Gewagtes Blind Date

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Eine heißes Blind Date mit sinnlichen Folgen …
Es ist Atlantas heißester Nachtclub für Blind Dates - und Lacey will sich endlich mal wieder richtig amüsieren. Tanzen, feiern, flirten. An den Computern um sie herum chatten andere Gäste anonym und suchen noch ihren Traummann. Aber Lacey hat schon den perfekten Kandidaten für sich entdeckt: Den geheimnisvollen, ganz in Schwarz gekleideten Fremden nah der Bar will sie unbedingt näher kennenlernen. Auch wenn er bereits mit einer anderen Frau verabredet zu sein scheint. Doch Lacey hat einen sinnlichen Plan, um ihn auf sich aufmerksam zu machen ….
  • Erscheinungstag 15.08.2015
  • ISBN / Artikelnummer 9783955764616
  • Seitenanzahl 80
  • E-Book Format ePub
  • E-Book sofort lieferbar

Leseprobe

Julie Elizabeth Leto

Gewagtes Blind Date

Aus dem Amerikanischen von Ralph Sander

MIRA® TASCHENBUCH

MIRA® TASCHENBÜCHER

erscheinen in der HarperCollins Germany GmbH,

Valentinskamp 24, 20354 Hamburg

Geschäftsführer: Thomas Beckmann

Copyright dieses eBooks © 2015 by MIRA Taschenbuch

in der HarperCollins Germany GmbH

Titel der nordamerikanischen Originalausgabe:

My Lips Are Sealed

Copyright © 2004 by Julie Leto Klapka

erschienen bei: Harlequin Books, Toronto

Published by arrangement with

Harlequin Enterprises II B.V./S.àr.l

Konzeption/Reihengestaltung: fredebold&partner gmbh, Köln

Covergestaltung: pecher und soiron, Köln

Redaktion: Mareike Müller

Titelabbildung: Harlequin Enterprises S.A., Schweiz

Autorenfoto: Harlequin Enterprises S.A., Schweiz

ISBN eBook 978-3-95649-456-7

www.mira-taschenbuch.de

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eBook-Herstellung und Auslieferung:

readbox publishing, Dortmund

www.readbox.net

 

Alle Rechte, einschließlich das des vollständigen oder

auszugsweisen Nachdrucks in jeglicher Form, sind vorbehalten.

Der Preis dieses Bandes versteht sich einschließlich

der gesetzlichen Mehrwertsteuer.

Alle handelnden Personen in dieser Ausgabe sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig.

1. KAPITEL

„Er hat Sie abserviert, stimmt’s?“

Im ersten Moment war sich Lacey Baptiste nicht sicher, ob die Blondine in dem knallroten Minikleid wirklich sie oder einen anderen Gast in Atlantas angesagtestem Nachtclub Blind Dates meinte. Aber als die schlanke Frau mit den Brüsten, die demonstrativ der Schwerkraft trotzten, sich neben sie setzte und Lacey zuprostete, konnte sie sich sicher sein. Immerhin war sie auch die Einzige an der ganzen Bar, die keinen Mann an ihrer Seite hatte, der förmlich an ihren Lippen hing. Ihr Typ hatte sie – wie von der unbekannten Blondine so treffend formuliert – abserviert.

„In Rekordzeit“, erwiderte Lacey und trank einen Schluck von ihrem Sour Apple Martini, in der Hoffnung, der Wodka in ihrem Drink würde das stechende Gefühl der Zurückweisung ein wenig lindern. Noch vor vier Jahren wäre es unvorstellbar gewesen, dass ein Mann sie nach den ersten fünf Minuten ihres Dates sitzen ließ.

Lacey Baptiste war die Queen der Partygänger in Atlanta gewesen, die die entsprechende Krone schon lange vor ihrem achtzehnten Geburtstag aufgesetzt bekommen hatte. Seit sie auf der Highschool an ihren ersten gefälschten Ausweis gelangt war, hatten Lacey und ihre Freundinnen von Buckhead bis Midtown in jedem Teil von Atlanta die Feierszene beherrscht. Dabei hatte Lacey nicht einmal Zeit gehabt, um zu bemerken, ob sie von anderen Frauen beneidet worden war. Sie war viel zu sehr mit Tanzen, Trinken und gelegentlichem Singen an Karaoke-Abenden beschäftigt gewesen.

Ganz zu schweigen davon, dass sie mit den heißen Typen rumgehangen hatte, die Atlanta zu Hotlanta gemacht hatten. Damals war sie von so vielen Verehrern umschwärmt worden, dass der Tag nicht genug Stunden hätte haben können, damit sie sich auch nur einer Handvoll von ihnen halbwegs widmen konnte. Von den wenigen, denen sie gestattet hatte, ihr näherzukommen, hatte sie das eine oder andere gelernt. Doch da sie nie an einer festen Bindung interessiert gewesen war, war sie jedem ihrer Bewunderer bei der erstbesten Gelegenheit entwischt, um lieber weiter das wilde, freie Leben zu genießen.

Heute prägten die Begriffe „ernst“ und „feste Bindung“ ihr Leben. Sie hatte ihren Abschluss an der Emory gemacht und war dann in Quantico, Virginia, als Supervisory Special Agent vom FBI rekrutiert worden, wo sie im Department „National Center for the Analysis of Violent Crime“ tätig war. Inzwischen gehörte sie dort zu den Spitzenagenten und arbeitete als Ausbilderin. Dank ihres scharfen Blicks für Details, ihrer angeborenen Neugier und ihrer analytischen Fähigkeiten war sie schnell ins NCAVC-Eliteteam aufgestiegen. Sie bildete neue Rekruten aus, überwachte Praktikanten und nahm oft die Führungsrolle bei der Aufklärung besonders schwieriger Fälle ein, auch wenn die meisten älteren Kollegen sie immer noch für einen Grünschnabel hielten.

Um nicht deren Respekt zu verlieren, strebte Lacey mit aller Kraft danach, die beste FBI-Agentin in Virginia zu werden. Kleidung, Frisur und Make-up entsprachen immer den dienstlichen Vorschriften, auch wenn sie nicht im Dienst war. Sie sprach stets mit gesenkter Stimme, und sie zeigte nie Ausschnitt. Ihr kokettes Wesen? Das war auf Dauer in die zweite Reihe verbannt. Und ihr unstillbares Verlangen sich zu vergnügen? Das hatte sie unter „Schöne Erinnerungen“ abgelegt.

Ihre nächste jährliche Beurteilung stand in wenigen Wochen an, und Lacey wusste, dass eine Beförderung und vielleicht sogar eine Versetzung ins Hauptquartier so verlockend auf sie warteten wie das sprichwörtliche Gold am anderen Ende des Regenbogens. Das Aroma des Erfolgs spielte mit dem gleichen Biss mit ihren Geschmacksknospen wie der Schuss Sour-Apple-Pucker-Schnaps in ihrem Drink. Sie würde ihre Karriere nicht aufs Spiel setzen, dennoch sehnte sie sich danach, aus ihrem Leben auszubrechen, Partys zu machen und die schönen Dinge des Lebens zu genießen, auch wenn es nur für ein paar Tage war.

Aus diesem Grund hatte sie darauf bestanden, dass ihre Schwester Eve – ihre einzige noch lebende Verwandte in Atlanta – ihr ein Date besorgte, wenn sie zum ersten Mal seit vier Jahren wieder nach Hause kam. Und Eve hatte tatsächlich einen Typen aufgetrieben, der alle Voraussetzungen für ein perfektes Wochenendabenteuer erfüllte: Er sah gut aus, verdiente ordentlich, fuhr einen Sportwagen und kannte genau die richtigen Leute, um sie in Atlantas angesagtesten neuen Club zu bringen.

Dass er die Flucht angetreten hatte, kaum dass er erfahren hatte, für wen sie arbeitete, war für sie Grund genug gewesen, sich zu fragen, womit er denn wohl seinen Lebensunterhalt bestritt. Immerhin konnte er sich Designeranzüge und einen Sportwagen leisten. Glücklicherweise hatte sie sich rein instinktiv das Kennzeichen seines Jaguars gemerkt, und am Montagmorgen würde sie dieses Kennzeichen überprüfen lassen, um mehr über den Kerl zu erfahren. Niemand lief vor dem FBI davon, wenn er nicht irgendetwas zu verbergen hatte.

Und niemand ließ Lacey Baptiste einfach so sitzen.

Aber bis sie sich an dem Kerl rächen konnte, musste sie entscheiden, was sie nun tun wollte. Sollte sie Eve anrufen und ihr vorschlagen, sie mit einer großen Portion Popcorn im Hotel zu besuchen, damit sie den Abend zusammen vor dem Fernseher verbringen konnten? Oder sollte sie hier im Club bleiben und abwarten, ob sich noch eine andere Gelegenheit ergeben würde, den steifen Zwängen für eine Weile entkommen und sich zu amüsieren?

„Ich wollte Sie nicht stören“, erklärte die Fremde, und nahm sich eine Handvoll kleiner Brezeln aus dem Schälchen, das Lacey schon eine Weile anlachte.

Verdammt, sie hatte sich so auf das romantische Abendessen im Restaurant in der oberen Etage des Clubs gefreut. Sie hatte etwas mit viel Soße essen wollen, und natürlich Dessert. All die Sachen, die dick machten. Mehr als dieses eine Wochenende stand ihr nicht zur Verfügung, um sie selbst zu sein, und das musste sie ausnutzen.

„Sie stören nicht“, versicherte Lacey der Frau und lächelte sie an, während sie selbst auch ein paar Brezeln nahm. „Ich kann mir allerdings kaum vorstellen, dass irgendjemand Sie ebenfalls abserviert hat. Nicht in diesem Kleid.“

Das Lachen der fremden Frau war verhalten, aber aufrichtig, und zeichnete sich in ihren blassblauen Augen ab. Die Frau trug Kontaktlinsen, wie Lacey sofort feststellte, da sie ihre scharfe Beobachtungsgabe nie lange abschalten konnte.

„Danke, ich bin tatsächlich nicht abserviert worden. Noch nicht, jedenfalls. Der Mann, mit dem ich verabredet bin, steht da drüben.“ Sie nickte in Richtung Eingang. „Doch ich kann mich nicht wie vereinbart mit ihm treffen. Ich habe mich extra schick gemacht, und jetzt weiß ich nicht, was ich mit dem Abend anfangen soll.“

„Sie können sich nicht mit ihm treffen? Wieso nicht? Oh, tut mir leid, ich hoffe, die Frage ist nicht zu indiskret“, ergänzte Lacey hastig. Ihre unstillbare Neugier war jener Charakterzug, der sie zielstrebig zu ihrem heutigen Job hingeführt hatte.

Die Frau winkte ab. „Das stört mich gar nicht. Er ist zwar verdammt attraktiv, aber er ist mit meiner Cousine ausgegangen, bis sie ihm den Laufpass gegeben hat. Und dabei war sie anfangs so unsterblich in ihn verliebt gewesen! Er ist allerdings auch wirklich ein Traummann, müssen Sie wissen. Ohne Anlass schenkt er einem Blumen, er ist ein begnadeter Tänzer, und im Bett ist er unglaublich.“

Lacey musste sich zwingen, nicht verträumt die Augen zu schließen, als sie das hörte. Existierten solche Männer tatsächlich noch? Ja, natürlich. Nur gestattete sie es sich nie, einen von ihnen kennenzulernen.

„Klingt zu schön, um wahr zu sein. Warum hat Ihre Cousine denn mit ihm Schluss gemacht?“

„Manche Menschen wissen einfach nicht, was sie an so jemandem wie ihm eigentlich haben“, entgegnete die Frau, und Lacey konnte nicht anders, als mit Nachdruck zustimmend zu nicken. „Es hat sie nicht gekümmert, als sie ihm das Herz gebrochen hat. Und als ihr schließlich klar wurde, was sie mit ihm verloren hatte, wollte er nichts mehr von ihr wissen. Und deswegen kann ich dieses Blind Date einfach nicht durchziehen, so gerne ich das auch möchte. Ich will mich nicht diesem Drama aussetzen, das dabei herauskommen wird. Schließlich ist die Welt verdammt klein“, fügte sie frustriert hinzu.

Lacey sah zum Eingang, doch da hielten sich so viele Leute auf, dass sie den besagten Mann ohne eine genauere Beschreibung nicht ausfindig machen konnte. Die meisten Gäste hatten bereits einen Partner, auch wenn auf Anhieb nicht zu erkennen war, wer zu wem gehörte. Blind Dates war mit einem großartigen Konzept in die Club-Szene Atlantas eingestiegen: Restaurant, Bar und Disco in einem, wo man sich mit einem traumhaften Fremden treffen konnte. Tatsächlich gelangte man gar nicht in die oberen zwei Stockwerke – die erste Etage mit Bar und Tanzfläche, die zweite Etage mit dem Restaurant –, wenn man nicht mit Date erschien oder eine Reservierung für zwei Personen vorweisen konnte. Im Erdgeschoss standen mehrere Computerterminals zur Verfügung, über die die Gäste anonym Kontakt zu ihren Dates aufnehmen konnten, ehe sie sich trafen und gemeinsam den Weg nach oben antraten. Es wurden sogar Speed-Dating-Runden veranstaltet, bei denen zwanzig Männer mit zwanzig Frauen je ein Fünf-Minuten-Date hatten und anschließend entschieden wurde, mit wem man sich noch einmal treffen wollte.

Vor allem aber hatte sich Blind Dates zu einem Erst-Date-Paradies für Paare entwickelt, die Angehörige oder Freunde miteinander verkuppeln wollten. Jede Menge Unternehmungsmöglichkeiten und jede Menge Zuschauer. Und viele andere Paare in der gleichen Situation. Sie saßen alle im selben Boot, was einem ein Gefühl von Sicherheit gab.

„Kommt Mr Perfect hier aus der Gegend?“, fragte Lacey, die ihre Neugier nicht zügeln konnte.

„Soweit ich weiß, ja.“

„Dann könnte ich ihn auch kennen. Wo ist er? Ich möchte gern einen Blick auf dieses Exemplar männlicher Perfektion werfen“, sagte Lacey, die an der Beschreibung dieses Traummanns Zweifel hatte. Attraktiv, hervorragender Tänzer und gut im Bett? Wie standen wohl die Chancen wirklich, dass all das in einer Person zusammenkam?

Die Frau führte Lacey um einen großen Blumentopf mit einem mit winzigen weißen Lichtern behängten Feigenbaum herum. Sie mussten mehrere Leute vorsichtig aus dem Weg schieben, bis sie Lacey den Mann zeigen konnte.

„Da“, sagte die Fremde. „In dem schwarzen Hemd und Jeans.“

Fast hätte Lacey sich verschluckt. Was ihr zuerst bewusst wurde, war die Tatsache, dass sie diesen unter Menschen wandelnden Gott nicht kannte. Gleich danach wurde ihr klar, dass sie sehr viel Spaß dabei haben konnte, diesen Mann näher kennenzulernen. Dunkle lange Haare, die bis auf die beeindruckend breiten Schultern reichten – so ganz anders als die kurzen Haarschnitte, die sie täglich im Büro sah. Selbst auf diese Entfernung machte sein muskulöser Oberkörper den Eindruck, als müsste er hart wie Stein sein. Seine Hüften bewegten sich leicht im Takt der Latin-Klänge, die von der Tanzfläche zu ihnen drangen. Und dann erst dieser Hintern! O Mann, der musste so knackig und fest sein, dass sie sich bestimmt die Fingernägel abbrach, wenn sie zu fest zupackte.

Vielleicht war dieser Ausflug ins Blind Dates ja doch keine völlig vergeudete Zeit gewesen. Was würde ihre neue Freundin wohl von ihr dafür verlangen, dass sie sie diesem Mann vorstellte?

Lacey wollte sie gerade fragen, da kam ihr die Fremde mit einem breiten Grinsen auf den Lippen zuvor. „Möchten Sie ihn kennenlernen?“

„Hat Sherman Atlanta niedergebrannt?“

„Mit Geschichte kenne ich mich nicht aus, aber ich sehe Ihnen an, dass Sie nicht bloß beiläufig an ihm interessiert sind.“

Lacey biss sich auf die Unterlippe. „Eine Frau muss schon eine Eiskönigin sein, um jemanden wie ihn freiwillig zu verlassen. Sind Sie sich ganz sicher, dass Sie Ihrer Cousine gegenüber so loyal sein wollen? Ich meine, wenn sie so unsagbar dumm ist …“

Die Fremde lachte, dann lotste sie Lacey zurück zur Bar. „Ich kann Ihnen nur zustimmen, allerdings bin ich nicht mehr lange in der Stadt. Warum also Ärger lostreten, wenn es ohnehin keine gemeinsame Zukunft geben kann?“

Lacey bestellte für sich noch einen Martini, ihrer neuen Freundin deutete sie an, etwas nach ihrem eigenen Geschmack auszusuchen. „Nachdem ich den Mann gesehen habe, fallen mir tausend Gründe ein, warum ich bedenkenlos Ärger lostreten würde, um mit ihm auszugehen. Erst recht, wenn es keine gemeinsame Zukunft geben kann. Ich verlasse die Stadt nächsten Sonntag auch wieder, und ich hatte gehofft, jemanden für dieses Wochenende zu finden, um ein bisschen Spaß zu haben.“

Die Frau winkte den Barkeeper weg, ohne etwas zu bestellen, und jubelte fast vor Freude. „Das ist ja perfekt!“, freute sie sich.

„Was?“

„Sie können meinen Platz bei diesem Blind Date einnehmen. Ein paar Freundinnen von der Arbeit haben das hier für mich arrangiert. Ich sollte mich vor fünf Minuten mit ihm getroffen haben, deshalb steht er da an der Tür und wartet auf mich. Ich will ihm nicht erklären, warum ich ihn versetze. Aber wenn Sie ihn ablenken würden …“

Laceys Nackenhaare stellten sich kribbelnd auf. Etwas stimmte hier nicht. Aber sollte sie das kümmern? Das hier war nicht ihr Zuständigkeitsbereich. Außerdem sah die Frau im roten Kleid nicht nach Ärger aus … jedenfalls nicht nach Ärger im kriminellen Sinn. Was interessierte das Lacey überhaupt? Sie war für dieses Wochenende mit dem ausdrücklichen Vorsatz nach Atlanta gekommen, ihrer FBI-Persönlichkeit eine Verschnaufpause zu gönnen und die von vielen geliebte Partygängerin zum Vorschein kommen zu lassen, die sie früher einmal gewesen war.

Und wenn dieser Kerl tatsächlich tanzen konnte …

„Was soll’s“, entschied sie. „Glauben Sie, er wäre interessiert?“

Die Fremde setzte einen gespielt entrüsteten Blick auf. „Das soll wohl ein Witz sein, wie?“

Zum Teil sollte es ein Witz sein. Lacey sah heiß aus, und das wusste sie auch. Unmittelbar nach der Landung in Hartsfield war sie mit einem Mietwagen direkt zum Lenox Square gefahren und hatte dort das kürzeste und zugleich teuerste Kleid gekauft, das sie finden konnte. Und dazu natürlich ein Paar Schuhe mit hohen Absätzen und eine winzig kleine, zum Kleid passende Handtasche.

Dabei fiel ihr etwas ein. In der Handtasche war nur Platz für ihren Führerschein, das flache Smartphone, eine Rolle Minzdrops und ihr Kompakt-Make-up gewesen. Der Lippenstift hatte im Wagen bleiben müssen. Ein Blick in den Spiegel hinter dem Tresen zeigte ihr, dass der zweite Sour Apple Martini sie auch noch den letzten Rest ihres Chanel-Lippenstifts gekostet hatte. Solange sie ihr Make-up nicht aufgefrischt hatte, konnte sie nicht Mr Perfect gegenübertreten.

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