Beim zweiten Mal wird es noch heißer

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Für Serena war Jack die ganz große Liebe – bis er sie verließ und nach Europa verschwand. Jetzt ist ihr sexy Ex zurück, und Serena spürt sofort: Die erotische Anziehungskraft ist geblieben! Doch diesmal bestimmt sie, wie weit sie gehen …


  • Erscheinungstag 13.08.2026
  • ISBN / Artikelnummer 9783751542951
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Leseprobe

Maureen Child

Beim zweiten Mal wird es noch heißer

1. KAPITEL

„So haben wir es immer gemacht, Serena.“

Candace, Serena Careys Mutter, stand mitten in Serenas Büro. „Du willst so vieles ändern, ich weiß nicht, wie das funktionieren soll. Ich will mich wirklich nicht einmischen …“

Aber du wirst es tun, dachte Serena. Jedes Jahr veranstaltete das Carey Center eine Spendengala für seine Wohltätigkeitsorganisation „For the Kids“. Es war das größte Event des Jahres, und die Spender kamen von nah und fern.

Bis zu diesem Jahr war Candace Carey für die Organisation verantwortlich gewesen. Aber sie hatte die Zügel – theoretisch – vor sechs Monaten an Serena übergeben. Jetzt schien es, als befielen sie Zweifel.

„Mom“, sagte Serena geduldig, „alles ist geregelt. Vertrau mir.“

Candace verflocht ihre Finger ineinander und ging mit langsamen, eleganten Schritten auf und ab. Alles, was Candace tut, ist elegant, dachte Serena ein wenig neidisch. Dann blieb ihre Mutter stehen, drehte sich zu ihr um und biss sich auf die Lippe, bevor sie wieder sprach. „Natürlich vertraue ich dir, Serena. Aber als wir vor sechs Monaten darüber sprachen, hast du nicht erwähnt, dass du so viele Veränderungen planst. Musik. Essen. Blumen. Alles soll anders werden, und ich weiß nicht, ob das richtig ist.“ Sie rang tatsächlich die Hände, was so untypisch für die unerschütterliche Candace war, dass Serena fast ein schlechtes Gewissen bekam, weil sie ihrer Mutter so viele Veränderungen auf einmal zumutete.

„Veränderungen sind nicht immer schlecht, Mom“, hob Serena hervor. „Die zimtfarbenen Strähnchen in deinem Haar sind zum Beispiel fabelhaft.“

Candace lebte regelrecht auf, als sie das hörte. Sie strich mit der Hand über ihren kurzen, perfekt frisierten Haarschnitt. „Du willst mich nur beruhigen. Das kannst du sehr gut. Aber, Süße, die Gala ist das größte Event des Jahres. Die Kinder zählen auf das Geld, das wir von unseren Spendern bekommen …“

Serena stand auf, ging um ihren Schreibtisch herum und nahm die Hände ihrer Mutter in ihre. „Glaubst du wirklich, die Leute werden weniger spenden, wenn der Blumenschmuck anders aussieht?“

„Traditionen haben etwas für sich“, entgegnete ihre Mutter, ohne auf die Frage einzugehen. „Zum Beispiel haben wir für die Musik immer die Swing Masters engagiert und …“

„Mom …“ Serena hatte von vornherein gewusst, dass sie bei den geplanten Änderungen auf Widerstand stoßen würde. Deshalb hatte sie vor sechs Monaten nichts davon gesagt. Ihre Mutter war diejenige gewesen, die diese Wohltätigkeitsveranstaltung ins Leben gerufen und zu einem echten Giganten aufgebaut hatte. Serena holte tief Luft und sagte dann leise: „Die Swing Masters sind jetzt in ihren Siebzigern.“

„Was spielt das für eine Rolle?“

Das Alter war ein heikles Thema, da ihre Eltern selbst auf die siebzig zugingen. Aber Serena blieb hartnäckig. „Mom, sie sind im Ruhestand. Sie kommen nur noch zusammen, um auf der Wohltätigkeitsveranstaltung zu spielen.“

„Genau.“

Serena drückte die Hände ihrer Mutter und ließ sie dann los. „Die neue Band kann die alten Lieder spielen, aber auch moderne. Ich glaube, unsere Spender werden sich freuen.“

„Ich weiß nicht …“

Serena hatte bereits mit Leo Banks, dem Lead-Gitarristen der Swing Masters gesprochen, und er hatte ihr versichert, dass sie sehr gern auf den Auftritt verzichteten. Also umarmte sie ihre Mutter nur und lächelte. „Vertrau mir.“

„Das tue ich, aber so viele Veränderungen auf einmal …“ Candace schüttelte den Kopf, und ihr kurzes kastanienbraunes Haar schwang elegant. Die zimtfarbenen Strähnchen sahen wirklich spektakulär aus. „Du hast auch eine Fotografin engagiert, die herumläuft?“

„Ja, es wird dir gefallen.“ Serena zügelte ihre Ungeduld. Sie arbeitete erst seit ein paar Jahren wieder im Carey Center, also musste sie sich den Respekt und das Vertrauen ihrer Familie noch verdienen.

Als Jugendliche war sie an einer Karriere nicht interessiert gewesen. Eigentlich hatte sie nie einen Plan für ihr Leben gehabt, so wie ihre Geschwister ihn zu haben schienen – außer Justin natürlich. Ihr Wunsch war es gewesen, die große Liebe zu finden und eine Familie zu gründen. Nun, das hatte nicht so gut geklappt. Ihre Ehe war Geschichte, und jetzt versuchte sie herauszufinden, was sie wirklich für ihr Leben wollte. Immer war sie mit dem Strom geschwommen. Sie hatte keinen Ärger gemacht, weil ihr nichts wichtig genug gewesen war, um dafür zu kämpfen.

Aber jetzt ging es darum, ein Leben für sich und ihre Tochter aufzubauen. Für die Familie zu arbeiten, war eine sichere Angelegenheit, aber es war schwer, ihren Platz im Geschäft zu erobern. Ihre Familie war es nicht gewohnt, dass Serena ihre Meinung sagte, woran sie, wie sie feststellte, selbst schuld war, da sie immer die Unkomplizierte gewesen war. Die Friedensstifterin. Und obwohl sie eine ruhige Gelassenheit bevorzugte, war das etwas, was sie bei den Careys nie erlebt hatte.

Allein bei dem Gedanken daran musste sie schmunzeln. Ihre Familie würde man nie als ruhig oder friedvoll bezeichnen. Und sie würde sie um keinen Preis ändern wollen. Sie musste sich nur in den manchmal stürmischen Gewässern zurechtfinden. Und das würde sie lernen.

Serena war immer noch zu zögerlich, wenn es darum ging, ihre Meinung zu sagen, aber es gelang ihr immer besser. Sie war dabei, ihren Weg zu finden. Und niemand hatte ihr versprochen, dass es einfach sein würde.

„Es wird ganz bestimmt sensationell, Mom. Die Fotografin hat großartige Ideen, und sie hat einen fantastischen Ruf. Die Leute werden begeistert sein.“ Sie hoffte es zumindest. Ihre eigene Zukunft im Familienunternehmen hing vom Erfolg der jährlichen Spendenaktion ab. Ja, sie hatte Veränderungen vorgenommen, denn ehrlich gesagt war die Feier ein wenig langweilig geworden. Nie hatte sich etwas geändert, und obwohl die Leute immer noch kamen und riesige Summen spendeten, dachte Serena, dass die Veranstaltung … lustiger, unterhaltsamer sein könnte.

Serena hatte ihre Ideen mit ihrer Schwester Amanda besprochen, und auch die fand sie gut. Deshalb war Serena nicht besorgt. Nur … beunruhigt. Ein wenig. Und die Zweifel ihrer Mom waren nicht gerade hilfreich.

„Die Fotografin wird durch die Menge gehen und Aufnahmen machen, die wir dann auf zwei Bildschirme an den gegenüberliegenden Enden des Ballsaals projizieren.“ Serena hatte einen Vertrag mit einer der besten Fotografinnen in Orange County, Kalifornien, abgeschlossen, und sie vertraute darauf, dass die Frau hielt, was sie versprach.

Candace biss sich auf die Unterlippe.

Serena fuhr fort, und je mehr sie darüber sprach, desto besser fühlte sie sich. „Unsere Gäste werden Gefallen daran finden, sich selbst und Freunde und Familie auf den großen Bildschirmen zu sehen. Und wenn jemand Abzüge kaufen möchte, kann er sich direkt an die Fotografin wenden. Nach der Gala werden wir die Fotos auf unserer Webseite posten, als direkte Werbung dafür, was für einen tollen Abend alle verbracht haben … was das Spendenaufkommen im nächsten Jahr noch erhöhen wird.“

Candace neigte den Kopf zur Seite, betrachtete ihre Tochter einen Moment lang und sagte dann: „Du hast dir viele Gedanken gemacht. Über alles.“

Ja, das hatte sie. Ihr Leben war vielleicht nicht so verlaufen, wie Serena es sich erhofft hatte, aber sie hatte entdeckt, dass sie gut mit Menschen arbeiten und organisieren konnte. Diese Gala würde ihr erster großer Erfolg werden.

„Das habe ich, Mom. Du hast mir die Organisation der Gala anvertraut, und ich verspreche, ich werde dich nicht enttäuschen. Es wird großartig werden.“ Bitte, lass es großartig werden. Wenn die Sache floppte, würde sie es immer wieder aufs Brot geschmiert bekommen. Schon jetzt stellte auch ihr älterer Bruder Bennett jede Änderung infrage.

Und ihre Mutter … Nun, Candace war jahrzehntelang für das Programm verantwortlich gewesen und hatte die Zügel nur aus der Hand gegeben, weil sie ihrem Mann geglaubt hatte, als dieser versprach, in den Ruhestand zu gehen. Doch Martin fiel es schwer loszulassen, deshalb kämpfte Candace darum, die Verantwortung zurückzubekommen. Aber Serena würde sich behaupten.

Anders als damals, als sie es hingenommen hatte, dass der Mann, den sie liebte, sie verließ und ihr damit das Herz brach.

Noch schlimmer war, dass der Schmerz sie blind gemacht hatte für die Fehler des Mannes, den sie dann geheiratet hatte. Viel Zeit war vergangen, bis sie Robert endlich die Stirn geboten hatte. Sie hatte sich scheiden lassen, das volle Sorgerecht für Alli erhalten und gelernt, dass sie sich von anderen nicht wie ein Fußabtreter behandeln lassen musste.

Sie war noch nicht sicher, ob die Carey Corporation wirklich das Unternehmen war, das sie für den Rest ihres Lebens vertreten wollte, aber verdammt noch mal, jetzt war sie hier. Und sie würde sich einen Namen machen und allen zeigen, dass Serena Carey kein Schwächling mehr war. Seit sie in das Familienunternehmen eingestiegen war, hatte sie etwas von dem tief verwurzelten Konkurrenzdenken der Familie Carey übernommen. War das gut? Schlecht? Wer wusste das schon?

„Ich habe ein paar Ideen für das Catering …“

Serena drückte ihrer Mutter kurz die Hand. „Ich auch, und ich habe in ein paar Minuten einen Termin mit Margot Davis“, log sie, da sie unbedingt eine Pause brauchte. „Wir wollen das Menü noch einmal durchgehen.“

„Oh, gut. Da helfe ich gern.“

„Ich dachte, Amanda wollte heute Morgen mit dir über einen der Auftritte im Rahmen des Summer Sensation Programms reden.“

„Oh.“ Candace nickte, lächelte und sagte: „Dann gehe ich jetzt zu deiner Schwester. Lass uns nach dem Lunch über das Menü sprechen, einverstanden?“

Sie unterdrückte einen Seufzer. „Klar, Mom.“

Als ihre Mutter gegangen war, ging Serena um ihren Schreibtisch herum und ließ sich in den cremefarbenen Ledersessel fallen. Sie drehte sich und blickte aus dem Fenster auf den Grüngürtel unterhalb des Gebäudes, der sich wie ein dickes Band durch die benachbarten Bürogebäude aus Chrom und Glas zog. In der Ferne konnte sie den 405 Freeway sehen und weit dahinter einen blauen Fleck, den Pazifik. In diesem Moment wünschte sie, sie würde am Ufer stehen, den Wind in den Haaren, und außer dem Rauschen der Wellen nichts hören.

„Aber da ich dort nicht bin …“ Serena drehte sich wieder zurück, nahm das Telefon und rief den Caterer an. „Hallo“, sagte sie, als Margot sich meldete. „Könnten Sie vielleicht jetzt schon kommen? Ich weiß, wir sind für heute Nachmittag verabredet, aber ich hätte gern alles in trockenen Tüchern, bevor der Rest der Familie den Vorschlag sieht.“

„Kein Problem.“ Margot Davis war genauso erpicht darauf wie Serena, dass die Gala ein Erfolg wurde. Das jährliche Event im Carey Center war die größte Showbühne und Werbung, die sie als Köchin je gehabt hatte, und könnte wegweisend für die Zukunft sein. „Ich kann in einer halben Stunde bei Ihnen sein.“

„Großartig. Bis gleich.“ Serena legte auf und versicherte sich, dass alles wie gewollt lief. Sie hatte eine großartige Band engagiert, einen fantastischen neuen Caterer, eine Floristin, die den Ballsaal geschmackvoll und wunderschön dekorieren würde. Sie hatte alles im Griff. Nichts würde schiefgehen.

Ihre Assistentin meldete sich. „Was gibt es, Kelly?“

„Da ist ein Jack Colton, der Sie sprechen möchte.“

Und wie aus dem Nichts wurde aus einem perfekten Tag ein Scheißtag.

„Sagen Sie ihm, dass ich nach Tahiti geflogen bin.“ Wäre sie vorgewarnt gewesen, hätte sie genau das getan, statt Jack zu begegnen.

Er war der Mann, den sie einst geliebt und zu heiraten gehofft hatte. Der Mann, der sie verlassen hatte. Der Mann, der sich immer noch in ihre Träume schlich und dafür sorgte, dass sie erregt aufwachte. Ihr Herzschlag beschleunigte sich, und sie holte tief Luft und versuchte, sich zu beruhigen. Doch es half nichts. Allein das Wissen, dass er vor ihrer Tür stand, machte sie … kribbelig.

Mit etwas Glück würde er wieder verschwinden.

Einen Moment später öffnete sich ihre Bürotür, und er stand da. Serena war nicht überrascht. Nichts konnte Jack aufhalten, wenn er zu etwas entschlossen war. Die Tatsache war sowohl ärgerlich als auch bewundernswert. Jetzt war sie verärgert.

Und, verdammt, fasziniert.

Sie konnte den Blick nicht von ihm wenden. War er noch größer als früher? Er war weit über einen Meter achtzig groß, hatte langes schwarzes Haar, das sich über dem Kragen seines weißen Hemdes kräuselte, und Augen so tief und dunkel wie ein Saphir.

Er lächelte, schloss die Tür und schob sein schwarzes Sakko zurück, um die Hände in die Hosentaschen zu stecken. „Tahiti hat sich verändert. Du nicht. Du bist so umwerfend wie immer, Serena.“

Sie wollte sich nicht bezaubern lassen.

„Wirklich?“, fragte sie und lächelte kurz. „Ich habe dich seit sieben Jahren nicht gesehen, und das Erste, was du von dir gibst, ist ein lahmes Kompliment?“

„Es ist absolut nicht lahm“, entgegnete er. „Du bist immer noch wunderschön.“

„Und du bist immer noch schnell dabei mit bedeutungslosen Schmeicheleien.“ Sie schüttelte den Kopf. „Ich bin nicht blöd, Jack. Damit kommst du nicht weit.“

Er winkte ab und lächelte verhalten, woraufhin ihr Herz einen kleinen Hüpfer machte. „Es ist keine Schmeichelei, wenn es wahr ist.“

Jetzt ärgerte sie sich über sich selbst. Sieben Jahre war es her, dass er sich von ihr getrennt hatte, und dennoch ließ ein Blick auf ihn ihren Puls in die Höhe schnellen. Damals war Serena so … schüchtern gewesen. Sie hatte kein Wort gesagt, als er gegangen war. Hatte ihm nicht gezeigt, dass er ihr das Herz brach. Damals war sie nicht in der Lage gewesen, ihm die Stirn zu bieten. Aber sie hatte sich verändert. Sie war nicht mehr die Serena, die er kannte. Und nur weil ihr Körper überreagierte, bedeutete das nicht, dass sie etwas dagegen tun würde. „Geh, Jack.“

„Aber ich bin gerade erst gekommen.“

Serena richtete sich in ihrem Sessel gerade auf, während er groß wie ein Riese vor ihr stand. Warum war er nicht mit Furunkeln oder Pickeln übersät? Warum musste er so gut aussehen? „Was willst du, Jack?“

„Danke, dass du fragst.“ Er nahm die Hände aus den Taschen und schlenderte durch den Raum wie ein Mann, der nichts als Zeit hatte. Er blickte sich um, und sie folgte seinem Blick und sah ihr Büro, wie er es sehen musste.

Dezent rosafarbene Wände mit gerahmten Fotos von der Familie an einer Wand. Ein gemütliches Sofa, zwei passende Sessel und an der Wand gegenüber ihrem Schreibtisch ein Flachbildfernseher. Auf einem Tisch standen ein kleiner Kühlschrank und eine Kaffeemaschine. Der Eichenboden glänzte, darauf lagen Läufer in verblassten Edelsteinfarben.

„Das Büro passt zu dir“, bemerkte er, und sie ärgerte sich, dass er sie gut genug kannte, um das zu erkennen. Nicht, dass sie es zugeben würde.

„Du glaubst mich zu kennen, oder?“

„Schon immer.“ Seine Stimme jagte einen Schauer über ihren Rücken, den sie nicht wahrhaben wollte. Er betrachtete sie einen Moment lang, bevor er hinzufügte: „Auch wenn du … irgendwie anders bist.“

Sie lachte spöttisch. „Wow, stell dir vor. Ich habe mich in sieben Jahren verändert. Mal sehen. Hochzeit. Kind. Scheidung. Eintritt ins Familienunternehmen. Ja“, sagte sie und nickte nachdenklich. „Ich glaube, ich bin anders.“

„Der Punkt geht an dich.“ Jack neigte anerkennend den Kopf.

Serena blieb ganz ruhig. „Ich habe keine Zeit für so etwas, Jack. Warum bist du hier?“

„Direkt zum Geschäft. Das ist auch neu“, entgegnete er. „Ich kann mich nicht erinnern, dass du an der Carey Company interessiert warst.“

Sie war es auch nicht gewesen. Damals. „Wie gesagt. Veränderungen.“

„Okay, kommen wir zum Geschäftlichen. Für den Anfang möchte ich einen Tisch bei der Benefizveranstaltung kaufen.“

Nun, das war eine Überraschung. Sie hatte Jack seit Jahren nicht gesehen. Nicht seit der Nacht, in der sie ihm ihre Liebe gestanden hatte. Er hatte das Land am nächsten Tag verlassen, um sich auf die Colton Group Hotelkette zu konzentrieren, wie er behauptet hatte. Um sich zu verstecken, korrigierte sie im Geiste.

„Warum?“, fragte sie.

„Warum ich Kinder in Not unterstützen will? Klingt für mich nach einer guten Sache.“

„Dir geht es nur um Nächstenliebe?“

Er zog einen Mundwinkel nach oben. „Bist du bei allen Spendern so streng?“

„Nein, nur bei dir.“

Seine Lippen zuckten verräterisch, und sie hätte fast gelächelt.

„Du bist seit sieben Jahren weg, Jack. Woher weißt du überhaupt von der Gala?“

„Ich bitte dich. Die Carey Gala ist seit mehr als dreißig Jahren eine der größten Veranstaltungen des Jahres.“

Stimmt.

„Außerdem hat Bennett mir verraten, dass sie immer noch stattfindet.“

Serena lächelte schief. „Das hätte ich mir denken können.“

Jack lachte und trat näher. „Ich war heute bei ihm, um ihm zu sagen, dass ich für immer in die Staaten zurückkehre.“

Misstrauisch beobachtete sie ihn. „Ist das so?“

„Ja.“ Er nickte und hielt den Blick auf sie gerichtet. „Ich muss geschäftlich immer wieder mal nach Europa, aber dies hier wird mein Zuhause sein.“

Großartig. Jacks Umzug nach London vor sieben Jahren hatte Serena tatsächlich geholfen, über ihn hinwegzukommen. Dann hatte sie Robert kennengelernt und geheiratet und fast gar nicht mehr an Jack gedacht.

Jetzt kehrte er zurück. Und da er und Bennett Freunde waren, würde sie Jack vermutlich häufig sehen. Nicht, dass Serena Angst vor seiner Nähe gehabt hätte. Ganz und gar nicht. Sie mochte es nur nicht, an Fehler erinnert zu werden, und Jacks Nähe wäre nichts anderes als eine ständige Erinnerung.

„Also“, fuhr er fort und riss sie damit aus ihren Gedanken. „Ich glaube, fünfzigtausend für einen Tisch auf deiner Gala ist eine gute Möglichkeit, es anzukündigen.“

Einen ganzen Tisch zu kaufen, war sicherlich großzügig, aber Serena war nicht bereit, es ihm so leicht zu machen. Es war typisch für Jack Colton, dass er hereinspaziert kam und erwartete, dass alles nach seinem Willen lief. Nun, dieses Mal nicht. „Das ist der übliche Preis für einen vollen Tisch, Jack, aber es ist spät. Die Gala ist schon in ein paar Wochen.“

Er sah sie eindringlich an, und Serena hätte fast gelächelt. Fast.

„Dann ist der Preis also gestiegen?“

Jetzt lächelte sie wirklich. Sie war im Begriff herauszufinden, wie wichtig es ihm war, ein Statement auf der Gala abzugeben. „Fünfundsiebzigtausend.“

Schweigen breitete sich zwischen ihnen aus, als er sie betrachtete. Dann nickte er. „Okay, Serena. Du hast recht. Ich bin spät dran. Und es ist für einen guten Zweck, richtig?“

„Absolut.“ Sie musste zugeben, dass sie überrascht war. Er hatte nicht einmal mit der Wimper gezuckt, als sie den Preis für ihn erhöhte. Bedeutete das, dass er sie beeindrucken wollte? War das Teil des Plans? Oder war er so erpicht darauf, in das Leben zurückzukehren, dem er den Rücken gekehrt hatte, dass der Preis keine Rolle spielte?

Er trat näher an den Schreibtisch und blickte auf sie hinab. „Dann reservier der Colton Group einen Tisch. Ich werde veranlassen, dass meine Assistentin noch heute Nachmittag das Geld überweist.“

Serena lehnte sich zurück und schlug langsam und lässig die Beine übereinander. „Sobald wir das Geld erhalten haben, reserviere ich den Tisch.“

Jack lachte kurz auf. „Kein Vertrauen zu einem alten Freund?“

„Ist es das, was wir sind?“ Serena begegnete seinem Blick und dachte an all die Dinge, die sie sagen könnte. Dass sie nie Freunde gewesen waren. Dass es zwischen ihnen heiß geknistert hatte. Dass sie innerhalb weniger Stunden nach dem Kennenlernen im Bett gelandet waren und sich erst getrennt hatten, als sie diese drei Worte geflüstert hatte. Dass er jegliches Vertrauen zwischen ihnen zerstört hatte, als er ihr das Herz brach und sie allein ließ. Sie hätte all das und noch mehr sagen können, doch sie sagte nichts davon. „Freunde?“

Er zuckte mit den Schultern. „Wenn du es willst, sicher.“

„Ich habe genug Freunde.“

„Komisch. Ich auch.“ Er trat noch einen Schritt näher. „Und was bedeutet das für uns?“

Ihr Herz hämmerte in ihren Ohren. Ihr Blut rauschte durch ihre Adern. Es fiel ihr plötzlich schwer zu atmen, trotzdem sah sie ihm in die Augen und sagte nur: „Nichts, Jack.“

Er steckte die Hände in die Hosentaschen und schlenderte durch den Raum. Schließlich drehte er sich zu ihr um. „Wir sind vielleicht keine Freunde, aber wir werden vorübergehend zusammenarbeiten.“

Sie hatte ein ungutes Gefühl dabei. „Wovon sprichst du?“

„Wie ich schon sagte, war ich bei Bennett. Ich habe mit ihm über eine Idee gesprochen, die uns beiden helfen und der Spendenaktion einen echten Kick geben könnte.“

„Einen Kick?“ Serena lachte kurz und strich sich das goldblonde Haar aus dem Gesicht. „Das Carey Center ist in aller Munde. Deshalb danke, aber die Careys organisieren ihre Feiern und Veranstaltungen seit langer Zeit. Ich glaube nicht, dass wir neue Ideen von dir brauchen.“ Offensichtlich sah ihr Bruder das jedoch anders.

Hielten alle in der Familie sie für unfähig, die Gala zu organisieren und zu einem Erfolg zu machen? Jetzt steckte Bennett auch noch seine Nase in die Sache und ermutigte Jack, dasselbe zu tun?

„Tu es nicht so schnell ab, Serena. Hör dir wenigstens an, was ich vorschlagen möchte. Meine Idee wird das Spendenaufkommen erhöhen.“

Okay, sie musste zugeben, zumindest sich selbst gegenüber, dass sie neugierig geworden war. Denn wenn die von ihr organisierte Veranstaltung mehr Geld einbrachte als jede Gala zuvor, dann müsste die Familie es doch merken, oder? Sie könnte der Carey Corporation ihren eigenen Stempel aufdrücken. Und es würde die Familie – und vielleicht auch sie selbst – davon überzeugen, dass sie alles schaffte, was sie sich in den Kopf gesetzt hatte. Aber um das zu tun, würde sie mit Jack Colton zusammenarbeiten müssen.

Nein. Sie würde einen anderen Weg finden, ihrer Familie zu zeigen, was sie konnte.

„Nun“, sagte sie, stand auf und kam um ihren Schreibtisch herum. „Es ist zwar nett, dass du und Bennett helfen wollt, aber es ist nicht nötig. Danke.“

Er verschränkte die Arme vor der breiten Brust und stellte sich breitbeinig vor sie, als machte er sich für einen Kampf bereit. Okay, wenn er einen wollte, dann würde sie ihm gern einen liefern.

„Bennett gefällt meine Idee. Sehr.“

Sie hob das Kinn. „Bennett hat bei der Organisation der Gala nichts zu sagen.“

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