Begegnung in Philadelphia

– oder –

Im Abonnement bestellen
 

Rückgabe möglich

Bis zu 14 Tage

Sicherheit

durch SSL-/TLS-Verschlüsselung

Der Ball der Superreichen! Nur hier kann Catrina inkognito einen Rettungsversuch für das Haus starten, in dem sie mit ihren Schwestern lebt. Doch der Millionär Patrick Callahan kommt ihr auf die Schliche. Deshalb muss sie ihn abblitzen lassen. So schwer ihr das auch fällt ?


  • Erscheinungstag 30.07.2026
  • ISBN / Artikelnummer 9783751542852
  • E-Book Format ePub
  • E-Book sofort lieferbar

Leseprobe

LiLian Darcy

Begegnung in Philadelphia

1. KAPITEL

„Ich habe das Ziel lokalisiert, Nummer eins.“

Die unpersönlichen und kühlen Worte schwebten durch die Luft wie ein Seidenschal in leichter Brise. Das Kratzen von Schlittschuhkufen auf frisch aufbereitetem Eis unterstrich den Satz. Eine elegant gekleidete Eisläuferin machte eine graziöse Pirouette, glitt an Catrina Brown vorbei und flüsterte noch einmal und in noch verschwörerischerem Tonfall: „Wiederhole Nummer eins, ich habe das Ziel lokalisiert.“

Catrina, die schon nervös genug war, verlor die Geduld.

„Jill Brown!“, fauchte sie. „Wirst du wohl aufhören, die Sache wie einen Agentenfilm zu behandeln, und mir einfach sagen, wo er ist? Im Umkreis von fünf Metern befindet sich sowieso niemand, der dich hören könnte. Wer würde bei der Musik schon etwas verstehen? Und wenn, wie durch ein Wunder, doch jemand etwas hören würde, meinst du dann nicht, dass ‚Ich habe das Ziel lokalisiert‘ wesentlich verdächtiger bei einer Kellnerin klingt als ‚Hätten Sie gerne einen Drink, Ma’am‘?“

Jill sah enttäuscht aus. „Oh … ich fand es witzig.“

Geschmeidig kam sie neben Catrina auf der Eisbahn zum Stehen und balancierte dabei problemlos ein Tablett mit Sektgläsern in einer Hand.

„Nun, ich nicht“, antwortete Cat. „Du musst mir am Anfang helfen, Schwesterchen. Das ist dein Job. Pixie hat ihr Bestes gegeben, was das Kleid anbelangt.“

Priscilla Treloar, von allen nur Pixie genannt, konnte einfach wunderbar nähen. Sie war mehr als dreißig Jahre lang die Kostümbildnerin einer berühmten nationalen Ballettkompanie gewesen, bis sich ihr Gesundheitszustand verschlechterte und sie die Arbeit aufgeben musste. Sie hatte darauf beharrt, dass die Perfektion des Kleides ein Schlüssel für den Erfolg ihres Planes für den heutigen Abend war, und Cat hatte den Verdacht, dass das stimmte.

Sie fingerte an einem der glitzernden Träger ihrer Robe herum. Abgesehen von diesen Trägern und passenden silbernen Nähten am Mieder war das Kleid tiefschwarz. Sein glamouröser Effekt beruhte ganz auf der figurnahen Schlichtheit und dem perfekten Sitz und Schnitt.

Unter dem weiten schwarzen Rock schimmerte hin und wieder der silberne Unterrock hindurch. Wenn man nicht zu genau hinsah, konnte man das Abendkleid ohne Weiteres für ein Designermodell halten.

„Mein Job ist es, Lady Catrina zu mimen, und dank meiner Vorliebe für britische Komödien kriege ich den Akzent sehr gut hin“, fuhr Cat fort, wobei sich ihre Zuversicht wieder etwas verstärkte. „Ich schaffe das. Ich weiß es. Du musst mir bloß sagen, an welchem Tisch Mr Wainwright, der Stadtrat, sitzt, und ich bringe alles in Gang. Die Sache ist zu wichtig für uns alle, als dass wir sie wie ein Spiel behandeln könnten, Jill. Wir dürfen nicht zulassen, dass Pixie ihr Heim verliert.“

Die Wärme, mit der Cat von der Cousine ihrer Mutter sprach, verriet die Liebe, die sie und ihre beiden Stiefschwestern für Pixie empfanden, und das, obwohl Pixie nicht mit Jill und Suzanne blutsverwandt war.

„Tut mir leid. Du hast ja recht“, räumte Jill ein, doch dann veränderte sich ihr Ton, als einige Neuankömmlinge des legendären Mirabeau on Ice-Balls an ihnen vorübergingen. „Ich kann Ihnen vor allem den Mirabeau-Champagner empfehlen …“

„Vielen Dank.“ Anmutig nahm Cat eines der angebotenen Gläser und spreizte den kleinen Finger ab.

„Er sitzt dort hinten“, flüsterte Jill, sobald die Luft rein war. „An dem großen Tisch in der Nähe der Bar.“

„Dann mache ich mich besser auf den Weg.“

„Ja, denn wie wir ja wissen, bleibt er meist nicht allzu lange.“ Jill grinste und glitt auf ihren Schlittschuhen davon.

Cat seufzte und blieb mit einem Kribbeln im Bauch und glühenden Wangen allein zurück. Doch das Adrenalin, das sie verspürte, rührte nicht von blanken Nerven, sondern einer erregten Erwartung und Zuversicht her.

Ich werde es schaffen. Ich werde den Stadtrat davon überzeugen, bei der nächsten Ratsversammlung im August gegen das geplante Abrissvorhaben zu stimmen, und er wird nicht den blassesten Schimmer haben, dass er dabei manipuliert wurde.

Langsam ging sie um die Eisbahn herum über den Teppich, den man ausgelegt hatte. Sie musste sich in die Rolle von Lady Catrina Willoughby-Brown hineindenken, einem Mitglied der britischen Aristokratie und des internationalen Jetsets.

Die Madison County Eisbahn sah heute Abend zauberhaft aus, ganz anders als sonst. In der Mitte der Bahn befand sich eine riesige Champagner-Fontäne mitsamt einiger Eisskulpturen, die Werken berühmter Künstler wie Rodin, Michelangelo und Moore nachempfunden waren.

Daneben hatte man einen eigens angefertigten und auf Hochglanz polierten hölzernen Tanzboden aufgebaut. Ein äußerer Eisring wurde von dem Personal auf Schlittschuhen benutzt und von allen Gästen, die es wagten, sich auf Kufen zu begeben. Die Halle wurde durch zahlreiche Fackeln und Kerzen illuminiert.

Catrina blendete das elegante Ambiente jedoch vollkommen aus und konzentrierte sich strikt auf ihre Aufgabe.

Ja, da war Wainwright, ganz wie Jill gesagt hatte. Stadtrat Earl P. Wainwright, um genau zu sein. Er saß an einem der besten Tische mit sechs anderen Gästen, vier von ihnen Männer. Cat hatte ihre Strategie im Vorfeld ausgearbeitet und zögerte daher nicht.

Als Erstes winkte sie einem imaginären Bekannten zwei Tische weiter, dann wandte sie ihre Aufmerksamkeit dem links neben dem Stadtrat sitzenden Mann zu, so, als ob sie ihn plötzlich erkannte. Ihre Richtung abrupt ändernd, steuerte sie direkt auf den vollkommen Fremden zu. Das Glas Mirabeau-Champagner in der Hand und ein betörendes Lächeln auf den Lippen.

Doch in diesem Moment trafen sie die Blicke des Mannes. Ihre Hand begann zu zittern, und sie vergoss ein paar Tropfen Champagner. Der Fremde beobachtete sie schon jetzt, und das hatte sie nicht eingeplant. Es lenkte sie fast von ihrem bisherigen Fokus ab. Sein muskulöser Körper ruhte entspannt im Stuhl, und da war ein kleines Lächeln auf seinem Gesicht, geradeso um seine Mundwinkel. Aus irgendeinem Grund fühlte sie sich verwirrt und unsicher und …

Denk nicht weiter über ihn nach, ermahnte sie sich. Er ist nicht im Mindesten wichtig. Er ist nur ein Teil deiner Taktik für die allererste Minute, mehr nicht.

„Alasdair!“, zwitscherte sie ihm in ihrem wohlgesetzten britischen Akzent entgegen. Auf keinen Fall ließ sie sich von diesen gefährlichen blauen Augen in Bann ziehen. „Wie wunderbar, dich hier zu treffen! Wie reizend, absolut reizend!“

„Oh … ja“, antwortete Patrick Callahan, Präsident von Callahan Systems Software und widerwilliger Gast des Balls an diesem Abend. „Reizend.“

Angenehm überrascht beobachtete er, wie sich die schlanke, in schimmerndem Schwarz gekleidete Dame auf den freien Platz neben ihm setzte.

An seinem Tisch musste er sich mit zwei oder drei absolut uninteressanten Leuten befassen, die er in Zukunft aber vielleicht als wertvolle Kunden seiner Firma gewinnen könnte, und daher gab er sich alle Mühe, nicht gelangweilt zu wirken.

Außerdem versuchte er herauszufinden, warum er den Gedanken an den vor ihm liegenden Abend so schrecklich fand. Die meisten Leute hätten sich gefreut.

Man gelangte nämlich nur mit spezieller Einladung hier rein, und die Gästeliste bestand aus einer exklusiven Mischung der Reichen, Wichtigen, Berühmten und Schönen.

Patrick war sich nicht ganz klar, wie Callahan Systems zu den Karten gekommen war. Die Tatsache, dass er selbst im vergangenen Jahr von einem lokalen Magazin zu „Philadelphias begehrtestem Junggesellen“ gewählt worden war, mochte geholfen haben. Und dass er sich noch dazu vor Kurzem sowohl mit der Erbin der Wentworth-Hotelkette als auch der glamourösen Exgattin eines Senators in der Öffentlichkeit gezeigt hatte, schien auch nicht gerade geschadet zu haben.

Er hätte die Einladung jedoch ausgeschlagen, wenn sein Bruder Tom ihn nicht daran erinnert hätte, dass sich bei einer solchen Gelegenheit gute Kontakte schließen ließen. Aber er hatte sich strikt geweigert, eine Begleitung mitzunehmen. Er ging zurzeit sowieso mit niemandem aus, und seine Affären waren nie von langer Dauer. Außerdem lag ihm nichts ferner, als einer Frau durch eine solche Einladung große Hoffnungen auf eine ernste Beziehung zu machen.

Nein, wenn Tom wollte, dass er Kontakte knüpfte, dann war es besser, allein zu diesem Ball zu gehen.

Irgendwie war ihm seit der Hochzeit seines Bruders diese Aufgabe immer öfter zugefallen. Und wenn sein jüngerer Bruder Connor im September auch noch heiratete, würde die Situation noch schlimmer werden. Dabei machte ihm diese Art von Veranstaltungen überhaupt keine Freude mehr. Tom und Connor hatten nicht die geringste Ahnung, dass er sich in letzter Zeit unzufrieden gefühlt und einen nicht unbeträchtlichen Neid auf das private Glück seiner Brüder verspürt hatte.

Also saß er jetzt hier und machte Small Talk, während er in Gedanken ganz woanders war.

Kein Wunder, dass er die Ablenkung in Gestalt dieser sich nähernden Erscheinung in Schwarz und Silber schon begrüßte, bevor er auch nur die leiseste Idee hatte, dass sie an seinem Tisch halten würde. Doch als sich ihre Blicke eben begegnet waren, hatte er etwas empfunden – ein eigenartiges Aufflackern von Interesse. Nichts, dem er für gewöhnlich nachgab, und das verwirrte ihn.

„Ich fürchte, Sie verwechseln mich“, begann er. Warum fiel es ihm nur so schwer, ihr das zu sagen?

Da sah er, dass sie ihrerseits den Fehler bemerkt hatte.

Dramatisch schlug sie die Hände vor den Mund und ließ sie dann wieder sinken. „Oh, das tut mir furchtbar leid. Ich habe sie für Alasdair Corliss-Bryant gehalten, einen alten Freund von mir aus Gloucestershire Hunt. Natürlich sehe ich nun, dass ich mich geirrt habe.“

„Ich enttäusche Sie nur ungern …“, gab Patrick zurück. Er zögerte.

Die junge Frau schien kein weiteres Interesse an ihm zu haben. Charmant lächelte sie Stadtrat Earl P. Wainwright zu, der dem Neuankömmling mittlerweile seine volle Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Kein Wunder. Sie war entzückend.

„Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Lady Catrina Willoughby-Brown. Wie nett, Sie kennenzulernen.“

Patrick begutachtete sie kühl.

Na ja, vielleicht nicht ganz so kühl, wie er es sich gewünscht hätte.

Sie war mindestens fünfunddreißig Jahre zu jung für Wainwright, was den Mann aber nicht zu stören schien. Wilde, blonde Locken umrahmten ihr Gesicht, und ihre Augen glänzten wie brauner Zucker, der mit Butter in einer heißen Pfanne zerschmolz. Sie hatte lange Wimpern, volle Lippen und eine atemberaubende Figur, die in dem eng anliegenden Kleid voll zur Geltung kam.

Natürlich hatte er all das schon zuvor gesehen. Trotzdem fühlte er sich auf magische Art von ihr angezogen. Weniger von ihrer äußeren Verpackung als durch ihre Schauspielerei. Niemand sonst hatte ihrer kleinen Inszenierung Aufmerksamkeit geschenkt. Dass es sich lediglich um eine Taktik handelte und keinesfalls um eine echte Verwechslung, dessen war er sich fast hundertprozentig sicher. Was ihn wiederum dazu veranlasste, sich um einige Dinge Gedanken zu machen.

Warum, zum Beispiel, hatte sie vorgegeben, ihn zu kennen? Das Geplapper von diesem Alasdair aus irgendeiner Grafschaft schien viel zu kompliziert. Es ärgerte ihn, dass sie sich eine solche Strategie zurechtgelegt hatte. Zu überkandidelt. Unnötig.

Er runzelte die Stirn.

Wäre es nicht wesentlich einfacher gewesen, lediglich über den Teppich zu stolpern und vor seine Füße zu fallen? Eine Frau wie sie würde sich ja wohl kaum über ein Glas verschütteten Champagner oder die Rechnung für die Reinigung seines Anzugs Sorgen machen, wenn sie einen guten Grund hatte, dies zu tun, oder?

Und warum dieser falsche britische Akzent? Er war fast perfekt. Keine Frage. Nicht einer der Vokale entglitt ihr. Dennoch bestand kein Zweifel, dass er gespielt war. Im Geschäftsleben hatte er gelernt, hinter die Fassade zu blicken. Also … warum?

Er erörterte den Punkt weiter, wobei er die Tatsache genoss, dass sein Verstand nun auf Hochtouren arbeitete.

Vielleicht hing es mit dieser Junggesellen-Sache zusammen. Das Medieninteresse, das ihm dadurch gefolgt war, ärgerte ihn jetzt. In letzter Zeit waren einige Bücher herausgekommen, die speziell für solche Frauen geschrieben worden waren, die sich unbedingt einen Millionär angeln wollten. Wahrscheinlich fand man das alles schwarz auf weiß in Kapitel vier: „Gewinne seine Aufmerksamkeit, indem du vorgibst, ein exklusives Mitglied der britischen Aristokratie zu sein.“ Lady Catrina Willoughby-Brown war der Name, den sie offensichtlich für diesen Abend als passend empfunden hatte.

Amüsiert überlegte er, wie er sich weiter verhalten sollte. Sollte er sie sofort herausfordern? Verdient hätte sie es, aber aus irgendeinem Grund fühlte er sich in Versuchung geführt, ihr Spielchen mitzuspielen.

Er hatte sich gerade für diese zweite Variante entschieden, als er eine äußerst überraschende Entdeckung machte. Er, Patrick Simon Callahan, sechsundreißig Jahre alt, mit einem immer noch anwachsenden Vermögen von gut zwanzig Millionen Dollar und einer nicht gerade unbedeutenden Menge persönlicher Anziehungskraft, war gar nicht das Objekt der Begierde der attraktiven Lady.

„Sir Wainwright, es ist mir eine solche Freude, Sie kennenzulernen“, schnatterte sie, nachdem die offizielle Vorstellungsrunde beendet war. Patrick rutschte auf seinem Stuhl zurück, und zwar schon allein aufgrund des Ausmaßes an Entschlossenheit, das sie an den Tag legte.

„Lady Catrina, auch mir ist es eine Ehre“, antwortete der Stadtrat ernsthaft. „Ich liebe Ihr Land. Ich besuche England, wann immer ich die Gelegenheit dazu habe. In der Tat, vielleicht kennen Sie einige meiner Freunde …“

„Oh, wirklich? Wie reizend!“

Sie lehnte sich gegen Patrick, um dem Stadtrat näher zu kommen. Dabei bot sich ihm die Aussicht auf ihr hübsches Dekolleté. Ihre warmen braunen Augen ganz auf Wainwright gerichtet, nickte sie zu dessen Ermunterung, verneinte die Bekanntschaft seiner alten Freunde und bot stattdessen einige zweifellos erfundene eigene Namen. Lord Peter Devries? Die ehrenwerte Amanda Fitzhubert?

Die Tatsache, dass sie den vollkommen falschen Mann jagte, irritierte Patrick enorm. Was hatte seine Mutter ihm und seinen sieben Brüdern als Kindern immer eingetrichtert?

Wenn ein Job es wert ist, dann sollte er auch gut gemacht werden.

Zu seinem Erstaunen stellte er nun fest, dass er dem von ganzem Herzen zustimmte. Wenn eine Frau so auf ein Vermögen aus war, wenn sie sich die Mühe machte, ein solch atemberaubendes, perfekt sitzendes Kleid zu tragen, sich auf diesen Ball zu mogeln, eine adlige Identität zu erfinden, den Akzent zu perfektionieren und eine offizielle Vorstellung zu erzwingen, dann sollte sie dabei wenigstens gut sein. Sie sollte hoch hinauswollen. Sie sollte den richtigen Mann wählen.

Ihn.

Alle anderen Aspekte wie Optik und Temperament beiseitelassend, befand er sich meilenweit vor Wainwright in dem Punkt, auf den es bei einer solchen Frau ankam.

Dem Bankkonto.

Es war nicht so, dass er seine Männlichkeit in finanzieller Hinsicht bemaß. Er kam auch gar nicht aus einer reichen Familie, sondern aus einem Mittelklasse-Umfeld, in dem andere Werte zählten: Ehre, Liebe und Hilfsbereitschaft.

Manchmal zeigte er sich diesen Dingen gegenüber zynisch, aber tief drinnen glaubte er an sie. Vor Kurzem erst war ihm klar geworden, dass einer der Gründe, weshalb er noch nicht glücklich verheiratet war wie seine Brüder Tom, Adam und bald auch Connor, darin bestand, dass er eine Frau weder respektieren noch lieben konnte, für die Geld und Besitztümer und das regelmäßige Auftauchen in Klatschkolumnen das Ein und Alles waren.

Dummerweise zog man aber genau solche Frauen an, wenn man überall als reicher junger Geschäftsmann bekannt war. Die zweifelhafte Lady Catrina gehörte jedenfalls mit Sicherheit zu dieser Sorte. Punkt eins gegen sie. Punkt zwei gegen sie bestand darin, dass sie alles falsch machte.

Daher gab es absolut keine Entschuldigung für seine nächsten Worte.

„Würden Sie gerne tanzen?“ Seine abrupte Frage unterbrach die honigsüße Unterhaltung zwischen Earl Wainwright und Lady Catrina.

Letztere wandte sich daher mit ärgerlichem Gesichtsausdruck ihm zu. Na ja, seine Unterbrechung war wirklich sehr unhöflich gewesen.

Trotzdem erstaunte Patrick die Tatsache, dass er sich entschuldigte. Er fühlte, wie er heiße Wangen bekam. „Entschuldigen Sie. Natürlich erst, wenn Sie Ihr Gespräch beendet haben.“

„Nein, nein …!“ Wainwright winkte großzügig ab. „Nehmen Sie sie, mein Freund.“

„Bitte, Sir Wainwright, erzählen Sie Ihre Geschichte zu Ende“, forderte Lady Catrina ihn auf.

Sie hatte noch nicht einmal in Patricks Richtung geschaut, der sich nun ganz zurücksetzen musste, da sie sich immer noch über ihn hinweglehnte. Ihre nackte, überaus reizvolle Schulter war ihm zugewandt, und zwar so nah, dass er seine Lippen darauf hätte pressen können.

Nicht, dass er das wollte.

Autor

Gefahren

  • Dieses Produkt enthält keine bekannten Gefahren.

Kontakt zum Herausgeber für weitere Informationen zur Barrierefreiheit

  • Weitere Informationen zur Barrierefreiheit unserer Produkte erhalten Sie unter info@cora.de.

Navigation

  • Dieses E-Book enthält ein Inhaltsverzeichnis mit Hyperlinks, um die Navigation zu allen Abschnitten und Kapiteln innerhalb dieses E-Books zu erleichtern.