Niemand ist so heiß wie du

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Für die Renovierung seines Restaurants muss Bennett Carey mit der selbstbewussten Hannah zusammenarbeiten. Immer wieder gerät er mit ihr aneinander. Er kann nicht mit ihr und nicht ohne sie – denn Hannah ist einfach zu sexy!


  • Erscheinungstag 13.08.2026
  • ISBN / Artikelnummer 9783751542968
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Leseprobe

Maureen Child

Niemand ist so heiß wie du

1. KAPITEL

Bennett Carey war genervt.

Und der Grund war seine Mutter.

„Mom“, sagte er und bemühte sich um Geduld, eine Eigenschaft, für die er nicht bekannt war. „Du musst nicht mein Haus renovieren.“

Candace Carey saß ihm an seinem Schreibtisch gegenüber und gestikulierte mit den Händen. Die Sonne fiel auf den riesigen Brillanten auf ihrem Ehering und ließ ihn funkeln.

„Dein Haus ist ein Haus, aber kein Zuhause.“ Sie schüttelte den Kopf. „Dein Büro hier in der Firma hat mehr Charakter als dieses Haus. Du wohnst jetzt schon fünf Jahre dort, und es sieht immer noch aus, als wäre es ein Mietobjekt. Oder leerstehend.“

Er warf ihr einen finsteren Blick zu und murmelte. „Nicht annähernd leer genug im Moment.“

Seine Eltern führten einen – wie ihre Kinder sagten – „Rentenkrieg“. Martin Carey, ihr Vater, hatte seiner Frau versprochen, sich in den Ruhestand zu verabschieden und mit ihr die Reisen zu unternehmen, die sie schon immer geplant hatten. Und sein Dad hatte sich wirklich zur Ruhe setzen wollen – aber er schaffte es nicht, dem Unternehmen tatsächlich den Rücken zu kehren, obwohl Bennett jetzt der CEO war. Um ihrem Mann zu zeigen, wie es sich anfühlte, hinter der Arbeit zurückzustehen, hatte Candace ihren Mann nach fast vierzigjähriger Ehe verlassen und war bei Bennett eingezogen.

„Die Wände sind Beige, Bennett.“

„Ich mag beige.“

„Niemand mag Beige“, entgegnete seine Mutter und hob das Kinn, um ihre Bereitschaft zum Kampf zu signalisieren. „Es ist eine Nichtfarbe. Nur wenig besser als Weiß.“ Sie schüttelte sich. „Du brauchst Farbe in deinem Leben, Bennett. Und zwar nicht nur an den Wänden deines Hauses. Du läufst ernsthaft Gefahr, so zu werden wie dein Vater. Ehe du dich versiehst, wird es für dich nichts anderes mehr geben als dieses verdammte Unternehmen.“

„Das wird es nicht“, widersprach er. „Ich habe auch ein Leben außerhalb der Firma. Verdammt, ich war gerade in meiner Hütte oben in Big Bear.“

Tatsächlich war er dahin geflohen, um seiner Familie zu entkommen, die ihn gerade in den Wahnsinn trieb. Eine Woche Ruhe und Frieden war geplant gewesen. Er hatte zwei Tage durchgehalten. Wer zum Teufel konnte ohne die Geräusche der Stadt leben? Ohne anständige Internetverbindung? Ohne Beton? Um die Hütte herum war viel zu viel Natur.

„In den zwei Wochen, die ich bei dir wohne, hattest du noch keine Frau zu Besuch.“

Seine Kinnlade fiel hinunter, und seine Augen weiteten sich. „Natürlich nicht.“ Die Mutter im Haus zu haben, war einem One-Night-Stand nicht gerade förderlich.

Er konnte nicht glauben, dass sie dieses Gespräch überhaupt führten. Plötzlich schienen ihm die Ruhe und der Frieden in der Hütte doch sehr verlockend.

„Eine gute sexuelle Beziehung ist wichtig für ein gesundes Leben.“

Er hielt beide Hände hoch und schüttelte den Kopf. „Hör auf. Ich bitte dich. Hör einfach auf.“

Sie schnaubte wenig elegant. „Ich hatte ja keine Ahnung, dass du so prüde bist, Bennett.“

„Ich bin nicht prüde“, stieß er hervor und klopfte sich im Geist auf die Schulter, weil er es schaffte, die Frau, die er sein ganzes Leben lang geliebt hatte, nicht anzuschreien. „Aber ich werde mit meiner Mutter nicht über mein Liebesleben sprechen.“

„Deine Schwestern haben kein Problem damit, mit mir darüber zu reden.“

„Ja“, murmelte er. „Ich spreche auch nicht über ihr Sexleben.“ Sie waren seine Schwestern. Er wollte es nicht wissen.

„Nun, ich denke …“

Bennetts Telefon klingelte in genau diesem Moment, und er konnte nur stumm den Göttern danken, die sich seiner erbarmten. Er griff nach seinem Telefon und sagte barsch: „Ja?“

Während er seinem Assistenten zuhörte, hielt Bennett eine Hand hoch, um seine Mutter zum Schweigen zu bringen. Alles, was er in dem Moment denken konnte, war, dass er den Göttern zu schnell gedankt hatte.

„Wie schlimm ist es?“

„Schlimm genug, Sir“, antwortete David. „Die Feuerwehr ist vor Ort.“

„Gut. Ich fahre sofort hin.“ Er legte auf, griff nach seinem Jackett, schlüpfte hinein und schloss es.

„Tut mir leid, Mom, wir müssen die Diskussion später fortsetzen.“ Oder besser nie.

Sie reagierte auf seinen Gesichtsausdruck und seinen knappen Tonfall. „Zuerst sagst du mir, was passiert ist.“

„Es brennt. Im The Carey.“

Sie schnappte nach Luft. „Ist jemand verletzt?“

„Das weiß ich noch nicht.“ Er durchquerte den Raum und rief ihr über die Schulter zu: „Ich melde mich, sobald ich mehr weiß.“

Er brauchte etwas weniger als eine halbe Stunde für die Fahrt von Irvine, Kalifornien, nach Laguna, wo ihr Fünf-Sterne-Restaurant seit Jahrzehnten am Rande der Klippe stand.

Das Restaurant war ein rustikaler, aber eleganter Ort und bot von der großen Terrasse aus einen traumhaften Blick auf den Pazifik.

Im Moment jedoch beherrschten Feuerwehrwagen, mehrere Polizeifahrzeuge und Rettungswagen das Bild. Bennett hoffte inständig, dass alle Angestellten heil herausgekommen waren. Er parkte seinen BMW eine Straße entfernt und eilte durch die Menschenmenge, die auf das riesige Loch im Schindeldach des Restaurants starrte und auf den Rauch, der in die Luft stieg und sich im Meereswind drehte.

Bennett lockerte seine Krawatte und öffnete den obersten Hemdknopf. Überall war Wasser, und der Gestank von brennendem Holz und Plastik und Gott weiß was noch hing in der Luft und erschwerte das Atmen. Schöne Bescherung, dachte er.

„Mr. Carey.“

Er drehte sich zu einem Feuerwehrmann um, der Ende vierzig sein musste. Das Gesicht des Mannes war rußverschmiert und seine Uniformjacke nass von Wasser und Chemikalien. „Einer Ihrer Mitarbeiter hat mich auf Sie aufmerksam gemacht. Ich bin Captain Hill.“

„Sind alle in Sicherheit?“, war Bennetts erste Frage. Er konnte über alles Weitere nachdenken, sobald er sicher war, dass niemand verletzt worden war.

„Ja.“ Der Mann blickte in Richtung des Restaurants. „Die Einzigen, die sich zu dem Zeitpunkt im Haus befanden, waren die Köche, und die sind schnell rausgekommen. Sie haben uns gerufen und draußen gewartet.“

„Das ist gut.“ Und eine riesige Erleichterung. Gebäude konnten wieder aufgebaut, Menschenleben aber nicht ersetzt werden. „Wie ist das Feuer ausgebrochen?“

Captain Hill nahm seinen Helm ab und fuhr sich mit der Hand durchs Haar. „Der Brandermittler wird später noch kommen und sein Urteil abgeben. Meiner Meinung nach ist es die Elektrik. Schlechte Leitungen. Wie alt ist das Gebäude?“

Bennett seufzte. „Etwa sechzig Jahre.“ Meine Schuld, sagte sich Bennett. Er hätte sich darum kümmern müssen, als er CEO des Unternehmens wurde. Aber bei allem, was sonst noch so los war, und einem Vater, der sich ständig einmischte, wer hatte da schon die Zeit? Doch er hätte sie sich nehmen müssen. Verdammt, wer die Verantwortung trug, musste dafür sorgen, dass alles so war, wie es sein sollte.

„Kann ich reingehen? Mich umsehen?“

Hill runzelte die Stirn, sagte dann aber: „Es ist sicher. Dreckig und nass, aber sicher. Seien Sie trotzdem vorsichtig. Ein paar meiner Männer sind noch drinnen, wenn Sie also etwas brauchen, fragen Sie.“

„Gut. Das werde ich. Danke.“ Bennett machte sich auf den Weg zum Restaurant, stieg über Schläuche, watete durch Pfützen und ging an Feuerwehrleuten vorbei, die gerade ihre Ausrüstung wegräumten.

Drinnen angekommen, sah er sich lange um und seufzte. Es mussten nicht nur die Schäden beseitigt werden, die durch das Feuer entstanden waren. Bei den Löscharbeiten waren auch Möbel, Wände und Böden zerstört worden. Es war ein Albtraum.

„Na toll.“ Er war gerade zwei Tage zuvor mit Jack Colton, dem Verlobten seiner Schwester Serena, hier gewesen. An dem Abend hatte das Lokal ausgesehen wie immer. Elegant, aber gleichzeitig auch gemütlich. Helle Wände, dunkle Balken, große Fenster, Messinglampen, die aussahen, als wären sie um die Jahrhundertwende hergestellt worden. Auf den Tischen lagen weiße Tischdecken, in der Mitte standen Messingvasen mit Blumen der Saison. Das Silberbesteck war schwer, das Kristall handgeschliffen, der Service tadellos und das Essen unübertroffen.

Jetzt sah es so aus, als wäre im Speisesaal Krieg geführt worden. Der Krieg war Gott sei Dank gewonnen, aber eine weitere Schlacht stand noch bevor. Dieser Ort war traditionsbeladen, doch ihm war klar, dass sich das jetzt alles ändern würde.

Es schien, als wäre er in jüngster Zeit von Veränderungen umgeben. Seine Schwestern nahmen Erneuerungen vor. Sein Bruder Justin machte sich rar – mied die Familie. Und sein Vater weigerte sich loszulassen und machte Bennetts Leben damit viel komplizierter, als es sein müsste.

Als er sich im The Carey umsah, akzeptierte er den Schaden als einen weiteren Brocken, den er schultern musste.

Er schritt an der Bar vorbei zu der Schwingtür, die in die Küche führte, und konnte sich einen weiteren tiefen Seufzer nicht verkneifen. „Ja, so bald werden wir hier kein Abendessen servieren.“ Was ein Problem darstellte, das weit über das sich ihm darbietende Chaos hinausging.

In vier Wochen sollte hier ein formelles Dinner stattfinden. Die Einladungen waren verschickt. In den Medien waren Ankündigungen publiziert worden. Es war zu spät, um den Ort zu ändern, und er würde das Dinner auf keinen Fall absagen. Es blieb ihm also nur eine Möglichkeit.

Bennett holte sein Handy aus der Tasche, drückte die Kurzwahltaste und wartete, bis sein Assistent abnahm. „David. Rufen Sie sofort beim besten Bauunternehmen im County an. Die Renovierungsarbeiten hier müssen so schnell wie möglich beginnen.“

„Ja, Sir.“

Bennett legte wieder auf und betrat die Küche. Der ganze Ort ist ein Trümmerhaufen, dachte er und betrachtete den Schaden, den die Männer und Frauen angerichtet hatten, die das Gebäude gerettet hatten. Es war nicht nur die Kücheneinrichtung, die erneuert werden musste.

Die Böden – hundert Jahre alte Eichendielen – mussten abgeschliffen und neu versiegelt werden. Die Bar war rußgeschwärzt und stand unter Wasser, und der Spiegel der Bar war, wie die meisten Schnapsflaschen, zerschellt. Die schweren Nussbaumtische waren umgekippt, und ein flüchtiger Blick zeigte ihm, dass einige von ihnen ebenfalls restauriert werden mussten. Ganz zu schweigen von den Stühlen.

Er öffnete auf seinem Handy den Merkzettel und begann eine Liste. Vom Bodenbelag über den Alkohol bis zu den Wänden und dem Mobiliar. Bennett stieß bei jedem Eintrag einen Fluch aus. Dennoch, die Erstellung der Liste gab ihm etwas, worauf er sich konzentrieren konnte. Wenn man Listen richtig anwendet, dachte er, kann man jedes Problem lösen. Mit Listen bewahrte Bennett seine Welt davor, außer Kontrolle zu geraten.

„Vier Wochen. Nur vier lausige Wochen, dann muss das hier wieder eine funktionierende, erstklassige Küche sein.“

„Ich glaube nicht, dass das zu schaffen ist.“

Bennett blickte nach links und sah seinen Chefkoch John Henry Mitchell auf sich zukommen. Der Afroamerikaner war einen Meter achtzig groß, hatte kurzes, lockiges Haar und wachsame, braune Augen. Er war gebaut wie ein Linienspieler der National Football League und ein Künstler in der Küche.

„John Henry.“ Bennett reichte dem Mann die Hand, und dieser schüttelte sie. „Ich bin froh, dass du es sicher rausgeschafft hast.“

„Ich auch.“ Die Stimme des stämmigen Mannes hallte wie ein Donnerschlag durch den Raum. „Ich hatte noch zwei Sous-Chefs da, die das Abendgeschäft vorbereitet haben.“

„Sind sie okay?“, fragte Bennett.

„Sie sind ein bisschen durch den Wind, aber das wird schon.“ John Henry schüttelte den Kopf und starrte auf die gegenüberliegende Wand. „Dort hat es angefangen“, sagte er und deutete auf einen Teil der ausgebrannten Wand. „Ich hatte es nicht sofort bemerkt, weil ich gerade im Kühlraum war.“

„Nicht deine Schuld.“

„Oh, das weiß ich.“ Er sah Bennett wieder an. „Es waren die Leitungen, Bennett. Die Feuerwehrleute sagten, es sei einfach ausgebrochen und hätte sich von dort in Windeseile ausgebreitet. Die Wand hoch und dann die Decke entlang.“

Sein Blick folgte seine Worte. „Von dort hat das Feuer auf den Dachboden und das Dach übergegriffen. Das alte Zedernholz und das Schindeldach haben leider gebrannt wie Zunder. Und den Rest kennst du ja.“

Er zuckte mit den Schultern. „Ich habe die Jungs hier rausgeholt, die Feuerwehr gerufen, und dann konnte ich nur noch draußen stehen und zusehen.“

„Ja.“ Bennett trat gegen ein Stück verkohltes Holz und hörte zu, wie es über den Boden glitt. Die Edelstahlarbeitstische waren dreckig und mit Schmutzwasser überschwemmt. „Danke, dass du so schnell die Feuerwehr gerufen hast.“

„Das hier ist ein Wahnsinn, Bennett.“

„Das ist es, verdammt noch mal.“

Schweigend betrachteten die beiden Männer ein paar Minuten lang den Schaden. „Was wirst du wegen des Dinners tun? Wir haben nur noch vier Wochen.“

„Ich weiß“, murmelte Bennett. „Ich habe meinen Assistenten beauftragt, ein Bauunternehmen anzurufen.“

John Henry lachte, und es klang wie ein Erdrutsch. „Es geht auf den Sommer zu, Bennett. Jeder Bauunternehmer in Orange County wird damit beschäftig sein, Pools und Terrassen und Gott weiß was noch alles zu bauen.“

„Ich werde einen finden.“ Es klang selbst in seinen Ohren wie ein Schwur. „Und wenn ich Prämien und doppeltes Geld bieten muss, dann werde ich es tun.“

„Nun, so sollte es gehen“, sinnierte John Henry.

„Darauf kannst du wetten. Geld motiviert besser als alles, was ich kenne. Ich werde eine verdammte Baufirma bekommen. Das Dinner steht noch, John Henry. Verfeinere weiter das Menü. Steaks natürlich …“

„Natürlich.“

Das Restaurant servierte die besten Steaks in Kalifornien, ohne Frage. Und das war eine Tradition, die sich nicht ändern würde.

„Und der Rest ist deine Sache“, sagte Bennett.

John Henry lachte leise. „Ich kümmere mich darum. Das würde ich niemals dir überlassen.“

Bennett lächelte schief. „Gute Entscheidung.“ Er holte tief Luft und machte ein finsteres Gesicht bei dem Gestank von Rauch und verbranntem Holz. Dann sah er sich noch einmal die Zerstörung an, bevor er den Blick auf seinen alten Freund richtete. „Brauchst du irgendetwas?“

„Nein. Alles in Ordnung.“

„Wir zahlen die Gehälter weiter, bis das Restaurant wieder in Betrieb ist, egal, ob die Crew arbeitet oder nicht.“

John Henry lächelte. „Ich habe schon allen gesagt, dass du das tun wirst.“

Bennett zog die Augenbrauen hoch. „Warst du dir da so sicher?“

„Ja, Bennett.“ Er steckte die Hände in die Hosentaschen. „Ich habe noch nie erlebt, dass du dich nicht um deine Angestellten kümmerst.“

Bennett winkte verlegen ab. Es war seine Pflicht, das zu tun. Trotzdem machte er sich eine gedankliche Notiz, dass er eine neue Liste mit allem beginnen würde, was seine Angestellten vielleicht brauchten, bis das Restaurant wieder öffnete. „Es gibt keinen Grund, warum du noch länger hierbleiben solltest, John Henry. Geh nach Hause. Ich sage Bescheid, wenn die Arbeit hier beginnt.“

„Gut. Ich habe ein paar Ideen für Verbesserungen.“

„Das kann ich mir vorstellen“, erwiderte Bennett.

Lachend sagte John Henry: „Hey, wenn wir schon wiederaufbauen, dann können wir auch die Änderungen vornehmen, von denen ich dir die letzten fünf Jahre vorgeschwärmt habe. Höhere Arbeitsflächen zum Beispiel, damit man sich bei der Arbeit nicht so bücken muss …“

„Schön. Mach eine Liste.“

John Henry lachte wieder und schlug Bennett auf den Rücken. „Wie viele Listen hast du heute schon angefangen?“

„Zwei“, gestand er und schüttelte den Kopf. „Und es werden zweifellos noch mehr werden.“

Bennett wusste, dass er John Henry alle Wünsche für die Küche erfüllen würde. Der Mann war der beste Koch in Kalifornien. Solange er ihn bei Laune hielt, konnte ihn kein anderes Restaurant abwerben. „Wenn ich mit der Baufirma über die Pläne spreche, wirst du dabei sein.“

John Henry nickte, und als die alten Freunde sich ansahen, lachten sie beide.

Bennett seufzte und sagte dann lächelnd: „Ja, du wusstest, dass du bei diesem Gespräch dabei sein würdest. Mach deine Liste fertig, ich gebe dir Bescheid, sobald ich einen Bauunternehmer gefunden habe.“

John Henry grinste. „Mach dich besser an die Arbeit. Vier Wochen sind nicht viel.“

Ein paar Tage später war Bennett mit seiner Geduld am Ende. Das, was ihn noch vor wenigen Tagen genervt hatte, war plötzlich nichts im Vergleich zu dem Problem, das er im Moment hatte. Er gab es nur ungern zu, aber John Henry hatte recht gehabt.

Bennetts Assistent hatte jeden bekannten Bauunternehmer in Orange County angerufen und von jedem ein klares Nein erhalten. Verdammt, Bennett hatte sogar ein paar Freunde gebeten, Gefallen einzufordern, und nichts hatte funktioniert. Nicht einmal das Versprechen auf einen Haufen Geld. Was war mit der Welt los, wenn selbst Geld keine Probleme löste?

Alle großen Unternehmen hatten die Auftragsbücher voll, denn der Sommer rückte näher. Bennet steckte in einer ernsten Zwickmühle. Sein Restaurant musste wiederhergestellt werden, und das ging anscheinend nur, wenn er sich auf ein kleines Unternehmen mit mehreren guten Onlinebewertungen einließ.

Deshalb war er hier, im The Carey, und traf sich mit einer Frau, die nicht den Eindruck machte, als könnte sie einen Hammer schwingen. Er beobachtete die Frau, als sie durch das Restaurant schritt und den Schaden begutachtete. Sie war klein, nur etwas über einen Meter sechzig groß, aber sie war beeindruckend.

Sie war klein gewachsen mit ansprechenden Kurven. Ihr schwarzes, kurz geschnittenes Haar umrahmte ein herzförmiges Gesicht mit vollen Lippen, hohen Wangenknochen und grünen Augen, die hell und voller Eifer leuchteten. Sie war ganz und gar nicht das, was er erwartet hatte.

Hannah Yates von Yates Construction.

Sein Blick ruhte auf ihr, als sie sich durch den Raum bewegte, und er runzelte ein wenig die Stirn, als ihm bewusst wurde, dass er sich nur mit Mühe auf die Situation konzentrieren konnte. Hannah Yates lenkte ihn zu sehr ab – etwas, das er im Moment nicht gebrauchen konnte. Was er brauchte, war ein verdammt guter Bauunternehmer und keine sexy Elfe.

Ihr zufolge war es die Firma ihres Vaters Harry gewesen, bis sie vor drei Jahren übernahm. Sie war mit Referenzen aufgetaucht, mit Bildern von anderen Aufträgen, die sie erledigt hatte, jeweils vorher und nachher, und sie hatte nicht mehr aufgehört zu reden, seit sie zur Tür hereingekommen war. Selbst jetzt führte sie noch Selbstgespräche, während sie durch die Trümmer wanderte und immer wieder den Kopf schüttelte.

Soweit er es beurteilen konnte, schien sie ihr Handwerk zu verstehen. Er war nur nicht sicher, ob solch ein kleines Unternehmen die Arbeit in der von ihm vorgegebenen Zeit erledigen konnte.

Sie machte eifrig Notizen auf ihrem Tablet und maß gelegentlich etwas aus. Es fiel Bennett nicht leicht, aber er blieb still, damit sie sich konzentrieren konnte. Sie reichte mit dem Maßband über die Bar, und er ignorierte ganz bewusst, wie sich ihre Jeans um ihren Hintern schmiegten. Hannah Yates war seine letzte Hoffnung, das Restaurant rechtzeitig wieder zum Laufen zu bringen.

„Wann muss es fertig sein?“, fragte sie und warf ihm einen Blick über die Schulter zu.

„In vier Wochen.“

„Ha!“ Sie grinste, schüttelte den Kopf, als würde sie mit einem Verrückten sprechen, und führte weiter leise Selbstgespräche.

Sie schlüpfte aus ihrem grünen Hoodie mit dem Yates-Construction-Aufdruck auf dem Rücken und warf ihn auf das Tischbein eines umgestürzten Tisches. Dann schüttelte sie den Kopf und fuhr sich mit der Hand durch das kurze Haar. Etwas regte sich in ihm, doch er wehrte sich dagegen.

Er wäre nicht einfach, dieser Frau und ihrer kleinen Firma den Auftrag zu erteilen und damit zu vertrauen, aber er hatte keine andere Wahl. Und das war schwer zu ertragen für einen Mann, der es gewohnt war, das Sagen zu haben. Es ist schon ein starkes Stück, dachte er, sich einer Frau anvertrauen zu müsse, die wie eine sexy Elfe aussah.

2. KAPITEL

Vier Wochen. Hannah Yates unterdrückte ein weiteres Lachen und sagte sich, dass es ein Scherz gewesen sein musste.

Sein Blick folgte ihr, als sie sich durch das einst exklusivste Restaurant in Laguna bewegte. Verdammt, sie hatte nie die Gelegenheit gehabt, hier zu essen – wer konnte sich das auch schon leisten? Und jetzt war sie endlich in diesem Nobelrestaurant und sah es in seinem schlimmsten Zustand.

Sie hatte das Gefühl, auch Bennett Carey von seiner schlechtesten Seite zu erleben. Er schien nicht glücklich darüber zu sein, es mit ihr zu tun zu haben, aber wenn er sein Restaurant retten wollte, dann musste er diese Abneigung überwinden.

Man muss ihn sich nur ansehen, dachte sie. Wie er da inmitten der Trümmer stand und aussah wie ein Model für ein Männermagazin oder so. Irgendwie hatte er es sogar geschafft, dass seine italienischen Schuhe trotz des Schmutzes hier noch glänzten. Als sie sich umdrehte, um etwas abzumessen, spürte Hannah buchstäblich, wie er sie beobachtete.

Sie wusste, dass er überlegte, ob sie die Aufgabe tatsächlich erfüllen könnte. Weil sie klein und hübsch war, neigten Männer dazu, sie zu unterschätzen. Nun, es war nicht das erste Mal, dass sie sich beweisen musste. Sie könnte es wieder tun.

Nur weil er zweifellos der attraktivste Mann war, den sie je gesehen hatte, bedeutete das nicht, dass sie vergaß, was wirklich wichtig war.

Nämlich die Möglichkeit, diesen Job zu bekommen.

Sie war nicht auf der Suche nach einem Mann, und wenn sie es wäre, dann würde sie Bennett Carey ganz sicher nicht ins Auge fassen. Er war eine Nummer zu groß für sie. Natürlich könnte sie ihn ansehen, aber eine Berührung war definitiv tabu. Verdammt, sie hatte sich schon einmal die Finger an einem wohlhabenden Mann verbrannt, und sie hatte nicht die Absicht, diesen Fehler zu wiederholen.

Aber für ihn zu arbeiten, war etwas anderes.

Sie bahnte sich ihren Weg durch die Trümmer. Die Eichenböden waren beschädigt und an einigen Stellen sogar verbrannt. Sie mussten abgeschliffen, ausgebessert und neu gebeizt werden. Die Tische mussten aufbereitet werden, und die wunderbare Bar brauchte genau das, was auch die Böden brauchten.

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