein Mädchen sich unweigerlich verliebte.

Auf den ersten Blick.

So sehr, dass sie nicht einen Augenblick gezögert hatte, als er im Morgengrauen nach Emilys und Coles Hochzeit ihr Kinn umfasst und gesagt hatte: „Lass uns davonlaufen.“

Damals hatte Casey all die Jahre der rigiden Selbstkontrolle einfach über Bord geworfen.

„Drei Tage“, hatte er gedrängt. „Lass uns drei Tage zusammen verbringen.“

Sie hätte es besser wissen sollen, als ihren jüngsten Entschluss die Liebe betreffend ihren Freundinnen anzuvertrauen. Damit hatte sie offenbar den Göttern den Fehdehandschuh hingeworfen, und diese hatten auf die Provokation erschreckend prompt reagiert.

„Casey?“

Sie drehte sich zu den anderen beiden um, die sie besorgt musterten. „Was ist los?“, erkundigten sie sich.

Was los war? Sie war Wissenschaftlerin. Andrea hatte richtiggelegen: Casey hatte zu viel Zeit im Labor zugebracht. Und nichts in jenem streng kontrollierten Umfeld hatte sie auf diese Begegnung vorbereitet.

„Wie es aussieht, ist es Turner Kennedy“, sagte sie und war erstaunt darüber, dass ihre Stimme nicht bebte.

„Turner?“, fragte Emily. „Ich fass es nicht! Wir haben ihn seit unserer Hochzeit nicht mehr gesehen. Ich dachte, Cole hätte den Kontakt zu ihm verloren.“ Sie sprang auf, lief zur Vordertür und riss sie auf. „Turner Kennedy! Was für eine wunderbare Überraschung!“

Casey fühlte sich gefangen und verspürte den Drang zu fliehen. Als auch Andrea in den Flur trat, um den Neuankömmling zu begrüßen, stahl Casey sich durch eine andere Tür aus der Wohnstube und eilte über die Hintertreppe hinauf in ihr Zimmer.

Leise schloss sie die Tür und lehnte sich dagegen, als wäre sie soeben in einer verwinkelten, nebeligen Londoner Gasse Jack the Ripper entkommen.

Das Herz schlug ihr bis zum Hals, und das lag nicht nur daran, dass sie gerade wie verrückt die Treppe hinaufgestürmt war.

Sie wandte sich um und betrachtete ihren Koffer.

Gut. Kaum ausgepackt. Sie konnte die wenigen entnommenen Dinge wieder einpacken, sich hier verkriechen, bis alle im Inn schliefen, sich hinausschleichen und auf Nimmerwiedersehen verschwinden.

Sie konnte eine stille Weihnacht in ihrem Apartment verbringen. Ja, sie hatte sich nach der Gesellschaft liebevoller Freundinnen gesehnt. Nach den Feiertagstraditionen, nach Lagerfeuern und spontanen Schneeballschlachten. Danach, ihre Strümpfe an den Kaminsims zu hängen und mit den Gingerbread Girls Lebkuchen zu backen. Nach einem kleinen Vorgeschmack auf die Weihnachten, die sie ihrem eigenen Kind eines nicht allzu fernen Tages bescheren würde!

Aber was sollte es. Sie würde in ihre kleine Wohnung zurückkehren, wo sie sicher war und alles unter Kontrolle hatte. Dort würde sie sich alles anlesen, was sie über künstliche Befruchtung wissen musste.

Vielleicht würde sie Weihnachten auch teilweise im Labor verbringen. Wieso nicht?

Ihre Forschungsarbeit mochte ihr größtes Geschenk an die Welt sein. Da brauchte man nur Eltern zu fragen, deren Kind an Krebs erkrankt war!

Oder sie nahm die Einladung ihrer Mutter an.

Sie könnte ins Sacred Heart Mission House, ins Missionshaus der Barmherzigen Schwestern, gehen, wo ein weihnachtliches Festtagsessen für die Armen ausgerichtet werden würde. Und ihre Mutter – von einem neuen sanften Strahlen umgeben – würde sie freundlich daran erinnern, sie nicht „Mom“ zu nennen.

Ich heiße Schwester Maria Celeste.

Da. Beide Caravettas – nur dass ihre Mutter sich nicht länger als eine Caravetta betrachtete – würden zu Weihnachten selbstlos die Welt retten.

Hier jedenfalls konnte sie unmöglich bleiben.

Es war eine Sache zu sagen, dass man fertig mit der romantischen Liebe sei. Eine ganz andere war es, auf die Probe gestellt zu werden.

Turner Kennedy hatte dieses undefinierbare Etwas, das selbst die unbeirrbarste Frau auf eine harte Probe gestellt hätte – und erst recht eine, die in der Abgeschiedenheit ihres Labors fast ein Jahr lang ihre Wunden geleckt hatte.

Oder war es länger gewesen? War ihr Herz seit jenen drei Tagen im Märchenland gebrochen, das er erschaffen hatte?

Leider hatte sich das Märchen am Ende ins Gegenteil verkehrt. Der Prinz war derjenige mit den Geheimnissen gewesen. Derjenige, der sich all ihren Versuchen entzogen hatte herauszufinden, warum es nur drei Tage sein sollten und was er danach machen würde. Er war derjenige gewesen, der in der Nacht verschwunden war, nur dass er, anders als im Märchen, keinen Hinweis hinterlassen hatte.

Ihr war nichts als eine Erinnerung geblieben, so zerbrechlich wie ein Glasschuh.

Nun jedoch war er hier. Ja, Turner strahlte eine primitive maskuline Kraft aus, die Casey in Verbindung mit seinem verwegenen, jungenhaften Charme gleich beim ersten Treffen umgeworfen hatte.

Sie schaltete das Licht aus, legte sich aufs Bett und starrte auf die Lichterkette vor dem Fenster. Die meisten Birnen waren kaputt, und der Schein der wenigen verbliebenen warf ein hässliches Muster an die mit Feuchtigkeitsflecken übersäte Decke. Casey ging auf, dass der Schmerz, den Turner ihr zugefügt hatte, sich frischer anfühlte als der, den sie wegen der gelösten Verlobung empfand.

Die Stimmen der anderen drangen zu ihr herauf. Sie hörte, wie Cole und Turner einander begrüßten, worauf Lachen und Geplauder folgten. Noch nach all den Jahren konnte sie Turners Stimme ausmachen. Tief, männlich und melodisch strich sie ihr über die Harfensaite, zu der ihr Rückgrat geworden zu sein schien.

Turners Stimme beschwor machtvolle Erinnerungen an eine Präsidentensuite im Waldorf Astoria herauf. Daran, wie sie beide auf dem Bett herumgehüpft waren. Wie Casey in einen flauschigen, reinweißen Bademantel gehüllt vor dem Kamin gesessen und sich von Turner die Zehennägel hatte rot anmalen lassen. Wie sie ins Theater gegangen und mit der Kutsche durch den New Yorker Central Park gefahren waren.

Drei Tage, in denen sie kaum geschlafen, dafür aber mit einer Intensität gelebt hatte, die sowohl berauschend als auch aufreibend gewesen war; in denen sie vor Lebendigkeit und Liebe gemeint hatte, in Flammen zu stehen … Ungeachtet des ganzen Luxus war es seine Hand in ihrer gewesen, die das herrlich lebendige Gefühl in ihr geweckt hatte; sein auf ihrem Gesicht ruhender Blick. Ihr war, als hätte sie nie zuvor so intensiv empfunden.

Genug! Sie verscheuchte die Erinnerungen. Nach einer „schier endlosen Nacht“ – diesen Ausdruck hatte sie in einem Gedicht gelesen – traute sie sich endlich aus ihrem Zimmer.

Sie prüfte den Flur. Nichts. Kein Laut außer dem Keuchen der alten, außerordentlich launischen Heizungsanlage. Casey war ziemlich sicher, dass Harper bei Carol schlief.

Auf Zehenspitzen schlich sie durchs Haus und durch die Vordertür, wobei die Fliegengittertür ein Geräusch von sich gab wie eine Katze, der man auf den Schwanz getreten hat.

Casey erstarrte, darauf wartend, dass irgendwo Licht anging. Wie finster es hier draußen war. Die meisten Lichterketten waren ausgeschaltet worden, zweifellos im Rahmen des Sparprogramms.

Sie stolperte von der spärlich beleuchteten Veranda auf den Hof, der in eine Tintenschwärze getaucht war, wie man sie nur auf dem Land findet. Bei ihrem Auto angekommen, entschied sie sich, es mit dem Schlüssel statt per Fernbedienung zu öffnen, damit die Scheinwerfer nicht aufblitzten und kein Piepen ertönte. Casey hatte den Schlüssel schon ins Türschloss gesteckt, als sie abrupt innehielt.

Sie konnte Emily und Andrea nicht derart im Stich lassen. Hier ging es nicht um sie, sondern darum, Emilys großen Tag zur schönsten Erfahrung ihres Lebens zu machen.

Und wie sollte sie ihren Freundinnen diese Abtrünnigkeit erklären? So nahe sie ihnen auch stand, hatte sie nie ein Wort über jene drei Tage mit Turner oder ihre Gefühle für ihn verloren. Oder darüber, wie sehr sie gehofft und gebetet hatte, er möge sich melden.

Der Gedanke daran, wie sie auf ihn gewartet hatte, trieb ihr vor Wut das Blut in die Wangen.

Sie verhielt sich wie eine Diebin! So als wäre sie diejenige, die etwas falsch gemacht hätte.

Dabei war es Turner gewesen, der ihre Seele in den drei Tagen zum Glühen gebracht hatte, um dann einfach fortzugehen und nie wieder etwas von sich hören zu lassen. Der verschwunden war, als hätten sie nie dieses atemberaubend leidenschaftliche Erlebnis geteilt.

Als hätten sie sich nicht auf den ersten Blick ineinander verliebt.

Langsam zog sie den Schlüssel aus dem Türschloss.

Sie war Wissenschaftlerin. Sie glaubte nicht an Schicksalsfügungen und schon gar nicht daran, dass das Universum den Menschen zur Hilfe kam. Aber konnte es im Hinblick auf ihren Schwur, sich nie wieder zu verlieben, eine bessere Prüfung geben?

Konnte es einen besseren Abschluss geben, als dem Mann gegenüberzutreten, der ihr ihre größte Schwäche vor Augen geführt hatte?

Das war wirklich perfekt.

Das perfekte Ende.

Wenn auch nicht das, welches Andrea und Emily sich für sie erträumten. Nein, in Caseys Märchen wurde die Prinzessin nicht vom Prinzen wach geküsst. In diesem Märchen erwachte die Prinzessin ganz von selbst. Bei diesem Happy End würde sie selbstbewusst davonziehen, bestärkt in dem Wissen, absolut unabhängig zu sein und ein sinnerfülltes, zufriedenes Leben zu führen. Frei von der Illusion, dass sie am Ende ihrer Geschichte märchenhaftes Liebesglück erwarten würde.

Auf dem Parkplatz des Gingerbread Inn, inmitten niederschwebender Schneeflocken, entschied Casey, nicht nach Liebe, sondern nach emotionaler Freiheit zu streben. Sie würde sich ein für alle Mal von den Mythen, Fantasien, Hoffnungen und Träumen trennen, die sie ein Leben lang gefangen gehalten hatten.

Ihr Leben würde sich ausschließlich um ihr Baby drehen. Und war sie als Wissenschaftlerin nicht prädestiniert dafür, einen Spender mit den perfekten Eigenschaften für ihr Kind aufzutreiben?

Sie würde die Gründung ihrer Familie auf die bestmögliche Weise angehen – beherrscht und rational. Sie würde sicherstellen, dass der Vater ihres Kindes nicht im Mindesten so war wie ihr eigener umwerfend gut aussehender Vater oder ihr bestechender, jedoch untreuer Verlobter.

Vor allem würde der Spender nicht sein wie Turner.

Der jede Frau mit einem Blick seiner silbergrauen Augen verzaubern konnte.

Nein, Casey würde auf Kriterien wie Scharfsinn und ein gutmütiges Naturell, körperliche Gesundheit und ebenmäßige Züge achten.

Sie fragte sich, warum ihr die Idee nicht früher gekommen war – dass die Wissenschaft ihr den perfekten Vater für ihre Kinder verschaffen konnte!

Die Launenhaftigkeit der Liebe hatte ihr nichts als Leid eingebracht. Casey hatte ihren Vater beerdigt, ihren Verlobten an eine andere Frau und ihre Mutter an die Kirche verloren und eine ihrer besten Freundinnen zu Grabe tragen müssen. Sie hatte erlebt, wie niedergeschmettert Andrea nach dem Tod ihres Mannes gewesen war, so wie Emily durch ihre zerrüttete Ehe. Das reichte! Casey hatte ihrem Herz eine harte Schale verpasst.

Wenn die Götter meinten, ihren Entschluss auf die Probe stellen zu müssen, dann würde sie die Herausforderung annehmen!

Mit diesem felsenfesten Entschluss nahm sie ihren Koffer, kämpfte sich resolut durch den zusehends höher werdenden Schnee zurück zum Inn und schritt die Stufen zur überdachten Veranda hinauf.

Etwas Feuchtes, Kaltes streifte die Hand, in der sie die Schlüssel hielt. Mit einem leisen Aufschrei ließ sie den Bund fallen. Als sie nach unten sah, entdeckte sie Harper, die ihr die Schnauze in die Handfläche schob. „Was machst du denn hier draußen?“, fragte sie die Hündin.

„Mir Gesellschaft leisten“, ertönte aus einem schummrigen Winkel der Veranda eine Stimme, so sinnlich wie die verschneite Winternacht.

3. KAPITEL

Dieses Mal schrie Casey lauter als zuvor.

Der Koffer glitt ihr aus den plötzlich gefühllosen Fingern und landete mit einem dumpfen Laut neben den Schlüsseln. Es war ein alter Hartschalenkoffer, und zu Caseys Entsetzen sprang der Deckel auf und enthüllte ihre ordentlich zusammengefaltete Unterwäsche.

Obenauf lagen Dessous aus beschämend viel Spitze.

Ehe die Hündin Jagd auf die Wäsche machen konnte, bückte sich Casey hastig und schlug ihr den Deckel vor der Nase zu. Doch während sie sich am sperrigen Verschluss zu schaffen machte, entdeckte Harper die Schlüssel. „Harper“, flehte Casey. „Nicht …“

Fröhlich mit dem Schwanz wedelnd, schnappte Harper sich die Schlüssel und trug sie so behutsam, als apportierte sie einen abgeschossenen Vogel, zu der schemenhaften Gestalt im Schatten der Veranda. Somit war Casey gezwungen hinüberzusehen.

Harper setzte sich auf die Hinterbeine und bot Turner ihre Beute dar.

„Schlüssel“, kommentierte er mit jener Stimme, die Casey durch und durch ging. Er nahm die Schlüssel entgegen, musterte sie und ließ sie selbstzufrieden klimpern. „Zur Kammer einer liebreizenden Maid? Braver Hund. Tausendmal besser als Zeitung oder Pantoffeln.“

Er sprach mit der Lässigkeit eines Mannes, der seine Attraktivität auskostete und wusste, dass Frauen auf ihn standen. Zum Glück hatte sich Casey innerlich gewappnet und war, was selbstgefällige Typen anging, ohnehin ständig auf der Hut.

Also fasste sie sich – immerhin war dies eine Prüfung durch die Götter –, richtete sich auf, drehte sich um und warf ihm einen lodernden Blick zu.

Seine Stimme war tief und hatte einen leicht mokanten Unterton. Casey bemühte sich zu ignorieren, dass seine Worte ihr so sinnlich wie Fingerspitzen über den Nacken gestrichen waren.

Turner Kennedy saß auf dem Geländer der überdachten Veranda und beobachtete sie, einen Fuß auf dem Boden, während er den anderen leicht pendeln ließ.

Er hatte eine Zigarette in der Hand, die allerdings nicht angezündet war.

Casey verabscheute Männer, die rauchten. Was gut war. Seine anzügliche Bemerkung und den Umstand mit einberechnet, dass er sie fast zu Tode erschreckt hatte, holte er nun bereits zum dritten Schlag aus. Dabei war Casey kaum fünfzehn Sekunden auf der Veranda.

Damals hatte Turner nicht geraucht.

Großer Gott, das war Jahre her! Sie hatten sich beide verändert. Casey war vom Leben verschlungen und wieder ausgespuckt worden und längst nicht mehr die unreife, naive Brautjungfer von einst. Sie war ein geachtetes Mitglied eines bedeutsamen Forschungsteams.

Wie lange saß er schon hier? Hatte er gesehen, wie sie entschlossen aus dem Inn gekommen und durch die Dunkelheit gestolpert war, nur um gleich darauf kehrtzumachen?

Sie wollte fliehen, wortlos im Innern des Gingerbread Inn verschwinden. Über die Schulter hätte sie Turner zurufen können, ihre Autoschlüssel bitte auf das Tischchen im Windfang zu legen.

Aber das wäre kindisch gewesen. Deshalb hatte sie nicht kehrtgemacht. Wie primitiv sie auf ihn reagierte – er weckte den Drang in ihr, zu kämpfen oder zu fliehen.

Casey musste sich damit abfinden, dass sie ihm in den nächsten Tagen des Öfteren begegnen würde. Sie fühlte sich aus der Bahn geworfen, aber das würde sie ihm nicht zeigen. Sie war bereit zu kämpfen!

Sie war heute Abend schon einmal vor ihm davongerannt, und das würde sie kein zweites Mal tun. Also ignorierte sie ihr hämmerndes Herz, rang ihre Unsicherheit nieder und ging so forsch auf ihn zu, wie es sich für die erfolgreiche, zielstrebige Frau gehörte, die sie geworden war.

Dies war die Gelegenheit, sich ihren Dämonen zu stellen; sich der Anziehungskraft solcher Männer zu entziehen, damit sie eine umso bessere Mutter werden würde. Ihre eigene Mutter würde die Situation als Geschenk des Himmels bezeichnen, wenngleich die Wissenschaftlerin in Casey nicht an solche Dinge glaubte.

Verhalten lächelnd schaute Turner ihr entgegen.

Schon damals hatte er außergewöhnlich gut ausgesehen: zartbitterschokoladenbraune Haare, schiefergraue Augen, hohe Wangenknochen, die ihm etwas Stolzes verliehen, gerade Nase, ausgeprägtes Kinn, sinnlich volle Lippen. Durch die Reife der Jahre war sein Äußeres noch markanter geworden.

Obwohl die Nacht frostig kalt war, hing seine Jacke neben ihm über dem Geländer. Er trug ein elegant geschnittenes Hemd von einem satten Walnussbraun, das bei mehr Licht seine silbergrauen Augen hätte strahlen lassen und sich über seinen unglaublich breiten Schultern und seiner kräftigen Brust spannte. Er hatte nicht ein Gramm überflüssiges Fleisch am Leib. Das Hemd war am Hals aufgeknöpft, die Ärmel waren bis an die Ellbogen aufgekrempelt, sodass seine sehnigen Unterarme zu sehen waren.

Casey spürte förmlich, wie seine maskuline Stärke die eisige Luft um ihn her erhitzte. Er starrte sie an, einen Winkel seines sinnlichen Mundes zu einem schiefen Lächeln verzogen. Der Kerl war viel zu selbstgefällig.

„Nur die Schlüssel zu einem ganz gewöhnlichen Zimmer“, meinte sie. „Keine Suite im Waldorf.“ Sie streckte die Hand nach den Schlüsseln aus.

Das Waldorf Astoria und Casey Caravetta. Als sich Turner von der versprochenen endlosen Eisfläche hatte herlocken lassen, hatte er eines nicht bedacht.

Wer sonst noch hier sein würde. Mit ihr jedenfalls hatte er nicht gerechnet.

Auf der Hochzeit von Cole und Emily war Casey Brautjungfer gewesen, während er selbst Trauzeuge gewesen war. Niemand, nicht einmal sein bester Freund, hatte gewusst, dass für Turner die Uhr tickte.

Die gerade ins Leben gerufene hochgeheime Tango Unit hatte vier Tage nach der Hochzeit aufbrechen sollen.

Er hatte unter Strom gestanden, all seine Sinne waren geschärft gewesen. Vielleicht hatte er Casey deshalb mit anderen Augen gesehen, als er es sonst getan hätte.

Sie hatten die Hochzeitsnacht zusammen verbracht – aber nicht etwa so, wie er gemeinhin Nächte mit Frauen verbrachte. Schließlich war sie nicht irgendein Mädchen gewesen.

Zunächst war sie so verkrampft gewesen, dass es beinahe komisch gewirkt hatte. Überkorrekt, aber zum Anknabbern. Es hatte nicht viel gebraucht, sie dazu zu bringen, ihm ihr Herz zu öffnen. Nachdem ihre Schutzmauern gefallen waren, war eine junge Frau zum Vorschein gekommen, die brillant, geistreich und tiefsinnig war. Und vom Leben gezeichnet.

Er hatte sich nicht einfach mit einem „Gute Nacht“ abwenden können, sondern hatte ihr etwas schenken wollen. Eine Pause von ihrem Ich – von der rigiden Selbstkontrolle. Er wollte ihr eine unbeschwerte Zeit ohne Verpflichtungen bescheren, eine Kostprobe von der Lebensintensität, die einem inneren Feuer entsprang.

Turner hatte die Mittel, es möglich zu machen. Nach dem Tod seines Vaters schwamm er förmlich in Geld, das er loswerden wollte. Warum es nicht für etwas Sinnvolles auf den Kopf hauen?

Das war vier Tage vor seinem Aufbruch in eine ungewisse Zukunft gewesen. Jeder, der sich für Tango hatte anheuern lassen, wusste, dass es eine brisante Mission werden würde – ohne Garantie auf Rückkehr.

Es war, als hätte er mit Casey eine kleine Schwester adoptiert.

Nur dass er ihr gegen Ende der drei Tage alles andere als brüderliche Gefühle entgegengebracht hatte. Als er sie nun betrachtete, hatte er wieder vor Augen, wie sie gemeinsam auf dem Bett im Waldorf herumgesprungen waren, wie er ihr die Zehennägel lackiert und wie sie beide gelacht hatten, bis ihnen der Bauch wehtat.

Er erinnerte sich daran, wie es sich angefühlt hatte, ihre Hand zu halten, wie es in ihren Augen wundersam geleuchtet hatte, wie sie aus ihrer selbst auferlegten Disziplin ausgebrochen war. Das hatte ihn dazu verlockt, sich in der letzten Nacht über ihre vollen Lippen herzumachen …

Casey sah, wie es ihm dämmerte. Bevor sein Lächeln verblasste, erhaschte sie einen Blick auf Zähne, die so weiß waren wie der Schnee ringsumher. Diese Zähne lenkten ihre Aufmerksamkeit unwillkürlich auf seinen verführerischen Mund.

Doch es war nicht das Lächeln, an das sie sich erinnerte. Das von damals war jungenhaft und offen gewesen. Obwohl er flirtete und lächelte, umgab ihn etwas Wachsames.

Als sie ihm in die Augen schaute, stellte sie eine weitere Veränderung fest. Das einst klare Grau barg Schatten, wie Sturmwolken, die sich auf Eis spiegelten.

Casey runzelte die Stirn. Sie erinnerte sich an Augen, in denen es unbekümmert und schalkhaft blitzte.

Turner zog die Brauen hoch, warf die Zigarette weg und glitt vom Geländer.

Mit der rechten Hand berührte er sie federleicht an der Kehle. „Ich habe dich erschreckt.“ Er sagte es wie eine Entschuldigung. „Dein Puls rast wie der eines Rehs, das von Wölfen in die Enge getrieben worden ist.“

Eher wie der eines Rehs im Scheinwerferlicht, denn obwohl sie sich befahl, seine Hand fortzuschlagen, stand sie wie gelähmt da. Seine Finger verströmten eine erstaunlich sinnliche Wärme an ihrem kalten Hals.

Durch pure Willenskraft gelang es ihr, eine ausdruckslose Miene zu wahren. Sollte er ruhig glauben, dass ihr das Herz vor Schreck und nicht aufgrund dieser Begegnung so stark schlug.

Leider wusste sie selbst nicht recht, was von beidem der Grund war. Nicht eben hilfreich war, dass selbst diese leichte Berührung einen Aufruhr der Gefühle in ihr auslöste. Auch das würde sie besser vor ihm verbergen.

Also sagte sie sich, dass es ihre Entscheidung war, reglos zu verharren. Sie bewegte sich auch dann nicht, als er flüchtig ihr Haar berührte und seine Finger kurz verweilen ließ. „Casey Caravetta“, sagte er schroff und ließ die Hand sinken. „Nein, warte. Ich meine gehört zu haben, dass du nun Doktor Casey Caravetta bist. Glückwunsch.“

Wie hatte er Dinge über sie in Erfahrung bringen können, sie aber nicht über ihn? Nicht das kleinste bisschen war zu ihr durchgedrungen.

Er hatte ihren Puls am Hals kaum berührt. Weshalb also fühlte sich ihre Haut wie versengt an?

Genau dagegen kämpfte sie an, ermahnte sie sich. Und sie war bewaffnet mit dem Wissen, dass all diese Empfindungen nichts als Chemie waren: Serotonin, Oxytocin, Adrenalin, Dopamin – ein vor Hormonen trunkenes System. Anziehungskraft belief sich auf den simplen wissenschaftlichen Fakt, dass das Gehirn auf Fortpflanzung gepolt war. Nur war es für die Menschen anschaulicher, wenn dieser Umstand im romantischen Gewand daherkam.

Allerdings war es nicht die Wissenschaftlerin in ihr, die zusah, wie Turner sich mit einer Hand durchs volle, glänzende Haar fuhr. Schnee war darin geschmolzen, sodass kleine Tropfen aufspritzten.

Casey starrte ihn unverwandt an und war abermals erstaunt über die strengen Linien um seinen Mund, den früher stets ein heiteres, lausbübisches Lächeln umspielt hatte.

Sie musste sich in den Griff bekommen! Musste sich – und ihm – die schmerzvolle Vergangenheit vor Augen halten. „Willst du einfach so tun, als hättest du mich nicht im Waldorf sitzen lassen?“ Sie hatte kühl klingen wollen, hörte aber Verärgerung in ihrer Stimme.

„Ich habe dich nicht sitzen lassen“, entgegnete er aufrichtig verwirrt. „Du hast gewusst, dass ich gehen würde. Das habe ich dir gleich gesagt – drei Tage.“

„Und am Morgen des vierten Tages bin ich allein in dieser riesigen Suite aufgewacht! Du hattest nicht mal den Anstand, dich zu verabschieden.“

Er ließ den Blick auf ihren Lippen ruhen. „Das habe ich in der Nacht davor getan.“ Seine Stimme war rau. Lag das an jenem Kuss in der letzten Nacht – der entfesselten Leidenschaft, die darin gelegen hatte?

„Pff!“ Gott, sie klang wie eine miesepetrige Lehrerin!

„Wir sind keineswegs als Liebespaar auseinandergegangen, Casey. Du hattest kaum Erfahrung damals, und trotz der sexy Unterwäsche …“

Die hatte er also beim Aufspringen des Koffers bemerkt! Casey betete, die Dunkelheit möge verbergen, dass ihre Wangen gerade farblich zur Wäsche passten.

„… glaube ich nicht, dass sich daran großartig etwas geändert hat. Ich ziehe die Bemerkung über Schlüssel und Kammer zurück. Puh, mir ist, als hätte ich eine Nonne angemacht.“

Als sie zusammenfuhr, steckte er die Fäuste in die Hosentaschen. „Sorry“, murmelte er. „Das soll nicht heißen, ich fände dich nicht …“

Autor

Leslie Kelly
Leslie Kelly ist als Romance-Autorin bekannt für ihre zauberhaften Charaktere, die geistreichen Dialoge und ihren frechen Humor. Das hat ihr 2006 den Romantic Times Award und weitere Award-Nominierungen eingebracht. Seit Erscheinen ihres ersten Buches 1999 hat sie mehr als dreißig sexy-freche Liebesgeschichten für Harlequin geschrieben.

Leslie lebt mit ihrem persönlichen...
Mehr erfahren
Cara Colter

Cara Colter hat Journalismus studiert und lebt in Britisch Columbia, im Westen Kanadas. Sie und ihr Ehemann Rob teilen ihr ausgedehntes Grundstück mit elf Pferden. Sie haben drei erwachsene Kinder und einen Enkel.
Cara Colter liest und gärtnert gern, aber am liebsten erkundet die begeisterte Reiterin auf ihrer gescheckten Stute...

Mehr erfahren
Jeanie London
Ihr erstes Buch schrieb Jeanie mit elf Jahren – 200 Seiten lang, zunächst handgeschrieben und dann liebevoll von ihrem größten Fan, ihrer Mutter, abgetippt, die fest daran glaubte, dass ihre Tochter eines Tages berühmt werden würde.
In der Schule langweilte Jeanie sich, und um dem abzuhelfen, las sie während des Unterrichts...
Mehr erfahren