Pikante Stunden nach Dienstschluss

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Traumjob für Mia? Playboy-Milliardär Zander Stanhope engagiert ihr Catering-Unternehmen für seine Geburtstagsparty. Wenn er nur nicht so sexy wäre!


  • Erscheinungstag 16.07.2026
  • ISBN / Artikelnummer 9783751542326
  • E-Book Format ePub
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Leseprobe

Lucy King

Pikante Stunden nach Dienstschluss

1. KAPITEL

„Ich weiß, Sie vermischen nicht gern Arbeit und Vergnügen“, flüsterte Zander Stanhope in Mia Hallidays Ohr, als sie ihm mit zitternden Händen eine Schale mit Himbeer-Champagner-Dessert reichte. „Das haben Sie in den vergangenen vier Monaten schließlich unzählige Male erwähnt. Aber ab zwei Uhr heute Nacht, wenn der Club schließt und die Party vorbei ist, arbeiten Sie nicht mehr für mich. Nur so ein Gedanke.“

Mit einem verführerischen Lächeln und funkelnden Augen richtete Zander sich auf und schlenderte davon – hochgewachsen, breitschultrig, ganz athletische Anmut. Mia stand nur da und sah ihm sprachlos nach. Ihr Herz klopfte heftig und ihr wurde ganz heiß, als ihr die Bedeutung seiner Worte bewusst wurde.

„Nur so ein Gedanke.“

Der Mann war gefährlich. Mit hochroten Wangen bahnte sich Mia einen Weg an spärlich gekleideten Tänzern, Zauberern und Akrobaten vorbei, bis sie endlich die Küche erreichte. Aber dieser Mann war auf ziemlich hinreißende Weise gefährlich.

Sie waren sich im Juni begegnet, nachdem Zander Stanhope beschlossen hatte, für die Feier seines fünfunddreißigsten Geburtstags ausgerechnet Mias Catering-Service zu engagieren.

Am Anfang hatte sie den Anruf für einen Scherz gehalten, denn warum sollte ein halb griechischer, halb britischer Banking- und Reederei-Tycoon, der regelmäßig auf dem Titelblatt aller Finanz- und Klatschblätter erschien, ausgerechnet sie engagieren wollen? Halliday Catering hatte sich zwar bereits den Ruf erkämpft, frisch und kompetent zu sein, doch in den elitären Kreisen, zu denen dieser Mann eindeutig gehörte, war Mias Unternehmen noch völlig unbekannt.

Aber es war kein Scherzanruf gewesen, und es hatte ihr unglaublich geschmeichelt, als Zander Stanhope ihr sagte, dass er einen Artikel über sie gelesen und sofort gewusst habe, dass er nur sie für seine Feier engagieren wollte. Der Gedanke, dass sein Einfluss dazu führen könnte, seine gut betuchten Freunde und Bekannten in Massen zu ihr zu locken und damit ihr Geschäft ein für alle Mal abzusichern, hatte Mia in helle Aufregung versetzt.

Zu ihrer Überraschung tauchte der Tycoon schon zwei Tage später in ihrem Geschäft in einem Gewerbegebiet im Osten Londons bei ihr auf, um persönlich das Menü mit ihr zu besprechen. Keinen Moment hätte sie es für möglich gehalten, dass er sie mit seinem aufregenden Aussehen und der unglaublich männlichen Ausstrahlung so umhauen würde, dass sie von da an nur noch an Sex denken konnte, wann immer er in ihrer Nähe war.

Aber leider war genau das der Fall.

Ohne Vorwarnung war er an jenem Nachmittag in ihren Büroräumen aufgetaucht und hatte ihre Sinne sofort in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Sie hatte zufällig aufgeblickt – und war aufgesprungen, als hätte sie einen elektrischen Schock erhalten. Wie benommen hatte sie ihm die Hand gereicht und ihm in die aufregenden kakaobraunen Augen gesehen, während er sich mit kaum merklichem Akzent und einer tiefen Stimme wie warmer Honig vorgestellt hatte.

In den folgenden Wochen hatte ihr Herz jedes Mal einen Schlag ausgesetzt, wenn eine Nachricht von ihm in ihrer Mail landete. Wann immer sein Name auf ihrem Handy angezeigt wurde, musste sie schlucken. Und für die drei Probeessen, zu denen sie sich trafen, hatte sie sich immer ganz besondere Mühe mit ihrem Outfit und ihrem Make-up gemacht.

Um die Dinge noch zu verschlimmern, hatte ihr attraktiver Auftraggeber kein Hehl aus seinem Interesse an ihr gemacht, was sie sich gar nicht erklären konnte, denn er war in den vergangenen Jahren so ziemlich mit jedem Supermodel und jeder prominenten Schönheit auf der ganzen Welt ausgegangen. Trotzdem sprach er mit ihr, als gäbe es außer ihr keine Frau für ihn, und zog sie regelrecht mit den Augen aus.

Doch trotz seines Charmes und seines aufregenden Lächelns, die er beide wie eine Waffe einsetzte blieb Mia – wenn auch nur mit übermenschlicher Anstrengung – standhaft. Sie war entschlossen, sich diese Chance, bekannt zu werden, nicht entgehen zu lassen, nur weil ihre Hormone in der Nähe dieses Mannes verrücktspielten. Sie musste sich auf diesen wichtigen Job konzentrieren, wenn sie die Nummer eins auf ihrem Gebiet werden und die finanzielle Sicherheit für sich erreichen wollte, die ihr als Kind gefehlt hatte.

Und so war sie stark geblieben.

Bis er ihr gerade eben diese Worte ins Ohr geflüstert und sie völlig aus dem Gleichgewicht gebracht hatte.

Denn er hatte nicht ganz unrecht.

Nach Abschluss ihres Auftrags würde es keine geschäftliche Verbindung mehr zwischen ihnen geben und sie könnte ihrer Leidenschaft freien Lauf zu lassen. Eine Leidenschaft, die schon so lange in ihr brannte und die sie in letzter Zeit kaum noch zur Ruhe kommen ließ. Sie begehrte Zander Stanhope mit einer Heftigkeit, die völlig unvernünftig war.

Was sollte sie bloß tun? Ihr Herz klopfte wild, während sie eine große Schachtel Schokoladentrüffel aus dem Kühlschrank nahm und sie Hattie reichte – ihrer Freundin, Stellvertreterin und einzigen fest angestellten Mitarbeiterin. Aber war das überhaupt eine Frage, die sie sich stellen musste?

Nein.

Noch nie hatte sie sich so zu einem Mann hingezogen gefühlt, und sie konnte sich nicht einmal erinnern, wann sie sich das letzte Mal erlaubt hatte, so richtig Spaß zu haben. Ihre letzte katastrophale Beziehung war vor zwei Jahren in die Brüche gegangen, und seitdem hatte sie sich so sehr auf das Geschäft konzentriert, dass sie nicht einmal mit einem Mann ausgegangen war.

Außerdem wollte sie ja keine Beziehung mit ihm beginnen. Sie wusste sehr gut, was für ein Mann er war, nachdem sie so viele Artikel über ihn gelesen hatte.

Seine lässige Einstellung Frauen gegenüber war kein Geheimnis. Er besaß den Ruf, ein rücksichtsloser Herzensbrecher zu sein. Aber ihr würde er nicht das Herz brechen, dazu würde sie ihm nicht die Gelegenheit geben. Sie würde sich nicht sehr lange mit ihm einlassen. Weihnachten stand vor der Tür, und sie würde sowieso sehr viel zu tun haben.

Die ganze Zeit hatte sie Angst gehabt, ihr Verlangen nach Zander Stanhope könnte ihre Arbeit beeinträchtigen und ihre einmalige Chance zerstören, ihr Geschäft zu erweitern. Aber die Party war ein wahrer Triumph für sie geworden. Man hatte ihre Gerichte regelrecht verschlungen, und sie hatte so viele Geschäftskarten verteilt, dass sie morgen gleich neue bestellen musste.

Was sollte sie also davon abhalten, ihren Erfolg mit einer einzigen glorreichen Nacht voller Sex zu feiern?

Nicht das Geringste.

Lässig auf einem der Plüschsofas ausgestreckt, spielte Zander gedankenverloren mit seinem Champagnerglas, während er Mia mit düsterem Blick beobachtete. Sie war gerade dabei, sich geschickt einen Weg durch die Menge der Gäste und Künstler zu bahnen und unter den Gästen Konfekt zu verteilen.

Wenn er geahnt hätte, was für eine harte Nuss sie war, hätte er damals während seines Flugs von San Francisco nach Tokio schnellstens die Seite der Zeitschrift umgeblättert, auf der er den Artikel über sie entdeckt hatte. Ihr Foto, die faszinierende Kombination aus rotblondem Haar und hellblauen Augen, hatte sofort sein Interesse erweckt. Er hatte ja nicht geahnt, wie viel Ärger er sich einhandeln würde.

Vier Monate lang litt er jetzt schon an unerfülltem, brennendem Verlangen. Vier Monate lang war er direkt und indirekt zurückgewiesen worden. Er hatte nicht schlafen können und einen Liebesfrust durchlebt wie noch nie in seinem Leben. Wäre Mia eine Geschäftspartnerin oder Rivalin gewesen, eine Schwester, Bekannte oder im Grunde so ziemlich jede andere, hätte er sie wahrscheinlich für ihre eiserne Entschlossenheit bewundert. Da sie aber eine Frau war, bei der er seit Wochen darauf brannte, die Nacht mit ihr zu verbringen, fand er ihre Standhaftigkeit höchst ärgerlich.

„Warum siehst du die Frau vom Catering so finster an?“

Auf Thalias Frage, die sie trocken auf Griechisch an ihn gerichtet hatte, änderte Zander sofort seinen Gesichtsausdruck und musterte seine jüngere Schwester gelassen. „Das Risotto war doch recht hart, findest du nicht auch?“, meinte er lässig. „Und wie originell ist die Kombination aus Erbsen und Minze eigentlich wirklich?“

Thalia verdrehte die Augen und gab ihm einen Klaps auf den Arm. „Alles war ausgezeichnet, und das weißt du sehr gut. Ich habe Unglaubliches über den Lachs gehört, und das Hühner-Katsu-Curry war das beste, das ich je probiert habe. Ein Meisterwerk.“ Sie seufzte zufrieden. „Die Appetithäppchen, die das Zirkusthema einfach genial aufgegriffen haben, waren vorzüglich, und das Dessert! Dafür gibts einfach keine Worte. Deine Party ist großartig, auch wenn ich fast von einem Trapez erschlagen worden wäre. Alle amüsieren sich königlich. Nur du nicht.“ Sie runzelte die Stirn. „Warum die grimmige Miene, Zan? Selene ist nicht hier, um eine Szene zu machen, und es kann unmöglich wirklich an der Catering-Chefin liegen, was ist also los mit dir? Ist es das Geschäft? Bist du krank?“

Anscheinend war es wohl doch die Catering-Chefin. Er war nicht krank, und Stanhope-Kallis, das Familienunternehmen, dessen CEO er war, seit sein älterer Bruder Leo vor sechs Jahren zurückgetreten war, erzielte unter Zanders Führung immer größere Erfolge. Es war ihm vollkommen egal, dass Selena – seine skandalöse, egozentrische Mutter – nicht einmal auf seine Einladung reagiert hatte, geschweige denn zu seiner Party aufgetaucht war. Wann hatte sie je Interesse aufgebracht für ihn oder für das, was er tat? Es sei denn, es wirkte sich direkt auf ihre Dividenden aus, von denen sie gar nicht schlecht lebte! Es stimmte schon, die Leichtigkeit, mit der seine fünf Geschwister mit ihren Partnern umgingen, fand Zander höchst irritierend, aber das war nichts Neues.

Es war wohl tatsächlich Mia Hallidays standhafte Haltung ihm gegenüber, die seine schlechte Laune ausgelöst hatte. Aber warum störte ihn ihre Dickköpfigkeit so sehr, dass alles in ihm danach verlangte, sie herauszufordern?

Das war nicht die einzige Frage, die ihn in letzter Zeit nicht in Ruhe ließ und auf die es keine Antwort gab. Seine legendäre Konzentrationsfähigkeit war beim Teufel, und er wurde immer wieder von Zweifeln geplagt, was ihm überhaupt nicht ähnlich sah. Denn der Gedanke, Mia könnte ihn durchschauen und erkennen, wie viele Fehler er hatte, ließ ihn schaudern. Schlimmer noch, er spürte das Erwachen von Gefühlen tief in sich, die er seit fast drei Jahrzehnten fest unter Verschluss gehalten hatte.

Er hatte es satt, so besessen von dieser Frau zu sein. Sie hatte ihn zurückgewiesen, und das war okay. Eigentlich verstand er überhaupt nicht, warum es ihn so sehr störte. Weil es ihm noch nie passiert war? Was der Grund auch war, Zander hatte die unerklärliche, verwirrende Wirkung, die sie auf ihn hatte, endgültig über. So attraktiv war sie auch wieder nicht. Ihm fielen gleich Hunderte von Frauen ein, die schöner und faszinierender waren als sie. Dieses unerwiderte Verlangen nach ihr war einfach lächerlich.

Was machte es schon aus, dass er bei ihr abgeblitzt war? Es kam vor. Offensichtlich. Mia wollte vielleicht nichts mit ihm zu tun haben, aber es gab jede Menge Frauen, die da anders dachten. Einige von ihnen waren heute sogar anwesend.

„Weißt du was?“, wandte er sich an Thalia und verdrängte ein für alle Mal jeden Gedanken an Mia, so wie er es schon vor Wochen hätte tun sollen. Dann ließ er den Blick über die Menge schweifen, um die Frauen mit einem feurigen Lächeln zu bedenken, die als Bettgefährtin infrage kämen.

„Was?“

„Du hast recht.“

„Ja?“

Etwa ein halbes Dutzend von seinen weiblichen Gästen löste sich unauffällig aus der Menge und begann näher zu kommen. Zander leerte sein Glas. „Dann wollen wir diese Party mal ins Rollen bringen.“

2. KAPITEL

Als es fast zwei Uhr nach Mitternacht war, hatte Mia das Team und Hattie bereits nach Hause geschickt und war in die Küche zurückgegangen.

Nachdem Zander mit ihr gesprochen hatte, war Mia fest davon überzeugt gewesen, dass sie um diese Zeit die Minuten zählen würde, bis es endlich zwei Uhr war und sie sich endlich in eine heiße Nacht voller Leidenschaft stürzen konnte. Zwar war sie jetzt wirklich dabei, die Minuten bis zwei zu zählen, aber die Nacht würde sie nirgendwo anders als zu Hause verbringen.

Allein.

Zu aufgebracht, um sich über den großen Anklang zu freuen, den ihre Arbeit heute gefunden hatte, konnte Mia nur unruhig auf und ab gehen. Sie war so ein Dummkopf gewesen, wirklich zu glauben, es wäre eine gute Idee, mit Zander zu schlafen. Sie musste den Verstand verloren haben.

Denn trotz der Worte, die er ihr vorhin zugeflüstert hatte und die ihr das Gefühl gegeben hatten, etwas Besonderes für ihn zu sein, war ihr kurz danach nur allzu klar geworden, dass sie sich völlig getäuscht hatte. Sie bedeutete ihm nichts. Er wollte nicht sie. Er wollte einfach irgendeine Frau, mit der er heute Nacht ins Bett gehen und seinen Geburtstag weiterfeiern konnte.

Mia hätte fast das Tablett mit den Trüffelpralinen fallen gelassen, als sie Zander dabei ertappt hatte, wie er einigen weiblichen Gästen verführerisch zulächelte und diese auch prompt darauf reagierten. Was war geschehen? Was war mit seinem Versprechen für zwei Uhr? Hatte er seine Meinung geändert?

Nun, sie hatte noch immer keine Antworten auf die Fragen, die sie jetzt schon seit einer guten Stunde quälten, aber sie fasste sich langsam wieder. Eigentlich war es ganz gut so, denn dann würde sie ihn eben einfach vergessen. Zander konnte sich ja eine der Frauen aussuchen, die um ihn herumscharwenzelten. Von ihr aus konnte er alle haben!

Dass seine Zurückweisung sie so hart traf, war unverständlich. Hatte sie sich in den vergangenen vier Monaten nicht ständig gesagt, dass sie seine Aufmerksamkeit gar nicht wollte? Na gut, sie hatte ihre Meinung in letzter Minute geändert, aber sie hatte offenbar zu lange damit gewartet, also konnte sie ihm nicht wirklich Vorwürfe machen. Er war ein sehr leidenschaftlicher Mann, also war es schon nachvollziehbar, dass er sich nach einer anderen Frau umsah, nachdem Mia ihn so lange auf Abstand gehalten hatte.

Umso besser. Sobald die Rechnung beglichen war, brauchte Mia nichts mehr mit ihm zu tun zu haben. Sie würde einen Schlussstrich ziehen und ihr Leben weiterleben. Morgen würde sie ihre alte Routine fortsetzen, ihre plötzlich erwachten Lustgefühle wieder in den Griff bekommen und ihrem heißen Auftraggeber nicht weiter nachtrauern.

Die Uhr schlug die Stunde. Ihr Vertrag mit ihm war erfüllt. Entschlossen verließ Mia die Küche, ging den Korridor entlang und durch die leere Lobby. Dort stieß sie die Tür zur Garderobe auf, die größer war als ihre gesamte Wohnung, und trat dann in den gedämpft beleuchteten Saal hinaus. Abrupt blieb sie stehen, als sie Zander bemerkte, der gerade in sein Jackett schlüpfte.

„Was tun Sie noch hier?“, fragte sie gereizt, weil er noch immer der aufregendste Mann war, den sie je gesehen hatte, und sie ihn noch immer mit jeder Faser ihres Körpers begehrte. Obwohl sie versucht hatte, sich einzureden, dass sie ohne ihn besser dran war, war sie trotzdem noch immer bitter enttäuscht.

„Ich habe gerade den letzten Gast verabschiedet“, antwortete er mit seiner tiefen Stimme, die Mia zu ihrem Ärger erschauern ließ. „Und Sie?“

„Ich bin jetzt mit der Küche fertig.“

„Vielen Dank für Ihre Dienste heute Abend.“

Sie lächelte dünn und ging auf den Garderobenständer zu, wo nur noch ihr Mantel hing. „Keine Ursache.“

„Das Essen war vorzüglich.“

„Es freut mich, dass es Ihnen gefallen hat.“

Ihr wurde heiß, weil ihr nicht entging, wie er jeder ihrer Bewegungen mit den Blicken folgte. Eigentlich recht ironisch, fand sie, wenn man bedachte, dass er vorhin, als er mit seinen Groupies beschäftigt gewesen war, nicht einmal in ihre Richtung geschaut hatte. Mia zog sich den Mantel mit ungeduldigen Bewegungen über und zerrte heftig den Gürtel fest.

„Stimmt etwas nicht?“

Wütend auf sich selbst, konnte Mia ihn doch nicht ignorieren und sah ihn direkt an, obwohl sie wusste, dass ihre Wangen hochrot sein mussten. „Was soll denn nicht stimmen?“

„Ich weiß nicht“, erwiderte er kühl und zupfte die Manschetten seines Hemds zurecht. „Aber Sie scheinen … aufgebracht zu sein.“

Aufgebracht war nicht einmal annähernd das passende Wort für die aufgewühlten Gefühle, die sie erfolglos zu zügeln versuchte. „Nein, alles gut“, meinte sie mit einem weiteren dünnen Lächeln. „Ich bin nur müde.“

„Wie kommen Sie nach Hause?“

Vorhin hatte sie noch geglaubt, dass sie mit ihm nach Hause fahren würde. Lieber Himmel, was für ein Dummkopf sie doch war. „Ich nehme mir ein Taxi.“

„Ich bringe Sie nach Hause.“

Was? Auf keinen Fall.

Warum sollte sie ihre Qual noch unnötig verlängern? Außerdem hatte er sicher nicht alle Gäste verabschiedet. „Ich dachte, Sie hätten noch andere … Verpflichtungen.“

„Wovon reden Sie?“

„Von Ihrem Harem.“

Er hob die Augenbrauen. „Meinem – was?“

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